Satirisches um Heftromanautor

Jedem jenseits der Dreißig sollte der Name Jean-Paul Belmondo ein Begriff sein. Der französische Schauspieler mit dem markanten Gesicht hat in den Sechziger- und Siebzigerjahren viele erfolgreiche Komödien gedreht. Eine davon war am Sonntagabend auf ARTE zu sehen.

In »Der Teufelskerl« geht es um einen Heftromanautor, der für eine Agentenserie schreibt. Während er ständig knapp bei Kasse in seiner desolaten Wohnung hockt, lässt er seinen Helden (eine Art James Bond) an den schönsten Orten der Welt waghalsige Abenteuer bestehen und mit schönen Frauen turteln. Dabei mag der Autor seine Figur nicht einmal, denn die benimmt sich wie ein wahrer Macho. Viel lieber würde er über einen Romantiker schreiben, aber das scheint weder seine Leser noch seinen Verleger zu interessieren. Als seine Nachbarin, eine Soziologiestudentin, dahinterkommt wer er ist, nutzt sie die Gelegenheit Informationen aus erster Hand für ihre Abschlussarbeit zu sammeln und bringt damit nicht nur den Autor sondern auch seinen Verleger aus dem Konzept.

Spannend an dem Film ist, wie geschickt die Szenen von der Realität des Autors in die des Topagenten übergehen und umgekehrt. Das ist alles sehr lustig inszeniert und soll eine Persiflage auf die Bond-Filme sein. Doch die Komödie hat auch einen intellektuellen Hintergrund. Die Figuren stellen sich nicht nur einmal die Frage, warum lesen Menschen gern Trivialliteratur, die schon damals und auch in Frankreich als Schundliteratur galt und mit der sich scheinbar gut Geld verdienen ließ.

Der Film enthält jede Menge Slapstick und »blutige« Szenen. Doch verglichen mit »The Interview« ist das Kunstblut in diesem Fall eindeutig als solches zu erkennen. Und auch die Kampfszenen wirken nicht wirklich ernsthaft. Dafür ist der Humor hintersinniger und treffender. Seitenhiebe, wie auf faule Handwerker oder knausrige Verleger, finden sich ebenso, wie verzweifelte Emanzipationsversuche junger Frauen.

Fazit: Ich habe mich bei diesem vierzig Jahre alten Film mehr amüsiert, als bei einigen der aktuellen Hollywoodproduktionen.

Nicht ab 12 Jahre

Quelle: Amazon

Den umstrittenen Film »The Interview« kaufte ich aus einer Laune heraus und gestern haben ich ihn mir endlich angesehen.

In der Geschichte geht es um zwei amerikanische TV-Männer und den Nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un. Letzterer droht der USA mit Atombombenangriffen und sprengt kurzerhand eine unbewohnte Insel im Pazifik in die Luft. TV-Produzent Aaron Rapoport und Moderator Dave Skylark kämpfen dagegen um Anerkennung. Weil es in ihrer Talkshow nur um die Peinlichkeiten von Hollywoodstars geht, statt um große Politik, werden die beiden in der Branche nicht ernst genommen. Da erfahren sie, dass Kim Jong-un ein Faible für ihre Show hat, kurzerhand bitten sie ihn um ein Interview. Als das Wunder geschieht und sie tatsächlich eingeladen werden, steht plötzlich die CIA vor ihrer Tür. Die will, dass die beiden das Treffen nutzen und den Diktator töten. Doch vor Ort stellt sich heraus, dass das alles andere als einfach ist, zumal Dave und Kim sich prächtig verstehen …

Ohne Frage, der Film ist lustig; man muss jedoch diese Art Fäkalhumor mögen, den Seth Rogen als Aaron Rapoport und James Franco als Dave Skylark von sich geben. Der Film ist außerdem überraschend kritisch und das nicht nur in Bezug auf Nordkorea, sondern fast noch mehr auf die USA selbst. Da werden viele Dinge angesprochen, die den Amerikanern mehr als unangenehm sein werden. Ansonsten gibt ein paar nette Actionszenen, dumme Sprüche, derben Humor und massenhaft sexistische Anspielungen. Der Diktator, brillant gespielt von Randall Park, ist scheinbar nicht so exzentrisch, wie er in der Öffentlichkeit rüber kommt, entpuppt sich aber am Ende als ziemlich durchgeknallt und steht damit dem Moderator Dave Skylark in nichts nach.

Im letzten Drittel des Films werden ein paar sehr blutrünstige Gewaltszenen gezeigt, bei denen ich tatsächlich wegsehen musste. Als ich die Altersfreigabe auf der DVD-Box sah, traf mich fast der Schlag. In Deutschland ist der Film ab 12 Jahre freigegeben. Begründet wurde dies offiziell damit, dass der Film satirischer Slapstick sei und alles so lustig, dass Kinder ab 12 es nicht ernst nehmen würden. Da bin ich anderer Meinung. Wenn jemandem der Kopf weggeschossen oder ein Finger abgebissen wird und das Blut herausspritzt oder ein Mensch mit einem Panzer überfahren wird, finde ich das nicht lustig. Das ist schließlich kein Trickfilm wie »Itchy and Scratchy« sondern ein Spielfilm, in dem die Szenen sehr realistisch waren. Diese Jugendfreigabe ist mir völlig unverständlich, auch angesichts der Tatsache, dass der Streifen, außer in Norwegen und Schweden, in allen anderen europäischen Ländern erst ab 16 Jahren freigegeben ist. Ach ja, in Südkorea steht er auf dem Index, wahrscheinlich um den nördlichen Nachbarn nicht zu reizen.

Fazit: Wer auf Satire mit Fäkalhumor steht, ist bei dem Film gut aufgehoben. Jugendlichen unter 16 Jahren ist er definitiv nicht zu empfehlen.

Inside Sherlock

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Mitte Dezember überraschte mich mein Mann mit einem besonderen Geschenk; einer Dokumentation zur Fernsehserie »Sherlock«. Das hatte ich mir gewünscht, nicht nur weil ich großer »Sherlock«-Fan bin, sondern weil ich mich aus beruflichen Gründen sehr für die Produktion von Filmen und TV-Serien interessiere.

Es hat eine Weile gedauert bis ich das 320 Seiten umfassende Werk gelesen hatte. Warum? Dazu später. Zunächst möchte ich meine Begeisterung ausdrücken. »Sherlock – Hinter den Kulissen der Erfolgsserie« ist ein geniales Buch voller Informationen über die Geschichten um den Superdetektiv. In Elf Kapiteln erfährt man alles, was man über die Produktion von »Sherlock« wissen muss. Von der Idee bis zur Produktion der letzten Folge aus Staffel drei. Es enthält die Schauspielerbiografien genauso, wie Artikel zu Drehbuch, Regie, Kamera, Musik, Spezialeffekten, Maske und Kostümen. Dazu unzählige Bilder vom Dreh und aus den Folgen. Weiterhin erfährt man einiges über die Orte an denen gedreht wurde und welche Geschichten von Arthur Conan Doyle in welchen Folgen verarbeitet wurden. Entfallene Szenen werden anhand von Drehbuchauszügen lebendig. Und immer wieder werden Vergleiche zu den Originalgeschichten gezogen, indem Drehbuchauschnitte den Stellen aus den Romanen gegenübergestellt werden. Es ist erstaunlich wie viel aus den Originalen übernommen wurde und so perfekt passt, als wären die Geschichten von Doyle keine hundert Jahre alt. Die originalen Geschichten sind so aktuell, dass es nur legitim war, eine moderne Serie daraus zu machen.

Besonders spannend waren für mich die Kapitel, in denen es um den Entstehungsprozess von Drehbüchern ging. Ein Zitat eines Drehbuchautors muss ich unbedingt hier anbringen: »Kein Drehbuch wird je fertiggestellt – es wird einfach gesendet«. Meist schreiben mehrere Autoren an einem Drehbuch und es wird in der Regel bis zu achtmal umgeschrieben, bevor gedreht wird. Doch nicht nur das hat mich fasziniert. Es sind vor allem die vielen Kleinigkeiten auf die man bei der Produktion einer Fernsehserie oder einen Films achten muss. Dinge, auf die ich nie gekommen wäre. Allein was alles getan werden muss, um die Anschlüsse zwischen den Staffeln so passend hinzubekommen, damit der Zuschauer nach dem Cliffhanger nicht bemerkt, dass zwischen den Drehs mehrere Jahre vergangen sind.

Warum es dennoch mehr als einen halben Monat gedauert hat, bis ich das Buch durchgelesen hatte, lag nicht nur am Umfang, sondern vor allem darin, dass das Buch so schwer ist, dass man es beim Lesen ablegen muss. Sich einfach mal damit auf’s Sofa zu kuscheln geht nicht, denn spätestens nach ein paar Minuten tun einem die Arme weh und man legt es zur Seite. Mehr als drei bis vier Seiten am Stück habe ich nicht geschafft. Man braucht auch Zeit, um die gewonnenen Informationen zu verdauen. Das auf schweres Papier gedruckte Werk ist eigentlich ein Bildband mit viel Text dazwischen. Der Hardcover-Umschlag tut sein übriges zum Gewicht dazu und so bringt es stolze 1,3 kg auf die Waage. Ein Schwergewicht nicht nur wegen des Inhalts.

Das einzige, was mir fehlte, waren die Bildunterschriften. Vor allem auf den Darstellerseiten gibt es keine Erläuterungen zu den Abbildungen. Das ist sehr schade, tut dem positiven Gesamteindruck aber keinen Abbruch.

Fazit: Ein großartiger Bildband, bei dem ich sehr viel neues über die Produktion der Fernsehserie erfahren habe. Es führte dazu, dass ich mir einige Folgen nochmals angesehen habe, nur um auf die erwähnten Details zu achten. Für Fans ist »Sherlock – Hinter den Kulissen der Erfolgsserie« ein unbedingtes Muss, aber auch Leute, die sich für Film- und TV-Produktion interessieren, werden hier fündig.

Starker Staffelauftakt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 111 »Seid ihr wahres Leben?«

Seit ich den PR-Heftroman »Die Weltenbaumeister« gelesen habe, freue ich mich regelmäßig auf die Romane von Oliver Fröhlich. Das er den Eröffnungsband der Posbis-Staffel abliefert, macht den Roman für mich zu etwas Besonderem.

Bereits die Eröffnungsszene ist spektakulär. Mit viel Action bindet Oliver Fröhlich den Leser an die Handlung und lässt geschickt das Ende der Szene offen. Nicht weniger spannend das zweite Kapitel, das sich um Eric Leyden und sein Team dreht und wenige Stunden zuvor spielt. In Kapitel drei erfährt der Leser, was sich vor Kapitel eins zugetragen hat. Dieses Rückwärts-Erzählen macht den Beginn des Romans unheimlich spannend. Es mag sicher Leute geben, denen das nicht gefällt, aber ich finde die Struktur, die sich Oliver Fröhlich ausgedacht hat, großartig.

Nach dem furiosen Beginn wird es etwas ruhiger, aber nicht langweilig. Die Kampeleien in Leydens Team sind so lebensecht geschrieben, dass es eine wahre Freude ist. Interessant, auch die astronomischen Informationen, die man als Leser, quasi im »Vorbeilesen«, mitbekommt. Dieses Mal ging es um die Zwerggalaxie Canis Major. Toll beschrieben waren die Abenteuer von Leydens Team auf dem Planeten Dochuul und die Entdeckung des Physiotrons. Die Idee mit den Chronofrakturen könnte einer Folge von STAR TREK oder STARGATE entstammen. Ich bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt.

Einzig die Entscheidung Perry Rhodans ohne Leyden durch den Transmitter zu fliegen, halte ich für fragwürdig, schließlich lässt Rhodan damit bewusst Leute zurück und das ist militärisch gesehen, nicht üblich. Zwar war das Team nicht auffindbar und die CREST stand kurz vor einem Angriff, aber vielleicht hätte man mit einer besseren Erklärung mehr Glaubwürdigkeit erzeugt. Mir kam der Abschnitt etwas zu unüberlegt vor. Und leider wurde auch am Ende dieses Romans wieder ein Charakter geopfert. Die Finnin Amanda Heikinnen wurde sehr feinfühlig charakterisiert. Schade das man ihr nur diesen kurzen Auftritt gestattete.

Alles in allem hat Oliver Fröhlich einen sehr guten Roman zum Start der neuen NEO-Staffel abgeliefert, der Lust auf mehr macht.

Die zweite Macht

Also … ich habe ihn mir nochmal angesehen, »Star Wars – Das Erwachen der Macht«. Bei den vielen schnellen Schnitten hatte ich beim letzten Mal das Gefühl, nicht alles mitbekommen zu haben. Und tatsächlich habe ich Neues entdeckt und bewerte auch manche Szenen nach dem zweiten Mal kritischer. Achtung Spoiler!!!

Zunächst: Ich wünschte Autoren, Produzenten und Regisseur würden öfter einen Astronomen konsultieren. Ich weiß, bei Hollywoodfilmen sollte man nicht sooo genau hinschauen, aber bitte … ein wenig Realität, ist doch nicht zu viel verlangt. Denn das mit dem »Todesplaneten« ist Humbug. In irgendeiner Szene wird zwar etwas von Hyperschnellem Licht gesprochen, aber … ich hoffe, die sechs Welten der Neuen Republik und der Planet auf dem sich Chewie, Han, Rey und Finn aufhalten, befand sich wenigstens im selben System, so dass sie die Zerstörung live mit ansehen konnten. Aber warum braucht die Maschine die Energie einer ganzen Sonne und was passiert, wenn die Sonne weg ist? Müsste er nicht völlig vereisen und gäbe es danach überhaupt noch eine Vegetation? Hat der Planet einen Hyperantrieb, mit dem er zur nächsten Sonne fliegen kann? Mhm … und überhaupt, wieso ist es auf dem Planeten eigentlich nicht stockdunkel, nachdem die Sonne verloschen ist? Fragen über Fragen über die ich eigentlich nicht nachdenken wollte. Von den Geschwindigkeiten mit denen die Raumschiffe in dieser Galaxie unterwegs sind, fange ich gar nicht erst an. Bei J.J. Abrams muss alles schnell gehen, das kennen wir ja bereits aus Star Trek.

Schön finde ich immer noch den Umgang mit den Figuren. Ja, die alten Helden sind alt geworden und das nimmt man ihnen auch ab. Carrie Fisher sieht allerdings so maskenhaft aus, als wäre sie eine Gründerin des Dominion (Star Trek-DS9) oder war da Botox im Spiel. So völlig Faltenlos wirkt sie sehr unnatürlich. Es ist mehr als Schade, dass Schauspielerinnen in Hollywood anscheinend nicht in Würde altern dürfen. Apropos Schauspielerinnen, mir ist aufgefallen, wie viele Frauen in diesem Film in Schlüsselrollen spielen. Neben Rey, der Schrottsammlerin und General Leia Organa gibt es noch einen weiblichen Yoda-Ersatz, der ähnlich angelegt, aber dennoch eigenständig ist.

Cool fand ich den kleinen BB8. Ich bin mir sicher, dass der Roboter nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von vielen Erwachsenen sofort ins Herz geschlossen wurde. Ein sympathische Figur, die um Längen besser ist, als alle JarJar Bings der Welt und die einen R2D2 glatt an die Wand spielen könnte.

Zum Schluss noch ein paar Spekulationen: Ich glaube ja, das Rey Luke Skywalkers Tochter ist, so gut wie sie die Macht nutzen kann. Snoke ist entweder eine Reinkarnation des Imperators oder irgendetwas anderes. Bei Finn glaube ich ja, dass er der Sohn von Lando Calrissian ist. Mal sehen, welche Geheimnisse im nächsten Film gelüftet werden. Vielleicht erfährt man dann auch etwas mehr über die politischen Zusammenhänge, denn die sind mir noch nicht so ganz klar geworden. So wie es aussieht, wird der Widerstand nicht von der Neuen Republik unterstützt, anderes kann ich mir die magere Flotte an Schiffen (eigentlich sind es ja nur Jäger) nicht erklären.

Trotzdem hat mir der Film auch beim zweiten Mal richtig Spaß gemacht. Dabei durfte ich zum ersten Mal das neue »Dolby Atmos« erleben. Nochmal würde ich aber nicht ins Kino gehen, obwohl die Werbung vor dem Film diesmal nicht mehr als fünfzehn Minuten betrug. Im Gegensatz zum letzten Freitag in München, wo man sich als Zuschauer ganze vierzig Minuten gedulden musste, bis der Film begann.

Deutschland 83 – ein Fazit

Nachdem am vergangenen Donnerstag die beiden letzten Folgen der Serie »Deutschland 83« im RTL ausgestrahlt wurden, möchte ich ein kurzes Fazit ziehen.

Ohne Frage, die achteilige Serie ist spannend gemacht. Sie erinnert an aktuelle US-Serien und ist vielleicht deshalb in den Vereinigten Staaten so erfolgreich gelaufen. Die gelungene Kombination aus Fiktion und realen Ereignissen wartet nicht nur mit einer intelligenten Handlung und exzellenten Darstellern auf, sondern nimmt ernsthaft Bezug zur deutsch-deutschen Geschichte. Vieles habe ich 1983 (mit neun Jahren) verständlicherweise nicht mitbekommen. Daher war die Dokumentation im Anschluss an die beiden ersten Folgen, nicht nur interessant, sondern auch für das Verständnis der Serie wichtig. Mir hat der Überblick über die Geschehnisse des Jahres 1983 geholfen, den Inhalt der Folgen besser einzuschätzen und zu bewerten.
Als sehr gut bewerte ich die Auswahl der Darsteller und die Charakterisierung der Figuren. Sie präsentierten sich allesamt vielschichtig und niemals nur schwarz und weiß. Bemängeln kann ich nur die zu deutliche Gewaltdarstellung; weniger davon hätte der Serie gut getan, ohne ihr die Spannung zu nehmen.

Für mich war »Deutschland 83« eine überraschend sehenswerte Produktion, die nicht nur durch eine spannende Handlung glänzte, sondern auch Geschichte vermittelte. Etwas das es in der deutschen Fernsehlandschaft und besonders bei den Privaten viel zu selten gibt.

Am Ende bleiben Fragen offen, um sie vielleicht in einer zweiten Staffel wieder aufzunehmen. Dabei stellt sich mir jedoch die Frage, wie man eine zweite Staffel realisieren will. Die könnte ja nicht mehr 1983 spielen, außer man würde die gleichen Ereignisse aus der Sicht anderer Personen schildern. Vielleicht wäre es sinnvoller, sie einfach so stehen zu lassen.

Die erwachte Macht

Ich habe ihn gesehen, den neuen Star Wars Film … Und versuche mich hier an einer Spoilerfreien Kritik.

Zu allererst: Im Gegensatz zu Star Trek hat J.J. Abrams es dieses Mal nicht verbockt.

Nein wirklich, mir hat der Film gut gefallen. Er erinnert an die alte Trilogie. Vieles was in Episode IV-VI gut funktioniert hat, wurde in variierter Form wiederverwendet. Die Schlachten wirkten sehr realistisch und waren mitunter atemberaubend. Das Setting sah real aus, was vor allem daran lag, dass viel mit echten Modellen und Aufbauten gearbeitet wurde und der Film nicht ausschließlich vor dem Greenscreen entstand. Mit Humor wurde sparsam umgegangen und auf den Punkt eingesetzt. Die Handlung war einfach und bis auf wenige Dinge glaubhaft. Sogar der Physik wurde zuweilen, nicht immer, aber sehr oft, Rechnung getragen. Die neuen Darsteller spielten sympathisch und wurden gut eingeführt, aber auch die alten Haudegen hatten ihren großen Auftritt. Und bei der letzten Szene kamen mir sogar die Tränen.

Negativ anmerken kann ich eigentlich nur, dass ich mir mehr ruhigere Szenen gewünscht hätte, die Kampfszenen waren so schnell geschnitten, das ich manchmal nicht mitkam. Vielleicht werde ich auch nur alt.
Ach und noch etwas: Kurzes Gedankenspiel, was passiert, wenn man die Energie und Materie einer ganzen Sonne in einem Objekt von der Größe eines Planeten komprimiert? Richtig, je nach Masse wird daraus entweder ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch. So gesehen hätte J.J. Abrams eigentlich den Ausschnitt aus Star Trek XI verwenden müssen, als Vulkan in einer Singularität zermalmt wird.

Ich kann nur sagen, dass ich das Kino mit einem guten Gefühl verließ und mir den Film auch noch ein weiteres Mal im Kino ansehen werde. Dann aber nicht in München, sondern in einem Kino in der Nähe, in dem auch der Werbefilm von Perry Rhodan läuft.

Das schönste Erlebnis am gestrigen Tag hatte ich jedoch an einer Tankstelle in Ebersberg, als einem kleinen Jungen bald die Augen aus dem Kopf fielen, weil er sah, wie mein Mann im Jedi-Kostüm unseren Corsa betankte.

Tödliches Finale

Quelle: Perrypedia

Während heute bereits der erste Band der neuen NEO-Staffel erscheint, möchte ich über den letzten Roman aus der Methans-Staffel schreiben. »Der Kopf der Schlange« wurde von Kai Hirdt verfasst, der damit drei Bände zur Staffel beigetragen hat. Eine beachtliche Leistung für den PERRY RHODAN-Neueinsteiger, der sich zu einem der beliebtesten NEO-Autoren zu mausern scheint. Manche Stimmen rufen schon nach seinem Einsatz in der Hauptserie. Aus rein egoistischen Gründen hoffe ich jedoch, dass das nicht so schnell passiert. Denn ich möchte Kai Hirdts Beiträge für NEO nicht mehr missen.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich die Romane des Autors lese, scheint in meinem Kopf ein Spielfilm abzulaufen. Bei keinem anderen PERRY RHODAN-Autor habe ich ein ähnlich starkes Gefühl. Besonders ging es mir so bei der Szene, als Agaior Thoton die Rodans zum Essen geladen hatte und den zynischen Gastgeber spielte, während er Crest und Rhodans Sohn Tom mit seiner Traummaschine quälte. Meiner Meinung nach war es gut und wichtig Agaior Thoton am Leben zu lassen. Ein solch fieser Bösewicht garantiert auch für die nächsten Staffeln Spannung.

Den Tod der Old Men musste ich als Leser hinnehmen, obwohl er mir nicht wirklich logisch erschien. Aber anscheinend war es für die Exposéautoren wichtig, sich von diversen Altlasten zu trennen. Das man das so abrupt machen musste … ist Geschmacksache. Ein paar weniger Tote wären auch mal wieder schön.

Traurig war ich auch darüber, dass der Roman nur zwei Kapitel mit Eric Leydens Team und dem Autoren Turin Sitareh enthielt. Aber angesichts des wichtigen Finales rund um die Entführung von Thomas Rhodan konnte ich das aber verschmerzen. Ich bin sicher, das man dem Hyperphysiker auch in der kommenden Staffel begegnen wird.

Alles in allem war »Der Kopf der Schlange« ein versöhnlicher Abschluss einer großartigen und fesselnden NEO-Staffel. Auch wenn die Namensgeber der Staffel, die Maahk, nur in der ersten Hälfte thematisiert wurden, hat mich die eingeschlagene Richtung vollends überzeugt. Danke an Expokraten und Autoren für viele spannende und lustige Stunden. Zum ersten Mal habe ich zehn NEO-Romane in Folge gelesen und ich werde weiterlesen. Band Nummer 111 wartet bereits auf meinem iPad.

Jeder der PERRY RHODAN-NEO nicht kennt, kann in den kommenden Tagen einen Blick auf die Serie riskieren. Denn den aktuellen Roman Nr. 111 gibt es derzeit kostenlos auf allen E-Book Plattformen.

Gefangene des Moby

Quelle: Perrypedia

Seit mehr als einem halben Jahr liegt der Silberband mit der Nummer 25 auf meinem Nachttisch. Ich fing an, legte ihn beiseite und fing Wochen später wieder an. Nach und nach quälte ich mich durch die Kapitel, aber der Funke wollte nicht überspringen. Die Abenteuer von Atlan und Perry Rhodan in Andro-Beta einer vorgelagerten Kleingalaxie des Andromedanebel langweilten mich. Besonders als die Handlung in das Weltraummonster wechselte.

Ich gebe zu, die Idee mit dem Moby und seinen Bewohnern ist interessant, auch das Kastensystem der Twonosern war gut ausgedacht. Doch wurde die Handlung zu sehr ausgewalzt, sodass sie schnell an Spannung verlor. Ich quälte mich mit dem Wesen genauso sehr wie die Mannschaft der CREST II. Auch die im Anschluss folgende Handlung um die BAGALO und die IMPERATOR, sowie Perry’s Einsatz auf dem Planeten Destroyed (ein etwas einfallsloser Name für eine atomverseuchte Welt) konnte mich irgendwie nicht fesseln. Das Wiederauftauchen der Laurin mit der dazugehörigen Erklärung war ja noch zu verkraften, aber das die Meister der Insel (MdI) jeden Planeten in Andro-Beta durch die ferngesteuerten Mobys zu zerstören suchen, fand ich unglaubwürdig. Ja, sie wollen Macht demonstrieren, aber für wen denn Bitteschön, wenn am Ende kein Leben in Andro-Beta mehr existiert, das vor ihnen erzittern könnte. Damit sollte wiederholt den Lesern die Gefährlichkeit der MdI vermittelt werden, die denen aber schon lange bewußt ist.

Nein, die Geschichten konnten mich nicht überzeugen. So lange habe ich noch an keinem Silberband gelesen. Nun, zumindest weiß ich jetzt, was ein Haushaltsverbrecher ist. Die Frage wurde beim Quiz zum GarchingCon gestellt und war die einzige, die ich gewusst hätte.

Bemerkenswert war auch an diesem Roman wieder, wie sehr sich der damalige Schreibstil vom heutigen unterscheidet. Viel auktoriales Erzählen, ständiges Spoilern nach dem Motto: »Sie ahnten noch nicht, was ihnen bevorstand.« An manchen Stellen dachte ich mir, wenn die Autoren dies in den heutigen Romanen bringen würden, gäbe es von den Fans wahrscheinlich einen Aufschrei nach dem anderen. Aber anscheinend hat das früher sehr gut funktioniert, sonst wäre der MdI-Zyklus nicht so beliebt.

Ich bleibe dran. Nachdem ich den Planeten Horror überlebt habe und endlich aus dem Moby befreit wurde, kann es eigentlich nicht schlimmer kommen und vielleicht finde ich früher oder später auch die Faszination, die viele Fans in diesem Zyklus sehen.

Rührendes Nachkriegsdrama

»Kleine Große Stimme« – so heißt der neue Film mit David Rott.

In dem Nachkriegsdrama geht es um den farbigen Benedikt der nach dem Tod der Mutter unter unwürdigen Bedingungen bei den Großeltern in der österreichischen Provinz aufwächst. Gehetzt und gedemütigt von Schulkameraden und Erwachsenen beschließt er eines Tages wegzulaufen und seinen Vater (einen GI der US-Army) zu suchen. Ausschlaggebend für seine Flucht ist ein Bericht der Wochenschau über die Amerikareise der Wiener Sängerknaben. Singen kann Benedikt wie kein zweiter und auf so einer Reise könnte er seinen Vater suchen, den er noch nie gesehen hat. Was Benedikt nicht weiß, sein Vater ist noch in Wien und auch bei den Wiener Sängerknaben ist er wegen seiner Hautfarbe nicht willkommen. Mit seiner Stimme und seiner couragierte Art schafft er es, den Kapellmeister Max Goldberg (David Rott) auf seine Seite zu ziehen. Doch auch der ist bei dem rassistischen und antisemitischen Chor-Präfekten Roschek nicht gern gesehen, so das Benedikt bald zwischen die Fronten der beiden Widersacher gerät …

Auch wenn mir am Ende vor Rührung die Tränen in den Augen standen, so würde ich den Film nicht als kitschig bezeichnen. Dafür gibt es zu viele klar definierte Aussagen. Die Geschichte des Jungen ist nur eine von vielen kleinen, mitunter dramatischen, Geschichten. Zum Beispiel die vom Vater des jüdischen Kapellmeisters, der seine Frau in den Wirren der Nazizeit verloren hat und noch immer jeden Tag vorm ehemaligen Wohnhaus auf ihre Rückkehr wartet, oder die Liebesgeschichte zwischen Max und Sekretärin Elsa als klassische Romanze, auf die sich beide anfangs nur widerwillig einlassen. Oder die der Großeltern, die sich nicht mit der Schmach abfinden können, dass sich ihre Tochter von einem farbigen US-Soldaten schwängern ließ, wo doch der Vater im Krieg durch eine amerikanische Granate sein Bein verlor.

Es ist dieses kritische Beleuchten der Umstände der Fünfzigerjahre, das den Film zu mehr macht als zu einem kitschigen Familienfilm für die Weihnachtszeit.

Das Darstellerensemble, allen voran der junge Wainde Wane gibt alles und bringt die Geschichte in alle ihren Teilen so herzergreifend rüber, dass man als Zuschauer nicht wegsehen kann. David Rott brilliert in der Rolle des jüdischen Kapellmeisters mit Wiener Akzent und erfrischender Natürlichkeit. Man nimmt ihm die Begeisterung mit der Arbeit der jungen Sängerknaben ab. Und auf dem Klavier spielt es ihm in die Karten, dass er vor Jahren für seine Rolle des Udo Jürgens Klavierspielen gelernt hat.

Hervorzuheben ist auch die Musik des Films, da ist vom »Heideröslein« über Boogie Woogie bis zum Rock’n’Roll alles dabei, was die fünfziger Jahre zu bieten hatten. Gesungen von den Wiener Sängerknaben, die ebenfalls sichtlich Spaß an der Produktion hatten.

Im ORF lief der Film schon gestern, diejenigen, die den österreichischen Sender nicht via Kabel empfangen können, müssen sich noch bis zum 30. Dezember gedulden, denn da läuft er auch in der ARD. Als kleinen Vorgeschmack gibt’s hier schonmal den Trailer zum Film.