Hardcore-Idylle

Quelle: heisskaltmusik.de

»Idylle« so heißt das aktuelle Album von Heisskalt. Die Band hat im Gegensatz zu ihren beiden letzten Alben dieses Mal alles selbst in die Hand genommen und das Album eigenproduziert.

Im ersten Augenblick wirken die Stücke auch weniger kraftvoll, als zum Beispiel »Gipfelkreuz« aus dem Album »Vom Stehen und Fallen«. Auch die Reime klingen schlichter. Nach dem ersten Anhören könnte man daher in Versuchung geraten, dass Album als weniger gelungen abzustempeln. Allerdings entfalten die Songs nach mehrfachen Hören eine unerwartete Tiefe. Die Beats knallen und auch die ruhigen Passagen wirken durch die schlichte Abmischung. Bei einigen Songs ist nur die Stimme des Sängers zu hören, bei anderen nur die Gitarre und bei einigen haut das Schlagzeug so rein, dass man durch die Wohnung hüpfen möchte.

Die deutschen Texte sind wie gewohnt kritisch, authentisch und bestechen durch ihren hohem Wiedererkennungswert. Die Band würde ich gern mal Live sehen. Vergangenes Jahr traten sie sogar am Chiemsee auf, aber leider war ich verhindert. Außerdem müsste ich da alleine hingehen, dass traue ich mir dann doch nicht.

Interessant finde ich, dass die Truppe ihr neues Album auf der eigenen Homepage kostenlos anbietet. Dort kann man übrigens auch die Vinyl und die CD kaufen. Ich hoffe, dass sich das für die Musiker aus Sindelfingen/Böblingen ausgeht. Ihre letzten beiden Alben »Vom Stehen und Fallen« und »Vom Wissen und Wollen« habe ich bei iTunes gekauft, und höre sie regelmäßig beim Schreiben. Auch »Idylle« habe ich in meine Punkrock Playlist aufgenommen.

Und hier noch eine Kostprobe vom Album aus dem bandeigenen YouTube-Kanal:

Der erste Deutsche im All

Siegmund Jähn – In der DDR kannte ihn jeder, in der Bundesrepublik nur wenige. Für die einen ist er ein Held, für die anderen nur das Überbleibsel eines totalitären Staates. Er hat den Vaterländischen Verdienstordern erhalten, aber nie das Bundesverdienstkreuz und das obwohl seine Leistung genauso zu würdigen sind, wie die eines Alexander Gerst.

Heute vor 40 Jahren flog der damals 41-jährige als erster Deutscher ins All. Es muss für die Bundesdeutschen ein herber Schlag gewesen sein, dass der erste Deutsche im All ein Bürger der DDR war. Vielleicht deswegen, oder weil der Raumfahrt in der BRD nie so großes Interesse entgegengebracht wurde wie in der DDR, ist er für sie bis heute kein Held. Sicher, er war SED-Mitglied, wie viele andere auch. Er glaubte an die Ideen des Sozialismus. Das diese Ideen von ein paar Oberen missinterpretiert bzw. zum Schaden des eigenen Volkes ausgenutzt wurden, daran konnte auch ein Sigmund Jähn nichts ändern. Warum aber sein Flug ins All noch heute weder von der Bundesregierung noch der Politik gewürdigt werden, ist mir schleierhaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte dem Kosmonauten zum 80. Geburtstag nicht einmal eine Grußkarte und das obwohl sie selbst aus der DDR stammt. Aber vielleicht hätte sie damit für jemanden Partei ergriffen, der in den Augen vieler westdeutscher Politiker mit den Diktatoren des Sozialismus gleichzusetzen ist. Obwohl sein einziges »Verbrechen« darin bestand mit den Sowjets ins All zu fliegen und somit Generationen von Jugendlichen in der DDR ein Vorbild für Mut und Idealismus war.

Das alles ist mir unverständlich, denn da oben im All gibt es keine Grenzen, dort sind wir alle nur Menschen. Das Alexander Gerst Sigmund Jähn als seinen Freund bezeichnet, beweist das Grenzen nur in den Köpfen existieren.

Ein wunderbarer Artikel zu diesem Thema erschien dieser Tage in der ZEIT.

Manische Roboter und Humor aus dem Jahr 222.221

Quelle: Amazon

Ich bin skeptisch, wenn ich von Selfpublishern angeschrieben werde, die um eine Rezension ihrer Romane bitten. Oftmals sind die Texte so unterirdisch, dass ich das E-Book schnell zur Seite lege und in den Mantel des Schweigens hülle. Eine Bewertung solcher Texte ist schwierig und man kann als Rezensent eigentlich nur ins Fettnäpfchen treten. Zu viel Kritik und man wird vom Autor oder der Autorin angegangen, zu viel Lobhudelei würde Betrug am Leser bedeuten.

Das es unter Selfpublishern viele herausragende Autoren gibt, hat nicht zuletzt Madeleine Puljic mit ihrem preisgekrönten Roman »Noras Welten« bewiesen. Zudem kenne ich inzwischen mehrere Autoren, die als Selfpublisher nicht nur erfolgreich im Geschäft sind, sondern auch ihr Handwerk verstehen.

André Nagerski ist einer dieser Selfpublisher, der mich mit seinem Roman »Roboter weinen heimlich« überzeugen konnte. Der studierte Kommunikationswissenschaftler hat mit seinem ersten Science-Fiction-Roman eine vergnügliche Variation des Genres geschaffen, das sich durchaus an Douglas Adams messen kann. Dabei ist die Geschichte um vier Freunde vom Planeten Bop, die ihrer trostlosen Welt entfliehen und sich ins Abenteuer Weltall stürzen, eher simpel. Es mangelt dem Roman ein wenig an Wendungen, aber auch an Spannung. Das ziellose Vorgehen der Protagonisten ist nicht jedermanns Sache. Diese Schwäche macht der Autor durch originelle Ideen und viel Humor wett. Die vielen Anspielungen aufzuzählen, die im Text versteckt sind, ist eigentlich unmöglich. Die originellste Idee war für mich die Speisekarte, die aus dem Speichel des Gastes die passenden Speisen errechnete. Aber auch bei den Namen von Erfindungen, Planeten und Begriffen ist die rheinische Frohnatur des Autors zu spüren.

Was dem Roman leider fehlt, ist der Feinschliff durch einen Lektor. Denn da wechseln die Erzählperspektiven mitten im Kapitel. Hin und wieder stimmen die sprachlichen Details nicht (Fäuste kann man nicht ballen, höchstens Hände. Eine Faust ist quasi schon geballt.) Auch die zusammenbrechenden Spannungsbögen und die manchmal nicht korrekte Verwendung der Zeitformen, sind in diesem Fall aber nur kosmetische Schönheitsfehler, die mein Lesevergnügen nicht schmälerten. (Nun, je nachdem wie pingelig man als Leser ist.) Auch das der Autor die Geschichte oftmals auktorial erzählt, störte mich am Roman nicht, weil er den Leser direkt anspricht.

Mein Fazit: Humor ist schwierig zu schreiben und Humor in der Science Fiction fast noch schwieriger. Allein das nötigt mir vollen Respekt ab. Das André Nagerski die Herausforderung angepackt hat und mit viel Witz und Leichtigkeit zu Papier bringt, sollte honoriert werden. »Roboter weinen heimlich« ist der erste Band einer Trilogie. Band zwei ist bereits erschienen und wird von mir sicher auch gelesen werden. Toll finde ich auch das kunterbunte Cover, das die Geschichte gut illustriert.

»Roboter weinen heimlich« ist als E-Book und Taschenbuch auf Amazon erhältlich. 115 Seiten die sich lohnen.

Eis von oben

Gestern Abend zog ein Unwetter über Waging hinweg, das sich gewaschen hatte. Zunächst blitzte es nur, dann grummelte der Donner. Einer der Blitze schlug in der Nähe ein, denn es krachte ohrenbetäubend und ohne Zeitverzögerung. Als die ersten Hagelkörner fielen, stand ich an der Terrassentür und wunderte mich, was denn da ringsum so entsetzlich lärmte. Es klang, als ob jemand mit Steinen warf. Da schlugen auch schon die ersten Eisbrocken auf der Terrasse ein und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die zwei Zentimeter großen Körner prallten vom Boden ab, Eissplitter spritzen umher und es wurden von Sekunde zu Sekunde mehr. Erschreckt und fasziniert beobachtete ich, wie der Hagel bald eine Eischicht auf dem Boden bildete.

Der Blick aus dem Badezimmerfenster war noch verstörender. Draußen auf der Straße sah es aus, als habe es geschneit. Die Fahrbahn, der Rasen und die Stellplätze vorm Haus waren weiß. Zunehmend kam noch das Regenwasser hinzu. So viel, dass es die Gullis gar nicht schafften und auch weil, die vom Hagel abgerissenen Blätter, sie verstopften. Bald bildete das Wasser auf der Kreuzung einen richtigen See. Die Nachbarn, die gerade mit dem Auto kamen, flüchteten in den Hausflur. Bewohner aus dem Dachgeschoss kamen die Treppe herunter, um sich das Drama aus der Nähe anzuschauen und die gewaltigen Hagelkörner zu fotografieren, die nicht nur auf der Straße einschlugen, sondern auch auf die parkenden Autos.

Wenige Minuten später war der Spuk vorbei. Es regnete nur noch mäßig, das Wasser floss langsam ab, aber es dauerte noch einige Zeit, bis auch das Eis an den Straßenrändern geschmolzen war. Ich kam erst jetzt auf die Idee, dass ich das Ereignis auch im Bild festhalten könnte. Weshalb die Fotos unten nur noch die Nachwirkungen zeigen.

Heute morgen offenbarte sich das ganze Ausmaß beim Anblick unserer Terrasse. Die Erdbeerpflanzen waren blattlos, die Blätter der Himbeere und des Weinstocks hingen in Fetzen herab, überall lag abgerissenes Grünzeug. Sogar den Schnittlauch hatte das Unwetter umgelegt. Die Kehrmaschine der Gemeinde war den ganzen Vormittag unterwegs, um angeschwemmten Dreck und Laub zusammenzukehren. Wie viele Autobesitzer bei ihren Versicherungen heute Hagelschäden angemeldet haben, möchte ich gar nicht wissen. Zum Glück stand unseres in der Tiefgarage.

Video zur Perrypedia

Ben Calvin Hary hat wieder ein tolles Video zur PERRY RHODAN-Serie gedreht. In dieser Folge geht es um die Perrypedi, die einst im Rahmen des PROC entstand, der seit diesem Jahr Teil der PRFZ ist.

Die Perrypedia ist so ungefähr das umfangreichste und größte Fanprojekt, was es für PERRY RHODAN gibt und hat sich zum wichtigsten Recherchewerkzeug für die PR-Autoren entwickelt. Aber auch als Nachschlagewerk für Fans ist die Perrypedia unverzichtbar. Hier kann man den Inhalt jedes Heftes nachlesen oder sich über die Hintergründe der Figuren informieren. Auch die Cover zu jedem Roman kann man in der Perrypedia finden. In meinen Besprechungen zu den NEO-Romanen verlinke ich ausschließlich die Coverbilder aus der Perrypedia, da diese Quelle offiziell von der PR-Redaktion genehmigt ist. In Zeiten der Datenschutzgrundverordnung ein nicht ganz unwichtiges Detail.

So, jetzt hab ich genug geschrieben und lasse lieber meinen Freund Ben zu Wort kommen.

Die Elektrogreise

Der Berg ist nicht steil, aber er ist lang. Jeden Morgen quäle ich mich mit dem Fahrrad die drei Kilometer bergan. Was besonders bei der Hitze, die schon am frühen Morgen herrscht, keinen richtigen Spaß macht. Da ist man auf Arbeit angekommen so durchgeschwitzt, dass man sich duschen und umziehen möchte.

Heute morgen, ich erklimme gerade im zweiten Gang die steilste Stelle der Strecke, als mich zwei ältere Herrschaften überholen. Mühelos und entspannt radeln sie an mir vorbei und sind bald schon hinter der nächsten Biegung verschwunden. Ich grummle vor mich hin, sofern ich genug Luft bekomme, denn ich keuche wie eine Astmatikerin, während ich mühsam vorwärts strample.

Man sollte als halbwegs junger Mensch nicht von alten Leuten auf dem Fahrrad überholt werden … das ist unnatürlich. Gäbe es keine E-Bikes, würde das auch nicht passieren. Ich meine, ich gönne den Rentnern ihre Bewegungsfreiheit. Aber man fühlt sich irgendwie verspottet, wenn zwei siebzigjährige Greise einen milde lächelnd am Berg stehen lassen.

Seufz! Das Schlimme ist, da hilft nicht mal trainieren, denn so schnell wie ein E-Bike werde ich nie diesen Berg hochfahren können. Die einzige Lösung bestünde darin, selbst eins zu kaufen. Aber da warte ich lieber ab, bis ich Siebzig bin.

Kurzentschlossener Kinobesuch

Vergangene Woche beschlossen wir kurzerhand mal wieder ins Kino zu gehen.

Im Vergleich zum letzten Jahr waren wir heuer noch nicht so oft. Was vielleicht auch am mangelnden Angebot liegen mag. Ein Marvel-Blockbuster folgt dem anderen, die gestarteten Animationsfilme haben uns auch nicht so sehr angesprochen. Wobei man bei 7,50 Euro pro Person und das an einem Montagnachmittag, es sich gut überlegt, ob man nicht noch ein paar Monate wartet und sich dann für 12 Euro die DVD oder Blu-Ray kauft, oder den Film für 5 Euro online ausleiht.

Manchen Film sollte man vielleicht im Kino gesehen haben, bei anderen ist das, finde ich, nicht so wichtig. Vor allem das mit dem 3D wird meines Erachtens völlig überschätzt. Meist hält der 3D-Effekt nur die ersten paar Minuten an und verpufft, sobald man in der Geschichte drin ist. Außerdem wird mir beim Ansehen oft schwindlig und gerade für Brillenträger ist es kein großes Vergnügen. Deshalb mag ich 3D-Filme im Kino eigentlich gar nicht so sehr.

Ach so! Was ich mir angesehen habe? Kein 3D-Film sondern »MamaMia 2«. Entgegen der durchwachsenen Kritiken gefiel mir der Film sehr gut. Die Geschichte war interessant, die Schauspieler gut ausgesucht und die Musik ist sowieso zeitlos. Das einzige: ich hätte eine Packung Taschentücher einstecken sollen. Nicht nur einmal kamen mir während des Films die Tränen. Eine Kinobesucherin schluchzte am Ende so laut, dass man sie mehrere Reihen weiter vorn noch hörte. Auch das ist ein Grund, sich manche Filme lieber nicht im Kino anzusehen. Zuhause sieht einen niemand heulen.

Spinnenmama und Schwalbenkinder

Spinnenmama mit Kindern

Am Wochenende entdeckten wir auf unserer Terrasse eine Spinne, die von vielen winzigen Punkten umgeben war. Ich nahm kurzerhand die Kamera und fotografierte das Tierchen, aber erst das Blitzlicht offenbarte die Details. Es war eine Spinnenmama mit ihren Kinderchen. Das habe ich so auch noch nicht gesehen.

Im Spätsommer geschlüpften Spinnen bleiben nicht lange zusammen, weil sonst das Nahrungsangebot knapp würde. Deshalb krabbeln sie bald auseinander und nutzen einen selbstgesponnenen Faden, um sich damit vom Wind davon tragen zu lassen. Weshalb die Luft im Altweibersommer voller Spinnenfäden ist.

Jungschwalben

Und noch ein Zeichen für den herausziehenden Herbst habe ich vergangenen Woche beobachtet. Die jungen Rauchschwalben, die im Haus meiner Eltern geschlüpft sind, sammelten sich, um die große Reise in den Süden anzutreten. Wahrscheinlich waren auch die Jungschwalben aus der Nachbarschaft da, denn es herrschte an dem Morgen großer Andrang und ein ziemliches Gezwitscher. Aufgereiht saßen sie eine Weile auf der offenen Tür, bevor sich der ganze Schwarm mit lautem Piepsen und Zirpen in den blauen Sommerhimmel erhob.

Schön, was man alles entdecken kann, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.

Und weg ist sie

Heute haben wir unsere Wohnung verkauft. Gerade mal eine Woche stand sie im Internet, heute hat sie dann jemand nach der Besichtigung sofort gekauft.

Es fühlt sich schon ein bisschen komisch an. Ab Oktober sind wir weg und wohnen woanders. Wir ziehen zwar nur ins Nachbarhaus, aber trotzdem. Unsere 53 Quadratmeter sind uns irgendwie ans Herz gewachsen. Meinem Mann noch mehr als mir. Er wohnt ja schon sehr viel länger drin als ich, genaugenommen zehn Jahre länger. So richtig eingezogen bin ich erst 2013, bis dahin hatte ich noch meine Wohnung in München. Und auch damals hat es sich komisch angefühlt, als ich dort ausgezogen bin.

Dabei ziehen wir in eine wunderschöne und vor allem große Wohnung. Bis dahin müssen wir noch vieles erledigen. Zumindest haben wir schon mal mit dem Ausräumen angefangen. Die schiere Masse an Büchern, DVDs und Blu-Rays hat uns schon mal sehr überrascht.

Was mir noch fehlen wird, sind die aufregenden Ereignisse vor unserem Haus. Wir wohnen an einer Kreuzung, wo hin und wieder so einiges passiert. So wie heute Morgen als sich wieder mal ein LKW verfahren hat und nicht um die Kurve kam. Ich hörte erst den Laster und dann das Knirschen, da hatte der Anhänger schon das parkende Auto mitgenommen. Das geschieht mit großer Regelmäßigkeit. In der neuen Wohnung blicken wir dann ins Grüne und aufs Käsewerk.