Die PERRY RHODAN EA und ich

Leserbrief im PR 2891
Interview im PR-Report im PR 2892

Seit ich offiziell erklärt habe, ich würde die EA nicht lesen, werde ich den Verdacht nicht los, dass sich die PR-Redaktion insgeheim bemüht, damit ich die Hefte kaufe. Gestern erschien nun schon das dritte Heft in Folge, in dem mein Name steht. War es in Heft 2890 »nur« eine Anzeige zu meiner FanEdition, enthielt PR 2891 einen Leserbrief von mir, mit einem Foto, das bei einem Besuch bei meiner Freundin Yvonne entstand. Ihre Tochter Lina, hatte nämlich kurzerhand den NEO-Band annektiert, den ich gerade las. Sie blätterte darin herum und betrachtete es minutenlang, obwohl ein Haluter auf dem Titel abgebildet war, der nicht gerade freundlich aussah. Mein Mann witzelte, dass sie das vielleicht an Godzilla erinnerte, denn der Papa von Lina ist Japaner. Michelle Stern, die die Leser-Kontakt-Seite betreut, war so lieb, den Leserbrief und das Foto abzudrucken.

In PR 2892 steht mein Name schon wieder drin. Diesmal erschien im PR-Report ein Interview, das Roman Schleifer mit mir geführt hat. Ich erzähle ein bisschen von der Übernahme des Chefredakteursposten der SOL. Roman hat sich schöne Fragen ausgedacht. Und weil ich das Interview keinem vorenthalten möchte, hänge ich den Text gleich an.

 

Mit der SOL 85 hat Christina Hacker die Chefredaktion der SOL, des offiziellen Magazins der PERRY RHODAN-Fanzentrale, übernommen. Nachdem sie bereits auf Cons gemeinsam mit Herbert Kessel den PRFZ-Stand betreut hat, selbst schreibt (Fanedition Nr. 15 und 18, erhältlich im PRFZ-Shop) und den PRFZ-Newsletter erstellt, hat sie den Posten vom bisherigen Chefredakteurs Andrè Boyens übernommen. Ich habe sie zu ihrer neuen Aufgabe interviewt.

RS: Christina, mit der SOL 85 hast du die Redaktion der SOL von Andrè Boyens übernommen? Wie ist es dazu gekommen?

CH: André hat sich beruflich neu orientiert und einen eigenen Verlag gegründet. Dazu kommt sein nach wie vor nicht intakter Gesundheitszustand. Er hat versucht, alles allein zu managen, wodurch es zu Verschiebungen des Veröffentlichungstermins der SOL um mehrere Monate gekommen ist. Deshalb hat André Anfang Oktober die Reißleine gezogen.
Nachdem ich bereits von 2004 bis 2012 für die Redaktion einer Mitgliederzeitschrift verantwortlich war und 2014 mit der Übernahme des PRFZ-Newsletter genügend Erfahrung im PR-Fandom gesammelt habe, fühlte ich mich dieser Aufgabe gewachsen. Außerdem macht es mir Spaß mit Menschen zusammenzuarbeiten, die die gleichen Interessen haben.

RS: Was übernimmst du von André? Was wird neu?

CH: . Ich übernehme die schon vorhandenen Beiträge und die Koordination. André bleibt weiterhin im Team und bringt sich ein.
Nach meinem Antritt habe ich ein festes Redaktionsteam zusammengestellt. Es besteht aus Fans, die bereits in der Vergangenheit bei der SOL involviert waren:
Die beiden Lektoren Alexandra Trinley und Ben Calvin Hary zum Beispiel. Zur Verstärkung haben wir mit Frank Zeiger und Norbert Fiks zwei zusätzliche Lektoren aufgenommen. Nils Hirseland vom PROC ist mein Stellvertreter, falls ich ausfalle, außerdem ist er verantwortlich für die Bildredaktion und den Auftritt in den Sozialen Medien. Besonders froh bin ich, dass wir endlich jemanden gefunden haben, der die Recherchearbeit übernommen hat. Michael Tinnefeld unterstützt das Team seit Oktober 2016 und trägt Beiträge zusammen oder führt Interviews. Der wichtigste Mann im Team ist Günter Puschmann, der schon seit Jahren für das »Gesicht« der SOL zuständig ist. Trotz Fulltimejob schafft er es immer pünktlich, der SOL ein ansprechendes und professionelles Layout zu verpassen. Herbert Keßel ist für Anzeigen und die Koordination mit der Druckerei zuständig, außerdem klopft er uns auf die Finger, sollten wir mit zu vielen Seiten das Budget überschreiten. Ich persönlich versuche den Überblick und die Kontrolle zu behalten, greife ein, wenn etwas in die falsche Richtung geht und halte den Kopf hin, sollte etwas schiefgelaufen sein.
Wichtig ist mir, dass sich jeder aus dem Team einbringt. Jeder kann Artikelvorschläge machen oder Beiträge von anderen Autoren einholen oder selbst Artikel schreiben. Da gibt es bei uns keine Hackordnung.

RS: Die Arbeit an der SOL ist ehrenamtlich – wie ist deine Motivation?

CH: Einer muss es machen, sonst stirbt die SOL und mit ihr vielleicht auch die PRFZ. Das wäre jammerschade. Ich habe das schon einmal erlebt. Mitte der Zweitausender im STAR TREK-Fandom, als sich ein Fanclub nach dem anderen aufgelöst oder umgewandelt hat und wir Hobbyautoren und aktiven Fans plötzlich vor dem Nichts standen. Einige haben Online-Plattformen gegründet, aber das ist nicht dasselbe wie ein gedrucktes Fanzine. Letzteres hat meines Erachtens eine höhere Wertigkeit, eben weil man das Herzblut spürt, wenn man ein Heft in den Händen hält.

RS: Wie ist deine Vision der SOL?

Die SOL soll weiterhin möglichst vielseitige Informationen rund ums Perryversum beinhalten. Ich lege Wert auf Professionalität, weil ich selbst so eine Perfektionistin bin. Ich wünsche mir von der SOL, dass sie ein Magazin von Fans für Fans ist, aber mit professionellem Aussehen und spannenden Inhalten.

RS: Was sollte in keiner SOL fehlen?

Kurzgeschichten. Ich schreibe selbst und ich habe mich als Hobbyautor immer riesig gefreut, wenn ich veröffentlicht wurde. Allerdings werden wir nicht jede Fan-Geschichte veröffentlichen können. Die Texte sollten maximal 15.000 Zeichen lang sein und sie müssen einigen Grundanforderungen des Schreibens entsprechen. Wir bieten den Fans aber an, mit ihnen zusammen ihre Geschichte zu überarbeiten, damit sie richtig gut wird. Davon profitieren beide Seiten, die Autoren genauso wie die SOL, weil die Geschichten dann ein höheres Niveau aufweisen.

RS: Im Galaktischen Forum, in der Perrypedia aber auch im Internet gibt es genügend Fans, die Rezensionen über die Serie schreiben. Warum reichen sie das nicht für die SOL ein?

CH: Das frage ich mich auch oft. Aber das PR-Forum zum Beispiel ist ein besonderer Ort. Es ist etwas Eigenständiges und da kann ich durchaus nachvollziehen, wenn die Fans dort unter sich bleiben möchten.

RS: Könnte man die Leute dort nicht dennoch rekrutieren?

CH: Wenn man auf die Leute zugeht, funktioniert das meistens auch. Das habe ich für den Newsletter auch schon getan. Aber manche wollen auch nicht, da kann man nichts machen.

RS: Wie schaut ein typischer Arbeitstag für eine SOL-Ausgabe aus?

CH: Ich öffne morgens mein E-Mail Postfach und sehe nach, was anliegt. Da sichte ich zum Beispiel neue Beiträge, entscheide was ins kommende Heft passt oder was wir für einen späteren Schwerpunkt verwenden können und koordiniere die Artikel. Durch unser neues Projektmanagmenttool weiß ich immer, welche Artikel im Lektorat sind und welche ich bereits ans Layout weiterleiten kann. Manchmal fällt plötzlich einer der Lektoren aus, da muss ich mich um Ersatz kümmern und falls ich keinen finde, übernehme ich das kurzerhand auch mal selbst.

RS: Wie kommst du zu den Beiträgen?

CH: Einige Beiträge bekommen wir zugesandt. Für andere wiederum muss ich die jeweiligen Personen ansprechen, bspw. wenn wir einen Schwerpunkt planen. In den seltensten Fällen sagen die Leute dann »Nein«. Das ist eigentlich das Wichtigste an meiner Arbeit für die SOL, die Kommunikation mit den Fans. Wir sind immer offen für Vorschläge, denn die Fans wissen selbst am Besten, was sie lesen möchten.

RS: Wie können Fans Beiträge einreichen?

CH: Per E-Mail – die Adresse ist sol(at)prfz.de oder auf postalischem Weg über PERRY RHODAN Fanzentrale e.V., Postfach 2352, 76413 Rastatt. Ich lade hiermit alle Leser ein, uns spannende Artikel mit dem Hintergrund PERRY RHODAN zu schicken.

RS: Die SOL ist derzeit in den sozialen Netzwerken defakto nicht vertreten. Welche Pläne hast du dazu?

CH: Nils Hirseland kümmert sich ab jetzt um die Facebook-Seite und wir denken auch über einen Twitter-Account nach.

RS: Die FanZentrale hält seit Jahren ihren Mitgliederstand – wie könnte die Anzahl der Mitglieder gesteigert werden?

CH: In dem mehr Leser für die EA und NEO gefunden werden. Die landen dann früher oder später auch bei uns. Nein, Scherz beiseite, ich weiß es nicht. Wir machen regelmäßig Werbung in der EA oder anderen Zeitschriften wie der »phantastisch« oder dem »EXODUS«-Magazin. Es ist nun mal eine Tatsache, dass das Fandom altert und die Fans wegsterben. Die Jungen interessieren sich nicht unbedingt für ein gedrucktes Magazin, die holen sich, was sie brauchen aus den sozialen Netzwerken oder den einschlägigen Online-Angeboten. Bei meiner Generation sehe ich jedoch noch Potential. Die Fans um die vierzig, die als Teenager PERRY RHODAN gelesen haben und dann ausgestiegen sind und die jetzt wieder einsteigen.

RS: Wie kann die SOL für die Fans besser positioniert oder beworben werden?

CH: Eine gute Idee wäre eine Online-Ausgabe der SOL, also ein eigener Internetauftritt mit täglich wechselnden Inhalten. Bloß wer sollte das machen? Ein wichtiger Schritt wird die SOL als E-Book Ausgabe sein. Daran arbeiten wir und dass werden wir hoffentlich bald realisieren können.

RS: Du rezensierst NEO, du schreibst selbst (Fanedition Nr. 15 und Nr. 18) und hast jetzt die SOL-Redaktion übernommen – wie kriegst du das alles auf die Reihe?

CH: Ach, ich habe da so ein Gerät, mit dem ich eine Zeitblase um meinen Computer schaffen kann. Während ich dort arbeite, vergeht die Zeit außerhalb sehr viel langsamer. (Lacht)

RS: Das will ich auch haben. Wo kriege ich das?

CH: Natürlich gibt es das nicht, ist aber ein schön Gedanke. Nein, ernsthaft. Ich habe ja auch noch meinen Brotjob als Ingenieurin. Es ist alles nur eine Frage von Planung, Fleiß und Disziplin. Außerdem arbeite ich relativ schnell. Und die NEOs lese ich auf meinem langen Arbeitsweg (tgl. bis zu 5 Stunden) und abends schreibe ich darüber in meinem Blog. Das wandert dann überarbeitet in die SOL und jetzt auch noch ins PR-Jahrbuch. Nur für meine eigenen Schreibprojekte, wünschte ich mir tatsächlich mehr Zeit.

RS: Wer übernimmt den Newsletter?

CH: Niemand, den mache ich auch noch. Vielleicht dann nicht mehr so oft. Mal sehen. Der Newsletter ist ja auch aufwändiger, da ich dort die meisten Beiträge selbst schreibe und ihn auch selbst layoute.

RS: Vom 27. bis 29. Mai findet in Osnabrück der Con der PRFZ statt. Bist du da involviert?

CH: Herbert Keßel hat mich auf seiner Liste. Ich weiß, dass ich das Layout für den Progress-Report machen soll. Und natürlich helfe ich am Stand.

RS: Wenn die SOL ein Tier wäre, welches wäre es dann?

CH: Was ist denn das für eine Frage? Die SOL ist kein Tier, sie ist ein Raumschiff, mit dem Redaktionsteam als Crew.

RS: Okay, welche Form hätte das Raumschiff? Und mit welchem Antrieb wäre es ausgestattet?

CH: Hantel-Form und mit Dimesextatriebwerk, was sonst.

RS: Wie bist du eigentlich zu RHODAN gekommen?

CH: Wie viele andere wahrscheinlich auch, über ein paar PERRY RHODAN-Heftromane, die ich bei einer Tante auf dem Dachboden gefunden habe.

RS: Mit welcher Figur aus der RHODAN-Serie würdest du gern einen trinken gehen?

CH: Da muss ich nicht überlegen – Perry Rhodan – EA oder NEO ist mir egal. Mit dem NEO-Perry würde ich in ein Katzen-Café gehen und wir würden Hermes mitnehmen.

RS: Und mit welchen Autor?

CH: Außer mit dir? Das ist schwieriger. Ich habe ja schon den einen oder anderen Autor kennenlernen dürfen. Aber ich denke, am meisten Spaß hätte ich mit Kai Hirdt oder Verena Themsen.

RS: Nun zum Fan in dir: Mit welchem Merkmal würde man dich am treffendsten karikieren oder parodieren?

CH: Ich bin ein klassischer NERD. Mein Mann und ich sind beide Hardcore-Fans (STAR TREK, STAR WARS, PERRY RHODAN und SF überhaupt). Ich erzähle gern, dass wir auf einem Raumhafen leben. Bei uns im Wohnzimmer stehen außer Hunderten von Büchern und Filmen auch 163 Raumschiffe (Anzahl steigend). Wir gehen auch gern verkleidet auf Cons.

RS: Und welches ist das Herz- oder Lieblingsstück eurer Sammlung?

Die Actionfigur von meinem Mann als Jedi-Ritter und natürlich die Autogrammsammlung von STAR TREK Schauspielern.

RS: Was ist für dich das besondere bei RHODAN?

CH: Ähnlich wie bei STAR TREK reizt mich die positive Zukunftsvision. Solche Science Fiction gibt es heutzutage leider nicht mehr so oft. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum unsere Realität immer hoffnungsloser wird. Es fehlt an positiven Visionen und an mehr »Science« in der Science Fiction. Letzteres findet man bei PERRY RHODAN zum Glück noch genug.

RS: Im nächsten Leben wirst du … ?

CH: Journalistin.

RS: Und zuletzt noch: Wie ist dein Anspruch? Was sollen die Fans in fünf Jahren sagen, wenn sie über die SOL reden?

CH: Wie ich schon gesagt habe, ich bin perfektionistisch veranlagt.

RS: Also eine Freude für dein Team? (grinst)

CH: Noch hat sich keiner beschwert. Wenn ich etwas tue, versuche ich es so gut wie möglich zu tun. Das gelingt vielleicht nicht immer, denn niemand ist wirklich perfekt, aber ich möchte meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden. Außerdem lege ich großen Wert auf Harmonie. Ich möchte, dass die Mitglieder des Redaktionsteams auch noch in fünf Jahren gern mit mir zusammenarbeiten. Und natürlich sollen auch die Fans nicht sagen müssen: Die SOL ist langweilig geworden, die interessiert mich nicht mehr.

RS: Dann weiß ich schon, wen ich in fünf Jahren interviewen werde. Christina, danke für deine Zeit.

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