Aus dem Schatten einer Singularität

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 148 – »Schatten über Ambaphal« von Rainer Schorm

Rainer Schorm schildert das Leben der Gurrads mit dem schwarzen Loch und die Abhängigkeit der Autarkie von dem Phänomen auf ungewöhnliche Weise. Sogenannte Ambatare (weibliche Gurrads) sind in der Lage mit Hilfe der Konterdrogen Helmenkit und Pankit mit der Entität zu kommunizieren, die sie Amba nennen. Es scheint sich dabei um eine Wesenheit zu handeln, die sich hinter dem Ereignishorizont vor etwas versteckt. Das Auftauchen von Perry Rhodan und Tuire Sitareh versetzt Amba in Aufregung, so dass es zu gravitativen Störungen kommt, die den Anflug ihres Schiffes stören. Nach einigen Schwierigkeiten gelingt es ihnen zusammen mit Vanjak in die Hauptstadt Cata Amba vorzudringen, wo sie von einer Gruppe Mutama gestellt werden. Auch hier erinnerte mich die Begrüßungsszenen zwischen Vanjak und seiner verflossenen Flamme Serona ein bisschen zu sehr an das Verhalten der Klingonen bei Star Trek, Beißen und Kratzen inklusive. Während Tuire mit den Mutama auf die gut vorbereitete Mission geht, um die Projektoren zu zerstören, begleitet Serona Rhodan zum Gan Choma, damit er seine Frage nach METEORA stellen kann. Beides gelingt, hat aber tiefgreifende Auswirkungen auf das schwarze Loch, bei denen Rhodan nicht sicher sein kann, ob sie für die Terraner positiv oder negativ sind.

So nach und nach gelingt es Rainer Schorm mich von seinen Qualitäten als Autor zu begeistern. Der letzte Roman von ihm liegt jetzt fünf Hefte zurück und ich stellte beim Lesen fest, was mir in den letzten fünf Geschichten gefehlt hat – die Technikbeschreibungen. »Schatten über Ambaphal« fühlte sich vom ersten Wort nach Science Fiction an. Seien es die Kapitel in denen es um das schwarze Loch geht oder um den Handlungsstrang, in dem Tuire Sitareh den Plan der Mutama unterstützt, das Netzwerk aus Projektoren auszuschalten, das Suurt abriegelt. Beides ist spannend und vor allem glaubhaft erzählt. Der Autor versucht zumindest sich an bekannten wissenschaftlichen Theorien zu orientieren. Natürlich muss die Singularität um Ambaphal eine Besonderheit sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Planet einen stabilen Orbit um ein schwarzes Loch halten soll. Selbst ein siebenfacher Schwarzschildradius erscheint mir zu nah. Zumindest müsste es erhebliche Dilatationseffekte geben, da in der Nähe einer Singularität die Zeit bekanntlich langsamer vergeht. Die Idee mit den beiden Drogen, die sich gegenseitig beeinflussen, halte ich immer noch nicht für elegant, aber zumindest bietet sie eine passende Erklärung, warum nur ausgesuchte Gurrads mit Amba kommunizieren können und zeigen die wahre Scheinheiligkeit der Autarkie. Das Auftauchen von Harno hat mich dagegen sehr überrascht und ich musste tatsächlich erst einmal nachlesen, wann die Entität bei NEO aufgetaucht war, nämlich in PR-NEO 15.

»Schatten über Ambaphal« ist ein guter Roman, an dem es wenig auszusetzen gibt. Der Autor zeigt seine Klasse in der Beschreibung schwieriger technisch-wissenschaftlichen Vorgänge, ohne damit zu übertreiben. Die Geschichte ist spannend und intelligent geschrieben und macht neugierig auf den nächsten Band. Mehr kann man als Leser eigentlich nicht verlangen.

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