Galaktische Köstlichkeiten

Ich habe meinen Mann mal wieder mit einer Geburtstagstorte überrascht. Eigentlich sollte ja normaler Zuckerguss auf die „Schweizer Rübli“ – Torte, aber dann konnte ich dem silbernen Fondant im REWE nicht widerstehen. Ich mag solche Spielereien, da kann ich ganz darin aufgehen. Also wurde aus einem einfachen Kuchen wiedermal eine Star Trek-Torte.

Zum Mittag entdeckten wir beim Griechen noch einen spannend klingenden Nachtisch, den wir unbedingt ausprobieren wollten. Was soll ich sagen, das Gericht hielt, was der Name „Galaktoboureko“ suggerierte. Es schmeckte „Galakto…“-fantastisch.

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Im Katzentempel

Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und besuchte vergangene Tage ein besonderes Münchner Café.

Beim „Katzentempel“ handelt es sich, so viel ich weiß, um das erste Katzencafé in Deutschland. Die Idee dahinter stammt aus Japan, dort gibt es das schon seit einigen Jahren. Es zielt vor allem auf Leute aus Großstädten ab, die es sich, wegen beengter Wohnverhältnisse oder anderer Gründe, keine Haustiere halten können. Ins Katzencafé geht man, um in der Gesellschaft von Tieren ein paar schöne Stunden zu verbringen. Das haben wir auch getan.
Die sechs Miezen vom Katzentempel waren sichtlich entspannt, lungerten im Schaufenster oder auf den vielen Schlafgelegenheiten herum und ließen sich durch die Cafébesucher nicht stören. Ich war beeindruckt. Dazu servierte die nette Bedienung allerlei vegane und vegetarische Köstlichkeiten (alles Bio versteht sich). Ich probierte einen Matcha-Latte, der … (nun ja, ein wenig nach Milch mit Gras) … schmeckte und ein Stück Kokos-Buttercreme-Torte aus Dinkelmehl, welche sehr lecker war. Dazwischen beobachtete ich die Miezen und streichelte den dicken Kater, der sich mitten im Lokal platziert hatte, um auch genügend Aufmerksamkeit zu bekommen.

Das Café war gut gefüllt und das Publikum bestand aus älteren Leuten, Familien mit Kindern und Studenten. Wir verbrachten fast zwei Stunden hier, bevor wir uns verabschiedeten. Wenn wir wieder mal in der Nähe sind, werden wir ganz sicher wieder im Katzentempel vorbeischauen.

Das Café Katzentempel befindet sich im Herzen Schwabings in der Türkenstrasse unweit der Pinakotheken. Ein Abstecher in das besondere Ambiente lohnt auf jeden Fall, ist allerdings für Katzenallergiker ungeeignet.

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Ostereierbaum im TV

Einmal im Jahr wird ein kleiner Garten am Stadtrand von Saalfeld zur Pilgerstätte. Denn an jedem Osterfest zieht es hunderte von Menschen zum Saalfelder Ostereierbaum. In diesem Jahr werden es noch ein paar Besucher mehr sein, denn heute morgen konnte ganz Deutschland den Ostereierbaum von Familie Kraft in der „Sendung mit der Maus“ bewundern. Seit fünf Jahrzehnten behängt die Familie den Apfelbaum im heimischen Garten mit selbstdekorierten Ostereiern. Und weil der Baum in den Jahren immer größer wurde, vervielfachte sich auch die Zahl der Eier. Heuer sind es 10.000 Eier und es wird das letzte Mal sein, dass die Familie den Baum schmückt. Denn es braucht immerhin zwei Wochen, bis das letzte Ei am Baum hängt und nochmal genauso lange bis alle wieder abgehängt sind. Ein „Kraftakt“ im wahrsten Sinne des Wortes. Die liebevollen Einzelstücke werden von Frau Kraft jedes Jahr in Detailverliebter Arbeit selbst gefertigt.

Davon und mit welchen Techniken man 10.000 Eier an einen Baum bekommt, erzählt das kleine Filmchen, das in der ARD Mediathek zu sehen ist.

Wir besuchten 2008 den Ostereierbaum und selbst da war er, mit knapp 8.000 Eiern, wahrlich beeindruckend, wie man dem Foto entnehmen kann.

Eierbaum

 

Vom Winde verweht …

… wurde mein gestriger Feierabend.

Ich versuche mich kurz zu fassen, denn nachdem was ich gestern an Abenteuern erlebt habe, könnte ich glatt einen ganzen Roman schreiben.

Wenn ich gewusst hätte, dass der Sturm so schlimm wird, wäre ich niemals nach München zu Arbeit gefahren. Aber der Wetterbericht klang nicht gefährlich und am Morgen war bei uns im Osten von Bayern auch kein Lüftchen zu spüren. Schon auf der Zugfahrt nach München hatte ich ein komisches Gefühl. In das typische Geräusch des fahrenden Zuges mischte sich etwas Neues Fremdes. Bis ich registrierte, dass es starke Windböen waren, kam ich auch schon am Münchner Ostbahnhof an.
Im Büro fegte dann den ganzen Vormittag der Wind wie blöd gegen die Fensterscheiben. Es knackte und knirschte. Draußen kämpften Mitarbeiter einer Firma aus dem Nachbarhaus, mit den Fahnen, die fast von den Fahnenstangen gerissen wurden. Die Feuerwehr fuhr unentwegt durchs Gewerbegebiet. Spätestens als ich sah, wie das Wasser im Toilettenbecken hin und her schwappte, bekam ich ein flaues Gefühl im Magen. Das hieß, dass das Gebäude schwankte und das kannte ich eigentlich nur aus New York. Wenn man im vierten Stock eines massiven Bürogebäudes schon Schwankungen feststellen konnte, musste der Wind draußen schon sehr heftig sein.
Gegen 14 Uhr warf ich einen Blick auf die Statusseite der Deutsche Bahn. Der S-Bahnverkehr in München war eingestellt, die IC’s und EC’s in meine Richtung waren hoffnungslos verspätet, aber die Regionalzüge schienen noch zu fahren. Meine Kollegen machten Witze, dass ich ja im Büro übernachten könnte. Um halb drei hielt ich es nicht mehr aus. Ich musste versuchen nach Hause zu kommen und je früher ich startete, desto größer waren meine Chancen.
Auf dem Weg zur U-Bahn kam mein Bus an dem kleinen Wäldchen am Ortsrand von München vorbei, das bei Joggern und Hundebesitzern sehr beliebt ist. Jetzt standen dort nur noch ein paar vereinzelte Bäume. Der Rest lag flach wie niedergedrücktes Gras. Mit offenem Mund starrte ich auf das Bild der Verwüstung, ich konnte nicht fassen, was ich sah. Heute morgen war da noch ein dichter Wald gewesen. In der U-Bahn informierte ich gleich mal meine Kollegen darüber.
Als ich schließlich halb vier am Hauptbahnhof ankam, war der voller gestrandeter Reisender. Die Tafel in der Haupthalle, zeigte nur vereinzelte Züge an, mit dem Vermerk: „Auf unbestimmte Zeit verspätet“ sowie die gesperrten Richtungen, darunter auch Rosenheim. Bei einem Bahnmitarbeiter erkundigte ich mich nach einer Verbindung Richtung Salzburg und erntete nur ein Schulterzucken. Der Bahnverkehr war vorerst eingestellt. Vielleicht ging ab 17 Uhr wieder was, aber versprechen könnte mir das keiner. Ich rief meinen Mann an und erzählte ihm was los war. Der machte gerade Feierabend und war auf dem Weg zum Auto. Er versprach sofort Richtung München zu fahren, um mich abzuholen. Wir verabredeten uns an der Messestadt. Das war die einzigste Station, die ich mit der U-Bahn erreichen konnte, und die weit genug im Osten von München lag.
Dort angekommen, flüchtete ich erstmal in die Riem-Arkaden und wärmte mich an einem Kaffee. Draußen fegte eisiger Sturm über den Platz, außerdem regnete es jetzt. Plötzlich klingelte mein Handy. Mein Mann hatte es bis nach Ebersberg geschafft, kam aber nicht bis zur Autobahn durch, weil die Straße durch den Forst gesperrt war. Er musste auf der B304 weiter Richtung München. Das hieß, wir brauchten einen neuen Treffpunkt. Da erinnerte ich mich daran, auf der Fahrt hierher in Trudering vorbeigekommen zu sein. Trudering hatte einen U- und S-Bahnhof und lag an der B304. Inzwischen maulte mein Handy-Akku. Ich schickte meinem Mann eine SMS, dass ich am Bahnhof in Trudering auf ihn warten würde und fuhr los.
Die Bushaltestelle vorm Truderinger Bahnhof war voller wartender Menschen. Fast minütlich hielten Autos und nahmen wartende Fahrgäste auf. Dazwischen brachte Busse neue Massen und nahmen wieder welche mit. Leider fuhr kein einziger in die Richtung, in die ich wollte. Plötzlich wurde es schlagartig dunkel und ein Unwetter brach los. Regen peitschte waagerecht über die Straße. Zum Glück hatte ich meine Jacke aus beschichtetem Segeltuch an, aber selbst die war in Minuten durchnässt. Blitze zuckten über den Himmel und es krachte. Der kalte Wind stach mich wie Nadeln ins Gesicht, meine Hände fühlten sich schon taub an. Und das ich seit über einer Stunde nichts mehr von meinem Mann gehört hatte, machte mich fertig. Von Ebersberg bis Trudering sind es vielleicht fünfundzwanzig Kilometer, er hätte schon längst da sein müssen. Gegen halb sechs, dann der erlösende Anruf. Er steht auf der B304 an einem Sportplatz in Trudering und findet den Bahnhof nicht. Ich sagte ihm: Er solle bleiben wo er ist, ich käme hin.
Zwischenzeitlich hatte ich mitbekommen, dass die B304 parallel zu der Straße vorm Bahnhof verlief. Ich ging los und hatte sie nach ein paar Minuten erreicht. Zum Glück regnete es nicht mehr, aber es war empfindlich kalt. Ich rief meinen Mann an, dass ich an der B304 gegenüber einer Shell-Tankstelle stehe, und fragte, ob er daran schon vorbeigekommen ist. Ich hörte ihn noch sagen, dass ihm keine Shell-Tankstelle aufgefallen sei, dann brach die Verbindung zusammen. Mist! Akku leer.
An der Straße, fragte ich eine Frau, wo denn hier ein Sportplatz ist. Sie deutete Richtung Osten und meinte, dass es bis dahin aber noch ziemlich weit sei. Ich entschloss mich, loszulaufen und auf die Fahrzeuge zu achten, die mir entgegen kamen. Man glaubt ja nicht, wie viele weiße Opel Corsa herumfahren. Nach 800 Metern sah ich plötzlich das gelbe Star Trek-Emblem auf einer weißen Kühlerhaube aufblitzen, dazu die vertraute Traunsteiner Nummer. Ich rannte winkend zum Straßenrand, aber mein Mann hatte mich schon längst erkannt und hielt. Lächelnd reichte er mir ein Päckchen aus einem Wienerwald-Restaurant und eine Flasche Wasser. Gott, war ich glücklich, dass wir uns tatsächlich gefunden hatten.
Der Rückweg dauerte ewig. Weil jeder irgendwie mit dem Auto aus der Stadt wollte, gab es überall fürchterliche Staus. Im Radio berichteten die Nachrichten von der Evakuierung des Münchner Hauptbahnhofes und das der Zugverkehr in ganz Bayern vorerst eingestellt bleiben würde. Ich war froh, das mein Mann mir zu Hilfe geeilt war.
Wir brauchten für die wenigen Kilometer bis Ebersberg fast zwei Stunden. Danach war die Straße frei und wir kamen bis kurz vorm Ziel gut voran. Wegen umgestürzter Bäume war die Bundesstraße seit Nachmittag gesperrt. Der LKW vor uns kannte wohl eine kürzere Umleitung und so folgten wir ihm über enge Landstraßen und durch dichte Wälder. Überall lagen umgestürzte Bäume, nur notdürftig beiseite geräumt. Im Zickzack, ständig waren Straßen gesperrt, fuhren wir Richtung Heimat und waren gegen 21 Uhr endlich zu Hause.
Jetzt hieß es; nur noch unter die Dusche und ab ins Bett. Vom langen Sitzen tat uns alles weh, aber ich war überglücklich, in mein eigenes Bett kriechen zu dürfen.

 

Das Dampfbügeleisen für den Mann

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass für einen Mann der Kärcher das Äquivalent zum Dampfbügeleisen der Frau ist. Seit ich heute morgen beobachten konnte, wie mein Mann mit Verzückung und glänzenden Augen unsere Terrasse mit dem neuen Kärcher gereinigt hat, weiß ich, das es stimmt.

Da stand er nun, mitten im Regen, und „kärcherte“ mit großer Hingabe das Moos von Fliesen und Sichtschutzwand. Er war so begeistert bei der Sache, da konnte ich es ihm einfach nicht mehr übelnehmen, dass er zuvor das Wohnzimmer unter Wasser gesetzt hatte.
Nachdem er fertig war, erstrahlte unsere Terrasse wie noch nie. Die hellen Fliesen blendeten schon fast die Augen. Mein Mann war triefend nass aber glücklich.

Es geht doch nichts über ein so toll funktionierendes Männerspielzeug.

Männerspiele

Ich sitze im Zug, wie immer konzentriert über ein Manuskript gebeugt, das vor mir auf dem Klapptisch liegt. Hin und wieder sehe ich auf, mein Blick schweift aus dem Fenster. Die Landschaft fliegt an mir vorbei. Als meine Augen zurückkehren, bleiben sie am Display eines Laptops hängen, den ein Mann vor mir aufgeklappt hat. Ein Computerspiel, erkenne ich sofort und will mich schon wieder abwenden. Doch dann sehe ich, wie der Mann einen Traktor durch eine virtuelle Landschaft steuert. Fasziniert spähe ich durch den schmalen Spalt zwischen den Sitzen. An dem Traktor ist eine Art Gabel angebracht, mit der der Mann nun versucht eine Palette aufzunehmen. Nach mehreren Versuchen gelingt ihm das auch und er transportiert die Palette zu einem virtuellen Lagerplatz. Ich schüttle mit dem Kopf und wende mich wieder meinem Text zu. Als ich nach einer Weile wieder aufsehe, spielt der Mann immer noch. Dieses Mal fährt er eine Dampfwalze und begradigt eine simulierte Asphaltstraße. Wieder sehe ich verwundert einige Minuten zu, bevor ich mich von dem Anblick lösen kann.

Als ich die Arbeit an meinem Manuskript beende, fährt der Mann wieder mit dem Gabelstapler durch die virtuelle Landschaft. Der Brocken, den er auf der Gabel hat, hängt schief. In der Realität wäre das Fahrzeug schon längst umgekippt. An einer Kreuzung bleibt er stehen, muss einige Fahrzeuge passieren lassen. Als er wieder anfahren will, schiebt sich plötzlich ein Balken ins Bild: GAME OVER!
Jemand tippt mich vorsichtig von der Seite an. Erschrocken drehe ich den Kopf. Eine Frau aus der Nachbarreihe hat sich zu mir herüber gebeugt und raunt mir zu: „Verrückt mit was ‚Mann‘ sich beschäftigen kann.“ Sie grinst mich an und ich lächle verstehend zurück.

Der Mann vor mir ist vielleicht so alt wie ich und er tut mir irgendwie leid. Wahrscheinlich hat er einen knochentrockenen Job, der ihn kaum herausfordert. Und er erfüllt sich mit diesen einfachen Tätigkeiten in einem Computerspiel seinen Herzenswunsch. Vielleicht wäre er lieber Baggerfahrer, aber weil das so schlecht bezahlt wird, ist er Ingenieur oder Programmierer geworden.

Ich finde es traurig, wenn ich daran denke, wie viele Menschen in einem Job arbeiten, der sie nicht befriedigt und ihnen als einziger Ausweg die Flucht in die virtuelle Realität bleibt.

Lesestress

Da hat man eine Woche Urlaub und freut sich darauf, in der freien Zeit ein Buch zur Hand zu nehmen und was passiert …? Richtig, nichts.

Mein Mann hat in der vergangenen Woche mindestens drei Bücher gelesen. Da bekomme ich echt ein schlechtes Gewissen, denn außer einem Kapitel in einem Sachbuch habe ich seit über 10 Tagen nichts gelesen. Die eigenen Manuskripte zählen nicht.

Auf meinem Nachtschrank liegt schon seit Monaten ein angefangener Roman von Tanja Kinkel (Verführung), deren sehr schöner PR-Heftroman mir im vergangenen Jahr so gut gefallen hat. Außerdem schlummert seit vorletztem Donnerstag ein weiterer PR-Heftroman angelesen in meiner Handtasche.

Dafür war ich die letzten Tage mit allerlei bequemen und unbequemen Tätigkeiten beschäftigt, die aber meist nichts mit Büchern zu tun hatten.

Ich beschließe mit sofortiger Wirkung: Das muss besser werden, schließlich habe ich von der Buchmesse genügend Lesestoff mitgebracht. Ich bin mir nur noch nicht sicher welchen Roman ich morgen während der Zugfahrt zur Hand nehmen soll. Den neuen Weiler (Kühn hat zu tun) oder doch lieber Thomas Brussigs „Das gibt’s in keinem Russenfilm“. Aber da wäre auch noch der Eschbach (Herr aller Dinge). Hmmm?

Das ist ja fast schon Lesestress!

Aber so wie ich mich kenne, wird es wahrscheinlich doch mein Manuskript für die Kurzgeschichte werden, denn der Abgabetermin rückt näher.

Die Zukunft der Deutschen Bahn 

Das hört sich ja wirklich toll an, was die Bahn so alles plant, um ihre Fahrgäste zurückzugewinnen. Für mich als Stammkundin, die knapp 4000 Euro im Jahr für Fahrkarten ausgibt, hört sich das wie ein kleines Wunder an. Ein Wunder deshalb, weil ich befürchte, dass die Bahn damit nicht das Ziel erreichen könnte, was sie anstrebt: Neue/alte Fahrgäste zurückgewinnen.

Das geht schon mit den Reservierungen los. 4,50 Euro pro Sitzplatz für maximal zwei Züge (so viel kostet eine Reservierung zurzeit) sind klar übertrieben. Reservierungen allerdings kostenlos abzugeben, halte ich für keine gute Idee. Weil etwas an Wert verliert, wenn es kostenlos ist. Ich befürchte, dass es dazu führen wird, dass Leute für Züge reservieren, mit denen sie dann nicht fahren. Dieses Gebaren ist bei Geschäftsleuten heutzutage schon üblich. Kurzfristig Reisende ohne Reservierungen werden dann in einen Zug steigen, in dem es nur noch reservierte Plätze gibt und wenn sie sich dort setzen, werden sie nicht sicher sein, ob ihnen der Platz nicht doch noch genommen wird. Jeder routinierte Bahnreisende wird bestätigen, dass es sich auf einem Platz der zwar frei, aber mit einem „gegebenenfalls reserviert“-Schild markiert ist, nicht entspannt sitzen lässt.

Mehr Zwischenhalte auch in kleineren Städten – Wahnsinn, die Bahn hat endlich begriffen, worin ihre wahre Aufgabe besteht: Reisende möglichst Umsteigefrei von A nach B zu bringen, wobei A und B keine Großstädte sein müssen. Bisher gewann man ja eher den Eindruck, dass die Bahn eine Alternative zum Flugzeug werden sollte. Damit Deutschlands „Business-Class“ aus Unternehmern und Managern möglichst schnell von München nach Berlin und von dort weiter nach Frankfurt gelangt, vielleicht auch nach Düsseldorf oder Köln. Ich bin fasziniert, dass die DB auf einmal den kleinen Reisenden für sich entdeckt, der nur von Jena nach Rosenheim fahren möchte.

Neue Züge, erweiterte Netze, schnellere Taktung, das hört sich gut und logisch an.
Leider hat das Verkehrskonzept einen Haken. Es ist auf eine Vorlaufzeit von 15 Jahren angelegt. Diese aberwitzige Zeitspanne ist es, die mir Sorgen macht. Glaubt der Bahnvorstand wirklich, dass die Generation, die ihr jetzt den Rücken kehrt, innerhalb der kommenden 15 Jahre reumütig zurückkommt? Wir brauchen die Veränderungen jetzt und nicht erst 2030. Denn bis dahin könnte, wie man so schön sagt, der Zug bereits abgefahren sein.

Sonnengedanken

Kaum das es draußen schön wird und sich die Sonne für länger blicken lässt, sorgt das bei meiner empfindlichen Haut für Schwierigkeiten. Nur weil ich gestern ein paar Stunden an der frischen Luft war und mich der Gartenarbeit widmete, habe ich nun einen Sonnenbrand. Und das obwohl ich echt aufgepasst habe.
Das ist ganz schön fies. Da lockt unser Zentralgestirn und man kann eigentlich nur im Schutzanzug ins Freie. Zum Glück ist es nicht so schlimm wie in den Jahren zuvor, als noch meine Augenlider anschwollen.

Heute habe ich mir eine Arbeitspause verordnet und erledige einige wichtige Dinge am heimischen Computer, wie meine Kurzgeschichte zu überarbeiten, den neuen Newsletter für die PRFZ zusammenzustellen und mir den Blogeintrag für morgen auszudenken. Dabei würde ich ja lieber im Garten sitzen und mich von der Sonne bescheinen lassen. Das wäre auch für meinen Gemütszustand besser.

Ich hoffe sehr, dass das Wetter am Freitagvormittag auch so schön ist und wir alle einen ungestörten Blick auf die partielle Sonnenfinsternis werfen können. Meine Sofi-Brille von 1999 liegt schon parat. Aus ein paar Lagen Rettungsdecke werde ich noch einen Filter für meine Kamera basteln. Schließlich möchte ich ein schönes Foto und eine weiterhin intakte Kamera.

Schwarzseher

Bin ich ein Schwarzseher? Sehe ich die Welt kritischer, als sie ist? …

Fragen wie diese gehen mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf. Warum, ist nebensächlich und spielt hier keine Rolle. 

Das ich dazu neige, WorstCaseSzenarios an die Wand zu malen, weiß ich schon lange. Mein Mann könnte ein Lied davon singen. Aber das ich zu kritisch bin, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Selbstkritisch, nun das bin ich sehr oft, aber kritisiere ich auch Dinge, die es gar nicht verdienen?

Wenn das sogar meiner Mutter auffällt, sollte ich hellhörig werden. Das ich Vielem gegenüber misstrauisch bin, mag auch daran liegen, dass ich in meiner Vergangenheit eine Menge schlechter Erfahrungen machen musste. Da ändert sich schnell mal die Perspektive und der gesunde Optimismus bleibt auf der Strecke.

 Mhm, vielleicht muss ich einfach lernen, nicht alles so eng zu sehen, lockerer zu sein. 

Ich werde es versuchen.