Perlenweisheiten am Mittagstisch

»Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Bead und Pearl?«, wurde ich dieser Tage am Mittagstisch gefragt. Neben mir stand, wie zumeist, eine Dose mit Perlen und irgendwie kamen wir dadurch auf die »Black Pearl« zu sprechen.

»Pearls sind die echten Perlen, die man aus einer Muschel holt. Während man als Beads, den Glitterkram aus Glas oder Plastik bezeichnet, den man im Bastelladen kaufen kann und der, wie du weißt, manchmal schon beinahe so teuer sein kann wie eine echte Perle.«
»Aha, da gibt es im Englischen also wieder zwei Worte, wofür es im Deutschen nur eines gibt«, stellte mein Mann fest.
»Na ja, auf den ersten Blick schon. Aber unter uns Perlenverrückten gibt es viele Worte für Perlen«, warf ich ein.
Er sah mich zunächst etwas irritiert an.
»Das ist wie mit den Ferengi und dem Regen«, sagte ich, weil Star Trek-Vergleiche bei meinem Mann immer gut ankommen. »Du weißt doch, die haben 178 Worte für Regen, weil es auf Ferenginar immer regnet. Dafür haben sie keines für knusprig.«
»Und was hat das jetzt mit den Perlen zu tun.«
»Na ja! Es gibt Rocailles, Bugles, Bicones, Rondells, Drops, Tubes, Squares, Cubes, Tilas, Half-Tilas, Twinbeads, Delicas, Rullas, Bricks, Pyramids, O-Beads, Magatamas, Hexagons, Lentils, Crecents, Daggers, Triangles, Rizos, Superduos, Oblongs, Farfalle  …«
»Danke, es reicht. Ich hab’s verstanden.«

Und für alle, die wissen wollen, wie solche Perlen aussehen und was es sonst noch gibt, die können ja mal einen Blick in den Katalog von Preciosa werfen oder auf die Seite von Miyuki.

Ein Datum zwei Geburtstage

Was für eine faszinierende Dualität, die mir zuvor noch nie bewußt geworden ist. Es gibt etwas, das Star Trek und Perry Rhodan miteinander verbindet. Nicht nur das beide Werke einem Genre entstammen, sondern es gibt eine sehr weltliche Verbindung: Das Datum ihres Erscheinens fällt nicht nur auf denselben Monat sondern auch auf denselben Tag im Jahr.

Am 8. September 1961 erschien der erste Heftroman der Perry Rhodan-Serie mit dem Titel: Unternehmen „Stardust“. Fünf Jahre später am 8. September 1966 wurde in den USA mit „Das Letzte seiner Art“ die erste Folge der klassischen Star Trek-Serie ausgestrahlt. Es ist schön zu wissen, dass es etwas gibt, das die beiden erfolgreichen Serien miteinander verbindet.

Im nächsten Jahr feiert Star Trek seinen fünfzigsten Geburtstag. Für Perry Rhodan wird es schon der fünfundfünfzigste sein. Und nicht nur für mich wird es ein besonderer 8. September werden. Ich hoffe nur, dass beide Serien ihren Geburtstag würdig begehen können.

Ich jedenfalls freue mich schon darauf.

Mangelndes Marketing

Gibt es eigentlich schlechtes Marketing? Meines Erachtens gibt es nur ein zu wenig oder falsch gelenktes Marketing, wenn ich mich richtig an die Vorlesung aus dem Studium erinnere. Das aber auch das funktionieren kann, will ich an anhand eines Beispiels zeigen.

Seit gut einem Jahr beziehen wir die Star Trek-Modelle von Eaglemoss. Es war zu Beginn ein ziemlicher Kampf, weil Anfang vergangenen Jahres widersprüchliche Angaben die Runde machten, ob und wo es die Modelle in Deutschland zu kaufen gibt. Der Zeitschriftenhandel wusste nichts, dennoch gab es wohl Anfang 2014 die ersten vier Modelle in einigen wenigen Städten zu kaufen. Über den „Buschfunk“ erfuhren wir von einer Internetseite, auf der man bereits ein Abo für die Modelle abschließen konnte. Das taten wir dann auch und bekamen die vier Modelle, wenn auch nicht regelmäßig. Doch dann war erstmal Schluss. Inter-Abo informierte uns, dass die Serie vorläufig eingestellt wird, aber voraussichtlich im Januar 2015 neu startet und das Abo dann weiterläuft. Das passierte dann glücklicherweise auch. Aber man veränderte die Reihenfolge der Veröffentlichung zur Englischen Ausgabe. Die vorhandene Internetseite wurde geschlossen und durch eine neue ersetzt, deren Modellvorschau aber lückenhaft nur bis Ausgabe 13 geht und nicht aktualisiert wird. So hangelt man sich von Heft zu Heft, um zu wissen, welches Modell einen in der nächste Ausgabe erwartet. Für Sammler und Fans ist das ziemlich frustrierend. Ich vermute ja stark, dass es bei den Modellen Lieferprobleme gibt und keiner mit Sicherheit sagen kann, welches Modell wann lieferbar ist und es deshalb auch keine Modellvorschau gibt. Da hat DeAgostini, welche vor Jahren die „Star Wars-Raumschiffe und Fahrzeuge“ auf den Markt gebracht haben, bessere Arbeit geleistet.

In England gibt es die Star Trek-Raumschiffsammlung seit 2013, inzwischen wurde dort bereits Ausgabe 54 ausgeliefert. Doch auch hier sind Informationen über kommende Modelle rar. Zu Beginn gab es eine sehr schön gestaltete Internetseite, die sehr an die der Star Wars-Modellsammlung erinnerte. In der Modellvorschau konnte man sich informieren, welche Modelle demnächst herauskommen. Doch diese Seite fiel der gleichen Umgestaltung zum Opfer wie die deutsche, und auf eine Aktualisierung der Internetseite wartet man auch hier vergebens.

So erfährt man nichts über geplante Modelle, es gibt keine Werbung für die Serie, weder auf einschlägigen Science Fiction Plattformen, noch im Werbefernsehen oder in Zeitschriften. Selbst auf der Facebookseite der Star Trek-Raumschiffsammlung von Eaglemoss, die nur englischsprachig ist und nach der man explizit suchen muss, wird wenig zu neuen Modellen gepostet. Ich würde in diesem Fall von ungenügendem Marketing sprechen. Aber … die Modelle scheinen so begehrt, dass sie ein Selbstläufer sind. Ich beobachte das immer in den Bahnhofsbuchhandlungen. Wenn man da nicht schnell genug ist, sind die Modelle bereits nach wenigen Tagen vergriffen.

Wir haben das Abo, schon allein wegen der zusätzlichen Modelle, die man dafür bekommt. Ich für meinen Teil wünschte mir aber, dass Eaglemoss wenigstens die Homepage hin und wieder aktualisieren würde.

Zumindest haben wir eine passenden Präsentation für die Modelle geschaffen. Eine, in der die Schiffe garantiert nicht verstauben.

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Episches Kino

Zufällig stieß ich dieser Tage bei You-Tube auf einen coolen Trailer. Da hat sich ein Fan richtig viel Mühe gegeben und deshalb möchte ich das hier auch unbedingt teilen.

Ich bewundere Menschen, die sich mit so viel Herzblut ihrem Hobby widmen und andere daran teilhaben lassen. In dem mehr drei Minütigen Video sind Szenen aus Star Wars- und Star Trek-Filmen so geschickt zusammengeschnitten, dass man tatsächlich denken könnte, sie entstammten einem Film. Zwischendrin tauchen kurze Animationsszenen auf, die selbstproduziert zu sein scheinen und sehr glaubwürdig zum Inhalt passen. Coole Sache!

Das wäre tatsächlich der ultimative Film, auf den viele Fans warten. Zumal viele Star Wars-Anhänger bereits die Premiere von Star Wars Episode VII im Dezember diesen Jahres herbeisehnen. Die Star Trek-Fans müssen sich noch bis zum nächsten Sommer gedulden, bis der dritte Teil mit der neuen Crew in die Kinos kommt.

Bis dahin dürfen wir uns schon mal an Fanproduktionen wie dieser erfreuen:

https://youtu.be/ZLo80ugXahk

Kritisches zur SOL 79

Vor zwei Wochen flatterte die neue SOL (das Mitgliedermagazin der PRFZ) ins Haus und ich schaffte es dieses Mal sogar sie zeitnah zu lesen und nicht nur durchzublättern. Das lag vor allem an den tollen Kurzgeschichten und Romanauszügen, die einen Großteil dieser Ausgabe ausmachten. Tolle lesenswerte Geschichten unteranderem von Ben Calvin Hary, dem Autoren der genialen PR-FanEdition, über die ich ja bereits im vergangenen Jahr berichtet habe. Aber auch die Stellaris-Geschichte „Verweht“ von Dieter Bohn und die Kurzgeschichte „Die Überlebenden“ von Götz Roderer haben mich sehr berührt. Ich bin wie immer über die hohe Qualität der Geschichten erstaunt, die viele PR-Fans verfassen. Das gab/gibt es zwar auch im deutschen Star Trek-Fandom, aber nicht mit diesem Anspruch.

Das Schwerpunktthema DORGON wurde gut und informativ umgesetzt. In diesem Artikel habe ich endlich einen Überblick über das wie, was und wann im DORGON-Universum (von Nils Hirseland) bekommen. Ein Wissen, das mir in nächster Zeit helfen wird, wenn ich das Layout der DORGON-Geschichten und ihre Umwandlung in die digitalen Formate übernehme.
Roman Schleifers Beitrag zur Geschichte des Austria Con und des Wiener PR-Stammtisches war informativ und amüsant – so viel zum Thema „…nie wieder Con“.
Den Artikel zu Marianne Sydow werde ich lesen, sobald ich den Vorgänger-Artikel aus dem letzten Heft gelesen habe.
Auch die „Gedanken zur PRFZ“ von André Boyens und Herbert Keßel inklusive des Protokolls der Mitgliederversammlung fand ich hochinteressant. Es freut mich zu lesen, dass über eine Briefwahl zum Vorstand nachgedacht wird. Das ist in den Vereinen, in denen ich aktiv bin, inzwischen gängige Praxis. Schließlich kann nicht jeder zur Mitgliederversammlung erscheinen, wenn es sich um einen deutschlandweit agierenden Verein handelt, und einen Vertreter zu schicken, wird auch nicht jedem Mitglied möglich sein. Gut, dass zumindest jetzt über diese Idee nachgedacht und diskutiert wird.

Bis dahin fand ich die SOL 79 ziemlich gelungen. Doch als ich zu guter Letzt noch den Beitrag von Rainer Stache – dem galaktischen Beobachter – las, blieb mir fast mein Frühstück im Hals stecken. Ich weiß, dass „der galaktische Beobachter“ sehr kritisch bei der Bewertung der aktuellen Heftromane zugange ist, aber das hier „schlägt dem Fass den Boden aus“, wenn ich das mal so formulieren darf. Nichts gegen kritische Äußerungen, auch ich finde nicht alles gut, was in den Romanen geschrieben wird. Aber man sollte dabei doch auf dem Teppich bleiben und auch mal die eigenen Aussagen einer kritischen Prüfung unterziehen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich Stache auf das Expokraten-Team Vandemaan/Montillion negativ eingeschossen hat. Anders kann man seine Äußerungen nicht deuten. Allein ihnen wegen eines Satzes in einem Interview, Arroganz zu unterstellen, halte ich für etwas gewagt und werte es sogar als böswillige Verleumdung. Ein bisschen Respekt vor der Arbeit von Exposé-Autoren, Autoren und Redaktion stände Herrn Stache gut zu Gesicht. Vielleicht sollte er auch mal einen Blick über den Tellerrand wagen und damit meine ich nicht unbedingt das PR-Forum (das auch nur aus einer kleinen Schar eingefleischter Hardcore-Fans besteht und sicher nicht das Gros der PR-Fans darstellt), sondern sich auch mal mit dem Gedanken beschäftigen, dass es genügend Leser zu geben scheint, denen die Geschichten gefallen – mich eingeschlossen. Von zufriedenen Lesern wird man immer weniger hören, als von unzufriedenen. Richtig ist doch, dass wir inzwischen in einer anderen Zeit leben, die andere Vorstellungen und Wünsche projiziert. Und dass viele von den „Altlesern“ vielleicht einen verklärten Blick auf die Romane der Vergangenheit haben.

Ich persönlich „quäle“ mich gerade durch die Silberbände des MdI-Zyklus und kann mir momentan beim besten Willen nicht vorstellen, wieso der Zyklus bei vielen Fans so beliebt ist. Momentan hadere ich mit dem Reportagenhaften Schreibstil (meist in auktorialer Erzählperspektive), den teilweise an den Haaren herbeigezogenen, jeglicher Logik entbehrenden Plots und der draufgängerischen und unüberlegten Art und Weise, wie Perry Rhodan und seine Mannen immer wieder agieren. Aber vielleicht ereilt mich in den nächsten Romanen die Faszination ja noch.

Was ich damit sagen will ist, dass sich die Geschmäcker der Leser im Laufe der Zeit verändert haben und das man als Profitorientierter Verlag darauf eingehen muss, um neue Leserschaften anzulocken, wenn man nicht irgendwann völlig ohne Leser dastehen will (nämlich dann, wenn der Letzte gestorben ist). Veränderung ist der Lauf der Zeit. Auch wenn manch einem die Veränderungen persönlich nicht gefallen mögen, so finde ich es absolut respektlos, Leser, die anderer Meinung sind, als ein „Publikum von Dumpfbacken“ zu bezeichnen. Hier würde ich mir mehr Toleranz und Zurückhaltung vom „galaktischen Beobachter“ wünschen. Schließlich geht es bei Perry Rhodan um Toleranz im Umgang miteinander, doch davon spüre ich in seinen Ausführungen wenig.

Noch ein Einwand meinerseits. Gegenwartsthemen nicht in die Serie einzubeziehen widerspricht dem eigentlichen Zweck von Science Fiction. Es gibt viele Beispiele in der Geschichte der letzten 100 Jahre, dass gerade Science Fiction dazu genutzt wurde, um versteckt Gesellschaftskritik zu positionieren. Star Trek – benutzte dieses Element sehr oft und sehr erfolgreich. Es einer Serie wie Perry Rhodan abzusprechen, finde ich nicht nur realitätsfern, sondern auch schädigend. Gerade in der heutigen Zeit, die eine eindeutige Positionierung von uns allen fordert, finde ich es unabdingbar. Leo Lukas hat das in augenzwinkernder Form sehr schön realisiert. Leser von PR-Heftromanen waren und sind, meiner Meinung nach, nicht mit Lesern diverser anderer Heftromanserien zu vergleichen. Bei den meisten von uns steht nicht die Flucht aus dem Alltag im Vordergrund, sondern Unterhaltung auf einem intellektuellen Niveau, das politisches Zeitgeschehen nicht unberücksichtigt lassen darf.

Ich gebe hier meinen Unmut über die Ansichten des „galaktischen Beobachters“ kund, weil ich eben nicht seit Jahrzehnten tief im PR-Fandom verwurzelt bin, weil ich eben kein Altleser bin und weil ich, aus einer anderen Ecke des Mulitversums kommend, vielleicht eine andere Sicht auf die Dinge habe. So sehe ich die kritischen Äußerungen von Rainer Stache, an den Autoren, auch als einen persönlichen Affront an mich als zufriedene Leserin.

Ich weiß aus eigener Erfahrung: Autor wie Exposéautor leben von Kritik, aber konstruktive Kritik sieht für mich anders aus, Herr Stache.

Der Khitomer-Konflikt

Quelle: Cross Cult

In den vergangenen Jahren habe ich sehr wenig Star Trek Geschichten gelesen; das gebe ich unumstritten zu. Dabei gibt es eine Menge neuer Romane aus dem CrossCult-Verlag, die ziemlich gut sind. Doch seit ich mich mit dem unsterblichen Perry beschäftige (in dessen Universum ich noch Jahrzehnte aufholen muss), bleibt einfach nicht mehr genügend Zeit.

Das ich hin und wieder doch mal zu einer Star Trek-Lektüre greife, liegt an den tollen Comics, die alle naselang herauskommen. Einer, den ich vor Kurzem gelesen habe, ist „Der Khitomer-Konflikt“. Die Handlung spielt im Abrams-Universum nach den Ereignissen von „Into Darkness“. Es geht darum, wie Sektion 31 (eine Art Geheimdienst der Sternenflotte) die Klingonen und die Romulanen gegeneinander ausspielt, damit sie sich gegenseitig vernichten und somit keine Bedrohung mehr für die Föderation und die Menschheit darstellen. Zwischen den Fronten steht die Enterprise mit Captain Kirk, der die moralischen Grundsätze der Föderation zu wahren und den Konflikt zu verhindern sucht.

Auch wenn die Ansätze der Geschichte, Gene Roddenberrys Vorstellung von der Zukunft torpedieren, so blitzt zumindest ein Funke der ursprünglichen Moral von Star Trek auf. Über den Sinn und Unsinn des Unterfangens, zwischen zwei Imperien einen Krieg anzuzetteln, um selbst verschont zu werden, mag ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Auch nicht, wie ein Geheimdienst eine Flotte von Schiffen bauen kann, ohne dass dies jemandem auffällt. Über solche Logik lässt sich bekanntlich streiten, auch darüber, wie es sich in die Geschichte des bisherigen Star Trek Universums einfügt. Es findet ja schließlich alles in einem parallelen Universum statt, dessen Vorgaben völlig anders sind. Um die Geschichte zu genießen, sollte man sich von alten Denkweisen trennen und keine Vergleiche ziehen. Dann wird man auch Gefallen an diesem Comic finden. Denn es werden viele Elemente aus beiden Abrams-Filmen und bereits erschienen Comics verknüpft und weitergeführt. Die Zeichnungen sind sehr schön und geben der Handlung einen netten Rahmen. Alleine dafür lohnt sich die Anschaffung.

Den Comic gibt es in jedem gut sortierten Buch- und Comicfachhandel.

Vorläufiger Abschied

Von all dem was uns im Leben widerfährt, gehören Abschiede wohl zum schwersten, besonders dann wenn man sich von einem Menschen trennen muss, der einem wichtig war. Nun ist das in meinem Fall vielleicht nicht so tragisch wie es sich momentan anhört, aber es geht mir dennoch nahe.

Wenn wir heute Abend nach München zum Trekdinner fahren, werde ich mich für die nächste Zeit von einer langjährigen Freundin und Hobbyautorin verabschieden müssen. Sie zieht nach Frankfurt und wird sich dort nach der Geburt ihres Kindes ganz ihrer Rolle als Mutter widmen. In den vergangenen Jahren, seit sie zum ersten Mal am Trekdinner teilgenommen hat, haben wir viel Spaß gehabt, sind zwei Mal zusammen zu FEDCON gefahren, haben der Begegnung mit unserem gemeinsamen Idol Alexander Siddig entgegenfiebert und haben viele intensive Gespräche übers Schreiben geführt. Für einen Autor ist der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig und ein sprudelnder Quell an Inspirationen. Vielleicht trifft es die Aussage „sich gegenseitig Befruchten“ am ehesten. Wir haben beim Austausch unserer Star Trek-Fanfiction-Geschichten viel voneinander lernen können, zum Beispiel über den korrekten Einsatz des Konjunktiv II.

Ich hoffe sehr, dass wir in Verbindung bleiben werden, weil ich ihre Ratschläge als Autorin schätze. Ganz sicher werde ich unsere Gespräche vermissen. Und auch wenn es Telefon und E-Mail gibt, ist es doch nicht dasselbe, als wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt.

Liebe Yvonne, ich wünsche Dir alles Gute und Danke dafür, dass ich Dich ein Stückchen auf Deinem Weg begleiten durfte.

Abschied YvonneMehr Fotos vom Abschieds-Trekdinner gibt es hier.

Vorfreude auf den Garching-Con

Es ist ein bisschen wie vor dem Besuch meiner ersten STAR TREK-Convention. Das war 1994 die FEDCON II in München. Inzwischen bin ich ja in Sachen FEDCON ein alter Hase, da überrascht mich kaum noch etwas, aber auch die Vorfreude ist nicht mehr so groß wie früher.

Für Anfang September habe ich mich für den GarchingCon 10 angemeldet. Das ist mein erster PERRY RHODAN-CON und ich bin schon ziemlich aufgeregt, weil ich nicht weiß, was mich erwartet. Wird man sich mit den geladenen Autoren unterhalten können? Auf welche Art von Fans werde ich treffen und wie werden sie sich von den STAR TREK-Fans unterscheiden? Das sind alles Fragen, die mich gerade beschäftigen. Vor allem aber freue ich mich darauf, endlich all die Leute persönlich zu sehen, die ich nur aus E-Mails und dem PR-Forum kenne. Ich hoffe nur, dass ich nicht enttäuscht werde, denn man kann bei der Beurteilung von Leuten, die man nur aus dem Internet kennt, manchmal ziemlich daneben liegen.

Der CON findet vom 4.-6.9. im Bürgerhaus in Garching bei München statt. Am Sonntag gibt es vergünstigte Tageskarten für diejenigen, die gern mal CON-Atmosphäre schnuppern möchten. Mich wird man die meiste Zeit über am Stand der PRFZ im Foyer des Bürgerhauses finden. Der Zugang zum Foyer und den Händlerräumen ist frei.

Wer sich für die Veranstaltung interessiert, findet auf www.garching-con.net alle Informationen.

Qualvolle Heimarbeit

Seit dem Aufstehen ist es in der Wohnung schwülwarm und es scheint von Stunde zu Stunde heißer zu werden. Auf der Terrasse sind es 34 Grad im Schatten. Die Bohnen haben wegen der intensiven Sonnenstrahlung bereits das zeitliche gesegnet und wir mussten sie gestern Abend gewissermaßen „Noternten“. Ich sitze vorm Computer und bearbeite ein Manuskript, aus den Lautsprechern dringt, passend zum Text, der Soundtrack zu Star Trek von Michael Giacchino, begleitet vom Jaulen der Flex, mit der der Nachbar an seinem Auto herumschleift.

Der Schweiß rinnt mir den Rücken hinunter auch ohne das ich mich bewege. Ich vermisse mein kühles Arbeitszimmer im Haus meiner Eltern, doch dort haben heute morgen die Handwerker den Fußboden herausgerissen – Wasserschaden. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich mich wieder dorthin zurückziehen kann.

Zu allem Überfluss will mir heute irgendwie nichts gelingen, weder Erzählperspektivisch noch das Beschreiben von Szenen. Zumindest die Kommafehler springen mir ins Auge, auch wenn ich wahrscheinlich immer noch zwanzig Prozent davon übersehe. Ich brauche definitiv mal wieder Abstand zu dem Text, sonst wird das nie was und bei dieser Hitze schon gar nicht.

Auf dem Schreibtisch warten die Notizen zu Story-Ideen und der Entwurf eines Exposés (den ich letzte Woche im Zug handschriftlich ausformuliert habe) darauf, eingetippt zu werden. Mir scheint, als arte meine Schreiberei gerade in Stress aus. So habe ich mir das nicht vorgestellt …

Filmtipp zu Palestina

MiralKaum zu glauben, aber man findet sie noch, die kleinen aber feinen Filme, die fern ab vom Mainstream zugleich unterhalten und informieren.

Montag Abend lief bei EinsFestival der Film „Miral“. Die Geschichte beruht auf dem autobiografischen Roman von Rula Jebreal. In diesem Drama über eine junge palästinensische Israelin geht es um mehr, als um das (Über)Leben von Frauen im Nahost-Konflikt. Der Zuschauer erfährt sehr viel zur Geschichte Israels und Palästinas. Erzählt wird die Geschichte eines Waisenhaus‘ in Jerusalem von der Gründung Israels 1948 bis zum Vertrag in Oslo 1993.

Miral ist nur eine der im Film vorgestellten Frauenfiguren, deren Lebensweg näher beleuchtet wird. 1973 als israelische Palästinenserin geboren, wächst sie zunächst bei ihren Eltern auf. Nach dem Freitod der Mutter gibt sie der Vater schweren Herzens in die Waisenkinderschule. Dort erfährt sie eine sehr gute und vor allem pazifistische Ausbildung. Als sie mit siebzehn als Lehrerin in die Flüchtlingslager in den besetzten Gebieten geschickt wird, muss sie mit ansehen, wie Israelis die Behausungen der dort lebenden Palästinenser abreißen. In ihr erwacht der Gedanke, das man etwas dagegen tun muss. Sie lernt einen jungen Mann von der PLO kennen und verliebt sich in ihn. Als dieser einen Anschlag verübt und Miral von der Miliz auf einem Foto erkannt wird, gerät auch sie unter Verdacht. Verhaftet, verhört und misshandelt kommt sie nach 24 Stunden in einem Schauprozess frei, doch ihr pazifistisches Weltbild ist ins Wanken geraten. Ihr Glaube, das Juden und Palästinenser friedlich zusammenleben können, ist beschädigt und dennoch setzt sie alle Hoffnungen auf den Osloer-Friedensprozess.

Der Film ist durch das Schicksal der Frauen nicht nur fesselnd, sondern vor allem informativ. Obwohl er eine sehr subjektive Sicht (in diesem Fall die Sicht der Palästinenser) hat, zeigt er doch auch, dass es viele Menschen auf beiden Seiten gibt, die eine Einigung des Nahost-Konflikts herbeisehnen. Das macht auch die Widmung im Abspann deutlich. Überraschenderweise ist der in NYC geborenen Regisseur Sohn jüdischer Eltern.

Es gibt in diesem Streifen noch eine Besonderheit, die ihn für mich besonders macht: Der Vater von Miral wird von keinem geringeren als Alexander Siddig gespielt (besser bekannt als Darsteller des Dr. Julian Bashir aus STAR TREK – DEEP SPACE NINE). Der charismatische Schauspieler gehört zu meinen Lieblingsdarstellern, den ich vergangenes Jahr auf der FEDCON persönlich kennenlernen durfte. In „Miral“ zeigt er seine große darstellerische Bandbreite. Toll!