Countdown in Folge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 143 – »Herr der YATANA« von Kai Hirdt

Der Roman ist einer der spannendsten NEO-Romane, die ich von Kai Hirdt gelesen habe. Wenn es meine Zeit erlaubt hätte, hätte ich ihn sicher in einem Rutsch ausgelesen, doch so musste ich ihn zwangsweise immer wieder weglegen.

Wenn eine Geschichte über Atlan im bekannten Ich-Präteritum erzählt wird, vermittelt mir das ein gutes Gefühl. Da fühle ich mich gleich zu Hause. In diesem Fall erwacht unser Held auf der Krankenstation eines fremden Raumschiffes im Leerraum und muss sich erst einmal zurechtfinden. Wie er dorthin gekommen ist und wer all die Dinge für ihn bereitgelegt hat, erfahren wir leider nicht. Denn als Atlan im Nachhinein auf die Besatzung trifft, kennen sie ihn nicht. Die Thetiser – wie sich die Fremden nennen – kämpfen gegen eine Invasion von Posbis auf ihrem Schiff und leiden unter einem übertriebenen Ehrenkodex, der sie zwingt, sich lieber selbst zu vernichten, als die YATANA in fremde Hände fallen zu lassen. Weshalb sie immer, wenn es brenzlich wird, die Selbstzerstörung aktivieren. Atlan muss sich einige Male bemühen, damit der Countdown gestoppt wird. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern ist in seiner Folge auch ziemlich witzig. Dem Autor gelingt es durch schöne Beschreibungen, dass man sich gut in den Arkoniden hineinversetzen kann. So rollt man selbst mit den Augen, wenn der Kommandant der YATANA sich immer wieder dazu entschließt, das Raumschiff zerstören zu wollen. Atlan hinterfragt oft genug, ob dieses Vorgehen wirklich so ehrenhaft ist, was ich sehr gelungen finde.

Überrascht war ich, als herauskommt, dass eine dritte Partei an der Auseinandersetzung zwischen den Posbi und den Thetisern nicht nur beteiligt ist, sondern sie auch forciert. Die Hinweise sind geschickt platziert, ohne das ich sie gleich durchschauen konnte. Die unsichtbaren Gegner werden von Atlan als »Skorgonen« bezeichneten und erinnern stark an die Laurin aus der EA.

Atlan wäre nicht Atlan, wenn er nicht mit einer Frau anbändeln würde. Die Metak Taraka ist so etwas wie die Bordingenieurin, von ihr erfährt Atlan, dass die YATANA nicht den Thetisern gehört, sondern sie von ANDROS als Besatzung rekrutiert wurden. Über die Mission des Schiffes besteht Unklarheit, denn sie warten auf die Ankunft des Auserwählten, der die Mission führen wird. Taraka sieht in Atlan diesen Auserwählten und führt ihn gegen den Widerstand ihres Befehlshabenden zur Prüfung. Atlan besteht die Prüfung und wird vom Kommandanten zähneknirschend zum Missionsleiter ernannt. Die Figur der Taraka agiert mir stellenweise zu ambivalent, weil sich immer wieder gegen Atlan wendet. Das er mit ihr am Ende im Bett landet, hatte ich eigentlich schon viel früher erwartet.

Atlan scheint also tatsächlich von ANDROS geschickt zu sein, auch wenn der Arkonide keine Ahnung hat, wer ANDROS ist. Da fragte ich mich kurzzeitig, wieso er nichts von dem weiß, was Perry von den Memetern über ES und ANDROS erfahren hat?  Keine Überraschung war, dass auch Atlan von der Superintelligenz den Auftrag erhält, in die Sagittarius-Galaxie zu reisen. Doch im Gegensatz zu Perry Rhodan und Tuire Sitareh soll er verhindern, dass seine Freunde METEORA für sich gewinnen. Das legt nahe, das Atlan seinen Zellaaktivator vielleicht nicht von ES sondern von ANDROS hat. Das wäre wirklich mal eine alternative Entwicklung in NEO, die Spannung verspricht.

Die Handlung ist über weite Teile glaubwürdig und bildhaft erzählt. Einzig Atlans Aktion, als er ohne Schutzanzug durch das »sonnendurchflutete« Schiff wandelt, um die Skorgonen in eine Falle zu locken, war ein bisschen übertrieben. Nachdem die Skorgonen verschwunden sind und die Posbis mit dem Versprechen besänftigt wurden, Schiffstechnologie der YATANA zu erhalten, bricht das Schiff nach Sagittarius auf. Das ging mir wieder etwas zu schnell und zu leicht. Ich glaube nicht, dass sich die Posbis so einfach mit Versprechen abspeisen lassen. Auch was die Ziele der Skorgonen betrifft, bin ich nicht so richtig schlau aus ihnen geworden.

Die letzten Kapitel, in denen die YATANA vorzeitig aus dem Hyperraum geholt wird und in einem Fesselfeld um einen vagabundierenden Meteoriden festgehalten wird, scheint irgendwie aufgesetzt. Die seltsamen Löwenwesen mit der gestelzten Sprache und ihrem Gefasel um Pilgerreisen, störten die Harmonie, die der Handlung bis hierher innegewohnt hatte. Vielleicht hätte man in dem Fall auf den Cliffhanger verzichten sollen und dafür die Auflösung des Konfliktes zwischen den Posbi, den Skorgonen und den Thetisern ein weniger detaillierter zu beschreiben.

Ich kenne mich nicht so gut mit der britischen Serie »Dr. Who« aus. Ich habe nur eine Staffel gesehen, aber ich erkenne eine Dr. Who Folge, wenn ich eine lese. Und der Roman von Kai Hirdt enthielt nicht nur einen Hinweis (Schallschraubenzieher) darauf. Nette Idee!

Mit »Herr der YATANA« hat Kai Hirdt wieder einmal bewiesen, wie lebhaft man eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn ich bei »seinem« Atlan die Gelassenheit eines Zehntausendjährigen vermisst habe.

Tod eines Expokraten

Quelle: Perrypedia

Die Meldung ereilte mich am frühen Nachmittag. Nichtsahnend warf ich einen Blick auf die PR-Homepage und da stand sie, die traurige Nachricht über den Tod von Michael H. Buchholz. Das war der Moment, an dem ich erst einmal schlucken musste. Mein nächster Gedanke war: was wird jetzt aus NEO? Ziemlich eigennützig, und ich schämte mich auch gleich dafür.

Für mich als Fan von PERRY RHODAN-NEO ist der Tod von Michael H. Buchholz ein schwerer Schlag. Auch wenn ich von seiner Krankheit wusste, so war da doch immer die Hoffnung, dass er es schaffen würde. Das seine Arbeit für NEO ihm die Kraft geben würde, den Krebs zu besiegen. Leider hat es nicht gereicht. Das Loch, das sein Tod in die Herzen von Familie und Freunden reißt, vermag nichts und niemand zu schließen.

Auch auf NEO wird es Auswirkungen haben. Gerade jetzt, nachdem die Serie über Band 150 hinaus verlängert wurde und es viel Raum für neue Handlungen gibt, muss es ohne ihn weitergehen. Kann Rüdiger Schäfer die Exposéarbeit ganz allein fortführen, trotz seines Fulltimejobs? Oder wird/muss sich ein Nachfolger finden? Kein Mensch ist wirklich zu ersetzen. Michaels Art zu schreiben war besonders. Er verzauberte seine Leser mit außergewöhnlichen Geschichten, in die er immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse unserer Zeit verwob. Keiner vermochte das so gut zu platzieren, wie er. Er hatte bestimmt noch viele Ideen für NEO, die er jetzt leider nicht mehr verwirklichen kann. Ich bin sicher, dass mir sein Beitrag zu PERRY RHODAN-NEO schmerzhaft fehlen wird.

Es war mir leider nicht vergönnt, den Autor persönlich kennenzulernen. Aber ich hoffe, dass ihm meine Rezensionen zu seinen Romanen gefallen haben, denn seine Geschichten gehörten immer zu den Staffel-Highlights. Wenn in zwei Wochen Band 144 erscheint, wird dies ein ganz besonderer Moment für mich und viele Fans sein. Augenblicke in denen wir in Gedanken bei ihm und er mit seinen Worten bei uns ist.

Mit Michael H. Buchholz steht ein weiterer Name auf der langen Liste der zu früh verstorbenen PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust für PERRY RHODAN, insbesondere für NEO. Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei seiner Familie und seinem Freund Rüdiger Schäfer. Er verliert mit Michael nicht nur einen Freund, sondern auch einen überaus kreativen Kollegen. Ich wünsche ihm viel Kraft, um den Schicksalsschlag zu überwinden.

Der blaue Wüstenplanet

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 142 – »Hort der Flüsternden Haut« von Rainer Schorm

Ich war wirklich gespannt auf den Roman von Rainer Schorm. Schafft es der Autor doch, mich jedes Mal zu überraschen. Ohne die Arbeit der anderen NEO-Autoren schmälern zu wollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass er der stärkste Autor im NEO-Team ist. Rainer Schorm vermag auch den komplexesten Plot mit einer gewissen Logik zu vermitteln. Und als ich hörte, dass es in Band 142 um eine »Romeo und Julia-Geschichte« gehen soll, war ich um so gespannter, wie der Autor diese erzählen würde.

Nachdem im Vorgängerband Perry Rhodan im Mittelpunkt der Handlung stand, ist es im »Hort der Flüsternden Haut« Tuire Sitareh. Der Charakter ist mir inzwischen ans Herz gewachsen und es freut mich stets, über ihn zu lesen. Obwohl die Figur im Grunde genommen eine »Mary Sue« ist, wie man im Fachjargon der Fanfiction-Autoren so schön sagt – unbesiegbar und ohne Makel, mit geheimnisvoller Vergangenheit und außergewöhnlichen Fähigkeiten – stört mich das überhaupt nicht.

In der Handlung verschlägt es den Auloren auf einen Planeten, der von einer blauen Wüste bedeckt ist und er gerät zwischen die Fronten verfeindeter Nomadenvölker. Das erinnert sofort an »Der Wüstenplanet« von Frank Herbert. Hier wie da warten die Bewohner auf den Messias. Schorm wandelt das Thema etwas ab, fügt eigene Ideen hinzu, bleibt aber sehr dicht an Herberts Vorlage. Besonders deutlich wird das, als Tuire auf den drogensüchtigen Gildenmeister trifft, dessen Iriden durch die Drogen ihre Farbe verändert haben.

Der Plot um die beiden jungen Verliebten überzeugte mich in seiner Gänze jedoch nicht. Da hatte ich mir etwas mehr Gefühl versprochen. Das liegt vor allem daran, dass die zwei nicht miteinander agieren, sondern ihre Beziehung allein in ihren Erinnerungen existiert. Das hatte mir zu wenig Substanz. Letztendlich fühlt es sich so an, als sei die Geschichte nur Mittel zum Zweck, um Tuire eine Vorlage zur Konfliktlösung zu bieten. Vielleicht war es auch gut so, dass sich er Autor nicht zu sehr darauf konzentriert hat, um dafür mehr Platz für Tuires Abenteuer zu haben, denn die waren durchaus spannend.

Für interessant halte ich das fremde Raumschiff, das Tuire findet und das anscheinend mit Molkex beschichtet ist. Ist das ein Hinweis auf die Blues, oder wie auch immer sie in NEO heißen werden? Vorausschauend auf die Bände nach 150 könnte ich mir das gut vorstellen, denn ich habe den Zyklus der EA mit den Blues gern gelesen. Und da würde auch Eric Leyden gut dazu passen. Schließlich war es sein Alter-Ego Tyll Leyden, der das Geheimnis des Molkex gelüftet hat.

Am Ende wird es nochmal kompliziert. Genau das Richtige für Rainer Schorm. Und er schafft es tatsächlich, mir den verwirrenden Zeitreiseplot so zu erzählen, dass ich ihn nachvollziehen kann.

Mein Fazit fällt positiv aus. Der spannend geschriebene Roman klebt zwar etwas sehr an Frank Herberts »Wüstenplanet« und die Liebesgeschichte ist nicht so, wie von mir erwartet, aber der Autor hat Tuire Sitareh gut in Szene gesetzt und dem Auloren wieder ein paar neue Fassetten verliehen. Ein bisschen genervt, war ich von den Dialogen mit Tuires Extrasinn, was vielleicht sogar beabsichtig ist. Da kann einem der Aulore schon leid tun. Das ist, als hätte man einen Papagei im Kopf, der zu allem seine Meinung kundtun muss. Dafür ist der Titel des Romans genial.

Es ist anzunehmen, dass der nächste Band ähnlich wie die beiden ersten in der METEORA Staffel verlaufen wird, nur mit Atlan im Fokus des Geschehens. Dies ist eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise und ich bin wirklich gespannt, wie die Expokraten die Spannung innerhalb der Staffel hochhalten wollen, wenn sie sich einen derartig langen Vorspann gönnen. Nun, ich lasse mich überraschen.

Was ich mich jedoch frage ist: Warum ist der Sand auf dem Cover braun und nicht blau?

Zwischen eisigen Fronten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 141 – »Der Faktor Rhodan« von Michael Marcus Thurner

Die Inhaltsangabe des Romans habe ich im PR-Forum gepostet. Wer sich dafür interessiert, möge hier nachsehen.

Sollte ich doch noch zu einem Fan von Michael Marcus Thurner werden? Nach dem Roman liegt die Möglichkeit wirklich nahe. Nachdem ich in der Vergangenheit mit der überbordenden Fantasie des Autors so meine Schwierigkeiten hatte, muss ich mir jetzt tatsächlich Sorgen machen. Denn in »Der Faktor Rhodan« stimmte vieles, auch wenn die Geschichte haarscharf an der Grenze zur Fantasy balancierte. Der Autor verzichtet auf Geschwurbel und erzählt strukturiert und klar.  Nur an der Stelle an der sich ES bei Rhodan meldet, blitzt kurzzeitig seine ausschweifende Imagination hervor. Die Szenen sind sehr lebensecht beschrieben und die Charaktere allen voran Perry Rhodan und Jemir Conba überzeugen.

Feudalistische Gesellschaften, Prinzen und Prinzessinnen – würde da nicht hin und wieder ein bisschen Technologie durchschimmern, könnte man meinen, einen Fantasyroman zu lesen. Die Geschichte ist, wenn auch nicht originell, dennoch spannend erzählt. Man könnte vielleicht bemängeln, dass sie für einen NEO-Roman ungewohnt ist und das über manche Passagen zu schnell hinweg gegangen wird. So frage ich mich, warum die Wissenschaftler beider Völker nicht an der Erforschung der Liduurischen Festung interessiert sind. Die Kolonie existiert anscheinend schon recht lange auf dem Planeten, irgendwann muss sich doch jemand mal den Kopf darüber zerbrochen haben. Vielleicht hätte man erklären können, dass wegen des anhaltenden Konfliktes Forschungen im Niemandsland verboten sind. Das wäre glaubhafter gewesen, als zu sagen, dass sie es für eine Kultstätte halten und das Interesse daran verloren haben, ohne je ins Innere vorgedrungen zu sein.

Eine weitere Tatsache, die ich bezweifele: Rhodans Multifunktionsarmband wurde zwar untersucht. Nur warum hat man es ihm zurückgegeben? Wäre es nicht sinnvoller gewesen, ihm das Armband abzunehmen, um ihn zur Kooperation zu zwingen, bzw. ihn damit an einer Flucht zu hindern? Weil er ohne das Ding völlig aufgeschmissen wäre.

Mein Fazit: Ein Lob geht an Michael Marcus Thurner für einen exzellent geschriebenen Roman. »Der Faktor Rhodan« erzählt eine spannende Geschichte, die sehr gut als Einstieg in die Serie und in die Staffel geeignet ist, weil man so gut wie keine Vorkenntnisse besitzen muss. Nur … was hat die Geschichte mit der Staffelhandlung um METEORA zu tun? Außer der Botschaft von ES und das Rhodan einen Zellaktivator und ein Ym erhält, das ihn nach Sagittarius bringt, erfahren wir so gut wie nichts. Werden wir von den Arkonidischen Kolonisten je wieder etwas hören, oder war es nur ein Füllroman? Letzteres fände ich mutig, bei einer Staffel von nur zehn Bänden. Nun, wir werden es sehen.

Versöhnlicher Abschluss mit Cliffhanger

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 140 – »Der längste Tag der Erde« von Rüdiger Schäfer

Tifflor, Tuire und die Mutantinnen müssen Crest mit der Zündvorrichtung zunächst entkommen lassen. Mit dem überraschenden Eingreifen von Josue Moncadas kann die Flucht von Crest jedoch verhindert werden. Crest verschanzt sich im Stardust Tower und als Rhodan mit dem Wasserschiff der Liduuri auftaucht, droht er die Erde zu sprengen, wenn man ihn nicht gehen lässt. Als Faustpfand präsentiert er Thora, die sich mit den Kindern auf einem Beiboot der LESLIE POUNDER am Rande des Sonnensystems in Sicherheit gebracht hatte. Dann jedoch von Hirian da Mentrum, einem Untertanen Crests, aufgespürt und zum Mitgehen gezwungen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Rhodan, Thora und Crest, bei dem schnell klar wird, dass der alte Arkonide von jemandem übernommen wurde. Es ist Ashara der böse Posbi, der eigentlich als besiegt galt, der aber in Crests Posbi-Implantaten überlebt hat. An der Stelle hatte ich eigentlich mit Agaior Thoton gerechnet, dem es irgendwie gelungen war, sich in Crests Bewusstsein zu manifestieren. Aber der Bogen, den die Exposéautoren geschlagen haben, ist auch nicht schlecht.
Crest wird, als er Thora töten will, von Moncadas erschossen. Der Mutant teleportiert sich mit Hilfe von Sid Gonzales zwischen die Arkoniden und kann mit seinen Kräften Crests Schutzschirm manipulieren.
Kurz bevor er stirbt, spricht Crest nochmal als der alte freundliche Arkonide, den wir kennen. Hier habe ich mich gefragt: wieso reagiert die arkonidische Flotte nicht darauf? Hirian da Mentrum muss das Geschehen doch aus der Leka-Disk heraus beobachtet haben. Auch wenn Thora zuvor an seine Vernunft appelliert und Zweifel in ihm gesät hatte. Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, die Arkoniden von der Bösartigkeit ihres Imperators zu überzeugen, in dem man Hirian da Mentrum in die Szene aktiv mit eingebunden hätte. So wirken das spätere Umschwenken der Arkoniden und ihre Passivität nach dem Tod ihres Imperators weniger überzeugend.

In der Zwischenzeit greift die terranische Flotte unter Führung von Reginald Bull und der LESLIE POUNDER die Türme an, die die Sitarakh auf der Erde gebaut haben. Es gelingt ihnen, mit Hilfe einer Idee von Atlan, diese direkte Bedrohung auszuschalten. Dann trifft Bully die Entscheidung, sich gegen die, um die Sonne zurückgezogene Flotte der Sitarakh vorzugehen, auch wenn es eher eine Verzweiflungstat, als ein erfolgsversprechender Versuch ist. Man bittet Avandrina di Cardelah um Hilfe, doch die Liduuri weicht aus. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht. Bevor die Verluste für die terranische Flotte ins Unermessliche gehen, taucht plötzlich ein riesiges fremdes Schiff auf, das einen Hyperimpuls aussendet, der die Schirme der Sitarakh-Schiffe zusammenbrechen lässt. Rhodan beschließt die nun wehrlosen Schiffe der Sitarakh nicht zu zerstören, sondern fordert sie und die Bestie Masmer Tronhk auf, das Sonnensystem zu verlassen. Einer Forderung, der sie uneingeschränkt nachkommen.
Halt! Das ging aber jetzt ein bisschen zu schnell und leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bestie einfach so aufgibt. So wie der Verrückte bisher beschrieben wurde, stürzt er sich eher in einen Kampf, als zu kapitulieren. Auch wenn er damit seine Artgenossen im Stich lassen würde. Wenn jemand so von Rache zerfressen ist, dass er eine ganze Welt zerstören will, dann lässt er sich von der Warnung eines Perry Rhodan sicher nicht aufhalten.

Die bis dahin erzählte Handlung war spannend und temporeich. Das ändert sich in dem Moment, als Avandrina Rhodan erklärt, wer die die Fremden sind, die der Menschheit geholfen haben. Sie nennen sich Memeter und Rhodan bekommt bald am eigenen Leib zu spüren, wozu sie im Stande sind. Er wird von zwei Fremden – Ravi und Surya – »entführt« und findet sich in einer fiktiven Welt wieder, in der er Antworten auf viele seiner Fragen erhält.
Ohne Zweifel, macht Rüdiger Schäfer, wieder einmal den »Erklärbär«. Da sprudeln plötzlich so viele Informationen auf Rhodan und den Leser ein, dass ich mich wieder einmal fragte, wieso man dass nicht auf die vorangegangenen Romane verteilen konnte. Die Memeter sind jene Erdbewohner aus denen die Liduuri hervorgegangen sind. Auch sie bedienten sich an dem Halatium, das aus dem Sonnenspalt entwich und bauten damit unter anderem Physiotrone und Zellaktivatoren. Avandrinas Vater ist einer der Memeter, der erkannte, welche gefährliche Auswirkung die gesteigerte Ausbeutung auf den Sonnenspalt hat. Der erweitert sich, je mehr Halatium abgezogen wird und könnte nicht nur das Sonnensystem zerstören, sondern auch das ganze Universum.
Die Memeter gerieten bald in eine Art Abhängigkeit, was zur Folge hatte, das viele von ihnen in Passivität verfielen und in großen Gruppen, später in Massen, sammelten. Letztendlich lösten sich die »kranken« Memeter in Licht auf und bildeten die Wesensheit ES. Die wenigen nicht Betroffenen blieben als Liduuri zurück.
Die Menschen sind also direkte Nachkommen von ES, was erklärt, warum die Superintelligenz ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihnen auch das Schiff mit den beiden Memetern als Schutz zur Verfügung gestellt hat. Ravi und Surya sind Teile, die sich unter großen Anstrengungen und Verlusten von ES getrennt haben. Rhodan bekommt noch ein paar rätselhafte Andeutungen mit auf den Weg und wird dann ohne Zeitverlust auf die SHOSHIDA CARDELI zurückgeschickt.
Das waren viele Informationen, die den Exposé-Autoren noch genug Spielraum für weitere Idee lassen.

Auf der Erde laufen derweil die Rettungsmissionen auf Hochtouren, durch den vierzehntägigen Schlafmangel stehen viele Menschen an der Schwelle des Todes und müssen schnellstens versorgt werden. Doch es gibt nicht genügend Helfer, um die fast 11 Milliarden Menschen zu versorgen. Da kommt Hilfe von der ehemaligen Imperatrice Theta. In einer Ansprache fordert sie die arkonidische Flotte dazu auf, den Menschen zu Hilfe zu kommen. Die Arkoniden folgen ihren Aufruf und melden sich bei der, Hals über Kopf eingerichteten, Koordinationsstelle im Stardust-Tower unter dem Befehl der Vizeadministratorin.
Zum Wandel in der Einstellung der arkonidischen Flotte hatte ich ja bereits gesprochen. Das hätte man glaubwürdiger vorbereiten können.

Rhodan berichtet auf der LESLIE POUNDER, was er erfahren hat. Avandrina di Cardelah verabschiedet sich und fliegt davon, während die Landung des Protektors auf dem zivilen Raumhafen Terranias vorbereitet wird. Da fängt Tuire Sitareh plötzlich an zu Glühen. Das Glühen greift auch auf Atlan und Rhodan über. Ihre Körper scheinen sich Schicht für Schicht aufzulösen. Und plötzlich sind die drei verschwunden. Eine systemweite Suche bleibt erfolglos. Auch ein Kontakt mit der Liduuri und den im System verbliebenden Memetern kann nicht hergestellt werden. Die drei Unsterblichen bleiben verschwunden.
Somit endet der Roman in einem fiesen Cliffhanger, der es mir schwer macht, meine Entscheidung aus der Serie auszusteigen, einzuhalten. Die beiden Exposéautoren, allen voran Rüdiger Schäfer, haben es also wieder geschafft, mein Interesse zu wecken.

Dem Autor gelingt es mit diesem Roman meinen Unmut über die Staffel »Meister der Sonne« zu besänftigen. Überhaupt, sie hat mir in dieser Staffel sehr gefehlt, die Art und Weise, mit der der Autor Geschichten erzählt. Normalerweise hatte ich schon bei Band 135 erwartet, einen Roman aus seiner Feder vorgesetzt zu bekommen. Das dem nicht so war, trug viel dazu bei, dass mir die Handlung der Staffel missfiel. In den vergangenen Staffeln bekam man tiefergehende Erklärungen zur Staffelhandlung, meist nur in den Romanen der Exprokraten geliefert. Dieses Mal wurde ich als Leser mit der Invasion und den Katastrophenszenarios buchstäblich allein gelassen, was dazu führte, dass mir vieles unlogisch erschien und ich kurz davor war, auszusteigen. Vielleicht war es der Mangel an Informationen und näheren Erläuterungen während des Handlungsfortschritts, dass zu Unverständnis und Kritik führte. Denn die philosophischen Betrachtungen, die Rüdiger Schäfer in »Der längste Tag der Erde« anbringt, sind klug und nachvollziehbar. Auch wenn mir die Form, in der er sie mir präsentiert – en bloc –, nur bedingt gefallen hat, so lassen sie mich doch viele Vorkommnisse aus den vergangenen Romanen in einem neuen Licht sehen.

Was ich mir für die Zukunft von NEO wünsche, sind weniger Invasionsszenarios und mehr kosmische Verwicklungen, mehr Innenpolitische Querelen und mehr wissenschaftlich fundierte Science. Wenn die Geschichten dann auch noch so gefühlvoll und mit Herzblut geschrieben werden, wie von Rüdiger Schäfer, bleibe ich gern ein Teil des NEO-Fandoms.

Umfassendes Nachschlagewerk zum Perryversum

Quelle: SFCU

Ui, da habe ich mich aber mal richtig gefreut. Als ich heute nach Hause kam, lag ein dicker weißer Umschlag vom SFCU im Briefkasten …

… das »Perry Rhodan Jahrbuch 2015« war eingetroffen. Auf 550 Seiten ist alles dokumentiert, was im Jahr 2015 zu PERRY RHODAN erschien oder geschrieben wurde. Der Inhalt jedes Romanheftes und jedes Fanzines, jede noch so kleine Nachricht wurde in das Buch gesteckt. Respekt! Da steckt unsagbar viel Arbeit drin.

Ein bisschen was habe ich auch dazu beigetragen, in Form meiner NEO Rezensionen. Obwohl ich die zur Methan-Staffel vermisse. Egal, tolles Buch, sehr ausführlich und umfangreich. Da schlägt man gern einmal nach.

Bestellen kann man das gute Stück beim SFC Universum.

Die PERRY RHODAN EA und ich

Leserbrief im PR 2891
Interview im PR-Report im PR 2892

Seit ich offiziell erklärt habe, ich würde die EA nicht lesen, werde ich den Verdacht nicht los, dass sich die PR-Redaktion insgeheim bemüht, damit ich die Hefte kaufe. Gestern erschien nun schon das dritte Heft in Folge, in dem mein Name steht. War es in Heft 2890 »nur« eine Anzeige zu meiner FanEdition, enthielt PR 2891 einen Leserbrief von mir, mit einem Foto, das bei einem Besuch bei meiner Freundin Yvonne entstand. Ihre Tochter Lina, hatte nämlich kurzerhand den NEO-Band annektiert, den ich gerade las. Sie blätterte darin herum und betrachtete es minutenlang, obwohl ein Haluter auf dem Titel abgebildet war, der nicht gerade freundlich aussah. Mein Mann witzelte, dass sie das vielleicht an Godzilla erinnerte, denn der Papa von Lina ist Japaner. Michelle Stern, die die Leser-Kontakt-Seite betreut, war so lieb, den Leserbrief und das Foto abzudrucken.

In PR 2892 steht mein Name schon wieder drin. Diesmal erschien im PR-Report ein Interview, das Roman Schleifer mit mir geführt hat. Ich erzähle ein bisschen von der Übernahme des Chefredakteursposten der SOL. Roman hat sich schöne Fragen ausgedacht. Und weil ich das Interview keinem vorenthalten möchte, hänge ich den Text gleich an.

 

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Schicksalsfragen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 139 von Kai Hirdt

Auch wenn mir einiges an der Handlung des Romans missfällt, so versteht der Autor es doch, mich mit seinen lebhaften Beschreibungen zu unterhalten.

Besonders Rhodan ist überraschend emotional charakterisiert. Endlich darf der Sofortumschalter auch einmal laut werden und sich seinen Frust von der Seele reden. Es wird ihm aber auch übel mitgespielt. So entscheidet er sich gegen das Wohl von Millionen von Bhrento und für die Liduuri. Nicht jedoch ohne zuvor eine Rückversicherung abzuschließen. Doch die Rekalibrierung wirkt sich nicht sofort auf die Bhrento aus und die fühlen sich verständlicherweise, von den in Position gebrachten Beibooten bedroht. Rhodans Idee seine Mannschaft zum Schutz gegen auftretende Probleme bei der Rekalibrierung loszuschicken, geht nach hinten los und zählt ganz sicher nicht zu den intelligentesten Ideen des Protektors. Er verschlimmert die Lage dadurch noch und 26 Bhrento sterben. Aber auch seine Rückversicherung und Hoffnung für das Wiederbeleben der Bhrento-Kultur – die Kya von Zayabi-Dasi – fällt trotz Schutzmaßnahmen der Rekalibrierung zum Opfer. An dieser Stelle hätte sich Rhodan vielleicht lieber Rat bei Avandrina geholt, anstatt bei Leyden. Überhaupt hätte er die Liduuri zwingen müssen, sich stärker zu engagieren. Schließlich hat sie ihn in die missliche Lage gebracht eine Entscheidung über Leben und Tod zu treffen.

Nach der erfolgreichen Wiederherstellung des Hyperschwalls fliegen sie endlich Achantur an. Doch Avandrina will zunächst allein in das System hinter dem Hyperschwall reißen. Dass sie Leydens Team und den Kater mitnimmt, soll keiner erfahren. Das konnte ich an dieser Stelle kaum glauben. Es muss an Bord der LESLIE POUNDER da doch auffallen, wenn die vier Wissenschaftler fehlen.
Auf Achantur bietet die Liduuri Leyden und seinen Kollegen inklusive Hermes eine Zelldusche an, die die Gruppe nach einiger Diskussion annimmt. Avandrina begründet es damit, dass die Liduuri die Wissenschaftler noch brauchen werden. Das legt nahe, dass sie Kenntnis von der Zukunft haben muss.
Nebenbei bemerkt: um wie viel verlängert sich eigentlich das Leben des Katers? Der Alterungsprozess eines Menschen wird um 33 Jahre (ca. ein Drittel der Lebensspanne) angehalten. Katzen können in Ausnahmefällen circa 20 Jahre alt werden. Verlängert sich Hermes‘ Leben nun um sieben Jahre oder 33 wie bei den Menschen?

Zurück zu Rhodan. Avandrina bittet ihn nach Achantur zu kommen. Er verlangt, Begleiter mitzunehmen, was sie ihm widerwillig gestattet. Auf Achantur dann der Schock: der Planet ist so gut wie entvölkert. Nur etwa 1000 Liduuri haben den gestörten Hyperschwall überlebt. Darunter auch Avandrinas Vater, den Rhodan bereits in der Vergangenheit getroffen hat. Als der Protektor endlich die Hilfe für die Terraner einfordert, lehnt die Präsidentin der Liduuri ab, die niemand anderer als Avandrina selbst ist. Die 1000 Überlebenden sind zu wertvoll, um sie im Kampf für die Menschheit zu gefährden. Dafür bietet sie Rhodan an, zwölf Menschen seiner Wahl eine Zelldusche zu verabreichen. Die nächste unsägliche Entscheidung, die dem Protektor aufgedrängt wird. Da kann man wirklich Mitleid bekommen. Die Menschen helfen den Liduuri, vernichten dabei eine ganze Zivilisation und bekommen dafür nur ein einziges Wasserschiff und Avandrina selbst als Hilfe gegen die Sitarakh. Perry Rhodan behält sich vor, die Entscheidung über die Zellduschen erst nach der Befreiung des Solsystems zu treffen.

Die LESLIE POUNDER und das Wasserschiff treten den Rückflug zur Erde an. An der letzten Relaisstation nehmen sie Informationen der terranischen Flotte entgegen, die sie über die Lage im Sonnensystem informiert. An dieser Stelle dachte ich mir: Kein Wunder, dass die Invasioren Schlange stehen. Während sich die Arkoniden ruhig verhalten, posaunen die Terraner taktische Lageinformationen in die Galaxis hinaus. Hier hätte der Autor mehr ins Detail gehen müssen, als nur zu schreiben, dass eine »Nachricht hinterlegt« wurde. Überhaupt kommen solche technischen Details bei Kai Hirdt oftmals zu kurz. Vielleicht sollte er sich von Rainer Schorm beraten lassen, der es vorzüglich versteht, die zugrunde liegende Technik einigermaßen stimmig zu erklären.

Im Sonnensystem erlebt Imperator Crest mit seiner 20.000 Schiffen starken Flotte eine Überraschung. Die Sitarakh vernichten 2000 arkonidische Raumer ohne auch nur einen Kratzer abzubekommen. Selbst als der verrückte Imperator eine Arkonbombe auf der Erde abwerfen will, können die Besatzer das verhindern. Die arkonidische Flotte zieht sich zurück. Es ist erstaunlich, wie unbekümmert die Sitarakh handeln, wenn sie die Flotten der Terraner und Arkoniden weitestgehend in Ruhe lassen. Und auch wie überlegen sie gegenüber den Arkoniden sind. Während es den Menschen gelang die Schirme der Sitarakh mit Dragonflys zu knacken, beißen sich gut ausgerüstete Raumschiffe der Arkoniden die Zähne aus. Auch hier hätte ich mir detaillierte Erklärungen zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit gewünscht.

Crest fliegt, nur von den Terranern entdeckt, mit einer Leka-Disk auf die Oberfläche. Dort kämpft Josue Moncadas (Monk) mit seinem geistigen Untermieter Sid González um die Vorherrschaft über seinen Körper. In Moncadas erwacht, angesichts der apokalyptischen Zustände, das längst vergessengeglaubte christliche Empfinden und er will unbedingt die überlebende Menschheit mobilisieren, um mit ihm gegen »Satan« zu kämpfen. Trotz der Bibelzitate wird der Wandel der Figur meiner Meinung nach nicht ausreichend bebildert. So dass ich mich als Leser immer fragte: was hat ihn dazu bewogen? Außerdem glaube ich nicht, dass noch viele Terraner in der Lage wären, seinem Ruf zu folgen, da die meisten ohnehin schon gestorben sind. Auch das Sid seine Teleportations-Künste wiederentdeckt und Monk anhand von Erinnerungen an Sue wieder zur Vernunft bringt, ist ähnlich schwer zu fassen. Hier hätte deutlich mehr Figurenarbeit geleistet werden müssen. Ich bin mir auch noch nicht sicher, was die Autoren mit dem Sid/Monk-Charakter bezwecken. Wahrscheinlich brauchen sie nur wieder einen Teleporter.

Julian Tifflor, Sue Miraflore, Betty Touffry und Tuire Sitareh gehen mit einer Space-Jet auf die Suche nach Crest. Sie stöbern ihn im Lakeside Institut auf, wo er gerade die Fernbedienung der Bujun an sich bringt. Er kam in den Besitz des »Tabernakel von Solt«, mit dem man ja bekanntlich, die von den Liduuri auf der Erde deponierte Bujun zünden kann. Auch hier stellen sich mir Fragen. Woher wusste Crest, wo das Tabernakel aufbewahrt wird? Und warum ist er so haßerfüllt, dass er die Erde unbedingt vernichten will? Als Antagonist wirkt Crest sehr eindimensional, beinahe schon klischeehaft überzogen dargestellt.

Fazit: Mit »Schicksalswaage« legt Kai Hirdt erneut einen soliden Roman vor, der von der Lebhaftigkeit seiner Figuren lebt. Die Zyklushandlung strebt ihrem großen Finale zu und man kann sich in etwa ausmalen, wie alles enden wird. Zumal man weiß, dass die Serie mit der Staffel »Meteora« in die nächste Runden gehen wird.

NEO im nervigen Alltag

Das hatte ich mir anders vorgestellt. Nachdem ich mich auf Arbeit um gefühlt tausend Sachen gekümmert habe, warf ich kurz nach drei einen Blick auf den Bahnstatus im Internet und siehe da, mein EC fiel schon wieder aus. Das hieß zehn Minuten früher (15:10 Uhr) losgehen, wenn ich nicht erst um Sechs zu Hause sein wollte.

Ich nahm also den Meridian und kam bis hinter Trudering. Dann blieb der Zug wegen einer Weichenstörung mit Stromausfall liegen, nach einer halben Stunde setzte der Zug dann zurück und wechselte in Trudering auf das S-Bahn Gleis. Da stand ich noch mal zehn Minuten, bis der Zugführer durch die zwei Zugteile durchgelaufen war und es wieder weitergehen konnte. Das hieß vierzig Minuten später in Rosenheim. Die fadenscheinige Druchsage, dass man doch in den EC umsteigen könne, ignorierten die meisten, da keiner wusste, wann der fuhr und ob er den Meridian überholen würde. Keiner wartet bei dieser Kälte freiwillig längere Zeit auf dem Bahnsteig. Ich blieb also sitzen. Großer Fehler, denn der Meridian fuhr bis zur nächsten Station und blieb dann stehen. In den zwanzig Minuten, die der Zug dort wartete, huschte erst der EC und dann noch der Railjet vorbei.

Witzig fand ich hingegen das Zugpersonal, das sich allenthalben entschuldigte. Sie könnten ja nichts dazu, weil für die Strecke die Deutsche Bahn zuständig ist.

Gegen halb sieben kam ich endlich zu Hause an, hungrig und total genervt. Wird Zeit, dass ich diesen Unsinn endlich beende. Den Stress hält kein Mensch auf Dauer aus.

Zumindest konnte ich die Zeit im Zug sinnvoll nutzen und habe den NEO von Kai Hirdt zu Ende gelesen und auch noch rezensiert. Für solche Fälle habe ich immer mein Notizbuch dabei. Hoffentlich kann ich meine krakelige Schrift morgen auch noch entziffern.

Frustbewältigung und Fingerübung

Auf der Bahnfahrt am Donnerstagabend wollte ich eigentlich an meinem Geheimprojekt arbeiten. Aber ich habe seit ein paar Wochen so eine fixe Idee im Kopf, die mich nicht mehr losgelassen hat.

Ausgelöst durch den Dauerfrust beim Lesen meiner Lieblingsserie PERRY RHODAN NEO, musste ich irgendetwas dazu schreiben. Mir fiel ein, dass, wenn man schon so viele Menschen sterben lässt, man am Ende auch konsequent sein müsste. Deshalb schrieb ich ein fiktives Ende zur aktuellen Staffel und habe es ins PERRY RHODAN-Forum gestellt. Leider ist die Textformatierung dort nur rudimentär möglich. Somit präsentiere ich den Text auch noch mal an dieser Stelle.

Der Text diente auch als kleine Fingerübung. Da ich immer noch das große Problem habe, beim Schreiben zu viele Adjektive zu verwenden. Ziel der Übung war also mit so wenig Adjektiven und Adverbien auszukommen wie möglich. Das ist echt nicht einfach.

Spoiler NEO Band 1xx

Perry Rhodan verließ die Schleuse der Space Jet mit banger Erwartung. Die Stille, die ihn empfing, war so laut, dass es ihm in den Ohren schmerzte. Heißer Wind wirbelte eine Staubwolke auf, die ihm die Sicht nahm. Die Luft brannte in der Nase. Der Geruch erinnerte ihn an die Kammer in der High-School, in der die Chemikalien für den Chemieunterricht aufbewahrt wurden. Er hustete, während er sich vorantastete. Steinchen knirschten unter seinen Stiefeln, als er sich von der Jet entfernte. Nach und nach senkte sich der Staub und gab den Blick auf die trostloseste Landschaft frei, die er je gesehen hatte.
Nein! Das konnte, das durfte einfach nicht sein.
Terrania! Das Fanal der Zukunft, der Ort an dem die Menschheit zusammenwachsen sollte, war nur noch ein Trümmerfeld … nein, es war nicht einmal mal mehr das. Es war nur noch eine Ebene aus Geröll und Schutt. Kein Stein war auf dem anderen geblieben. Mit welcher Gewalt musste der Sturm gewütet haben, dass er die Stadt bis auf die Grundmauern geschleift hatte?
Er blickte nach oben. Das Gelb des Himmels erinnerte ihn an eine Giftbrühe. Das Sonnenlicht brach sich nur schwer den Weg durch die tiefhängenden Wolkenschichten.
Die Sonne, indirekt hatte sie Milliarden Menschen den Tod gebracht. Eigentlich waren die Sitarakh daran schuld, weil sie das Sonnenchasma angezapft hatten, um Halatium zu schürfen.
Das hätte nie geschehen dürfen. Ich hätte bleiben und es verhindern müssen, doch stattdessen …
Rhodan ging noch ein paar Schritte und sank dann auf die Knie. Sie waren zu spät gekommen. Die Modifikatoren der Sitarakh hatten die Erde verwüstet. Zuvor war ein Teil der Bevölkerung einen grausamen Tod durch Schlafentzug gestorben. Der Rest wurden von den Stürmen und Flutwellen dahingerafft und selbst die Solare Flotte, hatte sich nicht retten konnten. In einem Akt der Verzweiflung hatte Julian Tifflor versucht, Überlebende von Terra zu retten. Doch die Sitarakh schossen die Raumschiffe der Terraner eines nach dem anderen ab, bis es auch hier keine Überlebenden mehr gab.
Als die LESLIE POUNDER ins Sonnensystem zurückkehrte, fand sie kein menschliches Leben mehr vor. Selbst den Mars hatten die Fremden in eine Staubkugel ohne Atmosphäre verwandelt.
Der Anblick der Erde hatte Perry Rhodan das Herz gebrochen. Er war in eine Space Jet gestiegen, um sich Masmer Tronhk auszuliefern, nur damit die Sitarakh das Flaggschiff der Solaren Flotte ziehen ließen. Doch die Bestie dachte gar nicht daran. Im Gegenteil, die LESLIE POUNDER mit Rhodans Familie an Bord wurden von den Schiffen der Sitarakh unter Beschuss genommen.
Gucky teleportierte auf die Erdoberfläche zu Tronkh, um die Bestie mittels seiner telekinetischen Fähigkeiten aufzuhalten. Doch er schaffte es nicht. Es war Conrad Deringhouse, dem es gelang, Masmer Tronkh ein für alle Mal zu erledigen. Dafür opferte er das Flaggschiff, in dem er das Wrack in die Atmosphäre steuerte und es auf die Bestie stürzen ließ. Masmer Tronkh wurden unter Millionen Tonnen Stahl begraben. Ein Grab dem er nie wieder entkommen würde. Die Menschen hatten alles geopfert, damit die Bestie keiner Lebensform in der Milchstraße mehr Schaden zufügen konnte.
Jetzt war nur noch er übrig – Perry Rhodan, der letzte Mensch auf Erden. Er hatte alles verloren: Freunde, Familie, sein Volk und seine Heimat.
Das Antlitz der Erde war für immer verändert. Niemals wieder würde man vom Blauen Planeten sprechen. Die Atmosphäre und die Oberfläche bargen keinerlei Leben mehr, die Ozeane waren verdampft. Das Paradies hatte sich in die Hölle verwandelt.
Und es war seine Schuld … alles war seine Schuld.
Perry Rhodan schluckte. Er spürte Feuchtigkeit auf seinen Wangen. Nun war er der Letzte seiner Art und es fühlte sich schlimmer an als der Tod.
Wie konnte er mit einer solchen Schuld leben? Und überhaupt, wo sollte er hin? An welchem Ort der Galaxis würden ihn die Bilder des zerstörten Terrania nicht einholen? Er ahnte, dass er nirgendwo Ruhe finden konnte.
Seine Hand glitt durch den Sand. Er nahm ein wenig davon auf und ließ ihn durch die Finger rieseln. Asche zu Asche, Staub zu Staub – eine Zivilisation vernichtet und das Universum nahm keine Notiz davon.
Wieso hatte er geglaubt, dass die Liduuri ihn unterstützen würden? Ein Volk, das durch ihre eigenen Fehler dahin gerafft wurde. Er hatte nur Zeit verloren bei der Rekalibrierung der Weißen Welten, aber nichts gewonnen. Avandrina hatte ihn die ganze Zeit belogen. Die Liduuri waren nicht in der Lage die Menschen zu retten, sie waren ja nicht mal in der Lage, sich selbst zu retten. Wie hatte er nur so blind sein können? Wieso hatte er das nicht von Anfang an erkannt? So wie Atlan, der jetzt in den Trümmern der LESLIE POUNDER ruhte, zusammen mit Theta, den Offizieren und allen Mutanten. In der Zeit hätten sie die Sitarakh bekämpfen und die Erde womöglich retten können.
Die Wenigsten hatten verstanden, warum er den Liduuri den Vorzug gab und nicht an sich selbst und sein Volk dachte. Nun war ihm seine Selbstlosigkeit zum Verhängnis geworden.
»Nein!«, brüllte er in die Hitze, doch sein Ruf verhallte ungehört.
Seine Nase tropfte. Er wischte mit der Hand übers Gesicht und betrachtete den Streifen aus Blut auf seinem Handrücken. Die Atmosphäre verätzte seine Schleimhäute.
Er lachte. Er hätte den Helm schließen sollen. Doch wozu eigentlich? Alles war sinnlos geworden. Erneut entrang sich ein Lachen seiner Kehle.
Wie lächerlich diese Situation doch war. Er kniete auf der Oberfläche des Planeten, den er zerstört hatte. Jetzt begriff er, warum Callibso vor Jahren verhindern wollte, dass er zum Mond flog und somit keinen Kontakt zu den Arkoniden aufnehmen konnte. Hätte der Puppenspieler es doch nur geschafft, ihn aufzuhalten. Dann wäre die Erde zwar kein friedlicher Ort, mit perfekten Menschen, aber wenigstens wären diese Menschen noch am Leben. All jene die ihm vertraut hatten.
Seine Finger tasteten zum Gürtel, fanden das Objekt seiner Begierde und holten es hervor. Einen Augenblick wog er es in der Hand, gestattete sich einen Gedanken an seine Familie, die ebenfalls den Tod gefunden hatte, an Thomas und Natalie und an Thora, die Frau, die er über alles liebte.
Lächelnd hob er den Arm. Alles würde gut werden, bald.
Der Wind schickte Staubteufel über die Wüste. Die Wirbel tanzten schwerelos zwischen den Steinen. Das sah hübsch aus. Er blinzelte. Selbst die Hölle schien Sinn für Schönheit zu haben.
Sinn!
Plötzlich ergab alles einen Sinn und Perry Rhodan drückte ab …

*

»Och, Menno!«
»Verloren, verloren!« ANDROS warf die Figur auf dem Spieltisch um.
»Das war unfair. Solch eine Invasion konnten die Menschen nicht überleben.« ES fuhr sich durch das lange blonde Haar. »Du bist ein rücksichtsloser Bastard.«
ANDROS lehnte ich selbstzufrieden zurück. »Wo steht geschrieben, dass wir nachsichtig sind.«
»Mistkerl!« Sie verschränkte die Hände vor der Brust.
»Ach komm, wir spielen dieses Spiel schon eine Ewigkeit. Mal gewinnst du, mal ich.«
ES stieß wütend den Atem aus. »Musste es ausgerechnet dieses Universum sein, in dem du die Menschen auslöscht?«
»Dieses Universum oder ein anderes, was spielt das für eine Rolle. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht sehr voneinander. Außerdem können wir jederzeit ein neues Universum machen.« ANDROS vollzog eine Geste, die sein Interesse an einer körperlichen Vereinigung ausdrückte.
»Das machst du immer so. Erst lässt du mich verlieren, um dann mit mir ins Bett zu hüpfen.«
»Und du gehst jedes Mal darauf ein.«
Sie schürzte die Lippen und sah beleidigt zur Seite.
ANDROS lachte. »Und schon hab ich dich!«
ES fuhr herum.
»Den Blick kenn ich.« Er griff nach ihrer Hand. »Komm schon!«
»Na gut, lass uns ein neues Universum machen!« Sie verzog die Lippen zu einem Lächeln, ergriff seine Hand und setzte sich auf seinen Schoß. »Vielleicht gibt es dort wieder einen Perry Rhodan.«
Seufzend schüttelte ANDROS den Kopf. »Ich frage mich, was du an dem Kerl findest. Nur weil er der Star im Universum von Onkel Thez ist, musst du ihn auch haben.«
»Er ist besonders!«, verteidigte ES.
ANDROS küsste sie auf die Wange. »Wenn du mich fragst, ich finde den Maddrax Typen viel cooler.«
Sie umfasste sein Gesicht mit beiden Händen. »Ich will aber einen Perry Rhodan. Also streng dich gefälligst an.« Dann steckte sie ihm die Zunge in den Mund.