Saustarkes Conbuch Teil 1

ac1_titelAUSTRIA CONBUCH

Inhalt Reader 1:

Ben Calvin Hary: Der Ameisenkönig
Robert Corvus: Das Exposé – Eigenständiger Roman versus PR
Regina Vlcek: Gratulation zum 20. Geburtstag
Michael Thiesen: In der alten Stadt
Andreas Eschbach: Perry Rhodan in Wien
Andreas Brandhorst: Eine lange Reise
Uschi Zietsch: Wien, Wien, nur du allein …
Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz: Die Meister der Sonne
Roman Schleifer: Der Autor und seine Figuren
Christian Montillon: Schnitzel, Klebebildchen und Totenköpfe
Inge Mahn: Erinnerungen
Christina Hacker: »Der Schleifer von Wien«

Andere Con-Organisatoren geben sich mit einem Conbuch zufrieden, die Wiener haben zum Austria Con 2016 gleich zwei Bücher fabriziert, dessen Inhalt sich mehr als sehen lassen kann. Zum Con gab es, wie ich bereits berichtete, keine Contüte, sondern einen Conkarton mit allerlei nützlichen Dingen, unteranderem enthielt er auch zwei Conbuch-Reader. Schon beim Durchblättern macht der hochkarätige Inhalt neugierig, denn die Beiträge in den Readern im A6-Format stammen ausschließlich von den Ehrengästen. Keiner der Gäste hat sich vor seinem Beitrag gedrückt und so ist die stattliche Anzahl von einmal 58 und einmal 60 Seiten entstanden. Heute werfe ich einen Blick auf den Reader mit der Nummer 1.

Los geht’s mit einer Kurzgeschichte von Ben Calvin Hary, in der er Augenzwinkernd das Ende einer Rasse von Killerameisen beschreibt, die die Galaxis heimsuchen. Als Erstleserin kannte ich die Geschichte schon, war aber neugierig, wie viel der Autor von meinen Anmerkungen eingebaut hat. Im Reader ist sie noch witziger und zu einer runden Sache geworden, die die Leser sicher gut unterhalten wird.

Der nächste Beitrag stammt von Robert Corvus und beantwortet eine Frage, die nicht nur mich schon lange brennend interessiert, sondern wahrscheinlich auch jeden anderen schreibenden PERRY RHODAN-Fan: Wie unterscheidet sich das Exposé eines normalen Romans von einem für einen PR-Heftroman. Der Autor erklärt zunächst sehr ausführlich und präzise wie ein Exposé aussehen muss und wie es entsteht, um anschließend auf die Unterschiede zur PERRY RHODAN Serie einzugehen. Für einen normalen Roman hat ein Exposé, das man an einen Verlag schickt, ungefähr 7.500 Zeichen ein PR-Exposé hat dagegen 43.000 Zeichen. Robert formuliert es so: »… weil sie verschiedene Inhalte transportieren und andere Adressaten haben.« Beim Verlag braucht der Lektor nur einen groben Eindruck vom Roman zu bekommen, während bei PR das Exposé für den Autor geschrieben wurde, der den Heftroman schreibt. Der braucht natürlich viel mehr Informationen, rund um die Geschichte. Robert Corvus liefert damit einen der spannendsten Beiträge, die ich bisher in einem Conbuch gelesen habe. Klasse!

Regina Vlcek gestaltete ihren Beitrag als Gratulation zum 20. Stammtischgeburtstag des Wiener Stammtisches. Gespickt mit Erinnerungen und netten Wünschen sind auch diese zwei Seiten mehr als lesenswert.

Michael Thiesens Kurzgeschichte ist ein schöner Kontrast zu den vorangegangen Beiträgen. Er erzählt von einem Bummel den Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger über den Wiener Prater machen. Das ist mit so viel Feingefühl und Rücksicht erzählt, dass mich die Story echt berührt hat.

Eine Geschichte der ganz anderen Art kommt von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Er war als Korrespondent unterwegs und berichtet im »Der Standard« – Österreichs unabhängiger Tageszeitung vom Besuch des 80jährigen Perry Rhodan in Wien und dem Treffen mit dem Wiener Bürgermeister. Hauptthema ist der geplante Ausbau des Raumhafens vor den Toren der Stadt, dem so einige Bürgerinitiativen kritisch gegenüberstehen. In dem Beitrag kommt auch der Vorsitzende der Bürgerinitiative »Markgrafneusiedel gegen Fluglärm«, Dr. Lukas Thurner zu Wort. Der mit einem Augenzwinkern erzählte Beitrag von einem der drei großen Ehrengäste des AustriaCons hat mir ausgesprochen viel Spaß gemacht.

Sehr persönlich wird es im Conbuchbeitrag von Andreas Brandhorst, der von seinem Weg zur Science Fiction und zur PERRY RHODAN Serie erzählt. Wer quasi in einer Bahnhofbuchhandlung aufwächst, kam gar nicht an Perry und Co vorbei. So eine Kindheit prägt und manch einer von uns wünschte sich sicher auch, dass die Eltern eine Buchhandlung gehabt hätten. Vielleicht wären wir dann alle so erfolgreiche Autoren geworden, wie Andreas Brandhorst.

In »Wien, Wien, nur du allein …« schwelgt Uschi Zietsch in Erinnerungen an vorangegangene Austria Cons, Schreibseminare und dem berühmten Osterspaziergang in Wien. Mit vielen kleinen Anekdoten und Insidergags wünscht sie dem Stammtisch alles Gute für den nächsten Con.

Auch PERRY RHODAN NEO kommt zum Zug und zwar in Form eines Gesprächs, dass Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz über die aktuelle Staffel »Die Meister der Sonne« führen und dass dieser Tage auch auf der PR-Homepage erschien. Sie sprechen darin über ihre Intensionen, über ihre Vorbilder und darüber wie sich eine Serie wie NEO auch während einer bereits geplanten Staffel noch nachträglich verändern kann. Natürlich geben sie ein paar winzige Ausblicke, was uns in den kommenden Romanen erwartet. Ein sehr interessantes und ungewöhnliches Interview.

Auch Con(mit)organisator Roman Schleifer wirft mit seiner Kurzgeschichte einen Blick auf das Leben eines Autors. Er zeigt uns, wie seine Figuren lebendig werden. Wie er mit ihnen redet, um sie besser kennenzulernen, und um für die Geschichte relevante Informationen aus ihnen herauszukitzeln. Eine, wie ich finde, kreative Herangehensweise sich seinen Figuren zu nähern, die dazu noch unterhaltsam ist.

Christian Montillon musste leider kurzfristig wegen eines Notfalls in der Familie absagen, aber dafür hat er einen lustigen Beitrag geliefert, indem er sich selbst nicht ganz ernst nimmt und über seine Erinnerungen vom letzten Wienbesuch schreibt, bei dem Totenköpfe, Sticker und seine Frau eine nicht ganz unwichtige Rolle gespielt haben.

In Erinnerungen schwelgt auch Inge Mahn. Sie entführt die Leser des Conbuch-Readers auf die Weltcons von 1967 bis 2011 und spricht über ihre Erlebnisse mit ihren ersten Ehemann Willy Voltz und nach seinem Tod mit ihrem zweiten Mann Kurt Mahr, sowie ihren Kindern. Alles ist sehr persönlich und so einfühlsam geschrieben, dass man fast glaubt, dabei gewesen zu sein. Sehr schön!

Im letzten Beitrag des ersten Readers komme ich zu Wort und berichte von meinen Erfahrungen mit dem »Schleifer von Wien«. Der Text ist der Gegenentwurf zu Romans Artikel im PERRY RHODAN-Report in PR-Heft 2876 und beleuchtet unsere Zusammenarbeit von meiner Seite. Der Schleifer von Wien ist schon ein harter Hund, aber unsere Kooperation hat mir als Autorin viel gebracht und natürlich auch eine richtige spannende Geschichte aus meinem Exposé gemacht. Dafür bekam er von mir auch ein T-Shirt mit passendem Logo (selbstgestaltet), damit er fortan schon von weitem als »Schleifer von Wien« erkennbar ist.

Aufgelockert wird der Reader mit Comics und Zeichnungen von Reinhard Habeck und ERIC sowie einer Zeichnung von Ralph Voltz und Fotos von Inge Mahn. Das Titelbild stammt von Franz Miklis.

Die beiden Conbuch-Reader wurden von den Stammtischmitgliedern in Handarbeit sortiert und geheftet. Ich habe mir sagen lassen, dass es dabei sogar Verletzte gab. Ich erzähle das an dieser Stelle nur, damit man sieht, wie viel Mühe sich die Wiener gemacht haben. Deshalb sind die Reader auch auf 250 Exemplare limitiert. Leider sind alle beim Con weggegangen und Daheimgebliebene müssen nun sehen, wie sie an die wertvollen Sammlerstücke herankommen.

Konstruktionsbedingte Schwierigkeiten

Die Tücken der modernen Technik lauern überall. Selbst vor Haushaltsgeräten machen sie nicht Halt. Und manchmal möchte man den Konstrukteuren ihre Arbeit um die Ohren hauen.

Da haben sich meine Eltern einen neuen Staubsauger aufschwatzen lassen, weil der Alte angeblich kaputt war und die Reparatur fast genauso viel gekostet hätte wie ein Neuer.

Der neue »Kobold« hat optisch und auch haptisch einige Vorteile. Er ist nicht mehr grün, hat ein längeres Kabel und vor allem ist er leichter. Heute Morgen wollte er aber nicht mehr so richtig saugen. Ein Blick auf den Beutelfüllstand schaffte keine Klarheit, der zeigte gelb statt grün an, was ich nicht sofort richtig zu interpretieren vermochte. (Beim Alten war die Anzeige rot, wenn der Beutel voll war.) Also nachschauen.

Aber wie? Wo öffnet man das verdammte Ding? Alle infrage kommenden Schalter führten nicht zum Erfolg. Ich legte das Ding also auf den Boden. Kniete mich davor und untersuchte es wie ein Pathologe eine Leiche nach der Todesursache. Ich entdeckte einen Spalt, der mich zu zwei giftgrünen Plastikteilen führte und entfernt an einen Deckel erinnerte. Ich zog hinten und ich zog vorn, klopfte darauf rum und fragte meine Mutter, ob sie denn wüsste, wie man den Staubsauger aufbekommt. Sie zuckte mit den Schultern, was hieß, dass sie seit dem Kauf vor zwei Monaten den Beutel noch nicht ausgetauscht hatte. Schließlich drückte ich nochmal auf das giftgrüne Plastik und … Sesam öffne Dich … der Deckel ging auf. Mir quoll ein Staubbeutel entgegen, der so voll war, dass ich befürchtete, ihn schon mittels einer Berührung zum Platzen zu bringen. Der staubige Inhalt hatte sich schon teilweise in den Korpus des Staubsaugers entleert.

Die nächste Schwierigkeit bestand darin, dass ich den Beutel nicht herausbekam. Der war irgendwie festgemacht und ließ sich partout nicht lösen. Ich studierte die Zeichnung auf der Tüte und entdeckte einen grünen Plastikring. Probehalber zog ich daran und hielt tatsächlich den Staubbeutel in Händen. Anschließend entsorgte ich noch die Rückstände, die sich im Inneren des Geräts und im Saugrohr festgesetzt hatten. Dann öffnete ich den Karton mit den neuen Beuteln, den mir meine Mutter inzwischen gereicht hatte, und war entsetzt, wie klein die Dinger im Vergleich zum Vorgängermodell waren. Die kosten jedes Mal ein kleines Vermögen und diese hier sind bestimmt schneller voll, als die alten. Ein klassischer Trick der Firma, um mehr zu verdienen.

Jetzt wollte ich den neuen Beutel einsetzen und starrte abwechselnd ins Innere des Staubsaugers, auf den Beutel und auf die Anleitung auf dem Karton. Die dortige Zeichnung war kryptischer als altägyptische Hieroglyphen. Ich probierte hin und her, aber das Plastikteil wollte nicht so recht zu der Mechanik passen. Ich zweifelte schon, ob es die richtigen Beutel für den Staubsauger seien. Aber das Ding sah so aus wie das, was ich herausgenommen hatte. Ich fragte meine Mutter nach der Bedienungsanleitung. Doch die musste sie erst suchen. In der Zwischenzeit rätselte ich herum, wie ich das grüne Plastikteil am Beutel in den schwarzen Bügel bekommen sollte. Auf der Zeichnung war ein großes »Klick« aufgezeichnet. Das hieß, dass Ding musste irgendwie einrasten. Tat es aber zu meinem Ärger nicht. Einmal schien es einigermaßen zu passen, aber da bekam ich den Deckel nicht mehr zu. Ich musterte die Mechanik, und bekam schnell heraus, dass der Deckel nicht zugeht, wenn der Beutel nicht eingerastet ist. Aber wie zur Hölle bekam ich das hin. Mit einer Taschenlampe in der Linken und dem Beutel in der Rechten, operierte ich in dem geöffneten Staubsauger. Irgendwann wurde mir klar, dass ich den Beutel abknicken musste, um ihn in die richtige Stellung zubekommen. Und das da zwei kleine Ausstülpungen am Beutel waren sowie ein kleines Metallblech an der Halterung in den man den Beutel einklinken kann. Es gab tatsächlich das klickende Geräusch und nun ließ sich der Staubsaugerdeckel auch wieder schließen.

Sensationell! So konnte ich bereits nach einer Viertelstunde mit dem Staubsaugen beginnen.

Der Staubsauger kostet ein Vermögen, die Staubbeutel auch. Da sollte man doch erwarten, dass man ein ausgereiftes Produkt bekommt, das sich einfach handhaben lässt. Ich verstehe echt nicht, wie man so etwas Kompliziertes konstruieren kann. Bisher war es ein simpler Vorgang, der in weniger als einer Minute erledigt war. Jetzt benötigt man mindestens einen Ingenieurtitel oder besser noch einen Doktortitel, um einen Staubsaugerbeutel zu wechseln. Meine Eltern werden das in Zukunft sicher nicht ohne Hilfe schaffen.

Liebe Firma »Vorwerk«, ich finde das unzumutbar.

Die Irrfahrten des Rhodan

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 91 – »Wächter der Verborgenen Welt« von Oliver Plaschka

»Es muss aber auch nicht alles einen tieferen Sinn haben, bloß weil es gerade besonders praktisch oder unpraktisch für uns ist.« …

Dieser Satz von Seite 110 sagt eigentlich alles über den Roman aus. Und fühlt sich wie Kritik des Autors am Expokraten an. Denn der ZickZack-Kurs den Rhodan in den letzten Romanen hinter sich gebracht hat, ist beispiellos. Zuerst wollte er nach Derogwanien, dann das Rätsel der Orristan und Errkarem lösen und nun begibt er sich auf die Suche nach der Verborgenen Welt. Dabei landet er zunächst auf einem Asteroiden, dann auf Vulkan und zuletzt auf der Venus. Und für was oder wen? Es hat die Handlung nur wenig vorangebracht. Die Erde ist noch immer besetzt und Rhodan weiß immer noch nicht welche Mächte hinter dem Ringen stehen. Und vor allem frage ich mich als Leser so langsam, was das alles soll. Noch 9 Romane bis zu Band 100 und es sieht nicht so aus, als würden die Fäden so langsam zusammenlaufen. Es wirkt nach wie vor, wie ein verheddertes Knäul Wolle.
Oliver Plaschka gibt sein Bestes und schafft zumindest mit dem Handlungszweig um Jemmico mein Interesse zu wecken. Die Erzählung um Rhodan und die Crew der INNESAY liegt mir dagegen wie ein Eisenmeteorit im Magen. Die Kapitel lesen sich so zäh wie das Durchschreiten der Venusatmosphäre und fordern vom Leser enormes Durchhaltevermögen. Die ständigen Streitereien zwischen Rhodan und dem Enteron nerven genauso wie der Zusammenhang zwischen DNS-Sequenz und Klopfzeichen der Sternenmenschen. Das Rätselraten ist insofern unglücklich, als dass es auf Vermutungen basiert, die sich rein zufällig als richtig erweisen. Und am Ende sind wir wieder dorthin unterwegs, wohin Rhodan aufgebrochen ist, nämlich nach Derogwanien. Wo er hoffentlich irgendwann auch mal ankommt.

Wie schon gesagt, gefiel mir die zweite Handlung besser. Auch wenn hier ebenfalls nicht alles perfekt ist. Zumindest ist mir Jemmico als Mensch – Verzeihung als Arkonide – nähergekommen. Die kurzen Einleitungen zu Beginn jeden Kapitels, hatten mich anfangs verwirrt, weil ich nicht so recht verstanden habe, in welchen Zusammenhang sie mit der Handlung stehen. Aber nach und nach hat sich mir das Bild erschlossen. Faszinierend war für mich die gegenläufige Chronologie, also das Rückwärtserzählen. Dennoch stellten sich mir einige Fragen. Woher wusste Jemmico, was sich auf der Station verbarg? Was hat Atlan der Imperatrice verraten, dass sie ihren besten Celista ausgeschickt hat, um hinter das Geheimnis der Station zu kommen? Wurde das Attentat von Jemmicos Assistenten geplant oder ging es von Free Earth aus? Und wie war das mit den Positroniken? Kämpfen sie wirklich miteinander um die Vorherrschaft, wenn man eine neue Positronik aufsetzt? Sollte man dann nicht erst die Speicherbänke löschen, damit das nicht passiert?

Der beste Satz des Romans ist folgender: »Dieser Teil der Geschichte ist etwas abwegig: wie ein Hologramm, das mit seinem eigenen Emitter herumläuft.« Der Seitenhieb auf den Holodoc aus Star Trek Voyager hat mich tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Und mich ein klein wenig für die abstruse Geschichte versöhnt.

Sammelsurium zum AustriaCon 2016

»Was sind deine schönsten Momente, die du auf dem Austria Con erlebt hast?«

Als mir die Frage Sonntagabend gestellt wurde, war ich zunächst ein wenig ratlos. Es gab so vieles, was ich an dem Wochenende erlebt hatte, sodass ich tatsächlich nicht wusste, welches mein schönstes Erlebnis war. Jetzt ein paar Tage später sieht das schon anders aus.

Da wäre zum Beispiel die erste Begegnung mit Andreas Eschbach. Er und seine Frau kamen im Hotel gerade die Treppe herunter, als wir vor dem Aufzug standen. Und er lächelte vielsagend, als er mich in dem Daily Perry Shirt sah.
Oder die herzliche Begrüßung eines befreundeten Autors. Wir sind uns buchstäblich um den Hals gefallen, etwas das ich normalerweise nie tue. Hier kam es auch bei mir aus vollstem Herzen.
Auch die Fachsimpelei über Katzen mit Kai Hirdt und seiner Frau auf dem Weg vom Conhotel zur Veranstaltung wird mir in Erinnerung bleiben.
Oder als ich am Samstagnachmittag mit Verena Themsen zusammen die Tauschaktion der Quartettkarten organisierte. Verena ist ’ne Wucht. Ich freue mich schon, sie in zwei Wochen auf dem BuCon wiederzusehen.
Mein erstes Videointerview, dass ich Robert Corvus gab, fühlte sich zwar zunächst befremdlich an, doch das Sirenengebrüll tötete jegliches Lampenfieber.
Der schönste Moment aber war tatsächlich jener, als ich im Saal des Rathauses etwas verloren inmitten einer Menge unbekannter Gesichter stand und von Uwe Anton entdeckt wurde. Er kämpfte sich sofort zielstrebig zu mir durch, nahm meine Hand und fragte, wie es mir ginge. Ich war ein wenig perplex, auf so eine herzliche Begrüßung war ich nicht gefasst. Anscheinend bin ich ihm vom Seminar in Wolfenbüttel angenehm in Erinnerung geblieben. Das hat mich sehr gefreut.

Es gab aber auch nachdenkliche Momente. Zum Beispiel als Marc A. Herren verkündete, in nächster Zeit keine Perry Rhodan Romane mehr zu schreiben. Etwas dass ich bedauere, weil mir seine Arkon-Miniserie viel Spaß gemacht hatte. Und ich war bestürzt, als ich hörte, dass Andreas Eschbach seine Lesung absagen musste, weil er und seine Frau so erkrankt waren, dass sie den ärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen mussten.

Die meiste Zeit aber hat der Con unheimlich viel Spaß gemacht. Ich habe viel geredet, jede Menge Leute getroffen, die ich bisher nur von E-Mails oder aus dem Internet kannte und alte Bekannte wiedergetroffen. Mit Autoren geplaudert, viele FanEditionen signiert und neue Dinge übers Schreiben erfahren. Nicht zu vergessen die vielen Devotionalien, die ich vom Austria Con mit nach Hause genommen habe. Dem zweibändigen Con-Reader werde ich in den nächsten Tagen mindestens einen oder vielleicht sogar zwei Blogeinträge widmen.

Nochmals herzlichen Dank an die Veranstalter, die sich wirklich ins Zeug gelegt haben, um den Perryfans ein unvergessliches Wochenende zu ermöglichen. Und das ohne eine finanzielle Gegenleistung, sprich Eintritt, zu verlangen.

Zu guter Letzt hier noch eine Sammlung von Videoreportagen und Interviews zum Austria Con 2016, die ich selbstverständlich gern teile:

Beiträge aus der ORF Mediathek

Die Beiträge sind nur noch fünf Tage online, ab dann nur noch auf der Seite des Austria Con als mp4 Datei. Siehe hier:

http://www.frostrubin.com/cons/ac16/orf1.mp4

http://www.frostrubin.com/cons/ac16/orf2.mp4

Sowie der umfassende Con-Rückblick von Robert Corvus auf YouTube.

Und nicht zu vergessen die Interviews von Robert Corvus:

Teil 1, Teil 2; Teil 3 und Teil 4 (Hier komme ich auch zu Wort. Zirka ab Minute 29)

Kein Ende für Arkon

Meine Zusammenfassung zur vergangenen NEO-Staffel fällt durchweg positiv aus. Auch wenn es die eine oder andere Kleinigkeit gab, die das Gesamtbild trübte, kann ich als Leserin aber durchaus zufrieden sein. Es kam nicht so schlimm wie zunächst erwartet. Das Arkonidische Imperium ist geschlagen, aber nicht ausgelöscht. Die Maahks wurden besiegt, sind aber ebenfalls noch existent. Die latente Bedrohung bleibt jedoch im Hintergrund bestehen. Es wurden Probleme gelöst, aber auch neue Baustellen aufgetan und somit sichergestellt, dass die Handlung bis Band 150 weiterhin spannend bleibt.

Das jähe Ende der MAYA und ihrer Besatzung, unteranderem Orome Tschato, war für viele Leser sicher die Überraschung. Bereits in den letzten Staffeln mussten wir uns von einigen liebgewonnenen Charakteren verabschieden, dieses Mal hat es den Afrikaner getroffen. Es sei den Exporséautoren verziehen, denn sie selbst hatten diesen Charakter in Band 89 zum Leben erweckt. Ohne Verluste ist eine Serie wie NEO auf Dauer nicht glaubhaft. Und macht es die Sache nicht spannender, wenn man nicht weiß, was passieren wird? Ganz wie im richtigen Leben. So viel Mut sollte man würdigen.

Gar nicht funktioniert hat für mich der Handlungsstrang um Thora, Crest, Sue Miafiores und Thi Tuong Chi. Die rätselhafte Verfolgungsjagd blieb nebulös. Ich wurde bis zum Schluss den Verdacht nicht los, dass die Handlung nur dem zusätzlichen Spannungsaufbau diente. Außer Crests überraschender Wandlung hat sie in der Staffelhandlung nicht viel bewirkt. Und selbst Letzteres ist mir noch nicht ganz schlüssig. Was passierte mit Crest, dass ihn so verändert hat? So richtig glaubhaft konnte mir das weder Kai Hirdt noch Exposéautor Rüdiger Schäfer in ihren Romanen vermitteln. Da fühlte ich mich als Leserin ein wenig vor den Kopf gestoßen.

Dafür wurde das Team um Eric Leyden einmal mehr vor knifflige Aufgaben gestellt und erreichte infolgedessen auch die Erde. Leider zu spät, wie sich herausstellte. Die Handlung auf Janus, zog sich meiner Meinung nach etwas lang hin. Das hätte man kürzen müssen, um sich mehr auf Perry Rhodan und die Maahks oder auf die Jagd nach den Plänen der Transformkanone konzentrieren können. Dennoch waren die Erlebnisse der Gruppe um Kater Hermes schön zu lesen. Der Charakter Pete Roofpitter stellt dabei eine Bereicherung dar, während Anneke ter Verleuwen bis zum Ende reichlich blass blieb.

Gut weiterentwickelt wurde dagegen die Figur von Professor Oxley. Besonders Rainer Schorm verleiht der Figur Charme. Was ich ebenfalls begrüßt habe, war die Rückkehr von Ishy Matsu, die zusammen mit Tuire Sitareh ein schönes Duo abgibt. Da freue ich mich schon auf eine Fortsetzung in der neuen Staffel.

Das der Bösewicht Agaior Thoton ab Ende seine gerechte Strafe bekommen hat, beruhigt mich, auch wenn ich mit den Umständen seines Tods unglücklich bin. Ich finde dass sich der Autor dabei etwas aus der Verantwortung gestohlen hat.

Leider nicht zum Zuge kamen in der Staffel die Liduuri. Ich hatte gehofft, ein wenig mehr über sie zu erfahren. Aber ich denke, darauf wird in den kommenden Bänden näher eingegangen werden.

In der Mitte der Staffel verlagerte sich die Handlung auf die Erde. Terra steht vor einer neuen Herausforderung – einem Riss in der Sonne, der früher oder später zu einem echten Problem für die Terraner werden wird. Ganz wie in unserer Realität verschließen die Machthaber die Augen vor der Bedrohung und verfolgen stattdessen jene, die eine Lösung besteuern könnten. Diese innenpolitischen Scharmützel fühlten sich in der Tat beklemmend wirklichkeitsnah an. Die Autoren schufen mit Interimsadministrator Ngata einen potentiellen Gegenspieler für Perry Rhodan in den eigenen Reihen. Das war großartig. Überhaupt hat mich die Handlung auf Terra mehr gefesselt, als auf der CREST. Davon hätte ich in der nächsten Staffel gerne mehr.

Beachtenswert ist das durchgehend hohe Niveau der Romane. Es gab keinen Aussetzer. Das Autorenteam ist inzwischen gut eingespielt, die Romane bauten aufeinander auf, es gab keine Anschlussfehler und die Figuren sind allesamt stimmig. Selbst Susan Schwarz scheint ihren Zugang zu NEO gefunden zu haben. Der »Überallzugleichschreiber« Kai Hirdt machte wie immer einen tollen Job, auch wenn er bei einem Roman etwas schwächelte. Und selbst Rainer Schorm, dessen technischer Stil mich bisher nicht so richtig vom Hocker reißen konnte, schaffte es, mich positiv zu überraschen. Inzwischen habe ich die Qualität seiner Schreibe zu schätzen gelernt. Mein besonderes Highlight der Staffel ist aber der Roman von Oliver Plaschka, dessen fantasievolle Darstellung eines physikalischen Zeitphänomens und die Geschichte um die Rache von vier Frauen, mich nach wie vor beeindrucken. So zeigt sich doch, wie wichtig Abwechslung ist und man sollte hin und wieder einen Gastautor im NEO-Team mitspielen lassen.

Von den Titelbildern allesamt gezeichnet von Dirk Schulz, waren es diesmal die von Band 123 und Band 129, welche mich am meisten beeindruckt haben.

Teufelsgold und Kardinalschnitten

Nicht ganz nach Plan verlief das Programm des AustriaCon am Sonntag. Dafür war es interessant und prominent besetzt mit Uwe Anton und Andreas Eschbach.

Sonntagmorgen suchte ich mir gleich einen Platz ganz vorn, um den Con-Opener von Raimund Peter in voller Größe und Länge zu sehen. Am Tag zuvor hatte ich ziemlich weit hinten gesessen und nur wenig mitbekommen. Und natürlich war ich gespannt darauf was Uwe Anton  über die geplante Miniserie zu sagen hatte, die nächsten April starten soll. Roman Schleifer versuchte sein Möglichstes, Uwe eine Information zu entlocken. Aber der Autor blieb standhaft. Das einzige was die Zuschauer erfuhren, war, dass er sich noch für keines der dreißig Konzepte entschieden hat, das aber die Autoren für die Romane schon so gut wie feststehen. Und er konnte schon sagen, dass es keine Fortsetzung der »Stardust«-Reihe werden würde. Dabei warf er einen sehr selbstkritischen Blick auf »Stardust«, jene Miniserie die er vor zwei Jahren als Exposéautor betreut hatte.

Dem nächsten Programmpunkt hatte ich schon am Vortag entgegengefiebert – die Buchpräsentation von »Teufelsgold« von Andreas Eschbach. Moderator Roman hatte sich auch für diesen Autor bestens vorbereitet, in dem er per E-Mail und im Forum Fragen der Fans gesammelt hatte. So ergab sich ein lockeres Gespräch, dem ich fasziniert folgte. Ich bin nachhaltig beeindruckt, mit welcher Ruhe und Gelassenheit Andreas Eschbach auftrat und seinen Standpunkt mit wenigen Worten auf den Punkt bringt. Er erzählte, dass er die Storyidee viele Jahre mit sich herumschleppt, bevor er beginnt, sie als Exposé festzuhalten. So hatte er die Idee seines aktuellen Romans bereits vor zwanzig Jahren. Nach dem Gespräch signierte er noch Bücher und Heftromane.

Im Anschluss gab es eine Programmänderung, denn die ausgefallene Versteigerung musste nachgeholt werden, damit die Organisatoren des Con nicht auf Schulden sitzenblieben. Die Auktion zog sich hin, weil die Ehrengäste viele tolle und seltene Stücke beigesteuert hatten. Nach der Versteigerung sollte eigentlich das Panel von Roman und mir stattfinden. Mit jeder Minute die verging, war mir klar, dass das wohl nichts werden würde. Denn Norbert Frischauf stand schon bereit, um über seine Arbeit am CERN zu berichten. Ich machte Roman klar, dass ich nicht traurig sein würde, wenn wir den Programmpunkt streichen würden. Er kämpfte zwar ein bisschen mit sich, sah es aber dann ein. Das Publikum dagegen war sichtlich begeistert von dem Wissenschaftler. Ich behielt die Kartons am Stand im Auge, den wir bereits abgebaut hatten. Während das Team vom TCE ihren Programmpunkt absolvierte, verabschiedeten wir uns. Draußen war es kühler geworden und hatte es angefangen zu nieseln.

Wir wollten am Nachmittag unseren Besuch in Wien ganz Standesgemäß mit einem Cafébesuch krönen. Romans Freundin Iwi hatte uns vom Café »Aida« und den Kardinalschnitten erzählt und die müssten wir natürlich ausprobieren. Im Internet fanden wir schnell heraus, dass 500 Meter vom Hotel eine »Aida« Filiale ist und wir spazierten dorthin. Was soll ich sagen, das Torten- und Kuchenangebot war bombastisch. Wir probierten die Kardinalschnitten in zwei Varianten und fanden sie hervorragend. Weniger hervorragend entwickelte sich das Wetter. Auf dem Rückweg zum Hotel wurden wir ziemlich nass.

Am Abend trafen wir uns mit den verbliebenen Fans im Restaurant auf eine Pizza, bis uns eine lärmende Reisegruppe ins Zimmer vertrieb. Chillend ließen wir einen schönen AustriaCon ausklingen.

Der Ruf der Sirenen

Der Samstagmorgen begann mit einem frühen Frühstück im Conhotel. Wir wollten rechtzeitig vor dem Einlass im »Con-Lokal« sein, um die restlichen Publikationen am Stand noch aufzulegen, die inzwischen eingetroffen waren. Kaum war das geschafft, strömten auch schon die Besucher herein. Schnell wurde es in den Räumlichkeiten voll und auch ein wenig zu warm, wobei es an diesem Wochenende überall zu war war, egal ob man sich drinnen oder draußen aufhielt. Der Sommer hatte Wien fest im Griff.

Roman Schleifer moderierte die Eröffnung und überraschte die Zuschauer mit einem besonderen Gast – dem mongolischen Botschafter. Terrania City, die Stadt, die Perry Rhodan nach seiner Rückkehr vom Mond gegründet hat, liegt ja bekanntlich am Goshun-See in der Wüste Gobi, ganz in der Nähe von Ulan-Bator. Was für eine brillante Idee den mongolischen Botschafter zu einem PERRY RHODAN Con einzuladen. Der gute Mann zeigte sich sichtlich begeistert, ob des Umfangs der Serie und dem Enthusiasmus der Fans. Sichtlich begeistert, waren auch die Fans über den Con-Opener von Raimund Peter, in den er wieder richtig viel Arbeit gesteckt hat.

Für den ersten Programmpunkt blieb ich gleich sitzen, denn es ging um NEO. Rüdiger Schäfer wurde über den Fortgang von NEO ausgequetscht und später kam noch NEO-Neuautorin Madeleine Puljic hinzu. Zu viel wurde wie üblich nichts über die Handlung bis Band 150 verraten, aber die Leser erfuhren einige spannende Dinge aus dem Nähkästchen der Exposéautoren.

Im Anschluß folgte Hubert Haensel. Er sprach über die Entstehung der Silberbände. Ich musste aber erstmal an die frische Luft, weil es mir inzwischen zu heiß geworden war. Draußen auf der Sonnenterrasse war es leider nicht viel kühler. Ich trank gerade etwas, als Bernd Robker (alias Robert Corvus) vorbeikam, um ein Video-Interview mit mir zu führen. Kaum hatte Bernd auf den Auslöser gedrückt und ich drei Worte gesagt, ging die Sirene auf dem Dach des quadratischen Gebäudekomplex los. Es hallte so laut, dass mir fast die Ohren abfielen, war aber glücklicherweise nach einer Minute wieder vorbei. Eine Viertelstunde später, Bernd hatte gerade Madeleine Puljic vor der Kamera, das gleiche Spiel. Doch dieses Mal war es ein drei Minuten Dauerton, der uns alle schließlich ins Innere trieb. Und selbst da war der Lärm unerträglich. Ein lachender Haluter oder ein startendes Raumschiff waren nichts dagegen. Es gab auch einige, die sich angesichts der Sirene echte Sorgen machten. Ein Blick ins Internet verriet, das just an diesem 1. Oktober eine Österreichweite Zivilschutzübung stattfand, bei der die Sirenen getestet wurden und sich das Spielchen noch bis 12:45 Uhr mit weiteren Sirenentönen hinziehen würde.

Wir nahmen es mit Humor und gingen erst einmal was essen. Der Veranstaltungsort war übrigens die Kantine der Verkehrsbetriebe der »Wiener Linien«. Das hatte den Vorteil, dass es zwischen 12 und 15 Uhr ein Mittagsbuffet und ansonsten Snacks und Getränke gab. Sogar für Vegetarier gab es zwei Gerichte zur Auswahl und es schmeckte richtig gut. Danach half ich Uwe am PRFZ-Stand aus und signierte mehrere FanEditionen. Einen Teil hatte ich schon am Morgen signiert, damit sie vorrätig waren, falls jemand danach fragte, wenn ich gerade nicht da war.

Einer der unterhaltsamsten Events des Austria Cons fand nicht im Vortragsraum statt, sondern an den Stehtischen im Bistro. Romans Freundin Angelique brachte das exklusive Con-Quartettspiel unter die Leute. Die Packung enthielt aber nicht das vollständige Spiel, sondern bunt gemischte Karten, die untereinander getauscht werden mussten, damit man das Quartett vollständig hatte. Innerhalb kürzester Zeit entspann sich ein, von Verena Themsen organisiertes, wildes Gefeilsche, dass Autoren und Fans beschäftigte. Da ging es zu wie beim Bingo. Jeder rief wild Zahlen Buchstabenkombinationen in die Runde. »5c! Hat jemand eine 5c.« oder »Ich brauche noch eine 6a.« bzw. »Ach, es gibt auch Achter?« Alle legten ihre doppelten Karten auf den Haufen und fischten sich die Karten heraus, die ihnen noch fehlten. Verena Themsen und mir ging nur noch eine 5b ab. Ich hatte Glück und schnappte sie Verena vor der Nase weg. Wenig später hatten alle ihre Quartette vollständig. Jetzt verstand ich auch, was es mit den Jokern auf sich hatte, die ich als Präsent beim Rathausempfang bekommen hatte. Darauf waren die drei Bestsellerautoren abgebildet. (Diese Karten habe ich übrigens doppelt. Wer also nicht beim Empfang war und keine bekommen hat, ich gebe sie gern ab.) Das lustige Kartentauschen führte aber zwangsläufig dazu, dass sich kaum einer für die Buchpräsentation von Andreas Brandhorst interessierte.

Ich wollte ja unbedingt zur Buchpräsentation von Andreas Eschbach. Aber als es soweit war, fehlte vom Autor jede Spur, obwohl er am Vormittag dagewesen war. Roman ließ ihn zuerst ausrufen und ging dann selbst auf die Suche. Um dann zu verkünden, dass man Rüsselmopsvater Reinhard Habeck vorzog und anschließend Robert Corvus über sein Buch »Rotes Gold« sprach. Später erfuhr ich, dass Andreas Eschbachs Frau erkrankt war und er deshalb verständlicherweise nicht anwesend sein konnte.

Nachdem uns die Hitze den ganzen Tag lang, den Schweiß aus den Poren getrieben hat, beschlossen wir kurz ins Hotel zu gehen, um uns für den langen Conabend frisch zu machen. Das Hotel lag ja nur ein paar Gehminuten entfernt. Wieder zurück kamen wir gerade rechtzeitig zum Programmpunkt der PR-Lektoren Rainer Nagel und Michael Thiesen. Eine Thematik die mich brennend interessierte und die von Roman auch großartig moderiert wurde. Gleich im Anschluss erfuhren die Perryfans mehr über das neue Geheimprojekt. Die Miniserie heißt TRIVID und wird ausschließlich als E-Book erscheinen. Geschrieben wird sie von Christian Montillon und Oliver Fröhlich. Da ersterer kurzfristig absagen musste, war es an Oliver, ein wenig mehr über das Projekt zu verraten. Es wird ein Thriller sein, in dem es um das Genom einer Frau geht, mit dem Perry Rhodan erpresst wird. Der Handlungszeitraum liegt zwischen Band 2699 und 2700. Klingt spannend. Das erste E-Book wird bereits im Oktober erscheinen.

Der nächste Programmpunkt wurde von den Fans am meisten erwartet, ging es doch um den neuen Sternengruftzyklus und die Bände bis 3000. Weil Expokrat Christian Montillon nicht nach Wien kommen konnte, sollte Wim Vandemaan per Skype zugeschaltet werden. Das klappte aber aufgrund von sporadischen Netzwerkausfällen nicht und so konnte Roman nur die vorbereiteten Antworten von Christian vorlesen. Das war sehr schade, aber die Wiener hatten zumindest alles versucht. Dafür versammelten sich nochmals alle anwesenden Autoren der EA auf der »Bühne« und plauderten über den aktuellen und den vergangenen Zyklus. Die Zuschauer stellten kniffelige Frage, die von den Autoren nicht immer zur Zufriedenheit aller beantwortet werden konnten. Zum Schluss kamen auch die anderen Autoren hinzu und jeder Leser konnte sich Romanhefte und Autogrammkarten signieren lassen.

Nachdem der Abend bereits sehr weit fortgeschritten war, wurde die geplante Versteigerung auf den nächsten Tag verschoben.

Ich habe an diesem Tag viel geredet, nicht nur mit den Fans, sondern auch mit den Autoren, wie Verena Themsen, Hubert Haensel, Uwe Anton und ziemlich lange mit Kai Hirdt. Kein Wunder, das ich todmüde und völlig überreizt im Hotel ins Bett fiel.

Stehen für Rhodan

So viele Eindrücke, so viele Bilder und Gedanken wirbeln mir im Kopf herum, dass ich Mühe habe, sie zu ordnen. Ich werde ein paar Tage brauchen, bis ich die Tage in Wien verarbeitet habe. Beginnen will ich mit dem Empfang im Wiener Rathaus vom Freitagabend.

Auf die Minute genau trafen wir drei von der PRFZ vorm Rathaus ein. Das Gebäude im Stil des Historismus wurde 1872-1883 erbaut und gleicht ein wenig dem Münchner Rathaus. Absolut beeindruckt hat mich das verschachtelte Treppenhaus. Es sieht aus wie die berühmte Zeichnung von Escher, mit den vielen Treppen, die mal rechts und links und mal in der Mitte hinaufführen. Weniger beeindruckend fanden es die Raucher, die für jede Zigarette die über einhundertvierzig Stufen runter- und raufgehen mussten.

In den beiden prunkvollen Empfangssälen drängten sich Fans und Ehrengäste. Es gab Klaviermusik und Mitveranstalter Roman Schleifer hielt eine Rede. Der Bürgermeister ließ sich leider wegen dringender Termine entschuldigen. Im Anschluss gab es Getränke und ein reichhaltiges Büffet, dass keine Wünsche offen ließ. Fans und Autoren standen um die Stehtische, aßen, tranken und erzählten oder kämpften am Nachspeisenbuffet um den letzten Rest Kirschsoße zu den Nougat gefüllten Marillenknödeln.

Anschließend lasen die drei anwesenden Bestsellerautoren Andreas Eschbach, Andreas Brandhorst und Andreas Gruber aus ihren aktuellen Werken.

Nur eines gab es an dem Abend nicht genug und das waren Stühle. Und so fiel es nicht nur mir schwer, lange genug durchzuhalten. Zumal ich am Vor- und Nachmittag mit meinem Mann die City unsicher gemacht hatten und meine Beine schon ziemlich müde waren. So verließ ich vorzeitig die Veranstaltung, um im Hotel auf Freunde zu treffen, mit denen ich bis Mitternacht im Innenhof saß und über Perry, Star Trek, die PRFZ und übers Schreiben plauderte.

Fotos habe ich keine gemacht, dafür war ich an dem Abend viel zu beschäftigt. Aber hier ist der Link zu den Bildern des offiziellen Confotografen.

Zwischenstand vom Austria Con

Leider habe ich keine Zeit ein paar eigene Worte zum Austria Con zu verlieren. Viel ist passiert und so viel mehr wäre zu berichten. Aber das wird an dieser Stelle so bald wie möglich nachgeholt. Wer dennoch einen kleinen Eindruck vom vom gestrigen Consamstag bekommen möchte, dem empfehle ich die Liveberichterstattung auf der Hompage des PERRY RHODAN ONLINE CLUBS.

Drückt mir die Daumen für mein Panel, das ich nachher halten darf. Ich bin schon ziemlich aufgeregt.

Heute Abend an dieser Stelle vielleicht mehr.

Sommerhitze in Wien

Gestern gab es ein kleines Problem mit dem WLAN bzw. kein WLAN, deshalb reiche ich den Eintrag von heute nach. Ich habe keine Ahnung, ob ich am heutigen Tag zum Bloggen komme. Aber wer sehen möchte, was auf dem Austria Con 2016 so abgeht, dem sei die Facebook Seite des Austria Con empfohlen. Und nun zu den Erlebnissen von gestern.

Wien schlaucht … denn die Stadt will zu Fuß erobert werden.

Wir haben zumindest heute morgen erst einmal die Trambahnlinien 1 & 2 genutzt, um uns einen Überblick zu verschaffen. An den Orten, die uns gefielen, stiegen wir aus um sie genauer anzusehen. Dabei haben wir große Kontraste entdeckt. Den hellen Prunkbauten rund um die Hofburg, stehen die Graffiti und der punkig wirkende Dampfer am Donaukanal entgegen.

Genauso kontrastreich sind auch die Menschen. Ich sah schicke Damen mit Hündchen, amerikanische und asiatische Touristen, Businesstypen in Anzügen, alte Männer mit weißem Vollbart, die aussahen wie der Alm-Öhi oder jüdisch-orthodoxe Jugendliche mit schwarzen Hüten und Zöpfchen. Das bunte Allerlei zusammen mit der auffälligen Architektur macht den Kern der Metropole Wien aus.

Nirgendwo sonst sah ich so viele historische und moderne Gebäude nebeneinander. Bei manchen Palästen scheint die Zeit stehengeblieben zu sein und andere wiederum sehen aus, als hätte man sie aus einer fernen Zukunft hierher versetzt. Mir gefällt so was. Es zeigt Kreativität und gleichzeitig die Verbeugung vor der Geschichte. Besonders krass ist die romanische Kirche St. Ruprecht, die wie ein Fremdkörper zwischen den hohen hellen Fassaden aussieht.

Auf unserem Weg durch die Stadt besuchten wir das Schmetterling Haus im Palmengarten. Angesichts der tropischen Temperaturen innen und außen hielt ich es leider nicht lange dort aus.

In der Hofburg und vor der spanischen Hofreitschule drängten sich die Touristen und die Fiaker. Die Gassen in der Innenstadt quollen am Mittag über vor Menschen.

Später machten wir das Gelände um den Hauptbahnhof unsicher, tranken einen Cappuccino und genehmigten uns ein Stück Erdbeer-Schokoladen-Torte. Ich beging den Fehler, einen Blick ins aktuelle PERRY RHODAN Heft zu werfen, weil ich wissen wollte, ob die Clubnachrichten drin sind. Vor Schreck klappte ich es schnell wieder zu und legte es ins Regal zurück. Warum? Darüber schreibe ich lieber ein andermal.

Am Nachmittag half ich im Congebäude beim Aufbau des Stands der PRFZ. Leider steckt eine Kiste mit Artikeln noch bei der Post. Wir hoffen ja, dass sie bis morgen auftaucht, ansonsten sieht es für den Stand mager aus.

Jetzt muss ich erst einmal unter die Dusche. Denn noch nie habe an einem 30. September so sehr geschwitzt wie heute. Das Klima ist wie im Hochsommer.

Vom Empfang im Rathaus berichte ich später.