Bewusstseinskrise

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 377 – »Invasion der Posbis« von Lucy Guth

Dem Solsystem steht wieder einmal eine Invasion bevor. Tausende von Fragmentraumern und Dreizackschiffen der Posbi-Rebellen dringen ins Heimatsystem der Terraner und in die Systeme ihre Kolonien ein. Zunächst üben die Posbis Zurückhaltung, doch dann beginnen sie mit einem Angriff auf die Flottenwerft der Terraner auf Titan. Protektor Reginald Bull bittet alle Verbündeten der Menschheit um Hilfe. Als einzige schicken die Arkoniden eine Flotte unter der Führung von Zalara da Keranth, die sich Bulls Kommando nur wiederstrebend unterstellt.
Derweil wollen Perry Rhodan, seine Frau Thora und seine Tochter Nathalie mit Thomas Rhodan Kontakt aufnehmen. Dessen Bewusstsein wurde offensichtlich in das Zentralplasma der Posbis integriert und hat sich inzwischen über einen Großteil der Posbis verteilt. Für den Kontakt brauchen sie Roi Danton, dessen Bewusstsein von NATHAN wieder in seinen Robotkörper zurückübertragen werden konnte.
Auf einem Asteroiden in einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase versuchen sie mit Dantons Hilfe ins Kommunikationsnetzwerk der Posbis einzudringen und an Thomas Rhodan zu appellieren. Sie erfahren das Thomas befürchtet, im Zuge des Projekts Metamorph ausgelöscht zu werden. Perry kann  seinen Sohn Thomas umstimmen, den Angriff auf die Erde abzubrechen, kurz bevor die Rebellen-Posbis die Verteidiger der Erde vernichtend schlagen können.
Doch Thomas richtet seine Angst und Wut nun gegen die Nakken. Gemeinsam mit den Hamamesh und den Arkonidischen Schiffen kann die Terranische Flotte den Heimatplaneten der Nakken so lange verteidigen, bis alle Nakken evakuiert sind.
Danach setzt Perry Rhodan gemeinsam mit Thora und Nathalie die Reise zur Hauptwelt der positronisch-biologischen Roboter fort, um seinen Sohn aus dem Zentralplasma zu befreien.

Uff! Irgendwie habe ich das Gefühl, das hier ein Roman fehlt. Denn die Erkenntnisse die Lucy Guth zu Beginn des Romans über Thomas Rhodan zusammenfasst, wurden bisher nicht in dieser Deutlichkeit vermittelt. Es gab Andeutungen um den Sohn Rhodans. Es gab Vermutungen, aber es wurde in den bisherigen Romanen der Staffel nie geklärt, wie genau er mit den Posbi-Rebellen in Verbindung steht. Das jetzt in einem Rückblick zu erfahren, irritiert mich. Gab es doch im vorangegangenen Roman genug Platz um das groß und breit zu erzählen. So ist es nun mehr »Tell« statt »Show«. Das ist der erste große Negativpunkt in einer bisher sehr gut funktionierenden Staffel.

Lucy Guth gelingt es jedoch, durch ihre schön gezeichneten Figuren diesen Fauxpas zu überspielen. Herausragend ist dabei die Beziehung zwischen Reginald Bull und der Arkonidin Zalara da Keranth erzählt. Mit Bulls Assistentin Hollie Delacour hat die Autorin wieder einen sogenannten Underdog-Charakter etabliert, also jemanden der nicht zu den zentralen Figuren der Serie gehört, sondern der den Blickwinkel eines Normalsterblichen hat. Das ist ihr schon einmal mit der Positronikspezialistin Donna Stetson geglückt.

Wegen des Romantitels, hatte ich zunächst befürchtet, den halben NEO lang von irgendwelchen Raumschlachten lesen zu müssen. Das hielt sich zum Glück die Waage mit den Abenteuern von Rhodans Familie und Roi Danton in der Posbistation auf dem Asteroiden. Wobei es hier ein Wiedersehen mit den beiden Posbis Kaveri und Atju aus der Posbistaffel gibt. Die hatte ich so gar nicht mehr in Erinnerung.

Höhepunkt war jedoch die »geistige« Auseinandersetzung zwischen Roi Danton und Thomas Rhodan, die sich mal einen Körper geteilt haben. Der Showdown im Spiegelsaal von Versailles mit den verschiedenen Inkarnationen von Roi Danton ist gut geschrieben und wunderbar auf dem Titelbild des Romans visualisiert.

Die einzige Stelle an der ich ein wenig die Stirn runzeln musste, war beim Angriff von Thomas‘ Posbis auf den Heimatplaneten der Nakken. Im Vorgängerroman haben wir mitbekommen, wozu die Nakken fähig sind. Sie waren in der Lage Perry Rhodan kurzzeitig aus dem Gefüge der Raumzeit und sogar aus den Erinnerungen eines jeden Menschen zu tilgen. Nun scheinen sie gegenüber des Angriffs der Posbi komplett hilflos zu sein und müssen von den Hamamesh evakuiert werden. Wenn sie eine derartige mentale Macht besitzen, warum haben sie die Posbis nicht selbst aufhalten können? Sie hätten sie doch ebensogut aus der Raumzeit tilgen können.

»Invasion der Posbis« bringt viele Erkenntnisse zum Verhalten der Posbis und dem Zusammenhang mit Thomas Rhodan da Zoltral. Leider werden die mir diese nicht gezeigt, sondern nur erzählt. Das finde ich ausgesprochen schade.

Die Prophezeiung der Nakken

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 376 – »Als die Flüsse schwiegen« von Stefan Pannor und Oliver Müller

Mit dem Tesserakt bringt der Posbi Algron Perry Rhodan und Sud zum neuen Exilplaneten der Nakken in der Milchstraße. Hier soll Perry Rhodan Näheres über das Projekt Metamorph erfahren, das die Ursache für die Angriffe der Posbis auf terranische Raumschiffe und Planeten ist. Doch die Lage ist komplizierter. Seit ihrem Übergang ins Einsteinuniversum tragen die Nakken eine Prophezeiung weiter. Es geht um einen Mann der nicht stirbt und der die Bildung des vereinten Bewusstseins der Nakken verhindern wird. Das bringt Perry Rhodan in höchste Gefahr, denn die Nakken versuchen mit geistigen Mitteln zu beweisen, das er nicht der Unsterbliche sein kann und versuchen ihn aus der Raumzeit und damit aus der Erinnerung aller zu tilgen.
Perry entkommt nur knapp der Vernichtung und die Verbindung der Nakken nimmt irreparablen Schaden. Er erfährt aber, dass sich die Nakken mit dem Zellplasma der Posbis zu einem Bewusstsein vereinen wollen.
Währenddessen reisen Perrys Frau Thora und seine Tochter zu einem Planeten von dem sie Hypersignale empfangen. Auf der vorindustriellen Welt treffen sie eine Zivilisation, deren Existenz von einer Hyperquelle abhängt. Doch diese wird gerade von einem unbekannten Wesen attackiert.
Nathalie und Thora gelingt es, das Wesen an der vollständigen Zerstörung der Quelle zu hindern und so die Zivilisation zu retten. Im Anschluss versetzt die durch die Auseinandersetzung erstarkte Nathalie sich und Thora zu Perry Rhodan auf den Tesserakt.

Nach den bodenständigen Romanen aus dem ersten Teil der Staffel »Metamorph« wird es nun wieder kosmisch. Grundsätzlich finde ich die Idee mit den Nakken und ihrer selbsterfüllenden Prophezeiung gut. Mit der Umsetzung hatte ich allerdings ein paar Probleme. Die Namen der beteiligten Nakken sind mal gleich und mal ähnlich und dann wieder verschieden. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so beabsichtigt war. Es hat mich aber verwirrt. Die Prophezeiung von Bethanya, die im Rest des Romans Svaethanya genannt wird, entsteht aus einer Rivalität zwischen ihr und einem Nakken namens Zhemlon und zwar noch in dem Universum vor dem von Perry. Auch Zhemlon taucht in den Erzählungen der Nakken in diversen Inkarnationen wieder auf, allerdings ohne Namensänderung. Das ist alles ein wenig verwirrend.

Hinzu kommt, das sich diese Kapitel mit denen von Thora und Nathalie abwechseln. Das nimmt der Geschichte einen Großteil der Spannung, weil man immer wieder herausgerissen wird und sich auf die andere Handlung einstellen muss, aus der man dann ebenfalls wieder herausgerissen wird. Beide Geschichten wären in separaten Romanen besser aufgehoben gewesen.

Die Idee mit der vorindustriellen Zivilisation, die von einer Priesterkaste geführt wird, ist zwar reichlich Klischeebelastet, lebt aber durch seine lebendig gezeichneten Protagonisten. Allerdings frage ich mich, ob es nicht besser wäre, auch bei PERRY RHODAN eine »Oberste Direktive« einzuführen, welche die Einmischung in fremde Zivilisationen verbietet. Denn Thora und Nathalie verhalten sich doch sehr blauäugig beim Umgang mit den Dorfbewohnern.

Ich möchte mich nicht festlegen, wer von den beiden Autoren welchen Teil geschrieben hat. Ich habe einen Verdacht, der aber auch falsch sein kann. Es ist aber ein gutes Zeichen, denn die beiden Handlungsstränge wirken zumindest stilistisch homogen. Für sich alleinstehend, wären sie eine runde Sache gewesen. Dann hätte man beide Handlungen auch ausweiten können. So sind sich die beiden Handlungen eher gegenseitig im Weg.

In »Als die Flüsse schwiegen« erfährt man endlich etwas mehr über das Projekt Metamorph, das eine Vereinigung der Nakken mit dem Zentralplasma der Posbis darstellt. Dazu muss man sich aber zuerst durch zwei kosmische und teils verwirrende Handlungen arbeiten.

Krimidinner auf der MAGELLAN

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 375 – »Die MAGELLAN-Intrige« von Dietmar Schmidt

Die Eltern, der von den Posbis verschleppten Cybora-Kinder, haben die MAGELLAN gekapert. Obwohl ihnen das Schicksal der Kinder unbekannt ist, wollen sie von den Posbis gewaltsam ihre Freilassung erpressen. Damit ihnen auf dem Weg zur Heimatwelt des Zentralplasmas Perry Rhodan nicht in die Quere kommt, haben sie ihn und die Besatzung der MAGELLAN in einem Beiboot ausgesetzt und sogar einen Mordversuch an Rhodan und seiner Crew verübt, in dem sie Mikrobomben in dem Beiboot versteckten. Als diese Information zu den Eltern durchdringt, kommt es zum Streit zwischen den Eltern und Ex-Admiral Zurn, der sich zum Anführer der Mission ernannt hat. Als dieser auch noch erklärt, dass man das Zentralplasma mit der nicht mehr funktionsfähigen Transformkanone auf der MAGELLAN erpressen will, beginnen einige der Eltern am Erfolg der Mission zu zweifeln und senden ein Signal aus, damit Perry Rhodan die MAGELLAN orten kann.
Mit Algrons Tesserakt kann Rhodan die MAGELLAN einholen. Kurz darauf materialisieren drei Dreizackschiffe der Anderposbis und greifen die MAGELLAN an. Die Menschen können kurzzeitig flüchten, werden von den Anderposbis unter dem Kommando von Rhodans Sohn Thomas aber schnell wieder eingeholt. Es entbrennt ein Raumgefecht, in dem die MAGELLAN und die Flotte der Cyboraner über kurz oder lang unterliegen werden. Doch bevor es zur Vernichtung der Schiffe kommen kann, taucht ein weiterer Fragmentraumer der Posbis auf. Es sind die Cybora-Kinder, die die Lage entschärfen, in dem sie die Dreizackschiffe vernichten.
Sid Gonzales bewohnt nun allein den Körper von Sud. Er erhält die Diagnose, dass er nur noch Tage überleben wird, wenn er das Intarsium nicht zurückerhält. Rhodan bittet Algron um Hilfe. Die Posbis bieten Sid an, ihn und Sue, deren Bewusstsein in einem Vario 800 steckt, wieder zu vereinen, doch die beiden wollen ihre Individualität behalten. Da wird bei dem Gefecht mit den Dreizackschiffen eines der Cybora-Kinder verletzt. Die Verletzung ist so schwer, das nur die Heilkräfte von Sud den Jungen retten können. Da beschließen Sid und Sue sich wieder zu Sud vereinigen zu lassen.
Das Elternpaar, das für den Einsatz der Mikrobomben verantwortlich ist, wird vom eigenen Sohn entlarvt und zur Erde gebracht. Während die MAGELLAN ihre Reise zur Welt des Zentralplasmas fortsetzt, fliegen Perry Rhodan und Sud mit Algrons Tesserakt ein anderes Ziel an.

Bei der ersten Hälfte des Romans fühlte ich mich in eine Episode von »Law and Order« versetzt. Da wird diskutiert und ermittelt, dass es eine wahre Freude ist. Gut fand ich, wie Dietmar Schmidt aus der Sicht einer Mutter erzählt, die Anwältin ist, und die schnell begreift, wir hirnrissig diese Mission zur Befreiung der Kinder ist. Das hätte ihr vielleicht schon früher klar werden müssen, aber durch das irre Gebaren des Ex-Admirals werden alle zunächst manipuliert. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass die Rettungsmission kaum umsetzbar ist, und die Eltern beginnen miteinander zu streiten. Als Rhodan dann auch noch jene Elternteile anschleppen lässt, die bisher nicht an der Rettungsmission beteiligt sind, eskaliert die Lage. Der Ex-Admiral hat sich die Loyalität der Cyboranischen Besatzung und der Positronik DIDEROT versichert. Rhodan muss argumentieren und Kompromisse eingehen, wenn er die Situation entschärfen will. Das ist eine sehr clevere und für NEO ungewöhnliche Handlung, die sich die Exposéautoren da ausgedacht haben. Und bei der man erkennt, dass sie auf die Stärken des Autors zugeschnitten ist.

Das einzige was man dem Roman vielleicht vorwerfen kann, ist die Menge an Personal. Zwei Elternteile von je sieben Kindern, dazu noch das bekannte Personal und die eine oder andere Personalie aus der Crew der MAGELLAN. Schon das Triumvirat Sid+Sue=Sud sind drei Leute, die allein schon den Roman füllen könnten. Es ist nicht ganz einfach in der Fülle der Protagonisten und Antagonisten den Überblick zu behalten. Dennoch, der Spaß an der Geschichte überwiegt und man freut sich tatsächlich auf den nächsten Roman. Etwas das in den vergangenen Staffeln nicht immer der Fall war.

»Die MAGELLAN-Intrige« ist ein spannender Roman, der sich nahtlos an den Erfolg der Vorgängerromane anschließt. Der Handlungsfortschritt in der Staffel ist zwar nur marginal, aber die Ausführung des Krimis durch Dietmar Schmidt absolut lesenswert.

Eher Thriller als Requiem

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 374 – »Requiem für eine Unsterbliche« von Stefan Pannor

Nachdem Perry Rhodan ins Solsystem zurückkehrt, wird er sofort in eine Auseinandersetzung zwischen den Terranern und Algrons Posbis verwickelt. Der Tesserakt der Perry Rhodan und die Einzelteile von Roi Danton ins Solsystem eskortiert hat, hatte seitdem Position über der Lunar Research Area und damit über NATHAN bezogen. Nun dringen die Posbis ins Innere der Forschungsstation auf dem Erdmond ein. Die Terraner sehen darin einen Angriff und wollen die Posbis aufhalten. Es droht die Zerstörung der Basis. Rhodan verhandelt mit Algron und kann ihn und seine Posbis zum Rückzug bewegen. Dafür will dieser Rhodan und die MAGELLAN zur Zentralwelt der Posbis begleiten.
Bei einem Zwischenstopp im Spica-System erzwingen die Eltern der Cybora-Kinder ihre Teilnahme an der Expedition, um die Verschollenen mit einer eigenen Streitmacht zurückzuholen. Dabei gelingt es den Cyboranern, die Besatzung der MAGELLAN mittels Naniten auszuschalten und das Fernraumschiff zu übernehmen. Rhodan und die Mannschaft werden in der CIRINJA, einem der Cyboranischen Schiffe, mit defektem Antrieb und ausgefallenem Hyperfunk im All ausgesetzt.
Hilfe kommt aus einer unerwarteten Richtung. Das Mentamalgam Sud arbeitet als Ärztin an Bord der MAGELLAN. Sie wird von den Posbis Algrons entführt und ihrem Intarsium beraubt. Dadurch trennen sich die vor knapp 400 Jahren verschmolzenen Bewusstseine von Sue Mirafiore und Sid Gonzales wieder. Beide ringen um die Vorherrschaft über Suds Körper. Sid geht als Gewinner aus dem inneren Konflikt hervor, während Sue verschwindet. Der Teleporter kann seine einstigen Fähigkeiten abrufen und teleportiert von Bord. Mit Hilfe des Hyperfunks in seinem Raumanzug kann er Rhodan kontaktieren und von der CIRINJA eingefangen werden. Mit seinem Anzug-Hyperfunk ist die Besatzung der CIRINJA in der Lage Hilfe herbeizurufen.

Wow! Was für eine Geschichte. Da ist alles dabei, was Spannung erzeugt. Außerdem wird es von Stefan Pannor so glaubhaft geschildert, dass man den Roman nur schwer wieder aus der Hand legen kann. Ich finde es gut, dass Perry Rhodan in dieser Staffel mal nicht wie der große Held dargestellt wird, dem alle zu Füßen liegen, und der nur mit dem Finger schnippen braucht, damit ihm jeder Wunsch erfüllt wird. Denn, wenn wir ehrlich sind, würden wir uns doch auch nicht von jemandem etwas sagen lassen, der schon vor 400 Jahren gelebt hat.

Insofern finde ich es ein bisschen schade, dass es keine großen Reibereien gibt, ob Rhodan die MAGELLAN für die Expedition bekommen kann, wie im ersten Band der Staffel, als Reglinald Bull nur ein kleines Schiff für Perry abstellen wollte. Aber offenbar ist den Politikern um den Ersten Terraner Aurelian Voss ein Schulschiff wie die MAGELLAN nicht so wichtig, inklusive der jungen Kadetten an Bord. Man lässt Rhodan also mit einer unerfahrenen Besatzung in die Tiefen den Leerraums aufbrechen, damit er das Posbiproblem lösen kann. Wahrscheinlich glaubt eh keiner der Bürokraten der Terranischen Union an einen Erfolg, was die Selbstüberschätzung von Politikern sehr plastisch macht. Man kennt das aus eigener Erfahrung.

Der Hammer ist aber die Übernahme der MAGELLAN durch die Cyboraner. Da wird Rhodan mit seinen eigenen Waffen geschlagen und ihm das Raumschiff unter dem Hintern weg geklaut. Sensationelle Idee. Wobei die Vorbereitung des Coup einen kleinen Haken hat. Wieso führt die erste Transition der MAGELLAN ausgerechnet ins Spicasystem zu den Cyboranern? Wenn da nicht die neue Kommandantin der MAGELLAN mit den Cyboranern unter einer Decke steckt. Oder sie hat den Befehl, ins Spicasystem zu fliegen, direkt von Aurelian Voss bekommen und es Perry Rhodan verschwiegen. Hin wie her, das alles ist ein brillanter Plot, der zudem noch perfekt umgesetzt wurde.

Nostalgisch wird es in den Kapiteln um das Mentamalgam Sud. Da lässt der Autor die Geschehnisse aus den allerersten NEO-Bänden aufleben. Damals als die Serie eigentlich »John Marshall« hätte heißen müssen, weil sich ein großer Teil der Handlung, um den Telepathen und seine Arbeit im Shelter dreht. Ich gestehe, dass ich mit der Figur der Sud nie richtig warm geworden bin, aber wie Stefan Pannor ihr »Ende« schildert, finde ich sehr gelungen.

»Requiem für eine Unsterbliche« ist ein großartiger NEO-Roman, der mir unheimlich viel Freude bereitet hat. Und das nicht nur wegen der vielen tollen Wendungen in der Handlung, sondern auch durch die erzählerische Stärke mit der der Autor die Geschichte umsetzt. Was mich zu der Frage bringt: Warum hat man Stefan Pannor nicht schon früher in die NEO-Serie geholt?

Mein Perryregal

Lange genug hat es gedauert. Endlich habe ich ein Regal für meine PERRY RHODAN-Bücher.

Vor ein paar Jahren habe ich mir die Platinbände gekauft. Einige Silberbände habe ich schon seit 2014. (Die Ausgelesenen habe ich schon wegen Platzmangels wieder verkauft.) Die guten Stücke lagerten jetzt jahrelang eingeschweißt im Schrank. Hinzu kommen diverse Publikationen, die ich zu Recherchezwecken für die SOL gekauft habe und natürlich die Fanromane von der PRFZ und vom TCE, die sich in den Jahren angesammelt haben.

Vor ein paar Monaten habe ich von einem Bekannten eine große Tüte Heyne-Taschenbücher von PERRY RHODAN geschenkt bekommen. Das nahm ich zum Anlass meine Perry-Schätze aus dem dunklen Schrank ans Licht zu holen. Im gleichen Zuge habe ich mein Bastelregal ausgebaut. Ich hatte in den letzten Jahren einiges bestellt, das einfach so herumlag und darauf wartete, einsortiert zu werden. Mit großem Glück habe ich noch eine FIRA-Kommode von IKEA bei eBay-Kleinanzeigen entdeckt. Diese Teile gibt es seit 2012 nicht mehr. Leider muss man sagen, denn die sind unglaublich geräumig und passen perfekt in meine IVAR-Regale (auch von IKEA).

Kurzum, nach den Umbauarbeiten hatte ich noch zwei IVAR-Seitenteile übrig und wir haben bei IKEA noch die passenden Einlegeböden gekauft. Woraus dann das Perryregal wurde. Hintereinander gestellt, passen auch alle Bücher rein und es ist sogar noch etwas Platz für Neuanschaffungen.

Kinder, Posbis und ein Sternenschwarm

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 373 – »Mission Kristallberg« von Marlene von Hagen

Die durchdrehende Nathalie Rhodan da Zoltral hält ihre Eltern Perry und Thora sowie die Sicherheitschefin der AENEAS auf Trapp. Nachdem die Besatzung seltsame Hypersignale aus einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase empfangen hat, versucht Nathalie das Schiff mit allen Mitteln zu verlassen, dabei wendet sie sogar Telekinese an. Perry Rhodan und seine Frau Thora drängen den Kommandanten der AENEAS sie und ihre gemeinsame Tochter Nathalie auf den bislang unerforschten Planeten im Nerythsystem abzusetzen. Auf der Suche nach der Quelle der Hypersignale erklimmen sie den dort befindlichen Kristallberg und treffen überraschend auf die sieben Cybora-Kinder.
Die Kinder haben nach ihrem vorgetäuschten Tod keinen Plan, wie es weitergehen soll. Der Empfang des Hypersignals ist eine willkommene Abwechslung von der sie sich eine Idee für die Zukunft erhoffen. Doch der Ausflug auf den fremden Planeten geht gründlich schief. Zwei der vier Shuttles stürzen ab. Die mitgereisten Posbis versuchen die Kinder vor eventuellen Gefahren zu beschützen und einige opfern sogar ihre Existenz. In einer Kaverne stoßen sie nicht nur auf eine insektoide Spezies, die sie als Götter verehren, sondern auch auf den Sternenschwarm von dem die Hypersignale ausgehen. Die Projektion hat eine hypnotische Wirkung, von der eine Gefahr für die Kinder auszugehen scheint. Nur durch das Eingreifen von Nathalie, die mit dem Sternenschwarm kommunizieren kann, verliert das Phänomen seine Wirkung auf die Kinder.

In dem Chaos, das Nathalies Eingreifen auslöst, können die Sieben zusammen mit den Posbis fliehen. Bis Perry Rhodan und seine Familie zurück auf der AENEAS ist, hat der Fragmentraumer der Posbis das System bereits verlassen. Zumindest haben die Terraner nun erfahren, dass die Entführten noch am Leben sind.

Raumschiffe, Roboter, Dschungel und Höhlen – alles Dinge, die in der NEO-Serie beliebt sind, finden sich in diesem Roman. Der bunte Mix ist gut zu lesen und die Kinder werden von der Autorin auch wirklich wie Kinder beschrieben und nicht wie kleine Erwachsene. Dass sie sich von den Posbis lieber einen Kletterparcours bauen lassen, als vernünftige sanitäre Anlagen ist durchaus glaubhaft. Auch die Zweifel von einigen, ob die Entscheidung ihren Tod vorzutäuschen wirklich richtig war, zeigt Marlene von Hagen mit großem Gespür für die Psyche von Kindern.

Nicht so gut fand ich die Kapitel über die Sicherheitschefin der AENEAS, Elina Darvos. Mal davon abgesehen, dass sie mir ein bisschen zu militant war. Ihr Narkoknüppel saß jedenfalls ziemlich locker und ihre anderen Waffen auch. Sie sagt, dass sie nur an den Posten der Sicherheitschefin kam, weil andere gescheitert waren. Sie sieht es nicht als ihren Verdienst an, sondern hadert mit Selbstzweifeln. Auch der Spruch ihres Ausbilders, dass sie als Frau zu emotional für einen Job bei der Sicherheit ist … Echt jetzt? Die Geschichte spielt im 25. Jahrhundert. Wenn die Menschen dann immer noch so antiquiert denken, wie wollen sie in der galaktischen Gemeinschaft klarkommen. Nein, ich denke, dass das zu jenem Zeitpunkt keine Rolle mehr spielen wird. Wenn nicht, wäre die Menschheit nie so weit gekommen.

All zu viel passiert in dem Roman nicht, außer das wieder ein Nakk auftaucht. Selbst dieser mysteriöse Sternenschwarm verschwindet schnell wieder in der Versenkung, so dass man ihn schneller vergisst, als ein Posbi sich individualisieren kann. Die skurrilen kleinen Roboter, die Marlene von Hagen den Kinder zur Seite stellt, vergisst man definitiv nicht. Ein Posbi im Uhu-Kleid, eine kleine Anspielung an Ruben Wickenhäuser (von denen es im Roman noch sehr viel mehr gibt) und ein Medo-Posbi namens Hildegard (nach Hildegard von Bingen), mangelnde Kreativität kann man der Autorin nicht nachsagen. Ich beginne mich aber inzwischen ernsthaft zu fragen, wo die Reise bzw. die Staffelhandlung hingehen wird. Lassen wir uns überraschen.

»Mission Kristallberg« hat mich auf einer Zugfahrt gut unterhalten. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen, was man vom Vorgängerroman nicht sagen konnte. Insofern kann ich diesen NEO guten Gewissens empfehlen.

Umweltangepasste in der SOL

Warum es hier in den letzten Wochen so ruhig war, lag unteranderem daran, dass ich die SOL 121 auf den Weg gebracht habe. Mit 76 Seiten ist sie dieses Mal fast zehn Seiten dicker als normal. Was bedeutet, dass ich auch deutlich mehr Arbeit damit hatte. Aber was macht man nicht alles für die Mitglieder der PRFZ.

Wie ist das, wenn Menschen auf einem fremden Planeten siedeln wollten, dessen Umweltbedingungen sich von denen auf der Erde extrem unterscheiden? Diese Frage wird im Schwerpunkt der ersten SOL-Ausgabe im Jahr 2026 beantwortet.

Stefan Wepil stellt mit Zhygor eine solche fremde Welt vor. Norbert Fiks und Frank G. Gerigk beschäftigen sich mit Sternen im Allgemeinen und den Plejaden im Besonderen.

Aus der Fanszene stellt Dieter Reich das Rollenspiel »Varynkor« vor und Dieter Bohn unterhält mit einer sehr lustigen STELLARIS-Kurzgeschichte.

Für alle, die wissen wollen, was sich inhaltlich bei PERRY RHODAN in der zweiten Hälfte 2025 getan hat, gibt es die Besprechungen zur Hauptserie, den Silberbänden und zu NEO. Außerdem sprechen wir mit dem Neuen in der PERRY RHODAN-Redaktion – Adnan Turan.

Das Titelbild zeigt den Planeten Ertrus und stammt von Robert Schweizer-Haubrich, der noch weitere schöne Illustrationen zum Schwerpunkt geliefert hat.

Nur noch wenige Tage und die SOL 121 wird in den Briefkästen der Mitglieder landen.

Zwischen Herzgeflecht und Arkonidenmutter

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 372 – »Jenseits der Stimmen« von Rüdiger Schäfer

Thora folgt der Spur ihrer Tochter Nathalie nach Olymp. Die wurde anscheinend von den Mehandor entführt, die sie an das Ava-Tor-Konsortium verkaufen wollen. Mit Hilfe des terranischen Geheimdienstes SolAb kann die Arkonidin die Mehandor-Matriarchin und ihre Sippe überwältigen und ihre Tochter befreien. Beide kehren wohlbehalten ins Solsystem zurück, wo sie auf dem Mond mit NATHAN und Perry Rhodan zusammentreffen. Da erreicht sie der Notruf eines Posbiraumers, auf dem sich die entführten cyboranischen Kinder befinden.
Die sieben Kinder wurden auf einen Fragmentraumer der Posbis verfrachtet und sollten nach Pharaduat, der Heimatwelt des Zentralplasmas Anich, gebracht werden. Doch etwas an Bord sorgt dafür, dass sich die Kinder geistig zusammenschließen und letztendlich die Posbis und den Fragmentraumer kontrollieren können. Selbst das Herzgeflecht des Fragmentraumers kann sich den geistigen Kräften der Sieben nicht widersetzen.
Anstatt nach Cybora zurückzukehren, beschließen die Kinder ihren Tod zu inszenieren und unterzutauchen. Sie senden einen Notruf aus und versenken in einem theatralischen Akt den Fragmentraumer in der Chromosphäre einer Sonne. Vor den Augen der Schiffsbesatzung der Terranischen Union lassen sie die Posbis Plasmaladungen zünden und versetzen das Schiff mittels Gedankenkraft in den Hyperraum. Alle glauben, die Kinder seien tot und verlassen das System. Doch der Fragmentraumer taucht aus der Sonne wieder hervor. Die Kinder sind nun auf sich gestellt und ahnen, dass ihre geistige Verbindung möglicherweise so mächtig ist, dass sie die Kontrolle darüber verlieren könnten, mit allen Konsequenzen.

Man merkt der Handlungszusammenfassung an, dass in dem Roman nicht allzu viel passiert. Rüdiger Schäfer bedient sich nur zweier Perspektiven, der von Thora und der von Lyrie – eines der sieben entführten Kinder. Man bekommt also jede Menge Innenansichten präsentiert und viele weise Gedanken. Was in den meisten Romanen des Autors gut umgesetzt ist, funktioniert bei diesem gar nicht. Der Roman las sich so zäh wie ein Telefonbuch. Ich schleppte mich von Kapitel zu Kapitel, doch statt neuer abwechslungsreicher Informationen erhielt ich immer wieder die gleichen blumigen Beschreibungen der Gefühlswelt von Lyrie und des sogenannten Konnektivs, was die Kinder ausgebildet haben. Eine eher esoterische statt bodenständige Verbindung, deren Art und Entstehung nicht erklärt wird.

Der Posbi PATR-CX17, genannt Patch, der das Mädchen auf Schritt und tritt begleitet, klingt in Tonfall und Ausdrucksweise wie C-3PO aus den Star Wars-Filmen. Ohnehin agieren die Kinder eher wie Erwachsene. Sie sind 13 Jahre alt und haben weder Heimweh noch übermäßige Angst. Im Gegenteil, sie fällen eine höchst logische Entscheidung und inszenieren ihren Tod, um den medizinisch psychologischen Untersuchungen auf ihrer Heimatwelt zu entgehen. Dabei werden diejenigen, die das vielleicht nicht möchten, mittels des Konnektivs auf Linie gebracht. Das fand ich nicht gut und auch nicht glaubhaft. Klar mögen diese Kinder nach ihrer Geburt mental verändert worden sein, aber es sind trotzdem noch Kinder. Ich finde das Ruben Wickenhäuser sie in Band 370 kindgerechter geschildert hat. Man hat von ihm mehr über die einzelnen Jungen und Mädchen erfahren, als durch Rüdiger Schäfer.

Thora auf Mission – eine Arkonidenmutter sucht nach ihrer Tochter und agiert knallhart, als sie die Entführer in die Finger bekommt. Das hat mir gut gefallen und ich hätte mir für diesen Handlungsstrang mehr Raum gewünscht. Denn er wird groß und spannend aufgebaut, um plötzlich einfach so zu enden. Ich hatte angenommen, das Thora und Nathalie auf dem Rückflug ins Solsystem noch mal angegriffen werden, aber sie kommen problemlos bei NATHAN an und treffen sich mit Perry Rhodan zum »Kaffeekränzchen«. Da war ich etwas enttäuscht.

So richtig aufgewacht bin ich erst im letzten Drittel des Romans, als auf dem Fragmentraumer vor Lyrie plötzlich ein Nakk auftaucht. Doch das Auftauchen ist nur kurz und es wird schnell, meiner Meinung nach zu schnell, darüber hinweggegangen. Auch ein Versprechen, das im Roman nicht eingelöst wird.

»Jenseits der Stimmen« verspricht viel und löst nur wenig davon ein. Zumindest was meinen Wünsche an einen NEO-Roman angeht. Rüdiger Schäfer schreibt gewohnt gefühlsbetont, kann mich dieses Mal aber nicht packen. Es waren mir einfach zu viele Innenansichten und ein zu wenig an Handlung.

Roi Danton auf Speed

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO BAND 371 – »Theater des Wahnsinns« Stefan Pannor & Olaf Brill

Die Cyboraner hatten versucht, den Inhalt des Vario-500 und damit das Bewusstsein von Roi Danton in die Positroniknetze des Planeten zu laden. Das führte zu einem totalen Chaos. Perry Rhodan kann nur mit viel Glück und unter Einsatz seines Lebens den Vario-500 vom Netz trennen. Die Regierungschefin Cyboras Hochkonsulin Sevenray gibt dem Vario-500 die Schuld für das Choas und fordert dessen Zerstörung.
Währenddessen tobt auf dem Planeten ein Krieg gegen die angreifenden Posbis, der viele Opfer unter den Cyboranern fordert. Die Roboter sind kaum aufzuhalten und gehen gnadenlos gegen die Menschen vor.
Perry Rhodan kann mit Hilfe der Cyboraner mentalen Kontakt zu Roi Dantons Bewusstsein aufnehmen. Im Theater des Wahnsinns, das in Rois Bewusstsein tobt, erhält er wertvolle Informationen über die Maschinenwesen, die Cybora angegriffen und mehrere Kinder entführt haben. Mit dieser Information kann der Angriff planetenweit gestoppt werden.
Mit Unterstützung von Reginald Bull gelingt es Rhodan, den Vario-500 auf das cyboranische Frachtschiff GODSPEED lll zu verfrachten, um ihn auf dem Erdmond in Sicherheit zu bringen. Doch kurz nach dem Start stellt sich ihnen ein Tesserakt der Posbis entgegen. Der Posbi Algron fordert die Besatzung der GODSPEED lll auf, den Vario-500 nach Makko zu schaffen. Der Kapitän der GODSPEED lll wird von Rhodan überredet, sich dem Befehl zu widersetzen, bis er von Dantons Bewusstsein mittels Mentalkontakt erfahren hat, warum die Posbis ihn haben wollen.
Sie tricksen den Tesserakt aus und springen ins Solsystem, wo sie in der Ortschen Wolke stranden. Dantons verwirrtem Bewusstsein ist es gelungen, die Schiffssysteme zu übernehmen und den Funk auszuschalten. Da treffen drei Raumschiffe der Anderposbis ein und nehmen die GODSPEED lll ins Visier. Nach der Frage »Seid ihr neues Leben« fordern auch sie die Herausgabe von Dantons Bewusstsein. Rhodan stellt zum wiederholten Mal einen Mentalkontakt zu Danton her, um an ihn zu appellieren, die Kontrolle über die Schiffssysteme zurückzugeben. Er erfährt, dass Danton im Körper des Vario-500 auf Zwottertracht entführt wurde und auf eine Dunkelwelt der Posbis gebracht wurde. Hier traf er Rhodans Sohn Thomas in dessen Körper er einst gesteckt hatte. Der ist auf NATHAN und Danton nicht gut zu sprechen und hat sich zum Anführer einiger Posbis gemacht, den sogenannten Anderposbis, und greift nun jeden an, der mit NATHAN kooperiert. Mit dieser Erkenntnis kann Rhodan die Angreifer überzeugen, abzudrehen. Der GODSPEED lll kommen zwei Schiffe der Terranischen Flotte zu Hilfe, die Danton – inzwischen komplett verrückt geworden – beschießt. Da taucht der Tesserakt mit Algron wieder auf und bringt alle zusammen nach Luna.

Uff! In dem Roman stecken sehr viele neue Informationen. Es gibt also zwei Posbigruppen. Von den Anderposbis ist Thomas Rhodan da Zoltral der Anführer und diese richten sich gegen die Menschen. Dass mit Rhodans Sohn wäre ein echter Knüller gewesen, wenn die PR-Redaktion nicht Tage vorher schon ein Video mit Thomas Rhodan gepostet und somit die NEO-Fans massiv gespoilert hätten. Sehr ungeschicktes Timing.

Roi Dantons Erinnerungen und seine geistige Verfassung sind sehr glaubhaft geschildert. Ich nehme an, dass Olaf Brill diese Kapitel geschrieben hat, während Stefan Pannor für den Handlungsstrang um Perry Rhodan verantwortlich war. Mich hat ein bisschen der Kapitän der GODSPEED lll genervt, der jedes Mal mit Rhodan darüber diskutiert, wer das Sagen hat und ob Rhodans Entscheidungen richtig sind. Warum hat Reginald Bull ihm kein Beiboot der TERRANIA II gegeben? Warum musste es unbedingt ein Frachtraumer der Cyboraner sein? Man musste doch damit rechnen, dass die Cyboraner sich querstellen.

Was ich auch nicht verstehe, warum Rhodan Algron misstraut, denn er zeigt keinerlei Aggression und scheint offensichtlich auf der Seite der Menschen zu stehen. Da war NATHANs Misstrauen den Posbis gegenüber wohl zu ansteckend. So hätte man sich zumindest das Versteckspiel in der Ortschen Wolke sparen können.

Nach dem hervorragenden Staffeleinstieg fällt »Theater des Wahnsinns« zwar etwas ab. Dafür bleibt die Handlung sehr schön bodenständig, sieht man vom Mentalkontakt zwischen Rhodan und Danton ab. Aber ein bisschen Sense of Wonder muss sein.

Perry der Rasenmähermann

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 370 – »Die Kinder von Cybora« von Ruben Wickenhäuser

Vor dreizehn Jahren verschwanden sämtliche Posbis von der Erde und den Kolonien der Menschheit, eingeschlossen diejenigen, die bei NATHAN auf dem Erdmond residierten. Die künstliche Mond-Intelligenz beauftragt Perry Rhodan damit einem mysteriösen Notruf von Cybora nachzugehen. Auch Protektor Reginald Bull erhält die Nachricht, dass Unbekannte die terranische Kolonie attackieren. Beide eilen mit einem Kampfverband nach Cybora.
Bei den Angreifern handelt es sich um Roboterwesen, die es auf sieben besondere cyboranische Kinder abgesehen haben. Die gleichen Kinder, die schon vor dreizehn Jahren von Posbis entführt worden waren. Während die Regierungchefin nach anfänglicher Ablehnung Bull beauftragt, die entführten Kinder zu finden, entdeckt Rhodan, wer den Notruf gesendet hatte. Es war sein alter Weggefährte Roi Danton. Aber die Cyboraner haben Danton, dessen Bewusstsein einst in einen Roboterkörper transferiert wurde, mit dem Positroniknetz des Planeten verbunden – was auf ganz Cybora zu Chaos führt.
Derweil macht sich Thora auf die Suche nach ihrer Tochter Nathalie, die aus ihrem Krankenbett im Lakeside Institut abgehauen ist.

Ruben Wickenhäusers Romane sind wie eine Wundertüte, man weiß nie ob einen der Inhalt begeistert oder nicht. Bei diesem Roman ist definitiv das erstere der Fall. Ich habe noch nie einen so strukturierten NEO von ihm gelesen. Da passen das Tempo, die Abläufe sind logisch und die Figuren stimmig charakterisiert. Es gibt keine von der Haupthandlung getrennte Nebenhandlung, alles läuft fast von allein ineinander über. So muss ein Staffeleinstieg sein.

Die Bodenständigkeit ist zurück. Die Geschichte liest sich wie NEO zu seinen besten Zeiten. Besonders gefallen hat mir das innenpolitische Geplänkel. Protektor Reginald Bull muss sich vorm Ersten Terraner Aurelian Voss für die Ausgaben der Flotte rechtfertigen und wird in seinen Freiheiten stark beschnitten. Es ist wie im realen Leben, da steht die Bürokratie dem Abenteuer im Wege. Ich habe mich großartig darüber amüsiert.

Ebenso musste ich schmunzeln, wie der Privatmann Perry Rhodan sich langweilt und seine Frau Thora herumerzählt, er würde gern den Rasen rund um seinen Bungalow am Goshunsee mähen. Das Bild bekomme ich so schnell nicht wieder aus dem Kopf. Dabei haben die Rhodan da Zoltras gerade ein ernstes Problem mit Tochter Nathalie. Die leidet seit der Rückkehr aus dem Universum der Laren, an manisch depressiven Schüben. Die Behandlung im Lakeside Institut scheint jedoch nicht erfolgreich und Nathalie fühlt sich von ihren Eltern vernachlässigt. Die Erkenntnis kommt ein bisschen spät, schließlich war sie es, die sich aus dem Staub gemacht hat und ihre Eltern zurückließ. Das ist das einzige im Roman, was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Die Handlung um Nathalie nimmt aber nur den Anfang des Romans ein.

Sehr schön fand ich die Kapitel um die sieben Kinder, die offensichtlich erweiterte mentale Fähigkeiten besitzen und geistig untereinander verbunden sind. Was hinter ihrer Entführung steckte, war in NEO 365 von Stefan Pannor in der vergangen Staffel nicht aufgeklärt worden. Insofern finde ich schön, wie an die Geschichte hier angeknüpft wird. Allerdings ist mir erst da aufgefallen, dass nach Rhodans Rückkehr etwa zwölf bis dreizehn Jahre vergangen sind. Da hätte vielleicht ein dezenter Hinweis am Beginn des Romans geholfen.

»Die Kinder von Cybora« ist der perfekte Einstieg in die neue Staffel und vielleicht auch in die NEO-Serie. Ruben Wickenhäuser hat einen sehr guten Roman geliefert, wenn nicht gar seinen bisher besten bei NEO. Es bleibt zu hoffen, dass die Handlung weiter so bodenständig und strukturiert weitergeht.