Kreuzfahrt auf Aralon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 8 – »Die Stunde des Smilers« von Michael Marcus Thurner

Perry Rhodan, Gucky, Ronald Tekener und Korrt Moody gelingt die Flucht mit einer Leka-Disk aus der Zusammenballung der Arkon-Flotte. Dabei retten sie mit Guckys Hilfe noch Sahira aus dem Schiff des Ara-Medikers, die auf dem Weg zur ATLANTIS war. Tekener setzt Rhodan, Gucky und Sahira auf Glynth ab und begibt sich mit Moody nach Aralon, um Bostich zu entführen, der dort auf einer schwimmenden Inselklinik behandelt wird.
Unabhängig davon macht sich Shallowain auf den Weg zum selben Ziel. Der Kralasene will seinen Imperator unbedingt schützen und aus dem schädlichen Einflussbereich fortbringen. Sowohl Tekener als auch Shallowain nehmen die Hilfe verbündeter Aras in Anspruch, um auf Aralon zu landen und um auf das Habitat Vits zu gelangen. Während Tekener und sein USO-Kollege fast draufgehen, gerät Shallowain zwischen die Fronten planetenweit agierender Sicherheitsdienste, von denen jeder nach der Macht strebt. Gegen seinen Willen bekommt er eine Aufpasserin an die Seite, die er jedoch ziemlich schnell für sich gewinnen kann.
Zeitversetzt und auf unterschiedliche Weise kommen die Agenten nach Vits. Wo der Wettlauf beginnt, wer zuerst an den Imperator herankommt.
Am Ende müssen Tekener und Shallowain zusammenarbeiten und ihre Kollegen opfern, damit sie Bostich entführen und mit einem Schiff fliehen können. Zusammen, mit dem noch nicht genesenen Imperator verlassen sie den Kugelsternhaufen. Nach einem Tag im Linearraum verkündet der Medoroboter, das Bostich ohne bleibenden Schaden überleben wird.

Der Autor ist dafür bekannt, dass er seine Protagonisten nicht schont. Das stellt er in dem Roman wieder eindrucksvoll unter Beweis. Sowohl Tekener als auch Shallowain sind knallhart, wenn es darum geht, ihren Einsatz erfolgreich durchzuziehen. Da gehört das bewusste Opfern von Kollegen genauso dazu wie die Kollateralschäden, die durch den Einsatz entstehen. Mittendrin sah es fast so aus, als würde das ganze Habitat mit den 5000 Personen an Bord dem Untergang geweiht sein. Er stellt sehr glaubhaft dar, mit welcher Rücksichtslosigkeit die USO vorgeht und wirft damit einen Blick auf ein durchaus dunkles Kapitel der »galaktischen Feuerwehr«.

Das Michael Marcus Thurner zu den PR-Autoren mit der größten Fantasie zählt, wird anhand der vielen kleinen Einfälle deutlich, wie dem »Schling-mich« – einer zopfflechtenden Haarspange – oder den Freizeitaktivitäten an Bord des Habitats, das eigentlich eine Persiflage auf Kreuzfahrtschiffe ist. Großartig auch seine Ideen zu den medizinischen Behandlungen, die im Roman einen großen Raum einnehmen und fast schon als visionär zu bezeichnen sind.

Doch so gut wie Band 4 hat mir »Die Stunde des Smilers« nicht gefallen. Obwohl sehr spannend geschrieben, fehlte mir stellenweise das Setting. Es heißt, die Kunst beim Schreiben besteht im Weglassen. Der Autor beherrschte das in Band 4 sehr gut, doch dieses Mal hat er meiner Meinung nach, zu oft zu viel weggelassen. Es blieben Lücken in meiner Vorstellung. Was noch gravierender an dem Roman ist, er bleibt dem Leser einige wichtige Antworten schuldig. Wie kam Tekener auf die ATLANTIS? Warum müssen alle USO-Agenten auf Aralon ihre Identität aufgeben, um Tekener zu retten? Vieles was die Serienhandlung betraf, blieb offen. Persönlich hätte ich lieber gewusst, wie es mit Rhodan, Gucky und Sahira weitergeht, anstatt ein erneutes, zweifellos spannendes, Abenteuer mit Tekener zu erleben. Ich glaube ja, dass sich Exposé-Autor Marc A. Herren zu sehr auf die Wünsche jener Leser konzentriert hat, die Tekeners Tod in der Erstauflage noch nicht verdaut haben. Damit läuft er aber Gefahr die Serienhandlung in eine falsche Richtung zu lenken. Nun, wir werden sehen, ob und wie er die Kurve kriegt.

Die wichtigste Frage stellte sich mir am Ende: Warum ist Bostich von den Auswirkungen des Impuls geheilt, nur weil er von M13 weggebracht wurde? Die programmierte Schutzschaltung des Extrasinns, bewirkte war eine Gehirnblutung, aber nicht seinen Tod. Da der Impuls anscheinend ein einmaliger Vorgang war und kein andauernder Effekt, wie Strahlung oder ähnliches. Wie kann das Verlassen von M13 dazu führen, Bostich zu »heilen«? Das wäre dann doch ein bisschen zu einfach.

Fazit: Wer spannende Agentengeschichten mit vielen phantastischen Ideen mag, sollte »Die Stunde des Smilers« unbedingt lesen. Michael Marcus Thurner bringt die Serienhandlung wieder einen Schritt voran, wobei der Weg, wohin sich die Geschichte entwickelt, noch nicht festzustehen scheint. Es sind ja auch noch vier Bände. Lassen wir uns überraschen.

Lange Nächte auf Janus

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 124 – »Kaverne des Janus« von Susan Schwartz

Mit dem Pyramidion in der Tasche machen sich die Wissenschaftler um Eric Leyden auf den beschwerlichen Weg zur Oberfläche. Erschöpft und nach einigen Rückschlägen gelangt das Team zur DROP, um dort festzustellen, dass der Kater und die beiden Zurückgebliebenen verschwunden sind. Sie finden sie entkleidet und von in einer hungrigen Flechte überwuchert. Zurück an Bord versuchen die Wissenschaftler zu verstehen, wie sie das Rätsel der Liduuri lösen können. Dabei scheint das Pyramidion das ausschlaggebende Artefakt dazu zu sein. Mehr durch Zufall, als durch wissenschaftliche Analyse, gelingt es ihnen vier der fünf Aufgaben zu lösen
Perry Rhodan und die CREST folgen derweil der Duftspur zu einem Planeten im Tenossystem. Auf einem Raumhafen entdecken sie das verdächtige Raumschiff und betreten es. Es ist leer. Als Rhodan Thoras Schal findet, beginnt das fremde Schiff sich aufzulösen. Rhodan, Schablonski und Rainbow können gerade noch rechtzeitig verschwinden, bevor es zu Staub zerfällt und die Spur endet.
Tuire Sitareh und Ishy Matsu werden von Agaior Thoton auf dessen Schiff festgehalten und verhört. Der selbsternannte Herrscher Arkons ist von Tuire fasziniert und bietet dem Auloren an, ihm seine Erinnerungen mittels der Infiniten Traummaschine zurückzubringen. Tuire gibt an, darüber nachdenken zu wollen, entscheidet sich aber nach einem Erinnerungsschub zur Flucht. Dabei wird zwar die MAYA enttarnt, aber Ishy und Tuire können entkommen. An Bord der CREST liefert der Aulore die entscheidende Information: die Koordinaten zur Heimatwelt der Maahks.

»Jetzt hat sie’s!«, sagte ich mir nach den ersten Kapiteln. Es sieht so aus, als habe Susan Schwartz ihren Zugang zum NEO-Kosmos gefunden. Nachdem die ersten Romane der Autorin noch zu sehr nach Erstauflage klangen, liefert sie mit »Kaverne des Janus« ein zu NEO stimmiges Bild ab. Der Weg der Wissenschaftler zurück an die Oberfläche ist mit viel Spannung und Emotion erzählt. Ihr gelingt es auch die beiden Figuren Pete Roofpitter und Anneke ter Verleuwen glaubhaft mit Leben zu erfüllen. Sie beschreibt die Liaison zwischen den beiden sehr feinfühlig. Auch in den Szenen mit Tuire, Ishy und Agaior Thoton liegt viel überzeugende Charakterentwicklung. Das macht die erste Hälfte des Romans ungemein lesenswert.

Doch spätestens mit dem Ausbruch von Tuire und Ishy beginnt die Geschichte auseinander zu brechen. In der plötzlichen Hektik wirkt ihre Flucht an vielen Stellen unlogisch. Zu viele Zufälle und wenig einleuchtende Erklärungen zerstören den harmonischen Ersteindruck. Auch der Handlungszweig um Perry Rhodan leidet unter der überstürzten Abfolge. Es fühlt sich an, als hätte die Autorin zu viele Informationen aus dem Exposé in den Roman einbringen müssen, als gut für die Geschichte war. Der Roman leidet darunter, weil sie »auf zu vielen Hochzeiten tanzt«. Vielleicht wäre es besser gewesen, die Handlungsebene um Perry Rhodan zu isolieren und in einem anderen Roman ausführlicher auszuarbeiten, um dafür Tuire und Ishy Matsus Flucht mehr Raum zu geben.

Was mir persönlich so gar nicht gefiel, war die Traumszene des Leyden-Teams. Mir ist bewußt, dass es für die Handlung unabdingbar war, aber die Form mit dem Du-Präsens halte ich für unglücklich gewählt. Das verwirrte und war ein zusätzlicher Bruch im Handlungsablauf. Ich gebe aber offen zu, dass ich selbst keine Idee habe, wie man das gelungener hätte realisieren können.

Gefreut haben mich dagegen die Szenen mit Kater Hermes, die sind so lebensecht, da merkt man die Katzenbesitzerin. Inzwischen möchte ich den Kater in der NEO-Handlung nicht mehr missen. Ebenfalls großartig waren die Szenen zwischen Pete und Anneke. Susan Schwartz gelingt deren Charakterisierung viel müheloser, als ihrem Kollegen im Vorgängerroman.

Am Ende noch ein paar Gedanken zum Titelbild. Die dargestellte Szene mit Agaior Thoton und Tuire Sitareh ist so nicht im Roman enthalten. Soll das die Infinite Traummaschine sein, in der Tuire steckt, oder einer der MAKOTOS? Kann es sein, dass diese Szene von der Autorin geschrieben wurde, es aber nicht ins Endmanuskript schaffte? Und überhaupt, warum wird Thoton mit weißem Haar und roten Augen abgebildet, wenn er laut der Beschreibung im Roman schwarzes Haar und graue Augen hat? Mhm!

Mein Fazit: »Kaverne des Janus« ist ein solide geschriebener Roman, in dem Susan Schwartz ihr erzählerisches Talent eindrucksvoll unter Beweis stellt. Die Geschichte beantwortet darüber hinaus einige Fragen zur laufenden Staffel. Durch den zerstückelten Aufbau vor allem in der zweiten Hälfte wurde jedoch viel Potential verschenkt. Ein Handlungsstrang weniger und es hätte möglicherweise ein echter Kracher werden können. Schade.

NEOversum in Vorbereitung

Ein neues Projekt wirft seine Schatten voraus. Es ist ein Fanprojekt, um nur soviel zu verraten. Und ja, ich konnte mal wieder nicht »Nein« sagen. Aber in diesem Fall beteilige ich mich wirklich gerne und bin sogar ein wenig stolz, gefragt bzw. empfohlen worden zu sein.

Aber als ich heute das Paket vom Verlag aufmachte, wurde mir erst bewusst, wie viel Arbeit vor mir liegt. Und ich wünschte mir auf der Stelle, der Tag hätte ein paar Stunden mehr, damit ich das alles auch bewältigen kann. Das Gute ist, noch gibt es keinen Termindruck. Ich muss also nicht hetzen und kann mich gut vorbereiten. Außerdem, was tut man nicht alles für die Lieblingsserie und ihre Fans.

Zu allererst mal lesen!

NEO_Reihe

Ambivalenter Heiler

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 7 – »Welt der Mediker« von Björn Berenz

Kaum glaubt sich Perry Rhodan auf der ATLANTIS in Sicherheit, schickt ein heimtückischer Angriff ihn und die Besatzung ins Reich der Träume. Wieder erwacht, stellen sie fest, dass Sahira entführt wurde. Die ATLANTIS folgt fremdbestimmt einem Kurs zu einem Sammelpunkt in der Nähe des Arkon-Systems. Dort wartet die riesige Flotte des unbekannten Feindes, dem sie auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein scheinen.
Indes erwacht Sahira auf Aralon, der Heimatwelt der galaktischen Mediziner. Der Mantar-Heiler Aspartamin will im Auftrag von Imperator Bostich endlich hinter ihr Geheimnis kommen. Doch er hat nicht mit Goloshir gerechnet. Der ehrgeizige Ara Mediker will die Situation nutzen, um seiner ins Stocken geratenen Karriere einen Schub zu geben.

Der Autor Björn Berenz ist für mich kein Unbekannter. Ich kenne ihn durch seinem humoristischen Roman »FKK im Streichelzoo«, den ich an dieser Stelle noch besprechen werde. Dass das Schreiben eines PERRY RHODAN Romans eine ganz andere Nummer ist, merkt man dem »Jungautor« durchaus an. Der Roman liest sich flüssig, hält sich stilistisch aber oftmals zu eng an die Regeln, was mich die Leichtigkeit aus seinem »Streichelzoo-Roman« vermissen lässt. Er geht sehr ambitioniert vor und versucht mit viel Action Spannung zu erzeugen. Das gelingt ihm zwar, geht aber zu oft auf Kosten der Logik. Bei der Anwendung überzogener Spannungselemente ist es wichtig, das sie sich logisch in die Handlung einfügen. So ist die Flucht Goloshirs mit Sahira in der Leka-Disk gegen Ende eine Aneinanderreihung von Unmöglichkeiten. Wenn die Arkoniden schon ein Startverbot verhängen, tun sie das aus einem bestimmten Grund, der leider hier nicht genannt wird. Wahrscheinlich war Bostich auf der Suche nach Sahira oder Apartamin. Das sie nur auf Grund der Aussage, das Schiff stünde unter Quarantäne, den Mediker ohne Überprüfung fliegen zu lassen, ist genauso unlogisch, wie die Tatsache, dass die Positronik der Leka-Disk überhaupt erst den Start erlaubte.

Besonders auffällig, während der hektischen Actionszenen fehlten wichtige Details oder gingen in dem Drunter und Drüber verloren. So fragte ich mich nach dem Kampf Goloshirs mit Aspartamin: wo ist Sahira, steckt sie immer noch mit dem Mantra-Heiler in der Rotunde? Dafür gab es an anderer Stelle Informationen, die ich als Leser schon aus den vergangenen Romanen hatte. Sahiras Lebensgeschichte und ihr Tanz mit den Nocturnen war schlicht Infodump.

Auch die Charakterisierung von Goloshir erschien mir etwas unglücklich. Anfangs wird er als skrupelloser Ehrgeizling gezeigt, der die eigenen Kollegen als Versuchskaninchen benutzt. Dann zeigt er sich Sahira plötzlich sehr einfühlsam und menschlich, um sie am Ende plötzlich wieder für seine eigenen Zwecke einzuspannen. Die Gefühlskälte und Skrupellosigkeit die er Aspartamin vorwirft, trägt er selbst in sich. Die Ambivalenz, die der Autor wahrscheinlich zeigen wollte, kam leider nicht glaubhaft rüber.

Ebenfalls zweifelhaft ist die Situation auf der ATLANTIS. Da wird einfach so die Besatzung narkotisiert, Sahira entführt und die Positronik gesperrt. Keiner der Experten kann irgendetwas daran ändern und niemand hat eine Idee, wer es gewesen sein könnte. Wie sind die Entführer an Bord gekommen? Gibt es keine Backupsysteme, die unabhängig von der Positronik sind? Und überhaupt, wie kommt Tekener auf die ATLANTIS. Da wurde zu wenig erklärt und es bleiben zu viele Fragen offen. Was bezweckt Atlan mit der Einnahme des Arkon-Systems, wenn er doch mit Bostich unter einer Decke steckt? Bekämpfen sich die Extrasinne jetzt gegenseitig? Das wäre für den Unbekannten, der hinter dem Impuls steckt, sicher nicht erstrebenswert.

Fazit: Ein flüssig zu lesender Roman mit zu vielen Plotholes und Unwägbarkeiten. Ein gutes Beispiel dafür, dass perfekter Schreibstil und Spannung keine Garanten für einen guten Roman sind. Sondern das es gerade Individualität und die kleinen Details sind, die über die Qualität eines Romans entscheiden. Das macht »Welt der Mediker« in meinen Augen zum bisher schwächste Roman der Serie.

Noch eine persönliche Bemerkung zu Goloshir. Da mich der Name des Aras sehr stark an Gholdorodyn erinnerte, hatte ich beim Lesen immer das Bild des Keloskers vor Augen. Das war echt verstörend.

Eine Glock für Arkon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 5 – »Der Smiler und der Hund« von Gerry Haynaly

Zwei Agenten unterschiedlicher Geheimdienste auf der Suche nach der Wahrheit, so könnten man den fünften Teil der Arkon Miniserie umschreiben, der Ronald Tekener und den Kralasenen Shallowain in den Mittelpunkt stellt.

Während Tekener von USO-Chef Monkey nach Thantur-Lok geschickt wird, um nachzuforschen, was es mit dem Impuls auf sich hat und warum sich Imperator Bostich und andere Arkoniden so seltsam benehmen, findet sich Shallowain in einer weitaus verzwickteren Situation. Es sieht so aus, als habe Bostich höchstselbst, seine Leibgarde ermorden lassen. Nur Shallowain und seine Kollegin Jaga können glücklicherweise entkommen. Das deutet daraufhin, dass der Imperator unter allen Umständen vermeiden möchte, dass die Veränderungen seines Charakters von engen Vertrauten wahrgenommen und seine Handlungen in Frage gestellt werden. Sowohl Tekener, als auch Shallowain sind auf der Spur eines arkonidischen Adligen, der mehr zu den Hintergründen verraten könnte, doch der sitzt in einem Gefängnis. Aber auch Jaga hat ein Interesse daran, die Befragung des Arkoniden zu verhindern.

Die klassische Agentengeschichte von Gerry Hanayly erinnert an einschlägige James Bond- oder Actionfilme. Es gibt sogar einen weiblichen »Q«. Die Actionszenen folgen Schlag auf Schlag, wirken aber vor allem im letzten Drittel konstruiert und überhastet. Während einerseits der Autor anfangs versucht zu erklären, warum manche Kampfszene in Filmen unglaubwürdig erscheint, begeht er andererseits am Ende selbst die Fehler, die er zuvor angesprochen hat.
Die Figurenzeichnungen wirken stimmig, auch wenn ich beide Charaktere noch nicht kannte. Die Protagonisten verfügen über unterschiedliche Ausbildungen und haben einen völlig anderen Hintergrund, sind sich in ihrer Denkweise aber sehr ähnlich. Manche Dialoge kamen etwas gestelzt daher.
Gestört haben mich insbesondere die Mittel, mit denen beide Helden in den Kampf ziehen. Das war mir zu nah am Jetzt. Wenn ich »Nachtsichtgeräte« und »Infusionsnadeln« lese, stellen sich mir regelmäßig die Nackenhaare auf. Es kann doch nicht so schwer sein, einen anderen, futuristischeren Namen für diese Dinge zu finden. Und ich bezweifle ernsthaft, dass in dreitausend Jahren noch jemand weiß, was eine »Glock« ist. Auch manch ein Setting (Gefängnis) war mir nicht glaubhaft genug beschrieben, um auf einer fremden Welt im Jahr 5000 zu spielen.

Wer auf Agenten und Action steht, wird mit diesem Roman seinen Spaß haben. Mir persönlich war das geballte Hintereinander von Kampf, Flucht und Verfolgung ab der Hälfte des Romans zu üppig. Außerdem waren zu viele Bilder aus bekannten Filmen entliehen, als dass mir die Geschichte eine neue phantastische Welt gezeigt hätte. Das hektische »Schlag auf Schlag« erzeugte bei mir ein zunehmendes Unwohlsein. Mir fehlten Momente der Ruhe und Besinnung und mir fehlte vor allem eines, Informationen zum Fortgang der Serienhandlung. Der Satz im Abspann: »Der gemeinsame Einsatz von Ronald Tekener und Shallowain hat wichtige Hintergrundinformationen geliefert« brachte mich zu einem sarkastischen Lachen. Welche wichtigen Hintergrundinformationen, bitte? Außer dem Begriff »ARK-SUMMIA-Bewegung« gab es nichts neues, was die Umstände in Thantur-Lok erklärt hätte. Und was nicht auch schon die vorangegangenen Romane erläutert hätten.

Nein, mich konnte der Autor mit dem Roman so gar nicht überzeugen. Nach dem fulminanten Band 4 wirkte »Der Smiler und der Hund« wie eine Parodie auf Bond-Filme. Die Geschichte mag handwerklich gut geschrieben sein, kommt aber nicht annähernd an die intuitive Art des phantastischen Erzählens der anderen Autoren der Miniserie heran. Und vor allem lieferte sie kaum Informationen zur Handlung. Selbst das Titelbild ist da Geschmacksache.

Con-Einbruch

Wenn ich mir die Statistik auf meinem Blog so ansehe, finde ich es immer wieder faszinierend, wie sichtbar sich darin Ereignisse abzeichnen.

Zu solchen Begebenheiten zählt unter anderem die Ausstrahlung eines David Rott Films. Aber auch Tage, an denen besonders schönes oder besonders schlechtes Wetter herrscht, schlagen sich in den Besucherzahlen nieder. Freitage und Samstage sind eher schwache Tage, außer ich habe mal wieder eine Rezension auf dem PR-Forum verlinkt.

Das viele meiner »Follower« Perryfans sind, wurde am vorletzten Wochenende so richtig deutlich. Da war schönes Wetter und in Köln fand die ColoniaCon statt. Das führte dazu, dass ich an den beiden Tagen einen Negativrekord bei den Besucherzahlen zu verzeichnen hatte.

Inzwischen bekomme ich auch Besuche von anderen Blogs, mit denen ich verlinkt bin. Das finde ich schön. Ganz nette Zeilen schrieb zuletzt »Des Schamanen Wahnsinn«. Sowas freut mich immer. Ein bisschen Networking bringt für alle Beteiligten etwas und in Zeiten wie diesen muss man zusammenhalten.

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Perry’s Geburtstag

DSC08902Mein Lieblingsterraner hat Geburtstag. Rein rechnerisch wird Perry Rhodan heute 80 Jahre alt und ist somit gerade mal zwei Monate älter als mein Vater. Da möchte ich natürlich nicht zurückstehen und ihm von ganzen Herzen gratulieren.

Als ich 1990 zum ersten Mal einen Heftroman mit dem PERRY RHODAN Schriftzug in die Hände bekam, konnte ich nicht ahnen, dass diese Figur mehr als zwanzig Jahre später mein Leben ganz schön auf den Kopf stellen würde. Ich verdanke ihm viele inspirierende Momente beim Schreiben, unzählige unterhaltsame Stunden beim Lesen und einen erfolgreichen Blog, der ohne ihn nicht das wäre, was er ist.

Dankeschön, Perry! Auf viele weitere Jahrzehnte voller Abenteuer!

Gedankenpalast

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN-ARKON Band 4 – »Palast der Gedanken« von Michael Marcus Thurner

Ich habe PERRY RHODAN-ARKON in den letzten Wochen arg vernachlässigt. Das hatte viele Gründe, der Hauptgrund war mein eigener Roman, der mir wenig Zeit gelassen hat. Und so stapelten sich die ARKON Romane auf meinem Schreibtisch, bis ich jetzt endlich dazukomme diesen Stapel abzuarbeiten. Ich hoffe Exposé-Autor Marc A. Herren wird mir verzeihen, dass ich mich seiner Miniserie erst so spät widme.

Band 4 stammt aus der Feder von Michael Marcus Thurner. Zugegeben, ich hatte so meine Bedenken. Ohne Frage, der Österreicher ist ein hervorragender Autor. Nur konnte ich persönlich mit seinen Romanen für die EA bisher wenig anfangen. Mir sind seine oftmals überdrehten Ideen zu abgehoben. Ich bin mir sicher, dass es sehr viele Leser gibt, die genau das lesen wollen. Das ist, wie gesagt, eine persönliche Empfindung und ich versuche mich weitgehend in meinem Urteil davon nicht beeinflussen zu lassen.

Thornton da Ariga ist das Oberhaupt eines unbedeutenden Khasurns im Arkonidischen Imperium. Er fühlt sich zu Höherem berufen und um seinen Titel gebracht, weil man seine Großmutter – Imperatrice des Kristallimperiums – einst tötete und ihm damit die Nachfolge verwehrte. Seit Jahrzehnten plant Thornton seine Rückkehr an die Spitze des Arkonidischen Imperiums. Dazu ist ihm jedes Mittel recht, auch das Züchten von Töchtern, die er als willige Werkzeuge einsetzt. Als die GOS’MIRTAN unter der Führung von Atlan ins Ariga-System eindringt, um Thornton im Namen von Imperator Bostich I. zur Räson zu bringen, sterben viele seiner Untergebenen in einer grausamen Schlacht. Aber selbst die augenscheinliche Überlegenheit Atlans hindert Thornton nicht daran, an seinem Plan zu zweifeln. Erst einer seiner Töchter gelingt es, den verrückten Vater aufzuhalten, bevor das Raumschiff das ganze System vernichtet.
Derweil hat der arkonidische Funker Locust da Adnan (Wie kommt man eigentlich auf solche geniale Namen?) Probleme ganz anderer Art. Er diente einst auf den Schiffen der LFT und kehrte später in die Heimat zurück. Nun tut er Dienst auf der GOS’MIRTAN, die einen neuen Kommandanten – Atlan – erhalten hat. Locust ist der einzige an Bord, der den Arkoniden gut genug kennt, um zu begreifen, dass dieser sich ziemlich seltsam verhält. Ein Wissen, das nicht nur sein Leben bedroht. Denn Atlan ist drauf und dran, das Ariga-System in Schutt und Asche zu legen.
Der größte Teil der Geschichte spielt sich jedoch in Atlans Kopf ab. Der Extrasinn des Unsterblichen hat sich durch den Impuls von ihm gelöst und die Führung übernommen. Atlans Bewusstsein ist auf die Rolle eines Beobachters beschränkt. Er wandelt in seinem Gedächtnis wie in den Mauern eines riesigen Palast. In jedem Raum findet er Dinge, die zu seinen Erinnerungen gehören. Er versucht die Kontrolle über seinen Körper zurückzuerlangen, was ihm auch kurzzeitig gelingt, aber weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Der Extrasinn zerstört den Palast und damit Atlans Erinnerungen, bis er nur noch als verwirrter Geist in einer windschiefen Holzhütte zurückbleibt.

Mit »Palast der Gedanken« hat mich der Autor komplett umgehauen. Das war grandios geschriebene Unterhaltung. Angefangen vom Aufbau über die drei Handlungsebenen bis zu den faszinierenden Details wie der sprechenden »Kaffeekanne« hat mich der Roman rundum überzeugt. Die Figurenentwicklung sowohl von Atlan, als auch von Thornton da Ariga war geschickt inszeniert. Thorntons Verrücktheit entblättert sich erst nach und nach. Seine Selbstüberschätzung ist so perfekt getarnt, dass man auch als Leser erst sehr spät darauf kommt, wie abwegig seine Pläne eigentlich sind. Und Atlans innerer Kampf gegen den Extrasinn in Gestalt einer schönen Frau ist mit viel Fantasie und Liebe zum Detail erzählt. Allein wegen der vielen mühevoll recherchierten Anspielungen auf Geschehnisse aus seinen über 23.000 Lebensjahren muss man dem Autor Tribut zollen. Die Geschichte passt nicht nur stimmig in die Rahmenhandlung der Serie, sondern liefert eine Erklärung für das sonderbare Verhalten der ARK SUMMIA Absolventen.

Fazit: Michael Marcus Thurner liefert mit Band 4, den bisher besten Roman der Miniserie ab. Und zeigt damit nicht nur, was für ein toller Autor er ist, sondern auch, dass das Konzept der Miniserie aufzugehen scheint. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weitergeht.

Tiefgründige Einblicke

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 123 – »Blick in den Abgrund« von Rainer Schorm

Ich bin überrascht. Nachdem ich den Prolog gelesen hatte, warf ich sicherheitshalber noch mal einen Blick auf den Titel. Ist der Roman tatsächlich von Rainer Schorm?

Thora und Crest beobachten in der Spacejet, wie die Fünfeck-Feuer die Maahk-Walzen vernichten und die Flotte der Maahks aus dem Arkon-System verjagen. Sie landen auf Arkon I, um die Zerstörung ihrer Heimat mit eigenen Augen zu sehen. Nachdem sie wieder starten, empfangen sie einen Notruf.
Anfangs war ich etwas irritiert, als sich Thora und Crest über die Sonnenbälle wundern, die die Maahk-Raumer angreifen, weil ich in Erinnerung hatte, dass Thora in der Zentrale war, als die Plasmakugeln des Fünfeck-Feuers auf die Maahkflotte losging. Ich habe gleich nachgesehen und tatsächlich, die beiden hatten die Zentrale kurz zuvor verlassen und das Spektakel nicht verfolgt.

Eric Leyden und Luan Perparim gelingt es die KI des Liduri-Schiffes DROP dazu zu bewegen, sein Team sowie Roofpitter und Verleuwen durch das Flecktransmitternetz zu schicken, während die K7 durch den Sonnentransmitter zur CREST zurückkehren muss. Doch die DROP bringt die Wissenschaftler nicht ins heimische Sonnensystem, sondern an einen unbekannten Ort, der scheinbar im Leerraum liegt. Auf einem Planeten müssen sie in einer Kaverne ein Pyramidion bergen, um der KI zu beweisen, dass sie für die Nutzung des Transmitternetzwerkes legitimiert sind. Die Frotzeleien zwischen den Mitgliedern des Teams sowie zwischen Leyden und der KI sind amüsant, wenn auch manchmal scharf an der Grenze zur Lächerlichkeit. Die Höhlenexpedition ist spannend geschrieben, zieht sich am Ende zwar etwas lang hin, wirkt aber durch das Figurenzusammenspiel sehr stimmig. Einzig Roofpitter und die IT-Spezialistin Verleuwen bleiben, verglichen mit dem Rest der Protagonisten, ausgesprochen blass. Man hat das Gefühl, dass der Autor nicht recht wusste, wie er die beiden mit Leben erfüllen sollte.

In der Zwischenzeit gehen Tuire Sitareh und Ishy Matsu an Bord der MAYA, um die Pläne der Maahk-Flotte auszuhorchen.
Warum sich Tuire und Ishy unbedingt in den Maahkanzügen auf ein Maahkschiff begeben müssen, um Informationen zu sammeln, ist mir nicht völlig schlüssig. Vor allem, weil ein ähnlicher Einsatz bereits schiefging. Das riecht ein bisschen nach gewaltsamen Vorantreiben der Handlung. Das sie am Ende entdeckt und gefangen werden, ist da schon zu Beginn des Einsatzes vorhersehbar. Und wieder sind es die beiden Charaktere, die diese Plot-Schwäche wettmachen, denn sie harmonieren trotz ihrer Unterschiede sehr gut. Ich hoffe, das sie durch ihr gemeinsames Abenteuer einander näherkommen. Außerdem ist es schön Tuire mal wieder in Aktion zu erleben. Der Aulore hat mir in den letzten Romanen ein wenig gefehlt. Täusche ich mich, oder hatte er seit seinem Zusammenbruch auf Taui keinen Erinnerungsschub mehr?

Perry Rhodan erhält einen abgehackten Notruf von Thora und Crest, der ihn ins Snarf-System bringt. Dort findet er zwar die zerstörte Spacejet, aber weder seine Frau noch deren Ziehvater. An der Absturzstelle misst man nur eine seltsame hyperphysikalische Spur, mit der nicht mal Hyperphysiker Oxley etwas anzufangen weiß.
Ein Notruf lockt Rhodan also ins Snarf-System. Ich bin mir fast sicher, dass da eine höhere Macht am Werk ist, die a den Notruf abgesetzt hat und b Thora und Crest entführte, vielleicht auch rettete. Womöglich hat es wieder etwas mit den Liduuri und mit Zeitreisen zu tun. Das würde mir jedenfalls gefallen. Genaueres werden wir hoffentlich in den kommenden Romanen erfahren. Zumindest bin ich froh, dass die beiden noch am Leben zu sein scheinen. Das klang im letzten Roman weniger positiv und ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

»Blick in den Abgrund« ist ein untypischer Roman für Rainer Schorm. Es geht fast nichts kaputt und die Action hält sich in Grenzen, dafür gibt es ein paar höchst unterhaltsame Szenen zwischen Perry Rhodan und Professor Oxley. (Woher bekommt der Wissenschaftler eigentlich die vielen Naschereien? Die müssen doch auf der CREST extra einen Konditor für ihn abgestellt haben.) Man lernt den Autor quasi von einer ganz neuen Seite kennen. Der Besuch von Thora und Crest auf dem zerstörten Arkon I ist tiefgründig und hochemotional und hat mich sofort gefesselt. Auch sonst las sich die Geschichte ruhig und getragen und nicht mit der ihm sonst eigenen getriebenen Hektik. Das der Roman trotzdem spannend ist, dafür sorgt der Autor mit einem kleinen Cliffhanger am Ende jedes Kapitels. Damit schuf Rainer Schorm einen wahren Pageturner. Denn im Gegensatz zu seinem letzten Roman, für den ich mehrere Tage brauchte, las ich diesen in ein paar Stunden. Seinen Hang zum Technobabble lebt er in Form von Professor Oxley in allen Zügen aus. Was Kai Hirdt für Eric Leyden ist, ist Rainer Schorm für Professor Oxley. Man merkt ihm an, wieviel Spaß ihm die Figur beim Schreiben macht.

Mein Fazit: Ein spannender Roman, der die Staffel-Handlung langsam aber stetig weiterentwickelt und mich vom Schreibstil des Autors her, mehr als überraschte. Klasse!

Piepsender Franzose

Das erste Auto an dem ich hinterm Steuer saß, war ein Golf. Das war während der Fahrschule. Und weil ich meinte, mit keinem anderen Auto fahren zu können, kaufte ich mir nach bestandener Fahrprüfung einen gebrauchten Golf II, den ich fast zwanzig Jahre lang fuhr. Irgendwie hatte das Auto etwas von einem bequemen eingelatschten Pantoffel. Man setzte sich rein und hatte das Gefühl, dass sich das Fahrzeug dem Fahrer anpasste. Wie ein Konturensessel bei Perry Rhodan. Mein Vater kaufte sich später einen Golf III, mit dem ich auch recht häufig fuhr, der aber nicht so lange hielt wie meiner. Vor ein paar Jahren mussten sich meine Eltern ein neues Auto kaufen, weil der Golf nicht mehr durch den TÜV kam. Preis und Abmessungen von aktuellem Golf und Polo zwangen sie dazu, sich nach einer anderen Marke umzusehen. Am Ende entschieden sie sich für einen Citroën C3.

Ab hier muss ich aufpassen, was ich sage, denn ich werde von meinen Eltern geschimpft, wenn ich schlecht über ihr Auto rede. Daher fange ich mit den Vorzügen an: unglaublich enger Wendekreis, das heißt man kann das Auto fast auf der Stelle drehen. Der Innenraum ist, verglichen mit dem winzigen Äußeren (Wir sind immer das kleinste Auto auf dem Parkplatz.) erstaunlich geräumig. Das Panoramadach ist schick, wenn nicht gerade die Sonne scheint oder es regnet. Und die sich selbst einklappenden Außenspiegel sind auch nicht so verkehrt. Für die Stadt ist das Auto ideal.

Zu den negativen Seiten gehören die kümmerliche Motorisierung. Ich weiß nicht, wohin die 85 PS verschwinden, ganz sicher nicht auf die Straße. Denn schon halb besetzt, sind Überholvorgänge mit diesem Auto kaum möglich und wenn, dann nur im zweiten oder dritten Gang. (Mein Golf hatte nur 55 PS und ging ab wie eine Rakete.) Die Ladekante des Kofferraums ist mehr als einen Meter hoch, was das Beladen zu einem Kraftakt macht. Und die winzigen Scheiberwischerchen verlieren sich auf der Mega-Panoramascheibe und schaffen es nicht mal auf der Beifahrerseite für freie Sicht zu sorgen. Von dem schwarzen Klavierlack im Innenraum und dem integrierten Duftspender will ich gar nicht erst anfangen.

Das Allerschlimmste an dem Auto aber ist die Geräuschkulisse beim Anlassen. Die Kakaphonie von Piepslauten ist nicht nur verwirrend, sondern auf Dauer extrem nervig. Wenn dann noch das Gepiepse der Abstandssensoren hinzukommt, wünschte man sich Oropax. Neuester Clou nachdem das Auto im Frühjahr zur Durchsicht war, fiept es jetzt auch noch wenn man rückwärts fährt, so wie bei einem LKW. Aber nicht draußen, sondern drin. Das ist echt stressig. Ich bin die letzten beiden Tage ein paar mal völlig verwirrt beim Rückwärtsfahren stehengeblieben, weil ich dachte, hinter dem Auto ist ein Hinterniss. Bis ich endlich dahinter gekommen bin, dass ist ein »Feature not a bug«.

Ich hör jetzt lieber auf, sonst darf ich nicht mehr damit fahren. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, wünsche ich mir meinen Golf zurück. Der hatte zwar weder Servolenkung noch Airbag, aber wenigstens hat er nicht gepiepst.