Neues aus dem Pubertierzoo

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Ein paar höchst vergnügliche Stunden bescherte mir dieser Tage Jan Weiler. Sein neuestes Buch »Im Reich der Pubertiere« erstand ich im Rahmen der Leipziger Buchmesse und bekam es dort auch vom Autor signiert. Nachdem ich daheim aber nicht gleich zum Lesen kam, schnappte es sich kurzerhand mein Mann. Der kicherte dann drei Abende lang auf der Couch vor sich hin, so dass ich vor Neugier schier platzte.

Auch ohne ein eigenes Pubertier zuhause zu haben, hatte ich viel Spaß an den scharfzüngigen Texten. Weilers Erfolgsgeheimnis ist, dass er sich selbst nicht ernst nimmt. Mit großer Lockerheit erzählt er allzu menschliches aus dem Zusammenleben mit seinen pubertierenden Kindern. Dass er als Vater plötzlich nicht mehr ernst genommen wird und nur noch als Chauffeur dient, ist nur ein kleiner Teil der Geschichte. Stets ironisch und mit herzlichem Humor berichtet der den Lesern aus dem Pubertierlabor oder weiht sie ein, in die kleinen und großen Geheimnisse des Pubertierlebens. Man merkt, dass der Autor mit einer guten Beobachtungsgabe gesegnet ist, denn seine Beschreibungen sind treffend und die Dialoge lebensnah. Dabei ist er sich nie zu schade, auf die eigenen Schwächen einzugehen.

Wirklich beeindruckt hat mich aber das Nachwort. Die ernsthafte Auseinandersetzung mit seiner Rolle als Vater und dem Los der heutigen Jugend, die im Dschungel der medialen Dauerberieselung die Orientierung zu verlieren droht, war großartig geschrieben. Er spricht über den Jugendwahn, der die Eltern auf die gleiche Stufe mit ihren Kindern stellt und den Jugendlichen damit erschwert, sich von den Erwachsenen abzugrenzen. Danke für so viel ehrlichen Scharfblick!

Mein Fazit: Die kleinen Geschichten erfreuen nicht nur das Herz leidgeprüfter Teenager-Eltern. Jan Weilers Nachwort regt auch zum Nachdenken an, über eine Gesellschaft, die ihre Jugend nicht ernst nimmt, im gleichen Zug aber von ihr fordert, in Zukunft die Fehler zu korrigieren, die heute gemacht werden.

Geschichten vom Rand der Gesellschaft

BukowskiAuf Empfehlung eines guten Freundes, der um meine schmutzige Phantasie bemüht war, las ich »Fuck Machine« von Charles Bukowski.
So gesehen bin ich eigentlich zu alt für Bukowski. Das ist Literatur, die man lesen muss, wenn man jung ist, so zumindest wurde mir das mal erklärt. Aber vielleicht bin ich ja jünger, als ich dachte, denn ich fand die Kurzgeschichten aus dem Buch allesamt stark.

Die Erzählungen in »Fuck Machine« handeln von Sex, Brutalität und Erniedrigung in mitunter sehr grausamen Details. Manche tragen sogar phantastische Züge wie »15 cm« oder »Fuck Machine«. In ersterer geht es um einen Mann, der von einer Hexe langsam auf 15 cm geschrumpft wird und in der Zweiten um eine, von einem deutschen Professor gebaute, Androidin, die als Sexobjekt benutzt wird. Weiteren Geschichten erzählen von Sex mit Toten, Gewalt gegen Homosexuelle und Totschlag. Die assoziierten Bilder sind bisweilen unerträglich und es ist kein Stoff, den man mal so nebenbei liest.

Dennoch faszinierte mich der amerikanischen Autor, der 1920 in Deutschland geboren wurde, und das liegt meiner Meinung nach an seinem klaren und direkten Stil. Er erinnert ein wenig an die knappe Erzählweise von Georges Simenon. Nur treibt Bukowski das Ganze noch weiter. Kurze Sätze, präzise Dialoge und eine gnadenlose Direktheit zeichnen seine Geschichten aus. Alles hört sich hart und drastisch an, aber gleichsam auch zutiefst menschlich. Seine Figuren sind Menschen am Rand der Gesellschaft: Alkoholiker, Penner, Kriminelle oder Prostituierte. Er nimmt sich da nicht aus, denn in einigen der Geschichten stellt er sich selbst als mittelloser Schriftsteller in den Fokus. Und genau diese Selbstironie macht seine Geschichten so glaubwürdig.

Fazit: Großartige Literatur, die sicher nicht jedem gefallen wird und nicht für jeden geeignet ist.

Eine Lektion für einen Autor

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Es ist schon erstaunlich, in wie vielen Filmen es um Schriftsteller geht, die mal mehr, meistens aber weniger erfolgreich sind. So auch im Film »Wie schreibt man Liebe«.

Der Oscarprämierte Drehbuchautor Keith Michaels hat seinen Höhepunkt längst überschritten. Nach mehreren Flops und einer Scheidung steht er kurz vorm finanziellen Ruin. Sein einziger Ausweg scheint einen Dozentenstelle an einer unbedeutenden Universität an der Ostküste zu sein. Michaels nimmt die Stelle an, obwohl er der Meinung ist, dass man Schreiben nicht lernen kann und Talent das einzige ist, was man braucht, um Schriftsteller zu sein. Vor Ort schlittert er erst einmal in eine Affäre mit einer blutjungen Studentin und gerät mit einer einflussreichen Kollegin aneinander. Aber auch sein Unterricht läuft alles andere als glatt. Wenn da nicht die aufgeweckte Holly wäre. Die Mutter von zwei Kindern ist davon überzeugt, dass man alles lernen kann und überredet Keith, sie in seinen Drehbuchkurs aufzunehmen. Von da an beginnt er zu verstehen, dass Schreiben mehr als nur Talent ist.

Ich mag Filme mit einer klaren Botschaft und ich mag die etwas unbeholfene Art von Hugh Grant. Grund genug für mich den Film zu kaufen. Ich wurde nicht enttäuscht. Die lockere Komödie mit vielen sympathischen Darstellern mag kein großen Kino sein, aber sie unterhält. Sie vermittelt außerdem ein paar Weisheiten zum Schreiben und gibt Einblick in die Probleme von Hollywood-Autoren. Es ist ein menschlicher Film über die Kluft zwischen Träumen und Realität und wie man diesen Abgrund überwinden kann.

Marisa Tomei und Hugh Grant sind kein Traumpaar, zeigen aber, dass zwei Menschen jenseits ihrer Jugend durchaus noch Träume haben dürfen.

Ost-West-Konflikt

Die Spezialisten – Im Namen der Opfer, »Die Mädchen aus Ost-Berlin«

Nachdem ich von der letzten Folge der Spezialisten reichlich enttäuscht war, überraschte mich die von letzter Woche um so mehr. Die Episode war richtig gut. So gut, dass selbst mein Mann begeistert zugesehen hat.

Das Skelett, dass in einer Sickergrube einer Ostberliner Laube gefunden wurde, entpuppt sich sehr bald als ein Westberliner, der in den Achtzigern dort mit seinen Ostdeutschen Freunden gefeiert hatte und nicht nur mit den. Der kleine Angestellte machte einen auf großen Gönner und sich so an die ostdeutschen Frauen ran. Das hatte irgendwann Konsequenzen. Eine verließ ihren Freund und wurde schwanger. Doch irgendwann im Oktober 1986 verschwand er spurlos. Die junge Frau wartete vergeblich auf den Vater ihres Kindes und brachte eine Tochter zur Welt. Die ist inzwischen neunundzwanzig und Vollweise, weil ihre Mutter Mitte der Neunziger bei einem Motorradunfall starb.
Zunächst tappt das Ermittlerteam um Mirko Kiefer im Dunkeln, bis sie feststellen, dass der Tote erschlagen wurde. In Frage kommen eigentlich nur die ostdeutschen Freunde von damals. Es stellt sich die Frage: war es Eifersucht und waren Drogen im Spiel, oder war das Motiv ein völlig anderes …

Die Geschichte fasziniert und das nicht nur wegen ihrer Figuren und deren Schicksal. Das war von vorn bis hinten durchdacht und ich war am Ende tatsächlich vom Motiv des Täters überrascht. Die kleinen Sticheleien unter den Kollegen aus Ost und West waren genauso spannend, wie das Schicksal der jungen Frau, die ohne Eltern aufwuchs und am Ende wieder eine Familie in Form von Großeltern bekommt.

David Rott und Valerie Niehaus überzeugen in ihren Rollen. Ebenso wie Merlin Rose der Darsteller des technikaffinen Jannik, der nur mittels Smartphone ansprechbar ist. Tolle Szene, übrigens. Und auch die Neue, gespielt von Narges Rashidi, bringt wieder Schwung in das erlahmte Beziehungschaos der beiden Hauptfiguren. Davon möchte ich gern mehr sehen.

Zoomagination

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Trotz des lustigen Trailers war ich anfangs skeptisch. Wie kitschig würde der Film sein und könnte er eine klare Botschaft vermitteln? Schließlich handelte es sich nicht um einen Pixar-Film, sondern um einen reinen Disney-Film. Wobei Pixar damals ja eigentlich Disney gekauft hat und nicht umgedreht, aber das ist eine andere Geschichte.

Am Samstag konnte ich mich dann im Kino überzeugen und war am Ende echt angetan. »Zoomania« ist nicht nur ein lustiger und aufwendiger inszenierter Animationsfilm, sondern er kommt mit einer höchst aktuellen und ziemlich konkreten Botschaft daher.

In einer Welt ohne Menschen haben sich die Säugetiere weiterentwickelt. Sie tragen Kleidung und leben in friedlicher Koexistenz zusammen. Die Raubtiere fressen keine Beutetiere mehr, sondern … Na, ja, dass wurde nicht so richtig thematisiert, aber egal. Die meisten leben in der großen Stadt Zoomania. Die Häsin vom Lande, Judy Hopps, will unbedingt Polizistin werden, obwohl ihr jeder einzureden versucht, dass Hasen dort nichts zu suchen haben. Sie lässt sich nicht beirren und arbeitet hart an sich, bis sie es schafft und in den Innenstadtbereich des ZPD (Zoomania Police Department) versetzt wird. Doch der Traum zerplatzt an den Anfeindungen der aus großen starken Tieren bestehenden Kollegen. Sie muss als Politesse Strafzettel verteilen, statt Verbrecher jagen. Wenn da nicht der Kleinganove und Fuchs Nick Wild wäre. Durch ihn wird sie in den größten Entführungsfall Zoomanias verwickelt und kann ihn lösen. Die »entführten« Raubtiere verhalten sich wie ihre wilden Vorfahren und wurden deswegen weggesperrt. Doch damit beginnen die Probleme erst. Denn plötzlich gelten alle Raubtiere als böse und sehen sich systematisch Vorurteilen ausgesetzt. Die Bevölkerung Zoomanias bekommt einen tiefen Riss und das so hochgelobte friedvolle Zusammenleben ist dahin. Judy zieht sich enttäuscht ins Dorf ihrer Kindheit zurück und arbeitet auf der Möhrenfarm der Eltern. Bis zu dem Tag an dem sie erkennt, dass hinter den Entführungen mehr steckt, als sie geglaubt hat. Zusammen mit Nick Wild versucht sie die wahren Schuldigen zu entlarven.

Wer anfangs glaubt, dass es sich hier um das Märchen vom Tellerwäscher handelt, der zum Millionär wird, nur weil er hart an sich arbeitet, täuscht sich. Auch wenn immer wieder propagiert wird, dass man alles werden kann, wenn man es nur genug will. So ist das nicht die Kernaussage des Films. Denn Judy Hopps erfährt sehr schnell, dass das Arbeitsleben kein Zuckerschlecken ist. Vor allem nicht, wenn man bei der Polizei arbeitet als Kleine unter Großen, da werden Klischees gewälzt und Vorurteile gepflegt. Die eigentliche Botschaft ist im Grunde eine andere. Es geht um die Vorurteile zwischen Raubtieren und Beutetieren. Denn erstere sind in der Minderheit und stehen plötzlich im Fokus. Unschuldig dem Hass und den Vorurteilen ausgeliefert. Es ist ungemein spannend, wie aktuell dieses Thema ist und wie es von den Figuren transportiert wird. Denn am Ende entpuppen sich die Braven als die Bösen. Und witzigerweise sind es mal wieder machtbesessene Politiker, die Arges im Schilde führen.

Es sind vor allem die liebevoll erzählten Details, die den Film besonders machen. Judys Ankunft mit dem Zug erinnerte mich stark an »Die Tribute von Panem«. Der Nudisten-Klub, in dem die Tiere keine Kleidung tragen, war ein echter Seitenhieb auf die amerikanische Prüderie. Die Sache mit den Faultieren in der Zulassungsbehörde richtete sich gegen alle Beamten der Welt. Was für grandiose Ideen!

Ich bin immer noch völlig hin und weg. Diesen Film werde ich mir sicher noch öfter ansehen.

Was ich aber so gar nicht verstehe ist, warum man für den Film drei Titel braucht. Im Original heißt er »Zootopia«. Aber, weil man wohl glaubte, dass die deutschen Zuschauer die Kombination aus Zoo und Utopia nicht verstehen, machte man für den deutschen Markt »Zoomania« (also Zoo und Manie – wegen der wilden Tiere) daraus. Während der Film in Großbritannien »Zootropolis« heißt. Seltsame Logik.

Bildungslücke gestopft

Gestern habe Abend habe ich eine Bildungslücke stopfen können. Im Bayrischen Fernsehen lief der Film »Die Reifeprüfung« mit Dustin Hoffman. Man hat ja schon viel von dem Film gehört und ich habe auch die moderne Fortsetzung »Wo die Liebe hinfällt« gesehen, aber noch nie das Original.

Für heutige Verhältnisse ist der Film träge und wenig spektakulär. Damals muss er ziemlich eingeschlagen haben. Allein das Thema, in dem das Verhältnis eines jungen Mannes zu einer ältere verheirateten Frau gezeigt wird, war Ende der Sechziger ein echter Tabubruch. Als Actionverwöhnter Zuschauer des einundzwanzigsten Jahrhunderts muss man jedoch sehr viel Geduld aufbringen. Der Film erzeugt Spannung aus seiner Langsamkeit. Die Einstellungen sind lang und behäbig. Es gibt viele Nahaufnahmen und wenig Totale, was den Zuschauer zwingt seine eigene Fantasie einzusetzen. Die sparsamen Dialoge wirken eher emotionslos und reißen die dahintersteckende Thematik nur an. Niemand würde heutzutage noch so erzählen, geschweige denn einen Film drehen. Es gehört einiges dazu, sich auf den Film einzulassen. Ja, er ist zurecht ein Klassiker und das nicht nur wegen des Themas, sondern auch wegen der unsterblichen Musik von Simon & Garfunkel. (Der Ohrwurm »The sound of silence« spukt mir heute immer noch im Kopf herum.) Angeblich gibt es im Original auch einen Sprecher aus dem Off, der ähnlich wie bei einem Dokumentarfilm die Handlung erklärt. Bei der deutschen Fassung hat man das zum Glück weggelassen.

Das absolute Aha-Erlebnis hatte ich aber beim Anblick des jungen Dustin Hoffman, der im Film einen zwanzigjährigen spielt, obwohl er zu dem Zeitpunkt bereits dreißig war. Ich weiß jetzt, warum man ihn für die Rolle in »Rainman« ausgesucht hat. Nicht nur weil er ein brillanter Schauspieler ist, sondern weil er eine verblüffende Ähnlichkeit mit Tom Cruise hat, der ja in »Rainman« seinen Bruder spielt. Sieht man sich Hoffman in »Die Reifeprüfung« an, so sieht man, vor allem im Profil, einen jungen Tom Cruise, besonders wenn er eine Sonnenbrille trägt. Das hat mich den ganzen Film über beschäftigt.

Ich dachte immer, »Die Reifeprüfung« wäre eine Komödie. Dem ist aber überhaupt nicht so. Der Streifen ist ein echtes Drama, dass die Perspektivlosigkeit der Jugend und das erstarrte Leben einer Frau in einer konservativen Gesellschaft zeigt.

Die Flucht der Serenity

Quelle: Moviepilot.de

Vor ein paar Wochen lobte ich an dieser Stelle die kurzlebige Serie Firefly. Inzwischen habe ich mir auch den Film zur Serie angesehen.

Es lohnt sich. Die Serienmacher haben der Serie ein würdiges Ende verliehen. Man merkt dem Film das höhere Budget an. Die Effekte waren viel besser und auch vom Schiffsinneren bekommt man im Film mehr zu sehen. Die äußeren Welten waren nicht mehr ganz so archaisch ausgerüstet, wie in der Serie (also ohne Pferde und Planwagen). Somit wirkte das ganze stimmiger. In einem Rückblick erfährt man endlich auch, wie die Menschen von der Erde in das System mit den vielen Welten gekommen sind. In Sachen Terraforming haben sie es sehr weit gebracht, vielleicht zu weit, wie man am Ende des Films begreift.

Die Handlung dreht sich hauptsächlich um River und warum sie von der Allianz gesucht wird. Durch einen toll gemachten Trick erlebt man, wie sie von ihrem Bruder aus den Fängen der Allianz befreit wurde. Der Bösewicht in Form eines Agenten der Allianz ist River und der Crew der Serenity auf der Spur und zeigt sich hartnäckig und überlegen, zugleich aber auch vielschichtig. Er handelt allein aus der Überzeugung, das richtige zu tun. Bis er am Ende von Captain Reynolds eines besseren belehrt wird.

Die Handlung ist dicht gepackt, ständig passiert etwas Unvorhergesehenes. Der Showdown ist eine atemlose Abfolge von Actionszenen, die zwar gut gemacht sind, aber für mich schon fast ein bisschen zu viel waren. Bis dahin erlebt man mit, was in der Zwischenzeit auf der Serenity geschehen ist und warum Inara und Shepherd das Schiff verlassen haben. Nur, warum sich Captain Mal Reynolds so stark verändert hat, bleibt dem Zuschauer ein Rätsel. Er tritt im Film deutlich härter und erbarmungsloser auf. Dieser Bruch in der Figur ist etwas, was mich den ganzen Film über gestört hat, weil man nicht weiß, wieso. Mit dem Tod von Wash und Shepherd sowie der beinahe Zerstörung der Serenity wird der Hoffnung auf eine mögliche Fortsetzung ein Ende gesetzt. Für mich war der Schritt zwar konsequent, wenn auch nicht unbedingt notwendig.

Den Schauspielern sieht man an, dass sie um ein paar Jahre gealtert sind. Summer Glau als River bekommt im Film (im Gegensatz zur Serie) ordentlich zu tun und kann ihr Bewegungstalent in diversen Martial Arts-Kämpfen unter Beweis stellen. Während der Rest der Crew ein wenig in den Hintergrund gedrängt wird.

Fazit: Ein spannender Abschluss einer großartigen SF-Serie, die leider viel zu früh eingestellt wurde.

Ex und Hop – Aliens auf der Flucht

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Der Mann heißt General Shanker und trägt bei der Kommunikation mit seiner Liebsten ein Toupet. Seine Stimme gehört einem der bekanntesten Raumschiffcaptains und auch der soll angeblich Toupetträger sein.

… ?
Keine Ahnung wovon ich rede?

Ich habe mir den Animationsfilm »Nix wie weg – vom Planeten Erde« angesehen. Der Science Fiction-Spaß von den Machern von »Ich einfach unverbesserlich« wartet neben einem spacigen Look auch mit vielen Insidergags und Anspielungen auf bekannte SF-Filme auf.
In der Geschichte geht es um den nerdigen Alien Gary, der einen Weltraumhelden zum Bruder hat. Was Gary im Kopf hat, hat Scorch vor allem in den Muskeln und im Ego. Die beiden ungleichen Brüder arbeiten auf dem Planeten Baab bei der BASA dem außerirdischen Äquivalent der NASA. Während Scorch als Astronaut die wildesten Einsätze absolviert und dabei einen auf Superman macht, sitzt Gary im Mission Control Center und holt seinen Bruder aus dem oft selbstverschuldeten Schlamassel.
Doch dann empfängt die BASA ein Notsignal vom »dunklen« Planeten – dem Planeten, von dem noch kein Alien zurückgekehrt ist – der Erde. Die BASA Chefin schickt mit Scorch ihren besten Mann in den Einsatz, doch Gary findet die Idee alles andere als klug. Und weil keiner ihn ernst nimmt, kündigt er. Es kommt, wie es kommen muss: Storch wird auf der Erde von General Shanker gefangen genommen und Gary ist der einzige, der den Mut hat Scorch zu befreien …

Machen wir uns nichts vor, »Nix wie weg – vom Planeten Erde« ist ein kunterbunter Kinderfilm mit einer simplen Geschichte über Abenteurer, Freundschaft und Familie. Aber die vielen eingestreuten Anspielungen und versteckten Hinweise auf das SF-Genre machen den Film auch für Erwachsene interessant. Vorausgesetzt sie sind genau solche Nerds wie Gary. Bei der Szene in der Scorch die Maschine signieren will, sollte man unbedingt die Pausetaste drücken, um zu sehen, wer sich dort alles verewigt hat. Und nebenbei auch mal auf die Namen der Wachmänner hören. Ich werde mir den Film sicher noch öfter ansehen, um auch jeden Seitenhieb mitzubekommen.

Ach ja, General Shanker wird von keinem Geringeren als Star Trek-Legende William Shatner persönlich gesprochen. Soviel Selbstironie ist bewundernswert.

Den Film gibt es bei vielen Onlinehändlern schon für kleines Geld und ist für SF-Fans eine lohnende Anschaffung. Den Trailer hänge ich gleich mal an.

Die Bluthänflinge

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Die niederländische Band »The Common Linnets« (dt. die Bluthänflinge) wurden Europaweit schlagartig bekannt, als sie beim Eurovision Songcontest 2014 den zweiten Platz belegten. Ihr Lied »Calm after the Storm« wurde bei den Radiosendern rauf und runter gespielt. Definitiv häufiger als der damalige Gewinnersong von Conchita Wurst. Das Debütalbum der Band hat mich damals sehr begeistert.

2015 veröffentlichte die Band ihr zweites Album. Jetzt habe ich auch dieses gehört. Und bin nach wie vor von ihnen angetan. Ihre Musik, die irgendwo zwischen Rock/Pop und Country angesiedelt ist, geht auch von ihrem zweiten Album gut ins Ohr. Der Chorähnliche Gesang erinnert stellenweise ein wenig an ABBA. Die Auswahl der Lieder ist abwechslungsreich und sticht positiv aus dem Popallerlei heraus, was man derzeit im Radio hören kann.

Ein Gründungsmitglied hatte die Band bereits nach dem Auftritt beim ESC verlassen, das merkt man den Lieder nicht an. Die Balladen sind gefühlvoll interpretiert, das Countryelement schwingt im Hintergrund mit und erzeugt den einzigartigen »The Common Linnets« Sound. Eine Musik, die ich, vor allem beim Schreiben, immer gern höre.

Die bei Universal-Music erschienen Alben, sind überall im Handel und auf allen Onlineplattformen erhältlich. Mehr Infos gibt es auf der Internetseite der Band.

Enttäuschend süß!

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Als ich das Buch »Echt süß! – Köstlichkeiten aus Fimo, Filz und Papier« entdeckte, freute ich mich, denn darauf hatte ich schon lange gewartet. Endlich mal ein deutsches Buch zum Thema Basteln von Süßigkeiten. Doch bereits beim ersten Durchblättern kam die Ernüchterung. Die hübschen Bilder sehen professionell aus, auch die dargestellten Objekte sind gut gemacht, aber die Anleitungen zu den »Köstlichkeiten« sind mehr als unzureichend. Damit kann keiner etwas anfangen. Diejenigen, die im Umgang mit dem Material geübt sind, können sich im Internet bessere Inspirationen holen. Und jene, die in die Materie einsteigen möchten, können mit den paar Sätzen nur wenig anfangen. Ein gutes Anleitungsbuch zeigt Techniken, Fotos von Arbeitsschritten und beinhaltet Grundrisse und Schablonen. Hier findet sich nichts von allem. Die Erklärungen sind lieblos und verwirrend. Vor allem wenn es auf Seite 27 heißt: »Für die Erstellung der Bananen- und Kiwi-Scheiben bitte die jeweiligen Anleitungen auf den Seiten 24 und 27 beachten.« Es aber keine Anleitungen auf diesen Seiten gibt, beziehungsweise diese sich nicht auf die Techniken beziehen, die man benötigt. Da legt man das Buch als Leser schnell frustriert zur Seite, denn gerade bei der Arbeit mit Fimo gibt es viele Techniken, die einer Erklärung bedürfen. Auch Filzen will in seinen Grundschritten gelernt sein. Ich glaube nicht, dass es sehr viele BastlerInnen gibt, die nach diesem Buch irgendetwas zustande gebracht haben.

So gesehen ist es eigentlich nur ein Buch, dessen Bilder hübsch anzusehen sind, das zum Nachmachen aber gänzlich ungeeignet ist. Dem Sachbuch hätte gut getan, wenn man sich nur auf ein Material konzentriert und dies dann detaillierter und umfangreicher erklärt hätte. Denn nur mit Materialangaben und ein paar schwachen Erläuterungen ist wenig getan. Da hat der Christophorus-Verlag, der sonst für seine guten Bastelbücher bekannt ist, seinen Lesern keinen Gefallen getan. Zum Glück habe ich es als Preisreduziertes Mängelexemplar gekauft. Denn die 14,95 EUR ist das Buch trotz seiner Ausstattung (Hardcover, gestrichenes Papier) nicht wert.

Im folgenden habe ich eine Liste mit ein paar großartigen Bücher zum Thema Lebensmittel aus Fimo und Filz zusammengestellt, die leider nicht in deutscher Sprache erhältlich sind.
»Miniature Food Masterclass« und »Making Miniature Food and Market Stalls« von Angie Scarr
»My Favorite Felt Sweets« von Atsuko Sagara und Yoko Sanjo
»Ruko’s original Sweets made of felt« leider in japanisch und nur noch antiquarisch erhältlich, zum Beispiel bei eBay.

Und hier noch ein Bild von meinen eigenen Kreationen, die nach den Anleitungen aus dem Buch von Angie Scarr entstanden:

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