Eine Waschmaschine aus der Zukunft

Quelle: Constructa

Mein Mann und ich haben einen außergewöhnlichen Geschmack, was die Einrichtung unserer Wohnung betrifft. Wir haben eine Spaceküche und noch andere coole Sachen. Zumindest stimmen wir bei Design und Form stets überein, wenn es um eine Neuanschaffung geht. Und so war ich auch nicht besorgt, als mich mein Mann gestern aus der Arbeit anrief, er wolle die Waschmaschine im spaßigen Retrodesign im Firmeneigenen Shop kaufen. Die war gerade im Angebot und unsere Waschmaschine hat inzwischen auch schon eine zweistellige Jahreszahl auf dem Buckel. Also hatte ich nichts einzuwenden, war aber gespannt, was mein Mann denn da nach Hause bringen würde.

Als die Maschine dann im Flur stand, war ich ganz verzückt. Die sieht wirklich futuristisch aus, auch wenn es eigentlich so eine Art Retrolook sein soll. Wer hat daheim schon eine blaue Waschmaschine mit Chromleisten?! Der Verkäufer hat nochmal extra zehn Prozent Rabatt gegeben, wahrscheinlich damit er sie los wurde.

Ich finde das cool! Und es hat mir mal wieder bestätigt, dass mein Mann und ich eben doch gleich ticken.

Die Abenteuer eines Strafversetzten

Quelle: Amazon

Inspiriert durch den Vortrag von Dr. Hubert Zitt in Bonn, holten wir die DVDs von »Raumpatrouille Orion« aus dem Schrank, um sie uns endlich anzusehen. Die dämmerten dort schon seit fast zehn Jahren ungesehen vor sich hin.

Ich kannte die Serie nur in Ausschnitten und vom Hörensagen, wusste, das dort Haushaltsgegenstände wie Bügeleisen und Eisportionierer als Requisiten verwendet wurden. Sie dann endlich mal in voller Länge zu sehen, war eine echte Offenbarung.

In den Geschichte standen in erster Linie nicht die Abenteuer der ORION im Vordergrund, sondern überraschenderweise ging es um die politischen Ränkespiele zwischen Raumflotte, GSD und Erdregierung. Thematisiert in beinahe jeder Folge wurde die Strafversetzung von Kommandant McLane und dessen ständiges Missachten von Befehlen, das am Ende jedoch stets gerechtfertigt war.

Der Ton der Serie sollte damals modern sein, kann heute aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie ein Kind der Sechzigerjahre ist. Einerseits ist eine Frau Chefin der schnellen Eingreifverbände, andererseits werden Frotzeleien über Frauen gemacht, die schon ziemlich Klischeehaft sind. Zumindest werden die beiden Frauen an Bord gleichberechtigt behandelt, in dem sie unter demselben kollegialen Gespött leiden wie die Männer.

Bis zum Ende logisch durchdacht, waren die sieben Folgen allesamt nicht. Wer die Handlung von Star Trek gewohnt ist, wo man stets versuchte, zumindest grundlegend der Realität zu huldigen, wird bei »Raumpatrouille Orion« oft genug den Kopf schütteln. Da wird mal schnell ein Planet zum Stern, eine Supernova fliegt durch die Gegend und droht auf der Erde einzuschlagen. Da wird intergalaktisch gesagt, wenn interstellar gemeint ist und welch Wunder, sind die meisten Planeten oder Planetoiden mit einer atembaren Atmosphäre ausgestattet, obwohl es dort eindeutig aussieht, wie auf dem atmosphärelosen Mond. Es gehört schon viel Überwindung und Fantasie dazu, dass heute noch ernst zu nehmen.

Interessanter fande ich etwas völlig anderes. Da ich mich zwangsläufig in letzter Zeit viel mit dem Erzählen und Ausarbeiten von Geschichten beschäftigt habe, fiel mir das sofort auf. Die Folgen sind ein Lehrbeispiel, wie man eine spannende Dramaturgie konstruiert. Wie Dialoge funktionieren müssen und wie man, bestimmte Dinge heranzieht, um den Zuschauer die Fakten zu vermitteln. Zumindest wie man das früher getan hat und heute in der Literatur auch noch macht. Mit aktuellen Serien und Filmen hat das nur noch wenig gemein. Die funktionieren zwar ähnlich, die dramaturgischen Mittel werden aber subtiler eingesetzt. Ein bisschen wirken manche Szenen wie aus dem Skript eines Theaterstücks.

Die Darsteller waren allesamt großartig. Dietmar Schönherr als Major Cliff Allister McLane und Wolfgang Völz als Leutnant Mario de Monti passten zu ihren Rollen. Die Frauen taten mir schon wegen der starren wenig individuellen Frisuren leid, zeigten aber dem Publikum der Sechziger, wie selbstbewusst eine Frau agieren kann. Hier gefiel mir Charlotte Kerr als General Lydia van Dyke am besten.

In diesem Jahr wird die Serie, genauso wie Star Trek, fünfzig Jahre alt. Sollte sie tatsächlich neu verfilmt werden, wüsste ich schon einen Schauspieler für die Rolle des  McLane. Da wäre David Rott meine erste Wahl.

Mein Fazit: trotz der vielen Unstimmigkeiten muss man »Raumpatrouille Orion« gesehen haben. Schon allein wegen des grandiosen Looks. Und wenn man durch Hubert Zitts Vortrag weiß, wie die Spezialeffekte entstanden (ich sage nur Brausetabletten und Rosinen), hat man noch viel mehr Spaß daran.

Star Trek-Nachwuchs zu Besuch

Am Freitag waren wir wieder zum Trekdinner in München. Dieses Mal freute ich mich ganz besonders, denn es hatte sich unser, im Frankfurter Exil lebendes, Mitglied plus Nachwuchs angekündigt. Nicht nur ich war gespannt auf unser jüngstes Trekdinner-Mitglied (8 Monate), das von Mama gleich mal in ein passendes Shirt gesteckt wurde. Aufschrift: »Princess? I’d rather be a Starfleet Captain« Sehr originell wie ich finde. Und natürlich hatte die zukünftige Kommandantin alle Aufmerksamkeit und staunte über so viele unbekannte Gesichter. Dabei war sie den ganzen Abend sehr lieb und futterte Weißbrot und Babykekse.

Weil es im Restaurant Bar Portugal so heiß war, wurde vor allem die Salatkarte rauf und runter bestellt. Ich hatte Anfangs ein bisschen mit dem Parmaschinken im Salat »Italia« zu kämpfen. Obwohl er lecker war, nehme ich das nächste Mal dennoch wieder den Salat »Paris« mit Ziegenkäse.

Geredet wurde nicht nur über Kinder und Star Trek sondern über viele andere Dinge. Ich plauderte mit dem Autorennachwuchs und berichtete über meine Schreibcoach Erfahrungen. Später stieß auch ein Neuankömmling dazu, dem ich den textlichen Umfang der PERRY RHODAN Serie anhand der Harry Potter Bände (es wären 500 Bände) zu erklären versuchte.

Nachdem wir Mutter, Kind und Vater (der inzwischen auch dazu gestoßen war und zwischen all den Trekkies sichtlich verloren wirkte) verabschiedet hatten, brachen auch wir wieder nach Hause auf.

Es war ein schöner Abend in netter Gesellschaft, den wir unbedingt wiederholen müssen. Das nächste Mal vergessen wir auch nicht wieder, die Kamera mitzunehmen.

Im Juli steht die Premiere des neuen Star Trek-Films an, dann gehen wir alle zusammen im Kino. Ich freue mich schon.

Perlentiere aus Afrika

Es gibt sie schon seit einigen Jahren im Internet zu kaufen. Im Zoo-Shop in Hellabrunn habe ich sie auch schon gesehen. Tiere aus Draht und Perlen die von Künstlern in Afrika hergestellt werden und die damit ihre Familien ernähren. Einer dieser Künstler ist Jimmy Nyaruwa. Er stammt aus Simbabwe, wo er das Arbeiten mit Perlen als Achtzehnjähriger erlernt hat. Heute wohnt er in Johannesburg und versucht dort seine Kunstwerke an den Mann zu bringen.

Hier ein Video von Jimmy, das ein ARD Korrespondent gedreht hat.

Nachdem ich sah, dass Jimmy die Perlen noch per Hand auf den Draht fädelt, wünschte ich mir, ich könne ihm eine der Perlenmühlen schenken, die ich vor Jahren gebaut habe. Ein kleiner Elektromotor dreht einen mit Perlen gefüllten Jogurtbecher. Wenn man den Draht zu einem runden Haken biegt und in die Perlen taucht, fädeln die sich ganz alleine auf. Ich nutze das vorwiegend für Perlenblumen in französischer Technik. Da hat man in einer halben Stunden vier bis fünf Meter Perlen aufgefädelt. Dafür braucht man mit der Hand mehrere Tage. Für Jimmy wäre das sicher eine Erleichterung und er könnte mehr Tiere am Tag herstellen.

Im Video wird auch ein Perlenladen gezeigt. Ich gebe ja zu, dass ich bei dem Anblick weiche Knie bekommen habe. Ganz ehrlich, so stelle ich, Perlenverrückte, mir den Himmel vor.

reiher Horse2flamingo

Europa vor dem Abgrund

»Weiß jemand, wann es anfing alles so entsetzlich schiefzulaufen? Wann alles auseinanderzubrechen begann?« Diese Fragen werden wir uns stellen. In zehn vielleicht auch erst in zwanzig Jahren. Dann, wenn wir zwischen den Trümmern unserer ach so hochgelobten Zivilisation stehen, die dann nur noch ein Schatten ihrer Selbst sein wird. Aufgerieben von Auseinandersetzungen, gegenseitigem Neid und einem über alles dominierenden Egoismus. Wir alle werden Opfer eines Systems, das sich ausschließlich dem Gewinn von Reichtum und Macht widmet. In dem kein Platz mehr sein wird für die Bedürfnisse der Menschen, sondern ein System in dem Zahlen regieren. In dem Konzerne diktieren, was wir tun und wann wir es tun, nur weil es die Zahlen so wollen. Gesunder Menschenverstand wird erst ignoriert und später bestraft werden. Primär wird uns der Verlust unserer Arbeit treffen. Anschließend werden wir unsere Mobilität genauso verlieren wie unsere Häuser. Wir werden uns selbst abschaffen, denn damit haben wir schon begonnen. Alte und Kranke werden froh sein, wenn sie vor die Flinte marodierender Jugendbanden geraten, die um Drogen und Macht kämpfen. Während die Ordnungshüter hilflos zusehen müssen, weil ihre Ausrüstung und ihr Wissen hoffnungslos veraltet sind. Die Oberschicht flüchtet sich in virtuelle Tagträume, weil die Welt draußen viel zu häßlich geworden ist, da inzwischen Katastrophen den Lauf der Jahreszeiten bestimmen, in einem steten Wechsel aus Dürre, Überflutungen und Orkanen.

Unsere heile Welt verabschiedet sich dieser Tage mit jeder Schlagzeile ein bisschen mehr. Der letzte Damm ist gebrochen, der Zerfall Europas nicht mehr aufzuhalten. Und wenn am Ende des Jahres Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, wird das dem Ende der zivilen Welt gleichkommen.

Vielleicht sehe ich die Zukunft auch zu düster. Hoffentlich! Aber angesichts dessen, was um mich herum passiert, habe ich wenig Anlass dazu.

Eine Zukunft durch Olympia

Das Münchner Oberwiesenfeld hat eine lange Geschichte. Vom Artillerieübungsplatz (ab 1784) bis zum Flugplatz (bis 1968) diente es meist militärischen Zwecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auf Teilen des Geländes Trümmerberge aus den Ruinen des zerbombten Münchens errichtet. Die bis zu 56 m hohe Deponie wurde nochmals um den Abraum erhöht, der beim Bau der U-Bahnstation »Olympiazentrum« anfiel. Als 1966 die Entscheidung für München als Austragungsort getroffen wurde, bot sich das brachliegende Gelände an. Noch vor der Entscheidung wurde mit den Arbeiten für den Fernsehturm und eine Eissporthalle begonnen. Nach dem Motto »Olympische Spiele im Grünen« baute man das Areal zu einem Park um. Mehrere Landschaftsarchitekten trugen die Verantwortung. Die Natur wurde auch zu einem Stichwortgeber bei der Architektur der Sportstätten.

Heute fast 50 Jahre später hat der Olympiapark in München nichts von seinem Reiz verloren. Zwölf Jahre lang lebte ich keine zehn Minuten Fußweg von dem beliebten Freizeitziel entfernt. Unzählige Male genoss ich die Aussicht vom Olympiaberg über München und über die noch heute futuristisch anmutenden Sportstätten. Das Zeltdach ist dem Netz einer Spinne nachempfunden und wirkt mit den gewaltigen Spannseilen dennoch leicht. Jeder Winkel bietet dem Beobachter einen neuen spannenden Einblick auf die außergewöhnliche Architektur.

In dem vom Nymphenburg-Biedersteiner Kanal gespeisten See tummeln sich stets unterschiedliche Wasservögel und dicke Graskarpfen. Östlich mündet der Kanal in den Schwabinger Bach. Folgt man dem Kanal nach Westen kommt man zum Nymphenburger Schloss. Der Park selbst ist mit allerlei exotischer Bäume bepflanzt. Für jedes an der Olympiade teilnehmende Land wurde eine spezifische Art gepflanzt. Noch immer zeugen kleine Schilder am Boden, aus welchen Land der Baum oder Strauch stammt.

Im Sommer findet südlich des Sees das Münchner »Tollwood« statt. Eine Art alternativ/ökologisches Musikfest mit vielen Verkaufsständen und mehreren Zelten in denen Konzerte und Theater stattfinden. Als ich das Tollwood zum ersten Mal besuchte, war ich überwältigt von der Vielfalt der Angebote. Leider war das Tollwood bei meinem Besuch am vergangenen Samstag noch nicht geöffnet. Dafür genoss ich es wieder mal durch den Park zu streifen, die Architektur zu bewundern, am Olympiasee ein Eis zu essen und die Namen und Handabdrücke der Prominenten zu bewundern, die sich dort verewigt haben.

Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, das die Stadt München die Radsporthalle im vergangen Jahr abreißen ließ. Eigentlich sollte eine neue Basketballhalle für den FC Bayern München gebaut werden, die sich aber nicht von dem neuen Pächter Red Bull abhängig machen wollten und zurücktraten. Jetzt steht an gleicher Stelle eine provisorische Flüchtlingsunterkunft.

Ich bin mir nicht sicher, was aus dem Gelände geworden wäre, wenn es die Olympischen Spiele nicht gegeben hätte. Wahrscheinlich würden Wohnblocks oder Industrieanlagen die Trümmerberge umzingeln. Es gäbe wahrscheinlich auch keine U-Bahn Linie, die inzwischen bis Moosach verlängert wurde. Und der Fernsehturm wäre nicht einer der wenigen Fernsehtürme in Deutschland, die man besichtigen kann. So gesehen, hat das Sportereignis den Münchnern eine Attraktion beschert, die Erholung bietet, aber auch von vielen Touristen besucht wird.

DSC09364 DSC09373

DSC09453 DSC09442

Lange Nächte auf Janus

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 124 – »Kaverne des Janus« von Susan Schwartz

Mit dem Pyramidion in der Tasche machen sich die Wissenschaftler um Eric Leyden auf den beschwerlichen Weg zur Oberfläche. Erschöpft und nach einigen Rückschlägen gelangt das Team zur DROP, um dort festzustellen, dass der Kater und die beiden Zurückgebliebenen verschwunden sind. Sie finden sie entkleidet und von in einer hungrigen Flechte überwuchert. Zurück an Bord versuchen die Wissenschaftler zu verstehen, wie sie das Rätsel der Liduuri lösen können. Dabei scheint das Pyramidion das ausschlaggebende Artefakt dazu zu sein. Mehr durch Zufall, als durch wissenschaftliche Analyse, gelingt es ihnen vier der fünf Aufgaben zu lösen
Perry Rhodan und die CREST folgen derweil der Duftspur zu einem Planeten im Tenossystem. Auf einem Raumhafen entdecken sie das verdächtige Raumschiff und betreten es. Es ist leer. Als Rhodan Thoras Schal findet, beginnt das fremde Schiff sich aufzulösen. Rhodan, Schablonski und Rainbow können gerade noch rechtzeitig verschwinden, bevor es zu Staub zerfällt und die Spur endet.
Tuire Sitareh und Ishy Matsu werden von Agaior Thoton auf dessen Schiff festgehalten und verhört. Der selbsternannte Herrscher Arkons ist von Tuire fasziniert und bietet dem Auloren an, ihm seine Erinnerungen mittels der Infiniten Traummaschine zurückzubringen. Tuire gibt an, darüber nachdenken zu wollen, entscheidet sich aber nach einem Erinnerungsschub zur Flucht. Dabei wird zwar die MAYA enttarnt, aber Ishy und Tuire können entkommen. An Bord der CREST liefert der Aulore die entscheidende Information: die Koordinaten zur Heimatwelt der Maahks.

»Jetzt hat sie’s!«, sagte ich mir nach den ersten Kapiteln. Es sieht so aus, als habe Susan Schwartz ihren Zugang zum NEO-Kosmos gefunden. Nachdem die ersten Romane der Autorin noch zu sehr nach Erstauflage klangen, liefert sie mit »Kaverne des Janus« ein zu NEO stimmiges Bild ab. Der Weg der Wissenschaftler zurück an die Oberfläche ist mit viel Spannung und Emotion erzählt. Ihr gelingt es auch die beiden Figuren Pete Roofpitter und Anneke ter Verleuwen glaubhaft mit Leben zu erfüllen. Sie beschreibt die Liaison zwischen den beiden sehr feinfühlig. Auch in den Szenen mit Tuire, Ishy und Agaior Thoton liegt viel überzeugende Charakterentwicklung. Das macht die erste Hälfte des Romans ungemein lesenswert.

Doch spätestens mit dem Ausbruch von Tuire und Ishy beginnt die Geschichte auseinander zu brechen. In der plötzlichen Hektik wirkt ihre Flucht an vielen Stellen unlogisch. Zu viele Zufälle und wenig einleuchtende Erklärungen zerstören den harmonischen Ersteindruck. Auch der Handlungszweig um Perry Rhodan leidet unter der überstürzten Abfolge. Es fühlt sich an, als hätte die Autorin zu viele Informationen aus dem Exposé in den Roman einbringen müssen, als gut für die Geschichte war. Der Roman leidet darunter, weil sie »auf zu vielen Hochzeiten tanzt«. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Handlungsebene um Perry Rhodan zu isolieren und in einem anderen Roman ausführlicher auszuarbeiten, um dafür Tuire und Ishy Matsus Flucht mehr Raum zu geben.

Was mir persönlich so gar nicht gefiel, war die Traumszene des Leyden-Teams. Mir ist bewußt, dass es für die Handlung unabdingbar war, aber die Form mit dem Du-Präsens halte ich für unglücklich gewählt. Das verwirrte und war ein zusätzlicher Bruch im Handlungsablauf. Ich gebe aber offen zu, dass ich selbst keine Idee habe, wie man das gelungener hätte realisieren können.

Gefreut haben mich dagegen die Szenen mit Kater Hermes, die sind so lebensecht, da merkt man die Katzenbesitzerin. Inzwischen möchte ich den Kater in der NEO-Handlung nicht mehr missen. Ebenfalls großartig waren die Szenen zwischen Pete und Anneke. Susan Schwartz gelingt deren Charakterisierung viel müheloser, als ihrem Kollegen im Vorgängerroman.

Am Ende noch ein paar Gedanken zum Titelbild. Die dargestellte Szene mit Agaior Thoton und Tuire Sitareh ist so nicht im Roman enthalten. Soll das die Infinite Traummaschine sein, in der Tuire steckt, oder einer der MAKOTOS? Kann es sein, dass diese Szene von der Autorin geschrieben wurde, es aber nicht ins Endmanuskript schaffte? Und überhaupt, warum wird Thoton mit weißem Haar und roten Augen abgebildet, wenn er laut der Beschreibung im Roman schwarzes Haar und graue Augen hat? Mhm!

Mein Fazit: »Kaverne des Janus« ist ein solide geschriebener Roman, in dem Susan Schwartz ihr erzählerisches Talent eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Geschichte beantwortet darüber hinaus einige Fragen zur laufenden Staffel. Durch den zerstückelten Aufbau vor allem in der zweiten Hälfte wurde jedoch viel Potential verschenkt. Ein Handlungsstrang weniger und es hätte möglicherweise ein echter Kracher werden können. Schade.

Schicksalschläge und Komplikationen

Nein, es ist kein guter Tag heute!

Gerade hatte ich die Nachricht vom Tod Anton Yelchins verdaut, folgte der nächste Schlag. Ein enger Mitarbeiter wurde gestern von den Kollegen tot in seiner Werkstatt im Keller gefunden. Ich bin noch ganz mitgenommen, weil ich erst vergangene Woche mit ihm über Tod und übers Sterben gesprochen habe. Ich werde seine gestandene Art, sein umfangreiches Wissen und seinen festen Händedruck vermissen.

Außerdem ist der Bahnhof in Traunstein seit halb acht wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe gesperrt. Zum Glück bin ich schon um sechs Uhr gefahren. Mal sehen, ob sie bis zum Feierabend fertig sind.

Das sind so Tage, an denen man besser morgens nicht aufgestanden wäre.

Anton Yelchin ist tot

Eine Nachricht die mich gerade sehr schockiert.

Der Darsteller des Chekov aus den neuen Kinofilmen starb am 19.6.2016 bei einem tragischen Unfall in der Auffahrt seines Hauses in Kalifornien. Er wurde von seinem Auto erdrückt.

Yelchin stammte aus St. Petersburg und war der jüngste Schauspieler des neuen Star Trek Ensembles. Er wurde nur 27 Jahre alt.

Mein Beileid allen Verwandten und Freunden.

Die Zukunft von Star Trek

Dieser Tage erschien ein Artikel im »Hollywood Reporter«, der sich mit den Zukunft von STAR TREK beschäftigt und den Chancen, die sich dem Franchise derzeit bieten.

Unter der Überschrift »Bei der aktuellen Übersättigung von STAR WARS, wohin geht STAR TREK?« sticht ein Satz heraus: »In seinen besten Zeiten war ›STAR TREK‹ das, was literarische Science Fiction für sich beansprucht: Es beeinflusste die Art und Weise, mit der ihr Publikum mit der Welt interagierte.« Eine, wie ich finde, bemerkenswert treffende Beobachtung.

In diesem Jahr wird STAR TREK 50 Jahre alt. Obwohl in wenigen Wochen der Film »STAR TREK-Beyond« in den Kinos anlaufen wird und im Januar 2017 eine neue Serie starten soll, scheint sich das Franchise in einer Art Midlife-Krise zu befinden. Die Frage, die sich die Macher stellen sollten, ist die Frage nach der ureigenen Identität von STAR TREK. Womit war man so viele Jahrzehnte erfolgreich und welchen Markt möchte man bedienen?

In Zeiten in denen STAR WARS und die Comic-Helden von Marvel und DC den visuellen Markt dominieren und die Wissenschafts-Science Fiction den Buchmarkt erobert, wo positioniere ich ein Franchise, das sich intellektuell stets von den anderen abzuheben versuchte. Das Visionen hervorbrachte, die Wirklichkeit wurden und eine Philosophie vermittelte, der heute noch Millionen Fans folgen.

Der Autor des Artikels, Graeme McMillan, bringt es auf den Punkt. »… die jüngsten STAR TREK-Filme erschienen mehr wie STAR WARS, und wer braucht das schon, wenn die reale Sache (sprich STAR WARS) wieder da und in aller Köpfe ist?«
STAR TREK sollte sich wieder auf das konzentrieren, was es groß gemacht hat, auf die Wurzeln aus denen es gewachsen ist. Mit intelligenten Geschichten in denen die Bösen eben nicht nur böse und die Guten nicht nur gut sind. Es sollte denkbare Alternativen aufzeigen, wie wir unser Miteinander gestalten können, ohne uns die Köpfe einzuschlagen. Und es sollte anregen Fragen zu stellen, nach uns und der Welt in der wir leben.

Den Unterschied zwischen STAR TREK und STAR WARS fasst der Artikel bestens mit den Worten zusammen: »Während STAR WARS eine Serie ist, die das Herz anspricht … ist STAR TREK dann am besten, wenn es das Gehirn anspricht, Fragen stellt und Ideen liefert, die den Status quo anfechten.«

Besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

Den ganzen Artikel gibt es hier.