Der gescheiterte Stern

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 146 – »Der Schatz des Pilgerschiffs« von Susan Schwartz

Ein gescheiterter Stern aber keine gescheiterte Geschichte, so lautet mein Urteil, was den ersten Teil des Romans betrifft.

Die Reise von Perry Rhodan, Tuire Sitareh und dem Gurrad Vanjak in dem ramponierten und hoffnungslos überfüllten Pilgerschiff ist überzeugend geschrieben. Mit genügend sensorischen Eindrücken, um Enge, Schmutz und Gestank für den Leser erfahrbar zu machen. Die Figuren, allen voran die weibliche Gurrad Valeeraa, sind treffend gezeichnet und charakterisiert. Endlich wieder ein starker weiblicher Charakter, der sich durchzusetzen weiß und dennoch über gefühlsbetonte Seiten verfügt. Wobei ich mich frage, warum man sie nicht zur Kommandantin gemacht hat. Die Gurrads leben in einem Matriarchat. Eine weibliche Gurrad, auch eine so junge, wird sich sicherlich wenig vom Kommandanten sagen lassen – was im Laufe der Handlung auch immer wieder durchschimmert. Auch der übergewichtige Oberpriester Ostrott war gut getroffen. Susan Schwartz spielt dabei zwar mit vielen Klischees, die in diesem Fall aber treffend sind. Bis zum Absturz auf den braunen Zwerg gefiel mir der Roman ausnehmend gut. Doch schon bei der Beschreibung, wie das Schiff auf den gescheiterten Stern stürzt, kräuselte sich meine Stirn.

Aus dem Werkstattbericht von Rüdiger Schäfer auf der PR-Homepage, hatte ich einige Hintergründe zum Ort des Geschehens – dem braunen Zwerg – gelesen und war mir bewusst, dass die Expokraten damit Neuland betreten. Vieles davon ist nur schwer wissenschaftlich zu beweisen, was mir klar machte, dass ich dieses Mal nicht zu sehr auf Fakten bestehen darf. Ich wusste also, dass mich wahrscheinlich eine »bunte« Fantasiewelt erwartet. Und fremde, exotische Welten beschreiben, das kann Susan Schwartz sehr gut. Man merkt, dass sie schon lange im »Geschäft« ist und viel Übung darin hat. Die Tier- und Pflanzenwelt orientierte sich zwar sehr an irdischen Meereslebewesen, aber das war zu verschmerzen. Was mich ärgerte, waren die ständigen Kampfszenen, die sich auch durch diesen NEO ziehen, und in ihrer Fülle statt Spannung eher Langeweile verursachen. Wie schon in anderen NEO-Romanen der Autorin, folgen Angriff und Gegenwehr dem gleichen Strickmuster, so dass es irgendwann vorhersehbar wird. Ich würde gern einmal wieder eine NEO-Geschichte der Autorin lesen, in der nicht gegen irgendwelche Flugkreaturen oder giftstachelbewehrte Monster gekämpft wird.

Im zweiten Drittel, spätestens nachdem Rhodan und die Pilger das notgelandete Schiff verlassen und durch den Wolkenteppich irren und schließlich auf eine der schwebenden Inseln stoßen, wird die Handlung hektisch. Da tauchen Gurrads auf, die vor Generationen ebenfalls auf dem »Stern« gestrandet sind und sich an die Umwelt angepasst haben. Es gibt eine Menge Informationen zu gesellschaftlichen und historischen Hintergründen. Das liest sich beinahe wie eine Reisebeschreibung. Zwischen all dem Phantastischen vermisse ich den Bezug zu den Figuren. Sie agierten, sie redeten miteinander, sie dachten und dennoch sprachen sie nicht mit mir.

Als sich Rhodan, Sitareh, Vanjak und Valeeraa auf die Suche nach dem Pilgerschiff begeben, wurde es mir dann ein wenig zu fantastisch. Und als sie das – nach tausenden von Jahren – noch intakte Schiff finden, krankt die Handlung an den vielen kurzen Kapiteln. Das wirkt nicht nur hektisch, es fühlt sich an, als müsse die Autorin die Handlung verschleppen, damit die notwendige Seitenzahl erreicht wird. Ein Hindernis nach dem anderen taucht auf, nur damit es dann in wenigen Absätzen überwunden wird, bis Rhodan und Sitareh sowie Valeeraa und Vanjak auf das nächste stoßen.

Besonders ärgerlich war ich über den Tod von Valeeraa. Das ist so typisch, da wird eine gut funktionierende (vor allem weibliche) Figur aufgebaut und dann lässt man sie einfach sterben. Ich dachte, dass hätte man im Gegensatz zur EA bei PERRY RHODAN NEO inzwischen überwunden.

Tuire Sitareh dem Auloren gelingt es, dass alte Schiff startklar zu machen. Die überlebenden Pilger werden schnell eingesammelt, dann hebt es ab und hangelt sich mittels pseudowissenschaftlicher Erklärungen hinaus ins All. Ich gebe zu, dass ich am Ende nicht einmal mehr versucht habe, nachzuvollziehen, ob das tatsächlich möglich sein könnte. Das war so abgehoben, wie das Schiff selbst. Ich glaube, dass auch der Autorin nicht ganz schlüssig war, was sie schreiben bzw. wie sie es dem Leser erklären soll. Manchen Passagen klangen wie aus einem Datenblatt zitiert.

Noch einige Fragen, die mir unklar geblieben sind, die aber wahrscheinlich schon im Exposé ihren Ursprung haben: Warum sollten alle havarierten Schiffe an der gleichen Stelle auf den brauen Zwerg stürzen? Das wäre in etwa genauso, als würden auf der Erde alle Meteoriten auf einem Kontinent niedergehen. Woher kommt der Sauerstoff in der Atmosphäre des Sterns? Woher kommt der Auftrieb, der die hohe Schwerkraft aufhebt, die anhand der Größe des Himmelskörpers, eigentlich viel höher sein müsste als die auf der Erde?

Mein Fazit: Wer auf phantastische Welten steht und keine einigermaßen fundierten Fakten braucht, der wird von dem Roman sicher gut unterhalten werden. Ich gebe zu, dass ich mich durch das letzte Drittel des Buches regelrecht quälen musste. Wenn ich nicht hätte wissen wollen, was es mit dem rätselhaften Schatz des Pilgerschiffes auf sich hat, hätte ich den Roman nicht bis zu Ende gelesen.

Noch ein Gedanke zum Titel. Rüdiger Schäfer schrieb in seinem Werkstattbericht, dass er dem Roman gern den Titel »Der gescheiterte Stern« gegeben hätte, sich die Autorin und die Redaktion aber dagegen entschieden hätte. Nachdem ich den Roman nun gelesen habe, muss ich sagen, das »Der Schatz des Pilgerschiffs« die Geschichte viel besser charakterisiert. Für »Der gescheiterte Stern« hätte die Handlung durch weniger Fantasyelemente und mehr Wissenschaft getragen werden müssen.

Pilgerprüfung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 145 – »Hafen der Pilger« von Rüdiger Schäfer

Ich muss mich schon fast entschuldigen, weil ich die Rezension zu diesem NEO-Roman so spät veröffentliche. Seitdem ich nicht mehr pendle, hinke ich meinem Lesepensum etwas hinterher. Dann kamen noch die Ostertage dazwischen, an denen ich keine Zeit zum Lesen hatte und so kommt meine Besprechung zum aktuellen Roman meines Lieblings-NEO-Autoren erst heute.

Doch zurück zur Geschichte. Wie die meisten Romane in dieser Staffel fällt auch »Hafen der Pilger« etwas aus der Reihe.

Der Inhalt ist kurz zusammengefasst. Perry Rhodan gerät im Kugelsternhaufen Suurt in Gefangenschaft abtrünniger Gurrads. Auf ihrem Schiff trifft er auf Tuire Sitareh. Mit der Zeit können beide die Löwenmenschen von ihrer Harmlosigkeit überzeugen und durch Hilfe bei der Reparatur des Raumschiffes und ihrer Basis als Freunde gewinnen. Die Gurrads helfen ihnen sogar dabei fünf wichtige Prüfungen zu bestehen, um auf Pilgerreise nach Ambaphal gehen zu können.

Der Autor schickt Rhodan und Sitareh auf ein klassisches Planetenabenteuer. Fern von kosmologischen Verwicklungen müssen sich die beiden Freunde mit ziemlich weltlichen Dingen herumschlagen, sei es, sich vor tausenden Zuschauern nackt auszuziehen, eine Bürstenmassage über sich ergehen lassen, Verse auswendig lernen, einen Turm zu erklettern oder einen schleimigen Wurm zu verspeisen. Das bringt etwas Abwechslung ins Übermaß an kosmischen Entwicklungen in den vergangen Staffeln. Ich finde es schön, dass mal keine Schlachten geschlagen werden müssen und auch sonst nicht viel gekämpft wird. Der ruhige Handlungsfortschritt, der sich über einige Wochen hinzieht, entspannte mich regelrecht. Spannung bezieht Rüdiger Schäfer wie immer mehr aus dem Inneren der Figuren und ihrem Agieren mit der phantastischen Umwelt. Das gefiel mir außerordentlich gut und ich habe an einigen Stellen gedacht, dass ich das wahrscheinlich genauso geschrieben hätte. Diese Parallelität der Schreibstile freut mich immer. Ungewöhnlich, aber interessant, finde ich die Gurrads. In ihrem Verhalten ähneln sie den Klingonen bei STAR TREK.

»Hafen der Pilger« ist sicherlich kein schlechter Roman, dennoch bleiben nach wie vor Fragen. Warum unternimmt Perry Rhodan die Pilgerreise, obwohl sie nicht ungefährlich ist? Was erwartet er sich davon? ES hat ihn nach Sagittarius geschickt und nicht in den davor liegenden Kugelsternhaufen. Oder, doch …? Schließlich machen sich sowohl sein Wasserschiff, als auch die Verrytsphäre von Tuire Sitareh einfach so aus dem Staub. Das lässt ihm wenig Spielraum, so ganz ohne technische Hilfsmittel der Superintelligenz. Mir persönlich ist das zu »plot-driven«, um mich zu überzeugen. Irritiert hat mich auch Sitarehs plötzliche Fähigkeit sein Gegenüber mittels seiner Ausstrahlung zu beeinflussen. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das bisher nie so offensichtlich angesprochen worden. Auch wenn mir der ruhige und langsame Handlungsfortschritt des Romans gefallen hat, in Bezug auf die Staffelhandlung spüre ich nur wenig Fortschritt. Ich bin unsicher, wohin die Reise gehen und wie das enden soll. Ich möchte die vergangenen Bände von METEORA nicht schlecht reden. Aber diese Staffel plätschert so vor sich hin, dass ich mich frage, ob da nicht schon zu Beginn die Luft raus war. Wollen die Expokraten nach den schlimmen Ereignissen auf der Erde und der überstürzten Handlung sich und den Lesern eine Verschnaufpause gönnen? Angesichts der schweren Krankheit von Exposéautor Michael Buchholz hätte ich sogar Verständnis dafür.

Trotz alledem bin ich gespannt, wie die Handlung weitergeht, sowohl mit Rhodan und Sitarehs Pilgerreise, also auch auf der Erde.
Das starke Cover von Dirk Schulz erinnert mich an den Planeten Scarife bei Rouge One.

Mein Fazit: »Hafen der Pilger« ist nicht der überragendste NEO-Roman den ich von Rüdiger Schäfer gelesen habe, aber sicher der Ungewöhnlichste. Im Gedächtnis bleiben mir die plastischen Bilder der Pilgerstadt, die interessanten Charaktere und die über einen ungewöhnlich langen Zeitraum verlaufende Handlung.

Paradies 2.0

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 144 – »Verkünder des Paradieses« von Michael H. Buchholz

Es sollte der letzte Roman sein, den Michael H. Buchholz schrieb. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, ist es schwer einen objektiven Blick zu behalten.

Mit dem Auftauchen der Memeter ereilt die Menschheit in NEO die dritte Invasion in Folge. Im Gegensatz zu den Vorangegangenen ist zumindest der Grund originell. Ohne die vorherige Sitarakh-Invasion und die Zerstörungen, die im Auftrag von Masmer Tronkh erfolgten, wäre die Thematik noch um vieles brisanter. Weil die Menschheit ihren Planeten heruntergewirtschaftet hat, soll sie von der Erde vertrieben bzw. ins »Paradies« verbracht werden. Wie auch immer dieses Paradies 2.0 beschaffen sein wird. Vielleicht ist es auch nur eine virtuelle Realität und die Menschen werden auf dem riesigen Memeterschiff in eine Art Matrix »verpackt«. Das ist eine Idee, die sogar in einem eigenständigen Roman außerhalb des Perryversums funktionieren könnte.

Der Autor vermag die Hilflosigkeit der Terraner sehr plastisch zu erzählen. Im Verlauf der Handlung tauchen Figuren auf, mit dessen Wiedersehen man nicht mehr gerechnet hatte, so wie Lionel Dahl, den verurteilten Assistenten von Bully. Wie immer versucht Michael H. Buchholz die Vorgänge wissenschaftlich genau zu erläutern, um Glaubhaftigkeit zu erzeugen und er stellt interessante Bezüge zur Historie her. Das gelingt ihm sehr gut.

Jedoch … die Manipulationen der Memeter an den Menschen sind so offensichtlich, das ich mich frage, warum die Verantwortlichen das nicht schon frühzeitig erkennen und etwas dagegen unternehmen. Andererseits, wenn die Memeter über soviel Macht verfügen, menschliche Gehirne zu manipulieren. Warum setzen sie Menschen für ihre Zwecke ein, um andere Menschen zu überzeugen? Warum hüllen sie die Erde nicht gleich in ein Strahlungsfeld und schalten die Menschheit gleichzeitig aus? Und warum lassen sie den Menschen so viel Zeit? Das sind nur ein paar der Fragen, die sich mir als Leser immer wieder stellten. Den Grund für die Invasion scheine ich zumindest erahnen zu können. Hinter den Memetern steht ANDROS, während ES mit den Liduuri kooperiert. Somit steht die Erde im Fadenkreuz einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Superintelligenzen. Der Hauptgrund, warum es erneut das SOL-System trifft, kann eigentlich nur im Vorhandensein des Sonnenchasma liegen und am Halaton, das ja nach wie vor durch den Spalt sickert. Sicher werden wir in den nächsten Romanen die Antworten erfahren.

Für die emotionale Ebene sorgt diesmal der Handlungsstrang um Bully. Und genau dieser ist es auch, der mich spüren lässt, dass Michael von seinem nahen Tod wusste oder es zumindest erahnte. Die Gedanken, die sich Bully macht und der Herzinfarkt, der ihn auf den letzten Seiten ereilt, zeugen davon, dass sich der Autor intensiv mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt haben muss. Und tatsächlich macht er das so überzeugend, dass ich ein paar Tränen verdrückte.

»Verkünder des Paradieses« ist zwar nicht so herausragend wie sein letzter Band 133 »Raumzeit-Rochade«. Aber er enthält viele gute Ideen, die vielleicht sogar noch besser funktioniert hätten, wenn es die Sitarakh nicht gegeben hätte. So seufzen Leser wie Romanfiguren gleichsam darüber, dass der Erde schon wieder eine Invasion droht. Mit dem Wissen um den gesundheitlichen Zustand des Autors, in dem er den Roman verfasste, erlangen viele seiner Aussagen im Buch eine tiefere Bedeutung und das macht die eine oder andere Ungereimtheit im Plot wett. Ich bin zutiefst traurig, dass es keine Romane mehr von Michael H. Buchholz geben wird. Seine Fähigkeit wissenschaftlich Fundiertes in seinen Geschichten einzubringen und mit historischen Bezügen zu verknüpfen, machte die Genialität seiner NEO-Romane aus. Ich werde das sehr vermissen.

Countdown in Folge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 143 – »Herr der YATANA« von Kai Hirdt

Der Roman ist einer der spannendsten NEO-Romane, die ich von Kai Hirdt gelesen habe. Wenn es meine Zeit erlaubt hätte, hätte ich ihn sicher in einem Rutsch ausgelesen, doch so musste ich ihn zwangsweise immer wieder weglegen.

Wenn eine Geschichte über Atlan im bekannten Ich-Präteritum erzählt wird, vermittelt mir das ein gutes Gefühl. Da fühle ich mich gleich zu Hause. In diesem Fall erwacht unser Held auf der Krankenstation eines fremden Raumschiffes im Leerraum und muss sich erst einmal zurechtfinden. Wie er dorthin gekommen ist und wer all die Dinge für ihn bereitgelegt hat, erfahren wir leider nicht. Denn als Atlan im Nachhinein auf die Besatzung trifft, kennen sie ihn nicht. Die Thetiser – wie sich die Fremden nennen – kämpfen gegen eine Invasion von Posbis auf ihrem Schiff und leiden unter einem übertriebenen Ehrenkodex, der sie zwingt, sich lieber selbst zu vernichten, als die YATANA in fremde Hände fallen zu lassen. Weshalb sie immer, wenn es brenzlich wird, die Selbstzerstörung aktivieren. Atlan muss sich einige Male bemühen, damit der Countdown gestoppt wird. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern ist in seiner Folge auch ziemlich witzig. Dem Autor gelingt es durch schöne Beschreibungen, dass man sich gut in den Arkoniden hineinversetzen kann. So rollt man selbst mit den Augen, wenn der Kommandant der YATANA sich immer wieder dazu entschließt, das Raumschiff zerstören zu wollen. Atlan hinterfragt oft genug, ob dieses Vorgehen wirklich so ehrenhaft ist, was ich sehr gelungen finde.

Überrascht war ich, als herauskommt, dass eine dritte Partei an der Auseinandersetzung zwischen den Posbi und den Thetisern nicht nur beteiligt ist, sondern sie auch forciert. Die Hinweise sind geschickt platziert, ohne das ich sie gleich durchschauen konnte. Die unsichtbaren Gegner werden von Atlan als »Skorgonen« bezeichneten und erinnern stark an die Laurin aus der EA.

Atlan wäre nicht Atlan, wenn er nicht mit einer Frau anbändeln würde. Die Metak Taraka ist so etwas wie die Bordingenieurin, von ihr erfährt Atlan, dass die YATANA nicht den Thetisern gehört, sondern sie von ANDROS als Besatzung rekrutiert wurden. Über die Mission des Schiffes besteht Unklarheit, denn sie warten auf die Ankunft des Auserwählten, der die Mission führen wird. Taraka sieht in Atlan diesen Auserwählten und führt ihn gegen den Widerstand ihres Befehlshabenden zur Prüfung. Atlan besteht die Prüfung und wird vom Kommandanten zähneknirschend zum Missionsleiter ernannt. Die Figur der Taraka agiert mir stellenweise zu ambivalent, weil sich immer wieder gegen Atlan wendet. Das er mit ihr am Ende im Bett landet, hatte ich eigentlich schon viel früher erwartet.

Atlan scheint also tatsächlich von ANDROS geschickt zu sein, auch wenn der Arkonide keine Ahnung hat, wer ANDROS ist. Da fragte ich mich kurzzeitig, wieso er nichts von dem weiß, was Perry von den Memetern über ES und ANDROS erfahren hat?  Keine Überraschung war, dass auch Atlan von der Superintelligenz den Auftrag erhält, in die Sagittarius-Galaxie zu reisen. Doch im Gegensatz zu Perry Rhodan und Tuire Sitareh soll er verhindern, dass seine Freunde METEORA für sich gewinnen. Das legt nahe, das Atlan seinen Zellaaktivator vielleicht nicht von ES sondern von ANDROS hat. Das wäre wirklich mal eine alternative Entwicklung in NEO, die Spannung verspricht.

Die Handlung ist über weite Teile glaubwürdig und bildhaft erzählt. Einzig Atlans Aktion, als er ohne Schutzanzug durch das »sonnendurchflutete« Schiff wandelt, um die Skorgonen in eine Falle zu locken, war ein bisschen übertrieben. Nachdem die Skorgonen verschwunden sind und die Posbis mit dem Versprechen besänftigt wurden, Schiffstechnologie der YATANA zu erhalten, bricht das Schiff nach Sagittarius auf. Das ging mir wieder etwas zu schnell und zu leicht. Ich glaube nicht, dass sich die Posbis so einfach mit Versprechen abspeisen lassen. Auch was die Ziele der Skorgonen betrifft, bin ich nicht so richtig schlau aus ihnen geworden.

Die letzten Kapitel, in denen die YATANA vorzeitig aus dem Hyperraum geholt wird und in einem Fesselfeld um einen vagabundierenden Meteoriden festgehalten wird, scheint irgendwie aufgesetzt. Die seltsamen Löwenwesen mit der gestelzten Sprache und ihrem Gefasel um Pilgerreisen, störten die Harmonie, die der Handlung bis hierher innegewohnt hatte. Vielleicht hätte man in dem Fall auf den Cliffhanger verzichten sollen und dafür die Auflösung des Konfliktes zwischen den Posbi, den Skorgonen und den Thetisern ein weniger detaillierter zu beschreiben.

Ich kenne mich nicht so gut mit der britischen Serie »Dr. Who« aus. Ich habe nur eine Staffel gesehen, aber ich erkenne eine Dr. Who Folge, wenn ich eine lese. Und der Roman von Kai Hirdt enthielt nicht nur einen Hinweis (Schallschraubenzieher) darauf. Nette Idee!

Mit »Herr der YATANA« hat Kai Hirdt wieder einmal bewiesen, wie lebhaft man eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn ich bei »seinem« Atlan die Gelassenheit eines Zehntausendjährigen vermisst habe.

Tod eines Expokraten

Quelle: Perrypedia

Die Meldung ereilte mich am frühen Nachmittag. Nichtsahnend warf ich einen Blick auf die PR-Homepage und da stand sie, die traurige Nachricht über den Tod von Michael H. Buchholz. Das war der Moment, an dem ich erst einmal schlucken musste. Mein nächster Gedanke war: was wird jetzt aus NEO? Ziemlich eigennützig, und ich schämte mich auch gleich dafür.

Für mich als Fan von PERRY RHODAN-NEO ist der Tod von Michael H. Buchholz ein schwerer Schlag. Auch wenn ich von seiner Krankheit wusste, so war da doch immer die Hoffnung, dass er es schaffen würde. Das seine Arbeit für NEO ihm die Kraft geben würde, den Krebs zu besiegen. Leider hat es nicht gereicht. Das Loch, das sein Tod in die Herzen von Familie und Freunden reißt, vermag nichts und niemand zu schließen.

Auch auf NEO wird es Auswirkungen haben. Gerade jetzt, nachdem die Serie über Band 150 hinaus verlängert wurde und es viel Raum für neue Handlungen gibt, muss es ohne ihn weitergehen. Kann Rüdiger Schäfer die Exposéarbeit ganz allein fortführen, trotz seines Fulltimejobs? Oder wird/muss sich ein Nachfolger finden? Kein Mensch ist wirklich zu ersetzen. Michaels Art zu schreiben war besonders. Er verzauberte seine Leser mit außergewöhnlichen Geschichten, in die er immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit verwob. Keiner vermochte das so gut zu platzieren, wie er. Er hatte bestimmt noch viele Ideen für NEO, die er jetzt leider nicht mehr verwirklichen kann. Ich bin sicher, dass mir sein Beitrag zu PERRY RHODAN-NEO schmerzhaft fehlen wird.

Es war mir leider nicht vergönnt, den Autor persönlich kennenzulernen. Aber ich hoffe, dass ihm meine Rezensionen zu seinen Romanen gefallen haben, denn seine Geschichten gehörten immer zu den Staffel-Highlights. Wenn in zwei Wochen Band 144 erscheint, wird dies ein ganz besonderer Moment für mich und viele Fans sein. Augenblicke in denen wir in Gedanken bei ihm und er mit seinen Worten bei uns ist.

Mit Michael H. Buchholz steht ein weiterer Name auf der langen Liste der zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für PERRY RHODAN, insbesondere für NEO. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinem Freund Rüdiger Schäfer. Er verliert mit Michael nicht nur einen Freund, sondern auch einen überaus kreativen Kollegen. Ich wünsche ihm viel Kraft, um den Schicksalsschlag zu überwinden.

Der blaue Wüstenplanet

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 142 – »Hort der Flüsternden Haut« von Rainer Schorm

Ich war wirklich gespannt auf den Roman von Rainer Schorm. Schafft es der Autor doch, mich jedes Mal zu überraschen. Ohne die Arbeit der anderen NEO-Autoren schmälern zu wollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass er der stärkste Autor im NEO-Team ist. Rainer Schorm vermag auch den komplexesten Plot mit einer gewissen Logik zu vermitteln. Und als ich hörte, dass es in Band 142 um eine »Romeo und Julia-Geschichte« gehen soll, war ich um so gespannter, wie der Autor diese erzählen würde.

Nachdem im Vorgängerband Perry Rhodan im Mittelpunkt der Handlung stand, ist es im »Hort der Flüsternden Haut« Tuire Sitareh. Der Charakter ist mir inzwischen ans Herz gewachsen und es freut mich stets, über ihn zu lesen. Obwohl die Figur im Grunde genommen eine »Mary Sue« ist, wie man im Fachjargon der Fanfiction-Autoren so schön sagt – unbesiegbar und ohne Makel, mit geheimnisvoller Vergangenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten – stört mich das überhaupt nicht.

In der Handlung verschlägt es den Auloren auf einen Planeten, der von einer blauen Wüste bedeckt ist und er gerät zwischen die Fronten verfeindeter Nomadenvölker. Das erinnert sofort an »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert. Hier wie da warten die Bewohner auf den Messias. Schorm wandelt das Thema etwas ab, fügt eigene Ideen hinzu, bleibt aber sehr dicht an Herberts Vorlage. Besonders deutlich wird das, als Tuire auf den drogensüchtigen Gildenmeister trifft, dessen Iriden durch die Drogen ihre Farbe verändert haben.

Der Plot um die beiden jungen Verliebten überzeugte mich in seiner Gänze jedoch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr Gefühl versprochen. Das liegt vor allem daran, dass die zwei nicht miteinander agieren, sondern ihre Beziehung allein in ihren Erinnerungen existiert. Das hatte mir zu wenig Substanz. Letztendlich fühlt es sich so an, als sei die Geschichte nur Mittel zum Zweck, um Tuire eine Vorlage zur Konfliktlösung zu bieten. Vielleicht war es auch gut so, dass sich er Autor nicht zu sehr darauf konzentriert hat, um dafür mehr Platz für Tuires Abenteuer zu haben, denn die waren durchaus spannend.

Für interessant halte ich das fremde Raumschiff, das Tuire findet und das anscheinend mit Molkex beschichtet ist. Ist das ein Hinweis auf die Blues, oder wie auch immer sie in NEO heißen werden? Vorausschauend auf die Bände nach 150 könnte ich mir das gut vorstellen, denn ich habe den Zyklus der EA mit den Blues gern gelesen. Und da würde auch Eric Leyden gut dazu passen. Schließlich war es sein Alter-Ego Tyll Leyden, der das Geheimnis des Molkex gelüftet hat.

Am Ende wird es nochmal kompliziert. Genau das Richtige für Rainer Schorm. Und er schafft es tatsächlich, mir den verwirrenden Zeitreiseplot so zu erzählen, dass ich ihn nachvollziehen kann.

Mein Fazit fällt positiv aus. Der spannend geschriebene Roman klebt zwar etwas sehr an Frank Herberts »Wüstenplanet« und die Liebesgeschichte ist nicht so, wie von mir erwartet, aber der Autor hat Tuire Sitareh gut in Szene gesetzt und dem Auloren wieder ein paar neue Fassetten verliehen. Ein bisschen genervt, war ich von den Dialogen mit Tuires Extrasinn, was vielleicht sogar beabsichtig ist. Da kann einem der Aulore schon leid tun. Das ist, als hätte man einen Papagei im Kopf, der zu allem seine Meinung kundtun muss. Dafür ist der Titel des Romans genial.

Es ist anzunehmen, dass der nächste Band ähnlich wie die beiden ersten in der METEORA Staffel verlaufen wird, nur mit Atlan im Fokus des Geschehens. Dies ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise und ich bin wirklich gespannt, wie die Expokraten die Spannung innerhalb der Staffel hochhalten wollen, wenn sie sich einen derartig langen Vorspann gönnen. Nun, ich lasse mich überraschen.

Was ich mich jedoch frage ist: Warum ist der Sand auf dem Cover braun und nicht blau?

Zwischen eisigen Fronten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 141 – »Der Faktor Rhodan« von Michael Marcus Thurner

Die Inhaltsangabe des Romans habe ich im PR-Forum gepostet. Wer sich dafür interessiert, möge hier nachsehen.

Sollte ich doch noch zu einem Fan von Michael Marcus Thurner werden? Nach dem Roman liegt die Möglichkeit wirklich nahe. Nachdem ich in der Vergangenheit mit der überbordenden Fantasie des Autors so meine Schwierigkeiten hatte, muss ich mir jetzt tatsächlich Sorgen machen. Denn in »Der Faktor Rhodan« stimmte vieles, auch wenn die Geschichte haarscharf an der Grenze zur Fantasy balancierte. Der Autor verzichtet auf Geschwurbel und erzählt strukturiert und klar.  Nur an der Stelle an der sich ES bei Rhodan meldet, blitzt kurzzeitig seine ausschweifende Imagination hervor. Die Szenen sind sehr lebensecht beschrieben und die Charaktere allen voran Perry Rhodan und Jemir Conba überzeugen.

Feudalistische Gesellschaften, Prinzen und Prinzessinnen – würde da nicht hin und wieder ein bisschen Technologie durchschimmern, könnte man meinen, einen Fantasyroman zu lesen. Die Geschichte ist, wenn auch nicht originell, dennoch spannend erzählt. Man könnte vielleicht bemängeln, dass sie für einen NEO-Roman ungewohnt ist und das über manche Passagen zu schnell hinweg gegangen wird. So frage ich mich, warum die Wissenschaftler beider Völker nicht an der Erforschung der Liduurischen Festung interessiert sind. Die Kolonie existiert anscheinend schon recht lange auf dem Planeten, irgendwann muss sich doch jemand mal den Kopf darüber zerbrochen haben. Vielleicht hätte man erklären können, dass wegen des anhaltenden Konfliktes Forschungen im Niemandsland verboten sind. Das wäre glaubhafter gewesen, als zu sagen, dass sie es für eine Kultstätte halten und das Interesse daran verloren haben, ohne je ins Innere vorgedrungen zu sein.

Eine weitere Tatsache, die ich bezweifele: Rhodans Multifunktionsarmband wurde zwar untersucht. Nur warum hat man es ihm zurückgegeben? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, ihm das Armband abzunehmen, um ihn zur Kooperation zu zwingen, bzw. ihn damit an einer Flucht zu hindern? Weil er ohne das Ding völlig aufgeschmissen wäre.

Mein Fazit: Ein Lob geht an Michael Marcus Thurner für einen exzellent geschriebenen Roman. »Der Faktor Rhodan« erzählt eine spannende Geschichte, die sehr gut als Einstieg in die Serie und in die Staffel geeignet ist, weil man so gut wie keine Vorkenntnisse besitzen muss. Nur … was hat die Geschichte mit der Staffelhandlung um METEORA zu tun? Außer der Botschaft von ES und das Rhodan einen Zellaktivator und ein Ym erhält, das ihn nach Sagittarius bringt, erfahren wir so gut wie nichts. Werden wir von den Arkonidischen Kolonisten je wieder etwas hören, oder war es nur ein Füllroman? Letzteres fände ich mutig, bei einer Staffel von nur zehn Bänden. Nun, wir werden es sehen.

Versöhnlicher Abschluss mit Cliffhanger

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 140 – »Der längste Tag der Erde« von Rüdiger Schäfer

Tifflor, Tuire und die Mutantinnen müssen Crest mit der Zündvorrichtung zunächst entkommen lassen. Mit dem überraschenden Eingreifen von Josue Moncadas kann die Flucht von Crest jedoch verhindert werden. Crest verschanzt sich im Stardust Tower und als Rhodan mit dem Wasserschiff der Liduuri auftaucht, droht er die Erde zu sprengen, wenn man ihn nicht gehen lässt. Als Faustpfand präsentiert er Thora, die sich mit den Kindern auf einem Beiboot der LESLIE POUNDER am Rande des Sonnensystems in Sicherheit gebracht hatte. Dann jedoch von Hirian da Mentrum, einem Untertanen Crests, aufgespürt und zum Mitgehen gezwungen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Rhodan, Thora und Crest, bei dem schnell klar wird, dass der alte Arkonide von jemandem übernommen wurde. Es ist Ashara der böse Posbi, der eigentlich als besiegt galt, der aber in Crests Posbi-Implantaten überlebt hat. An der Stelle hatte ich eigentlich mit Agaior Thoton gerechnet, dem es irgendwie gelungen war, sich in Crests Bewusstsein zu manifestieren. Aber der Bogen, den die Exposéautoren geschlagen haben, ist auch nicht schlecht.
Crest wird, als er Thora töten will, von Moncadas erschossen. Der Mutant teleportiert sich mit Hilfe von Sid Gonzales zwischen die Arkoniden und kann mit seinen Kräften Crests Schutzschirm manipulieren.
Kurz bevor er stirbt, spricht Crest nochmal als der alte freundliche Arkonide, den wir kennen. Hier habe ich mich gefragt: wieso reagiert die arkonidische Flotte nicht darauf? Hirian da Mentrum muss das Geschehen doch aus der Leka-Disk heraus beobachtet haben. Auch wenn Thora zuvor an seine Vernunft appelliert und Zweifel in ihm gesät hatte. Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, die Arkoniden von der Bösartigkeit ihres Imperators zu überzeugen, in dem man Hirian da Mentrum in die Szene aktiv mit eingebunden hätte. So wirken das spätere Umschwenken der Arkoniden und ihre Passivität nach dem Tod ihres Imperators weniger überzeugend.

In der Zwischenzeit greift die terranische Flotte unter Führung von Reginald Bull und der LESLIE POUNDER die Türme an, die die Sitarakh auf der Erde gebaut haben. Es gelingt ihnen, mit Hilfe einer Idee von Atlan, diese direkte Bedrohung auszuschalten. Dann trifft Bully die Entscheidung, sich gegen die, um die Sonne zurückgezogene Flotte der Sitarakh vorzugehen, auch wenn es eher eine Verzweiflungstat, als ein erfolgsversprechender Versuch ist. Man bittet Avandrina di Cardelah um Hilfe, doch die Liduuri weicht aus. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht. Bevor die Verluste für die terranische Flotte ins Unermessliche gehen, taucht plötzlich ein riesiges fremdes Schiff auf, das einen Hyperimpuls aussendet, der die Schirme der Sitarakh-Schiffe zusammenbrechen lässt. Rhodan beschließt die nun wehrlosen Schiffe der Sitarakh nicht zu zerstören, sondern fordert sie und die Bestie Masmer Tronhk auf, das Sonnensystem zu verlassen. Einer Forderung, der sie uneingeschränkt nachkommen.
Halt! Das ging aber jetzt ein bisschen zu schnell und leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bestie einfach so aufgibt. So wie der Verrückte bisher beschrieben wurde, stürzt er sich eher in einen Kampf, als zu kapitulieren. Auch wenn er damit seine Artgenossen im Stich lassen würde. Wenn jemand so von Rache zerfressen ist, dass er eine ganze Welt zerstören will, dann lässt er sich von der Warnung eines Perry Rhodan sicher nicht aufhalten.

Die bis dahin erzählte Handlung war spannend und temporeich. Das ändert sich in dem Moment, als Avandrina Rhodan erklärt, wer die die Fremden sind, die der Menschheit geholfen haben. Sie nennen sich Memeter und Rhodan bekommt bald am eigenen Leib zu spüren, wozu sie im Stande sind. Er wird von zwei Fremden – Ravi und Surya – »entführt« und findet sich in einer fiktiven Welt wieder, in der er Antworten auf viele seiner Fragen erhält.
Ohne Zweifel, macht Rüdiger Schäfer, wieder einmal den »Erklärbär«. Da sprudeln plötzlich so viele Informationen auf Rhodan und den Leser ein, dass ich mich wieder einmal fragte, wieso man dass nicht auf die vorangegangenen Romane verteilen konnte. Die Memeter sind jene Erdbewohner aus denen die Liduuri hervorgegangen sind. Auch sie bedienten sich an dem Halatium, das aus dem Sonnenspalt entwich und bauten damit unter anderem Physiotrone und Zellaktivatoren. Avandrinas Vater ist einer der Memeter, der erkannte, welche gefährliche Auswirkung die gesteigerte Ausbeutung auf den Sonnenspalt hat. Der erweitert sich, je mehr Halatium abgezogen wird und könnte nicht nur das Sonnensystem zerstören, sondern auch das ganze Universum.
Die Memeter gerieten bald in eine Art Abhängigkeit, was zur Folge hatte, das viele von ihnen in Passivität verfielen und in großen Gruppen, später in Massen, sammelten. Letztendlich lösten sich die »kranken« Memeter in Licht auf und bildeten die Wesensheit ES. Die wenigen nicht Betroffenen blieben als Liduuri zurück.
Die Menschen sind also direkte Nachkommen von ES, was erklärt, warum die Superintelligenz ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihnen auch das Schiff mit den beiden Memetern als Schutz zur Verfügung gestellt hat. Ravi und Surya sind Teile, die sich unter großen Anstrengungen und Verlusten von ES getrennt haben. Rhodan bekommt noch ein paar rätselhafte Andeutungen mit auf den Weg und wird dann ohne Zeitverlust auf die SHOSHIDA CARDELI zurückgeschickt.
Das waren viele Informationen, die den Exposé-Autoren noch genug Spielraum für weitere Idee lassen.

Auf der Erde laufen derweil die Rettungsmissionen auf Hochtouren, durch den vierzehntägigen Schlafmangel stehen viele Menschen an der Schwelle des Todes und müssen schnellstens versorgt werden. Doch es gibt nicht genügend Helfer, um die fast 11 Milliarden Menschen zu versorgen. Da kommt Hilfe von der ehemaligen Imperatrice Theta. In einer Ansprache fordert sie die arkonidische Flotte dazu auf, den Menschen zu Hilfe zu kommen. Die Arkoniden folgen ihren Aufruf und melden sich bei der, Hals über Kopf eingerichteten, Koordinationsstelle im Stardust-Tower unter dem Befehl der Vizeadministratorin.
Zum Wandel in der Einstellung der arkonidischen Flotte hatte ich ja bereits gesprochen. Das hätte man glaubwürdiger vorbereiten können.

Rhodan berichtet auf der LESLIE POUNDER, was er erfahren hat. Avandrina di Cardelah verabschiedet sich und fliegt davon, während die Landung des Protektors auf dem zivilen Raumhafen Terranias vorbereitet wird. Da fängt Tuire Sitareh plötzlich an zu Glühen. Das Glühen greift auch auf Atlan und Rhodan über. Ihre Körper scheinen sich Schicht für Schicht aufzulösen. Und plötzlich sind die drei verschwunden. Eine systemweite Suche bleibt erfolglos. Auch ein Kontakt mit der Liduuri und den im System verbliebenden Memetern kann nicht hergestellt werden. Die drei Unsterblichen bleiben verschwunden.
Somit endet der Roman in einem fiesen Cliffhanger, der es mir schwer macht, meine Entscheidung aus der Serie auszusteigen, einzuhalten. Die beiden Exposéautoren, allen voran Rüdiger Schäfer, haben es also wieder geschafft, mein Interesse zu wecken.

Dem Autor gelingt es mit diesem Roman meinen Unmut über die Staffel »Meister der Sonne« zu besänftigen. Überhaupt, sie hat mir in dieser Staffel sehr gefehlt, die Art und Weise, mit der der Autor Geschichten erzählt. Normalerweise hatte ich schon bei Band 135 erwartet, einen Roman aus seiner Feder vorgesetzt zu bekommen. Das dem nicht so war, trug viel dazu bei, dass mir die Handlung der Staffel missfiel. In den vergangenen Staffeln bekam man tiefergehende Erklärungen zur Staffelhandlung, meist nur in den Romanen der Exprokraten geliefert. Dieses Mal wurde ich als Leser mit der Invasion und den Katastrophenszenarios buchstäblich allein gelassen, was dazu führte, dass mir vieles unlogisch erschien und ich kurz davor war, auszusteigen. Vielleicht war es der Mangel an Informationen und näheren Erläuterungen während des Handlungsfortschritts, dass zu Unverständnis und Kritik führte. Denn die philosophischen Betrachtungen, die Rüdiger Schäfer in »Der längste Tag der Erde« anbringt, sind klug und nachvollziehbar. Auch wenn mir die Form, in der er sie mir präsentiert – en bloc –, nur bedingt gefallen hat, so lassen sie mich doch viele Vorkommnisse aus den vergangenen Romanen in einem neuen Licht sehen.

Was ich mir für die Zukunft von NEO wünsche, sind weniger Invasionsszenarios und mehr kosmische Verwicklungen, mehr Innenpolitische Querelen und mehr wissenschaftlich fundierte Science. Wenn die Geschichten dann auch noch so gefühlvoll und mit Herzblut geschrieben werden, wie von Rüdiger Schäfer, bleibe ich gern ein Teil des NEO-Fandoms.

Umfassendes Nachschlagewerk zum Perryversum

Quelle: SFCU

Ui, da habe ich mich aber mal richtig gefreut. Als ich heute nach Hause kam, lag ein dicker weißer Umschlag vom SFCU im Briefkasten …

… das »Perry Rhodan Jahrbuch 2015« war eingetroffen. Auf 550 Seiten ist alles dokumentiert, was im Jahr 2015 zu PERRY RHODAN erschien oder geschrieben wurde. Der Inhalt jedes Romanheftes und jedes Fanzines, jede noch so kleine Nachricht wurde in das Buch gesteckt. Respekt! Da steckt unsagbar viel Arbeit drin.

Ein bisschen was habe ich auch dazu beigetragen, in Form meiner NEO Rezensionen. Obwohl ich die zur Methan-Staffel vermisse. Egal, tolles Buch, sehr ausführlich und umfangreich. Da schlägt man gern einmal nach.

Bestellen kann man das gute Stück beim SFC Universum.

Die PERRY RHODAN EA und ich

Leserbrief im PR 2891
Interview im PR-Report im PR 2892

Seit ich offiziell erklärt habe, ich würde die EA nicht lesen, werde ich den Verdacht nicht los, dass sich die PR-Redaktion insgeheim bemüht, damit ich die Hefte kaufe. Gestern erschien nun schon das dritte Heft in Folge, in dem mein Name steht. War es in Heft 2890 »nur« eine Anzeige zu meiner FanEdition, enthielt PR 2891 einen Leserbrief von mir, mit einem Foto, das bei einem Besuch bei meiner Freundin Yvonne entstand. Ihre Tochter Lina, hatte nämlich kurzerhand den NEO-Band annektiert, den ich gerade las. Sie blätterte darin herum und betrachtete es minutenlang, obwohl ein Haluter auf dem Titel abgebildet war, der nicht gerade freundlich aussah. Mein Mann witzelte, dass sie das vielleicht an Godzilla erinnerte, denn der Papa von Lina ist Japaner. Michelle Stern, die die Leser-Kontakt-Seite betreut, war so lieb, den Leserbrief und das Foto abzudrucken.

In PR 2892 steht mein Name schon wieder drin. Diesmal erschien im PR-Report ein Interview, das Roman Schleifer mit mir geführt hat. Ich erzähle ein bisschen von der Übernahme des Chefredakteursposten der SOL. Roman hat sich schöne Fragen ausgedacht. Und weil ich das Interview keinem vorenthalten möchte, hänge ich den Text gleich an.

 

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