»Liebster Award«

Seit kurzem wurde von rührigen Bloggern die Aktion »Liebster Award« ins Leben gerufen. Es geht darum kleinere Blog bekannter zu machen, in dem man sie über Interviews untereinander verlinkt. Leser können sich dann von Blog zu Blog durchklicken und so neues entdecken, während Blog-Autoren dadurch den einen oder anderen Follower mehr bekommen.

Ich wurde von Alexandra Trinley für die Teilnahme am »Liebster Award« nominiert, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Und hier sind die Antworten zu den Fragen, die mir Alexandra gestellt hat:

1. Warum hast du dir einen Blog angeschafft?
In erster Linie um mich als Autor im Schreiben zu üben. Aber auch um meine Meinung zu Büchern, Filmen und anderen Dinge kundzutun. Dinge, von denen ich denke, dass andere Menschen sie interessant finden.

2. Du hast den leeren Raum im Sinne von Weltraum vor dir, den du nach eigenen Wünschen gestalten kannst, und ein Jahr Zeit. Was möchtest du darin erleben?
Welten auf denen niemand hungern muss und auf denen es keine Waffen, keine Anschläge und keine Kriege gibt. Orte an denen ich zusammen mit Gleichgesinnten an Projekten arbeite, die die Menschheit voranbringen.

3. Magst du scharf gewürztes Essen?
Im letzten Jahr wuchsen bei mir drei Sorten Chilis auf der Terrasse. Noch Fragen?

4. Welchen deiner Blogeinträge magst du am liebsten, und warum?
Zum Tod von Reiner Castor. Obwohl ich den Autor persönlich nie kennengelernt habe, habe ich ganz spontan einen Nachruf geschrieben, weil ich von seinem Tod ziemlich erschüttert war.

5. Wie müssen Autoren schreiben, damit du sie magst? Beispiele sind willkommen.
Präzise und schnörkellos mit emotionaler Tiefe. George Simenon, Charles Bukowski, Dirk Bernemann, Andreas Eschbach und Klaus N. Frick.

6. Weshalb sind dir die üblichen Feiertage (Weihnachten, Ostern) wichtig – falls sie es sind?
Das sind Tage, an denen man als Familie/Paar zusammensein sollte. Obwohl ich der Meinung bin, dass man das an jedem anderen Tag im Jahr auch sein sollte.

7. Vervollständige: „Wenn ich ans Meer denke…“
Wellen – Ich lieb es zu beobachten, wenn aufgewühltes Wasser an eine Küste trifft. Das hat etwas meditatives, da könnte ich stundenlang zusehen.

8. Hältst du Katzen für eine der wunderbarsten Spezies unseres Planeten?
Unbedingt! Was wären wir ohne sie. Ich bin gern Personal und Dosenöffner für die schnurrenden Herrschaften.

9. Welche Art Kleidung ist dir die liebste?
In der ich mich wohlfühle.

10. Mit was kann man dich zum Feind machen?
Faulheit, Respektlosigkeit und Unbelehrbarkeit.

11. Was zeichnet gute Freunde aus?
Ehrlichkeit, bedingungslose Loyalität und das Respektieren von Distanz.

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Ferienzeit = Baustellenzeit

Es sind Osterferien und die Baustellen sprießen wie Unkraut aus dem Boden, besonders die bei der Deutschen Bahn.

Heute morgen im Zug informierte der Zugbegleiter die Reisenden, dass der MERIDIAN nach München ab morgen bis zum Sonntag über die Unfallstrecke durchs Mangfalltal umgeleitet wird, da die Hauptstrecke Rosenheim-München halbseitig gesperrt ist. Die Begeisterung meiner Mitreisenden hielt sich, wie zu erwarten, in Grenzen. Es mault auch kaum noch einer, weil sich die Baustellen auf dieser Strecke schon über Jahre hinwegziehen. Regelmäßig und mindestens zweimal im Jahr kommt es zu Sperrungen. Die aktuelle Baustellenplanung in dieser Woche gipfelt aber in einem sehr seltsamen Ersatzfahrplan. So ist der Regionalzug, mit dem ich morgens um Sechs losfahre meist zehn nach Sieben in München. Ab morgen wird er erst kurz nach Acht in München sein, also fast eine Stunde später. Der Folgezug, der halb Sieben abfährt, ist trotz Baustelle zwei Minuten früher am Hauptbahnhof als der erste, weil er die herkömmliche Strecke nimmt. Das soll einer verstehen. Glauben die tatsächlich, dass noch einer den Zug um Sechs nimmt?

Aber das ist nicht die einzige Baustelle auf meinem Weg zur Arbeit. Die U-Bahn fuhr heute nur im Zehn-Minuten-Takt, statt wie sonst im Fünf-Minuten-Takt, dadurch verpasste ich beinahe noch meinen Bus. Außerdem hält sie in dieser Woche nicht an der Implerstrasse, weil dort die Rolltreppen erneuert werden. Also Baustellen wohin das Auge blickt.

Ich schätze mal, wenn im Mai die Baustelle bei der Bahn abgeschlossen ist, wird an anderer Stelle gleich eine Neue eröffnet. Tja, das kommt davon, wenn man jahrelang nur spart, um einen formvollendeten Börsengang vorzubereiten (der dann Gott sei Dank nicht stattfand), anstatt sich um die Bedürfnisse seiner Fahrgäste zu kümmern. Da kann es schon mal passieren das Gleise und Oberleitungen mit der Zeit marode werden.

Neues aus dem Pubertierzoo

Quelle: Amazon

Ein paar höchst vergnügliche Stunden bescherte mir dieser Tage Jan Weiler. Sein neuestes Buch »Im Reich der Pubertiere« erstand ich im Rahmen der Leipziger Buchmesse und bekam es dort auch vom Autor signiert. Nachdem ich daheim aber nicht gleich zum Lesen kam, schnappte es sich kurzerhand mein Mann. Der kicherte dann drei Abende lang auf der Couch vor sich hin, so dass ich vor Neugier schier platzte.

Auch ohne ein eigenes Pubertier zuhause zu haben, hatte ich viel Spaß an den scharfzüngigen Texten. Weilers Erfolgsgeheimnis ist, dass er sich selbst nicht ernst nimmt. Mit großer Lockerheit erzählt er allzu menschliches aus dem Zusammenleben mit seinen pubertierenden Kindern. Dass er als Vater plötzlich nicht mehr ernst genommen wird und nur noch als Chauffeur dient, ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Stets ironisch und mit herzlichem Humor berichtet der den Lesern aus dem Pubertierlabor oder weiht sie ein, in die kleinen und großen Geheimnisse des Pubertierlebens. Man merkt, dass der Autor mit einer guten Beobachtungsgabe gesegnet ist, denn seine Beschreibungen sind treffend und die Dialoge lebensnah. Dabei ist er sich nie zu schade, auf die eigenen Schwächen einzugehen.

Wirklich beeindruckt hat mich aber das Nachwort. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit seiner Rolle als Vater und dem Los der heutigen Jugend, die im Dschungel der medialen Dauerberieselung die Orientierung zu verlieren droht, war großartig geschrieben. Er spricht über den Jugendwahn, der die Eltern auf die gleiche Stufe mit ihren Kindern stellt und den Jugendlichen damit erschwert, sich von den Erwachsenen abzugrenzen. Danke für so viel ehrlichen Scharfblick!

Mein Fazit: Die kleinen Geschichten erfreuen nicht nur das Herz leidgeprüfter Teenager-Eltern. Jan Weilers Nachwort regt auch zum Nachdenken an, über eine Gesellschaft, die ihre Jugend nicht ernst nimmt, im gleichen Zug aber von ihr fordert, in Zukunft die Fehler zu korrigieren, die heute gemacht werden.

Verwirrung um Untoten

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Tod eines Untoten«

Nach der Exhumierung eines Geschäftsmannes aus dem Jahr 2004 stellt sich heraus, dass die Identität des Toten nicht stimmt. Schnell wird klar, das Opfer des Autounfalls war der Freund des vermeintlichen Toten. Dieser hat den versuchten Selbstmord seines Kollegen ausgenutzt, um sich in die Karibik abzusetzen, seine Frau und die Angestellten seiner insolventen Firma zurücklassend. Erst als seine Frau jetzt, zehn Jahre später, die Firma für 50 Mio Euro verkaufte, kroch er aus seinem Versteck, um heimlich einen Teil des Gewinns abzusahnen. Dumm nur, dass er bei einem Überfall in einer Tiefgarage Fingerabdrücke hinterließ, die zur Exhumierung seiner angeblichen Leiche führten. Beim Verhör bricht der Mann zusammen und stirbt infolge eines Schlages, den er bei dem Überfall in der Tiefgarage erlitten hat. Der Täter ist der Ehemann seiner Witwe und ehemaliger Kollege, der von seinem Untertauchen wusste und sich sein Schweigen mit der Ehefrau des Opfers bezahlen ließ, auf die er schon immer scharf war.

So kompliziert und verwirrend wie die Zusammenfassung der Folge klingt, so kompliziert war die Geschichte auch. Über etwaige Logikbrüche will ich gar nicht reden. Ich habe mich sehr oft gefragt, ob das alles wirklich so zusammenpasst. Wie sehr müssen die Ermittler nach dem Autounfall eigentlich geschlampt haben, dass sie die Schrauben in den Beinen des Unfallopfers übersahen. Und wer hat damals eigentlich die Identität des Toten festgestellt.
Auch von den Ermittlern der Spezialisten sticht keiner so richtig heraus. Rufus schlägt der übermüdeten Samira vor, im Kopierraum zu übernachten, was er selbst wohl schon öfters getan hat. Mirko und Jannik streiten sich um den Dienstwagen und am Ende macht Mirko Nägel mit Köpfen, als er Samira seine Wohnung überlässt, um bei Katrin einzuziehen, mit der er das natürlich nicht abgesprochen hat.

Ich glaube, immer wenn die Drehbuchautoren dieser Serie versuchen, eine möglichst komplizierte Geschichte zu erzählen, kommt dabei wenig Überzeugendes heraus. Zu einer komplexen Handlung in einem Krimi gehört schon einiges mehr, als viele Verdächtige und mehrere Tode, die untereinander verbandelt sind. Wie man so etwas richtig gut macht, sollten sich die Autoren mal von den Machern der englischen Serie »Sherlock« abgucken.
In dieser Folge der Spezialisten jedoch waren so viele Löcher in der Handlung, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob die das ernst meinen. Auch das Geplänkel zwischen den Ermittlern finde ich inzwischen ermüdend, weil es immer wieder dasselbe ist.
Nein, diese Episode war nicht der große Wurf. Aber in einer Vorabendserie darf schon mal der eine oder andere Hänger dabei sein. Vor allem wenn David Rott mitspielt.

Ein Ostergruß vom Schreibtisch

Karfreitag und es gießt in strömen. Unser Nachmittagsspaziergang fiel deshalb ein wenig kürzer aus als sonst. Mich würde nicht wundern, wenn es in der Nacht noch anfinge zu schneien, dass wäre nichts besonderes. Hoffen wir, das wir am Osterwochenende noch etwas Sonnenschein bekommen und einen ausgiebigen Osterspaziergang machen können.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest, einen fleißigen Osterhasen und ein paar erholsame Tage.

Das Foto von meinem Schreibtisch machte ich heute morgen. Den Osterstrauß im Hintergrund hat mein Mann letzte Woche dekoriert. Das braune Fellknäuel ist übrigens unser Tribble, der sich lautstark beschwert, wenn man ihn erschreckt oder zu nahe kommt.

Ostern

Nocturnenprinzessin

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-ARKON Band 2 – »Aufstand in Thantur-Lok« von Susan Schwartz

Ich muss gestehen, dass mich der Roman von Susan Schwartz etwas unbefriedigt zurücklässt. Nach dem fulminanten Start durch Marc A. Herren und dem dritten ARKON-Band von Ben Calvin Hary fällt dieser Roman ein wenig ab. Warum das so ist, darüber habe ich lange nachgedacht und versuche mich hier an einer Erklärung.

In der Haupthandlung mit Perry Rhodan, Gucky und Sahira erzählt die junge/alte Frau in kurzen Rückblicken aus ihrem Leben. Man erfährt, nicht nur wie sie aufgewachsen ist sondern auch wer ihre Eltern sind und wer ihr Großvater ist. Und das ist einer der Punkte, die mich gestört haben. Meiner Meinung nach kommen diese Informationen, vor allem in ihrer Klarheit, etwas zu früh in der Serie. Das hätte man aus Spannungsgründen ruhig noch etwas nach hinten schieben können.
Für das Verständnis der Sahira-Kapitel musste ich bisweilen die Perrypedia konsultieren. Da ich nicht so fest im Perryversum verwurzelt bin, fehlen mir oft die notwendigen Kenntnisse. So musste ich erst einmal nachschlagen, was »Nocturnen« sind und auch »Moira« kannte ich nur vom Hörensagen. Das soll jetzt keine Kritik an der Geschichte sein, sondern im Gegenteil. Ich möchte meine Bewunderung ausdrücken, wie gut es Susan Schwartz gelungen ist, Sahiras Hintergrund im Perry Rhodan Kosmos zu verankern. Dazu gehört umfangreiches Wissen über die Zusammenhänge und eine ausführliche Recherche. Insoweit hat mir dieser Teil des Heftromans gut gefallen.

Weniger gut war die Schlaglichtartig aufgebaute Nebenhandlung, die die Auswirkungen des Impuls‘ auf die Arkoniden in Thantur-Lok zeigen sollte. Durch die vielen kleinen Szenen mit wechselnden Schauplätzen und Protagonisten wird die Gesamthandlung regelrecht zerrissen. Die Minigeschichten bleiben Bruchstücke ohne roten Faden. Erst am Ende bekommt man mit, dass der aktivierte Extrasinn die Gemeinsamkeit darstellt. Es war gut gemeint, aber für mich als Leser in der Fülle der Namen und Orte viel zu verwirrend, vor allem im Mittelteil. Ich weiß nicht, wessen Idee es war, aber so richtig hat es für mich nicht funktioniert und ich mag eigentlich Episoden-Geschichten.

An dieser Stelle möchte ich mich noch zum Stil der Autorin äußern, weil er sich doch von dem anderer PR-Autoren unterscheidet. Stellenweise, besonders bei den ersten Szenen um Sahira, erinnerte mich der Roman an FanFiction und das meine ich jetzt nicht negativ. Die Autorin geht sehr ambitioniert vor und verleiht ihren Protagonisten einen soliden emotionalen Hintergrund. Ich finde das immer sehr wichtig und leider wird es von dem einen oder anderen PR-Autor in dieser Form nicht umgesetzt. Andererseits fehlte mir jedoch in »Aufstand in Thantur-Lok« die Finesse – das Besondere, das einen professionellen Autor ausmacht. Ich weiß aus den NEO-Bänden, dass die Autorin das eigentlich gut kann. Hier ging es mir irgendwie ab.

Der letzte Punkt, um meinen Rundumschlag perfekt zu machen, betrifft den Lektor. Was war denn da los? Da hatte jemand einen ganz schlechten Tag. Bereits auf den ersten Seiten habe ich mehrere Passagen mit auktorialer Perspektive entdeckt, die für sich gesehen, mich nicht weiter gestört hätten, wenn sich die Perspektive nicht innerhalb des Kapitels (Szene) in eine personale umgewandelt hätte. Wenn mir das als Laie schon auffällt, sollte es einem Lektor erst recht ins Auge springen, oder …?
Wie ich im Forum mitbekommen habe, gab es nach ARKON-Band 3 einen Lektorenwechsel. Ich mutmaße, dass es zwingende Gründe gegeben haben muss, mitten in der Serie den Lektor auszutauschen, und das die Qualität der Arbeit an ARKON 2 einer der Gründe dafür gewesen ist. Aber das ist reine Spekulation.

Mein Fazit zum Schluss: »Aufstand in Thantur-Lok« ist eine routiniert geschriebene Geschichte mit emotionalem Tiefgang aber auch deutlichen Schwächen. Der Konzeption der Serie macht das keinen Abbruch, die finde ich nach wie vor sehr gelungen.

Flowerpower bei den Spezialisten

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Flowerpower«

Es ist offensichtlich, wie die Serienschreiber versuchen, zeitgeschichtliche Themen in der Vorabendserie unterzubringen. Ich finde das gut. In dieser Folge geht es um den Stellenwert der Frau in den Siebzigern. Für uns ist heute oftmals nicht mehr vorstellbar, was Frauen in den sechziger und siebziger Jahren erdulden mussten. Vor allem von ihren Familien und Ehemännern. Da passt der Fund einer Leiche aus dieser Zeit und die familiären Probleme die Rufus mit seiner Frau hat, perfekt zusammen. Damals war es die Frau, die daheim die Kinder hüten sollte und die sterben musste, weil sie ihr journalistischen Talent entfalten wollte. Und jetzt ist es Rufus, dessen Arbeit als Kriminologe darunter leidet, dass seine berufstätige Frau auf ihr Recht pocht und er die Kinder am Hals hat. Ein Folge, die uns Frauen mal wieder daran erinnert, welches Glück wir haben, heute so frei und ohne Restriktionen leben zu können.

Auf der anderen Seite erfahren wir wieder etwas mehr über Mirkos geheimes Doppeleben. Ich hoffe, dass dies in den nächsten Folgen weiter thematisiert wird, bietet es David Rott doch die Möglichkeit mit seinen schauspielerischen Leistungen zu glänzen. Die neue Kollegin von Mirko und Katrin gefällt mir weiterhin sehr gut.

Mein Fazit zu dieser Folge ist positiv. Eine spannende Vorabendserie wie diese, lockt sogar einen Fernsehmuffel wie meinen Mann vor den Fernseher.

Das einzige, was ich überhaupt nicht mag, ist der eingeschobene Werbeblock. Ich habe nichts gegen Werbung, aber von sechzehn Werbespots warben einer für einen Fotoanbieter, zwei für Schokolade und DREIZEHN für Medikamente und Gesundheitsprodukte. Mal davon abgesehen, dass man so genau erfährt, welche Zielgruppe man mit der Serie ansprechen will, finde ich es nicht ethisch, Menschen mit Werbung für Medizinprodukte einzulullen. Viele ältere Leute nehmen eh schon zu viele Medikamente. Diesen Aspekt finde ich mehr als ärgerlich.

Vergessenes Gedicht

Es wird Zeit, dass ich hier mal wieder etwas Lyrisches schreibe.
Lange ist es her, seit das folgende Gedicht entstand. Irgendwann Anfang der 90er muss es gewesen sein. Und ehrlich, ich weiß echt nicht mehr, was ich mir damals dabei gedacht habe. Ist aber nicht schlimm, glaube ich.

 

Wegweiser

weit läuft das Land
Pfade berühren sich
zerrissene Muster
einer geordneten Welt
grau der Asphalt
Tag und Nacht
ein Licht am Horizont:
Zeichen einer Welt von Morgen?

 

Rettungsmission

Am Donnerstag der Schreck schlechthin: Der Reißverschluss meiner geliebten Handtasche ist kaputt. Totalverlust nicht mehr zu retten. Er hatte vor ein paar Wochen schon mal geklemmt, doch dann konnte ich es irgendwie wieder hinbiegen. Aber nun … er öffnete sich von allen Seiten und war nicht mehr zuzubekommen. Das Timing war äußerst ungünstig: 5:30 Uhr am frühen Morgen und ich auf dem Sprung zum Bahnhof. Im Zug bekam ich es dann hin, dass er zumindest soweit dicht hielt, damit mir in der Bahn niemand das Portmonee aus der Tasche klauen konnte. Er hielt noch, bis ich am Nachmittag in den Zug nach Thüringen stieg. Dann war es gänzlich vorbei.

Was tun?

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen besitze ich immer nur eine Handtasche. Mein Lieblingsstück aus Ziegenleder hatte ich mir vor Jahren in Traunstein in einem Laden für kirgisische Handwerkskunst gekauft. Das Geschäft gibt es inzwischen nicht mehr. Sattler sind auch kaum noch zu finden und auf die Schnelle (am Montag musste das gute Stück wieder fit sein) blieb nur die Option – Selbermachen. In meiner Indianerphase als Kind hatte ich viel mit Leder gearbeitet. Aus dieser Zeit habe auch noch die notwenigen Utensilien wie Pfriem, Ledernadeln und Schnur bei meinen Eltern rumliegen. Also nahm ich mich selbst dem kaputten Reißverschluss an. Das Heraustrennen ging einfach. Auch ein Ersatzreißverschluss war in meinem unerschöpflichen Vorrat an Bastel- und Nähmaterial schnell gefunden. Er war zwar blau statt braun, hatte aber die richtige Länge. Gestern Abend machte ich mich dann ans Werk und nähte den neuen Reißverschluss in meine Lieblingshandtasche ein. Pünktlich zum Ende des Sonntagabendfilms auf RTL war ich fertig.

Meine Tasche erstrahlt nun wieder in neuem alten Glanz und der blaue Reißverschluss verleiht ihr auch noch eine besondere Note.

Rettungsmission erfolgreich!

Tasche

Ratschen auf der Buchmesse 2

Ich beschloss noch die beiden letzten Punkte auf meiner Liste abzuhaken und ging in Halle 5 erst zum Unsichtbar-Verlag. Ich wusste das Dirk Bernemann am Sonntag in Leipzig lesen würde und wollte mal sehen, ob sein neues Buch »Vom Aushalten ausfallender Umarmungen« schon herausgekommen ist. Und tatsächlich da stand es: Ich deutete auf das Plakat für die Lesung und sagte zu einem Verlagsmitarbeiter, wie sehr ich es bedauere, dass die Lesung erst am Sonntag sei. Wir kamen ins Gespräch und ich outete mich als große Bewunderin des Autors und dass ich gern ein signiertes Exemplar gehabt hätte. Da sagte er plötzlich: »Dirk war bis vorhin noch hier. Ich ruf mal seinen Verleger an, ob er heute noch mal vorbeikommt.« Er telefonierte und meinte dann, ich solle noch mal wiederkommen, er würde Dirk Bernemann für mich festhalten. Ich konnte es kaum fassen, sollte ich tatsächlich …

Darauf musste ich erstmal einen Kaffee trinken.

Auf dem Rückweg zum Stand schaute noch kurz bei epubli vorbei. Einer der vielen Books on Demand-Anbieter, die mit großräumigen Ständen für ihre Dienstleistungen warben. Ich hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal eine Kleinigkeit bei epubli drucken lassen und bin von der wechselhaften Qualität etwas ernüchtert.

Zurück am Stand vom Unsichtbar-Verlag dann der ganz große Augenblick, mein Messehighlight sozusagen: Ich traf Dirk Bernemann. Für mich einer DER zeitgenössischen Schriftsteller. Seine Bücher sind Punk und gleichzeitig aber auch hochpräzise Literatur, wie man sie heute sehr selten findet. Kein Geschwafel, jedes Wort ist überlegt und jeder Satz trifft. Ich verriet ihm, dass ich ihn, wenn ich könnte, für den Literaturnobelpreis nominieren würde. Da ich das aber nicht kann, bespreche ich seine Bücher in meinem Blog. Ich glaube, er hat sich gefreut. Ein echt sympathischer Typ. Danke, das hat mir den Tag versüßt! Auf der Rückfahrt habe ich schon die erste Geschichte aus seinem neuen Buch gelesen.

Kurz nach vier Uhr stattete ich ein letztes Mal dem PERRY RHODAN-Stand einen Besuch ab. Kai Hirdt signierte. Am Tisch saß, neben Klaus N. Frick und Klaus Bollhöfener, die graue Eminenz von Edel (grau deshalb, weil alle dunkelgraue Anzüge trugen). Ich schwatzte noch ein bisschen mit Kai und verabschiedete mich schließlich vom großen Chef.

Im Foyer übersah ich dann einen der herumliegenden Kabelschächte und kam ins Straucheln. Mein rechtes Knie wird die nächsten Wochen ein blauer Fleck zieren. Egal, das war mir die Buchmesse wert. Ich wollte die Messe bis zur letzten Minute auskosten und musste mich deswegen auf dem Weg zur S-Bahn richtig beeilen, damit ich am Hauptbahnhof noch meinen Zug nach Hause bekommen habe. Die Zeit in Leipzig ist definitiv zu kurz gewesen. Vergangenes Jahr hatte ich in der gleichen Zeit, zwar mehr von der Messe gesehen, dafür habe ich diesmal sehr nette und interessante Gespräche geführt. War aber auch gut!

Ich fand, dass der Freitag irgendwie im Zeitraffer verflogen ist. Das muss im nächsten Jahr besser werden. Ich werde mich rechtzeitig, um ein Hotelzimmer bemühen und mindestens zwei Tage bleiben.

So viel steht fest!

Mit Kai Hirdt am CrossCult-Stand
Mit Kai Hirdt am CrossCult-Stand
Marc A. Herren und Dirk Schulz
Marc A. Herren und Dirk Schulz
Perry begrüßt die Besucher
Der Perry und sein Chef