Meine Hände zitterten, als ich vor wenigen Minuten den Brief von der Bundesakademie öffnete. Dann fiel erst einmal ein großer Stein von meinem Herzen. Na ja, eigentlich hätte mir schon allein die Dicke des Briefs sagen müssen, dass der Teilnahmebescheid positiv ausgefallen ist.
Es ist amtlich. Ende August darf ich wieder zum Phantastik-Seminar nach Wolfenbüttel fahren. Im Unterschied zu meinen vergangenen Besuchen nehme ich in diesem Jahr am Kurzgeschichten-Seminar teil. Unter dem Thema »Anfang, Mitte und Ende« geht es um das Konzipieren von phantastischen Kurzgeschichten. Eigentlich dachte ich, dass es ein Thema für die Textprobe geben wird, leider ist dem nicht so. Jetzt habe ich bis zum 12. August Zeit mir eine acht Normseiten umfassende Geschichte auszudenken. Mal schauen, ob ich das hinbekommen. Mein Kopf ist nach dem Ende der Fan-Edition nämlich ziemlich ausgebrannt.
Ich freue mich auf Wolfenbüttel, auf die beiden Seminarleiter PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick und PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton und auf die anderen Teilnehmer die ich schon oder noch nicht kenne.
Perry Rhodan NEO Band 126 – »Schlaglichter der Sonne« von Michael H. Buchholz
Ein kleines Schlaglicht – was sag ich – ein Glanzlicht ist Michael H. Buchholz mit dem sechsten Band der Staffel »Arkons Ende« gelungen. (Obwohl in diesem Roman eher das Ende von Terra dokumentiert wird und nicht das von Arkon.)
Die Geschichte erinnerte an einen Politthriller. Wie ich bereits oft genug erwähnt habe, gefallen mir diese innenpolitischen Ränkespiele. Dem Autor gelingt es ausgezeichnet das Thema spannend umzusetzen. Reginald Bull als Schachfigur zwischen einem machtbesessen Administrator und einem betrügerischen Assistenten. Obwohl! Letzterer hat nachvollziehbare Gründe warum er dem arkonidischen Attentäter Debur ter Calon immer wieder hilft. Seine Freundin Aenea ist sicher die gesuchte Emptral.
Die Handlung ist stringent, treibend und mit ausreichend Wendepunkten versetzt. Selbst die bis zu vier Handlungsebenen, haben mich nicht gestört. Gut gefiel mir, dass man bei NEO aus Julian Tifflor keinen Offizier gemacht hat, sondern einen Mediziner, der seinen eigenen Weg geht. Für die Entführung eines Raumkreuzers und seinen Vorstoß in die Sonne mit dem Liduuri-Schiff zeigte er neben einer großen Portion Mut auch eine gewisse Abgebrühtheit. Auch wenn er mit dem Manöver, außer einer Verfolgung durch die Terranischen Behörden, bisher wenig erreichen konnte, so werden die Erkenntnisse in Zukunft sicher noch eine Rolle spielen.
Das Team um Kater Hermes kann nun auch die Letzte der fünf gestellten Aufgaben lösen und darf durch den Flecktransmitter zur Erde weiterreisen. Sie erleben eine ziemliche Überraschung, als sie ins Sonnensystem zurückkehren. Damit endet auch dieser Roman wieder in einem packenden Cliffhanger. So mitreißend, die Abenteuer um Leyden in den vergangenen Bänden waren, bin ich doch froh, dass man den Handlungsstrang auf Janus endlich abgeschlossen hat. Es war am Ende doch etwas ermüdend, Leuten beim Raten zuschauen zu müssen.
Ich für meinen Teil hätte mir bei »Schlaglichter der Sonne« mehr Handlung auf der Erde gewünscht. Denn Michael H. Buchholz gelingt es sehr gut wissenschaftliche Ideen in den Roman zu integrieren. Sei es Nanotechnologie, die Ultraloops oder der Weltraumaufzug, das sind alles interpolierte Visionen aus bereits bestehender Grundlagenforschung. Ebenso die Reise in die Sonne entlang der Magnetfeldlinien halte ich für eine ausgesprochen faszinierende Idee. Wobei nicht immer alles bis ins Detail einer wissenschaftlicher Überprüfung standhält. Aber ein NEO-Roman ist ja auch Fiction und kein physikalisches Handbuch. Einzig die Zeitspanne von 13 Jahren in der das alles geschaffen wurde, erscheint mir ein wenig sehr kurz. Da müssen die Besatzer (sprich Arkoniden) schon sehr viel Entwicklungsarbeit beigesteuert haben.
Michael H. Buchholz hat ein Händchen für Charaktere. Sein Bully ist überzeugend und sehr menschlich gezeichnet, aber auch Figuren wie Lionel Dahl oder der Administrator gelingen ihm gut. Dabei beschreibt der Autor Nebenfiguren wie Autuum Legacy (Wie kommt man nur auf so einen Namen?) durch die Augen der Hauptcharaktere und erzeugt beim Leser somit ein unterschiedliches Bild von ein und derselben Person.
Das die Handlung auf Terra so viel Ähnlichkeit zur aktuellen politischen Lage zeigt, ist fast schon ein bisschen beklemmend. Als Leser wie auch als Mensch muss man mitansehen, wie ein Machtbesessener die Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz bringt, nur um seine Vormachtstellung zu erhalten. Perry Rhodan wird nicht erfreut sein, wenn er wüßte, was auf Terra vor sich geht. Was mich wieder zu Bully zurückbringt. Eines kann ich nicht verstehen: warum läßt er sich von der Obrigkeit so unterbuttern? Warum geht er nicht selbst den Dingen auf den Grund und ergibt sich so lange in absoluter Hörigkeit? Ein Perry Rhodan hätte sich das vermutlich nicht so lange mit angesehen.
Zwei Stellen im Roman veranlassten mich zu einem breiten Grinsen. Zum einen der Dialog mit der wirren Halatonintelligenz von Vulkan und andererseits die versteckte Hommage an den verstorbenen Robert Feldhoff. Danke an den Autor für die Freude, die er mir damit bereitet hat.
Mein Fazit fällt auch für Band 126 überaus positiv aus. Michael H. Buchholz wirft mit viel Ideenreichtum einen Blick auf eine Zukunft, die nur einen Steinwurf von unserer Realität entfernt ist. Faszinierend!
Das Cover für die Fan-Edition ist fertig. Es gefällt mir unheimlich gut. Hans-Jochen Badura hat großartige Arbeit geleistet. Ich war ja schon nach dem ersten Entwurf hin und weg. Weil es genau die Szene war, die ich mir gewünscht habe. Ich hatte mir im Auftrag meines Schreibcoach, Roman Schleifer, vier Szenen aussuchen dürfen, die für das Titelbild in Frage kamen. Natürlich hatte ich eine Lieblingsszene. Ich stellte also den Text zu den Szenen zusammen, der einen Auszug der Szene sowie die Beschreibung der Figuren und des Settings enthielt. Nach circa einer Woche bekam ich die Entwurfsskizze und freute mich riesig, dass es meine Herzblutszene auf das Titelbild geschafft hatte.
Dann ging Hans-Jochen an die Arbeit, während ich mich mit den Korrekturen am Manuskript herumquälte. Relativ schnell bekam ich von ihm einen ausgearbeiteten Entwurf, an dem mir ein paar Details noch nicht gefielen. Inzwischen standen wir in regem Kontakt und ich machte Vorschläge, wie ich mir die Szene vorstellte. Der Künstler schickte mir einen Entwurf zu den Änderungen und in dieser Woche kam dann das fertige Bild.
Ich war hin und weg. Das Bild ist derart detailreich, dass ich staunte. Bloß befürchte ich, dass man es auf dem gedruckten Titel gar nicht richtig sehen kann. Deshalb zeige ich an dieser Stelle meinen Lieblingsausschnitt.
PERRY RHODAN ARKON Band 12 – »Kampf um Arkon« von Marc A. Herren
Perry Rhodan, Sahira und Gucky können sich mit Hilfe von Sahiras 5D-Gabe befreien und die Gijahthrakos bitten, in den Kampf um das Arkon-System einzugreifen. Durch die Fähigkeiten der Kristallwesen zur Semi-Transition gelangen sie nach Mirkandol auf Arkon 1. Gucky macht dort nach und nach alle stationierten Kralasenen unschädlich, damit Rhodan, Sahira und er in den Kristallpalast zu Kerlon und Atlan vordringen können. Es gelingt Rhodan Kerlon zu paralysieren und die schwarze Maschine zu übernehmen. Mit ihrer Hilfe kann er den Einfluss auf die Extrasinn-Träger unterbrechen. Doch er hat nicht mit Atlan und dessen überlegenen Extrasinn gerechnet. Der Arkonide trickst sie aus und kann mit Kerlon und der Maschine fliehen, in dem er eine Explosion herbeiführt. Sie teilen sich auf ihrer Flucht auf. Rhodan und Sahira folgen einem Gleiter, während sich Gucky um eine fliehende Leka-Disk kümmert. Zu spät bemerken sie, dass dies zum perfiden Plan von Atlans Extrasinn gehört, sie zu trennen. Während Kerlon Gucky mit einem Paratronschirm in der Leka-Disk festhält, nimmt der beeinflusste Atlan Sahira als Geißel um Rhodan seines SERUN und seiner Waffen zu entledigen. Doch der Arkonide hat nicht mit den Fähigkeiten des Mädchens gerechnet. Sie kann in den Geist Atlans eindringen und sein wahres Ich zurückholen, leider zu spät, denn der Extrasinn hat mit Atlans Körper Sahira bereits erdrosselt. Ohne funktionierenden SERUN versuchen Rhodan und Atlan, der wieder der alte ist, Sahira wiederzubeleben.
An Bord der PRAETORIA versucht derweil die Kommandantin Cara Kayn ein Blutvergießen zu verhindern. Zusammen mit Lordadmiral Monkey durchschaut sie rechtzeitig die Pläne der Robotflotte, den Palast des Imperators zu zerstören. Doch die Chancen für einen siegreichen Kampf gegen die Schiffe der Arkoniden stehen schlecht. Kurz vor dem finalen Showdown drehen die Schiffe jedoch ab und die sichtlich mitgenommene Mascantin der arkonidischen Heimatflotte erklärt, dass die Robotschiffe wieder unter ihrer Kontrolle stehen und der Konflikt damit beendet sei.
Mit Guckys Hilfe kann Sahira zum Leben erweckt werden, während der Bösewicht Kerlon in Flammen aufgeht. Alle ARK-SUMMIA Absolventen sind wieder Herr ihrer eigenen Sinne und müssen sich für ihr Handeln verantworten. Die schwarze Maschine sorgt so lange sie in Betrieb ist und so lange sich Sahira in ihrer Nähe aufhält dafür, dass sich ihre Rückwärtsalterung umkehrt. Was in etwa einem Zellaktivator gleichkommt. Wenn sie zu alt wird, schaltet sie die Maschine einfach aus und altert rückwärts. Sie bittet Rhodan um ein Schiff, das sie und die Maschine nach Fornax bringen soll. Bostich nimmt seinen Platz als Imperator wieder ein, während sich die Flotten der USO und der LFT wieder aus Thantur-Lok zurückziehen. Perry muss Mondra beichten, dass ihre Privatyacht vernichtet wurde.
Ich bin ein wenig ratlos, weil ich nicht genau weiß, was ich über den Roman schreiben soll. Einerseits besticht er durch viel Action, coolen Sprüchen und ist durchaus spannend zu lesen. Andererseits jedoch gibt es Passagen, die mich unbefriedigt zurücklassen. Kerlon als Bösewicht, ist gut angedacht. Eine Figur, die mal kein kosmisches Überwesen ist, sondern eine normale Person, die aus niederen Beweggründen handelt. Die Glaubwürdigkeit der Figur scheitert aber, weil der Bruch nicht deutlich genug beschrieben ist. Was passierte mit seinem Charakter? Warum wurde er so? Und vor allen Dingen, warum löst er sich am Ende in Feuer auf? Diese Szene hat sich mir nicht erschlossen. Auch die Frage, was jetzt mit den Arkoniden passiert, die durch ihren Extrasinn gesteuert, getötet und Chaos angerichtet haben, wird nicht tiefgründig genug beleuchtet. Letztendlich können die Personen nichts dafür. Sie waren nur Opfer einer höheren Macht – des archaischen Impuls.
Die Versuche von Marc A. Herren in die Fußstampfen von Michael Marcus Thurner zu treten, um das Innere von Atlans Verstand zu zeigen, waren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Er hätte hier einen anderen Weg gehen müssen, einen eigenen Weg. Denn so hinterlassen die Passagen den faden Nachgeschmack einer minderen Kopie. Die Charakterisierung von Sahira, hat er viel besser und vor allem glaubhafter gelöst. Auch Gucky gefällt mir besser als im Vorgängerroman. Er ist immer noch das witzige Kerlchen, mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und zeigt dennoch die Reife, eines Unsterblichen.
So richtig anfreunden konnte ich mich mit der Lösung des Konfliktes dennoch nicht. Da wurde zu viel in die Trickkiste gegriffen, zu sehr auf die Fähigkeiten von Sahira, Gucky und den Gijahthrakos vertraut. Rhodan hatte am Ende eigentlich nur die Aufgabe die schwarze Maschine zu steuern und die Herrschaft der Extrasinne zu beenden. Selbst in der Konfrontation mit Atlan bekommt er keine Chance, aus eigenem Antrieb eine Veränderung herbeizuführen. Wozu ist er der Held? Was unterscheidet ihn von den Sterblichen, wenn er doch nur mit Hilfe von Zufällen oder anderen Personen einen Unterschied bewirkt? Das ist es, was ich im allgemeinen in vielen Romanen der PERRY RHODAN Serie vermisse.
Zum Stil muss ich auch noch etwas loswerden. Ein Satz, der mir in letzter Zeit häufiger in PERRY RHODAN Romane aufgefallen ist: »… zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen.« Das mag vielleicht weniger Klischee sein als, »… hatte einen Fluch auf den Lippen.«, aber so richtig toll finde ich ihn nicht und wäre froh darum, sowas in nächster Zeit auch nicht mehr lesen zu müssen. Stutzig geworden, bin ich auch bei folgenden Worten: »Der Extrasinn verzichtete auf eine Replik.« Das mag korrekt sein, ist aber eher ungebräuchlich. Denn mit dem Begriff »Replik« assoziiere ich etwas anderes.
Mein Fazit zum finalen Roman fällt gemischt aus. Die Handlung ist durchaus spannend und gut zu lesen. Allein die Auflösung der Geschichte scheint nicht bis ins Letzte durchdacht.
Zusammenfassend kann ich über die ARKON-Miniserie sagen, dass sie mir weitaus besser gefiel als seinerzeit »STARDUST«. Sie orientierte sich mehr an der Wirklichkeit und weniger am kosmischen Überbau, was ich sehr begrüße. Es gab gute und schwache Romane, wobei die schwachen eher im Mittelteil zu finden waren. Herausragend waren Band 4 von Michael Marcus Thurner, Band 9 von Kai Hirdt und Band 10 von Verena Themsen, die zeigen, wie man mit wenigen Figuren und ohne große Raumschiffschlachten eine außergewöhnliche Geschichte lebendig erzählen kann. Weniger gut fand ich die stereotype Charakteristik der Arkoniden, Mehandor und Aras, die sich im Laufe von 3ooo Jahren zu Beginn der Erstauflage nicht wirklich weiterentwickelt zu haben scheinen. Aber wenn ich mir die Menschheit momentan so ansehe, sehe ich auch bei ihr keine großen Perspektiven für Veränderungen. Da mag das schon in Ordnung gehen.
»TerraNews« – so heißt die neue Rubrik im Newsletter der »Perry Rhodan Fan Zentrale e. V.«. Darin wird PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick in Zukunft alle zwei Monate einen kleinen Ausblick auf die PERRY RHODAN-Serie liefern. In den Informationshäppchen werden zukünftige Schauplätze verraten, neue Völker oder Figuren vorgestellt, Zitate aus einem Exposé oder der Anfang eines noch unveröffentlichten Romanheftes abgedruckt – alles exklusiv für die Leser des Newsletters der PRFZ.
Den Anfang macht der Schauplatz des kommenden Zyklus »Sternengruft«. Wer Mitglied in der PRFZ ist und wissen will, wohin es Perry und Co in den Romanen ab Band 2875 verschlagen wird, der sollte jetzt den Newsletter abonnieren. Die Ausgabe Nr. 14 wird in den nächsten Tagen verschickt.
Außer den »TerraNews« enthält der mehrseitige Newsletter Interviews, Ankündigungen, Rezensionen zu Fan-Publikationen, Con-Berichte, Internes aus der PRFZ und vieles mehr.
Wer noch kein Mitglied in der PRFZ ist oder den Newsletter noch nicht abonniert hat, findet alle relevanten Informationen auf der Internetseite der PRFZ.
PERRY RHODAN ARKON Band 11 – »Auf dem Wandelstern« von Susan Schwartz
Perry Rhodan, Gucky und Sahira erwachen auf einem Planeten, dessen Kruste aus Kristallen besteht. Schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um die Gijahthrakos handelt. Die Wesen fühlen sich von den Drei aber gestört und versuchen die Eindringlinge mit paramentalen Mitteln zum Gehen zu bewegen. Erst als die Kristallwesen Sahira erkennen, lenken sie ein und zeigen Rhodan, Gucky und dem Mädchen den Weg zu Sidhars schwarzer Maschine. Wo sie endlich auf den Urheber des Chaos treffen.
Die Parallelhandlung beschäftigt sich mit den Kristallzwillingen Kassian und Kerlon aus Band 3, von ihrer Geburt bis zu ihrer ARK SUMMIA Prüfung.
Nachdem ich die ersten Kapitel über die Zwillinge gelesen hatte, stellte ich mir ernsthaft die Frage, was ich mit den Informationen an dieser Stelle sollte. Nicht nur, dass die Einschübe die Handlung auf dem Wandelstern einbremsen, sondern vor allem weil doch einer der Zwillinge bereits gestorben war. Wozu muss ich die Geschichte eines Protagonisten kennen, der schon vor acht Bänden aus der Handlung verschwunden ist? Ich hätte es besser gefunden, wenn man das in Band 3 thematisiert hätte. Was an der Stelle viel stimmiger platziert gewesen wäre. Denn so bekam ich mit jedem weiteren Kapitel die dunkle Ahnung, dass das Leben der Zwillinge mir nicht ganz ohne Grund in diesem Roman erzählt wird. Was sich letztlich auch bestätigt hat. Das der scheinbar tote Kerlon der Übeltäter hinter den Geschehnissen ist, war danach keine Überraschung mehr.
Stilistisch liegen zwischen dem Roman von Susan Schwartz und dem von Verena Themsen Welten. Während man bei Band 10 die Sorgfalt und das Herzblut der Autorin in jedem Satz spürt, wirkt »Auf dem Wandelstern« geradezu lieblos. Die beinahe schon Reportagenhafte Form erinnert stark an die Romane der frühen EA. Das fehlende Setting und die auktoriale Perspektive, besonders in der Handlungsebene der Zwillinge, hinterlassen bei mir ein Gefühl von Oberflächlichkeit. Dabei war der Stoff durchaus interessant, wurde jedoch durch zu viele Klischees verwässert.
Aber auch die Handlung auf dem Wandelstern selbst, ist nicht ohne Patzer. Guckys loses Mundwerk passt nicht zur Darstellung des Mausbibers aus der heutigen Zeit. Da vermisse ich stellenweise die Ernsthaftigkeit, die er in der EA und den vergangenen Bänden immer wieder gezeigt hat. Und auch Rhodan verhält sich zuweilen so schroff und abweisend, wie man ihn selten zuvor erlebt hat. Und das ohne zwingenden Grund. Die Diskussion zwischen ihm und Gucky wegen der Fernsteuerung von Sahiras SERUN wirkt zwanghaft lächerlich und hört sich für mich nicht nach Perry Rhodan an.
Das ES mal wieder seine Finger im Spiel hatte, was die Gijahthrakos betrifft, verwundert mich wenig. Aber der Grund, den Kerlon für sein Handeln vorbringt, ist für mich überhaupt nicht schlüssig. Auch nicht das Verhalten der Arkoniden an sich. Sein Extrasinn ließ sich nicht aktivieren, weil er schon aktiv ist und deshalb gilt er nicht als vollwertiger Extrasinnträger. Was ist denn das für eine Logik? Und das er sich an allen ARK SUMMIA Absolventen rächen will und nicht nur an Bostich ist genauso fragwürdig. Um diese Argumentation eindeutig zu begründen, bedarf es einer viel tieferen Charakterisierung.
Der Cliffhanger mit Atlan am Ende verheißt zwar Spannung, aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob mich das Finale der ARKON Miniserie wirklich vom Hocker reißen wird.
Fazit: »Auf dem Wandelstern« ist ein mit viel Routine geschriebener Roman, der eine überraschende Erkenntnis bringen soll, dies aber anhand eines falsch platzierten Plots vergeigt.
PERRY RHODAN ARKON Band 10 – »Hüter der Gedanken« von Verena Themsen
Auf seiner Reise durch das Portal durchlebt Rhodan das Leben des Kolonialarkoniden Sidhar.
Als Hirtenjunge auf Iprasa vor zehntausenden von Jahren geboren, stößt er während eines Sturms auf eine verlassene Forschungsstation. Mit Hilfe des ehemaligen Forschers Sarro, der den Jungen als Hologramm erscheint, lernt Sidhar längst in Vergessenheit geratenes Wissen. Irgendwann sagt er sich von seinem matriarchalischen Nomaden-Clan los und setzt die Forschungen von Sarro fort. Viele Jahre lebt er als Einzelgänger in der Station, bis er glaubt, dass Rätsel um die Erweiterung des arkonidischen Geistes gelöst zu haben. Doch erst als er sich mit den gestrandeten Gijahthrako verbündet, kommt er wirklich voran. Sein Eifer wächst und er überschreitet moralische Grenzen, benutzt Sterbende als Versuchskaninchen, um seine Ergebnisse zu testen. Doch die Nomaden kommen irgendwann dahinter und fordern von Sidhar die Forschungen aufzugeben, oder sie werden ihn töten. Da unterzieht er sich selbst der schmerzhaften Behandlung. Leider werden bei ihm mehr Sinne aktiviert, die ihn fortan beinahe in den Wahnsinn treiben. Nur mit Hilfe des Gijahthrako Kulekatiim behält er die Oberhand über seinen Verstand. Doch der Selbstversuch bewirkt, dass das Matriarchat der Nomaden Vertrauen gewinnt und ihm Hilfe anbietet. Die junge Laniri sticht durch ihren Ehrgeiz und ihre Hingabe für Sidhar aus der Gruppe seiner Assistenten hervor. Gemeinsam können sie Sidhars Maschine so verbessern, das die Aktivierung des Extrasinns erfolgreich ist, sofern der Proband die Eignungstests bestanden hat. Nach dem Zusammenbruch der Hyperstürme, die das Leben auf Iprasa um Jahrtausende zurückgeworfen hatten, landet ein Schiff von Arkon 1. Laniri, durch ihren aktiviertem Extrasinn arrogant und gefühlskalt geworden, verrät Sidhar und nimmt seine Maschine und seine Forschungen mit nach Arkon 1. Doch Sidhar arbeitet schon längst an einem neuen Projekt. Zusammen mit den paarbegabten Nomadenfrauen und den Gijahthrako bauen sie vier Geoden, die als Pforten zum Wandelstern dienen sollen, der Heimat der Gijahthrako. Dort angekommen aktiviert Sidhar seine Maschine. Sie sorgt dafür, das alle Arkoniden mit aktiviertem Logiksektor von ihren Extrasinnen übernommen werden.
Ich mag die Geschichten von Verena Themsen, weil sie stets sorgfältig ausgearbeitet sind und durch viele fantastische Elemente bestechen. Bei dem vorliegenden Band 10 der ARKON-Reihe ist das nicht anders. Die Arkon-Expertin liefert eine faszinierende Geschichte aus der Vergangenheit Iprasas ab, die nicht nur die Miniserie bereichert, sondern auch eine Erklärung liefert, wie die Arkoniden zu ihren Extrasinnen gekommen sind. Die Geschichte um den unschuldigen Hirtenjungen, der zum fanatischen Wissenschaftler wird, ist mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt. Die Bilder, die die Autorin im Kopf des Lesers entstehen lässt, sind eindringlich und wirken noch lange nach.
Auch wenn ich nicht so gut in der Historie der Arkoniden bewandert bin, hatte ich sehr viel Freude beim Lesen. Die Autorin zeigte mal etwas anderes als Raumschlachten und prügelnde Agenten im Einsatz. Eine gelungene Abwechslung und ein Roman der zu Spekulationen einlädt.
Wer ist noch durch eine der drei Geoden zum Wandelstern gelangt? Und wer hat die Maschine von Sidhar erneut in Betrieb genommen?
Fazit: »Hüter der Gedanken« ist ein lesenswerter Roman, der auch unabhängig von der Miniserie funktioniert und in dem Verena Themsen zeigt, wieviel Hingabe man als Autor in einen Roman stecken kann. Perfekter Plot, perfekt umgesetzt, da könnte man als Hobbyautorin ein bisschen neidisch werden.
PERRY RHODAN NEO Band 125 – »Zentrum des Zorns« von Rüdiger Schäfer
Nun ist sie also bei PERRY RHODAN NEO angekommen, die Macht, die die Galaxis durchdringt … korrigiere: »die das Universum am Beginn aller Zeiten ausgeatmet hat.« An der Stelle konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Manche Ideen sind einfach zu gut, um sie nicht mehrfach zu verwenden. Doch zurück zum Roman.
Die MAYA dringt, mit Perry Rhodan an Bord, in die Dunkelwolke im galaktischen Zentrum vor. Er landet zusammen mit Tuire, Atlan, Marshall, Matsu, Hanafe sowie Rainbow und Schablonski auf der Heimatwelt der Maahks. Als ich las, dass sie schon wieder einen Einsatz in den MAKOTOS planten, fragte ich mich unwillkürlich, was wohl dieses Mal schief laufen würde. Bisher war ja keiner der Einsätze von Erfolg gekrönt. Die Maahks lassen sich eben nicht für dumm verkaufen. Die Truppe entdeckt auf Maahkaura eine ungewöhnliche Zivilisation. Sie lernen die Maahks von einer Seite kennen, die sie nicht erwartet haben. Rau aber herzlich und vor allem zweckorientiert. Sie dringen zum Nest der Neunväter vor, wo sie nach Tuires Angaben die Informationen bekommen, die ihnen im Kampf gegen die Maahks weiterhelfen sollen. Vor Ort geraten Atlan und Rhodan aneinander, weil der Arkonide die Zeitbombe mit Hilfe dreier Springer von der CREST zur MAYA geschmuggelt hat und bereit ist, sie auf der Maahkwelt zu zünden, um den Krieg ein für alle Mal zu beenden. Doch da hat Tuire plötzlich einen starken Erinnerungsschub und fordert die Freunde auf, schnellstens von dem Planeten zu fliehen. Die anschließende Flucht gelingt den Menschen nur, weil es einen Maahk gibt, der an seiner Existenz und der seines Volkes zweifelt.
Jener Maahk heißt Jaahkarim und man erfährt in einem parallelen Handlungsstrang, wie er geboren wird, sich entwickelt und zu einem ausgewachsenen Maahk heranwächst. Hautnah lässt der Autor den Leser teilhaben an den Erlebnissen eines Individuums dessen einziger Zweck der Kampf ist. Er schickt die Figur durch Drill und Demütigungen und konfrontiert sie mit wachsenden Zweifeln, zeigt aber sehr plastisch die Auswirkungen des Permazorns, dessen Einfluss Jaahkarim mit einer tragischen Entscheidung entkommt. Diese Kapitel sind fast spannender als die Rhodanhandlung. Und sie dienen als Gegengewicht. Sie wecken so viel Sympathie bei mir als Leser, dass ich Rhodans Zögern verstehen und Atlans Wut nicht mehr nachvollziehen kann.
Kurz vor Schluß kommt die Zeitbombe doch noch zum Einsatz, als Rhodan sie von Tuire im Bündler zünden lässt. Diese Szene gehörte zu den wenigen Schwachpunkten der Geschichte. Nicht nur das es Atlan gelingen konnte, die Zeitbombe, die sicher gut bewacht wurde, unbemerkt von der CREST auf die MAYA zu schaffen. Nein, Rhodan geht mit der Zündung eines Blindgängers auch noch ein unkalkulierbares Risiko ein. Zudem gefährdet er die Mission, in dem er Gucky zwingt, mit vier Personen zu teleportieren. Anstatt ihn nur mit Tuire und der Bombe ins Innere des Bündlers zu schicken, geht Rhodan selbst mit und überredet auch noch Atlan, sie zu begleiten. Dafür gab es keinen zwingenden Grund, weil Gucky einen eventuellen Angriff ebenso hätte abwehren können. Die Mission gelingt, wenn auch nicht so reibungslos, wie geplant. Die Bombe funktioniert nicht, aber sie blockiert den Bündler und verhindert vorerst, dass die Maahks Nachschub nach M13 schicken können.
Mit der MAYA zurück in M13 berichtet Tuire Sitareh von den Erkenntnissen, die ihm der Erinnerungsschub gebracht hat und enthüllt dabei einige erstaunliche Zusammenhänge. Er war schon einmal auf Maahkaura. Es gibt dort keine Neunväter, sondern nur einen Goldenen mit dem Namen Trivet Donkar. Denn die Goldenen haben die Maahks vor mehr als fünfzigtausend Jahren geschaffen. Donkar war einst Tuires Freund.
Die Kapitel um den Maahk Jaahkarim sind stark geschrieben. Die Charakterstudie die Rüdiger Schäfer mit dem Maahk in Band 125 betreibt, ist spannend und so intensiv, das mir Jaahkarim stellenweise näher war als Perry Rhodan. Letzterer hat trotz seines Geredes von überlegener Moral eine ziemlich unschöne Szene, in der er Tani Hanafe anschnauzt. Er kann von Glück reden, dass die Mutantin darauf so reagiert, wie erhofft. Bei mir hätte er damit genau das Gegenteil bewirkt. Aber es zeigt, wie sehr es in ihm arbeitet. Thora und Crest sind verschwunden, Arkon liegt in Trümmern, die Bedrohung für die Menschen durch die Allianz wächst und dann stellt sich auch noch Atlan gegen ihn. Das Streitgespräch zwischen Rhodan und dem Arkoniden, war beispielhaft für vieles was wir in unserer täglichen Realität erleben. Rüdiger Schäfer stellt die richtigen Fragen und zeigt, dass es viele Antworten aber keine unumstößliche Wahrheit gibt.
Auch die Beschreibungen der Methanwelten ist ihm gelungen. Man fühlt den Sense of Wonder, wenn sich der Maahk durch eine sturmgepeitschte Landschaft zäher Methannebel schleppt oder Rhodans Gruppe durch die Hauptstadt von Maahkaura schlendert. Manchmal konnte man die herrschende Enge, den Trubel und die Kälte fast körperlich spüren. Die Analogien die Rüdiger Schäfer in seinen Beschreibungen verwendet, sind fremd und vertraut zu gleich. Titelbildzeichner Dirk Schulz bringt die Eindrücke von der Atmosphäre ziemlich gut zur Geltung.
Der Konflikt zwischen der Allianz und den Humanoiden ist größer als geglaubt, auch das ist eine Erkenntnis, die Perry Rhodan am Ende erfahren muss. Tuire Sitareh kommt seiner Vergangenheit einen Schritt näher und durch ihn erfahren nicht nur Rhodan und seine Mitstreiter ein paar wichtige Zusammenhänge. Die Goldenen haben also die Maahk erschaffen. Eine Antwort die neue Fragen aufwirft. Warum taten sie das? Worin besteht der Zweck ihres Vorhabens, die Humanoiden aus der Galaxis zu tilgen? Man darf gespannt sein, welche Antworten die Expokraten für uns bereithalten.
Fazit: »Zentrum des Zorns« ist definitiv einer der Schlüsselromane des Zyklus, weil er viele Fragen beantwortet. Außerdem gewährt er einen tiefen Blick auf eine fremde Lebensform, die einem am Ende vertrauter ist, als man anfangs glaubt. Großartig!
Im September vergangenen Jahres fand der GarchingCon statt. Ich berichtete darüber. Da dies mein erster PERRY RHODAN Con war, war ich ziemlich aufgeregt. Ich habe an den drei Tagen neue Menschen kennengelernt und mit so vielen geplaudert, dass ich vom eigentlichen Programm nicht viel mitbekam. Vor wenigen Wochen kam die DVD (Blu-ray) zum GarchingCon heraus und die habe ich mir sofort in der die Blu-ray Version bestellt.
Die Macher vom PR-Stammtisch »Ernst Ellert« in München haben sich große Mühe gegeben, die drei Tage in Garching auf möglichst unterhaltsame Weise zusammenzufassen. Auf DVD oder Blu-ray kann man die gelungene Veranstaltung noch einmal Revue passieren lassen. Für die, die nicht daran teilnehmen konnten, ist es die Chance zumindest die Highlights mitzuerleben.
Auf den vier prallgefüllten Disks mit 9 Stunden Laufzeit finden sich ausführliche Ausschnitte aus jedem Programmpunkt. Für jeden Con-Tag eine Disk plus eine mit Aufzeichnungen der Kaffeeklatsch-Treffen und von ausgewählten Interviews mit Autoren und Zeichnern. Die Bildqualität ist, bis auf die Interviews, ausgezeichnet und auch gestalterisch macht das Video einen professionellen Eindruck. So bekomme ich jetzt endlich die Möglichkeit, das Verpasste in aller Ruhe auf der heimischen Couch nachzuholen.
Einziger Wermutstropfen ist das fehlende Inhaltsverzeichnis. Man sieht erst nach dem Einlegen der Blu-ray was sich darauf befindet. Im Internet gibt es eine entsprechende Auflistung. Vielleicht hätte man die einfach ausdrucken und der Hülle beilegen können. Das hätte sicher nicht sehr viel mehr gekostet.
Das 4er-Blu-ray-Set kostet 30 EUR zzgl. Versandkosten und kann über die Internetseite des GarchingCon bestellt werden.
PERRY RHODAN ARKON Band 9 – »Flotte der Verräter« von Kai Hirdt
Auf Glynth abgesetzt, verläuft Rhodans Plan nicht ganz so stringent, wie von ihm ausgedacht. Sie werden von einer Gruppe Glykoniden festgesetzt und entkommen nur beinahe einem heimtückischen Mordanschlag. Der junge Glynkonide Toracc bringt sie zu Tharc Sanaire in die Oaseninsel des Träumenden Gottes. Erst hier beginnt Rhodan zu begreifen, warum sich die eigentlich freundlichen Bewohner von Glynth so paranoid verhalten. Die Oase wurde von den Arkoniden zerstört, 300 Glynkoniden getötet. Auch sein Wunsch nach einem Raumschiff wird ihm nur widerwillig gewährt. Letztendlich bekommen sie die SINEAN, mit der sie tiefer ins Arkonsystem vordringen. Kurz vor Iprasa werden sie von einem Patrouillenschiff aufgegriffen, dessen philosophierender Kommandant, Rhodan und das Schiff als Abwechslung vom Alltag begrüßt und eine Untersuchung anordnet. Doch dann wird er zu den Kampfverbänden abkommandiert und Gucky kann Rhodan, Sahira und Toracc unbemerkt auf den Planeten teleportieren. Dort wartet schon die nächste Falle.
In der Nebenhandlung geht es um die Schlacht von Arkon. Atlan stellt sich mit seiner Flotte den Arkonidischen Verbänden entgegen. In einer seltsamen Botschaft fordert Imperator Bostich seinen Platz an der Spitze Arkons, den er eigentlich bereits innehat. Osma ter Rey, eine alte Kämpferin, vom Imperator vor Jahren geadelt und ins Flottenkommando berufen, versucht hinter die Gründe des Angriffs zu kommen, um das Imperium vor Schaden zu bewahren. Leider trifft sie die falsche Entscheidung, indem sie einen Trottel zum Kommandanten wählt. (Nun, ihre Auswahl, war auch nicht sehr üppig.). Es kommt zu Kampfhandlungen, als auch noch eine Flotte der USO unter Lordadmiral Monkey im Arkonsystem eintrifft. Erst als die PRÄTORIA der LFT im System erscheint, wird eine Pattsituation herbeigeführt, die die Waffen vorerst zum Schweigen bringt.
Wie bei NEO beweist Kai Hirdt, dass er auch eine komplexe Handlung mit vielen Charakteren gut beherrscht. Mit viel Liebe zum Detail widmet er sich jeder seiner Figuren und erzielt dabei den gleichen Effekt, wie in seinen NEO-Romanen: Ihm gelingt es im Kopf des Lesers einen Film ablaufen zu lassen. Dabei trifft er den philosophierenden Zweimondträger genauso perfekt, wie den überforderten Flottenchef oder den jungen Glynkoniden Toracc. Auch der Figur des Perry Rhodan verleiht er eine zutiefst menschliche Seite, indem er ihn mit Situationen konfrontiert, die ihn mal eine lustige, mal aber auch schmerzhafte Reaktion abverlangen. Mein Favorit ist die Unterhaltung zwischen Toracc und dem Zweimondträger. Die Reflexe der Zuhörer waren einfach grandios.
Die Gesellschaft der Glynkoniden ist nicht ohne Hintergrund geschrieben, da spielen viele aktuelle Probleme unserer Gegenwart hinein. Mir gefiel das, was sicher nicht bei allen Lesern der Fall sein wird. Negativ fiel mir der Bruch zwischen der sehr lustigen Geschichte aus Guckys Autobiographie und der anschließenden Szene in der Insel des Träumenden Gottes auf. Nach einem humorvoll erzählten Abenteuer findet man sich plötzlich zwischen Trümmern und verkohlten Leichen wieder. Den Wechsel fand ich ein wenig zu krass. Dennoch, bei so vielen brillanten Ideen schreitet die Handlung zügig voran und es kommt keine Minute Langeweile auf.
Über die Schilderung der Raumschlacht verliere ich an dieser Stelle keine Worte. Für die Serienhandlung ist und bleibt mir der Angriff von Atlans Flotte nach wie vor ein Rätsel. Warum greift er Arkon an und warum sendet er eine so idiotische Botschaft an das arkonidische Volk. Glaubt er wirklich, er kann diejenigen täuschen, die über keinen aktivieren Extrasinn verfügen? Und wieso mischen sich jetzt sowohl die USO, als auch die LFT-Flotte des Galaktikums in den Konflikt ein. Und warum erst jetzt und nicht schon früher? Vielleicht wären solche Massaker wie auf Glynth verhindert worden. Die Serienhandlung wird immer verworrener, ohne dass sich für mich ein klares Ziel abzeichnet. Das ist auf Dauer schon etwas frustrierend.
Am Ende finden Rhodan, Gucky und Sahira das Portal zum Wandelstern und gehen hindurch. Vielleicht werden auf der anderen Seite ein paar meiner Fragen beantwortet.
Zumindest auf eine Frage aus dem letzten Roman kenne ich nun die Antwort. Es sind also nicht nur ein archaischer Impuls sondern viele archaische Impulse, die an die Extrasinnträger geschickt werden und ihre Handlungen lenken. Das ist mir in den vorrangegangenen Romanen irgendwie nicht bewusst geworden.
Mein Fazit: »Flotte der Verräter« ist eine toll erzählte Geschichte. So muss ein gelungener Roman aussehen. Auch wenn es einige Ansätze im Plot der Serienhandlung gibt, deren Sinn sich mir nicht wirklich erschließen. Noch nicht jedenfalls!