Erleuchte mich!

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO »Erleuchter des Himmels« von Susan Schwarz

Nach der anfänglichen Euphorie fühle ich mich nach diesem Roman etwas ernüchtert. Er ist nicht schlecht, hat durchaus seine Szenen. Der Autorin gelingt es sehr gut die Besonderheiten der Charaktere herauskitzeln und dennoch schafft es der Roman nicht, mich zu überzeugen. Da sind zu viele unglaubliche Zufälle; zu viele undurchdachte Handlungen; zu viele Ungereimtheiten. Habe ich mich bei den ersten Romanen darüber gefreut, wie nahe sich die Geschichte an der Wirklichkeit orientiert, um so enttäuschter bin ich, dass in »Erleuchter des Himmels« nichts mehr davon zu spüren ist. Die Überraschungen werden wie von einem Magier aus dem Hut gezaubert. Auf dem Mond wurde also eine Maahkwalze gebaut, in Zusammenarbeit mit Atlan. Das hat Rhodan doch sicher schon früher gewusst. Es lässt den Versuch in Band 104 eine der Maahkwalzen zu kapern, sinnlos, ja verantwortungslos, erscheinen. Wozu das Risiko eingehen, wenn die Lösung in Form der MAYA bereits existiert. Die Mutanten konnten bei dem Unternehmen zwar den Maahk-Transponder erbeuten, aber das war nicht geplant, sondern auch einer von vielen unmöglichen Zufällen. Der Transponder ist ein Thema für sich. Fremde Technologie, die so mir nichts dir nichts von einem terranischen Wissenschaftler verstanden und an die eigenen Schiffssysteme angeschlossen werden kann. Also Bitte! Programmierer durchschauen nicht mal die Programme der eigenen Kollegen, wenn diese nicht kommentiert sind und dabei »sprechen« sie eine Programmiersprache. Der Transponder ist nicht nur nach einer völlig fremden Logik verfasst, sondern besteht zudem noch aus einer, auf unbekannten Materialien basierenden, Hardware. Ein solches Artefakt zu verstehen und zu verwenden, würde ganze Generationen von Wissenschaftlern beschäftigen. Hier erledigen es ein Arkonide und ein Hyperphysiker in unfassbar schneller Zeit.

Ob es die Maahk-Tarnanzüge sind, oder die Reaktionen der anderen Maahks auf die MAYA, manchmal hatte ich das Gefühl, die Maahks wurden zu leichtgläubigen Ignoranten degradiert. Wo sie doch in den Romanen zuvor bewiesen haben, dass sie scharf denkenden Logiker sind, die sich nicht übers Ohr hauen lassen. Hier schlüpft ein Schiff durch den Bündler, kommt in einem Sonnensystem heraus, in dem sich hunderttausende von Maahk-Schiffen auf einen Kriegseinsatz vorbereiten und keinen scheint es zunächst zu interessieren, woher das Schiff kommt und was es hier will? Das man Stunden später doch noch danach fragt, rettet die Situation auch nicht mehr. Die vielen Zufälle machen die Geschichte für mich einfach unglaubwürdig. Die Gigantomanie, die ich schon in den alten Heftromanen unmöglich fand, eingeschlossen. Hat sich eigentlich schon mal jemand die Mühe gemacht, den Ressourcenverbrauch dafür auszurechnen?

Das Gleiche gilt für den Handlungsstrang auf dem Jupiter. Man mag mir mangelnde Fantasie vorwerfen, aber ein bisschen rationaler Verstand und wissenschaftliche Logik in einem Science Fiction Roman sei mir als Leser bitte gegönnt. Anfangs habe ich die wirre Geschichte mit der durchgeknallten Stationspositronik gar nicht richtig erfasst. Und auch hier sind es viel zu viele Zufälle und Wunder, die mir das Lesevergnügen vereitelt haben. Leyden und sein Team sind viel zu rasch in der Lage die Symbole der fremden Sprache zu entziffern und anzuwenden – Ja sogar die Positronik umzuprogrammieren. Das steht im Widerspruch zu dem zögerlichen Prozess in der Marspyramide zwei Romane zuvor, wo sie lange rätseln mussten und am Ende doch nicht sicher waren, ob sie das Geheimnis des Ma-Bab-Ben richtig interpretiert haben.

Ich bin mir sicher, dass es sehr viele PERRY RHODAN Leser gibt, die sich von dieser Art Geschichten angesprochen fühlen. Ich gehöre leider nicht dazu. Mir fehlte dabei ein bisschen der Bezug zur Realität. Denn die NEO-Handlung spielt nur 30 Jahre in der Zukunft und nicht im Jahr 3000. Die Menschen hatten nur sehr wenig Zeit, Erfahrungen mit 5D-Physik zu sammeln, um so souverän damit umzugehen wie in diesem Buch. In meinen Augen ist das bisher der schwächste Roman aus dem Methans-Zyklus. Aber man muss ja nicht alles mögen.

Wasserstoffspiele

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Im Reich des Wasserstoffs« von Rainer Schorm

Es fasziniert mich, wie sehr sich die Stile von Autoren unterscheiden. Deutlich wird das bei einer Serie wie PERRY RHODAN. Und ganz besonders, wenn das Exposé im Hintergrund eine über mehrere Folgen homogene Geschichte vorgibt. Während Michael H. Buchholz in Band 101 mehr die wissenschaftliche Seite beleuchtet, Kai Hirdt in Band 102 die humorvolle und Rüdiger Schäfer dem Leser in Band 103 die gefühlvolle Seite nahebringt, so ist Rainer Schorm der Mann fürs Technische …

Keiner der drei vorangegangenen Romane konnte mit so vielen technischen Details aufwarten. Aber auch kein Roman litt so sehr unter dieser Last wie »Im Reich des Wasserstoffs«. Ich fühlte mich ein wenig in die Erstauflage versetzt. Es war einhundert Prozent PERRY RHODAN, aber es war nicht das NEO, dass ich in den letzten Romanen liebgewonnen hatte. Vielleicht liegt es daran, dass mir große Raumschlachten nicht gefallen oder auch daran, dass ich lieber wissenschaftlich fundierte Science Fiction mag. Ich folgte der Handlung, aber ich wurde nicht warm damit. Der Handlungsstrang um Eric Leyden war von allen noch derjenige, bei dem ich mich am wohlsten fühlte. Die Geschichte um die Mutanten, die zusammen mit Tuire Sitareh eine Maahkwalze kapern, empfand ich als überzogen. Sie verlief am Anfang viel zu glatt, während es am Ende fast in die Katastrophe führte. Mir war das alles zu wenig durchdacht, da fehlte für meinen Geschmack das Bodenständige. Es erinnerte an die PERRY RHODAN Heftromane aus den Sechzigern, in denen allen möglich war, ohne auf die wissenschaftliche Basis zu achten.

Was mir positiv auffiel, war der Versuch die Geschichte aus der Sicht eines Maahk zu zeigen. Leider waren diese Szenen zu kurz, um den Leser so richtig zu packen. Da half auch die letzte Szene nicht, in dem der Gedankenspeicher des getöteten Maahk in den Bündler gezogen und nach Haus transferiert wird. Sie löste in mir zumindest etwas Bedauern aus, das jedoch von den vorangegangen, hektischen, sich überschlagenden Ereignissen begraben wurde.

Apropos Hektik. Im letzten Drittel des Buches hatte ich das Gefühl, dass der Autor sich sehr zusammenreißen musste, um die erforderliche Länge der Geschichte einzuhalten. Da ging es plötzlich Schlag auf Schlag, Schorm raste förmlich durch die Handlung, wobei viele Details verloren gingen. Da war wohl die Seitenzahl schon fast erreicht und noch jede Menge Exposé übrig. Ich kenne das von meiner FanEdition. Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen. Es hätte sicher auch Band 104 gut getan, wenn man aus einem Roman zwei gemacht hätte.

Ich schiele mit etwas Sorge auf die nächsten Romane. Werden sie meine anfängliche Euphorie bremsen? Wir werden sehen.

Feedback zum Newsletter

Ich freu mich!

Nachdem ich heute Mittag mal kurz einen Blick auf die PERRY RHODAN Homepage geworfen habe, war der Tag plötzlich viel heller. Es gab Feedback zum 10. Newsletter der PRFZ, den ich Ende September redaktionell zusammengetragen und verfasst habe. Dass dies den Verantwortlichen im Verlag sogar einen Eintrag auf der Internetseite der Serie wert ist, damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Umso erfreuter bin ich darüber. Nein ehrlich, dass bedeutet mir eine Menge, da hat man echt das Gefühl wahrgenommen zu werden. Schön!

Das ist den Aufwand wert, den auch eine so kleine Publikation wie der Newsletter hat. Ich bin meist etwa zwei Wochen damit beschäftigt (natürlich nicht Vollzeit, aber drei bis vier Stunden am Tag kommen schon zusammen). Zum Beispiel mit dem Sammeln von Beiträgen; sehr froh bin ich, wenn ich auch Informationen von außen bekomme, z.B. von anderen Clubs oder von Mitgliedern der PRFZ. Ich möchte schließlich, dass die Leser des Newsletters aktuelle und Clubübergreifende Informationen erhalten. Dann denke ich mir Fragen für die Interviews aus, formuliere Artikel und schreibe dazwischen immer wieder viele E-Mails. Schließlich muss ich alles mit den Aktiven der PRFZ und manchmal auch mit dem Verlag koordinieren. Letzteres dann, wenn ich die Genehmigung brauche, um einen Artikel von der PR-Homepage oder dem PR-Redaktions-Blog für den Newsletter zu verwenden.

Ich werde oft gefragt: Warum wir auch Informationen von der PR-Homepage im Newsletter haben, die sich ja jeder selbst dort holen kann? Es gibt Mitglieder die über keinen Internetzugang verfügen und den Newsletter per Post beziehen (gegen Aufpreis). Diese Mitglieder freuen sich über jede aktuelle Information von offizieller Seite.

Wenn alle Inhalte stehen, schicke ich diese an Ben Calvin Hary, der sie lektoriert und nach Fehlern durchforstet. Wenn das erledigt ist, gehts an Layout. Das ist der zeitraubendste Teil, weil ja alles stimmen muss. Die Texte müssen thematisch und gleichmäßig auf die Seiten verteilt werden, sodass keine Lücken entstehen. Manchmal ist ein Text zu lang, der muss dann gekürzt werden oder ein anderer ist zu kurz, da muss hinzugefügt werden. Aber inzwischen weiß ich schon ungefähr, wie lang die Texte sein müssen, damit sie in die vorbereiteten Rahmen der Rubrik passen. Die Bilder müssen in der richtigen Auflösung eingefügt und am Ende muss geprüft werden, ob im Satz alles richtig steht. Schließlich hagelte es schon Kritik von Lesern, weil die Spalten nicht Registerhaltig waren.

Wenn das Layout fertig ist, sind die Verantwortlichen bei der PRFZ gefragt; sie müssen die Ausgabe absegnen. Und wenn keiner mehr einen Fehler findet, wird das PDF erstellt und rausgeschickt. Letzteres mache aber nicht ich, sondern derjenige, der auch die Mitgliederverwaltung betreut, denn nur er hat Zugang zu den E-Mail-Adressen der Mitglieder. Wenn der Newsletter dann verschickt ist, kann ich mich erst einmal beruhigt zurücklehnen. Aber nicht lange, denn die Ideen für den nächsten Newsletter spuken schon längst wieder durch meinen Kopf.

Und hier noch das dazugehörige Bildmaterial zum Blogeintrag:

Aus Perry Rhodan-Heft Nr. 2825
Auszug aus den Clubnachrichten von Hermann Ritter (PR-Heft Nr. 2825)
perry-rhodan.net vom 15.10.2015
perry-rhodan.net vom 15.10.2015

Im Oxydkrieg

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-NEO »Der Oxydkrieg« von Rüdiger Schäfer

Wenn es eine Steigerungsform für perfekt gäbe, hätte dieser Roman sie verdient. Wiederholt hat es ein NEO-Roman geschafft, dass ich ihn innerhalb weniger Stunden regelrecht verschlungen habe. Das mir der Schreibstil des Autors zusagt, brauche ich nicht zu wiederholen. Doch zusammen mit der intelligent ausgedachten Geschichte, wird daraus ein Glanzpunkt, der selbst die beiden Vorgängerromane überstrahlt. Dabei kann ich nicht mal sagen, was genau den Roman so besonders macht. Ist es die Geschichte über Eric Leyden auf dem Mars, bei der man fast so etwas wie Romantik heraushört oder die Abenteuer von Gucky und dem Haluter Fancan Teik auf der fremden Raumstation? Möglicherweise sind es auch die Erinnerungen des Maahk aus dem Qxydkrieg, die Perry Rhodan am eigenen Leib erfahren muss. Vielleicht liegt es aber auch an den vielen eingestreuten Informationshäppchen, die man als Leser mitbekommt, sei es nun über den Jupiter und seine geschichtliche Bedeutung bei Ägyptern und Babyloniern oder über die physikalischen Bedingungen auf dem Mars sowie den Wasserstoffwelten der Maahks. Hier gibt man sich richtig Mühe wissenschaftliche Details glaubwürdig in eine spannende Geschichte zu verweben. Einzig die Sache mit dem Sturm auf dem Mars ist nicht so richtig korrekt, aber das würde die ganze Dramaturgie der Geschichte über den Haufen werfen und wurde auch vom Autor von »Der Marsianer« ignoriert. Wer wissen will, wie es bei einem Sturm auf dem Mars wirklich wäre, kann es bei Astronews.com nachlesen.

Ich glaube was das Buch so besonders macht, ist die Mischung aus allem. Der sauber geschriebene und mit so viel Gefühl formulierte Roman entwickelt eine Homogenität, die ich bisher bei keinem Roman der NEO-Serie erlebt habe und macht es für mich zu einer wertvollen Lektüre, die ich ganz sicher noch ein zweites Mal lesen werde.

Das dynamische Titelbild von Dirk Schultz unterstreicht die Leidenschaft hinter den Geschichten aus der aktuellen Staffel.

„NEOisiert“

Quelle: Perrypedia

Sie haben mich gekriegt! Sowohl die Expokraten um Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, als auch Autor Kai Hirdt, der mir mit seinen witzigen Dialogen sehr oft ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Vielen Dank für die wunderbare Unterhaltung!

Ein NEO-Roman, dessen Geschichte sich nahtlos an den vorherigen Roman anschließt? Ich war baff. Das war die Erfüllung eines langgehegten Wunsches. Worum es genau in der Geschichte geht, kann jeder in der Perrypedia nachschlagen. Mein persönliches Empfinden war wie zuletzt sehr positiv. Der Autor verleiht der Figur des Eric Leyden noch mehr Tiefe, aber auch Belle und Abha sind treffend gezeichnet. Ich mag es, wenn Charaktere so lebendig wirken, dass man sie lebhaft vor sich sieht. Auch Leydens Konfrontation mit der ausgemusterten Hyperphysikerin, war grandios inszeniert. Es war wie ein Film vor Augen, als sie und Leyden aufeinander treffen.
Sehr schön fand ich die Trennung zwischen ziviler und militärischer Führung und den dazugehörigen Kompetenzstreitigkeiten. Wobei ich mich jedoch frage, warum man Leyden nicht gleich die volle Verfügungsgewalt über die Forschungen auf dem Mars gegeben hat. Die Flotte sollte doch nach seiner Rettung von Io, über seine Erkenntnissen vom Jupiter Bescheid wissen. Warum gewährt man ihm erst die Unterstützung, als er Flottenchef Reginald Bull hinzuzieht?

Das Geschehen im Taktissystem um Perry Rhodan und die CREST, bildetet einen guten Kontrast. Die Begegnung mit den misstrauischen Scortoohks, die anfänglichen Kommunikationsprobleme und die Entdeckung der Festung „TASCHVAAHL“ sowie dem Bündler, machen Lust auf weitere Abenteuer. Was die Autoren mit der Figur des Captain Rainbow vorhaben, ist mir noch nicht ganz schlüssig. Erinnern tut er mich an Redhorse aus dem MdI-Zyklus. Während der Charakter dort jedoch stets den Befehlen seiner Vorgesetzten gehorchte und eine reine Weste hat, agiert Rainbow manchmal etwas unüberlegt und bringt sich und seine Kameraden nicht nur in Gefahr, sondern riskiert auch eine Degradierung. Interessante Idee, mal sehen wo das hinführt.

Auf der einen Seite also der kühle Taktiker Rhodan und die Flotte und auf dem Mars der Hyperphysiker Eric Leyden mit seinen mitunter sehr unkonventionellen Ideen. Das sind nur zwei Handlungsstränge in einem Roman. Bei NEO hatten mich bisher die Vielzahl der Handlungsstränge gestört. Für diese notwendige Reduktion ebenfalls ein herzliches Dankeschön!

Am Ende doch noch ein paar kritischere Worte an den Autor. Seine Dialoge sind oft treffend und witzig, aber er sollte den Bogen nicht überspannen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Slapstick und eine Situation ins Lächerliche ziehen. Meines Erachtens war Kai Hirdt manchmal sehr nah dran, diese Grenze zu überschreiten. Ich mag gerade den ernsten Hintergrund bei PERRY RHODAN und möchte nicht, dass dieser zwischen den lustigen Szenen (die man selbstverständlich braucht) verloren geht.

Ein Datum zwei Geburtstage

Was für eine faszinierende Dualität, die mir zuvor noch nie bewußt geworden ist. Es gibt etwas, das Star Trek und Perry Rhodan miteinander verbindet. Nicht nur das beide Werke einem Genre entstammen, sondern es gibt eine sehr weltliche Verbindung: Das Datum ihres Erscheinens fällt nicht nur auf denselben Monat sondern auch auf denselben Tag im Jahr.

Am 8. September 1961 erschien der erste Heftroman der Perry Rhodan-Serie mit dem Titel: Unternehmen „Stardust“. Fünf Jahre später am 8. September 1966 wurde in den USA mit „Das Letzte seiner Art“ die erste Folge der klassischen Star Trek-Serie ausgestrahlt. Es ist schön zu wissen, dass es etwas gibt, das die beiden erfolgreichen Serien miteinander verbindet.

Im nächsten Jahr feiert Star Trek seinen fünfzigsten Geburtstag. Für Perry Rhodan wird es schon der fünfundfünfzigste sein. Und nicht nur für mich wird es ein besonderer 8. September werden. Ich hoffe nur, dass beide Serien ihren Geburtstag würdig begehen können.

Ich jedenfalls freue mich schon darauf.

„NATHAN“ schweigt

Das große Gehirn der PERRY RHODAN-Serie ist für immer verstummt. Rainer Castor – Autor und PERRY RHODAN-Experte – verstarb am 22. September 2015 völlig unerwartet im Alter von 54 Jahren. Die Lücke, die er hinterlässt, hat für Autoren und Fans die Dimension eines Abgrundes.

Ich habe ihn leider nie getroffen, dafür bin ich noch nicht lange genug dabei, aber ich weiß aus vielen Erzählungen und Interviews mit den PERRY RHODAN-Autoren, dass Rainer Castor zu den wenigen Menschen zählte, die jedes Detail über die Serie wussten. Seine Kommentare zu Technik und Völkern des Perryversums am Ende jedes Heftromans habe ich immer gern gelesen. Kaum einer war in der Lage, Technik, die nicht in der Realität existierte, so präzise zu beschreiben, dass man annehmen konnte, es gäbe sie tatsächlich.

Ich kann nur erahnen, wie groß der Schock in der PERRY RHODAN-Redaktion gewesen sein muss, als die Nachricht von seinem plötzlichen Tod eintraf. Wie geht es jetzt weiter? Gerade hatte er den PERRY RHODAN-Report und die Koordination der Risszeichnungen von Rüdiger Schäfer übernommen. Und an wen wenden sich jetzt die Autoren, wenn sie eine Frage zur Technik haben? Wird die PERRYPEDIA »das große Gehirn« – Rainer Castor – ersetzen können? Fragen die die Zukunft beantworten wird. Eines ist sicher: Sein Tod ist ein Verlust, der auch an uns Lesern nicht einfach so vorübergehen wird.

Es ist ein trauriges Phänomen, das viele PERRY RHODAN-Autoren vor ihrer Zeit gehen lässt. Voltz, Griese, Terrid, Feldhoff – Rainer Castor reiht sich ein in die Riege, der viel zu jung Verstorbenen. Es scheint, als ließe ES die Autoren für die Unsterblichkeit Perry Rhodans mit der eigenen Lebensenergie bezahlen.

Wenn Menschen so früh sterben, weckt das in uns unweigerlich Gedanken an die eigene Sterblichkeit. Haben wir getan, was wir tun wollten und vor allem haben wir nicht getan, was wir nicht tun sollten? Rainer Castor hat mit seinen mitunter mehrseitigen Dossiers vielen Autoren geholfen PERRY RHODAN dorthin zu bringen, wo noch nie eine Science Fiction Serie zuvor gewesen ist. Er hat viel getan für PERRY RHODAN – auch als Autor. Und ich glaube, dass er auch in Zukunft noch viel tun wollte, als Autor und als Experte. Leider ist ihm dies, nun nicht mehr vergönnt.

Mein Mitgefühl gilt in diesen Tagen vor allem seiner Familie, den Kollegen und Freunden, die ihn schätzten und kannten. Etwas, dass mir selbst leider nicht mehr erlaubt sein wird.

AD ASTRA Rainer Castor!

Kurzweiliges Lesevergnügen zum Garching-Con 2015

Conbuch kleinAls mich Ekkehardt Brux mit einem Augenzwinkern am Anmeldestand des GarchingCon bat, doch etwas über das, von ihm zusammengestellte, Con-Buch zu schreiben, hatte ich noch nicht einmal eine Ahnung davon, was ein Con-Buch ist und wie so etwas aussieht. Ich fand es relativ schnell heraus als ich die Con-Tasche durchwühlte und auf ein eingeschweisstes Buch im A5-Format stieß. Die beiden Kugelraumer über der Münchner City waren ein eindeutiger Hinweis, dass dies das besagte Con-Buch sein musste. Ich war natürlich neugierig und hatte ein wenig Mühe es aus der Kunststoffverpackung zu schälen, aber als es endlich geschafft war, lag ein ansprechendes und vor allem vielversprechendes Fanzine vor mir.

Ekkehardt hat sich bei der Zusammenstellung der Artikel wirklich Mühe gegeben, es gab nicht einen Artikel, den ich nicht gelesen habe. Die bunte Mischung aus Geschichten und informativen Artikeln ist spannend und auf Grund ihrer Kürze gut lesbar. Ich habe mir extra mehr Zeit genommen, um auch jeden Beitrag genau zu studieren.
Die beiden Laudationen auf die Zellaktivator(preis)träger des diesjährigen Cons – einmal von Michael Thiesen über Sabine Kropp sowie von Hermann Ritter über Hermann Urbaneck – waren ein schöner Einstieg und eine echte Würdigung der beiden PR-Mitarbeiter, die es beide völlig verdient haben.
Schon beim Überfliegen des Anfangs der ersten Kurzgeschichte, dachte ich, die kann nur von Uwe Anton stammen und da lag ich auch prompt richtig. Bei der Geschichte von Uschi Zietsch über Ernst Ellerts Rückkehr nach Schwabing bekam ich glatt etwas Heimweh. Vielleicht lag es daran, dass ich selbst lange nicht die Leopoldstrasse entlanggeschlendert bin, schließlich wohne ich seit 2013 nicht mehr in Schwabing. Das weckte so einige Erinnerungen.
Ebenfalls besonders spannend war der Artikel von Ekkehardt über die Kinder der PR-Autoren. Es ist faszinierend zu sehen, dass schreiberisches Talent offenbar nicht immer weitervererbt wird.
Sehr nett zu lesen auch Michelle Sterns kleiner Einblick in ihre private Welt und ihre Arbeit für die Leserkontaktseite.
Für die Geschichte der Risszeichnungen wünschte ich mir ein Fortsetzung, so fasziniert war ich von den Informationen.
Roman Schleifers Artikel über den Austria Con 2016 und die Geschichte des Wiener PR-Stammtischs, kannte ich zwar bereits aus der SOL, habe ihn aber dennoch gern noch einmal gelesen.
Erwähnenswert sind auch die Fachartikel zur Raumfahrt oder der zu den Steinzeit-Astronauten sowie zu den Auswirkungen eines Erstkontaktes. Wissenschaftliche Beiträge wie diese runden ein Con-Buch ab und verleihen ihm die Beachtung die es verdient.
Aktuell zum NEO-„Neustart“ mit neuem Expokraten-Team hat es mich sehr gefreut einen Bericht von Rüdiger Schäfer vorzufinden. Gerade auch, weil ich seinen Schreibstil sehr mag und von den NEO-Bänden ab 101 bisher durchweg begeistert bin. Ich hoffe, dass den beiden Exposéautoren die Ideen nicht ausgehen mögen.
Die vielen Kurzgeschichten im Buch waren allesamt sehr gut ausgewählt und wurden stilsicher präsentiert.
Selbst wenn ich möchte, kann ich leider nicht auf alle Beiträge im Con-Buch eingehen, das würde schlichtweg den Rahmen dieses Artikels sprengen; zu umfangreich sind Anzahl und Thematiken, die von Dr. Who-Philatelie über Story-Fanzines bis hin zum PR-Sammelkartenspiel reicht. Letzteres wird für mich immer ein großes Geheimnis bleiben. Es war auf dem GarchingCon schön zu beobachten, wie die Spieler entrückt von allem Trubel in ihrer eigenen Welt versunken schienen.

Am Ende muss ich doch noch einmal auf das Titelbild zu sprechen kommen. Ein bisschen hat die Künstlerin da ja gemogelt; während das Atom-Ei von Garching annähernd richtig platziert wurde, so sind es die Alpen definitiv nicht; außer sie wurden ohne meines Wissens kurzerhand an die Donau verlegt. :)

Mein Fazit zum Con-Buch des diesjährigen GarchingCons fällt überaus positiv aus. Ekkehardt Brux hat eine tolle Arbeit abgeliefert; eine die sich sehen lassen kann. Da ist sicherlich für jeden Fan etwas dabei. Für alle, die nicht nach Garching kommen konnten, die aber ein Exemplar des Con-Buchs erwerben möchten, können dies im Con-Shop auf den Seiten des „garching-con.net“ für 7,50 Euro zzgl. Versandkosten bestellen. Hier gibt es auch eine komplette Liste über den Inhalt.

Neue Abenteuer im NEOversum

Quelle: Perrypedia

Wow! Ich bin begeistert. Was heißt begeistert, ich bin geradezu euphorisch. Und das nach der Lektüre eines Perry Rhodan NEO Romans.

Als ich gestern Nachmittag in den Zug stieg und mein iPad vor mir in Stellung brachte, damit ich mir das E-Book des NEO Romans mit der Nummer 101 reinziehen konnte, dachte ich nicht daran, dass ich diese Geschichte noch am selben Abend fertig lesen würde. Nach drei Stunden Zugfahrt, die irgendwie substanzlos an mir vorüberzogen, weil mich die Geschichte tief eingesaugt hatte, waren nur noch ein paar Kapitel übrig. Ich las sie spätabends im Bett, auch wenn mir vor Müdigkeit beinahe die Augen zufielen, schließlich war ich seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. Aber ich wollte unbedingt wissen, wie diese Geschichte weitergeht.

Zum Inhalt werde ich hier nichts sagen, das kann jeder in der Perrypedia nachlesen. Ich möchte hier nur meinen Eindruck schildern. Und der ist mehr als nur befriedigend. Das ist PR-NEO wie ich es mir vorgestellt, nein besser, wie ich es mir gewünscht habe. Michael H. Buchholz macht alles richtig. Die vielen wissenschaftlich fundierten Fakten zum Saturn, die agierenden Figuren allen voran Eric Leyden, den ich in den Silberbänden schon toll fand, ist ein Zusammenspiel all dessen, was Perry Rhodan ausmacht. Ich kann nur sagen: „Perfekt.“

Ich ahnte, dass der Wechsel der Exposéautoren Veränderungen mit sich bringen würde und hoffte, dass diese Veränderungen mich zufriedenstellen würden, doch ich hatte keine Ahnung, wie sehr sie bei mir einschlagen. Ich glaube, wenn die beiden Expokraten, dass weiterhin so gut hinbekommen, steht uns bei PR-NEO was ganz Großes bevor. Ohne die Arbeit von Frank Borsch schmählern zu wollen. Seine ersten vier Bände haben mich damals ähnlich begeistert und ich wünsche mir sehr, dass Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz das hohe Niveau, mit dem sie eingestiegen sind, auch in den nächsten Fortsetzungsromanen halten können.

Die lese ich dann aber wieder analog – auf Papier.

Drei tolle Tage in Garching

Nun ist er rum! – Ehe ich mich versah, ging gestern Nachmittag der GarchingCon 10 zu Ende. Und es war eine über alle Maßen gelungene Veranstaltung.

Begonnen hat alles am frühen Freitagnachmittag, mit einem für mich etwas irritierenden Ereignis. Als ich nämlich am Anmeldestand artig meinen Namen nannte, kam spontan die Reaktion: „Etwa die Christina Hacker?“. Ich hoffe nur, dass ich in diesem Moment nicht allzu perplex ausgesehen habe. Ich stammelte ein: „Äh, ich denke schon!“, bevor ich mich nach der Anmeldung für meinen Mann erkundigte. Dabei vergaß ich anschließend glatt meine Con-Taschen mitzunehmen, die mir der nette Helfer später noch an den Stand der PRFZ brachte.
Dort hatte Uwe schon alles aufgebaut, was Herbert aber nach seiner Ankunft gnadenlos wieder umsortierte. Er war es auch, der uns in die Geheimnisse des PRFZ-Standes einwies, bevor der Verkauf so richtig beginnen konnte. Gegen 16 Uhr traten auch schon die ersten Käufer auf den Plan und es sollten für dieses Wochenende nicht die Letzten gewesen sein. Der Verkauf der Fan-Editionen, PR-Paper und SOL-Hefte verlief so gut, dass es sogar dem langjährigen Standbetreiber Herbert unheimlich war. Nur ein kleines Päckchen musste er nach Veranstaltungsende am Sonntag wieder zurückschicken.
Das Abendessen nahm ich mit meinem Mann im nahegelegenen Thai-Restaurant ein, das nicht zu unrecht so gut besucht war. Es gab die schmackhaftesten Thailändischen Gerichte, die ich seit langem gegessen habe. Wir überlegen bereits, dort auch mal außerhalb des GarchingCon essen zu gehen.
Später amüsierten ich mich bei „Perry genial“ der irrwitzigen Rate-Runde, bei der ich sogar einige der Fragen gewusst hätte. Zum Beispiel die nach dem „Haushaltsverbrecher“. Gegen zehn Uhr brachen wir auf, um bei strömendem Regen auf der A8 nach Hause zu fahren.

Der Samstag begann mit einem Frühstück daheim und der Fahrt nach München, wo wir gegen zehn im Bürgerhaus eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Uwe, Andrea und Christine schon die meisten Publikationen unter die Fans gebracht. Zwar hatte ich das NEO-Panel verpasst, aber dafür sah ich mir am Nachmittag „Ein Blick in die GarchingCon-Historie“ an. Dazwischen lagen Fachsimpeleien mit Autoren und Fans. Dabei konnte ich u.a. Christian Montillon ein überzähliges „Daily Perry“ T-Shirt aufschwatzen, worüber sich Lars Bublitz sicher freuen wird. Außerdem bekam ich erstmals viele bekannte Namen aus dem Fandom persönlich zu Gesicht, lernte nette Fans kennen und konnte endlich mit Personen von Angesicht zu Angesicht reden, die ich bisher nur aus E-Mails kannte. Einer davon war Ben Hary, Autor der FanEdition 14 und Mitarbeiter der SOL, mit dem ich mich auf Anhieb bestens verstand. Irgendwie verpasste ich so leider auch den Kaffeeklatsch mit Michelle Stern und Verena Themsen, wobei mir Verena später verriet, dass dort viel zum Vierteiler „Die falsche Welt“ gespoilert wurde, den ich aber noch nicht gelesen habe. Somit kann ich mich jetzt immer noch überraschen lassen.
Bei der „Stunde des Jägers“ ließ ich von allen anwesenden Autoren und Zeichnern ein Poster von Raimund Peters unterschreiben, dass bei Gelegenheit um die fehlenden Autorenunterschriften ergänzt werden kann. So verging der Nachmittag wie im Flug und ich bekam bis 18 Uhr überhaupt nicht mit, dass ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. Also speisten wir bei intensiven Gesprächen wiederholt im Thailändischen Restaurant – diesmal aber zu dritt – bevor ich mich bei den Programmpunkten: „Sounds aus der Unendlichkeit – Erkenne die Titelmelodie“ und „Der Galanacht des futuristischen Schüttelreims“, vor Lachen ausschüttete. Die Heimfahrt verlief deutlich trockener als am Tag zuvor.

Sonntag morgen waren wir spät dran, weil die Autobahn nicht nur regennass, sondern auch ziemlich voll war. Die Versteigerung war bereits im vollen Gange, als ich Uwe und Andrea am Stand ablöste. Hier gingen die letzten Exemplare der PR-Paper raus; die FanEditionen waren bereits am Samstag morgen so gut wie vergriffen.
Gegen Mittag schlossen wir den Stand und gingen zum Essen. Wobei die Qualität des vom Restaurant vor dem Bürgerhaus verkauften Imbiss, der einzige Negativpunkt an diesem Wochenende war. Sowohl Currywurst als auch Schaschlik zählten sicher nicht zu den Gourmet-Highlights.
Danach kam ich noch mit einigen Fans aus dem Perry Rhodan-Forum ins Gespräch, sah mir einen Teil des Panels mit Uwe Anton an und durfte noch ein paar Worte mit Verena Themsen wechseln. Nach dem Werkstattbericht von Raimund Peter und dem Abschlussvortrag von Robert Vogel, den ich auch nur zur Hälfte mitbekam, weil ich mich im Foyer mit Michelle Stern verquatschte, kam der große Abschied. Stefan Friedrich vom GarchingCon Team schloss die Veranstaltung mit den „Famous Last Words“.

Ich war wirklich beeindruckt, wie perfekt organisiert der GarchingCon über die Bühne ging. Auch wenn ich nur sehr wenig vom eigentlichen Con-Programm mitbekommen habe, hatte ich an den drei tollen Tagen richtig viel Spaß. Die Perry Rhodan-Fans sind wie bei Star Trek eine große Familie und ich war sehr überrascht, wie hoch der Frauenanteil unter den Teilnehmern war. Mit vielen neuen Ideen und Inspirationen fuhren wir am Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein nach Hause.

Mein ganz ganz großes Lob an die Veranstalter. Ich habe bisher keine von Fans so gut organisierte Veranstaltung besucht. Inzwischen ärgere ich mich sehr darüber, in den zwölf Jahren, die ich zwischen 2001 und 2013 in München gewohnt habe, ich es nicht einmal zum GarchingCon geschafft habe. Heute bin ich sehr traurig darüber.