SOL 85 und Newsletter 17

SOL 85 – Das Magazin der PRFZ

Die SOL ist gelandet.

Gestern fand ich die Nummer 85 in meinem Briefkasten. Es ist die erste Ausgabe auf der mein Konterfei über dem Editorial prangt. Das erste Heft, das von mir offiziell betreut wurde. Denn eigentlich habe ich schon bei der 84 im Hintergrund die Strippen gezogen.

Ich freue mich sehr über das Heft und hoffe, dass die Auswahl der Beiträge abwechslungsreich genug sind, um vielen Lesern zu gefallen. In dieser Woche habe ich die Artikel für das kommende Heft zusammengestellt, und die Planungen für Ausgabe 87, die im Sommer erscheinen wird, laufen ebenfalls. Es macht mir viel Spaß die Geschicke des Heftes in der Hand zu halten und die Arbeit meiner Mitstreiter zu koordinieren. Auch wenn es manchmal nicht so einfach ist, auf alle einzugehen und alles im Blick zu behalten. Ich investiere inzwischen jeden Tag mindestens eine Stunde, nur um E-Mails zu schreiben oder zu beantworten und frage mich, wie man das früher geschafft hat, als es noch keine digitale Kommunikation gab.

Dieses Mal bin ich nur mit dem Editorial und kurzen Beiträgen zu Rogue One und Arrival vertreten. Ach ja, und ich habe ein Interview mit PERRY RHODAN-Autor Kai Hirdt geführt. Das hat uns beiden viel Spaß gemacht, obwohl wir ziemlich unter Zeitdruck standen.

Vergangene Woche ging dann auch der Newsletter raus, den ich unter nicht ganz optimalen Bedingungen zusammenstellen musste. Aber da bin ich selbst schuld. Schlusslektorat der SOL und Newsletter gehen eben nicht zusammen. Außerdem habe ich in der Woche, in der ich an dem Newsletter gebastelt habe, meinen neuen Job angetreten. Das war alles ein bisschen viel. Deshalb wird der nächste Newsletter zeitversetzt zur SOL erscheinen. Dann finde ich hoffentlich auch einen Lektor der die Texte Korrektur liest.

Umso mehr freut mich, dass die PR-Redaktion in ihrem Blog lobende Worte für den Newsletter findet. Das ist aufbauend.

Urlauberverkauf

Essener im Bioladen

Heute starte ich eine neue Rubrik im Blog, mit dem Titel: Sprachunfälle.

Als Fan der Happy-Aua-Bücher von Bastian Sick sammle ich Fehltritte der deutschen Sprache, die ich auf Schildern oder in Zeitungen entdecke. Eines meiner Fotos hat es sogar in Band 5 der Happy-Aua-Reihe geschafft.

Jetzt präsentiere ich hier in unregelmäßigen Abständen meine Fundstücke. Nicht immer sind es Schreibfehler, über die man lächeln muss, manches ist einfach nur missverständlich formuliert. So wie im heutigen Fall.

Waging ist ein Urlauberort. Im Sommer hat die Gemeinde doppelt so viele Einwohner wie im Winter. Das da hin und wieder mal ein Urlauber aus Norddeutschland verschwindet, fällt scheinbar nicht auf. Spätestens wenn die Waginger wieder unter sich sind, wird der Verschwundene dann an die Einheimischen verkauft. Anders kann ich mir das Schild vorm Bioladen nicht erklären.

An alle Urlauber aus dem Ruhrpott: Vorsicht! Wenn Sie in Waging Urlaub machen, könnten Sie im Regal im Bioladen landen.

Im Busenladen

»Schau mal da drüben – ein Busenladen!«, rief ich.
Mein Mann sah mich entgeistert und verständnislos an. »Was?«
»Na, das Miedergeschäft dort drüben.« Ich zeigte auf ein Schaufenster voller Dessous tragender Schaufensterpuppen. Und dann begriff ich erst, dass mein Mann den Begriff »Busenladen« gar nicht kennen konnte. Den Begriff hatte ich als kleines Mädchen geschaffen.

Meine Mutter ging hin und wieder in das Miederwarengeschäft in unserer ostdeutschen Kleinstadt, um sich einen BH oder Unterwäsche zu kaufen. Ich stand dann immer vor dem großen Ladentisch und staunte über die vielen BH’s die dahinter an der Wand oder im Schaufenster hingen. Ich weiß nicht, wie alt ich damals war, aber ich ging sicher noch nicht zur Schule.
Als wir längere Zeit einmal nicht dort waren, fragte ich meine Mutter, wann wir denn mal wieder in den Busenladen gingen. Es dauerte, bis sie begriff, was ich meinte, dann lachte sie.
Von da ab, war für mich jedes Miederwarengeschäft ein Busenladen.

»Warum heißt das eigentlich Miederwaren?«, fragte mein Mann, als wir weitergingen.
Ich erklärte ihm, dass der Begriff noch aus Zeiten stammt, als Frauen noch Mieder trugen.
Er fand das ziemlich altmodisch.
Ich überlegte. »Wahrscheinlich nennt man das heute ›Dessous Shop‹.«
Mein Mann schüttelte den Kopf. »Da gefällt mir Busenladen viel besser.«

Reload der Spezialisten

Gestern fiel im ZDF der Startschuss zur zweiten Staffel der Spezialisten. Nachdem ich die Krimiserie Die Spezialisten – Im Namen der Opfer im vergangenen Jahr verfolgt habe, werden sich einige wundern, warum ich nichts über die zweite Staffel schreibe. Das hat im Großen und Ganzen damit zu tun, das David Rott als Hauptkommissar Mirko Kiefer nicht mehr dabei ist. Da ich mit Krimis und dergleichen ohnehin nicht viel am Hut habe und mich auch nicht jede Folge der ersten Staffel überzeugt hat, werde ich mir die zweite Staffel wohl nicht ansehen.

Warum und weshalb David Rott aus der Serie ausgestiegen ist, darüber könnte man spekulieren. Von offizieller Seite hieß es, dass es sich nicht mit seinen Plänen vereinbaren ließ. Nur war der Mime im vergangenen Jahr gerade mal an einer TV-Produktion beteiligt, nach Vollbeschäftigung klingt das nicht. Aber vielleicht hat er Theater gespielt, wo er eigentlich herkommt. Ich weiß es nicht, finde es jedoch schade, ihn nicht mehr regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Auch wenn er sein Potential in der Krimiserie nicht voll ausschöpfen konnte. Leider. Überzeugt hat mich das Zusammenspiel mit Valeri Niehaus, die beiden passten gut zusammen. Und wenn man sie nicht gleich so früh in der Serie zusammengebracht hätte, wäre die Beziehungskiste ein überzeugender Spannungsbogen geworden. Aber nun ja. Vielleicht klappt es ja mit Mirkos Nachfolger, gespielt von Matthias Weidenhöfer. Ich wünsche der Produktion alles Gute.

Strahlensuche

Weiß jemand was ein homöopathischer Radiaesthet ist? Ich wusste es bis heute auch nicht. Eine Anzeige im Wochenblatt hat mich darüber aufgeklärt. Das ist jemand, der mit einer »kalibrierten Kunststoffantenne« nach Strahlenquellen in Wohnräumen sucht. Schon beim Begriff »Kunststoffantenne« läuten bei mir sämtliche Alarmglocken. Für einen Elektroingenieur schließen Antenne und Kunstoff irgendwie einander aus. Wie man damit elektromagnetische Strahlung nachweisen soll, will mir nicht so ganz in den Kopf. Aber wahrscheinlich handelt es sich hierbei eher um Strahlungen aus dem esoterischen Bereich.

Ich zweifele ja gar nicht an, dass wir im täglichen Leben heute von mehr künstlich erzeugter Strahlung umgeben sind als früher, und das die Langzeitauswirkungen nach wie vor unerforscht sind. Aber man kann das Ganze auch übertreiben. Lustig finde ich ja Leute, die über den Handymast vor der Haustür jammern, sich dann aber einen 7 kw (sieben Kilowatt) Mittelwellensender in die Küche stellen, von dem sie zehn Zentimeter wegstehen. Gemeint sind die derzeit so beliebten Induktionkochflächen. (Aus erster Hand weiß ich, die sind: Überteuert, störanfällig und gehen schneller kaputt.) Die erhitzen den Topf schneller als ein herkömmliches Strahlungskochfeld, strahlen aber auch mehr elektromagnetische Strahlung aus. Nicht für umsonst sollten Patienten mit Herzschrittmacher dem Kochfeld nicht zu nahe kommen. Ach, Tiere mögen das auch nicht so gern.

Also, um Strahlung im Haushalt zu reduzieren, braucht man keinen Radiaesthet mit »kalibrierter Kunststoffantenne« zu bezahlen, da hilft es schon WLAN und DECT-Telefon auf geringere Reichweite zu stellen, damit spart man zusätzlich noch Strom.

Allerdings klingen »kalibrierte Kunststoffantenne« und »homöopathischer Radiaesthet« ja so cool und seriös. Und wenn man daran glaubt, ist sowieso alles möglich.

Hausbau in 3D

Seit einer Woche habe ich einen neuen Job. So richt warm geworden bin ich in der Firma noch nicht, was vor allem daran liegt, das kaum einer da ist. Heute morgen waren nur der Umschüler und ich im Haus. Der Chef war mit dem Rest der Leute auf den Baustellen unterwegs.

Weil mein Computer noch nicht so richtig eingerichtet ist und ich die CAD-Software noch nicht kenne, klicke ich mich den lieben langen Tag durch Tutorials und YouTube-Videos. Zumindest habe ich heute schon mal ein Haus gebaut. Nach dem Grundriss eines Architekten in 3D. Morgen versuche ich mich dann an der Elektrik.

Ich habe zwar einen sehr viel kürzeren Arbeitsweg, aber durch den Neun-Stunden-Tag merke ich nichts davon. Außer vielleicht, dass ich eine Stunde länger schlafen kann.

Und noch ’ne Miez

Endlich ist er erhältlich, der lang angekündigte Film Off to the Vet von Simon’s Cat.

In dem dreizehnminütigen Kurzfilm dreht es sich um einen Besuch beim Tierarzt. Das Novum – der Film ist vollkoloriert. Zusammen mit jeder Menge weiterer Simon’s Cat Filme kann man den Clip bei iTunes, Amazon und im Android-Store herunterladen. Das kostet zwar etwas, ist den Spaß aber wert.

Eine lustige Geschichte, in der sich die meisten Katzenbesitzer wieder erkennen werden und ihre Katzen natürlich auch. Das ist gut beobachtet und liebevoll in Szene gesetzt. Davon möchte ich gern mehr sehen.

Hier ist die Preview von Off to the Vet:

Authentische Lebensgeschichte mit Katze

Luke Treadaway, James Bowen und natürlich Bob (Quelle: Kino.de)

Nun hat es doch noch geklappt. Ich habe gestern endlich den Film Bob der Streuner sehen können.

Eigentlich war mein Mann auf der Suche nach einem Kino, in dem der Film Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen läuft. Da entdeckte er, dass in einem Studiokino ganz in der Nähe der Film mit Bob läuft. Da sind wir gestern Abend gleich ins Auto gestiegen und hingefahren.

Es hat sich gelohnt. Der Film erzählt die Geschichte des Buches in klaren und manchmal drastischen Bildern. Natürlich musste man die Geschichte eines Junkies, der von einem roten Kater gerettet wird auf Spielfilmlänge zusammenstreichen. Was meiner Meinung nach sehr gut funktioniert hat. Im Buch erfährt der Leser mehr Details zu James Bowens Vergangenheit, die im Film nur in einigen Dialogen thematisiert wird. In ihr liegt der Schlüssel, warum der junge Mann auf die schiefe Bahn geraten ist. Aber es wäre sehr schwierig geworden, dies im Film überzeugend darzustellen. So konzentriert man sich auf die Beziehung des jungen Mannes zu seinem Kater und seinen Kampf mit dem Drogenentzug.

Wie schon beim Lesen standen mir auch beim Film nicht nur einmal Tränen in den Augen. Der rührende Erzählung fehlt es nicht an Tiefe aber auch nicht an Humor. Auch hält sie uns kritisch einen Spiegel vor Augen, der uns den einen oder anderen Straßenmusiker oder Zeitungsverkäufer (in München heißt diese Zeitung »BISS«) in neuem Licht sehen lässt.

Hauptdarsteller Luke Treadaway ist eine hervorragende Wahl für die Rolle des James und das Bob nur von »Bob himself« gespielt werden konnte, ist sowieso ganz klar. Besonders gefreut hat mich der Auftritt des echten James Bowen am Ende des Films, während der Signierstunde. Als er auf die Frage, wie ihm das Buch als Leser gefallen hat, antwortet: »So als wäre ich selbst dabei gewesen.« Das hat mir ein breites Lächeln auf mein tränennasses Gesicht gezaubert.

Bob der Streuner ist kein Familienfilm und das ist auch gut so. Es ist die Geschichte eines gescheiterten Menschen, der von der Gesellschaft schon fast aufgeben wurde und von einem Tier eine zweite Chance bekommen hat. Absolut sehenswert auch für Menschen, die das Buch nicht kennen.

Schreiben am Samstagnachmittag

Ich muss heute den ganzen Tag daran denken, dass an diesem Wochenende in Wolfenbüttel das Seminar zur phantastischen Kurzgeschichte stattfindet, und ich nicht dabei sein kann. Meine Teilnahme war zwar nicht geplant, weil ich das Roman-Seminar im Herbst ins Auge gefasst habe. Aber zu wissen, dass dort Gleichgesinnte eine tolle Zeit verbringen; Texte diskutieren und Schreibaufgaben erledigen, ohne selbst dabeisein zu können, macht mich dennoch etwas traurig.

Aus dem Grund bin ich heute wieder in die Neunziger abgetaucht und schreibe an meinem, vielleicht nicht mehr ganz so geheimen, Romanprojekt, das mal nichts mit Raumschiffen und Außerirdischen zu tun hat. Und weil ich lieber weiter daran arbeiten will, fällt der Blogtext heute etwas kürzer aus, dafür gibt es mal wieder eine kleine Kostprobe aus dem Manuskript:

 

Schnaufend komme ich vor dem grauen Wohnblock an, den ich mein Zuhause nenne. Vor dem Aufgang parkt ein gelber Lieferwagen mit laufendem Motor. Auf den Türen kleben Magnete mit dem Logo des Pizzaservice. Mist, dass hab ich total vergessen. Ich trete die letzten Meter fest in die Pedale und springe vor dem Auto vom Rad, so dass die Flaschen im Beutel hörbar scheppern.
Vor der Haustür steht ein spindeldürrer Junge mit einem Pizzakarton, auf dem ein weißer Plastikbeutel liegt und malträtiert den Klingelknopf.
»Pizza für Steinhövel?«, spreche ich ihn an.
Erschrocken dreht er sich zu mir um. Seine mausgrauen Augen zwinkern hektisch im pickeligen Gesicht. Die kurzen roten Haare sehen aus wie Flaum und stehen wild nach allen Seiten ab. Er ist älter, als ich zunächst gedacht habe, wahrscheinlich Anfang Zwanzig und Student.
»Ähm, j…j…ja!«, stottert er.
»Da hab ich ja nochmal Glück gehabt«, sage ich lächelnd und schließe mein Fahrrad an.
Er kommt mir entgegen und zieht mit umständlichen Verrenkungen einen Quittungszettel aus der Hosentasche. »Da…da…das macht zwö…zwölf ach…acht…achtzig.«
Ich strecke ihm den Zehn-Mark-Schein und eine Hand voll Kleingeld entgegen. Dafür schiebt er mir den Pizzakarton hin.
In dem Augenblick, in dem ich ihn ergreife, klatscht ein großer Regentropfen darauf, dann noch einer und noch einer. Das Wasser wird augenblicklich von der weißen Papphülle aufgesogen und hinterlässt dunkle Stellen. Instinktiv sehe zum Himmel auf, doch der verbirgt sich pechschwarz vor meinem Auge. Nur die herabfallenden Regentropfen sind im Licht der nahen Straßenlaterne sichtbar. Ein paar Tropfen treffen mein Gesicht und die unangenehm kalte Feuchtigkeit lässt mich den Blick wieder senken. Der dürre Typ vom Pizzaservice ist immer noch damit beschäftig, das Kleingeld zu zählen, das ich ihm gegeben habe. Er scheint von dem einsetzenden Regen überhaupt nichts mitzubekommen.
»Stimmt so!«, sage ich großzügig und unterstreiche es mit einer lässigen Geste. Dabei habe ich keine Ahnung, ob die Summe überhaupt ausreicht. Während ich mich rückwärts in den Hauseingang zurückziehe, wird der Regen stärker. Das begreift endlich auch mein Gegenüber, stopft das Geld in sein Portmonee und steigt in den Wagen.
Erst als die Lichter des Lieferwagens in Regen und Dunkelheit verschwinden, schließe ich die Haustür auf und gehe hinein.
In meiner Wohnung landet der Pizzakarton mit dem Plastikbeutel auf dem kleinen Küchentisch, bevor ich die Getränke im Kühlschrank neben dem Fenster verstaue. Eine Bierflasche lasse ich draußen, öffne sie an der Tischkante und trinke mit kräftigen Zügen. Ich fühle mich wie ein Verdurstender in der Wüste, der auf eine Oase gestoßen ist – großartig.
Meine leicht feuchte Lederjacke landet auf der Flurgarderobe meine Stiefel irgendwo darunter.
Mit einem zufriedenen Rülpser lasse ich mich am Küchentisch nieder und genehmige mir ein köstliches Stück Pizza.
Der leere Stuhl mir gegenüber wirkt trostlos, erinnert mich plötzlich wieder an meine Einsamkeit. »… die Letzten unserer Art …«, so hat es Bombi heute Nachmittag formuliert. Der Kerl hat gar nicht so Unrecht, denn momentan fühle ich mich genauso. Und mit einem Mal schmeckt das Stück Pizza nicht mehr so gut und auch der Schluck Bier hinterher, hat einen schalen Nachgeschmack. Jetzt werd’ nicht sentimental, rufe ich mich selbst zur Ordnung. Doch das hilft nichts, mein Leben ist längst nicht mehr so spannend wie noch vor einem Jahr, als ich mit Henry um die Häuser gezogen bin, geschweige den in den Jahren als Punks noch richtige Punks waren, als wir noch ein richtiges Feindbild hatten, gegen das wir rebellieren konnten. Ein System gegen das wir uns auflehnten und das uns stets und ständig bespitzelte. Und jetzt …? Ich spüre wie Wut in mir aufkeimt. Was ist geblieben außer den Erinnerungen und der Musik?
Musik! Gute Idee! Aus einem Schuhkarton unter dem Tisch wühle ich eine Musikkassette hervor und schiebe sie ins Kassettendeck des Radios. Laut ballert der Sound von Schleim-Keim durch die Wohnung. Ich schließe die Augen, lehne mich zurück und fühle mich gleich besser.
Mit dem Oberkörper wippend, folge ich dem Rhythmus der Musik. Otze Ehrlich schreit: »Habt ihr keine Wut mehr im Wanst?«, die Gitarre jault, das Schlagzeug hämmert. So gefällt mir das. Es ist genau das, was mein wütendes Ich gerade braucht. Bis sich zwischen die Musik plötzlich ein weiteres Geräusch mischt. Das Geräusch, das nicht dorthin gehört, ist die Türklingel.
»Nein, ich stehe nicht auf und ich werde auch die Musik nicht leiser drehen. Ihr könnt mich mal!«, rufe ich laut in dem Wissen, dass mich sowieso keiner hört.
Doch das Klingeln hört nicht auf. Wie ein Parasit bohrt es sich mir in den Kopf und macht mich immer wütender.
Scheiße, das ist bestimmt wieder »Miss Piggy«! Ich sollte der Schlampe endlich mal klar machen, dass ich sie kacke finde und nichts von ihr will.
Jetzt wird es mir doch zu bunt. Ich stütze mich an der Tischkante ab und springe auf, mein Stuhl kippt dabei nach hinten und fällt krachend auf den Küchenboden. Wütend stapfe ich zur Wohnungstür, reiße sie mit voller Wucht auf und schreie: »Geh mir nich‘ auf’n Sack, du blöde Kuh!«
»Danke! Ich weiß bereits, dass du ein Arsch bist.«

Rezension zur Telepathin entdeckt

Gestern bekam ich per Post einen Auszug aus dem PR-Jahrbuch 2014 des SFCU als Kopie zugeschickt. Dort drin findet sich nämlich eine Rezension zu meiner ersten PERRY RHODAN FanEdition »Die Telepathin«. Davon hatte ich bisher nichts gewusst.

Der Autor des Artikel ist Claas M. Wahlers und er hat zunächst die Romanhandlung zusammengefasst, wobei er aus dem Namen MENELAOS aus unerfindlichen Gründen MENTEKEL gemacht hat. Das hat mich zunächst etwas irritiert und ich musste tatsächlich nachschlagen, wie ich das Schiff genannt hatte. Entweder, ich habe in der letzten Zeit zu viel geschrieben oder der Alzheimer greift um sich.

In meinen Augen ist es ihm gut gelungen, die Geschichte nachzuerzählen. Am Ende schreibt er in einem kurzen Fazit – das gern hätte länger sein können – was ihm gefallen hat und was nicht. Wobei mir hier erneut die falsche Werbung, die von der PRFZ gemacht wurde, auf die Füße fällt. Den Werbeslogan »Frauen in der Solaren Flotte« habe ich Rüdiger Schäfer zu verdanken, der den Werbetext damals geschrieben hat. Nur ging es mir aber nie darum, »Frauen in der Flotte« zu zeigen – die gab es ja damals de facto nicht. Mir ging es hauptsächlich um »den Umgang der Solaren Flotte mit Frauen«. Was etwas völlig anderes ist und das ich schon ein paar mal hinlänglich zu erklären versucht habe. Aber egal.

Hier ist der kurze Text aus dem PR-Jahrbuch 2014 (Vielen Dank an Ekkehardt, der ihn für mich ausgegraben hat.):

»Eine Geschichte, die erst langsam und unspektakulär anläuft. Erst im letzten Drittel nimmt die Story etwas Fahrt auf und gewinnt dabei an Spannung und Tiefe. Wer den Roman zu früh aus der Hand legt, beraubt sich dann doch einer durchaus interessanten Erweiterung des Perryversums um das Jahr 2238 herum. Nicht alle Protagonisten wussten in ihrer dargestellten Form zu gefallen.
Christina Hacker hatte sich vorgenommen, die Frauen in der Solaren Flotte darzustellen. Nach meinem Dafürhalten hätte sie mehr aus dem Thema machen können. Trotzdem eine Leseempfehlung von mir.«
Claas M. Wahlers, SFC Universum, PR-Jahrbuch 2014, Seite 363