Der »Abgrund« im Briefkasten

Mein neues Baby ist da … heute frisch aus dem Briefkasten geschlüpft. Endlich konnte ich die Arbeit von fünf anstrengenden Monaten in Händen halten. Zeit wurde es, denn der Austria Con ist schon in einer Woche. Dort wird »Am Abgrund der Unsterblichkeit« erstmalig verkauft und ab dem 4.10. ist der Roman auch im Space Shop der PRFZ erhältlich.

Gut schaut er aus, mit dem beeindruckenden Cover von Hans-Jochen Badura. Und ich hoffe, dass die Leser genauso viel Spaß an dem Krimi um den Unsterblichen Perry Rhodan haben werden wie ich, nachdem ich es jetzt mit ein paar Wochen Abstand wieder gelesen habe.

Und dann kam gestern endlich auch die heiß ersehnte Einladung zum Empfang beim Wiener Bürgermeister. Darauf freue ich mich schon sehr und auf den Con natürlich auch.

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Glanzlicht in der Kampfzone

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 90 – »Flucht ins Verderben« von Rainer Schorm

Was für ein furioses Meisterwerk. Ich bin kein Fan von Rainer Schorm, weil ich mit seiner auf Technik und Action ausgerichteten Schreibweise nicht klarkomme. Aber »Flucht ins Verderben« hat alles was ein Roman haben muss. Die auf zwei Erzählebenen reduzierte Handlung schreitet stetig voran. Es gibt keine Längen und er unterhält mit einer in vielen Schichten durchdachten Geschichte. Da steckt am Ende mehr drin, als man von einem NEO-Roman gewohnt ist.

Sowohl die Handlung um John Marshall und die Flüchtigen vom Mars, als auch Guckys Erlebnisse aus grauer Vorzeit sind unglaublich stark und in einer Komplexität erzählt, der ich staunend folgte. Ich bangte mit den Ilts genauso wie mit den Mutanten auf dem Mars bzw. an Bord der MEHIS.

Schon mit den ersten zwei Seiten hatte mich der Autor gepackt. Die Szene in der Tunnelbohrmaschine ist nicht nur spannend, sondern fesselte auch mit durchdachten technischen Details.

Das Rainer Schorm seine Protagonisten mehr als andere Autoren leiden lässt, ist eine Tatsache, die mir nicht immer gefällt, die zu diesem Roman aber sehr gut passt. Selbst Gucky bleibt weder in der Handlungsgegenwart, noch in seiner Vergangenheit vor emotionalen und körperlichen Leiden verschont. Gerade die Kapitel über den Mausbiber, waren interessant und ergreifend zu lesen. Ich hatte bisher noch nichts über die Ilts bei NEO gelesen und fand die Zusammenfassung, die der Autor liefert, ausgesprochen informativ.

Mit dem Fantan Set-Yandar führt er beide Handlungsstränge zu einem harmonischen Ende.

Negatives kann ich an dem Roman eigentlich nicht aussetzen, außer vielleicht die fast mühelose Übernahme des Arkonidischen Frachtschiffs durch Marshall und die Mutanten. Doch dadurch dass sie nicht so endet, wie geplant und durch die Unzulänglichkeiten der Beteiligten, reißt der Autor den anfangs zu glatt verlaufenden Plot wieder herum. Der in der Atmosphäre singende Mond ist zwar astronomisch gesehen Unsinn (der würde sich nie so lange im Orbit halten und wäre für den Planeten ein tektonisches Disaster), aber die Idee war originell.

Mein Fazit ist eindeutig: »Flucht ins Verderben« ist der bislang beste Roman der Staffel »Kampfzone Erde«. Die Beschränkung auf zwei Handlungstränge und der gut durchdachte spannende Plot machen den Roman absolut lesenswert. Großes Lob an den Autor. Das war spitze.

Machos auf dem Mond

Weil mich heute die Telekom den halben Tag lang beschäftigt hielt, gibt es heute nur einen kurzen Eintrag. Der hat es aber in sich. Das nette Kurzfilmchen stammt aus dem Jahr 2013, wurde von der Media Design School ins Netz gestellt und gewann einige Preise auf Festivals. Ein bisschen könnte es ja ein Perry Rhodan Film sein; Rhodan und Bully als Machos, die von Thora in ihre Schranken gewiesen werden und der witzige Roboter mit dem Gehirn könnte Rico heißen.

Ich habe mich mit dem Film richtig gut amüsiert. Cool gemachte Geschichte.

Krieg der Sternenkinder

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 88 – »Schläfer der Ewigkeit« von Oliver Fröhlich

Nachdem mir »Sternenkinder« von Rüdiger Schäfer so gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte um die Orristan weitergeht. Ich freute mich richtig auf den Roman von Oliver Fröhlich, doch meine Freude erhielt schon auf den ersten Seiten einen Dämpfer. Die Handlungsstränge mit Perry Rhodan in der INNESSAY und dem Errkarem Kittur verliefen einigermaßen zäh. Zwischen dem Abenteuer mit den Sternenkindern und dem »Schläfer der Ewigkeit« lag wieder ein Roman mit anderem Schauplatz. Und so dauerte es eine Weile, bis ich mich in die Handlung eingelesen hatte, die ab dem zweiten Drittel zwar deutlich an Fahrt gewinnt und auch einige spannende Szenen bereithält, aber nicht an die »Sternenkinder« heranreicht.

Den ganzen Roman über fragte ich mich, wie ein Volk wie die Orristan und die Errkarem so fortschrittliche Technologie besitzen können und dennoch ein so fragwürdiges Gesellschaftssystem und so engstirnige Denkweisen haben. Doch dann zog ich Parallelen zu unserer Realität und erkannte, dass wir als Gesellschaft nicht viel besser sind. So ist es bezeichnend, dass es am Ende der Eigennutz einer einzigen Person – Amakka – ist, derentwegen beinahe ein Krieg zwischen den beiden Völkern ausbricht.

An dieser Stelle kommt Perry Rhodan ins Spiel, der zusammen mit Bully, der Ara Leyle und der Puppe Sannasu von den Errkarem gefangen genommen worden wird, sich aber befreien kann. Am Ende tritt er sehr pathetisch als Friedensstifter auf, der im Sinne der Völkerverständigung das eigene Leben aufs Spiel setzt. Er hätte fliehen und die Errkarem ihrem Schicksal überlassen können, tut es aber nicht, obwohl sie ihn exekutieren wollten. Das er zuvor dem Enteron die Meinung gesagt hat und gegenüber der Entität seinen Willen durchsetzen konnte, war wohl die wichtigste Szene der Handlung und auch des weiteren Staffelverlaufs. Hatte ich doch bisher den Eindruck, dass er sich von dem Geschenk, das Rhodanos ihm gemacht hat, zu sehr gängeln ließ und das Enteron jede Notlage ausnutzte, um Perry an sich zu binden. Überhaupt bin ich über einen Helfer wie das Enteron nicht sehr glücklich. Es ist eine Allzweckwaffe, die für jedes Problem eine Lösung parat hält, was es auf Dauer zum echten Spannungskiller macht. Oliver Fröhlichs Weg, sich auf den Konflikt zwischen Rhodan und dem renitent werdenden Enteron zu konzentrieren, fühlte sich an dieser Stelle erfrischend richtig an.

Spannend aber wenig glaubwürdig ist die Handlung um Ras Tschubai und die Orristan auf dem Mars. Das sie unbemerkt in ein Materiallager der Arkoniden vordringen können, ohne entdeckt zu werden … nun ja. Sie tragen zwar Halaton-Anzüge, aber rein visuell sollten sie dennoch sichtbar sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Arkoniden an einem so wichtigen Ort wie dem Materiallager, keine Sicherheitskräfte stationiert haben, oder die Positronik die Landung des Schiffes der Orristan zumindest visuell nicht wahrnimmt. Außerdem bewegen sich die Figuren mal wieder in einem Lagerhaus. Das hatten wir bereits in der vergangenen Staffel und so langsam verliert das Setting seinen Reiz.

An dieser Stelle fragte ich mich ja: die Orristan verfügen anscheinend über hochentwickelte Technologie, aber sie benötigen die beiden Menschen um ihnen Ausrüstung der Arkoniden zu beschaffen. Bei den Anzügen sehe ich es vielleicht noch ein, aber bei den Energiewaffen …

Trotz dieser Unwägbarkeiten war der Roman stellenweise recht spannend. Das lag vor allem an der Darstellung der beiden Völker, dessen Fremdartigkeit der Autor so gut gezeichnet hat, ohne das sie ihre Menschlichkeit einbüßten. Das Rhodan bei seinem Auftritt als Vermittler jedoch nur in Unterhose im All schwebte (mit dem Enteron als Schutzhülle) fand ich aber dann doch reichlich übertrieben, wenn nicht gar ein wenig lächerlich. Und woher er weiß, das er den Schläfer wecken kann, wird auch nicht so richtig erklärt.

Am Ende steht mal wieder die Prophezeiung über eine (weitere) neue Bedrohung für die Erde. Um was es sich dabei handelt bleibt wie immer unklar. Sowohl die Arkoniden als auch die Methanatmer scheinen nicht damit gemeint zu sein. Der Hinweis auf einen weiteren nicht fassbaren Feind und damit auf einen neuen Handlungsstrang lässt mich als Leser erneut in Frustration zurück. Inzwischen frage ich mich ernsthaft, wie Frank Borsch als Exposéautor all die offenen Handlungsfäden in den verbliebenen elf Romanen zusammenknüpfen will.

Die SOL 83 ist da

sol-83-cover-c-prfz-001Gestern lag die SOL 83, die Mitgliederzeitung der PERRY RHODAN FanZentrale im Briefkasten. Leider hatte ich am Abend nur Zeit, um sie einmal durchzublättern und die ersten beiden Artikel zu lesen.

Das schöne blaue Cover gefällt mir und natürlich gefällt mir auch das Layout meiner NEO-Kolumne »NEOisiert« die zum ersten Mal in der SOL erschienen ist. Im Grunde ist es eine leicht überarbeitete Zusammenfassung meiner NEO-Rezensionen aus dem Blog. Die einen oder anderen Perryfans, die hier regelmäßig vorbeischauen, werden den Text kennen. Aber das Gros der Mitglieder kennt ihn eben nicht und was lag näher als die Rezensionen einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

In der Kolumne in der SOL 83 geht es um die Posbi-Staffel, während ich gerade den letzten Roman der Staffel »Arkons Ende« lese. Das heißt, dass auch in der nächsten SOL eine NEO-Kolumne von mir enthalten sein wird.

Neben der Besprechung der Romane der Erstauflage von  Markus Gersting enthält die SOL 83 außerdem eine ziemlich lange Geschichte von Holger Döring, ein Interview mit meinem Schreibcoach Roman Schleifer, Artikel über William Voltz, Teil 3 der »Unterwegs mit Gucky«-Reihe, Dr. Robert Hektor schreibt über den kosmologischen Hintergrund der PERRY RHODAN Erstauflage, Herbert Keßel erzählt aus der Vergangenheit der PRFZ und es gibt wieder eine »Coming of Rhodan«-Challenge zwischen Autor und Fan. Genug Material also, damit es mir in den nächsten Tagen nicht langweilig wird.

Zeitlos schön

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 129 – »Im Tal der Zeit« von Oliver Plaschka

Das ist der zweite NEO-Roman von Oliver Plaschka den ich innerhalb kurzer Zeit gelesen habe. Das passierte rein zufällig, denn ich hatte von dem Autor zuvor noch nichts gelesen. Vielleicht deswegen ist mir etwas Bemerkenswertes an seinem Stil aufgefallen. Oliver Plaschkas Geschichten zeichnet eine besondere Harmonie aus. Sie wirken mit jedem Satz stimmig, und er vermag mittels phantastischer Beschreibungen lebhafte Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen. Aufgefallen war mir das bereits bei den Schlafbäumen in »Das Licht von Terrania«. In Band 129 sind es die Zeitfelder auf dem Planeten Parok, die mich faszinieren. Die Idee ist großartig visualisiert, auch wenn ich als Naturwissenschaftlerin lieber nicht so genau darüber nachdenken wollte. Wie soll man ein physikalisches Phänomen beschreiben, das gegen die uns bekannten Naturgesetze verstößt? Ich finde dennoch, es ist dem Autor ziemlich gut gelungen.

Vier Frauen, die auf Rachefeldzug gehen, machen den Handlungsstrang zu einem Novum. So viel geballte Frauenpower ist bei PERRY RHODAN selten und wenn sie dann noch so glaubhaft umgesetzt wird, kann man sich nur freuen. Auch bin ich froh, dass Thora, Thi Tuong Chi und Sue Mirafiore von der Imperatrice Theta nach der Explosion der MAYA gerettet wurden. Man hätte mit einem so frühen Tod von Thora einiges an Potential für die Serie verschenkt. Gerade in »Im Tal der Zeit« wird das besonders deutlich. Sie bietet Theta die Stirn und verteidigt die Loyalität ihrer Mitstreiterinnen. Das ihr Erzfeind Agaior Thoton am Ende durch einen Unbekannten vor der sicheren Hinrichtung gerettet wird, fand ich nicht nur für die Spannung in der Serie wichtig, sondern auch vom moralischen Standpunkt her einen gelungenen Schachzug.

Im zweiten Handlungsstrang steht Pete Roofpitter – der Tom Selleck von NEO – im Mittelpunkt. Er ist mit dem Leyden-Team und den Mutanten nach wie vor auf der Suche nach den beiden Mehandor-Frauen und den gestohlenen Plänen der Transformkanone. Auf dem Zirkusschiff eines Mehandor geraten er und seine Mitstreiter in kuriose und gefährliches Situationen. Auch hier zeigt der Autor sein Können. Die von ihm erdachte Zirkuswelt ist gleichermaßen vertraut aber auch fremd. Wer käme schon auf die Idee Dinosaurier in der Manege auftreten zu lassen oder Swoons als Clowns darzustellen? Ich bin mir sicher, dass der Tod der Empona-Schwestern nur gestellt ist, und sie uns in den kommenden Romanen wieder über den Weg laufen werden. Denn so einen platten sinnlosen Tod traue ich den Expokraten nicht zu.

Perry Rhodan selbst hat im Roman nur wenige kurze Auftritte, die dafür mit reichlich Gefühl geschildert werden. Vor allem die Szene am Ende, als er noch überlegt, wie er seinem Sohn den Tod der Mutter erklären soll und dann doch Thora in die Arme schließen kann, ist genau das, was ich lesen möchte. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass ich da unter den Perryfans eher zur Minderheit zähle.

Stilistisch war der Roman trotz einiger auktorialer Passagen gut bis sehr gut. Der Autor hat geschickt Informationen aus seinen Vorgängerromanen eingestreut und damit den Kreis geschlossen, was wiederum zu der von mir empfundenen Harmonie führt.

Fazit: »Im Tal der Zeit« ist eine schöne und vor allem lesenswerte Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Der Roman zählt für mich mit zu den besten der Staffel um »Arkons Ende«.

Wolfenbüttel, Blogs und mehr

Inzwischen trudeln nach und nach Erfahrungsberichte vom Phantastik-Seminar in den Blogs der Seminarteilnehmer ein.

Ich stelle sie hier mal zusammen und werde sie gegebenenfalls erweitern:

Bereits am Wochenende schrieb Dozent Klaus N. Frick über Tropisches Tagen und Seminar absolviert

Alexandra schrieb gestern übers Schreibseminar in Wolfenbüttel 2016

Auch Oli der Schamane hat einen kleinen Text mit dem Titel Anfang, Mitte und Ende – Ein trockenes Wochenende in Wolfenbüttel verfasst

Und noch ein Teilnehmer, der sich lobend über das Seminar geäußert hat.  Ich bin jetzt Autor Danke Carsten!

Auch im PERRY RHODAN Forum gab es einige Rückmeldungen und vielleicht lassen sich die anderen Schreiberlinge mit Blog noch dazu überreden dem etwas hinzuzufügen.

Und dann wurde mir die Ehre zuteil, im offiziellen Blog der Bundesakademie einen Gastbeitrag zu posten. Das freut mich natürlich außerordentlich. Nachzulesen ist er hier.

Von Bäumen und Lichtern

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 85 – »Das Licht von Terrania« von Oliver Plaschka

Bei hochsommerlicher Hitze einen Roman zu lesen, der am 22. Dezember 2037 spielt und in großen Teilen von einer Weihnachtsfeier handelt, ist merkwürdig.

In »Das Licht von Terrania« erzählt Oliver Plaschka von Fürsorger Satrak, der den arkonidischen Besatzern vorsteht. Eigentlich sehnt sich der Waldbewohner nach dem Wald seiner Heimat Istrahir. Doch stattdessen kämpft er gegen ausständige Terraner und Widersacher in den eigenen Reihen. Ihm ist gelungen Perry Rhodan sowie Reginald (Bully) Bull und Thora gefangen zu nehmen und er versucht nun das Geheimnis des populären Terraners zu ergründen. Dazu nutzt er Bäume aus seiner Heimat, die Rhodans Erinnerungen und sein Wissen für den Fürsorger bergen sollen. Doch dabei rechnet Satrak weder mit Rhodans Enteron, noch mit dem terranischen Administrator Adams. Der möchte Rhodan sowie Bully und Thora befreien und inszeniert für die Besatzer eine üppige Weihnachtsfeier zur Ablenkung.

Oliver Plaschkas Roman liest sich leicht. Man erfährt weitere Hintergründe der Figur Satrak und lernt allerlei Weihnachtstraditionen kennen. Der Autor lässt den Leser anhand einer Ara-Medikerin erleben, wie die Menschen unter der arkonidischen Besatzung leiden. Das alles ist nett verpackt, reißt mich aber nicht mit.

Faszinierend umgesetzt, finde ich die Idee mit den Schlafbäumen, in die Satrak Rhodan und seine Freunde steckt. Das war originell, wurde aber in dem Moment zerstört, als das Enteron zusammen mit dem Stock die Steuerung übernahm und die Bäume anfingen zu wandern. Eine unglaubwürdige Lösung, die viel zu schnell und hektisch geschieht und an deren Ende eine Schlacht um die Befreiten beginnt. Rhodan und Bully können sich am Ufer des Goshunsees in ein fremdes »Raumschiff« flüchten, während Thora von zwei Unbekannten verschleppt wird.

Der emotional starke Beginn mit Satrak und seinem Wald, sowie dem sterbenden Mongolen und der Ara Leyle, deren Charakter erfreuliches Entwicklungspotential nach oben bietet, schwächt sich mit der voranschreitenden Handlung ab. Das Geschehen um die Weihnachtsfeier trägt indes schon Züge einer Karikatur und gipfelt schließlich in dem zweifelhaften Ende am See.

Band 85 ist Start einer neuer Staffel. Ein Aufdruck auf dem Cover fordert Leser auf einzusteigen. Doch ich bezweifle stark, dass Neuleser mit der Handlung mitkommen werden, denn der Roman ist nichts anderes als die Fortsetzung der vergangenen Bände.

Für eine nette Zwischenlektüre ist »Das Licht von Terrania« durchaus tauglich. Die Geschichte ist routiniert und sauber geschrieben mit einigen sehr guten Passagen aber einem konstruiert wirkendem Ende, das nicht befriedigt.

Ein schmerzvoller Abschied

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Fan-Edition-, PERRY RHODAN-Arkon- und ganz aktuell MADDRAX-Autor Ben Calvin Hary wagt ein Experiment. Vor wenigen Wochen startete er im Kindle-Store eine Fortsetzungsgeschichte mit dem Titel »Ein Zimmer auf dem Mars«.

In Teil eins »Abschied von Terra« geht es um Conell Biggs der mit seiner Familie zum Mars fliehen will. Der Grund ist einfach. Die Erde liegt nach weltweiten Kriegen in Trümmern, die Umwelt ist nachhaltig zerstört und die chinesischen Besatzer halten die verbliebenen Menschen in Europa unterdrückt. Jeder der Geld hat, wandert auf den Mars aus, um sich in der dort gegründeten Kolonie ein neues Leben aufzubauen.

Die Flucht zum Raumhafen und ins rettenden Raumschiff bringt Biggs, dessen Frau Gill und ihren zweijährigen Sohn Marco an ihre Grenzen. Ben Calvin Hary erzählt das sehr atmosphärisch und unheimlich spannend. Man fiebert mit der Familie und fühlt sich in dem beschriebenen Todesstreifen rund um den Raumhafen ein wenig an die vergangene DDR erinnert. Die Schilderung des Regenwetters und der tristen in Trümmern und Matsch liegenden Umwelt ist so real beschrieben, dass ich mich tatsächlich in die Geschichte hineinversetzt fühlte. Die Hoffnungen und Nöte der Familie sind toll gezeichnet, die Figuren lebendig und ihr Schicksal aufwühlend.

Am Ende des ersten Teils hielt ich tatsächlich den Atem an und giere seit dem auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt. Toller Lesestoff!

»Abschied von Terra« ist für 0,99 EUR im Kindle-Store von Amazon erhältlich.

Wer mehr über den Autor wissen will, dem lege ich Bens Blog ans Herz. Dort postet er Neuigkeiten über seine aktuellen Projekte. Und wer ihn zusammen mit meinem Schreibcoach auf einem Panel über Autorenwege erleben will, dem empfehle ich folgendes Video.