Der Funke ist übergesprungen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 154 – »Die magnetische Welt« von Susan Schwartz

»Die magnetische Welt« ist seit langem mal wieder ein NEO-Roman von Susan Schwartz, der mich von Anfang an überzeugt hat. Man sollte der Autorin öfters die Möglichkeit geben, eigene Figuren und Geschichten zu entwickeln. Dann bekommen ihre Romane auch die notwendige Tiefe, und werden nicht zu einer Aneinanderreihung von Actionszenen und Nahkämpfen.

Die Geschichte um die junge Kerra, deren Bruder Kors auf der Suche nach Erzen in eine Felsspalte gestürzt und für tot erklärt wurde, ist überzeugend geschrieben. Der Autorin gelingt es, das Volk der Etrinonen mit all ihren körperlichen Merkmalen und ungewöhnlichen Sitten fassbar zu machen. Dabei bindet sie den Leser mehr an die Figur der Kerra, als an die Terraner, die mit der jungen Etrinonin agieren. Leyden und Co verblassen neben der starken Protagonistin. Es ist womöglich der einzige Weg, Kerras Reaktion für den Leser nachvollziehbar zu machen. Denn, als sie erfährt, dass ihr Volk von Meister Etrin einst genetisch verändert wurde und bis heute ausgebeutet wird, nimmt sie das mit stoischer Gelassenheit hin und offenbart den irdischen Wissenschaftlern eine überraschend weitsichtige Haltung. Kerra sagt offen, dass das Wissen um das Schicksal ihres Volkes niemanden weiterbringen wird. Im Gegenteil, es könnte das Gleichgewicht der Gemeinschaft zerstören und das Ende ihrer Zivilisation heraufbeschwören.
Ich finde gut, wie Leyden und seine Mitstreiter darüber nachdenken müssen, ob eine Einmischung ihrerseits nicht schädlicher ist, als der Status Quo.

Natürlich diente auch diese Geschichte, um darzulegen wie skrupellos die Meister der Insel sind. Schließlich haben sie auch in diesem System den Hauptstern in einen Magnetar verwandelt und dabei Millarden intelligenter Thetiser geopfert, und sie sogar noch manipuliert, um sie für ihre Zwecke einzusetzen. Ihr Imperium benötigt Metalle, die nur durch extreme Bedingungen wie eine Supernova entstehen können. Aber Erzabbau auf einer Welt deren Magnetfeld mit dem des Magnetars interferiert, kann nicht ohne humanoide Unterstützung funktionieren. Dies hat sogar Miras Etrin, Faktor IV, begriffen, der das Projekt leitet und einst die Randbedingungen festlegte. Diese und weitere Informationen holt sich Leyden aus der Positronik des geheimen Stützpunktes, der über das Leben der Etrinonen wacht. Wie genau der Physiker das macht, bekommen wir als Leser leider nicht erklärt, weil wir es nur durch die Augen von Kerra beobachten. Aber das hat mich in diesem Fall nicht einmal gestört.

Die plastische Schilderung von fantastischen Welten ist die Stärke von Susan Schwartz und ich finde, dass ihr dies an Etrinon besonders gut gelungen ist. Sie versucht all die Effekte anschaulich zu schildern, die eine solche Welt in sich trägt. Auch wenn sie nicht alle potentiellen Gefahren einbezieht. Auf einem Planeten auf dem ständig und überall ein Ladungsaustausch stattfindet, auf dem im Boden ungeheure elektrische Potentiale lauern, könnte man ungeschützt kaum einen Schritt tun. (Ich sage nur Schrittspannung.) Dennoch hatte ich beim Lesen Spaß. Was ich ganz besonders begrüße, es gab keine einzige Kampfszene.

Die Nebenhandlung um Rhodan auf der MAGELLAN ist im Vergleich zur Geschichte auf Etrinon eher dünn. Die Besatzung beobachtet erst einen seltsamen Asteroiden und entdeckt dann einen weiteren Situationstransmitter. Das die MAGELLAN am Ende nicht selbst durch den Transmitter geht, sondern nur eine Sonde schickt, ist verglichen zum alten MdI-Zyklus ein richtiges Novum.

Als Fazit kann ich nur sagen, der Funke ist übergesprungen und das nicht nur zwischen den Protagonisten und ihrem Planeten, sondern auch bei mir. Ein funktionierender Plot, eine fantastische Welt und eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregt … so macht NEO Spaß.

Im Bann des Magnetars

Quelle: Perrypedia.de

PERRY RHODAN NEO Band 153 – »Der Atem des toten Sterns« von Rainer Schorm

Am Treffpunkt mit der MAGELLAN platzt die FERNAO mit Perry Rhodan in die Hinterlassenschaften einer Supernova. Inmitten der Hölle aus Teilchenströmen und Magnetfeldern um einen frisch geborenen Neutronenstern, suchen sie nicht nur nach Hinweisen auf das verschollene Explorerschiff, sondern finden auch Hinweise auf eine Zivilisation. Auf dem letzten verbliebenen Planeten des Systems dringen Rhodan und seine Wissenschaftler in eine verlassene Station vor, deren steuernde künstliche Intelligenz gerade zum Leben erwacht. Doch bevor Perry und sein Team nähere Erkenntnisse gewinnen können, scheint die Besitzerin der Station – eine der 12 Faufoas – zurückzukehren. Und die ist über die ungebetenen Gäste nicht erfreut …

Ganz ehrlich, es ist furios, was Rainer Schorm in diesem Roman abliefert. Das ist, glaube ich, sein bisher bester Beitrag zur NEO-Serie. Da war alles drin, was ich mir von einem guten Science Fiction-Roman wünsche. Eine fesselnde Handlung eingebettet in einen phantastischen Hintergrund. Das ist harte Science Fiction wie ich sie liebe. Die vielen wissenschaftlichen Fakten, die der Autor in die Geschichte einwebt, sind in ihrer Fülle kaum zu erfassen und manchmal auch kaum zu verstehen. Mir hat das jedenfalls richtig viel Spaß bereitet. Ich musste meinen Kopf anstrengen und bekam obendrein eine spannende Handlung geliefert.

Rainer Schorm verleiht seinen Figuren so viel Bissigkeit, wie kein anderer NEO-Autor. Ich erfasste manch tiefsinnigen Wortwitz in den Dialogen erst beim zweiten Lesen. Manchmal ist mir das zu aufgesetzt, aber hier hat es gepasst. Und wer sich so wunderbare Charaktere wie Rufus Darnell ausdenkt, dem sitzt sowieso der Schalk im Nacken. Ich erinnere mich noch gern an Dr. Brömmers mit seiner Frosch-KI, der gehörte auch zu Rainer Schorms »Erfindungen«. Ich frage mich, was aus dem Wissenschaftler geworden ist. Vielleicht bekommen wir irgendwann einmal eine Antwort darauf.

In »Der Atem des toten Sterns« zeigt der Autor sein ganzes Können. Nicht nur versucht er die wissenschaftlichen Hintergründe glaubhaft zu erläutern, er zaubert auch keine plötzlichen Lösungen aus dem Hut. Da ist alles gut durchdacht. Und man spürt hier und da, wie er den Zweiflern unter den Fans schon beim Lesen den Wind aus den Segeln nimmt. Das hat mir sehr oft ein breites Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Außer einem Perspektivfehler auf der ersten Seite – ein Satz, der nicht mal notwendig gewesen wäre und der dem Lektor wahrscheinlich durchgerutscht ist – habe ich an diesem Roman auch stilistisch nichts zu beanstanden.

Fazit: »Der Atem des toten Sterns« ist ein mit vielen Fakten vollgestopfter Roman. Der Autor konfrontiert den Leser mit wissenschaftlichen Theorien und kann daraus ein durchaus stimmiges Bild erzeugen. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, wer sich jedoch darauf einlässt, dem wird eine superspannende Geschichte geboten. Von mir bekommt Band 153 von PR-NEO eine unbedingte Leseempfehlung.

Großen Dank an den Autor, das war Spitze!

ATLAN im Anflug

Cover der SOL 87

Ich darf an dieser Stelle ganz stolz das Cover der nächsten SOL präsentieren. Es stammt von Günter Puschmann. Er vereinigt darin Risszeichnung und Grafik und ich finde das Experiment ausgesprochen gelungen. Es ist echt mal was Neues.

Darauf zu sehen ist übrigens der Arkonide Atlan und das hat einen bestimmten Grund. Am 17. August 1962 erschien der Heftroman »Der Einsame der Zeit«. Darin tauchte Atlan zum ersten Mal in der PERRY RHODAN-Serie auf. Er trat damit einen Siegeszug an, mit dem sein Erschaffer K. H. Scheer wohl selbst nicht gerechnet hat.

Die SOL widmet anlässlich des 55-jährigen Atlan-Jubiläums dem beliebten Charakter einen Schwerpunkt, mit mehreren Artikeln, zwei Interviews und zwei Kurzgeschichten. Darunter eine exklusive Geschichte von Rüdiger Schäfer, dem Atlan-Experten und PERRY RHODAN NEO Exposéautor.

Weiterhin berichten wir von den 2. Perry Rhodan Tagen Osnabrück der PRFZ, es gibt ein Interview mit Rüdiger Schäfer zum NEO-Band 150 und viele weitere Artikel.

Die SOL wird voraussichtlich in der ersten Augustwoche verschickt.

Versuchskanichen auf einem Gefängnisplaneten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 152 – »Der Feind meines Feindes« von Kai Hirdt

Der Inhalt des Romans ist so komplex, dass ich auf den Spoiler verweisen muss, den ich im PR-Forum gepostet habe.

Ohne Frage ist »Der Feind meines Feindes« eine spannende Geschichte, in der es vor Seitenhieben in den spitzzüngigen Dialogen nur so wimmelt. Und auch die Fähigkeit des Autors, das Geschehen ansprechend zu visualisieren ist stets präsent. Die Charakterisierung der Thetiser als unmoralische und gefühllose Militaristen ist ihm gut gelungen. Wenn auch die Gewalt, die sie gegen ihre Gefangenen einsetzen, mich nicht so berührt hat, wie seinerzeit die Beschreibung des Barackenlagers von Rainer Schorm in NEO 109. Auch die Aachaonen mit ihrem Hang zur Aggression sind als Opfer überraschend vielschichtig gezeichnet. Rhodan kann sich am Ende nicht sicher sein, wem er trauen soll und wem nicht. Es werden viele versteckte Spuren gelegt: das Retrovirus oder die schwarzen Armbänder, die die Thetiser tragen. Fragen, die sicher in den kommenden Romanen beantwortet werden.

Einige Ideen, die in die Geschichte einfließen, sind clever wenn auch nicht originell. So basiert die Idee des Oxley-Orter auf den Subraumsignaturen bei Star Trek. Und auch hier spielt der Zufall Rhodan und seinen Mannen die Spuren der Aachaonen in die Hände. Das sich der Protektor höchst selbst mit der FERNAO und schließlich mit einer Spacejet auf die Verfolgung macht, wirkt ebenso konstruiert, wie die Haverie, die die Disk schließlich zum Absturz auf dem Dschungelplaneten bringt. Als Rhodan und seine zwei Begleiter Autum Legacy und Eric Leyden aus der abstürzenden Jet aussteigen, ist es die erste Stelle, an der ich mich richtiggehend geärgert habe. Das war oberflächlich beschrieben und wenig durchdacht. Sie gehen durch das Loch, das der Strukturfeldkonverter gerissen hat, obwohl da eine Schleuse sein müsste, sonst wären die drei schon nach dem Abwurf ins All geblasen worden. Später ist da auch eine Schleuse.

Ich muss leider anmerken, dass an vielen Stellen im Roman die Logik an einem seidenen Faden hängt, weil der Autor auf Biegen und Brechen Spannung erzeugen will, es jedoch auf Kosten der Wahrscheinlichkeit tut.

Die Komplexität der Handlung ist überwältigend und ich bewundere, wie Kai Hirdt beim Schreiben den Überblick behalten hat. Als Leser konnte ich manchen Wendungen nicht recht folgen. So zum Beispiel als Rhodan auf dem Gefängnisplaneten auf ein Barackenlager der Thetiser trifft und die gefangenen Aachaonen, gegen die überwältigten Wachen und die thetisische Wissenschaftlerin austauschen. Hier habe ich kurzzeitig den Überblick verloren, wer jetzt gegen wen ausgewechselt wurde. Ähnlich ging es mir bei der Szene als Leyden den thetisischen Gleiter in der Luft gekapert hat. Plötzlich ist auch Legacy in der Luft, obwohl sie Stunden zuvor ihren Rückentornister (in dem der Antrieb steckt) abgeworfen und zurückgelassen hat. Hm!

Das Bully mit Gucky und dem Mutanten Josue Moncadas aufbricht, um seine Frau und seine Freunde zu retten, kann ich noch nachvollziehen, aber wie leicht ihnen manche Dinge fallen, bis sie wieder an ein Hindernis geraten, verursachte bei mir dann doch das eine oder andere Stirnrunzeln. Dies zieht sich ohnehin durch den ganzen Roman. Da werden Situationen für die Protagonisten erst verschärft, um sie im nächsten Augenblick durch einen fragwürdigen Trick wieder aufzulösen. Das erinnert mich stark an den Stil, den Susan Schwartz normalerweise in ihren NEO-Romanen verwendet. Ich persönlich stelle Glaubwürdigkeit über Spannung. Aber das ist Geschmackssache. Zudem wünschte ich mir, dass der Autor etwas mehr Wert auf die technischen Möglichkeiten und Hintergründe legen würde. In Kombination mit seinem Erzähltalent, würde das mehr Harmonie in die Geschichte bringen und es kämen dabei wahrscheinlich kleine Meisterwerke heraus. So bleibt trotz der lebhaften Geschichte ein fader Beigeschmack.

Fazit: »Der Feind meines Feindes« ist ein lesenswerter Roman mit vielen Wendungen, einer ungeheuer komplexen Handlung und vielen Informationen zum laufenden Zyklus. An einigen Stellen wirkt die Geschichte ein wenig zu konstruiert und auf Grund ihrer Komplexität manchmal auch etwas zu oberflächlich.

Freigepaddelt

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 151 – »Werkstatt im Weltraum« von Arno Endler

In seinem zweiten Beitrag zu PERRY RHODAN NEO legt Arno Endler einen solide erzählten Roman vor. Er arbeitet das Exposé stringent ab, aufgelockert durch mal mehr oder weniger witzige Passagen. Seine Charakterisierung der Paddler finde ich durchaus gelungen. Sie erinnern mich (als Star Trek Fan) an eine Mischung aus Denobulanern und Ferengi. Einerseits sexuell sehr offen, andererseits verschlagene Geschäftemacher. Ihre Fähigkeit, mit Händen und Kopf feste Materie zu durchdringen, macht sie nicht nur zu etwas einzigartigem, sondern führt auch zu einigen witzigen Situationen.

Arno Endler beleuchtet in seiner Geschichte mehr die Beziehungen zwischen den Figuren der Serie. So greift er die Beziehung zwischen Tani Hanafe und Tim Schablonski aus der Posbi-Staffel wieder auf. Ebenfalls erfährt man, wie es Christopher Lente und seinem Partner ergangen ist. Charaktere, die der Autor in seinem vorhergehenden NEO Band 137 – »Schlacht um die Sonne« vorstellte. Das alles ist nett geschrieben, ich fürchte jedoch, dass einige NEO-Leser damit nichts anfangen können, weil sie eher an spannender SF interessiert sind. Interessant fand ich, dass der Autor Rhodans schlechtes Gewissen anspricht. Der Protektor macht sich Gedanken, dass er die Menschheit verloren hat. Aus meiner Sicht hat er sie nicht nur verloren, er hat er sie im Stich gelassen, als er nach Andromeda aufgebrochen ist.

Ein paar Ungereimtheiten fielen mir vor allem im zweiten Teil des Romans auf. Als Rhodan, Sitareh, Rainbow und Chefingenieur Schablonski sowie Kalak und einer Paddlerin mit einem Paddler-Schiff in ein nahegelegenes System aufbrechen, um Ersatzteile und Material zu besorgen. Ich glaube nicht, dass Perry Rhodan so unvorsichtig ist, dass er auf einem fremden Planeten eine unbekannte Frucht isst, ohne sich vorher zu versichern, ob sie überhaupt für seinen Metabolismus verträglich ist. Er vergiftet sich trotz Zellaktivator! Es grenzt schon an fahrlässige Dummheit, so etwas zu tun. Das hätte mit jeder anderen Figur funktioniert, aber nicht mit Perry Rhodan. Ohnehin werden die Menschen als ein bisschen zu vertrauenswürdig gegenüber den Paddlern dargestellt. Sie spüren, dass die Paddler ihnen etwas verschweigen und tun dennoch nichts dagegen. Zumindest hätte man Luan Perparim nicht nur auf die Schriftsprache der Paddler, sondern vor allem auf ihre Zeichensprache ansetzen müssen. Das die Paddler ohne zu Zögern Sascha Fuszienowicz erschießen, passt wiederum nicht zu ihrem Wesen. Sie sind verschlagen, aber sie sind keine Killer. Das sagt die Sippenmutter am Ende ja selbst. Außerdem hätte ein Betäubungsschuss sicher auch genügt.

Arno Endler gibt sich große Mühe eine ansprechende Geschichte zu erzählen – der rote Faden ist erkennbar – aber einiges passt dann doch nicht zusammen. Weshalb ist die MAGELLAN sowohl den Schiffen der Aachaonen, als auch der Thetiser waffentechnisch so überlegen? Das ging viel zu leicht, vor allem weil das Schiff noch ein Prototyp ist und die Mannschaft gerade erst beginnt sich einzuspielen. Warum greift Gucky nicht schneller ein, als Tani Hanafe auf der KA-Preiswert in Gefahr gerät? So sieht es aus, als bräuchte er dazu Rhodans Erlaubnis, was den Mausbiber bisher noch nie gestört hat. An der Stelle hätte es einer zusätzliche Erklärung bedurft.

Stilistisch ist »Werkstatt im Weltraum« der deutlich bessere Roman der beiden NEOs von Arno Endler. Aber auch hier störten mich die vielen kurzen Kapitel und die dadurch etwas zerpflückte Handlung. Dabei hätte er einige der Kapitel gut zusammenfassen können. Der Autor versucht dadurch mehr Spannung in den Roman zu bringen, erreicht dies meiner Meinung nach aber nicht, weil die Spannungsbögen zu kurz sind, um zu fesseln. Im Gegenteil, die kurzen Abschnitte laden regelrecht dazu ein, das Buch aus der Hand zu legen. Anfangs stolperte ich zudem über seltsame Wortschöpfungen wie Kubikmeterwürfel und Arbeitsdrillich, dass ließ dann im Laufe des Romans jedoch nach.

An dieser Stelle noch ein großes Lob an Dirk Schulz für das starke Cover. Es reiht sich in die Liste meiner Lieblingscover ganz vorn ein.

Mein Fazit: »Werkstatt im Weltraum« ist ein solide geschriebener Roman ohne herausragende Besonderheiten, der vor allem von der Charakterisierung der Paddler und den Beziehungsproblemen der Nebendarsteller lebt. Der Autor will dem Leser das Abenteuer aus der Sicht der unteren Ränge zeigen und das ist keine so schlechte Herangehensweise. Durchaus lesenswert.

Sprung ins Ungewisse

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 150 – »Sprung nach Andromeda« von Rüdiger Schäfer

Es bereitet mir Schwierigkeiten den Roman richtig einzuordnen. Eigentlich sollte es der Abschluss der METEORA-Staffel sein, doch dazu vermisse ich auf dem Cover den Hinweis zur laufenden Staffel. Zu einem richtigen Einstiegsband gehört eben ein Staffelanfang und eine runde Zahl auf dem Umschlag. Daher ist der Roman wohl irgendetwas dazwischen und so liest er sich meiner Meinung nach auch. Er ist »weder Fisch noch Fleisch«, wie man so schön sagt. Und das meine ich, obwohl ich Rüdiger Schäfers Romane bisher immer zu schätzen wusste. Nicht das der Roman schlecht geschrieben wäre, nein, im Gegenteil. Doch dieses Mal vermag der Autor trotz seines angenehmen Schreibstils bei mir keine Begeisterung auslösen, dafür gefällt mir die Richtung nicht, in die sich die Serie entwickelt.

Zirka drei Jahre nach der Evakuierung der Erde arbeiten die verbliebenen 60 Millionen Menschen im Sonnensystem – die jetzt auf dem Mars leben, weil die Erde unbewohnbar ist – am Bau eines Explorerschiffes. Ohne Frage, es ist ein großartiges Schiff und in die Beschreibungen sind sehr viele gute Ideen geflossen. Die MAGELLAN soll dazu dienen, um zur Nachbargalaxie Andromeda aufzubrechen. An Bord 8000 ausgesuchte Wissenschaftler, Techniker und Mutanten um in Andromeda … Ja, was eigentlich? Wozu bricht dieses Schiff auf? Nur weil der Protektor Perry Rhodan von dunklen Ahnungen heimgesucht wird, davon dass sich in Andromeda Unheil zusammenbraut, welches die Milchstrasse heimsuchen könnte? Ach, tatsächlich! Das wäre in etwa so, wie wenn Angela Merkel die Mobilmachung gegen die USA ausruft, weil sie schlecht geträumt hat (vielleicht sogar von Donald Trump). Auf der anderen Seite ist das Memeterschiff plus drei Begleitkorvetten mit 11 Milliarden Menschen in den Tiefen des Raums verschwunden, ohne das einer der Verbliebenen weiß wohin. Wäre es da nicht meine allererste Aufgabe als Protektor der Menschheit aufzubrechen und sie zu suchen? Perry Rhodan betont immer wieder seine moralische Integrität. Aber das Leben von 11 Milliarden Menschen scheint ihm weniger wichtig, als die angebliche Bedrohung aus Andromeda. Da hätte ich mir vom Autor etwas handfesteres gewünscht als nur Ahnungen. Vielleicht eine Botschaft von ES oder ein aufgefangener Hyperkomspruch, irgendetwas, das physikalisch beweist, dass da tatsächlich etwas dran ist.

Reden wir jetzt nicht davon, wie es den wenigen Menschen im Sonnensystem gelingen konnte, innerhalb von drei Jahren einen 2.400 Meter durchessenden Kugelraumer zu bauen und außerdem noch einen neuartigen Antrieb zu entwickeln. Da in der Vergangenheit bei NEO solche Entwicklungen immer sehr schnell vorangetrieben wurden, kann ich diese Tatsache inzwischen verschmerzen. Aber den Abflug des Schiffes so zu forcieren, dass man im Grunde mit einem nur unzureichend getesteten Prototypen aufbricht … Nein, dazu hätte es deutlich mehr an Argumentation gebraucht.

Nach den Start nutzt die MAGELLAN zu den herkömmliche Transitionen zunächst die Sonnentransmitter, deren Koordinaten und Zugangsrechte man einst von den Posbis bekommen hatte. Erst tief im Leerraum kann der neue LTG-Antrieb (Langstrecken-Transientengleiter) aktiviert werden, mit dem man Sprünge von bis zu 1600 Lichtjahren zurücklegen kann. Dazu muss man das Schiff auf 95 Prozent Lichtgeschwindigkeit beschleunigen, was etwa eine halbe Stunde dauert und mit dem neuen Feldantrieb sehr energiesparend vonstatten gehen soll. Nach dem Sprung kann sofort wieder beschleunigt werden, was zu einem Aktionsradius von 76.800 Lichtjahren pro Tag führt. Hoffentlich hat der Feldantrieb auch einen Kompensator für relativistische Effekte, denn ohne wird Perry Rhodan sein blaues Wunder erleben, sollte er irgendwann mal wieder zur Erde zurückkommen. Der Fehler der mich schon in der damaligen EA geärgert hat – fliegen mit fast Lichtgeschwindigkeit – wird nun in NEO munter fortgeführt, ohne das es hinreichend erklärt, oder irgendwie angesprochen wurde. Das sollte einem so erfahrenen Autor wie Rüdiger Schäfer nicht passieren.

In den Wochen nach dem ersten Einsatz kommt es zu vereinzelten Sichtungen von Spinnen auf dem Raumschiff. Diese vermehren sich rasant und wachsen innerhalb von Tagen zu richtigen Monstern heran. Die Kapitel sind spannend und gruselig, unteranderem weil sie aus der Sicht eines einfachen Technikers geschrieben sind. Ich empfehle sie nicht als Lektüre vor dem Einschlafen, da ich selbst mitten in der Nacht aufwachte und erschrocken um mich schlug, weil ich etwas im Gesicht gespürt habe. Wahrscheinlich war es nur ein verirrtes Haar. Das Szenario an Bord der MAGELLAN erinnert fast zu sehr an einschlägige Gruselfilme und die Hinweise, die der Autor auslegt, lassen sehr früh den wahren Grunde der Spinneninvasion erahnen. Die letztendliche Erklärung wäre ein Knüller, hätte man sie nicht in der Handlungen der vergangenen beiden Staffeln überstrapaziert. Eine durch Strahlung verursachte Manipulation des menschlichen Gehirns ist beim dritten Mal einfach nicht mehr originell, egal wie glaubhaft es erklärt wird.

Am Ende schafft es die MAGELLAN, wenn auch beschädigt, den Abgrund zwischen den Galaxien zu überwinden. Gerade als sich alle fragen, wie sie die Schäden am Schiff reparieren können, welche die Mannschaft auf der Jagd nach den Spinnen selbst verursacht hat, ereilt ein Hilferuf die MAGELLAN. Es ist kein Geringerer als der Paddler Kalak von der KA-preiswert. Ich hatte gehofft, dass mir dieses peinliche Kapitel aus dem MdI-Zyklus erspart bleibt, leider ist dem wohl nicht so.

Ich bin unsicher, was ich von diesem Jubiläumsband halten soll. Einerseits ist er sehr schön geschrieben, hält große persönlichen Momente für Perry Rhodan & Co bereit und vermittelt eine Aufbruchstimmung, die man in den vergangenen Romanen vermisst hat. Andererseits fehlt mir ein wenig der Hintergrund zum »Warum« und den allgemeinen Umständen nach der Evakuierung. So habe ich trotz der Aufbruchstimmung eher das Gefühl, etwas Unerledigtes zurückzulassen. Ich bin mir jetzt schon sicher, dass eine der nächsten Staffeln den Titel »Suche nach der Menschheit« tragen wird.

Selbstverständlich möchte man mit Band 150 neue Leser anlocken. Aber muss man dafür wirklich die Stammleser vor den Kopf schlagen? Ich bin der Meinung, dass NEO seit Band 149 nicht mehr die Serie ist, die sie war. Und ich kann nachvollziehen, wenn es Leser gibt, die ihr den Rücken kehren. Das hätte ich als normaler Leser vielleicht auch getan, als Rezensent bleibt mir jedoch nur, dass Geschehene zu akzeptieren und mich dem Ungewissen bei PERRY RHODAN NEO zu stellen.

Um jeden Preis

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 149 – »Preis der Freiheit« von Madeleine Puljic

Eine harte Aufgabe stellte man der jungen Autorin für ihren ersten eigenständigen NEO-Roman. Eine Aufgabe, die sie mit Bravour gelöst hat. Das Zusammenfügen der diversen Handlungsstränge gelingt ihr nicht nur mühelos, sondern auch mit Spannung und großer Tiefe.

Perry Rhodan trifft just an jenem Tag im Sonnensystem ein, an dem die Evakuierung der Menschheit durch die Memeter ansteht. Thora und Reginald Bull, sowie die terranische Regierungsspitze haben sich auf die LESLIE POUNDER zurückgezogen und hoffen, das Unfassbare noch abwenden zu können. Als METEORA im System auftaucht und sich um die Sonne legt, um den Spalt im Inneren des Sterns zu schließen, wissen die Menschen zunächst nicht, was passiert. Während Rhodan mit den Memetern verhandelt, um die Evakuierung der Erde zu verhindern, kehrt auch Atlan ins Sonnensystem zurück und attackiert die Halatiumintelligenz. Mit weitreichenden Folgen, METEORA stirbt, die Sonne zerbricht und macht das Weiterleben der Menschheit auf der Erde unmöglich. Rhodan bleibt eine letzte Option, auf das Evakuierungsangebot der Memeter einzugehen. Doch will die Menschheit überhaupt ins Paradies übersiedeln?

Es ist harter Tobak, den uns die Exprokraten in »Preis der Freiheit« präsentieren. Nicht weniger als das Ende der Menschheit droht, zumindest aber die Zerstörung der Sonne und damit auch die Lebensgrundlage jeden Lebens im Sonnensystem. Die Autorin versucht diese Konsequenzen möglichst vielschichtig auszuleuchten, doch es bleibt ihr anhand der Dichte der Handlung kaum Zeit. Es passiert alles Schlag auf Schlag, ob es Atlans Angriff gegen METEORA ist, oder Tuire Sitarehs Versuch den Arkoniden mit dem Zünden der Bujun von seinen Taten abzuhalten. Der Gedanke, Atlan als Gegenspieler auftreten zu lassen, ist überraschend, vor allem weil man kaum etwas über seine Absichten erfährt. Die Glaubwürdigkeit ist an dieser Stelle hauchdünn, da hätte man im Vorfeld mehr investieren müssen. Und sind wir ehrlich, eigentlich ist es doch Tuire der bei NEO die Position einnimmt, die Atlan in der Erstauflage inne hat.
Spannend und mit vielen originellen Details inszeniert die Autorin auch den verzweifelten Kampf von Jason Whistler zunächst gegen das Bakennetzwerk der Memeter und am Ende gegen seinen eigenen Computervirus, der dazu führt, dass einige Menschen sich gegen die notwendige Evakuierung sträuben. Die Autorin beschreibt sehr gut beide Seiten, jene, die dafür und jene die dagegen sind. Wie sie im Kampf gegen das Unvermeidliche dann doch zusammenstehen, um allen Terranern das Überleben zu ermöglichen. In diesem Prozess lösen sich die kleinkarierten Denkweisen von Nationen und Glaubensrichtungen auf und die Beteiligten handeln als gemeinsame Spezies.
Dies wurde von den Exposéautoren bewusst so ausgetüftelt, um eine spontane Einigung zu erzwingen. Ich denke, dass das tatsächlich funktionieren könnte. Dramaturgisch halte ich es jedoch für einen Fehler, weil man den Lesern nämlich genau das nimmt, was sie sich von der Serie erhoffen. Viele von uns waren gespannt, wie der Weg in eine positiven Zukunft aussehen könnte, wollten begierig die Schritte und Rückschritte der Menschen im Einigungsprozess verfolgen. Und jetzt wurde uns der Spaß einfach so genommen.
Man kann es den Expokraten nicht verdenken, dass sie den kurzen Weg gehen, den leichteren. Vielleicht auch, weil man einen solchen Prozess nicht einfach in zehn Bänden beschreiben kann. Überhaupt leidet diese Staffel auch daran, dass zwar viel erzählt, aber wenig gesagt wurde. Es fehlten definitiv weitere Romane, die sich mit den Vorkommnissen auf der Erde beschäftigen, dafür bekamen wir in aller Ausführlichkeit die Gesellschaft der Gurrads präsentiert. Ein Manko, das ich schon beim letzten Roman angeprangert hatte. Es fehlte auch mindestens ein Roman, der Atlans Verhalten erklärt und wie er zu der seltsamen Sphäre gekommen ist, die sich außerhalb der Zeit bewegt und damit nicht einmal von den Memetern angegriffen werden kann. In diesem Zusammenhang fiel auch wieder der Name Mirona Thetin. Ebenfalls ein Punkt, auf den leider nicht weiter eingegangen wird. Ich warte übrigens immer noch auf eine Erklärung aus der letzten Staffel, was aus den Daten wurde, die man aus dem Speicherkristall des Asteroiden geborgen hatte und die Mirona dort deponiert hatte. War da nicht die Rede davon, sie jemandem … zu übergeben?

Madeleine Puljic versucht all das aufzufangen und emotional zu begleiten. Ihre Charakterisierung der Figuren ist nachvollziehbar und glaubwürdig. Thoras Schuldgefühle, weil sie ihre Kinder in Sicherheit weiß, während das Schicksal Millionen anderer in Ungewissheit versinkt, oder Reginald Bull, der unter den Nachwirkungen seines Herzanfalls leidet. Beides ist mit viel Feingefühl und Herzblut geschrieben. Dafür das sie gleichermaßen die Spannung und das Tempo der Geschichte hochhalten kann, und ihr keiner der vielen Fäden aus der Hand gleitet, verdient sie meinen vollen Respekt und machte mir das Lesen dieses NEO-Romans zu einem Vergnügen. Es ist unter anderem ihr Verdienst, dass auf der letzten Seite bei mir ein paar Tränen kullerten, anstatt mich über das Ende zu ärgern.

Denn ich finde, dass sich Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm zu einfach aus der Affäre gezogen haben. Es ist immer leichter, die Entwicklung eines fremden Volkes zu beschreiben, als die des Eigenen. Wenn man nicht nur Extrapolieren will, braucht es große Visionen und geduldige Leser, die sich auch langfristig darauf einlassen wollen. Denn die Geschichte einer globalen Vereinigung erzählt sich nicht von heute auf morgen. Für mich geht mit dem Ende der Menschheit auf der Erde der Reiz verloren, der mich schon in den ersten NEO-Bänden gefesselt hatte, die Nähe zur Gegenwart. Es ist einer der Punkte, weswegen mir NEO stets wichtiger und vor allem näher war, als die EA. Jetzt bricht man zwar nach Andromeda auf, aber das interessiert mich persönlich weniger, weil ich den MdI-Zyklus der Erstauflage für völlig überschätzt halte. Viele Fans haben verklärte Erinnerungen daran. Würde sie die Romane heute lesen, ginge viel von der damaligen Faszination verloren.
Mir ist Andromeda nicht so wichtig. Ich hätte lieber mehr darüber gelesen, wie aus der Erde ein geeintes Terra entsteht und aus den Menschen Terraner werden. Die von den Exposéautoren erdachte, brachiale Methode tut mir nicht nur weh, sondern macht mich auch traurig. Denn es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass wir zu großen Visionen für die Zukunft nicht mehr fähig zu sein scheinen.

Fazit: Ein fulminanter Roman von Madeleine Puljic, die gekonnt Spannung und Emotionen zu einer atemberaubenden Geschichte verwebt. »Preis der Freiheit« ist aber auch ein vorzeitiges Staffelfinale, das der Serie sehr viele ihrer Möglichkeiten nimmt. Schade eigentlich!

Aus dem Schatten einer Singularität

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 148 – »Schatten über Ambaphal« von Rainer Schorm

Rainer Schorm schildert das Leben der Gurrads mit dem schwarzen Loch und die Abhängigkeit der Autarkie von dem Phänomen auf ungewöhnliche Weise. Sogenannte Ambatare (weibliche Gurrads) sind in der Lage mit Hilfe der Konterdrogen Helmenkit und Pankit mit der Entität zu kommunizieren, die sie Amba nennen. Es scheint sich dabei um eine Wesenheit zu handeln, die sich hinter dem Ereignishorizont vor etwas versteckt. Das Auftauchen von Perry Rhodan und Tuire Sitareh versetzt Amba in Aufregung, so dass es zu gravitativen Störungen kommt, die den Anflug ihres Schiffes stören. Nach einigen Schwierigkeiten gelingt es ihnen zusammen mit Vanjak in die Hauptstadt Cata Amba vorzudringen, wo sie von einer Gruppe Mutama gestellt werden. Auch hier erinnerte mich die Begrüßungsszenen zwischen Vanjak und seiner verflossenen Flamme Serona ein bisschen zu sehr an das Verhalten der Klingonen bei Star Trek, Beißen und Kratzen inklusive. Während Tuire mit den Mutama auf die gut vorbereitete Mission geht, um die Projektoren zu zerstören, begleitet Serona Rhodan zum Gan Choma, damit er seine Frage nach METEORA stellen kann. Beides gelingt, hat aber tiefgreifende Auswirkungen auf das schwarze Loch, bei denen Rhodan nicht sicher sein kann, ob sie für die Terraner positiv oder negativ sind.

So nach und nach gelingt es Rainer Schorm mich von seinen Qualitäten als Autor zu begeistern. Der letzte Roman von ihm liegt jetzt fünf Hefte zurück und ich stellte beim Lesen fest, was mir in den letzten fünf Geschichten gefehlt hat – die Technikbeschreibungen. »Schatten über Ambaphal« fühlte sich vom ersten Wort nach Science Fiction an. Seien es die Kapitel in denen es um das schwarze Loch geht oder um den Handlungsstrang, in dem Tuire Sitareh den Plan der Mutama unterstützt, das Netzwerk aus Projektoren auszuschalten, das Suurt abriegelt. Beides ist spannend und vor allem glaubhaft erzählt. Der Autor versucht zumindest sich an bekannten wissenschaftlichen Theorien zu orientieren. Natürlich muss die Singularität um Ambaphal eine Besonderheit sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Planet einen stabilen Orbit um ein schwarzes Loch halten soll. Selbst ein siebenfacher Schwarzschildradius erscheint mir zu nah. Zumindest müsste es erhebliche Dilatationseffekte geben, da in der Nähe einer Singularität die Zeit bekanntlich langsamer vergeht. Die Idee mit den beiden Drogen, die sich gegenseitig beeinflussen, halte ich immer noch nicht für elegant, aber zumindest bietet sie eine passende Erklärung, warum nur ausgesuchte Gurrads mit Amba kommunizieren können und zeigen die wahre Scheinheiligkeit der Autarkie. Das Auftauchen von Harno hat mich dagegen sehr überrascht und ich musste tatsächlich erst einmal nachlesen, wann die Entität bei NEO aufgetaucht war, nämlich in PR-NEO 15.

»Schatten über Ambaphal« ist ein guter Roman, an dem es wenig auszusetzen gibt. Der Autor zeigt seine Klasse in der Beschreibung schwieriger technisch-wissenschaftlichen Vorgänge, ohne damit zu übertreiben. Die Geschichte ist spannend und intelligent geschrieben und macht neugierig auf den nächsten Band. Mehr kann man als Leser eigentlich nicht verlangen.

Von Lustsklavinnen und Fächeljungs

Wer jetzt Erotisches erwartet, den muss ich enttäuschen. Der Titel dieses Beitrags ist ein Zitat Uwe Antons aus dem TERMINUS-Programmpunkt vom Samstagabend. Lustsklavinnen und Fächeljungs werden nämlich das Thema des sechsten TERMINUS-Bands sein, der in wenigen Wochen erscheint. Es ist der einzige Spoiler, der bei mir hängengeblieben ist. Das lässt wahrscheinlich tief blicken … nun ja.

Doch von Anfang an.

Nach den schweißtreibenden Aufbau- und Vorbereitungsarbeiten am Freitagnachmittag, trafen wir uns mit den anwesenden Autoren, Klaus Bollhöfener von der PR-Redaktion und ein paar Fans zum Abendessen vorm Hotel Walhalla. Der kurze Weg führte uns durch die schöne Altstadt Osnabrücks in ein Steakhouse auf dem Kirchplatz. Im Biergarten wurden schnell ein paar Tische zusammengerückt, damit alle Platz fanden. Kaum das wir saßen, begann Roman Schleifer (»Der Schleifer von Wien«) Klaus zum Thema WeltCon anlässlich von Band 3000 zu löchern. Doch der PR-Redakteur blieb standhaft, und ließ sich auch nichts entlocken, als der Druck von allen Seiten zunahm. Es wurde viel spekuliert, Vorschläge und unmoralische Angebote unterbreitet … es half alles nichts, Klaus schwieg sich zu dem Thema aus.

Als wir nach 22 Uhr zurück ins Hotel kamen, wurden die Diskussionen im Biergarten des Hotels fortgesetzt. Mein Mann und ich klinkten uns allerdings aus, da wir schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen waren und gingen in unser Hotelzimmer direkt am Biergarten. Das Zimmer war nicht schlecht, aber selbst bei geschlossenem Fenster, konnte man noch dem Stimmengewirr der Hotelgäste folgen. Kurz gesagt an Schlaf war nicht zu denken. Ich las noch ein wenig und kämpfte dann mit dem viel zu weichen Kopfkissen, bis ich endlich weit nach Mitternacht einschlief. Zuvor kam ich noch mit meinem Mann überein, dass wir am Morgen um ein neues Zimmer bitten würden. Das wurde erfreulicherweise vom Hotel ohne Probleme arrangiert. So begann mein Erster Con-Tag früh morgens mit dem nachgeholten Blogeintrag vom Freitag. Anschließend nahmen wir ein sehr reichhaltiges Frühstück ein, bevor wir unsere Koffer packten, die vom Personal ins neue Zimmer gebracht werden sollten, sobald es bereit war.

Das »Haus der Jugend«, Veranstaltungsort der 2. Perry Rhodan Tage Osnabrück, lag nur wenige Meter vom Hotel entfernt, mitten in der Altstadt. Es herrschte schon reger Betrieb im Foyer, als wir ankamen und unsere Con-Beutel und Namenschilder in Empfang nahmen. Ich ging gleich um die Ecke und kümmerte mich um den PRFZ-Stand, den wir in weiser Vorraussicht schon tags zuvor aufgebaut hatten. Es war unheimlich heiß an diesem Morgen und die Luft sowohl im Hauptsaal, als auch in den Con-Räumen hätte besser sein können. Die Aufregung verlieh mir zusätzlich weiche Knie und ich musste mich zunächst ins Freie setzen und tief durchatmen, damit ich nicht auf der Stelle umgefallen bin. Während sich Magnus Keßel um den Verkauf am Stand kümmerte, versuchte ich mit viel Wasser und Schokolade meinen Kreislauf wieder in Gang zu bekommen. Vor der Tür traf ich den einen oder anderen Bekannten, sowie jene, die ich bisher nur vom Hörensagen oder aus dem Forum kannte. Das lenkte mich ein wenig ab.

Um zehn Uhr begab ich mich noch etwas wacklig in den Hauptsaal. Ich riss mich zusammen und hielt mich an meiner Wasserflasche fest. Nach dem wunderbaren Con-Opener von Raimund Peter, stand nämlich sofort unser erster Programmpunkt auf dem Plan. Am Grußwort des Veranstalters (in dem Fall des PRFZ-Vorstandes) müssen wir noch ein wenig üben, denn das fiel zu meiner Überraschung nämlich aus. Stattdessen bat Nils Hirseland die SOL-Redaktion auf die Bühne. Neben Nils, der auch den PROC vertrat, saßen Alexandra Trinley, Michael Tinnefeld und Norbert Fiks mit mir am Tisch. Die letzten beiden hatte ich erst wenigen Minuten zuvor zum ersten Mal live und in Farbe gesehen. Als Moderator stärkte mir Roman Schleifer den Rücken, sonst wäre der Programmpunkt wahrscheinlich nicht so unterhaltsam geworden. Die Redaktionsmitglieder stellten sich vor, ich beantwortete ein paar Fragen von Roman, ging auf Fragen aus dem Publikum ein und noch bevor ich es richtig registrierte, war unsere halbe Stunde schon vorbei. Im Anschluss folgte der STELLARIS-Programmpunkt, den ich allerdings nicht anschauen konnte, weil ich mich für den Dienst am Stand gemeldet hatte. Das Geschäft lief ganz ordentlich. Magnus hatte schon einiges verkauft und die Nachfrage war wie immer gut.

Um zwölf Uhr stand die Mitgliederversammlung der PRFZ im sogenannten Teeraum an. Inzwischen hatte sich erfreulicherweise auch mein Kreislauf stabilisiert. Ich war als einzige Frau zugegen und von der regen Beteiligung (ca. 25 Mitglieder) überrascht. André Boyens versuchte die Versammlung unbürokratisch und zügig durchzuziehen. Was vor allem der Hitze geschuldet war, die in dem kleinen Raum herrschte, und die hitzige Diskussionen gar nicht erst aufkommen ließ. Nach Kassenbericht, Entlastung des Vorstandes und Abstimmung zum Antrag der Zusammenlegung von PROC und PRFZ, konnte die Versammlung nach gut 50 Minuten erfolgreich beendet werden.

Ich hatte gerade noch Zeit, um etwas zu essen … Übrigens kümmerten sich die jungen Leute aus dem »Haus der Jugend«, ganz rührend um die Con-Teilnehmer. Es gab Getränke (leider keine zuckerfreien Softgetränke), Kuchen und kleine Snacks. Wer Hunger auf mehr hatte, konnte diesen in den umliegenden Kneipen und Restaurants stillen … Um halb zwei stand der zweite Programmpunkt mit meiner Beteiligung an. Roman Schleifer und ich berichteten über unsere Zusammenarbeit an der FanEdition 18 im vergangenen Jahr, gaben Tipps, wie man an so ein Projekt herangehen kann und was man beachten sollte, um eine möglichst spannende Geschichte zu erzählen. Wir versuchten das Publikum auf die FanEdition neugierig zu machen, ohne zu viel von der Handlung zu verraten. Das ist gar nicht so einfach. Aber die Werbung hat sich gelohnt, denn im Laufe des Nachmittags ging die FanEdition bis auf 3 Exemplare weg, die restlichen verkauften wir noch am Sonntag. Einige ließen sich ihre Exemplare von mir signieren.

Der anschließende NEO-Programmpunkt wurde moderiert von Ralf Boldt, der das ausgezeichnet machte. Das war richtig professionell und ich hoffe, dass wir Ralf auch beim nächsten Mal überzeugen können, nach Osnabrück zu kommen. Leider verpasste man am Beginn des Programmpunktes, Rüdiger Schäfers Ansprache auszustrahlen und holte das erst vor der Lesung nach. Das ist auch ein Punkt, den wir beim nächsten Mal besser organisieren müssen. NEO-Autor Kai Hirdt war extra für ein paar Stunden aus Hamburg gekommen. Eigentlich wollte er das ganze Wochenende über bleiben, aber ein Abgabetermin saß ihm im Nacken. Trotzdem fand ich schön, dass er sich für die Fans Zeit genommen hat. Viel verraten wurde zum kommenden Zyklus wie zu erwarten nichts, aber Kai, Lektor Dieter Schmidt und Klaus Bollhöfener hatten dennoch ein paar Anekdoten in petto. Nach der Gesprächsrunde schloss sich die Lesung von Rüdiger aus Band 150 an, die er aufgezeichnet hatte. Weil ich mich nicht Spoilern lassen wollte, verzichtete ich darauf und kehrte an den Stand der PRFZ zurück. Beziehungsweise streifte durch das Con-Gebäude und plauderte mit Menschen, die ich bisher nur Online kennengelernt hatte und half schließlich unserem Aktiven Uwe bei der Organisation der Autogrammstunde.

Den nächsten Programmpunkt absolvierten Klaus Bollhöfener, Herbert Keßel und Hermann Ritter zum Thema 20 Jahre PRFZ. Was mir die Gelegenheit gab, den Macher der Clubnachrichten endlich einmal in Persona zu erleben. Eine Stunde lang lauschte ich den Geschichte aus der guten alten Zeit. Und sogar Herbert Keßel als Moderator ließ sich ein paar Worte entlocken. Der Vorstand der PRFZ, sonst ausgesprochen gesprächig, wirkte in Gegenwart von Hermann und Klaus fast schon eingeschüchtert. Dennoch war der Punkt eine echte Bereicherung, gerade für mich als Neuling im Fandom sind solche Rückblicke ausgesprochen spannend. Ich hoffe, dass wir beim nächsten Mal wieder einen solchen Programmpunkt anbieten können. Unabhängig von einem Jubiläum der PRFZ und gern auch mal mit einem Autor wie Arndt Elmer, der viel aus der alten Zeit zu berichten weiß.

Von der Auktion bekam ich nur den Anfang mit, denn die Zeit bis zum Hauptprogrammpunkt TERMINUS nutzten wir (ein Teil der SOL-Redaktion) um im nahegelegenen Kartoffelhaus zu speisen. Im Biergarten bei schönster Abendsonne plauderten Gerhard Huber mit Begleitung, Michael Tinnefeld, Norbert Fiks, mein Mann und ich über Gott und die Welt und natürlich auch über Perry Rhodan. Mit dabei war auch Gucky, für den es leider keine Mohrrüben, sondern nur Kartoffeln gab. Aber ich versprach ihm, demnächst per Transmitter eine Mohrrübe zu schicken.

Zurück im »Haus der Jugend« hatte sich im Hauptsaal schon die TERMINUS-Crew um Uwe Anton versammelt. Dennis Mathiak hatte abgesagt, dafür nahmen neben Roman Schleifer, Lektor Dieter Schmidt auch die Autoren Dietmar Schmidt (Band 5) und Olaf Brill (Band 8) am Tisch Platz. Die Moderation übernahm in gewöhnt lässiger Weise »der Schleifer von Wien«. Die Stunde war nicht nur informativ – auch wenn kaum etwas zur Handlung zu erfahren war – sondern sehr unterhaltsam. Uwe verriet, wie am Anfang schon erwähnt, intime Details aus Band 6 von Susan Schwartz und machte den Programmpunkt zu einem echten Highlight.

Den letzten Beitrag des Tages absolvierte Rüsselmopserfinder Reinhard Habeck. Leider musste ich den aus Gründen totaler Erschöpfung auslassen. Wir gingen ins Hotelzimmer zurück, wo ich erst einmal unser neues Zimmer begutachtete und dann todmüde ins Bett fiel.

Vor dem Haus der Jugend
Warten auf den Beginn
Die PerryPaper Modelle
Am Stand der PRFZ
Die Crew der SOL stellt sich vor
Inside STELLARIS
FanEdition-Geplauder
NEO im Fokus
20 Jahre PRFZ
Die Herren von TERMINUS

Im Drogenland

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 147 – »Das verfluchte Land« von Kai Hirdt

Es hat etwas gedauert, bis ich endlich den NEO von Kai Hirdt lesen konnte. Angesichts eines so spannenden Romans bereue ich es, so lange gewartet zu haben.

Der Autor beschreibt wie immer lebhaft Perry Rhodans und Tuire Sitarehs Odyssee durch Suurt. Kaum sind sie der Gravitation des braunen Zwerges entkommen, droht neues Unheil in Form eines defekten Schiffes und dessen tödlicher Drogenfracht. Drogen sind es auch, die das Grundthema der Geschichte bilden. Denn auch auf Doka, wo die Helden mit dem schrottreifen Pilgerschiff abstürzen, sind Drogenanbau und Handel an der Tagesordnung. Kai Hirdt skizziert die gesellschaftlichen Probleme, die durch die Diktatur der Autarkie auf der Bevölkerung lasten, mit viel Realitätsnähe und Einfühlungsvermögen. Man leidet als Leser mit, wenn der Gurrad Gurrenham entgegen dem Willen seiner Tochter auf der Farm 147 zum Anbau von Helmentas-Kraut und der Herstellung von Helmenkit verpflichtet wird, um seiner Familie das Überleben und der kranken Ehefrau die notwendigen Medikamente zu sichern. Da spricht auch viel Gegenwartskritik aus den Sätzen. Aber auch Rhodans und Sitarehs Flucht aus dem havarierten Pilgerschiff, ihr Versuch die Pilger vor dem Tod durch das austretende Pankit zu retten, ist so spannend geschrieben, dass man fast schon nägelkauend mitfiebert.

Erschütternd ist, dass von der Besatzung nur Vanjak und der nervige Phaliter Ostrott die Explosion der TOMOKOL AMBA überleben. Und dass nur, weil der Standortkombattant und Diebesbanden das legendäre Schiff erkannt haben und auf den Schatz spekulieren. Es stellt sich jedoch die Frage, was an dem Pankit so wertvoll ist, wenn schon eine geringe Dosis ausreicht, um das Nervensystem eines Gurrads zu schädigen und er an einer höheren Dosis innerhalb weniger Stunden stirbt. Das kann man eigentlich nicht mehr als Droge bezeichnen, dass ist vielmehr ein chemischer Kampfstoff, der der Autarkie noch größere Macht verleihen würde. Auch Rhodan ist vor dem Kontrollverlusst durch das Gift nicht gefeit. Zumindest so lange er seinen Zellaktivator nicht trägt. Zum Glück gelingt es Tuire, das Schiff zur Explosion zu bringen und damit das Pankit zu vernichten.

Was Kai Hirdt von seinen Autorenkollegen unterscheidet, ist die Lockerheit mit der er erzählt und die lebhafte Figurenzeichnung. Das fühlt sich alles verdammt echt an. Ich finde auch gut, dass er Rhodan nicht so zögerlich beschreibt. Denn in diesem Roman übertritt der Unsterbliche so einige Grenzen, vor denen andere Autoren vielleicht halt gemacht hätten. Man kann fast schon sagen, dass die beiden Protagonisten eine gewisse Skrupellosigkeit an den Tag legen, die aber aus der Situation heraus geboren und notwendig ist. Man merkt das Bemühen der Exposéautoren, Rhodan eine Entwicklung durchleben zu lassen, bei der er lernt, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Damit tat sich der NEO-Rhodan bisher schwerer als der Rhodan der EA. Das ist ein Aspekt der mich positiv stimmt.

Es gab ohnehin nur wenige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Zum einen war das diese ständige Zellaktivatortauscherei. Dauernd haben Tuire und dann auch Perry, Personen mit dem Zellaktivator retten müssen. So etwas hat es damals in der EA nicht gegeben, weil dort Rhodans Zellaktivator auf ihn persönlich geprägt war. Vermutlich griffen die damaligen Autoren genau deshalb zu diesem Kniff, um solche Tauscherei- und Diebstahlsgeschichten zu unterbinden. Denn dieses Hin und Her ist bei NEO in seiner Häufigkeit nervig. Genauso wie Rhodans Zaudern, den Zellaktivator endlich als einen Teil von sich zu akzeptieren. Dies ist zwar anfangs verständlich, nutzt sich aber im Laufe der Geschichte ab. So dass man dem Terraner zurufen möchte: »Nun lass das Ding doch endlich dran!«

Unbefriedigend war auch die Idee, dass sich die nervenschädigende Wirkung des Pankit durch den Einfluss von Helmenkit aufhebt. Eine Droge, die die Wirkung einer anderen Droge aufhebt, fand ich zu einfach. Da hätte ich mir dramaturgisch eine raffiniertere Lösung gewünscht, die mehr auf den Charakter bezogen wäre. So hätte Ostrott, nach dem Abklingen der Pankitvergiftung, dessen weitere Wirkung einfach vortäuschen können, um Rhodan und Sitareh in Sicherheit zu wiegen, bis er eine Chance zur Flucht erhielt. Das hätte ich dem durchtriebenen Phaliten zugetraut und man hätte sich die fadenscheinige Wunderheilung gespart.

Am Ende können Perry Rhodan, Tuire Sitareh und Vanjak, Doka in einem gekaperten Raumschiff verlassen. Bis dahin erleben sie einiges und erfahren eine Menge über die Kultur der Gurrads. An diesem Punkt bin ich etwas traurig, denn ich habe als Leser in den vergangenen Bänden so viel über die Gurrads erfahren. Den Autoren und Expokraten ist es gelungen eine faszinierende und komplexe Spezies zu präsentieren, deren gesellschaftliche Strukturen und Bräuche lebendig und überzeugend geschildert werden. Warum schafft man das nicht mit den Terranern? Ich glaube inzwischen mehr über die Gurrads zu wissen, als über die Terranische Union. Es wird Zeit, dass man auch an dieser Front wieder aktiv wird. Ich würde gern wissen, wie es auf der Erde weitergeht. Sonst könnte man als Leser glatt vergessen, wozu Rhodan eigentlich unterwegs ist. Aber dafür werde ich wohl bis Band 149 oder 150 warten müssen.

»Das verfluchte Land« gehört zu den spannendsten NEO-Romanen, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Kai Hirdt zeigt auch hier wieder sein Talent, Figuren lebensnah miteinander agieren zu lassen. Gut gemacht!