Um mich nach den anstrengenden Wochen nach dem Tod meines Vaters und der Pflege meiner an Demenz erkrankten Mutter ein wenig zu erholen und mal wieder was anderes zu sehen, fuhren wir über das verlängerte Wochenende an Himmelfahrt nach Kehlheim. Ich hatte für uns im Landhotel Schneider in Buch ein Zimmer gebucht. Dort sind wir 2024 schon mal gewesen und es hatte uns sehr gut gefallen. Die Wirtsleute haben uns sogar wiedererkannt und wir haben ein Upgrade aufs Zimmer bekommen. Statt eines normalen Doppelzimmers bekamen wir eine Suite mit Schlaf- und Wohnzimmer sowie einem riesigen Bad mit zwei Eingängen. Sehr nobel.
Auf der Hinfahrt besuchten wir die Walhalla in Donaustauf. Das riesige Monument erinnert ein wenig an den Parthenon-Tempel auf der Akropolis, nur neuer. Innen sind Büsten von den für Deutschland wichtigsten Personen ausgestellt, meistens Könige und Kaiser, aber auch Künstler und Politiker. Es sind sogar ein paar wenige Frauen darunter. Der Ausblick über die Donau von dort oben ist überwältigend, vor allem bei dem schönen Wetter, das ausnahmsweise am Mittag des 14. Mai herrschte. Wenige Minuten später fingen es an zu regnen und wir kehrten in Donaustauf in einer Gaststätte ein. Anschließend besuchten wir noch die Rosenburg in Riedenburg. Sagen wir so, wir wollten sie besuchen, wurden aber von dem horrenden Eintrittspreis (mehr als doppelt so viel wie für die Walhalla) abgeschreckt. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir im Hotel und bestaunten die Regenbögen am düsteren Himmel.
Am nächsten Morgen (unserem Hochzeitstag) überquerten wir den Main-Donau-Kanal auf dem Tatzelwurm. Das ist eine sehr ungewöhnliche Holzbrücke, die sich wie ein Drache über den Kanal windet. Auf der anderes Seite spazierten wir am Fluss entlang und entdeckten eine kleine Höhle. Später konnte ich auch noch ein großes Schiff auf dem Kanal fotografieren. Danach suchten wir den kleinen Blautopf, einen kleinen Teich mit bläulichem Wasser. (Das Original liegt in Blaubeuren, da waren wir auch schon ein paar Mal.) Da der Teich auf einem Privatgrundstück liegt, ist er nur schwer zu erreichen. Offenbar möchten die Eigentümer keinen Massentourismus. Kann man auch irgendwie verstehen. Ausgeschildert ist der Weg zwar, aber nichts für fußkranke Leute oder welche mit Höhenangst.
Im Anschluss besuchten wir das Kristallmuseum in Riedenburg, in dem ein riesiger Bergkristall mit ca. 3 Metern Durchmesser steht und es eine sehr hübsche Ausstellung über Halbedelsteine und Insekten gibt. Danach spazierten wir noch um einen kleinen See in Riedenburg direkt neben dem Kanal, bevor uns der Regen ins Auto zurücktrieb. Wir fuhren ins Hotel zum Mittagessen und speisten wie erhofft sehr gut.
Am Nachmittag wollten wir mit dem Schiff auf der Donau von Kehlheim zum Kloster Weltenburg fahren. Leider hatte die Donau momentan sehr wenig Wasser, so das kaum Schiffe fuhren und diese schon ausgebucht waren. Deshalb bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt und fuhren dann mit dem Auto nach Weltenburg. Dieses Mal näherten wir uns von der anderen Seite der Donau. Das ist fast noch schöner, weil man das Kloster in seiner vollen Pracht am Fluss sehen kann, ohne die Menschenmassen. Ich machte ein paar richtig schöne Fotos. Schließlich wurde es kühler und wir kehrten zum Auto zurück. Mein Handy vermeldete an dem Tag mehr als 15.000 Schritte.
Am nächsten Morgen hieß es packen, da wir nur zwei Nächte gebucht hatten. Mein Mann wollte den Sonntag lieber daheim verbringen. Wir frühstückten nochmals ausgiebig (Hatte ich erwähnt, dass das Frühstücksbuffet eine Wucht ist?), dann fuhren wir los. Ich wollte unbedingt noch die Donauschiffahrt machen. Weil bis zur Abfahrt noch etwas Zeit war, schauten wir uns die Schleuse vom Main-Donau-Kanal an. Das ist ein gigantisches Bauwerk und ich hätte gern Zeit gehabt, um zu erleben, wie das Kreuzfahrtschiff, das wir Kanalaufwärts gesehen hatten, durchgeschleust wurde. Leider mussten wir zur Donau, um noch einen Platz auf einem der Schiffe zu bekommen.
Diese fuhren an dem Tag nur bis zur Weltenburger Enge. Der Wasserspiegel war über Nacht noch einmal gefallen, so dass die Schiffe nicht mehr gefahrlos durch den Donaudurchbruch bis nach Weltenburg fahren konnten. Wir buchten also eine Rundfahrt und setzen uns an einen Tisch auf dem überdachten Oberdeck. Ganz so ruhig wie erhofft wurde die Fahrt nicht, denn zwei Busse mit Kindern enterten das Schiff. Es herrschte bald recht viel Trubel. Wir ließen uns aber nicht aus der Ruhe bringen und beobachteten das Ufer vom Schiff aus. Die Felsen rings um den Donaudurchbruch sind schon beeindruckend. Man sieht, wie sich das Wasser in den Jahrmillionen hindurchgegraben hat. An einem Felsen erkennt man noch die Hochwassermarke von 1999 als die ganze Gegend zu Pfingsten überflutet worden war und die Donau das Kloster Weltenburg unter Wasser gesetzt hatte. Nach gut einer Stunde waren wir wieder an Land und setzten unsere Heimreise fort.
Zum Mittagessen hielten wir wieder in Landshut bei Ruffs Burger. Normalerweise laden wir hier das Auto beim ALDI gegenüber auf. Aber auf der kurzen Strecke von Kehlheim bis Waging brauchten wir das nicht.
Wenn auch nur kurz, war es dennoch ein sehr schöner Urlaub. Wir überlegen, ob wir im Herbst wieder hierher fahren. Zu entdecken gibt es noch genug in der Gegend.










