Mein erster Bruch

Eigentlich ist es ja nichts, auf das man stolz sein muss, vorallem nicht unter den Umständen, aber …

Nach dem Verbandswechsel gestern hat mich Hausärztin an einen Fußchirurgen überwiesen, weil mein Großer Zeh immer noch seltsam in der Gegend rumstand. Heute war ich dort und im Röntgenbild ist eindeutig eine Fraktur des Endglieds zu erkennen.

Der Arzt fragte mich, wie ich das gemacht hätte und ich erzählte von dem Unfall und das in der Notaufnahme vier Ärzte an meinem Zeh gezogen hätten, um ihn wieder einzurenken. Er schüttelte nur mit dem Kopf und meinte: »Gehen Sie da nur nicht wieder hin.«

Ich kann mir das nicht so richtig erklären. In der Notaufnahme wurden vier Aufnahmen von meinem Fuß gemacht, zwei vor und zwei nach dem Einrenken, das sogar unter Durchleuchtung stattfand. Der Bruch hätte doch jemandem auffallen müssen, außer er passierte erst beim Einrenken. Das gestaltete sich als sehr schwierig. Den Notärzten stand nach einer halben Stunde der Schweiß auf der Stirn, die hätten mich beinahe an der Zehe vom Tisch gezerrt, und es hat trotz örtlicher Betäubung und Lachgas sehr weh getan.

Ich habe mir also zum ersten Mal in meinem Leben etwas gebrochen. Wobei man vielleicht besser sagen muss, dass mir etwas gebrochen wurde. Das ist alles sehr merkwürdig und nicht gerade erfreulich. Machen kann man jedenfalls nichts, da hilft kein Gips, sondern nur Geduld. Der Orthopäde hat mir zwei Pflaster aufgeklebt, damit die Zehe nicht nach oben steht, und ich soll das Bein hochlegen. Was ich jetzt auch machen werde.

Der Betrug am Gast

Wie viele andere Menschen gehen auch mein Mann und ich gern Essen. Nicht zu oft, aber doch mindestens einmal im Monat. Hin und wieder habe ich hinterher mit meiner Verdauung zu kämpfen. Das habe ich meistens, wenn Hefeextrakt im Essen war. Das ist eine Zutat, die eigentlich nicht in frisch zubereitetes Essen gehört und daher kamen mir nach dem Besuch der einen oder anderen Gaststätte Zweifel, ob dort alles tatsächlich frisch gekocht wird.

Das Geheimnis vieler Gaststätten heißt nämlich Convenience Food. Industriell vorgefertigte Zutaten oder sogar fertiges Essen, das nur noch aufgewärmt werden muss. Wie schlimm die Situation in Deutschland in Sachen Convenience Food in der Gastronomie tatsächlich ist, darüber klärte mich dieser Tage eine Dokumentation vom NDR auf. Achtzig Prozent der Restaurants verwenden Fertigprodukte, vorwiegend Saucen, Brühe oder Kartoffelprodukte. Und dabei ist es egal, ob man in ein einfaches Bistro oder ein Sternelokal geht.

Zwischenzeitlich standen mir bei dem Beitrag echt die Haare zu Berge. Oh Mann! Da zahlt man mitunter irrsinnige Summen für ein Schnitzel und dann stammt es aus einer Fabrik in Rumänien. Und woher die Eierscheiben in den Sandwichs diverser Imbiss-Ketten an den Bahnhöfen kommen, weiß ich jetzt auch.

Am Besten sollte sich jeder, der gern Essen geht, den Film selbst anschauen.

https://m.youtube.com/watch?v=JFSJ54S38po

Freigepaddelt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 151 – »Werkstatt im Weltraum« von Arno Endler

In seinem zweiten Beitrag zu PERRY RHODAN NEO legt Arno Endler einen solide erzählten Roman vor. Er arbeitet das Exposé stringent ab, aufgelockert durch mal mehr oder weniger witzige Passagen. Seine Charakterisierung der Paddler finde ich durchaus gelungen. Sie erinnern mich (als Star Trek Fan) an eine Mischung aus Denobulanern und Ferengi. Einerseits sexuell sehr offen, andererseits verschlagene Geschäftemacher. Ihre Fähigkeit, mit Händen und Kopf feste Materie zu durchdringen, macht sie nicht nur zu etwas einzigartigem, sondern führt auch zu einigen witzigen Situationen.

Arno Endler beleuchtet in seiner Geschichte mehr die Beziehungen zwischen den Figuren der Serie. So greift er die Beziehung zwischen Tani Hanafe und Tim Schablonski aus der Posbi-Staffel wieder auf. Ebenfalls erfährt man, wie es Christopher Lente und seinem Partner ergangen ist. Charaktere, die der Autor in seinem vorhergehenden NEO Band 137 – »Schlacht um die Sonne« vorstellte. Das alles ist nett geschrieben, ich fürchte jedoch, dass einige NEO-Leser damit nichts anfangen können, weil sie eher an spannender SF interessiert sind. Interessant fand ich, dass der Autor Rhodans schlechtes Gewissen anspricht. Der Protektor macht sich Gedanken, dass er die Menschheit verloren hat. Aus meiner Sicht hat er sie nicht nur verloren, er hat er sie im Stich gelassen, als er nach Andromeda aufgebrochen ist.

Ein paar Ungereimtheiten fielen mir vor allem im zweiten Teil des Romans auf. Als Rhodan, Sitareh, Rainbow und Chefingenieur Schablonski sowie Kalak und einer Paddlerin mit einem Paddler-Schiff in ein nahegelegenes System aufbrechen, um Ersatzteile und Material zu besorgen. Ich glaube nicht, dass Perry Rhodan so unvorsichtig ist, dass er auf einem fremden Planeten eine unbekannte Frucht isst, ohne sich vorher zu versichern, ob sie überhaupt für seinen Metabolismus verträglich ist. Er vergiftet sich trotz Zellaktivator! Es grenzt schon an fahrlässige Dummheit, so etwas zu tun. Das hätte mit jeder anderen Figur funktioniert, aber nicht mit Perry Rhodan. Ohnehin werden die Menschen als ein bisschen zu vertrauenswürdig gegenüber den Paddlern dargestellt. Sie spüren, dass die Paddler ihnen etwas verschweigen und tun dennoch nichts dagegen. Zumindest hätte man Luan Perparim nicht nur auf die Schriftsprache der Paddler, sondern vor allem auf ihre Zeichensprache ansetzen müssen. Das die Paddler ohne zu Zögern Sascha Fuszienowicz erschießen, passt wiederum nicht zu ihrem Wesen. Sie sind verschlagen, aber sie sind keine Killer. Das sagt die Sippenmutter am Ende ja selbst. Außerdem hätte ein Betäubungsschuss sicher auch genügt.

Arno Endler gibt sich große Mühe eine ansprechende Geschichte zu erzählen – der rote Faden ist erkennbar – aber einiges passt dann doch nicht zusammen. Weshalb ist die MAGELLAN sowohl den Schiffen der Aachaonen, als auch der Thetiser waffentechnisch so überlegen? Das ging viel zu leicht, vor allem weil das Schiff noch ein Prototyp ist und die Mannschaft gerade erst beginnt sich einzuspielen. Warum greift Gucky nicht schneller ein, als Tani Hanafe auf der KA-Preiswert in Gefahr gerät? So sieht es aus, als bräuchte er dazu Rhodans Erlaubnis, was den Mausbiber bisher noch nie gestört hat. An der Stelle hätte es einer zusätzliche Erklärung bedurft.

Stilistisch ist »Werkstatt im Weltraum« der deutlich bessere Roman der beiden NEOs von Arno Endler. Aber auch hier störten mich die vielen kurzen Kapitel und die dadurch etwas zerpflückte Handlung. Dabei hätte er einige der Kapitel gut zusammenfassen können. Der Autor versucht dadurch mehr Spannung in den Roman zu bringen, erreicht dies meiner Meinung nach aber nicht, weil die Spannungsbögen zu kurz sind, um zu fesseln. Im Gegenteil, die kurzen Abschnitte laden regelrecht dazu ein, das Buch aus der Hand zu legen. Anfangs stolperte ich zudem über seltsame Wortschöpfungen wie Kubikmeterwürfel und Arbeitsdrillich, dass ließ dann im Laufe des Romans jedoch nach.

An dieser Stelle noch ein großes Lob an Dirk Schulz für das starke Cover. Es reiht sich in die Liste meiner Lieblingscover ganz vorn ein.

Mein Fazit: »Werkstatt im Weltraum« ist ein solide geschriebener Roman ohne herausragende Besonderheiten, der vor allem von der Charakterisierung der Paddler und den Beziehungsproblemen der Nebendarsteller lebt. Der Autor will dem Leser das Abenteuer aus der Sicht der unteren Ränge zeigen und das ist keine so schlechte Herangehensweise. Durchaus lesenswert.

Eine Karotte für Gucky

Foto: © Gerhard Huber

In Osnabrück hatte ich die große Ehre den Retter des Universums persönlich kennenzulernen. Mausbiber Gucky gab sich auf dem Con die Ehre und mischte sich unter die Besucher. Sein Begleiter Gerhard Huber war immer an seiner Seite. Beim Essen im Kartoffelhaus fragte ich Gerhard, warum Gucky denn keine Karotte hat. Der Mausbiber ohne sein Lieblingsgemüse, dass konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Gerhard meinte, dass Gucky eine Karotte besessen habe, diese aber in den chaotischen Zeiten im Perryversum, mit dys-chroner Drift und Scherung verloren gegangen sei. Da tat mir der kleine Kerl richtig leid, wie er so da saß und mit Kartoffeln vorlieb nehmen musste (schließlich waren wir in einem Kartoffelhaus).

Da kam mir eine Idee. Irgendwo in meinem Fundus aus Handarbeiten und Basteleien musste sich noch eine Häkelkarotte befinden. Die hatte die richtige Größe für unseren »Überallzugleichtöter«. Zuhause angekommen, durchsuchte ich gleich meine Häkelsachen und förderte ein passendes orangefarbenes Karotten-Exemplar zutage. Ich schrieb noch eine Karte mit lieben Grüßen an den »größten Mausbiber des bekannten Universums« und steckte alles zusammen in den nächsten Transmitter. Bald darauf bekam ich folgende E-Mail von Gerhard:

Hallo Christina,

das war eine schöne Überraschung, vor allem für Gucky, als wir vorhin von unserem verlängerten Wochenendausflug nach Worms zurückkamen und eine gewisse Möhre im Postkasten zu finden war.

Vielen lieben Dank. Die ist ja wirklich toll, auch so mit dem »Grünzeug« sieht sie sehr gut aus.

Gucky hatte in Osnabrück schon am Rande mitbekommen, dass da was auf ihn zukommt, dementsprechend aufgeregt war er, als ich die Möhre ausgepackt und ihm auch die Karte vorgelesen habe, wie Du den Fotos entnehmen kannst.

Ende Juni sind wir mit dem Mannheimer Stammtisch bei den SF-Tagen in Grünstadt hier in der Gegend dabei, da wird Gucky dann endlich wieder mit Möhre dabei sein. Das wird dann wieder einen Unterwegs-mit-Gucky-Bericht geben, aber mit dieser schicken Möhre werde ich schon vorher was Aktuelleres für die SOL machen. Nix großes, aber vielleicht so eine Art »Unterwegs-mit-Gucky-Spezial« sozusagen.

Herzlichen Dank noch mal, auch in Guckys Namen natürlich, und ich soll noch von ihm sagen, dass er nicht nur der größte Mausbiber des »bekannten«, sondern des gesamten Universums ist. Na ja, Bescheidenheit war ja noch nie seine Stärke.

Lieben Gruß
Gerhard

Da habe ich mich mindestens genauso sehr gefreut wie Gucky selbst. Besonders über das angehängte Foto, wie Gucky seine neue Karotte in Empfang nimmt, und ich hoffe, dass unser allseits geliebter Mausbiber noch sehr lange Freude an seiner neuen Karotte haben wird. Sollte sie doch mal wieder in den Weiten des Multiversums verloren gehen, weiß er ja jetzt, an wen er sich wenden muss.

Wer mehr über Mausbiber Gucky und den Mannheimer Perry-Stammtisch erfahren will, dem empfehle ich auf dem Stammtisch-Blog vorbeizuschauen.

Die Geschichte vom Kanzlercafé

Zum Tod von Altbundeskanzler Helmut Kohl.

Ich hörte davon zum ersten Mal am Montag dem 30. Mai 1988 in der Pause vorm Biologieunterricht.

»Stell dir vor, der Kohl war gestern in Saalfeld«, raunte man sich unter vorgehaltener Hand im Klassenzimmer zu.

»Wer? Der Kohl? Du spinnst.« Mein ungläubiges Kopfschütteln wurde ignoriert und alle Informationen zusammengetragen, die man gehört hatte: In der Darrtorstrasse hätten sie geparkt, die schwarzen Limousinen. Und dann wäre Kohl auf den Marktplatz gegangen mit seiner Frau und seinen Söhnen. Mindestens drei aus der Klasse gaben vor, jemanden zu kennen, der dabei gewesen sei.

Der Bundeskanzler der BRD in der DDR und dann auch noch in meiner Heimatstadt Saalfeld. Ich konnte das nur schwerlich glauben. Mir als Vierzehnjährige gingen viele Fragen durch den Kopf. Warum sollte er ausgerechnet hierher kommen und vor allem durfte der das? Wenn es wirklich Bundeskanzler Helmut Kohl war, was hat er an einem Sonntagnachmittag in Saalfeld gemacht?

Im Marktcafé hätte er gesessen und Torte gegessen. Man hätte für ihn extra anderes Besteck organisiert. Weil das überall vorherrschende Alubesteck nicht nur unansehnlich war, sondern auch unangenehm werden konnte, wenn man damit einer Amalgamplombe zu nahe kam.

Trotz aller Beteuerungen, dass das wirklich passiert wäre, glaubte ich meinen Mitschülern nicht. Die Lehrer, sofern sie davon wussten, durften oder wollten nicht darüber reden. Erst als ich nach Hause kam und meine Eltern die gleiche unglaubliche Geschichte erzählten, wurde mir bewusst, dass an der Sache tatsächlich etwas dran sein musste.

Fortan nannte man das Café am Markt »Kanzlercafé«. Fotos, die den Besuch bezeugten, hingen dort an der Wand. Aber das war schon nach der Wende von 1989. Und auch über die wahren Umstände der Reise von Bundeskanzler Helmut Kohl erfuhren die Saalfelder erst sehr viel später. 1999 besuchte Helmut Kohl Saalfeld ein zweites Mal – offiziell für einen Wahlkampfauftritt – da war er kein Bundeskanzler mehr.

Die OTZ hat vergangene Woche mit einem sehr schönen Artikel an den Besuch des ehemaligen Bundeskanzlers in Saalfeld erinnert. Kohlbesuch-OTZ

Über das Universum hinaus

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Da ich ja, was das Schreiben angeht, momentan etwas eingeschränkt bin – tippen mit der linken Hand ist echt mühsam – komme ich endlich dazu, meinen Lesestapel abzuarbeiten.

So habe ich in den vergangenen vier Tagen zwei Bücher gelesen. Zwei völlig unterschiedliche Geschichten, die doch eine gemeinsame Ebene haben. In Neil Gaimans »Der Ozean am Ende der Straße« wie auch in Andreas Eschbachs »Teufelsgold« geht es um ein übergeordnetes Universum, quasi einen Raum, der unser Universum enthält.
Während Gaiman aus der Sicht eines Kindes erzählt und dabei eine Welt voller fantastischer Elemente beschreibt, erzählt Andreas Eschbach eher aus der Realität eines Normalbürgers, der sich in der Welt der Finanzen bewegt und mit alchimistischen Lehren konfrontiert wird.

»Der Ozean am Ende der Straße« überrascht vor allem dadurch, dass er zwar von einem Kind erzählt wird, aber nicht für Kinder geschrieben ist. Die Beschreibung des Jungen lassen sich nur mit den Erfahrungen eines Erwachsenen richtig deuten. Besonders gut vermag der Autor dabei eine phantastische Welt voller Hexen und Ungeheuer darzustellen, aber sie nicht als solche zu benennen. Das Besondere an den Figuren liegt darin begründet, dass sie weder gut noch böse sind. Selbst das Böse, so wird dem Leser bewusst, tut nur, was in seiner Natur liegt. Und so erfährt der Junge auf mitunter erschreckende Weise, dass es eine Realität hinter unserer Realität gibt, einen Ozean der unterhalb unseres Universums liegt. Wenn man in ihn eintaucht, man alles Wissen der Welt erlangen kann. Gaimans Theorie über ein Universum außerhalb unseres Universums, das alle anderen Universen miteinander verbindet, ist auch die Gemeinsamkeit zur Geschichte von Andreas Eschbach.

In Eschbachs Werk kommt das Phantastische erst sehr spät zum Tragen. Und auch hier ist es ein übergeordnetes Universum, in das die Protagonisten mittels des Steins der Weisen übersetzen wollen, um Vollkommenheit zu erlangen. Davor steht aber ein langer Weg, auf dem ich viel über Alchimismus, die nuklearphysikalische Herstellung von Gold, Investmentstrategien und die Denkweise moderner Alchimisten erfahren habe. Das alles durch die Augen eines einzelnen Protagonisten gesehen, der sich durch seine Arbeit als Finanzberater und durch die Beschäftigung mit dem Alchimismus immer tiefer in ein Gespinst aus Täuschungen und Lügen verstrickt, das seinen Charakter zum Negativen verändert. Eschbach garniert die, in der Gegenwart spielende Geschichte, durch Auszüge aus fiktiven mittelalterlichen Schriften, die der Protagonist liest. Diese »Aufzeichnungen« aus dem Mittelalter, in der Erzählweise von Märchen und Sagen verfasst, lockern den Roman auf und machen aus ihm nicht nur Gegenwartsliteratur, sondern auch einen historischen Roman. Als Thriller, wie auf dem Cover angegeben, würde ich die Geschichte aber nicht bezeichnen.

Stilistisch haben mich beide Romane überzeugt, jeder auf seine Weise. Neil Gaimans Geschichte zeichnet sich durch eine sehr simple und gerade deshalb auch poetische Sprache aus. Während es bei Andreas Eschbach vor allem die Passagen aus dem Mittelalter sind, die ich originell fand, weil sie im Stile der jeweiligen Epoche verfasst wurden. Weil ich inzwischen jedes Buch, dass ich lese, mit meinen Erkenntnissen aus diversen Schreibseminaren und -ratgebern vergleiche, fiel mir folgendes besonders auf: während Gaiman mit Adjektiven geradezu verschwenderisch um sich wirft, verwendet Eschbach sie mit mehr Bedacht. Beides hat seinen Reiz und ich verstehe immer noch nicht ganz, warum man Adjektive so verteufelt.

Mein Fazit: Ich kann beide Bücher nur weiterempfehlen, obwohl ich sie nicht der Science Fiction zuordnen würde. Das eine ist mehr Fantasy, das andere eher Belletristik. Sie sind spannend geschrieben und lassen den Leser in faszinierende Welten eintauchen, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Andreas Eschbachs »Teufelsgold« vermittelt zudem sehr gut recherchiertes Wissen.

(Dieser Blogeintrag entstand unter zu Hilfenahme der App »Dragon Dictation«.)

Blogstop

Ich muss zwangsläufig eine Schreibpause hier im Blog einlegen, denn ich hatte gestern einen Unfall. Mofa gegen Fahrrad, Frontalzusammenstoß. Dreimal dürft ihr raten, wer auf dem Fahrrad saß. Zum Glück ist das ganze einigermaßen klimpflich abgegangen. Bin auf meinem Fahrrad gelandet, statt auf dem Asphalt. Das Ergebnis: ein ausgerenkter Zeh, ein überdehntes Handgelenk (blöderweise rechts) und jede Menge blauer Flecken. Nach drei Stunden in der Notaufnahme durfte ich wieder nach Hause. Tut noch weh und ich kann nicht an den Computer. Deshalb diktiere ich den Text gerade mit dem iPad. Also nicht wundern, wenns in den nächsten Tagen hier etwas ruhiger ist.

Sprung ins Ungewisse

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 150 – »Sprung nach Andromeda« von Rüdiger Schäfer

Es bereitet mir Schwierigkeiten den Roman richtig einzuordnen. Eigentlich sollte es der Abschluss der METEORA-Staffel sein, doch dazu vermisse ich auf dem Cover den Hinweis zur laufenden Staffel. Zu einem richtigen Einstiegsband gehört eben ein Staffelanfang und eine runde Zahl auf dem Umschlag. Daher ist der Roman wohl irgendetwas dazwischen und so liest er sich meiner Meinung nach auch. Er ist »weder Fisch noch Fleisch«, wie man so schön sagt. Und das meine ich, obwohl ich Rüdiger Schäfers Romane bisher immer zu schätzen wusste. Nicht das der Roman schlecht geschrieben wäre, nein, im Gegenteil. Doch dieses Mal vermag der Autor trotz seines angenehmen Schreibstils bei mir keine Begeisterung auslösen, dafür gefällt mir die Richtung nicht, in die sich die Serie entwickelt.

Zirka drei Jahre nach der Evakuierung der Erde arbeiten die verbliebenen 60 Millionen Menschen im Sonnensystem – die jetzt auf dem Mars leben, weil die Erde unbewohnbar ist – am Bau eines Explorerschiffes. Ohne Frage, es ist ein großartiges Schiff und in die Beschreibungen sind sehr viele gute Ideen geflossen. Die MAGELLAN soll dazu dienen, um zur Nachbargalaxie Andromeda aufzubrechen. An Bord 8000 ausgesuchte Wissenschaftler, Techniker und Mutanten um in Andromeda … Ja, was eigentlich? Wozu bricht dieses Schiff auf? Nur weil der Protektor Perry Rhodan von dunklen Ahnungen heimgesucht wird, davon dass sich in Andromeda Unheil zusammenbraut, welches die Milchstrasse heimsuchen könnte? Ach, tatsächlich! Das wäre in etwa so, wie wenn Angela Merkel die Mobilmachung gegen die USA ausruft, weil sie schlecht geträumt hat (vielleicht sogar von Donald Trump). Auf der anderen Seite ist das Memeterschiff plus drei Begleitkorvetten mit 11 Milliarden Menschen in den Tiefen des Raums verschwunden, ohne das einer der Verbliebenen weiß wohin. Wäre es da nicht meine allererste Aufgabe als Protektor der Menschheit aufzubrechen und sie zu suchen? Perry Rhodan betont immer wieder seine moralische Integrität. Aber das Leben von 11 Milliarden Menschen scheint ihm weniger wichtig, als die angebliche Bedrohung aus Andromeda. Da hätte ich mir vom Autor etwas handfesteres gewünscht als nur Ahnungen. Vielleicht eine Botschaft von ES oder ein aufgefangener Hyperkomspruch, irgendetwas, das physikalisch beweist, dass da tatsächlich etwas dran ist.

Reden wir jetzt nicht davon, wie es den wenigen Menschen im Sonnensystem gelingen konnte, innerhalb von drei Jahren einen 2.400 Meter durchessenden Kugelraumer zu bauen und außerdem noch einen neuartigen Antrieb zu entwickeln. Da in der Vergangenheit bei NEO solche Entwicklungen immer sehr schnell vorangetrieben wurden, kann ich diese Tatsache inzwischen verschmerzen. Aber den Abflug des Schiffes so zu forcieren, dass man im Grunde mit einem nur unzureichend getesteten Prototypen aufbricht … Nein, dazu hätte es deutlich mehr an Argumentation gebraucht.

Nach den Start nutzt die MAGELLAN zu den herkömmliche Transitionen zunächst die Sonnentransmitter, deren Koordinaten und Zugangsrechte man einst von den Posbis bekommen hatte. Erst tief im Leerraum kann der neue LTG-Antrieb (Langstrecken-Transientengleiter) aktiviert werden, mit dem man Sprünge von bis zu 1600 Lichtjahren zurücklegen kann. Dazu muss man das Schiff auf 95 Prozent Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, was etwa eine halbe Stunde dauert und mit dem neuen Feldantrieb sehr energiesparend vonstatten gehen soll. Nach dem Sprung kann sofort wieder beschleunigt werden, was zu einem Aktionsradius von 76.800 Lichtjahren pro Tag führt. Hoffentlich hat der Feldantrieb auch einen Kompensator für relativistische Effekte, denn ohne wird Perry Rhodan sein blaues Wunder erleben, sollte er irgendwann mal wieder zur Erde zurückkommen. Der Fehler der mich schon in der damaligen EA geärgert hat – fliegen mit fast Lichtgeschwindigkeit – wird nun in NEO munter fortgeführt, ohne das es hinreichend erklärt, oder irgendwie angesprochen wurde. Das sollte einem so erfahrenen Autor wie Rüdiger Schäfer nicht passieren.

In den Wochen nach dem ersten Einsatz kommt es zu vereinzelten Sichtungen von Spinnen auf dem Raumschiff. Diese vermehren sich rasant und wachsen innerhalb von Tagen zu richtigen Monstern heran. Die Kapitel sind spannend und gruselig, unteranderem weil sie aus der Sicht eines einfachen Technikers geschrieben sind. Ich empfehle sie nicht als Lektüre vor dem Einschlafen, da ich selbst mitten in der Nacht aufwachte und erschrocken um mich schlug, weil ich etwas im Gesicht gespürt habe. Wahrscheinlich war es nur ein verirrtes Haar. Das Szenario an Bord der MAGELLAN erinnert fast zu sehr an einschlägige Gruselfilme und die Hinweise, die der Autor auslegt, lassen sehr früh den wahren Grunde der Spinneninvasion erahnen. Die letztendliche Erklärung wäre ein Knüller, hätte man sie nicht in der Handlungen der vergangenen beiden Staffeln überstrapaziert. Eine durch Strahlung verursachte Manipulation des menschlichen Gehirns ist beim dritten Mal einfach nicht mehr originell, egal wie glaubhaft es erklärt wird.

Am Ende schafft es die MAGELLAN, wenn auch beschädigt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden. Gerade als sich alle fragen, wie sie die Schäden am Schiff reparieren können, welche die Mannschaft auf der Jagd nach den Spinnen selbst verursacht hat, ereilt ein Hilferuf die MAGELLAN. Es ist kein Geringerer als der Paddler Kalak von der KA-preiswert. Ich hatte gehofft, dass mir dieses peinliche Kapitel aus dem MdI-Zyklus erspart bleibt, leider ist dem wohl nicht so.

Ich bin unsicher, was ich von diesem Jubiläumsband halten soll. Einerseits ist er sehr schön geschrieben, hält große persönlichen Momente für Perry Rhodan & Co bereit und vermittelt eine Aufbruchstimmung, die man in den vergangenen Romanen vermisst hat. Andererseits fehlt mir ein wenig der Hintergrund zum »Warum« und den allgemeinen Umständen nach der Evakuierung. So habe ich trotz der Aufbruchstimmung eher das Gefühl, etwas Unerledigtes zurückzulassen. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass eine der nächsten Staffeln den Titel »Suche nach der Menschheit« tragen wird.

Selbstverständlich möchte man mit Band 150 neue Leser anlocken. Aber muss man dafür wirklich die Stammleser vor den Kopf schlagen? Ich bin der Meinung, dass NEO seit Band 149 nicht mehr die Serie ist, die sie war. Und ich kann nachvollziehen, wenn es Leser gibt, die ihr den Rücken kehren. Das hätte ich als normaler Leser vielleicht auch getan, als Rezensent bleibt mir jedoch nur, dass Geschehene zu akzeptieren und mich dem Ungewissen bei PERRY RHODAN NEO zu stellen.

Seminar als Show

Heute besuchte ich das mit Abstand unterhaltsamste Seminar meiner beruflichen Laufbahn.

Nicht einmal bei den Bergfestvorlesungen an der Uni habe ich so gelacht wie heute. Mir kamen stellenweise die Tränen. Dabei ist das Thema VDE-Normen eigentlich knochentrocken. Normalerweise! Das es anders geht und das alles, wirklich alles, am Vortragenden hängt, wurde mir heute so richtet deutlich. Das man dieses Thema spannend, unterhaltsam und mit viel Humor vermitteln kann, hätte ich nie gedacht. Der Dozent Marcel Aulenbach hat sich meiner Meinung nach zum 5 Sterne Redner qualifiziert. Er brachte nicht nur viele wichtige Informationen an den Mann (und die Frauen – wir waren immerhin zu zweit), sondern spickte das Ganze mit Beispielen und kleinen Geschichten aus seinen Erlebnissen als Sachverständiger von Gericht. Es grenzte stellenweise an gut gemacht Comedy und stand einem Programm von Michael Mittermeier in nichts nach.

Ich bin immer noch ganz begeistert. Obwohl das Seminar unter erschwerten Bedingungen stattfand. Draußen waren es 33 Grad im Schatten und der mit 26 Leuten vollbesetzte Seminarraum verfügte weder über Klimaanlage noch Lüftung. Alle Stunde mussten Pausen eingelegt und die Fenster aufgemacht werden, damit man nicht erstickte. Manch einer wünschte, sich in den Kühlschrank für die Getränke zurückziehen zu können. Die Verpflegung war in Ordnung, obwohl Schweinsbraten bei der Hitze nicht die optimalste Lösung war.

Leider ist das Thema recht speziell. Aber wer Bedarf an einer Schulung über VDE-Normen hat, sollte Marcel Aulenbach anheuern. Ich kann versprechen, dass es sicher ein großer Spaß wird und informativ noch dazu.

Trekgrillen 2017

Davon habe ich noch gar nicht berichtet. Am vergangenen Samstag fand unser alljährliches Trekinner-Grillen statt. Einmal im Jahr finden wir uns außerhalb der Stammtischtermine zusammen, um uns gemeinsam um den Grill zu versammeln. Jeder bringt sein Grillgut und etwas für alle mit.

In diesem Jahr waren wir wieder im Garten von Thomas‘ Mama in Unterhaching. Thomas hatte extra einen neuen großen Grill gekauft, auf dem das Grillgut von jedem Platz fand. Es wurden zwei Pavillions aufgebaut. Die Sonne schien zwar sehr, doch durch den Wind war es nicht zu warm. Es mangelte nur an Sitzgelegenheiten. Das nächste mal bringen wir unseren Regiestuhl mit.

Ich hatte das allseits beliebte Erdbeer-Tiramisu gemacht und Rosenmuffins gebacken. Beides war in kürzester Zeit weg. Nachdem ich von all den leckeren Salaten der anderen genascht hatte, hatte ich fast keinen Hunger mehr, um meine Geflügelspieße und die Bio-Bratwürste mit Käse zu essen. Die ganz Mutigen haben im Anschluss noch »Marschmelonen« geröstet.

Natürlich wurde nicht nur gegrillt und gegessen, sondern auch erzählt und gefachsimpelt – nicht nur über Star Trek.

Gegen Abend wurde es kühler und wir beschlossen heimzufahren, weil wir ja nicht gerade um die Ecke wohnen und die Autobahn am letzten Feriensamstag meistens recht voll ist. Aber dieses Mal war es überraschend entspannt; kein Stau und nur wenig Verkehr. So waren wir nach eineinhalb Stunden zu Hause.

Leider war der Akku von unserer Kamera leer und wir konnten keine Fotos machen. Dafür gibt es genügend Bildmaterial im Blog von Sandra.