Rettungsmission

Am Donnerstag der Schreck schlechthin: Der Reißverschluss meiner geliebten Handtasche ist kaputt. Totalverlust nicht mehr zu retten. Er hatte vor ein paar Wochen schon mal geklemmt, doch dann konnte ich es irgendwie wieder hinbiegen. Aber nun … er öffnete sich von allen Seiten und war nicht mehr zuzubekommen. Das Timing war äußerst ungünstig: 5:30 Uhr am frühen Morgen und ich auf dem Sprung zum Bahnhof. Im Zug bekam ich es dann hin, dass er zumindest soweit dicht hielt, damit mir in der Bahn niemand das Portmonee aus der Tasche klauen konnte. Er hielt noch, bis ich am Nachmittag in den Zug nach Thüringen stieg. Dann war es gänzlich vorbei.

Was tun?

Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen besitze ich immer nur eine Handtasche. Mein Lieblingsstück aus Ziegenleder hatte ich mir vor Jahren in Traunstein in einem Laden für kirgisische Handwerkskunst gekauft. Das Geschäft gibt es inzwischen nicht mehr. Sattler sind auch kaum noch zu finden und auf die Schnelle (am Montag musste das gute Stück wieder fit sein) blieb nur die Option – Selbermachen. In meiner Indianerphase als Kind hatte ich viel mit Leder gearbeitet. Aus dieser Zeit habe auch noch die notwenigen Utensilien wie Pfriem, Ledernadeln und Schnur bei meinen Eltern rumliegen. Also nahm ich mich selbst dem kaputten Reißverschluss an. Das Heraustrennen ging einfach. Auch ein Ersatzreißverschluss war in meinem unerschöpflichen Vorrat an Bastel- und Nähmaterial schnell gefunden. Er war zwar blau statt braun, hatte aber die richtige Länge. Gestern Abend machte ich mich dann ans Werk und nähte den neuen Reißverschluss in meine Lieblingshandtasche ein. Pünktlich zum Ende des Sonntagabendfilms auf RTL war ich fertig.

Meine Tasche erstrahlt nun wieder in neuem alten Glanz und der blaue Reißverschluss verleiht ihr auch noch eine besondere Note.

Rettungsmission erfolgreich!

Tasche

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