Verwirrung um Untoten

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Tod eines Untoten«

Nach der Exhumierung eines Geschäftsmannes aus dem Jahr 2004 stellt sich heraus, dass die Identität des Toten nicht stimmt. Schnell wird klar, das Opfer des Autounfalls war der Freund des vermeintlichen Toten. Dieser hat den versuchten Selbstmord seines Kollegen ausgenutzt, um sich in die Karibik abzusetzen, seine Frau und die Angestellten seiner insolventen Firma zurücklassend. Erst als seine Frau jetzt, zehn Jahre später, die Firma für 50 Mio Euro verkaufte, kroch er aus seinem Versteck, um heimlich einen Teil des Gewinns abzusahnen. Dumm nur, dass er bei einem Überfall in einer Tiefgarage Fingerabdrücke hinterließ, die zur Exhumierung seiner angeblichen Leiche führten. Beim Verhör bricht der Mann zusammen und stirbt infolge eines Schlages, den er bei dem Überfall in der Tiefgarage erlitten hat. Der Täter ist der Ehemann seiner Witwe und ehemaliger Kollege, der von seinem Untertauchen wusste und sich sein Schweigen mit der Ehefrau des Opfers bezahlen ließ, auf die er schon immer scharf war.

So kompliziert und verwirrend wie die Zusammenfassung der Folge klingt, so kompliziert war die Geschichte auch. Über etwaige Logikbrüche will ich gar nicht reden. Ich habe mich sehr oft gefragt, ob das alles wirklich so zusammenpasst. Wie sehr müssen die Ermittler nach dem Autounfall eigentlich geschlampt haben, dass sie die Schrauben in den Beinen des Unfallopfers übersahen. Und wer hat damals eigentlich die Identität des Toten festgestellt.
Auch von den Ermittlern der Spezialisten sticht keiner so richtig heraus. Rufus schlägt der übermüdeten Samira vor, im Kopierraum zu übernachten, was er selbst wohl schon öfters getan hat. Mirko und Jannik streiten sich um den Dienstwagen und am Ende macht Mirko Nägel mit Köpfen, als er Samira seine Wohnung überlässt, um bei Katrin einzuziehen, mit der er das natürlich nicht abgesprochen hat.

Ich glaube, immer wenn die Drehbuchautoren dieser Serie versuchen, eine möglichst komplizierte Geschichte zu erzählen, kommt dabei wenig Überzeugendes heraus. Zu einer komplexen Handlung in einem Krimi gehört schon einiges mehr, als viele Verdächtige und mehrere Tode, die untereinander verbandelt sind. Wie man so etwas richtig gut macht, sollten sich die Autoren mal von den Machern der englischen Serie »Sherlock« abgucken.
In dieser Folge der Spezialisten jedoch waren so viele Löcher in der Handlung, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob die das ernst meinen. Auch das Geplänkel zwischen den Ermittlern finde ich inzwischen ermüdend, weil es immer wieder dasselbe ist.
Nein, diese Episode war nicht der große Wurf. Aber in einer Vorabendserie darf schon mal der eine oder andere Hänger dabei sein. Vor allem wenn David Rott mitspielt.

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