
PERRY RHODAN NEO Band 382 – »Der getäuschte Celista« von Ruben Wickenhäuser
Thora Rhodan da Zoltral reist nach Arkon, um mehr über die geheimnisvolle Geisterflotte und die Räuber des Artefakts herauszufinden, welches sie benötigt, um ihrer in Not geratenen Tochter zu helfen. Sie muss mit Pero Yulaf zusammenarbeiten, dem Berater des Präsidenten der Republik Arkon, der Thora wegen ihrer adligen Herkunft verabscheut.
Bei ihrer Suche werden sie von unbekannten Söldnern angegriffen und von dem jungen Celista, Menzun da Orcast, gerettet. Zusammen mit ihm findet Thora heraus, dass die arkonidischen Adelshäuser, das alte Imperium neu errichten wollen, aber nicht hinter den Angriffen der Geisterflotte und dem Raub der Artefakte stecken. Doch als da Orcast herausfindet, dass Thora als Essoya geboren wurde und keine blutreine Adlige ist, wendet er sich gegen sie.
Währenddessen entdeckt Pero Yulaf Hinweise auf die Händlersippen der Mehandor und mehrere sonderbare Raumregionen im Sternenhaufen M13. Er will mit Thoras Leka-Disk auf eigene Faust losziehen, um herauszufinden, was dort vor sich geht. Doch zuvor rettet er Thora noch vor Menzun da Orcast, der die Hochstaplerin Thora am liebsten tot sehen möchte.
Thora und Yulaf flüchten vor ihm in eine der genannten Raumregionen in der sie tatsächlich auf Mehandor treffen, bevor die Raumzeit um sie herum verrückt spielt und sie dort festsitzen. Sie geraten in tödliche Gefahr, aus der Dao-Lin-H’ay sie rettet. Denn Menzun da Orcast ist ihnen gefolgt und greift ihre Leka-Disk an. Aber er kommt dabei ums Leben.
Dieser vielschichtige Politthriller von Ruben Wickenhäuser hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Die politischen Ränkespiele, die Bürokratie, die Unzulänglichkeiten mit der die junge arkonidische Republik zu kämpfen hat, sind aus unserer Wirklichkeit entliehen. Da weiß offensichtlich jemand genau, von was er schreibt.
Der Autor lässt mir zudem als Leserin keine Pause zum verschnaufen. Ständig ist jemand auf der Flucht, oder es wird gekämpft. Dazu kommen unglaublich detaillierte Beschreibung der arkonidischen Kultur und Landschaft. Zwar blickte ich gegen Ende des Romans bei den vielen Namen nicht mehr ganz durch, aber das tat dem Lesespaß keinen Abbruch.
Das einzig Unrealistische, was ich anmerken möchte ist: Die Revolution ist mehr als dreihundert irdische Jahre her und dennoch tun die Arkoniden so, als wären es nur wenige Jahre. Wenn ich überlege, die französische Revolution ist nicht mal 240 Jahre her, und ich sehe nicht, dass der französische Adel nach der Macht strebt. Im Gegenteil, der ist kaum noch existent. Selbst wenn die Entwicklung und der Umbau der Gesellschaft auf Arkon vielleicht langsamer vonstatten ging, aber die Auswirkungen der Symaios und die Jahrzehnte danach, sollten doch spürbare Veränderungen in der Gesellschaft hervorgerufen haben.
»Der getäuschte Celista« ist ein NEO-Roman ganz nach meinem Geschmack. Genau wegen solcher Romane lese ich PERRY RHODAN NEO.