Frühlingsgrüße

Die Stürme der letzten Tagen sind schadenfrei an uns vorübergegangen. Es hat ziemlich geweht, aber es war schon mal schlimmer. Bei uns im Süden war es nicht ganz so dramatisch.

Dafür scheint die Sonne nun häufiger und länger, was die Natur ausnutzt, um vom Winter- in den Frühlingsmodus zu wechseln. Auf der Wiese vorm Haus blühen sogar die ersten Krokusse. Im letzten Jahr musste ich darauf bis zum April warten. Dieses Mal haben wir die Zwiebeln nicht ganz so tief eingepflanzt. Die Iris haben auch schon ausgetrieben.

Die Berge sind noch weiß, wovon man sich bei einem Spaziergang überzeugen kann. Viel Schnee gab es in diesem Jahr nicht, was für den Wasserhaushalt der Berge nicht gut ist und fürs Grundwasser auch nicht.

Der See ist voller Vögel. Neben den Stockenten und Blesshühnern, die das ganze Jahr über da sind, habe ich ein paar freche Möwen auf der Durchreise erblickt. Was allerdings fehlt, sind die Meisen und Finken. Da habe ich zwei so schöne Vögelhäuser gebastelt und eine Kokosnuss ausgehöhlt und niemand kommt. Irgendwie scheinen die das gekaufte Futter nicht zu mögen, oder sie trauen sich nicht auf den Balkon. Dafür zwitschern die Spatzen wieder von den Dächern.

Auf der Straße vorm Haus wurde heute die Dauerbaustelle wieder aktiviert. Der Straße fehlt immer noch der Schlussasphalt. Heute haben sie wieder gebohrt und gesägt und gebaggert. Ich hatte die Geräusch schon verdrängt. Mal schauen wann sie fertig werden.

Otto-Mania

Früher haben wir bei Abendessen immer Radio gehört. Seit der Pandemie hat sich das geändert, weil uns die Nachrichtenschwemme zum Thema Corona irgendwann auf den Keks ging. Stattdessen hören wir abends jetzt die Alben diverser Comedians oder Kabarettisten.

Irgendwann landet man da zwangsläufig bei Otto Waalkes. Ja, das ist jetzt nicht mehr so taufrisch, aber die meisten Gags zünden immer noch. Man hat sie schon hundert mal gehört, kann aber immer noch darüber lachen. Daher habe ich alles gekauft, wo Otto draufsteht. Spannenderweise sind die meisten seiner CDs nur noch gebraucht erhältlich. Doch dazu später.

Es ist unglaublich, was Otto im Laufe seiner Karriere so alles verwurstet hat. Ich war überrascht, wie viel ich noch nicht kannte. »Der menschliche Körper« kennt eigentlich jeder und Sprüche wie »Alete kotzt das Kind« sind in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Aber kennt jemand »Dupschek«? Wer es nicht kennt, sollte unbedingt mal danach googeln. Ich verlinke das hier aus Gründen des Urheberrechts besser nicht. Legendär sind ebenfalls seine Variationen zum Kinderlied »Händel und Gretel«, die auf jeder CD in erweiterter Ausführung drauf sind. Was der Künstler mit seiner Stimme alles anstellen kann und welche Wortakrobatik dahinter steckt ist unglaublich. Das muss einem erst einmal einfallen. Das ist teils echt großartig.

Warum gibt es vieles davon nicht mehr auf CD, habe ich mich gefragt. Nach dem Anhören weiß ich es. Viele von Ottos Witzen sind nicht politisch korrekt. Wenn ein Künstler das heute so auf der Bühne vortragen würde, würde er von der »Gender-Generation« oder den »Lifestyle-Linken« gelyncht werden. Der mediale Shitstorm und die Anzeigen wegen Beleidigung wären Otto Waalkes sicher. Davon kann man ausgehen. Bei manchen Sachen hab ich auch schlucken müssen und mir gedacht … »Echt jetzt, hat er das jetzt wirklich gesagt?« Andererseits musste ich dann doch schmunzeln.

Es ist nunmal eine Form von Humor, die heute nicht mehr geht. Man kann sie mögen, muss es aber nicht. Andererseits zeigt sie mir, dass wir durch den Zwang möglichst niemanden auf die Füße zu treten, ziemlich humorlos geworden sind. Alles hat eben seinen Preis.

Die CDs haben jedenfalls ihren Platz in unserem CD Regal sicher. Wir werden sie bestimmt hin und wieder anhören.

1 Jahr E-Mobilität

Seit einem Jahr haben wir nun schon unser E-Auto. Die Zeit rennt, die Kilometer auch. Inzwischen sind wir damit 15000 Kilometer gefahren und das nicht nur Kurzstrecke. Wir waren damit sieben Mal in Thüringen und einmal in Ulm.

Wir sind sehr zufrieden und möchten nie wieder ein anderes Auto. Seit wir die eigene Wallbox haben, sind wir auch wegen des Ladens nicht mehr so gestresst, wenn die Ladesäule in der Gemeinde mal wieder belegt ist. (Wir laden hier dennoch ab und zu, weil es noch kostenlos ist.) Mein Mann hat ausgerechnet, dass wir im letzten Jahr ca. 800 Euro an Benzinkosten gespart haben. Wenn wir nach Thüringen fahren, kostet das Laden an den Schnellladesäulen hin- und zurück um die 50 Euro. Das geht, finde ich. Es war schon mal günstiger, bis die Stromanbieter die Preise erhöht haben.

Nun überlegen wir, was wir machen, wenn unser Leasingvertrag im nächsten Jahr ausläuft. Behalten wir das Auto oder nehmen wir das Nachfolgemodell? Schauen wir mal, was zu dem Zeitpunkt besser ist. Momentan sind die Preise für Gebrauchtwagen extrem hoch und die staatliche Prämie von 6000 Euro gibt es nur bis Ende 2022. Egal wie es ausgeht, das nächste Auto wird sicher wieder ein E-Auto.

Lotteriespiel Deutsche Bahn

Ich war in den letzten vier Wochen mehrmals mit der Deutschen Bahn unterwegs. Trotz Corona fühle ich mich da relativ sicher. Die Züge sind meist halbleer, da mache ich mir eigentlich keine Gedanken. Wenn sich dort so viele Leute anstecken würden, wären die Bahnmitarbeiter reihenweise krank oder in Quarantäne. Aber wenn man mit denen ins Gespräch kommt, stellt man fest, dass sie keine solchen Erfahrungen gemacht haben. 2020 gab es wohl auch eine Studie, die anhand der Krankenstatistik von Bahnmitarbeitern belegt hat, dass das Ansteckungsrisiko in Fernzügen eher niedrig ist. Beim Öffentlichen Nahverkehr mag das was anderes sein, da fahren auch mehr Leute mit.

Leider ist eine Fahrt mit der Deutschen Bahn durch Deutschland nach wie vor ein Lotteriespiel. Je nach Witterungslage mit mehr oder weniger guten Chancen pünktlich anzukommen. Als es Ende Januar geschneit hat, hatte ich schon ein schlechtes Gefühl, bevor ich überhaupt losgefahren bin. Bei Abfahrt 5:44 Uhr auf dem Bahnhof war die Regionalbahn auch einigermaßen pünktlich. Bis hinter Rosenheim blieb das auch so. Dann bremste der Zug plötzlich ab, fuhr langsamer und blieb dann ganz stehen. In meinem Postfach lagen da schon drei Mails, dass ich meinen Anschlusszug in München wohl nicht erreichen würde. Irgendwann ging’s wieder weiter. Fast im Minutentakt kamen die Mails, dass mein Zug mal erreichbar und mal nicht erreichbar war. Die Zahl der Meldungen erhöhte sich bis München auf 16. Letztendlich hatten wir sechs Minuten, was bei geplanten zwölf Minuten Umsteigezeit in München nur mit einem Sprint zu machen ist. Vor zwei Jahren hätte ich das in sechs Minuten vielleicht noch geschafft. Aber bei meinem derzeitigen Fitnesstand und mit FFP2-Maske hatte ich null Chancen. Der ICE fuhr gerade los, als ich zum Bahnsteig kam. Ich war übrigens nicht die Einzigste, die es nicht geschafft hatte. Das war es dann mit der Regionalbahn, mit der ich von Nürnberg nach Saalfeld fahren wollte.

Wenn der Wurm drin ist, dann richtig. Ich nahm also den nächsten Zug, der eine halbe Stunde später fuhr und bei dem ich in Nürnberg in den ICE nach Erfurt wechseln konnte, um von dort mit der Regionalbahn nach Saalfeld zu kommen. Der ICE hatte anfangs eine Türstörung fuhr dann aber los und ich kam einigermaßen pünktlich nach Nürnberg. Nur der ICE nach Erfurt hatte eine halbe Stunde Verspätung, wegen einer technischen Störung. Sprich, ich würde die Regionalbahn in Erfurt nicht mehr bekommen. Stattdessen wartete ich eine Dreiviertelstunde, um mit der Regionalbahn von Nürnberg zu fahren. Der Navigator-APP der DB sei Dank, dass man sich jederzeit die passenden Verbindung suchen kann. Der Regionalexpress blieb unterwegs an einer Baustelle stecken und somit verzögerte sich meine Ankunftszeit nochmal. Statt 10:51 Uhr wie geplant, kam ich 12:10 Uhr an und somit rechtzeitig 10 Minuten vor meinem geplanten Zahnarzttermin. Stress pur!

Die Rückfahrt war ähnlich turbulent. Verspätete Regionalbahn, verpasster ICE und verspäteter Folge-ICE. Zum Glück fahren die Regionalbahnen Richtung Salzburg nachmittags alle halbe Stunde. So war ich nur 45 Minuten später dran.

Letztes Wochenende hatte ich mich eigentlich schon wieder auf Verspätungen eingestellt. Aber siehe da, zumindest am Freitag verlief meine Fahrt ohne Zwischenfälle und ich kam tatsächlich pünktlich an. Ich hab gleich einen Strich an den Kalender gemacht. Auf der Rückfahrt klappte es anfangs auch super. Doch dann blieb kurz hinter Nürnberg der ICE stehen. Vor uns war ein Zug auf Grund eines technischen Defekts liegengeblieben. Ich stellte mich schon auf eine längere Wartezeit ein. Es waren dann aber nur 23 Minuten. Meine Regionalbahn war dennoch schon weg. Da blieb dann wenigstens noch Zeit für einen Kaffee und einen Krapfen beim Rischart im HBF München. (Fragt aber nicht, was das inzwischen kostet. Mit ein bisschen Augenmaß kann man für das Geld eine dreiköpfige Familie einen Tag lang ernähren.) Am Ende kamen dann nochmal zehn Minuten drauf, weil die Regionalbahn in Prien warten musste, um den Railjet durchzulassen. Anzahl der Info-Mails der DB über die Verspätungen: 21.

Seufz! Ich kann mich an Zeiten erinnern, an dem zumindest 80 Prozent der Züge pünktlich waren. Inzwischen muss man echt froh sein, wenn man noch am gleichen Tag ankommt. Na ja, Zumindest die Mail-Benachrichtigungen funktionieren, wenn auch mit Spam-Charakter.

Tierischer Kollege

Am Donnerstag hatten wir Besuch im Büro. Der »Gewerbegebietskater« kam zur Inspektion vorbei.

Der neue Besucher schleicht schon seit einem Jahr immer mal wieder ums Haus. Manchmal begrüßt er mich morgens vor der Tür, wenn ich komme. Ab und zu kommt er ins Lager und hält nach Mäusen Ausschau. Vor zwei Wochen habe ich ihn aus der Küche dirigiert und mich gewundert, woher der Kater wusste, wo er hin muss. Erklärung: Mein Chef hat Katzenfutter und Katzenmilch bereitgestellt, weil er selbst zwei Katzen daheim hat. Seitdem kommt der Kater nun öfters.

Am Donnerstag wollte er aber von dem Lachsparfait, das ich ihm angeboten hatte, nichts wissen. Dafür ist er zielstrebig ins Obergeschoss entwischt. Mein Kollege und ich haben ihn gesucht und fanden ihn im Besprechungsraum auf einem Bürostuhl in der Sonne liegen. Nach einer kurzen Schmuse- und Streichel-Runde, mussten wir dann zwangsläufig zurück an die Arbeit. Nach einer Stunde wurde es dem Kater zu langweilig und er stolzierte in unser Büro, war erst beim Kollegen, spielte dann mit mir und legte sich dann für eine Weile ins Regal. Offenbar bekam er dort zu wenig Aufmerksamkeit und er machte es sich dann beim Kollegen auf dem Schreibtisch gemütlich. Zu mir wollte er nicht. Klar, da liegt immer zu viel rum, beim Kollegen ist es aufgeräumter. Wir haben ihn dann eine Weile mit improvisierten Katzenspielzeug beschäftigt.

Schließlich sprang er vom Tisch, ging in den Flur und schnurstracks zur Treppe. Ich fragte, ob er raus will. Er machte »Miau« und lief die Treppe runter. Unten vor der Tür blieb er sitzen. Ich ging, machte die Tür auf und schwupp, war er wieder draußen. Wie war der Spruch? »Hunde haben Herrchen. Katzen haben Personal.«

Mal sehen, wann er wieder vorbeikommt. So ein bisschen Abwechslung im Büroalltag ist in diesen Tagen Gold wert.

 

Dank an Marcus, dass ich das Bild hier zeigen darf.

Neuer Artikel im PERRY RHODAN-Report

Wolfenbüttel 2015

Nachdem ich bereits den Artikel über Perry Rhodans Partnerinnen für den PR-Report geschrieben hatte, bekam ich im Herbst einen Hilferuf von Ben Calvin Hary. Er suchte händeringend nach einem Beitrag für den Report in Band 3148, weil jemand abgesprungen war. Da ich ihm wenige Wochen zuvor ein Thema vorgeschlagen hatte, fragte er direkt bei mir an.

So berichtete ich über den Spagat, den ich seit 2019 vollführe. Das Jahr, seit dem ich offiziell für den Verlag meine Kolumne schreibe. Ich stehe zwischen den Fans und der PERRY RHODAN-Redaktion und sehe mich inzwischen als Bindeglied und Vermittler.

Da freut es mich, dass der Artikel nun auch online erschienen ist und in den sozialen Medien fleißig geteilt wird. Das Bild im Report, das mich mit Chefredakteur Klaus N. Frick zeigt, stammt aus dem Jahr 2015 und wurde in der Schünemannschen Mühle in Wolfenbüttel während eines Seminar-Wochenendes aufgenommen.

Mit Klaus auf Olymp

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 271 — »Undercover auf Olymp« von Lucy Guth

Bei der Flucht aus dem Solsystem stellt die Besatzung der SOL fest, dass die Hyperkristalle ausgebrannt sind. Dem Schiff gelingt es gerade noch zu beschleunigen und den Überschweren zu entkommen. Versteckt in einem unbewohnten Sonnensystem schickt die Besatzung ein Außenteam los, um auf Olymp Hyperkristalle aufzutreiben.
Perry Rhodan, Omar Hawk und Techkommandant Breckcrown Hayes nehmen zunächst Kontakt zu den Vitaliern auf. Anschließend fliegen sie maskiert mit dessen Anführer Klaus Störtebeker nach Olymp.
Dort wollen sie mittels offiziellen Händlern Geminga-Drusen oder raffinierte Hyperkristalle bekommen, stets in der Sorge von Leticrons Männern enttarnt zu werden, die auch Olymp unter Kontrolle halten.
Da die Menge der Hyperkristalle zu groß ist, finden sie niemanden, der über offizielle Kanäle die notwendige Anzahl liefern kann. Zumal die Überschweren um Letricron die meisten Kristalle für sich beanspruchen.
In ihrer Not wendet sich Rhodan an das Geminga-Kartell. Dadurch fliegt seine und Hawks Tarnung auf. Die illegalen Händler sind zudem zerstritten und wollen die Gelegenheit nutzen, das Lösegeld einzustreichen, das Leticron auf Perry Rhodans Kopf ausgesetzt hat. Dies bringt das Außenteam in arge Bedrängnis. Doch der neue Kaiser von Olymp hat noch ein Wörtchen mitzureden.

Einen sehr schönen und stimmigen Roman hat Lucy Guth wieder abgeliefert. Selbst wenn der Handlungssfortschritt der Staffel nur minimal ist, sind es vor allem die Hintergrundgeschichten zu den Figuren, die den Roman lesenswert machen.

Breckcrown Hayes ist schon seit mehreren Staffeln dabei und dennoch weiß man von der Figur nur wenig. Der Mann der Mitte Vierzig ist und wie ein Neunzigjähriger aussieht, ist bisher hauptsächlich in seiner Funktion als Technikchef der SOL aufgetreten. Was mit ihm passiert ist und warum er diese Alterungsschübe hat, weiß man zwar auch nach diesem Roman nicht. Aber man kennt zumindest seine Geschichte.

Ebenfalls aufgehellt wurde die Vergangenheit von Hawk. Von ihm weiß man, das er verheiratet war und seine Frau verloren hat. Als er die Vitalier-Kapitänin und  Oxtornerin Magarete Steinfall trifft, flammt in Hawk die Liebe auf. Nur Watson schein etwas dagegen zu haben. Das ist so wunderbar erzählt. Man leidet mit, wenn sich Hawk sorgt, dass er sich zwischen Watson und der Frau entscheiden muss.

Der Handlungsteil auf Olymp ist exotisch bebildert. Das erinnert mich ein wenig an den virtuellen Basar in »Valerian — Die Stadt der tausend Planeten«. Es ist schön zu sehen, wie sich die Kolonie in den Jahren zu einem Schmelztiegel der Lebensformen entwickelt hat. Die verlorenen Kinder, die Perry helfen, sind gut geschildert und offenbaren, dass keine Zukunft und sei sie noch so utopisch, perfekt ist.

Auch wenn der Charakter des Klaus Störtebeker (das ist der Mann auf dem Cover) eher oberflächlich bleibt, sind die Abenteuer in der Hauptstadt spannend zu lesen. Sehr glaubhaft finde ich, dass Rhodan trotz Maske enttarnt wird. Vielleicht wäre es besser, er würde nicht immer an vorderster Front agieren und auch mal andere für sich arbeiten lassen.

»Undercover auf Olymp« ist ein großes Abenteuer in leisen Tönen, das die Hintergründe der Charaktere in den Fokus rückt, ohne auf Aktion und Spannung zu verzichten. Die Autorin zeichnet gleichermaßen ein Bild der Kolonie Olymp und dem Wandel, der sich in der Gesellschaft nach dem Verschwinden von Erde und Mond und der Machtübernahme der Überschweren vollzogen hat. Perfekt!

Sweets and Charms

Seit langer Zeit habe ich mal wieder geperlt. Ich habe tonnenweise Perlen daheim liegen, aber seit sich meine Tätigkeiten für den unsterblichen Perry potenziert haben, komme ich kaum mehr dazu, etwas daraus zu basteln. Jetzt habe ich mir einfach die Zeit genommen, dafür musste der Blog darunter leiden.

Heute verbinde ich das Bloggen und das Perlen mal miteinander und zeige, was ich denn so Schönes gemacht habe. Einige Projekte liegen noch auf meinem Schreibtisch, die möchte ich unbedingt zeitnah realisieren. Außerdem habe ich wieder viele neue Perlen gekauft. Ich bin schon eine echte Sammlerin, das muss ich zugeben und wenn ich etwas Ausgefallenes sehe oder ein tolles Muster entdecke, muss ich das einfach ausprobieren. Wenn ich ganz kreativ bin, denke ich mir auch selbst etwas aus.

Unteranderem habe ich mich in den vergangenen Wochen mit Chilli-Beads beschäftigt. Die stammen aus Tschechien. Böhmische Glasperlen habe eine sehr lange Tradition und ich weiß, dass mein erster Perlenkasten, den ich als Kind bekam aus der damaligen ČSSR stammte. Das Muster stammt aus Japan, dafür musste ich ein bisschen improvisieren, weil ich die Broschensiebe nicht in der geforderten Größe hatte. Aber es hat super geklappt und schaut echt schick aus. Das Muster gibt es übrigens bei KIWA-Beads. Die machen zu jeder Anleitung YouTube-Videos. Da wird alles verständlich erklärt und ist eigentlich Idiotensicher. Mir reicht inzwischen aber das Muster als Bild.

Meine Lieblingsquelle für Perlenobjekte ist Beadsmania. Das ist ein japanischer Händler, der sich auf Bastelsets mit Perlen spezialisiert hat. Speziell haben es mir die kleinen Torten angetan. Leider kann man dort nur bestellen, wenn man in Japan lebt. Es gibt auch keine Muster, wie bei KIWA. Daher kann ich mir nicht einfach so ein »Bead-Kit« bestellen, sondern muss herausfinden, wie es gemacht wurde, um es selbst herzustellen. Das ist nicht so einfach, aber wenn man mal ein paar von den winzigen Kuchen gemacht hat, weiß man ungefähr wie es geht. Notwendig ist eben nur eine breite Variation an Perlen, die man zu Hause haben muss. Ich will nicht sagen, dass ich alles habe, aber das meiste und wenn nicht, improvisiere ich eben.

Dann kommt eben das dabei raus:

Meine Galerie
Die Neuzugänge
Eine Eigenkreation
Eine ältere Arbeit

Ein Kugelraumer auf dem Bau

Die Betondose vorm Einbau, Quelle: georgbechterlicht.at

Diese Woche hatte ich eine Begegnung der Dritten Art oder sagen wir mal ich stieß auf einen Kugelraumer, der mich stark an den Film »Perry Rhodan – SOS aus dem Weltall« erinnerte.

Das Objekt ist allerdings nur etwa 15 Zentimeter groß und versteckt sich im Beton von Decken. Es handelt sich um eine sogenannte Deckendose. Die werden in Betondecken eingelegt, damit dort später eine Leuchte angeschlossen werden kann. Wahrscheinlich hat sich der eine oder andere schon mal Gedanken darüber gemacht, wie der Strom vom Schalter zur Lampe kommt. Nämlich genau so. Bevor eine Betondecke gegossen wird, werden solche Dosen eingebaut und mit einem Rohr verbunden, in das später das Stromkabel eingezogen wird.

So sieht es dann fertig aus. Quelle: georgbechterlicht.at

Normalerweise sind solche Dosen relativ langweilige Plastikzylinder mit grünen Deckeln, aber es gibt eben auch welche für besondere Anwendungen. In dem Fall geht es um Sichtbeton. Das ist momentan ein Trend bei den Architekten. Da werden die Betonwände und Decken nicht verputzt und bleiben nackt. Irgendwie müssen da aber Lichtauslässe rein, ohne dass es die Oberfläche stört.

Ein findiger Beleuchtungshersteller aus Österreich hat sich da Gedanken gemacht und eine spezielle Deckendose kreiert. Die Österreicher haben viele solche ausgefallenen Sachen, bei denen geht architektonisch einfach mehr als bei uns, weil sie weniger strenge Bauvorschriften haben. Da muss nicht jedes Haus aussehen wie das andere.

Zurück zur Deckendose: Wahrscheinlich ist der Mann Perryfan. Anders kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, wie er sonst auf diese Form gekommen ist. Das sieht verdammt aus, wie das Raumschiff aus dem PERRY RHODAN-Film.

Quelle: TV-Today.de

Mahlzeiten um den Jahreswechsel

Mir ist gerade aufgefallen, das ich all die schönen Fotos von unseren Kochexperimenten noch gar nicht präsentiert habe. Wir hatten um den Jahreswechsel fast drei Wochen Urlaub, da wurde wieder allerhand gekocht und gebacken.

Vor Weihnachten haben wir zwei Mal unsere speziellen Elisenlebkuchen gebacken. Zwei Mal, weil die wie immer so schnell weg waren, dass wir Nachbacken mussten. Dieses Mal hatten sie sogar eine zweifarbige Glasur und 3D-Dekoration. Das Jahr über gucke ich immer, was es neues bei den Backzutaten gibt und dann kaufe ich es, um es zu gegebener Zeit auszuprobieren.

Irgendwann vor Weihnachten hatte ich mal Lust auf Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Weil wir die aber niemals komplett aufessen würden, habe ich dann Muffins gemacht, mit viel Kirschwasser, Sahne und Kirschen aus eigenem Anbau. Bei meinen Eltern gab es dieses Jahr wieder viele Sauerkirschen. Als ich die Fotos meinem Kollegen gezeigt habe, wollte er unbedingt auch einen. Da weiß ich ja, was ich zu meinem Geburtstag mache.

Mein Mann kam dann auf die Idee mal einen richtigen Schokoladenkuchen zu backen. Da steckt eine ganze Tafel drin und noch andere Sachen wie Mandeln und Nüsse, eben alles, was er so gefunden, was wir nicht für die Weihnachtsbäckerei gebraucht haben. Außerdem meinte er, dass die gefriergetrockneten Himbeeren weg müssen. Der Kuchen war echt nicht schlecht, aber mehr als ein Stück kann man davon nicht auf einmal essen.

Heiligabend hatten wir Lachs im Blätterteig, das machen wir eigentlich fast jedes Mal, wenn wir in Waging Weihnachten feiern. Inzwischen kriege ich es auch so hin, dass der Teig beim Backen nicht durchweicht. Am ersten Feiertag waren wir bei meinen Schwiegereltern. Dort gab es traditionell Siebenbürgischen-Sächsische Sauerkrautwickel mit relativ wenig Fleisch. Das war auch ganz gut so und geschmeckt haben sie so gut, dass ich mir das zwei Wochen Später nochmal gewünscht habe.

Dafür gab es bei meinen Eltern zu Neujahr Fleisch, Hirschbraten und selbstgemachte Thüringer Klöße. Die Reste vom Braten haben wir zwei Tage später mit Thüringer Klößen (aus gekaufter Kloßmasse), Rotkraut und Sauerkraut in Waging aufgegessen.

Und dann wollte ich schon immer mal Kässpätzle selber machen. Das Rezept bekam ich von einem Kollegen, der aus dem Kleinwalsertal stammt und dessen Mutter angeblich die besten Kässpätzle überhaupt macht. Unsere waren nicht schlecht, aber beim nächsten Mal nehmen wir würzigeren Käse, da werden die sicher noch besser.

Zwischendurch gab es noch ein schnelles Abendessen – in Nusskruste gebackener Fetakäse mit Oliven und Zwiebel, dazu Toast mit Ei. Das Rezept habe ich in einem Werbemagazin vom Rewe entdeckt. Das war so gut, dass gibt es sicher mal wieder. Ist aber eher etwas für den Sommer.

Vergangenes Wochenende haben wir dann mal wieder Buchweizen-Flammkuchen mit Roter Beete und Gorgonzola gemacht. Und weil wir noch Ruccola übrig hatten, habe ich vor dem Servieren noch den Ruccola draufgemacht. Das Gericht ist immer wieder gut, dieses Mal hat es aber besonders gut geschmeckt, weil der Teig nicht so dick geworden ist. Lag wohl daran, dass wir nur ein halbes Stück Hefe verwendet haben.

So, und jetzt hoffe ich, dass jeder, der das gelesen hat, Hunger hat.