Kinder, Posbis und ein Sternenschwarm

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 373 – »Mission Kristallberg« von Marlene von Hagen

Die durchdrehende Nathalie Rhodan da Zoltral hält ihre Eltern Perry und Thora sowie die Sicherheitschefin der AENEAS auf Trapp. Nachdem die Besatzung seltsame Hypersignale aus einem Sonnensystem am Rande der Lokalen Blase empfangen hat, versucht Nathalie das Schiff mit allen Mitteln zu verlassen, dabei wendet sie sogar Telekinese an. Perry Rhodan und seine Frau Thora drängen den Kommandanten der AENEAS sie und ihre gemeinsame Tochter Nathalie auf den bislang unerforschten Planeten im Nerythsystem abzusetzen. Auf der Suche nach der Quelle der Hypersignale erklimmen sie den dort befindlichen Kristallberg und treffen überraschend auf die sieben Cybora-Kinder.
Die Kinder haben nach ihrem vorgetäuschten Tod keinen Plan, wie es weitergehen soll. Der Empfang des Hypersignals ist eine willkommene Abwechslung von der sie sich eine Idee für die Zukunft erhoffen. Doch der Ausflug auf den fremden Planeten geht gründlich schief. Zwei der vier Shuttles stürzen ab. Die mitgereisten Posbis versuchen die Kinder vor eventuellen Gefahren zu beschützen und einige opfern sogar ihre Existenz. In einer Kaverne stoßen sie nicht nur auf eine insektoide Spezies, die sie als Götter verehren, sondern auch auf den Sternenschwarm von dem die Hypersignale ausgehen. Die Projektion hat eine hypnotische Wirkung, von der eine Gefahr für die Kinder auszugehen scheint. Nur durch das Eingreifen von Nathalie, die mit dem Sternenschwarm kommunizieren kann, verliert das Phänomen seine Wirkung auf die Kinder.

In dem Chaos, das Nathalies Eingreifen auslöst, können die Sieben zusammen mit den Posbis fliehen. Bis Perry Rhodan und seine Familie zurück auf der AENEAS ist, hat der Fragmentraumer der Posbis das System bereits verlassen. Zumindest haben die Terraner nun erfahren, dass die Entführten noch am Leben sind.

Raumschiffe, Roboter, Dschungel und Höhlen – alles Dinge, die in der NEO-Serie beliebt sind, finden sich in diesem Roman. Der bunte Mix ist gut zu lesen und die Kinder werden von der Autorin auch wirklich wie Kinder beschrieben und nicht wie kleine Erwachsene. Dass sie sich von den Posbis lieber einen Kletterparcours bauen lassen, als vernünftige sanitäre Anlagen ist durchaus glaubhaft. Auch die Zweifel von einigen, ob die Entscheidung ihren Tod vorzutäuschen wirklich richtig war, zeigt Marlene von Hagen mit großem Gespür für die Psyche von Kindern.

Nicht so gut fand ich die Kapitel über die Sicherheitschefin der AENEAS, Elina Darvos. Mal davon abgesehen, dass sie mir ein bisschen zu militant war. Ihr Narkoknüppel saß jedenfalls ziemlich locker und ihre anderen Waffen auch. Sie sagt, dass sie nur an den Posten der Sicherheitschefin kam, weil andere gescheitert waren. Sie sieht es nicht als ihren Verdienst an, sondern hadert mit Selbstzweifeln. Auch der Spruch ihres Ausbilders, dass sie als Frau zu emotional für einen Job bei der Sicherheit ist … Echt jetzt? Die Geschichte spielt im 25. Jahrhundert. Wenn die Menschen dann immer noch so antiquiert denken, wie wollen sie in der galaktischen Gemeinschaft klarkommen. Nein, ich denke, dass das zu jenem Zeitpunkt keine Rolle mehr spielen wird. Wenn nicht, wäre die Menschheit nie so weit gekommen.

All zu viel passiert in dem Roman nicht, außer das wieder ein Nakk auftaucht. Selbst dieser mysteriöse Sternenschwarm verschwindet schnell wieder in der Versenkung, so dass man ihn schneller vergisst, als ein Posbi sich individualisieren kann. Die skurrilen kleinen Roboter, die Marlene von Hagen den Kinder zur Seite stellt, vergisst man definitiv nicht. Ein Posbi im Uhu-Kleid, eine kleine Anspielung an Ruben Wickenhäuser (von denen es im Roman noch sehr viel mehr gibt) und ein Medo-Posbi namens Hildegard (nach Hildegard von Bingen), mangelnde Kreativität kann man der Autorin nicht nachsagen. Ich beginne mich aber inzwischen ernsthaft zu fragen, wo die Reise bzw. die Staffelhandlung hingehen wird. Lassen wir uns überraschen.

»Mission Kristallberg« hat mich auf einer Zugfahrt gut unterhalten. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen, was man vom Vorgängerroman nicht sagen konnte. Insofern kann ich diesen NEO guten Gewissens empfehlen.

Umweltangepasste in der SOL

Warum es hier in den letzten Wochen so ruhig war, lag unteranderem daran, dass ich die SOL 121 auf den Weg gebracht habe. Mit 76 Seiten ist sie dieses Mal fast zehn Seiten dicker als normal. Was bedeutet, dass ich auch deutlich mehr Arbeit damit hatte. Aber was macht man nicht alles für die Mitglieder der PRFZ.

Wie ist das, wenn Menschen auf einem fremden Planeten siedeln wollten, dessen Umweltbedingungen sich von denen auf der Erde extrem unterscheiden? Diese Frage wird im Schwerpunkt der ersten SOL-Ausgabe im Jahr 2026 beantwortet.

Stefan Wepil stellt mit Zhygor eine solche fremde Welt vor. Norbert Fiks und Frank G. Gerigk beschäftigen sich mit Sternen im Allgemeinen und den Plejaden im Besonderen.

Aus der Fanszene stellt Dieter Reich das Rollenspiel »Varynkor« vor und Dieter Bohn unterhält mit einer sehr lustigen STELLARIS-Kurzgeschichte.

Für alle, die wissen wollen, was sich inhaltlich bei PERRY RHODAN in der zweiten Hälfte 2025 getan hat, gibt es die Besprechungen zur Hauptserie, den Silberbänden und zu NEO. Außerdem sprechen wir mit dem Neuen in der PERRY RHODAN-Redaktion – Adnan Turan.

Das Titelbild zeigt den Planeten Ertrus und stammt von Robert Schweizer-Haubrich, der noch weitere schöne Illustrationen zum Schwerpunkt geliefert hat.

Nur noch wenige Tage und die SOL 121 wird in den Briefkästen der Mitglieder landen.

Zwischen Herzgeflecht und Arkonidenmutter

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 372 – »Jenseits der Stimmen« von Rüdiger Schäfer

Thora folgt der Spur ihrer Tochter Nathalie nach Olymp. Die wurde anscheinend von den Mehandor entführt, die sie an das Ava-Tor-Konsortium verkaufen wollen. Mit Hilfe des terranischen Geheimdienstes SolAb kann die Arkonidin die Mehandor-Matriarchin und ihre Sippe überwältigen und ihre Tochter befreien. Beide kehren wohlbehalten ins Solsystem zurück, wo sie auf dem Mond mit NATHAN und Perry Rhodan zusammentreffen. Da erreicht sie der Notruf eines Posbiraumers, auf dem sich die entführten cyboranischen Kinder befinden.
Die sieben Kinder wurden auf einen Fragmentraumer der Posbis verfrachtet und sollten nach Pharaduat, der Heimatwelt des Zentralplasmas Anich, gebracht werden. Doch etwas an Bord sorgt dafür, dass sich die Kinder geistig zusammenschließen und letztendlich die Posbis und den Fragmentraumer kontrollieren können. Selbst das Herzgeflecht des Fragmentraumers kann sich den geistigen Kräften der Sieben nicht widersetzen.
Anstatt nach Cybora zurückzukehren, beschließen die Kinder ihren Tod zu inszenieren und unterzutauchen. Sie senden einen Notruf aus und versenken in einem theatralischen Akt den Fragmentraumer in der Chromosphäre einer Sonne. Vor den Augen der Schiffsbesatzung der Terranischen Union lassen sie die Posbis Plasmaladungen zünden und versetzen das Schiff mittels Gedankenkraft in den Hyperraum. Alle glauben, die Kinder seien tot und verlassen das System. Doch der Fragmentraumer taucht aus der Sonne wieder hervor. Die Kinder sind nun auf sich gestellt und ahnen, dass ihre geistige Verbindung möglicherweise so mächtig ist, dass sie die Kontrolle darüber verlieren könnten, mit allen Konsequenzen.

Man merkt der Handlungszusammenfassung an, dass in dem Roman nicht allzu viel passiert. Rüdiger Schäfer bedient sich nur zweier Perspektiven, der von Thora und der von Lyrie – eines der sieben entführten Kinder. Man bekommt also jede Menge Innenansichten präsentiert und viele weise Gedanken. Was in den meisten Romanen des Autors gut umgesetzt ist, funktioniert bei diesem gar nicht. Der Roman las sich so zäh wie ein Telefonbuch. Ich schleppte mich von Kapitel zu Kapitel, doch statt neuer abwechslungsreicher Informationen erhielt ich immer wieder die gleichen blumigen Beschreibungen der Gefühlswelt von Lyrie und des sogenannten Konnektivs, was die Kinder ausgebildet haben. Eine eher esoterische statt bodenständige Verbindung, deren Art und Entstehung nicht erklärt wird.

Der Posbi PATR-CX17, genannt Patch, der das Mädchen auf Schritt und tritt begleitet, klingt in Tonfall und Ausdrucksweise wie C-3PO aus den Star Wars-Filmen. Ohnehin agieren die Kinder eher wie Erwachsene. Sie sind 13 Jahre alt und haben weder Heimweh noch übermäßige Angst. Im Gegenteil, sie fällen eine höchst logische Entscheidung und inszenieren ihren Tod, um den medizinisch psychologischen Untersuchungen auf ihrer Heimatwelt zu entgehen. Dabei werden diejenigen, die das vielleicht nicht möchten, mittels des Konnektivs auf Linie gebracht. Das fand ich nicht gut und auch nicht glaubhaft. Klar mögen diese Kinder nach ihrer Geburt mental verändert worden sein, aber es sind trotzdem noch Kinder. Ich finde das Ruben Wickenhäuser sie in Band 370 kindgerechter geschildert hat. Man hat von ihm mehr über die einzelnen Jungen und Mädchen erfahren, als durch Rüdiger Schäfer.

Thora auf Mission – eine Arkonidenmutter sucht nach ihrer Tochter und agiert knallhart, als sie die Entführer in die Finger bekommt. Das hat mir gut gefallen und ich hätte mir für diesen Handlungsstrang mehr Raum gewünscht. Denn er wird groß und spannend aufgebaut, um plötzlich einfach so zu enden. Ich hatte angenommen, das Thora und Nathalie auf dem Rückflug ins Solsystem noch mal angegriffen werden, aber sie kommen problemlos bei NATHAN an und treffen sich mit Perry Rhodan zum »Kaffeekränzchen«. Da war ich etwas enttäuscht.

So richtig aufgewacht bin ich erst im letzten Drittel des Romans, als auf dem Fragmentraumer vor Lyrie plötzlich ein Nakk auftaucht. Doch das Auftauchen ist nur kurz und es wird schnell, meiner Meinung nach zu schnell, darüber hinweggegangen. Auch ein Versprechen, das im Roman nicht eingelöst wird.

»Jenseits der Stimmen« verspricht viel und löst nur wenig davon ein. Zumindest was meinen Wünsche an einen NEO-Roman angeht. Rüdiger Schäfer schreibt gewohnt gefühlsbetont, kann mich dieses Mal aber nicht packen. Es waren mir einfach zu viele Innenansichten und ein zu wenig an Handlung.

Roi Danton auf Speed

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO BAND 371 – »Theater des Wahnsinns« Stefan Pannor & Olaf Brill

Die Cyboraner hatten versucht, den Inhalt des Vario-500 und damit das Bewusstsein von Roi Danton in die Positroniknetze des Planeten zu laden. Das führte zu einem totalen Chaos. Perry Rhodan kann nur mit viel Glück und unter Einsatz seines Lebens den Vario-500 vom Netz trennen. Die Regierungschefin Cyboras Hochkonsulin Sevenray gibt dem Vario-500 die Schuld für das Choas und fordert dessen Zerstörung.
Währenddessen tobt auf dem Planeten ein Krieg gegen die angreifenden Posbis, der viele Opfer unter den Cyboranern fordert. Die Roboter sind kaum aufzuhalten und gehen gnadenlos gegen die Menschen vor.
Perry Rhodan kann mit Hilfe der Cyboraner mentalen Kontakt zu Roi Dantons Bewusstsein aufnehmen. Im Theater des Wahnsinns, das in Rois Bewusstsein tobt, erhält er wertvolle Informationen über die Maschinenwesen, die Cybora angegriffen und mehrere Kinder entführt haben. Mit dieser Information kann der Angriff planetenweit gestoppt werden.
Mit Unterstützung von Reginald Bull gelingt es Rhodan, den Vario-500 auf das cyboranische Frachtschiff GODSPEED lll zu verfrachten, um ihn auf dem Erdmond in Sicherheit zu bringen. Doch kurz nach dem Start stellt sich ihnen ein Tesserakt der Posbis entgegen. Der Posbi Algron fordert die Besatzung der GODSPEED lll auf, den Vario-500 nach Makko zu schaffen. Der Kapitän der GODSPEED lll wird von Rhodan überredet, sich dem Befehl zu widersetzen, bis er von Dantons Bewusstsein mittels Mentalkontakt erfahren hat, warum die Posbis ihn haben wollen.
Sie tricksen den Tesserakt aus und springen ins Solsystem, wo sie in der Ortschen Wolke stranden. Dantons verwirrtem Bewusstsein ist es gelungen, die Schiffssysteme zu übernehmen und den Funk auszuschalten. Da treffen drei Raumschiffe der Anderposbis ein und nehmen die GODSPEED lll ins Visier. Nach der Frage »Seid ihr neues Leben« fordern auch sie die Herausgabe von Dantons Bewusstsein. Rhodan stellt zum wiederholten Mal einen Mentalkontakt zu Danton her, um an ihn zu appellieren, die Kontrolle über die Schiffssysteme zurückzugeben. Er erfährt, dass Danton im Körper des Vario-500 auf Zwottertracht entführt wurde und auf eine Dunkelwelt der Posbis gebracht wurde. Hier traf er Rhodans Sohn Thomas in dessen Körper er einst gesteckt hatte. Der ist auf NATHAN und Danton nicht gut zu sprechen und hat sich zum Anführer einiger Posbis gemacht, den sogenannten Anderposbis, und greift nun jeden an, der mit NATHAN kooperiert. Mit dieser Erkenntnis kann Rhodan die Angreifer überzeugen, abzudrehen. Der GODSPEED lll kommen zwei Schiffe der Terranischen Flotte zu Hilfe, die Danton – inzwischen komplett verrückt geworden – beschießt. Da taucht der Tesserakt mit Algron wieder auf und bringt alle zusammen nach Luna.

Uff! In dem Roman stecken sehr viele neue Informationen. Es gibt also zwei Posbigruppen. Von den Anderposbis ist Thomas Rhodan da Zoltral der Anführer und diese richten sich gegen die Menschen. Dass mit Rhodans Sohn wäre ein echter Knüller gewesen, wenn die PR-Redaktion nicht Tage vorher schon ein Video mit Thomas Rhodan gepostet und somit die NEO-Fans massiv gespoilert hätten. Sehr ungeschicktes Timing.

Roi Dantons Erinnerungen und seine geistige Verfassung sind sehr glaubhaft geschildert. Ich nehme an, dass Olaf Brill diese Kapitel geschrieben hat, während Stefan Pannor für den Handlungsstrang um Perry Rhodan verantwortlich war. Mich hat ein bisschen der Kapitän der GODSPEED lll genervt, der jedes Mal mit Rhodan darüber diskutiert, wer das Sagen hat und ob Rhodans Entscheidungen richtig sind. Warum hat Reginald Bull ihm kein Beiboot der TERRANIA II gegeben? Warum musste es unbedingt ein Frachtraumer der Cyboraner sein? Man musste doch damit rechnen, dass die Cyboraner sich querstellen.

Was ich auch nicht verstehe, warum Rhodan Algron misstraut, denn er zeigt keinerlei Aggression und scheint offensichtlich auf der Seite der Menschen zu stehen. Da war NATHANs Misstrauen den Posbis gegenüber wohl zu ansteckend. So hätte man sich zumindest das Versteckspiel in der Ortschen Wolke sparen können.

Nach dem hervorragenden Staffeleinstieg fällt »Theater des Wahnsinns« zwar etwas ab. Dafür bleibt die Handlung sehr schön bodenständig, sieht man vom Mentalkontakt zwischen Rhodan und Danton ab. Aber ein bisschen Sense of Wonder muss sein.

Perry der Rasenmähermann

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 370 – »Die Kinder von Cybora« von Ruben Wickenhäuser

Vor dreizehn Jahren verschwanden sämtliche Posbis von der Erde und den Kolonien der Menschheit, eingeschlossen diejenigen, die bei NATHAN auf dem Erdmond residierten. Die künstliche Mond-Intelligenz beauftragt Perry Rhodan damit einem mysteriösen Notruf von Cybora nachzugehen. Auch Protektor Reginald Bull erhält die Nachricht, dass Unbekannte die terranische Kolonie attackieren. Beide eilen mit einem Kampfverband nach Cybora.
Bei den Angreifern handelt es sich um Roboterwesen, die es auf sieben besondere cyboranische Kinder abgesehen haben. Die gleichen Kinder, die schon vor dreizehn Jahren von Posbis entführt worden waren. Während die Regierungchefin nach anfänglicher Ablehnung Bull beauftragt, die entführten Kinder zu finden, entdeckt Rhodan, wer den Notruf gesendet hatte. Es war sein alter Weggefährte Roi Danton. Aber die Cyboraner haben Danton, dessen Bewusstsein einst in einen Roboterkörper transferiert wurde, mit dem Positroniknetz des Planeten verbunden – was auf ganz Cybora zu Chaos führt.
Derweil macht sich Thora auf die Suche nach ihrer Tochter Nathalie, die aus ihrem Krankenbett im Lakeside Institut abgehauen ist.

Ruben Wickenhäusers Romane sind wie eine Wundertüte, man weiß nie ob einen der Inhalt begeistert oder nicht. Bei diesem Roman ist definitiv das erstere der Fall. Ich habe noch nie einen so strukturierten NEO von ihm gelesen. Da passen das Tempo, die Abläufe sind logisch und die Figuren stimmig charakterisiert. Es gibt keine von der Haupthandlung getrennte Nebenhandlung, alles läuft fast von allein ineinander über. So muss ein Staffeleinstieg sein.

Die Bodenständigkeit ist zurück. Die Geschichte liest sich wie NEO zu seinen besten Zeiten. Besonders gefallen hat mir das innenpolitische Geplänkel. Protektor Reginald Bull muss sich vorm Ersten Terraner Aurelian Voss für die Ausgaben der Flotte rechtfertigen und wird in seinen Freiheiten stark beschnitten. Es ist wie im realen Leben, da steht die Bürokratie dem Abenteuer im Wege. Ich habe mich großartig darüber amüsiert.

Ebenso musste ich schmunzeln, wie der Privatmann Perry Rhodan sich langweilt und seine Frau Thora herumerzählt, er würde gern den Rasen rund um seinen Bungalow am Goshunsee mähen. Das Bild bekomme ich so schnell nicht wieder aus dem Kopf. Dabei haben die Rhodan da Zoltras gerade ein ernstes Problem mit Tochter Nathalie. Die leidet seit der Rückkehr aus dem Universum der Laren, an manisch depressiven Schüben. Die Behandlung im Lakeside Institut scheint jedoch nicht erfolgreich und Nathalie fühlt sich von ihren Eltern vernachlässigt. Die Erkenntnis kommt ein bisschen spät, schließlich war sie es, die sich aus dem Staub gemacht hat und ihre Eltern zurückließ. Das ist das einzige im Roman, was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Die Handlung um Nathalie nimmt aber nur den Anfang des Romans ein.

Sehr schön fand ich die Kapitel um die sieben Kinder, die offensichtlich erweiterte mentale Fähigkeiten besitzen und geistig untereinander verbunden sind. Was hinter ihrer Entführung steckte, war in NEO 365 von Stefan Pannor in der vergangen Staffel nicht aufgeklärt worden. Insofern finde ich schön, wie an die Geschichte hier angeknüpft wird. Allerdings ist mir erst da aufgefallen, dass nach Rhodans Rückkehr etwa zwölf bis dreizehn Jahre vergangen sind. Da hätte vielleicht ein dezenter Hinweis am Beginn des Romans geholfen.

»Die Kinder von Cybora« ist der perfekte Einstieg in die neue Staffel und vielleicht auch in die NEO-Serie. Ruben Wickenhäuser hat einen sehr guten Roman geliefert, wenn nicht gar seinen bisher besten bei NEO. Es bleibt zu hoffen, dass die Handlung weiter so bodenständig und strukturiert weitergeht.

Ende und Anfang eines Universums

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 369 – »Das Konzil« von Rüdiger Schäfer

Nach seinem Zusammenbruch wird Perry Rhodan Zeuge der Lebensgeschichte des letzten Zgmahkonen Dramoth. In einem Universum vor dem der Menschen erkennen die Bewohner, dass ihr Universum sterben wird. Sie beschließen, sich in das Nachfolgeuniversum zu retten. Wissenschaftler aus sieben fortschrittlichen Zivilisationen, dem Konzil der Sieben, entwickeln eine Möglichkeit Teile ihrer Galaxie in Granulone zu verkapseln und von ihrem sterbenden Universum zu trennen.
Dramoth als führender Wissenschaftler ist bereit, sich während eines Testlaufs für das Projekt zu opfern. Doch die Strahlung, die ihn trifft, tötet ihn nicht, sondern wandelt seine Körperstruktur um. Er wird unsterblich und erlebt das Ende seines Universums und die Geburt eines neuen Universums mit. Doch das Projekt hat fatale Folgen für das junge Universum, bei dem es sich um das uns bekannte NEOversum handelt. Dieser Geburtsfehler erklärt die unzähligen kosmischen Bedrohungen, gegen die Perry Rhodan und die Menschheit in der Vergangenheit zu kämpfen hatten. Vom Creaversum über Catron bis zur Symaios, für all diese Phänomene liegt die Ursache in der von den Granulonen gestörten Geburt des Universums.
Dramoth erkennt das und möchte es am liebsten rückgängig machen, doch die Zgmakohnen sind während ihrer Isolation im Granulon ausgestorben. Das Konzil der Sieben ist zerfallen. Es gibt niemandem, der ihm helfen kann. Außerdem planen die Laren den Durchbruch ins Einsteinuniversum, in dem sie die Frequenz des Quantenflimmerns des Einsteinraums ihrem eigenen anpassen. Durch den Kollaps des Vela-Pulsars ist die Verbindung zwar unterbrochen, doch die Laren könnten Mittel und Wege finden, sie wieder herzustellen und die Milchstraßenvölker zu bedrohen.
Dramoth tritt dem todkranken Perry Rhodan gegenüber und warnt ihn, dass die Gefahr durch die Laren keineswegs vorüber ist. In einem letzten großen Akt überträgt er seine Lebensenergie auf den sterbenden Terraner, dann findet der unsterbliche Zgmakohne seine letzte Ruhe.
Perrys Körper regeneriert sich schnell und bald sieht er sich mit dem Aufstand der Posbis in der Lokalen Blase der nächsten Katastrophe gegenüber.

Wow! Was für eine komplexe Erzählung. Ich mag ja die technischen und wissenschaftlichen Erläuterungen von Rüdiger Schäfer sehr. Er hat sich fundiertes Wissen über die Entstehung des Kosmos angeeignet und lässt uns nun in großer Detailtreue daran teilhaben. Allein für die Darstellung der Zivilisation der Zgmakohnen hätte er einen Literaturpreis verdient. Das klingt fremdartig und vertraut zu gleich. Aber manchen Leser könnte die Vielzahl an Fremdwörtern und das Technobabble abschrecken, weil es eine hohe Konzentration beim Lesen erfordert.

Die Zitate, die der Autor seinen Protagonisten in den Mund legt, zeugen von großer Klugheit und einem riesigen Erfahrungsschatz. Ebenso die philosophische Ansichten der fremden Gesellschaften. Mit den zwischenmenschlichen (bzw. zwischenspezies) Interaktionen kann mich der Autor ebenfalls einfangen. Ich stelle mir dabei immer die Frage, wie viel davon auf seinen eigenen Erfahrungen basiert.

Der Roman kommt ohne nennenswerte Aktion aus und nur mit einer beschränkten Anzahl an Dialogen, dennoch ist er zu keiner Zeit langweilig. Was beweist, dass es keine Raumschlachten oder Zweikämpfe und auch keine Dialoge benötigt, um eine spannende Geschichte zu erzählen. Die Spannung entsteht aus dem inneren Konflikt Dramoths, seinen Bedenken und seinen Schuldgefühlen.

Eines ist mir aber dann doch nicht so klar geworden. Rüdiger Schäfer schreibt zu Dramoth: »Seine Unsterblichkeit war nie ein Geschenk gewesen, sondern eine Funktion. Er blieb am Leben, solang die Granulone existierten – und die Granulone existierten, solang er am Leben blieb.«
Wenn er am Ende in Perrys Armen stirbt, sollte das nicht auch das Ende für die Granulone bedeuten? Und damit auch für die Bedrohung durch die Laren?

Die Zwischenkapitel aus der Sicht Thoras, gehen ebenfalls ans Herz. Da ist eine starke selbstbewusste Frau, die sich um ihren geliebten Mann sorgt und zugleich als Anführerin Zuversicht ausstrahlen muss. Ihre emotionale Zerrissenheit hat Rüdiger Schäfer sehr gut eingefangen und transportiert sie auf die Leser. Damit hat er mich nicht nur einmal im Roman zum Weinen gebracht.

»Das Konzil« setzt einen starken Schlussstrich unter eine eher schwache Staffel. Der Roman punktet, durch die vielen kosmologischen Details und eine starke emotionale Bindung an den Protagonisten. Der Roman erklärt zudem viele offene Fragen und setzt den Kosmologischen Entwicklungen des NEOversums ein vorläufiges Ende. Lesenswert ist der Roman auf alle Fälle.

Mein Staffelfazit

Vielleicht war die Bedrohung durch die Laren zu überdimensioniert. Sie lässt Perry und Co kaum eigene Angriffspunkte und keine Möglichkeiten zur Lösung der Probleme. Gefangen in einem fremden Teiluniversum mit übermächtigen Gegnern und ohne starke Verbündete hatten die Terraner von Anfang an keine Chance. Das daraus resultierende Flüchten, Verstecken, enttarnt werden und wieder Flüchten ist der einzige rote Faden zwischen den Geschichten.

Es gab ein paar gute Einzelromane, aber auch viele Schwachstellen. Die Ungereimtheiten innerhalb des Weltenbaus waren deutlich stärker ausgeprägt als in anderen Staffeln. Da scheint die Absprache untereinander nicht so richtig funktioniert haben. Woran man sehr gut erkennt, das PERRY RHODAN Teamarbeit ist und jeder seinen Teil zur Serie beitragen muss, damit sie reibungslos funktioniert. Das gilt bei NEO genauso wie bei der Hauptserie.

Außerdem merkte man den von Rüdiger Schäfer als »Übergangsstaffel« bezeichneten zehn Romanen an, welchen Einfluss Rainer Schorm auf die Serie gehabt hat und wie wichtig er für NEO in den vergangenen Jahren gewesen ist. Sein Ideenreichtum und die Fähigkeit das Große und Ganze im Blick zu behalten, fehlte und zementiert sich in dem chaotischen Verlauf der Pulsar-Staffel, bei der die Auflösung am Schluss die komplette Handlung erklärt. Anstatt, dass die einzelnen Romane eine Spur zum Finale legen zu lassen.

Nun, schauen wir nach vorn auf die nächste Phase der NEO-Serie mit dem neuen Expokratenteam Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt.

Ein NEO ohne Ausweg

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 368– »Universum ohne Ausweg« von Dietmar Schmidt

Perry Rhodan, seine Frau Thora und seine Tochter Nathalie versuchen gemeinsam mit Gucky, Aveline Celestaris und dem Laren Roctin-Par aus dem Hypergranulon der Laren zu entkommen. Doch die Flotte von Hotrena-Taak lässt ihnen und ihrem SVE-Raumer VINDICA keine Verschnaufpause. Als die Laren ihre Truppen um Xeitrass zusammenziehen, hoffen die Sechs unerkannt bis zum Stato und von dort aus ins Einsteinuniversum gelangen zu können.
Sie finden sich inmitten einer Raumschlacht zwischen Archontreuen Laren und rebellierenden Kanarshul wieder, dessen Anführer Roctin-Par seine Truppen im Kampf opfert, um Perry Rhodan und seinen Gefährten die Flucht zu ermöglichen. Das Auftauchen eines Raumschiffs der Zgmahkonen beendet die Schlacht kurzzeitig. Doch der Anführer der Laren Raskor-Maguul, lässt sich vom Konzilführer Dramoth nichts mehr befehlen und ignoriert die Drohungen zunächst.
Dann fliegt die Tarnung der VINDICA auf. Rhodan und die Flotte der Kanarshul müssen sich aus dem System zurückziehen. Ihre Flucht beginnt von vorn. Da ereilt sie ein Ruf von den Greikos, die Vogelartigen öffnen für die Menschen einen Bypass zum Stato. Doch die Laren Raskor-Maguul und Hotrena-Taak versuchen mit ihren Flotten Rhodans Flucht zu verhindern. Roctin-Par verheizt seine Truppen, um den Menschen die Flucht durch den entstehenden Hypertunnel in ihr angestammtes Universum zu ermöglichen. Aber erst das Eingreifen des Zgmahkonen Dramoth beendet die Schlacht. Nach der Drohung den Laren jegliche Konziltechnik zu entziehen, entschließen diese sich schließlich zum Rückzug.
Dramoth trifft sich mit Perry Rhodan und berührt ihn an der Stirn. Er zeigt Ehrfurcht vor dem Terraner und gibt ihm ein paar kryptische Warnungen mit auf dem Weg.
Die VINDICA fliegt schließlich durch das Wurmloch und landet im Einsteinraum in der Nähe des Vela-Pulsar. Der droht gerade von Hyperenergien aufgelöst zu werden. Sie versuchen sich schnellstmöglich zu entfernen, doch die Schiffssysteme versagen. Das Schiff löst sich nach und nach in dem ihm fremden Universum auf. In letzter Sekunde erscheint der Teleporter Ras Tschubai und bringt sie zur TERRANIA II. Kurz nach ihrer Ankunft fällt Perry Rhodan in ein rätselhaftes Koma. Er spricht: Mein Name ist Dramoth. Ich bin der letzte Zgmahkone.

Tarnen und täuschen, flüchten und verstecken, so geht das immer und immer wieder. Beinahe in jedem Roman waren Perry Rhodan und seine Begleiter auf der Flucht. Das ist nicht nur für den Terraner ermüdend, sondern auch für die Leser.

Zur Auflockerung gab es dieses Mal ein paar Raumschlachten zu bestaunen, die zwar sehr actionreich beschrieben werden, aber wenig zur Handlung beitragen. Genauso wenig wie die endlosen Schilderungen über die Larische Gesellschaft. Das wäre in Band eins oder zwei dieser Staffel noch interessant gewesen, ist im vorletzten Band jedoch völlig fehl am Platz. Möchte ich wirklich wissen, wie Roctin-Par riecht und warum er sich parfümiert? (Was er übrigens in keinem der Vorgängerromane gemacht hat.)

Endlich greifen die Zgmahkonen in den Konflikt ein und man fragt sich, warum sie die Laren so lange gewähren ließen? Schließlich scheinen sie technologisch weit überlegen zu sein. Vielleicht weil Dramoth offenbar der letzte und einzige Zgmahkone ist. Roctin-Par bleibt nun doch zurück, um den Widerstand gegen Raskor-Maguul weiterzuführen, obwohl seine Kanarshul Truppen arg dezimiert wurden.

Der Roman las sich bis auf die letzten zwanzig Seiten zäh wie Kaugummi. Ich war tatsächlich versucht, manche Kapitel einfach zu überblättern. Richtig spannend wird es erst, als Rhodan und Co das Hypergranulon verlassen und die VINDICA im Einsteinuniversum zu zerfallen droht. Da fiebert man mit und da kann auch der Autor seine Qualitäten zeigen.

Meine Motivation für NEO hat mit diesem Roman einen weiteren Dämpfer erlitten. Ich lese den letzten Band der Staffel nur, um herauszufinden, wer Dramoth ist und wie diese ganze Konzil-Sache zusammenhängt.

»Universum ohne Ausweg« fühlt sich streckenweise wie ein Roman ohne Ausweg an. Langwierig und langweilig wie ein Datenblatt, kann mich der Autor nur am Schluss mit einer spannenden Handlung fesseln.

Ein Jubiläum für die SOL

30 Jahre alt ist das SOL-Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale in diesem Jahr geworden. Die erste Ausgabe des Heftes wurde auf dem SinzigCon im Herbst 1995 verteilt. Im Januar 1996 wurde dann die erste offizielle Ausgabe an die Mitglieder verschickt.

Im November 2025 erschien die 120. Ausgabe und wir blicken darin zurück, wie alles angefangen hat. Jürgen Menge, der erste Chefredakteur der SOL, berichtet von den Schwierigkeiten der ersten Monate. Und weil es das letzte Heft des Jahres 2025 ist, liegt als Geschenk für die Mitglieder die erste Ausgabe der SOL bei, die im Januar 1996 erschienen ist.

Für Freunde der Statistik stellen wir in Tabellen und Diagrammen aus unserer Datenbank viele Eckdaten zur SOL vor. Wer hat die meisten Interviews gegeben und wer die meisten Titelbilder gezeichnet? Das und noch vieles mehr erfahrt ihr im Schwerpunkt des Heftes.
Außerdem haben wir Kai Hirdt zu seinem neuen Job als NEO-Co-Exposéautor befragt und wir berichten ausführlich vom GarchingCon 13.

Wie gewohnt besprechen wir die PERRY RHODAN-Hauptserie, die Miniserie »Kartanin«, die Silberbände sowie PERRY RHODAN NEO.

Für das Highlight aus der Fanszene sorgt Gerhard Weinert vom Stammtisch Mannheim mit einem ausführlichen Werkstattbericht vom Bau seines Kugelraumer-Modells, das er auf dem GarchingCon 13 ausgestellt hat.

Die Kurzgeschichte stammt von unserem Korrektor Prof. Arndt Büssing. Das Titelbild zeigt das Innere der RAS TSCHUBAI und wurde von Raimund Peter gestaltet.

Charakterdrama um Aveline

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 367 – »Die Spezialisten der Nacht« von Lucy Guth

Um Gucky zu befreien, hatte sich Aveline Celestaris Hotrena-Taak ausgeliefert. Die Laren-Kommandantin hat es auf Avelines Gabe abgesehen. Sie glaubt, die Terranerin davon überzeugen zu können, ihr tödliches Schattenwesen Eidolon für ihre Elite-Kampftruppe, den Spezialisten der Nacht, in den Kampf zu schicken. Und tatsächlich schafft sie es mittels eines implantierten Parapressors, die junge Frau gefügig zu machen und für ihre Zwecke zu konditionieren.
Zusammen mit anderen Spezialisten der Nacht agiert Celestaris zunehmend skrupellos bei den Sondereinsätzen für die Laren-Kommandantin. Die harte Ausbildung verhilft Aveline zudem nicht nur zu körperlicher Stärke, sondern auch zur Herausbildung ihres Selbstbewusstseins. Als jedoch Hotrena-Taak ihr und den anderen Spezialisten der Nacht befiehlt, Perry Rhodans Gruppe auf einer Station der Greikos festzusetzen und zu töten, muss sich Aveline entscheiden, auf welcher Seite sie steht.
Der von Hotrena-Taak ausgelöste Tod von Celestaris Geliebten und Guckys Argumentation drehen die Terranerin um. Es kommt zum finalen Kampf zwischen Eidolon und den Spezialisten der Nacht, sowie Hotrena-Taak.
Wütend wie Aveline ist, könnte sie Hotrena-Taak von Eidolon töten lassen, aber sie tut es nicht. Stattdessen verhilft sie Perry Rhodan und seinen Begleitern erneut zur Flucht mit einem SEV-Raumer. Die Greikos der Station befreien sie und die überlebenden Spezialisten inklusive Gucky zudem von den Parapressoren. Hotrena-Taak bleibt verletzt auf der Greiko-Station zurück.

Lucy Guths Charakterroman ist packend geschrieben. Die Metamorphose der Aveline Celestaris zur selbstbewussten jungen Frau findet hier ihr heroisches aber auch schmerzhaftes Ende. Die Terranerin geht ihren Weg, auch wenn er mit vielen toten Unschuldigen gepflastert ist. Etwas das der jungen Frau vielleicht noch Probleme bereiten könnte. Diese Verwandlung des Charakters hat die Autorin hervorragend hinbekommen.

Im Großen Ganzen ist das einer, wenn nicht gar der herausragendste Roman einer bisher eher mäßigen NEO-Staffel. Allerdings darf man sich nicht blenden lassen, denn der Fortschritt für die Staffelhandlung ist in diesem Roman eher gering. Ich hatte außerdem riesige Probleme die ganzen Figuren auseinanderzuhalten. Zehn Spezialisten zehn fremde Namen zusätzlich zu den Namen, die man ohnehin im Kopf haben muss. Das war mir zu viel. Zumal die Larischen Namen irgendwie alle gleich klingen. Schwächer fand ich die Kapitel mit Perry Rhodan, der versucht, die geflüchteten Greikos aus dem letzten Roman irgendwo unterzubringen. Was sich als nicht so leicht erweist, da die Vogelartigen mit ihren Raumstationen in Symbiose leben. Da habe ich wohl im vergangenen Roman etwas überlesen. Denn ich hatte das bei Jaqueline Mayerhofer so verstanden, dass die Greikos nur mit dem jeweiligen Thuon ihrer Station in Symbiose leben und nur dieser ihr Überleben sichert. Perry und Co bringen die Vogelartigen jedoch auf einer anderen Station unter. Hm!

Außerdem überlesen habe ich zu Beginn des Romans, dass sich Roctin-Par abgesetzt hat. Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, wo der Lare abgeblieben ist. Erst in einer anderen Rezension wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass er gleich zu Beginn des Romans die Gruppe verlassen und sich den Rebellen wieder angeschlossen hat. Das stand da tatsächlich in einem Nebensatz und nun verstehe ich gar nichts mehr. Die Figur wird stark aufgebaut, sie soll Perry und Co sogar ins Milchstraßenuniversum begleiten. Der Lare nimmt wochenlang Medikamente dafür ein und nun … läßt er die Menschen fallen, um sich wieder seinen Rebellentätigkeiten zu widmen. Derweil sucht Perry Rhodan immer noch nach einem Weg zur Rückkehr, um die Menschheit vor den Laren zu warnen. Die Greikos, die im letzten Roman gesagt hatten, dass sie die Übergänge ins andere Universum kontrollieren könnten, haben das offenbar wieder vergessen und Rhodan offensichtlich auch. Davon abgesehen, dass die Terraner sich inzwischen so gut mit der Technik der SEV-Raumer auskennen, dass sie die Raumschiffe allein fliegen können.

Es sind diese kleinen Schwachpunkte, die mich an dieser Staffel ärgern. Mal Hü und mal Hott, jeder Autor schreibt was anderes und was im letzten Roman gegolten hat, gilt im nächsten nicht mehr. So viel Integritätsverlust hatten wir schon lange nicht mehr.

»Spezialisten der Nacht« ist ein starker Roman von Lucy Guth, die Aveline Celestaris sehr emotional und glaubhaft porträtiert. Aber selbst sie kann die eine oder andere Schwäche der Staffel nicht wegschreiben.

Vogelwilde Action

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 366 – »Der Umbrische Gong« von Jacqueline Mayerhofer

Die Flucht von Perry Rhodan und seinen Gefährten zurück ins Einsteinuniversum scheitert und lässt sie auf einer Raumstation der Greikos materialisieren. Das vogelänliche Volk des Konzils der Sieben ist weit fortgeschritten und kommuniziert über Emotionen. Sie stellen die Mediatoren, über die die Konzilsvölker miteinander in Kontakt stehen.
Die Greikos wissen um die Pläne der Laren, einen Feldzug gegen die Milchstraße zu führen. Um sie daran zu hindern dieses Wissen an die Zgmahkonen weiterzugeben, lässt Hotrena-Taak die Raumstation einnehmen und die Greikos einfangen. Diese bitten Perry Rhodan um Hilfe. Etwas das der Terraner selbstverständlich nicht ablehnen kann.

Rhodan und seine Begleiter geraten zwischen die Fronten von Hotrena-Taaks Säuberungsaktionen auf der Raumstation. Sie helfen die Vogelwesen zusammenzuführen, um sie mit einem SEV-Raumer in Sicherheit zu bringen. Dafür müssen sie eine Wanderung auf dem Pfad der Koexistenz unternehmen und die Geheimnisse des Umbrischen Gongs lüften. Am Ende entkommen sie, während die Greikos ein großes Opfer bringen. Sie sind nämlich symbiotisch mit dem Gong und ihrer Station verbunden. Eine Flucht bedeutet, dass sie auf Dauer verkümmern werden.
Hotrena-Taak ist entsprechend erbost darüber, dass ihr die Terraner erneut durch die Lappen gegangen sind und lässt nun jegliche Zurückhaltung fallen. Sie hetzt ihre gefährlichsten Kämpfer auf die Flüchtigen. Unter ihnen Aveline Celestaris.

Nach dem Roman von Stefan Pannor hatte mich wieder die Lust am NEO-lesen gepackt. Die Romane von Jacqueline Mayerhofer gefielen mir bisher ganz gut. Das ist auch bei diesem Roman der Fall. Die Autorin kann sehr gut Kampfszenen schreiben. Da sitzt jeder Hieb. Jeder Einsatz von Waffen ist bis ins Kleinste durchchoreografiert. Man bekommt eine gute visuelle Vorstellung von dem Kampf. Und Kämpfe gibt es in diesem NEO genügend. Perry Rhodan, seine Frau Thora und sogar seine Tochter Nathalie stehen dem kämpferischen Können des Laren-Rebellen Roctin-Par in nichts nach. Wobei der Lare von Jaqueline Mayerhofer etwas anders charakterisiert wird, als von den Autoren und Autorinnen zuvor. Dieser Roctin-Par ist widerspenstiger und auch skrupelloser, was viel besser zu der Philosophie der Laren passt, die sich gesellschaftlich doch sehr von den Terranern unterscheiden. Dies führt dazu, dass er zwischenzeitlich mit Perry Rhodan aneinander gerät und sich die beiden prügeln müssen, bevor sie auf den Pfad der Koexistenz zurückfinden. Das hat mir gut gefallen.

Herausragend ist auch die Darstellung der Greikos. Die wie Schreitvögel aussehenden Konzilmitglieder sind sehr fremdartig, was ihre Technologie und vor allem ihre Kommunikation angeht. Das friedliebende Volk sind geborene Diplomaten, weil sie Gefühle von anderen aufnehmen und ihre Emotionen weitergeben sowie in ihrem Gesprächspartner Gerüche, Bilder und Vibrationen hervorrufen können. Wie das genau funktioniert, bleibt den Terranern verborgen.

Als ebenfalls exotisch erweist sich die Raumstation der Greikos, mit dem Umbrischen Gong. Ich frage mich ja, ob das mit dem Begriff Umbrakinetin zusammenhängt. Wir werden sehen. Denn zu Beginn und am Ende des Romans wird das Schicksal von Aveline Celestaris gezeigt, die von Hotrena-Taak mit kruden Methoden zur Kooperation gezwungen wird.

Eine kleine Information, die beinahe untergeht: Während sich Perry Rhodan auf der Station der Greikos durchkämpft, vergehen für ihn und seine Begleiter nur Stunden. Außerhalb der Station sind inzwischen mehrere Wochen oder sogar Monate vergangen. Ein weiteres Indiz, dass in den Granulonen außerhalb des bekannten Universums mehr seltsame Dinge vorgehen, als die Terraner es sich vorstellen können. Die Leser eingeschlossen.

Mit »Der Umbrische Gong« kommt endlich Bewegung in die festgefahrene Staffel-Handlung. Wir lernen ein weiteres Konzilvolk kennen und werden zum ersten Mal gewahr, mit welcher Skrupellosigkeit Hotrena-Taak ihre Invasionspläne vorantreibt.