Es ist immer wieder schön, wenn man mitbekommt, dass das worüber man schreibt, jemandem von Nutzen ist. Da weiß man, dass man in diesem Fall alles richtig gemacht hat.
Worum es geht?
Johannes Kreis, dessen Archiv nicht nur für PERRY RHODAN-Fans eine Quelle an Information und Inspiration ist, sondern auch für all jene, die gern lesen, Filme anschauen oder Computerspiele spielen. Vieles ist dort aufgelistet, ausführlich beschrieben und bewertet; hin und wieder sogar durch Kommentare anderer Nutzer ergänzt. Das finde ich sehr nützlich. Denn inzwischen sehe ich erst im Kreis-Archiv nach, ob ein Film oder ein Buch, das ich kaufen möchte, schon verzeichnet ist und wenn ja, lese ich den Kommentar dazu. Erst dann entscheide ich, ob Buch oder Film angeschafft wird.
Mit meinem Blogeintrag zum »Marsianer« konnte ich mich jetzt bei Johannes revanchieren. Da er zuvor weder den Roman gelesen, noch den Film gesehen hatte, folgte er meiner Empfehlung und sah sich erst den Film an. Scheinbar, war das genau der richtige Tipp. Aber lest selbst! Der Marsianer im Kreis-Archiv.
Eineinhalb Jahre betreue ich jetzt den Newsletter der PRFZ. Ich versuche ihn so regelmäßig wie möglich erscheinen zu lassen. Also alle zwei Monate. Natürlich klappt das nicht immer, weil dann doch die eine oder andere Neuheit auf sich warten lässt oder weil unvorhergesehene Dinge passieren, die eine sofortige Reaktion erfordern, wie zum Beispiel nach dem Tod des Autors Rainer Castor, wo wir uns entschieden, einen Sondernewsletter herauszubringen.
So ist es auch in diesem Monat. Der aktuelle Newsletter mit der Nummer 13 verzögert sich, weil viele Dinge noch im Fluss sind und erst Anfang Mai feststehen werden. Publikationen, die zum Colonia Con erscheinen sollen, gehen erst dieser Tage in den Druck und so tröpfeln die Informationen nur nach und nach herein. Um aber den Fans zu zeigen, was sie auf dem Colonia Con am Stand der PRFZ erwartet, müssen diese Informationen zwingend in den kommenden Newsletter. Zumindest das Interview und ein Großteil der Beiträge sind fertig, auch das Layout steht bereits.
Damit das Warten in diesem Monat nicht zu lange währt, wird es einen EXTRA-Newsletter zum Austria Con 2016 geben. Der ist fertig und wurde gestern von mir an die PRFZ weitergegeben. Wann er verschickt wird, ist noch offen. Je nachdem, wann die Verantwortlichen Zeit haben. Schließlich arbeiten die genauso ehrenamtlich für die PRFZ wie ich. Das besondere an der EXTRA-Ausgabe des Newsletter ist, dass er auch an Nichtmitglieder weitergegeben werden darf. Er enthält einen Überblick über die Vorbereitungen zum Austria Con 2016 in Wien und ein Gespräch zwischen Roman Schleifer und mir zu dem laufenden Exposé-Wettbewerb.
Den EXTRA-Newsletter stelle ich an dieser Stelle allen Interessierten zum Download zur Verfügung: PRFZ NL 13-Austria Con
Ich komme nach Hause und aus dem Hauseingang ragt ein gelber Schlauch in die Tiefgarage, aus dem Wasser tröpfelt. Der Schlauch zieht sich durch den ganzen Keller bis in den Heizungsraum und endet direkt unter dem riesigen Warmwasserspeicher. An der Wand dahinter prangt ein Wasserfleck. Mein Mann kommt gerade vom Beiratstreffen der Eigentümer und berichtet mir, dass der Wasserspeicher ein Loch hat (Korrosion).
»Wie bitte?!« Haus und Heizung sind gerade mal 15 Jahre alt, wie kann da ein emaillierter Wasserspeicher durchrosten? »Und jetzt?«
Da sich das Loch wegen der Emailierung nicht abdichten lässt, muss der Warmwasserspeicher getauscht werden. Neben den unvermeidlichen Kosten einer Neuanschaffung gibt es ein noch ein weiteres »größeres« Problem. Als der Speicher nämlich eingebaut wurde, war dar Keller noch im Rohbau, dass heißt ohne Decke. Die kam erst später und mauerte den Speicher sozusagen ein. Um ihn rauszubekommen, müsste man entweder drei Türrahmen vergrößern oder den Kessel zersägen. Ein nicht unerheblicher Mehraufwand. Und weil sich schon ziemlich viel Feuchtigkeit im Boden und Mauerwerk gesammelt hat, muss dass ganze auch ziemlich schnell in Angriff genommen werden. Sprich wir und 25 weitere Wohnungen werden in der nächsten Woche für mindestens drei Tage kein warmes Wasser haben und am Ende auch noch die Zeche zahlen.
Wenn ich vergleiche: der Warmwasserspeicher im Haus meiner Eltern ist jetzt 25 Jahre. Inzwischen wurde bereits einmal die Heizung erneuert. Der Kessel wurde nur saubergemacht und anschließend weiterverwendet. Im Grunde kann so ein Ding eigentlich nicht kaputt gehen, vorausgesetzt er wurde vorschriftsmäßig behandelt. Denn bei einem emaillierten Innenleben, reicht ein Stoß von außen und die Emaille innen bekommt einen Riss, an dem sich dann Rost bilden kann. Aber bei dem Pfusch, den der Bauherr an den vier Mehrfamilienhäusern betrieben hat (fehlende Isolierung u.s.w.), wundert mich eigentlich gar nichts mehr.
Jetzt haben die Macher der Spezialisten also auch das Thema »Neonazis« abgehakt. So richtig überzeugend, war die Folge ja nicht, aber man gab sich Mühe, dass Thema nicht allzu klischeehaft zu erzählen.
Am Rande eines Neonazi-Aufmarsches Anfang der Neunziger wurde ein Polizist erschlagen. Der Mörder wurde nie gefunden. Allein ein Kollege und Freund des Polizisten hat all die Jahre im Geheimen ermittelt und einen Neonazi als Verdächtigen im Visier. Der hat sich damals aus dem Staub gemacht und ist untergetaucht. Zurück ließ er Freundin und Sohn. Fast 25 Jahre danach wird seine Leiche in einem Waldstück gefunden.
Der Neonazi war ein halbes Jahr zuvor aus seinem Versteck gekrochen, um einen rechtsradikalen Politiker zu erpressen. Dabei traf er auch auf seinen Sohn, der den unbekannten Vater so sehr verehrt, dass er sich deshalb ebenfalls in der rechten Szene herumtreibt. Doch der Neonazi von damals hat mit der Szene nichts mehr am Hut. Als ihm der Polizist nachstellt, wird der vom Sohn überwältigt. Doch der Vater lässt den Polizisten laufen. Die Enttäuschung seines Sohnes ist darüber so groß, dass er einen Vatermord begeht.
Es kommt in dieser Folge viel zusammen: angefangen vom Polizisten, dem niemand glaubt und der von den Kollegen als Idiot abgestempelt wird, über den Neonazi, der jetzt Kandidat einer umstrittenen Partei ist, bis hin zum Sohn, dessen rechte Gesinnung auf die Verehrung des Vaters zurückzuführen ist. Das war ein bisschen viel des Guten und auch entsprechend langatmig. Um dem Ganzen künstlich Spannung zu verleihen, haben Mirko und Katrin nur zwei Tage, um den Mörder zu finden, sonst verpassen sie ihren Urlaubsflieger.
Nun ja, über eine solch schlechte Inszenierung der Beziehung bin nicht gerade glücklich. Da war am Anfang mehr drin gewesen, als letztendlich herausgeholt wurde. Auch die restlichen Figuren blieben in dieser Folge recht blass. Mirkos Ausraster, als er dem Sohn des Neonazis eine verpasst, war noch das Herausragendste. Es irritiert mich nur, dass Katrin den Vorfall so kritiklos wegsteckt. Da sie nicht einmal versucht, ihren Partner zur Rede zu stellen.
Trotzdem bin ich sehr gespannt auf die letzte Folge »Der Spezialisten«.
Heute bin ich mal wieder mit moderner Medizin konfrontiert worden. Ich war bei einem P-OCT, quasi einer Tomographie fürs Auge.
Coole Sache! Man guckt in eine Kamera und muss dabei einen blauen Punkt fixieren, während irgendwelche roten Linien durchs Sichtfeld hüpfen. Das ganze Prozedere hat keine zehn Minuten gedauert. Es waren auch keine Augentropfen und keine sonstigen unangenehmen Manipulationen notwendig. Alles völlig berührungslos.
Im Anschluß hat mir die Augenärztin noch erklärt, was man auf den Bildern sieht. Im Grunde wurde der Bereich um meinen Sehnerv spektral vermessen. Wahrscheinlich mit Infrarot, um auch die tiefen Netzhautschichten abzubilden. Die Dicke wurde dann in ein Diagramm eingetragen, in dem Grenzbereiche eingezeichnet sind. Es stellte sich heraus, dass die Dicke meiner Netzhaut als grenzwertig einzustufen ist, weil sie an einzelnen Stellen dünner ist als normal. Das liegt vor allem an meiner starken Kurzsichtigkeit, kann aber auch ein beginnendes Glaukom sein. Da ich in dieser Hinsicht erblich vorbelastet bin, hatte mir meine Augenärztin die Tomographie empfohlen. Einfach um einen Status zu haben. Falls sich im Laufe der nächsten Jahre etwas verändert, kann man frühzeitig mit einer Behandlung anfangen und nicht erst, wenn die ersten Symptome auftreten, denn dann ist es meistens schon zu spät.
Ich finde solche Vorsorgeuntersuchungen nützlich. Die Krankenkassen sehen das anders, denn die bezahlen ein solches P-OCT nicht. Das muss man aus eigener Tasche zahlen. Dabei ist der Aufwand, wie ich finde, minimal. Selbst wenn die Anschaffung eines solchen Gerätes teuer ist, würde sich der Preis amortisieren, wenn es häufiger genutzt würde. Dann wäre die Behandlung auch für die Krankenkasse günstiger. Aber darum geht es den Kassen nicht. Die zahlen erst, wenn »das Kind in den Brunnen gefallen ist«, sprich wenn teure Medikamente und Operationen notwendig sind. Dafür sind sie im Grunde ja auch da, aber so ein bisschen Voraussicht täte auch an dieser Stelle ganz gut.
Ich habe jetzt ein paar schöne bunte Bilder von meiner Netzhaut, inklusive einiger aussagekräftiger Diagramme, auf dass sich die Veränderungen in Zukunft in Grenzen halten mögen.
Der Physiker Brian Greene steht als Synonym für perfekt geschriebene populärwissenschaftliche Literatur. Sein Sachbuch »Das elegante Universum« habe ich mit großem Interesse gelesen. Zum Garching Con bekam ich von Rüdiger Schäfer den Tipp, ich solle mir doch die Verfilmung von Greenes zweitem Buch »Der Stoff aus dem der Kosmos ist« zulegen. Was ich tat und auch nicht bereute. Die Blu-ray enthält vier Folgen zu je 50 Minuten. In der Ersten geht es um »Zeit«, in der Zweiten um »Raum«. Folge 3 behandelt die »Quantenwelt« und Folge 4 beschäftigt sich mit der Theorie des »Multiversums«. Allen vier Filmen ist eines gemeinsam, in einer großartige Mischung aus Realfilm und Animation erklärt der Physiker höchstselbst komplexe physikalische Eigenschaften des Universums auf Basis aktueller Forschungsergebnisse. Und das so brillant, dass es selbst für Laien ohne Mühe zu verstehen ist. Ich kenne keine vergleichbare Produktion, die komplizierte Sachverhalte so spannend und verständlich erzählt.
Produziert wurde die Dokumentation in Kooperation mit ARTE und National Geographics, was eigentlich immer für Qualität bürgt. Vieles von dem Erklärten kannte ich zwar, hatte es aber noch nie so perfekt visuell umgesetzt gesehen. Interessant fand ich vor allem die vielen Kommentare der renommierten Wissenschaftler, deren Namen jedem Insider ein Begriff sind. Hier werden Pro und Contra zu provokativen Theorien diskutiert, ohne eine Meinung zu bevorzugen. Es bleibt dem Zuschauer überlassen, ob er die Theorie annimmt. Spannend ist das allemal.
Fazit: Jedem naturwissenschaftlich interessierten Laien sei diese Dokumentation ans Herz gelegt. So umfassend und verständlich erklärt, bekommt man Astrophysik und Kosmologie selten präsentiert. Da macht lernen richtig Spaß, auch wenn man nicht mehr zur Schule geht.
Ende der Neunzigerjahre gab es am Montagabend nichts wichtigeres als »Akte X« auf ProSieben. Meist versammelten wir uns im Wohnheimzimmer irgendeines Kommilitonen und verfolgen die Fälle von Mulder und Scully gemeinsam. Mystery war damals ganz groß in Mode und die X-Akten Kult.
Ich liebte diese Serie und nenne alle 9 Staffeln inklusive der zwei Kinofilme mein eigen. Deshalb freute ich mich auch, als ich erfuhr, dass es einen Neuauflage der Serie mit den alten Darstellern geben würde. Im Februar war es soweit und ProSieben strahlte die sechs neuen Folgen aus. Ich hatte ja meine Zweifel, ob das Experiment gelingen würde. Schließlich war inzwischen viel Zeit vergangen. Die Schauspieler waren sichtlich gealtert und man konnte nicht sicher sein, ob das Format heute noch funktionierte. Ich kann hier nur für mich sprechen und sagen, dass sich bei mir tatsächlich das bekannte Akte X-Feeling einstellte. Nicht alle Folgen waren herausragend, aber man erkannte die Serie wieder. Und wie immer war »Akte X« dann am besten, wenn es sich selbst nicht ernst nahm. Deshalb war meine Lieblingsfolge der 10. Staffel »Mulder und Scully gegen das Wer-Monster«. Als irritierend empfand ich allerdings die neue Synchronstimme von David Duchovny. Gerüchten zufolge soll ProSieben nicht bereit gewesen sein, auf das Angebot des bisherigen Sprechers Benjamin Völz einzugehen. Schade!
Die Staffel selbst endet mit einer ziemlich heftigen Folge und einem üblen Cliffhanger. Man wird sehen, was sich daraus entwickelt. Zumindest wurde schon mal die Nachfolge geklärt. Die Agenten Miller und Einstein, werden wohl den Staffelstab übernehmen, sollte die Reihe fortgesetzt werden. Obwohl mir die beiden Charaktere nicht wirklich sympathisch waren.
Anlässlich der Ausstrahlung der 10. Staffel habe ich die Kurzgeschichte hervorgeholt, die ich damals geschrieben habe. Es war mein einziger FanFiction-Beitrag zu »Akte X«. Ich habe sie ein wenig überarbeitet, die Rechtschreibung angepasst und in ein passendes Layout gesteckt, damit es auf den gängigen eBook-Readern gelesen werden kann. Ansonsten ist sie so, wie ich sie vor mehr als fünfzehn Jahren geschrieben habe.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen! Kritik und Kommentare zur Geschichte sind ausdrücklich erwünscht.
Bei meiner Recherche für das Jugendbuch an dem ich arbeite, stieß ich auf einen Roman aus dem Jahr 1983 mit dem Titel »Ganz schön abgerissen«. Das Buch erschien in der Jugendbuch-Reihe Rotfuchs-rororo und wurde geschrieben von Margot Schroeder.
Die vierzehn Jahre alte Brigitte nennt sich Conny X, weil sie selbst nicht so genau weiß, wer sie eigentlich ist. Sie lebt mit ihrer alleinstehenden Mutter Christine zusammen, mit der sie aber kaum redet, weil die Schichtdienst im Krankenhaus schiebt und ihren Frust meist in Bier und Zigaretten ertränkt. So wird die Clique zum zweiten Zuhause für Conny X. Mit ihren Freunden hängt sie meist bei McDonalds oder auf der »Kaifu-Wiese« ab, die jedoch bald einem Kindergarten weichen soll. Aber auch zwischen den Freunden herrscht nicht eitel Sonnenschein, auch hier stößt Conny X an, weil sie anders ist, weil sie sich nicht festlegen will, ob sie jetzt ein Punk, ein Ted oder ein Rock-A-Billy ist. Ihre eigene Zerissenheit macht es ihr schwer, den richten Weg zu finden. Eines Tages trifft sie auf die »Alternative« Martina. Einerseits ist sie beeindruckt von dem Mädchen, das sich für die Friedensbewegung engagiert und Angst vor einem Atomkrieg hat, andererseits kommt sie mit Martinas Ansichten nicht klar, weil diese im Gegensatz zu ihr ein Lebensziel hat. Conny X weiß nicht, warum sie kämpfen soll, da junge Menschen wie sie doch eh keine Zukunft haben. Als sie den älteren Punk Tissy kennenlernt und sich in ihn verliebt, wird ihre Liebesbeziehung auf einen harte Probe gestellt. Denn Tissy will seine Intelligenz nutzen, um einen Beruf zu erlernen. Das geht Conny X total gegen den Strich und auch mit ihrer Mutter Christine kommt sie immer weniger klar, bis die ihr erzählt, dass sie in den 50ern mal ein »Exi« war. Erst als Conny X eines morgens um einen kleinen Baum kämpfen muss, begreift sie, dass das Leben durchaus einen Sinn haben kann.
Die Geschichte spielt in Hamburg. Die im Buch genannten Orte gibt es tatsächlich und durch die Beschreibung der Autorin werden diese Orte in ihrer Zeit lebendig. Ungefähr so muss es sich angefühlt haben, in einer westdeutschen Großstadt in den achtziger Jahren. Die Autorin erzählt ihre Geschichte vorwiegend über Dialoge. Knappe, kurze Sätze, in der Sprache der Jugend. Unverblümt und mit tiefer Ehrlichkeit. Das Schicksal der Protagonistin rührt am Herzen des Lesers, man fühlt ihre innere Zerrissenheit und die Wut, die sich in dem Mädchen immer wieder entlädt. Aber auch die anderen Figuren, besonders Christine und Tissy, sind gut getroffen und dienen als Bild einer der Hoffnung beraubten Generation. Es gab viele Szenen die mich emotional berührt haben und auch im Nachhinein noch berühren.
Auffallend ist der für die Achtziger Jahre typische Umgang mit Drogen aller Art. So würde der übermäßige Zigarettenkonsum einer Vierzehnjährigen in einem Buch von heute sicher nicht mehr so offen beschrieben werden. Aber gerade das macht die Geschichte wahrhaftiger und bildet die Umstände von damals ab. Ebenfalls thematisiert werden die Auseinandersetzungen zwischen Punks und Nazis, die Ausgrenzung türkischer Gastarbeiter und die spürbare Frauenfeindlichkeit.
Inzwischen habe ich das gerade mal 120 Seiten umfassende Buch mehrfach gelesen. Es liegt seit ein paar Wochen auf meinem Schreibtisch und ich blättere immer mal wieder darin herum. Vor allem weil der Roman einige sehr schöne Sätze enthält, die ich für so gelungen halte, dass ich sie hier zitieren möchte:
»In einer Pfütze klammert sich der Mond an eine leere Bierdose.« – »Die Wände sind Gesichter und die Gesichter sind Wände.« – »… und jetzt steht er da zwischen den Kerzenlichtern wie auf einer Straße. Der Stein in seiner Faust ist ein Papiertaschentuch.« – »Wenn Schweigen plötzlich bis in die Fingerspitzen vibriert … dann hat sie sich verliebt.«
Allein wegen dieser Bilder ist »Ganz schön abgerissen« ein herausragendes Werk, das einen besonderen Platz in meinem Bücherschrank bekommen wird. Es erinnerte mich vom Thema her an die Peter Pank-Romane von Klaus N. Frick, nur eben mit einer deutlich jüngeren und weiblichen Hauptfigur.
Am spannendsten finde ich aber folgende Tatsache: Hätte ich das Buch als Jugendliche Ende der achtziger Jahre gelesen, ich hätte mich in keiner Weise damit identifizieren können. Heute, dreißig Jahre später, kann ich es.
Der Roman ist leider nur noch im Antiquariat erhältlich. Bei Booklooker findet man ein paar sehr günstige Angebote.
Seit kurzem wurde von rührigen Bloggern die Aktion »Liebster Award« ins Leben gerufen. Es geht darum kleinere Blog bekannter zu machen, in dem man sie über Interviews untereinander verlinkt. Leser können sich dann von Blog zu Blog durchklicken und so neues entdecken, während Blog-Autoren dadurch den einen oder anderen Follower mehr bekommen.
Ich wurde von Alexandra Trinley für die Teilnahme am »Liebster Award« nominiert, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.
Und hier sind die Antworten zu den Fragen, die mir Alexandra gestellt hat:
1. Warum hast du dir einen Blog angeschafft?
In erster Linie um mich als Autor im Schreiben zu üben. Aber auch um meine Meinung zu Büchern, Filmen und anderen Dinge kundzutun. Dinge, von denen ich denke, dass andere Menschen sie interessant finden.
2. Du hast den leeren Raum im Sinne von Weltraum vor dir, den du nach eigenen Wünschen gestalten kannst, und ein Jahr Zeit. Was möchtest du darin erleben?
Welten auf denen niemand hungern muss und auf denen es keine Waffen, keine Anschläge und keine Kriege gibt. Orte an denen ich zusammen mit Gleichgesinnten an Projekten arbeite, die die Menschheit voranbringen.
3. Magst du scharf gewürztes Essen?
Im letzten Jahr wuchsen bei mir drei Sorten Chilis auf der Terrasse. Noch Fragen?
4. Welchen deiner Blogeinträge magst du am liebsten, und warum? Zum Tod von Reiner Castor. Obwohl ich den Autor persönlich nie kennengelernt habe, habe ich ganz spontan einen Nachruf geschrieben, weil ich von seinem Tod ziemlich erschüttert war.
5. Wie müssen Autoren schreiben, damit du sie magst? Beispiele sind willkommen.
Präzise und schnörkellos mit emotionaler Tiefe. George Simenon, Charles Bukowski, Dirk Bernemann, Andreas Eschbach und Klaus N. Frick.
6. Weshalb sind dir die üblichen Feiertage (Weihnachten, Ostern) wichtig – falls sie es sind?
Das sind Tage, an denen man als Familie/Paar zusammensein sollte. Obwohl ich der Meinung bin, dass man das an jedem anderen Tag im Jahr auch sein sollte.
7. Vervollständige: „Wenn ich ans Meer denke…“
Wellen – Ich lieb es zu beobachten, wenn aufgewühltes Wasser an eine Küste trifft. Das hat etwas meditatives, da könnte ich stundenlang zusehen.
8. Hältst du Katzen für eine der wunderbarsten Spezies unseres Planeten?
Unbedingt! Was wären wir ohne sie. Ich bin gern Personal und Dosenöffner für die schnurrenden Herrschaften.
9. Welche Art Kleidung ist dir die liebste?
In der ich mich wohlfühle.
10. Mit was kann man dich zum Feind machen?
Faulheit, Respektlosigkeit und Unbelehrbarkeit.
11. Was zeichnet gute Freunde aus?
Ehrlichkeit, bedingungslose Loyalität und das Respektieren von Distanz.
Es sind Osterferien und die Baustellen sprießen wie Unkraut aus dem Boden, besonders die bei der Deutschen Bahn.
Heute morgen im Zug informierte der Zugbegleiter die Reisenden, dass der MERIDIAN nach München ab morgen bis zum Sonntag über die Unfallstrecke durchs Mangfalltal umgeleitet wird, da die Hauptstrecke Rosenheim-München halbseitig gesperrt ist. Die Begeisterung meiner Mitreisenden hielt sich, wie zu erwarten, in Grenzen. Es mault auch kaum noch einer, weil sich die Baustellen auf dieser Strecke schon über Jahre hinwegziehen. Regelmäßig und mindestens zweimal im Jahr kommt es zu Sperrungen. Die aktuelle Baustellenplanung in dieser Woche gipfelt aber in einem sehr seltsamen Ersatzfahrplan. So ist der Regionalzug, mit dem ich morgens um Sechs losfahre meist zehn nach Sieben in München. Ab morgen wird er erst kurz nach Acht in München sein, also fast eine Stunde später. Der Folgezug, der halb Sieben abfährt, ist trotz Baustelle zwei Minuten früher am Hauptbahnhof als der erste, weil er die herkömmliche Strecke nimmt. Das soll einer verstehen. Glauben die tatsächlich, dass noch einer den Zug um Sechs nimmt?
Aber das ist nicht die einzige Baustelle auf meinem Weg zur Arbeit. Die U-Bahn fuhr heute nur im Zehn-Minuten-Takt, statt wie sonst im Fünf-Minuten-Takt, dadurch verpasste ich beinahe noch meinen Bus. Außerdem hält sie in dieser Woche nicht an der Implerstrasse, weil dort die Rolltreppen erneuert werden. Also Baustellen wohin das Auge blickt.
Ich schätze mal, wenn im Mai die Baustelle bei der Bahn abgeschlossen ist, wird an anderer Stelle gleich eine Neue eröffnet. Tja, das kommt davon, wenn man jahrelang nur spart, um einen formvollendeten Börsengang vorzubereiten (der dann Gott sei Dank nicht stattfand), anstatt sich um die Bedürfnisse seiner Fahrgäste zu kümmern. Da kann es schon mal passieren das Gleise und Oberleitungen mit der Zeit marode werden.