Europa vor dem Abgrund

»Weiß jemand, wann es anfing alles so entsetzlich schiefzulaufen? Wann alles auseinanderzubrechen begann?« Diese Fragen werden wir uns stellen. In zehn vielleicht auch erst in zwanzig Jahren. Dann, wenn wir zwischen den Trümmern unserer ach so hochgelobten Zivilisation stehen, die dann nur noch ein Schatten ihrer Selbst sein wird. Aufgerieben von Auseinandersetzungen, gegenseitigem Neid und einem über alles dominierenden Egoismus. Wir alle werden Opfer eines Systems, das sich ausschließlich dem Gewinn von Reichtum und Macht widmet. In dem kein Platz mehr sein wird für die Bedürfnisse der Menschen, sondern ein System in dem Zahlen regieren. In dem Konzerne diktieren, was wir tun und wann wir es tun, nur weil es die Zahlen so wollen. Gesunder Menschenverstand wird erst ignoriert und später bestraft werden. Primär wird uns der Verlust unserer Arbeit treffen. Anschließend werden wir unsere Mobilität genauso verlieren wie unsere Häuser. Wir werden uns selbst abschaffen, denn damit haben wir schon begonnen. Alte und Kranke werden froh sein, wenn sie vor die Flinte marodierender Jugendbanden geraten, die um Drogen und Macht kämpfen. Während die Ordnungshüter hilflos zusehen müssen, weil ihre Ausrüstung und ihr Wissen hoffnungslos veraltet sind. Die Oberschicht flüchtet sich in virtuelle Tagträume, weil die Welt draußen viel zu häßlich geworden ist, da inzwischen Katastrophen den Lauf der Jahreszeiten bestimmen, in einem steten Wechsel aus Dürre, Überflutungen und Orkanen.

Unsere heile Welt verabschiedet sich dieser Tage mit jeder Schlagzeile ein bisschen mehr. Der letzte Damm ist gebrochen, der Zerfall Europas nicht mehr aufzuhalten. Und wenn am Ende des Jahres Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, wird das dem Ende der zivilen Welt gleichkommen.

Vielleicht sehe ich die Zukunft auch zu düster. Hoffentlich! Aber angesichts dessen, was um mich herum passiert, habe ich wenig Anlass dazu.

6 thoughts on “Europa vor dem Abgrund

  1. Vor wenigen Jahren hätte das Szenario für einen dystopischen Zukunftsroman getaugt. Heute bildet er leider nur noch die wahrscheinliche Realität ab. Ich frage mich auch gerade ob es Solidarität und Gemeinschaft noch gibt und falls ja, ob unsere Kindeskinder mit diesem Begriffen auch noch was anfangen können.

  2. Nein, nicht alles so düster sehen. gebe zu, es ist schwer, aber es gibt sie noch die guten und schönen Sachen.Gut, das Trump Präsident wird, will ich auch nicht. Aber das mit England finde ich nicht so schlimm.

  3. Ich denke, dass es schwierig ist, die positiven Nachrichten zu sehen, weil sie einem nicht präsentiert werden, sondern man muss sie aktiv suchen. Denn gute Nachrichten verkaufen sich nicht. Und deshalb unterliegt man leicht dem Gefühl, dass alles immer schlimmer wird, wenn man nur die Schlagzeilen liest oder Nachrichten sieht, die als erstes auf einen einprasseln.

  4. Wenn man genau hinsieht, sogar verdammt viele. Der Kampf gegen Krankheiten z.B. schreitet immer besser voran. Die Menschen könnten oder könnten immer älter werden und länger dabei gesund bleiben. Wir haben endlich einen Mindestlohn. Es sind immer die kleinen Schritte, die es voran geht. Es gibt viel zu tun, dann packt es doch an. Jeder jeden Tag ein kleines bisschen.

    Und viele machen das auf vielfältige Art und Weise. Das sind die guten Nachrichten, die man jeden Tag finden kann. Wenn man denn hinsieht.

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