Alles nur Schein?

Nachdem ich heute den ganzen Tag mit dem Redigieren von Texten (meinen eigenen und dem eines anderes Hobbyautors) verbracht habe, stelle ich mal wieder fest, dass jeder von uns die gleichen Fehler begeht.

Anscheinend ist vielen aus dem Deutschunterricht nicht mehr geläufig, dass zwischen „scheinbar“ und „anscheinend“ ein Unterschied besteht. Seit dem ich da genau hinsehe, fällt mir auf, wie oft das verwechselt oder falsch benutzt wird.
„Scheinbar“ verwendet man nur, wenn es sich um einen offensichtlichen Schwindel oder eine Falschaussage handelt. Bei „anscheinend“ scheint es tatsächlich so zu sein. Welche Form davon die Richtige ist, kann man leicht feststellen. Wenn man vor „scheinbar“ ein „nur“ setzen kann, ist die Formulierung richtig, wenn es nicht geht, dann muss man „anscheinend“ verwenden.
Also kurz zusammengefasst: Bei scheinbar trügt der Schein; bei anscheinend dagegen ist es tatsächlich so.

Das nächste Mal erzähle ich etwas über „das Gleiche“ und „dasselbe“. Das wird auch gerne mal verwechselt.

Ein Jahr „Christinas Multiversum“

Der heutige Tag ist etwas Besonderes. Genau heute vor einem Jahr habe ich meinen ersten Blogeintrag geschrieben. Inzwischen sind 366 Einträge dazugekommen. Eine Zahl, die mich selbst überrascht, auf die ich aber auch ein wenig stolz bin. Ich habe es geschafft, jeden Tag etwas zu schreiben. Manchmal fiel es mir schwerer, meist jedoch leicht und immer war ich mit ich viel Freude bei der Sache. Ich wollte mich testen, ob ich wirklich jeden Tag etwas schreiben kann. Es hat funktioniert und es macht mir immer noch so viel Spaß, dass ich damit fortfahren werde.

Ich schrieb ja bereits, dass ich es nur für mich selbst tue. »Ego-Bloggen« nennt man das im neudeutschen Jargon. Das klingt auf den ersten Ton etwas egoistisch und vielleicht ist es das auch. Mir geht es hauptsächlich darum, schreiben zu trainieren und manchmal auch einfach nur um »Dampf abzulassen«. Schreiben ist für mich wie eine Therapie, auch wenn sich dass vielleicht ein wenig merkwürdig anhört. Und wenn ich dann, dem Menschen, der meine Einträge liest, ein Lächeln ins Gesicht zaubern oder zu einem Kommentar verleiten kann, ist das die schönste Bestätigung, die ich bekommen kann. Dafür lohnt es sich, die halbe bis eine Stunde ins Schreiben eines Blogeintrages zu investieren.

In diesem Sinne: Vielen Dank an all meine Leser! Mögen sie auch in Zukunft viel Spaß mit meinen Texten haben.

Schreibherkunft

Ha! Da frage ich mich seit Jahren, von welchem Familienzweig ich meine schriftstellerische Ader geerbt habe, weil weder meine Eltern noch meine Großeltern irgendetwas in dieser Richtung getan hatte. Und dann telefonierte ich heute morgen mal wieder mit meiner Tante, die übrigens mit ihren über Achtzig ein echtes Original ist, dass man erlebt haben muss. Mit ihr sprach ich über meine literarischen Ergüsse und meinen Blog. Da erzählte sie mir, dass mein Onkel (der Bruder meiner Mutter) immer Artikel für die lokale Zeitung geschrieben hätte und sich mit dem verdienten Geld den einen oder anderen Wunsch (zum Beispiel einen Fotoapparat) erfüllen konnten. Da war ich baff! Das wusste ich nicht.

Jetzt weiß ich, woher meine Leidenschaft fürs Schreiben kommt, nämlich aus der mütterlichen Linie. Es fragt sich nur ob von meiner Großmutter oder meinem Großvater. Ich tippe auf Erstere, weil die Schwester meiner Großmutter eine sehr intelligente Frau war, die als Diakonieschwester in Brasilien gelebt hat und von der noch viele Briefe bei uns herumliegen. Vielleicht sollte ich die mal lesen.

Risiken und andere Wirkungen

„Halten Sie Ihre Beschreibungen präzise schwammig!“ – so die Anweisung in einem Webinar über das Erstellen einer Risikoanalyse von Maschinen.

Aha, dachte ich mir, abgesehen von der brillanten Formulierung, ist dieser Rat gar nicht so dumm. Zum einen macht es die Beschreibungen beliebig austauschbar, sprich, einmal erstellt, können sie immer wieder verwendet werden, zum anderen hält man sich somit eventuelle Klagen vom Leib.

Spannend, auf was man alles aufpassen muss, wenn man einem Gerät oder einer Maschine eine CE-Kennzeichnung verpassen möchte. Die Risikoanalyse ist dabei nur ein benötigtes Kriterium, man muss außerdem sicherstellen, dass die Konstruktion des Gerätes oder der Maschine den gängigen Normen entspricht. Und wie das so ist, gibt es da hunderte verschiedener Normen zu allen möglichen Bereichen. Die Kunst ist, herauszufiltern welche Norm auf das Produkt zutrifft und wie sich die dafür auslegen lässt.

Kein Wunder, dass mir momentan etwas der Kopf raucht, da schreibe ich doch lieber zehn Science-Fiction-Romane, als mir „präzise schwammig“ Sicherheitsbestimmungen aus den Fingern zu saugen.

Es ist gelinde gesagt frustrierend! Ich habe definitiv den falschen Job.

Belgischer Klassiker

Wenn man sich ein wenig in der Literaturszene umhört, so taucht unter all den Autoren, die man als Schreibschüler unbedingt gelesen haben muss, stets und ständig ein Name auf.

„Georges Simenon“

Viele kennen ihn als Autor der Kommissar Maigret Kriminalromane. Aber er hat sehr viel mehr verfasst. Simenon war ein Vielschreiber, anders kann ich es nicht bezeichnen, wenn ich mir die Liste seiner Werke ansehe: 193 Romane und 167 Erzählungen; dazu Essays, Reportagen, Drehbücher, Theaterstücke und und und. Das er selbst nach seinem Tod 1989 immer noch so populär ist, dass selbst große Autoren ihn verehren, muss einen Grund haben.

Was ist es, dass diesen Mann so besonders macht? Das fragte ich mich und habe ein paar seiner Nicht-Maigrets gekauft. Bereits vor einiger Zeit las ich „Der Kater“ (der Roman wurde in Deutschland sogar verfilmt) und heute morgen beendete ich „Bellas Tod“. Simenons Texten haftet tatsächlich eine gewisse Besonderheit an, die schlecht zu beschreiben ist. Aber Beschreiben ist das richtige Stichwort. Der Autor kann Orte, Personen und Situationen mit wenigen passenden Worten so perfekt wiedergeben, dass sich die Bilder im Kopf regelrecht festsaugen.
Es dauert eine Weile, bis man sich in seinen besonderen Stil eingelesen hat, aber wenn es einen gepackt hat, legt man das Buch nicht eher aus der Hand, bis man es ausgelesen hat. Interessanterweise bleibt die Handlung eines Simenon Romans nur bedingt in der Erinnerung haften, dass was man nach dem Lesen behält, ist eher der Eindruck von Personen und Handlungsorten. Das macht seine Geschichten so faszinierend; man kann sie immer wieder lesen, ohne sich zu langweilen.

Schön an Simenons Werken ist ihre Knappheit. Man wird auf keiner Seite langatmige Erklärungen finden. Keines seiner Bücher ist ein dicker Wälzer. Er sagt, was gesagt werden muss und nicht mehr. Ich wünschte, dass sich viele moderne Bestsellerautoren ähnlich beschränken würden.

Meine kleine Bibliothek an Romanen des belgischen Autors wird sich in Zukunft sicher noch erweitern und ich werde vielleicht über den einen oder anderen berichten.

Vorläufiger Abschied

Von all dem was uns im Leben widerfährt, gehören Abschiede wohl zum schwersten, besonders dann wenn man sich von einem Menschen trennen muss, der einem wichtig war. Nun ist das in meinem Fall vielleicht nicht so tragisch wie es sich momentan anhört, aber es geht mir dennoch nahe.

Wenn wir heute Abend nach München zum Trekdinner fahren, werde ich mich für die nächste Zeit von einer langjährigen Freundin und Hobbyautorin verabschieden müssen. Sie zieht nach Frankfurt und wird sich dort nach der Geburt ihres Kindes ganz ihrer Rolle als Mutter widmen. In den vergangenen Jahren, seit sie zum ersten Mal am Trekdinner teilgenommen hat, haben wir viel Spaß gehabt, sind zwei Mal zusammen zu FEDCON gefahren, haben der Begegnung mit unserem gemeinsamen Idol Alexander Siddig entgegenfiebert und haben viele intensive Gespräche übers Schreiben geführt. Für einen Autor ist der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig und ein sprudelnder Quell an Inspirationen. Vielleicht trifft es die Aussage „sich gegenseitig Befruchten“ am ehesten. Wir haben beim Austausch unserer Star Trek-Fanfiction-Geschichten viel voneinander lernen können, zum Beispiel über den korrekten Einsatz des Konjunktiv II.

Ich hoffe sehr, dass wir in Verbindung bleiben werden, weil ich ihre Ratschläge als Autorin schätze. Ganz sicher werde ich unsere Gespräche vermissen. Und auch wenn es Telefon und E-Mail gibt, ist es doch nicht dasselbe, als wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt.

Liebe Yvonne, ich wünsche Dir alles Gute und Danke dafür, dass ich Dich ein Stückchen auf Deinem Weg begleiten durfte.

Abschied YvonneMehr Fotos vom Abschieds-Trekdinner gibt es hier.

Kurzgeschichte im Druck

Ich habe eine sehr persönliche Kurzgeschichte geschrieben, die ich nicht zu veröffentlichen gedenke, weil sie als Geschenk an einen besonderen Menschen gedacht ist. Damit sie aber einen professionellen Rahmen bekommt, habe ich die Geschichte jetzt in ein schickes Layout gesetzt und ein schönes Cover dazu gezeichnet.

Zum Glück gibt es heute eine Vielzahl von Anbietern, bei denen man seine Werke als richtige Bücher drucken kann. Ich habe mich in diesem Fall für epubli entschieden, weil es mir von einer Freundin empfohlen wurde. Ich halte ja eigentlich nichts von Druckkostenzuschussverlagen. Aber epubli macht das ganze sehr transparent. Es gibt einen sogenannten „Preisrechner“, so das man bereits vorab genau weiß, was auf einen zukommt.

Auch die Webseite des Anbieters macht einen professionellen Eindruck. Man kann aus mehreren Optionen wählen: „E-Book veröffentlichen“, „Buch drucken“ oder „Buch veröffentlichen“. Ich habe mich für die „Buch drucken“ Option entschieden, weil ich ja keine Veröffentlichung anstrebe. Möglich wäre es aber, weil sich epubli dann nicht nur um den Druck, sondern auch um ISBN-Nummer und Vertrieb kümmert. Allerdings muss man als Autor dafür bezahlen und wenn das eigene Buch nicht gerade ein Bestseller wird, glaube ich kaum, dass man die Kosten dafür wieder hereinbekommt.

Nun warte ich gespannt auf mein bestelltes Druckwerk. Wenn es mir gefällt und ich keine Fehler mehr darin entdecke, kann ich so viele Exemplare nachbestellen wie ich möchte. In meinem Fall liegen die Kosten von 2,50 Euro pro Ausgabe im überschaubaren Bereich. Nun gut, die Geschichte hat ja auch nur dreißig Seiten.

Zwischenstand beim Geheimprojekt

In dieser Woche habe ich mal wieder etwas für mein Geheimprojekt getan. Nach dem es seit Mai ruhte, war es einigermaßen schwer wieder hinein zu finden, weil es so ganz anders ist, als die gewohnten SF-Geschichten, die ich sonst schreibe.

Eigentlich war der Roman für ein erwachsenes Publikum gedacht, aber inzwischen wird er immer mehr zu einem Jugendbuch. Mal sehen! Ich bin selbst neugierig, wohin mich die Figuren noch führen werden. Ich entdecke jedes mal etwas Neues an ihnen, das die Geschichte weiter vorantreibt. Dabei ist mir der Held meines Romans so völlig fremd, wie es ein Mensch nur sein kann. Manchmal finde ich ihn richtig sympathisch und manchmal kann ich ihn überhaupt nicht leiden, weil er Dinge tut, die nicht nett sind.

Der Plot wird über drei Akte gehen und einen Prolog, ein Zwischenspiel sowie einen Epilog beinhalten. Prolog und erster Akt sind schon fertig. Ich schreibe gerade am Beginn des zweiten Aktes und das Manuskript besteht schon aus zirka sechzig Normseiten. Da muss ich noch einiges tun, bevor die Geschichte ansatzweise fertig ist.

Qualvolle Heimarbeit

Seit dem Aufstehen ist es in der Wohnung schwülwarm und es scheint von Stunde zu Stunde heißer zu werden. Auf der Terrasse sind es 34 Grad im Schatten. Die Bohnen haben wegen der intensiven Sonnenstrahlung bereits das zeitliche gesegnet und wir mussten sie gestern Abend gewissermaßen „Noternten“. Ich sitze vorm Computer und bearbeite ein Manuskript, aus den Lautsprechern dringt, passend zum Text, der Soundtrack zu Star Trek von Michael Giacchino, begleitet vom Jaulen der Flex, mit der der Nachbar an seinem Auto herumschleift.

Der Schweiß rinnt mir den Rücken hinunter auch ohne das ich mich bewege. Ich vermisse mein kühles Arbeitszimmer im Haus meiner Eltern, doch dort haben heute morgen die Handwerker den Fußboden herausgerissen – Wasserschaden. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich wieder dorthin zurückziehen kann.

Zu allem Überfluss will mir heute irgendwie nichts gelingen, weder Erzählperspektivisch noch das Beschreiben von Szenen. Zumindest die Kommafehler springen mir ins Auge, auch wenn ich wahrscheinlich immer noch zwanzig Prozent davon übersehe. Ich brauche definitiv mal wieder Abstand zu dem Text, sonst wird das nie was und bei dieser Hitze schon gar nicht.

Auf dem Schreibtisch warten die Notizen zu Story-Ideen und der Entwurf eines Exposés (den ich letzte Woche im Zug handschriftlich ausformuliert habe) darauf, eingetippt zu werden. Mir scheint, als arte meine Schreiberei gerade in Stress aus. So habe ich mir das nicht vorgestellt …

Traurige Poesie

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie passt das Gedicht aus den frühen Neunzigern zu meiner heutigen depressiven Stimmung.

 

Schatten schweifen durch die Nacht
Nebelbänke hüllen sie ein
Das Herz leer
wie die Nester der Vögel im Winter
Noch brennen sie die Kerzen
wenn die Letzte verlicht
wird es dunkel sein
Dunkel und still
wie am Anfang der Zeit