Versöhnlicher Abschluss mit Cliffhanger

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 140 – »Der längste Tag der Erde« von Rüdiger Schäfer

Tifflor, Tuire und die Mutantinnen müssen Crest mit der Zündvorrichtung zunächst entkommen lassen. Mit dem überraschenden Eingreifen von Josue Moncadas kann die Flucht von Crest jedoch verhindert werden. Crest verschanzt sich im Stardust Tower und als Rhodan mit dem Wasserschiff der Liduuri auftaucht, droht er die Erde zu sprengen, wenn man ihn nicht gehen lässt. Als Faustpfand präsentiert er Thora, die sich mit den Kindern auf einem Beiboot der LESLIE POUNDER am Rande des Sonnensystems in Sicherheit gebracht hatte. Dann jedoch von Hirian da Mentrum, einem Untertanen Crests, aufgespürt und zum Mitgehen gezwungen wurde.
Es kommt zum Showdown zwischen Rhodan, Thora und Crest, bei dem schnell klar wird, dass der alte Arkonide von jemandem übernommen wurde. Es ist Ashara der böse Posbi, der eigentlich als besiegt galt, der aber in Crests Posbi-Implantaten überlebt hat. An der Stelle hatte ich eigentlich mit Agaior Thoton gerechnet, dem es irgendwie gelungen war, sich in Crests Bewusstsein zu manifestieren. Aber der Bogen, den die Exposéautoren geschlagen haben, ist auch nicht schlecht.
Crest wird, als er Thora töten will, von Moncadas erschossen. Der Mutant teleportiert sich mit Hilfe von Sid Gonzales zwischen die Arkoniden und kann mit seinen Kräften Crests Schutzschirm manipulieren.
Kurz bevor er stirbt, spricht Crest nochmal als der alte freundliche Arkonide, den wir kennen. Hier habe ich mich gefragt: wieso reagiert die arkonidische Flotte nicht darauf? Hirian da Mentrum muss das Geschehen doch aus der Leka-Disk heraus beobachtet haben. Auch wenn Thora zuvor an seine Vernunft appelliert und Zweifel in ihm gesät hatte. Es wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, die Arkoniden von der Bösartigkeit ihres Imperators zu überzeugen, in dem man Hirian da Mentrum in die Szene aktiv mit eingebunden hätte. So wirken das spätere Umschwenken der Arkoniden und ihre Passivität nach dem Tod ihres Imperators weniger überzeugend.

In der Zwischenzeit greift die terranische Flotte unter Führung von Reginald Bull und der LESLIE POUNDER die Türme an, die die Sitarakh auf der Erde gebaut haben. Es gelingt ihnen, mit Hilfe einer Idee von Atlan, diese direkte Bedrohung auszuschalten. Dann trifft Bully die Entscheidung, sich gegen die, um die Sonne zurückgezogene Flotte der Sitarakh vorzugehen, auch wenn es eher eine Verzweiflungstat, als ein erfolgsversprechender Versuch ist. Man bittet Avandrina di Cardelah um Hilfe, doch die Liduuri weicht aus. So kommt es zur alles entscheidenden Schlacht. Bevor die Verluste für die terranische Flotte ins Unermessliche gehen, taucht plötzlich ein riesiges fremdes Schiff auf, das einen Hyperimpuls aussendet, der die Schirme der Sitarakh-Schiffe zusammenbrechen lässt. Rhodan beschließt die nun wehrlosen Schiffe der Sitarakh nicht zu zerstören, sondern fordert sie und die Bestie Masmer Tronhk auf, das Sonnensystem zu verlassen. Einer Forderung, der sie uneingeschränkt nachkommen.
Halt! Das ging aber jetzt ein bisschen zu schnell und leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bestie einfach so aufgibt. So wie der Verrückte bisher beschrieben wurde, stürzt er sich eher in einen Kampf, als zu kapitulieren. Auch wenn er damit seine Artgenossen im Stich lassen würde. Wenn jemand so von Rache zerfressen ist, dass er eine ganze Welt zerstören will, dann lässt er sich von der Warnung eines Perry Rhodan sicher nicht aufhalten.

Die bis dahin erzählte Handlung war spannend und temporeich. Das ändert sich in dem Moment, als Avandrina Rhodan erklärt, wer die die Fremden sind, die der Menschheit geholfen haben. Sie nennen sich Memeter und Rhodan bekommt bald am eigenen Leib zu spüren, wozu sie im Stande sind. Er wird von zwei Fremden – Ravi und Surya – »entführt« und findet sich in einer fiktiven Welt wieder, in der er Antworten auf viele seiner Fragen erhält.
Ohne Zweifel, macht Rüdiger Schäfer, wieder einmal den »Erklärbär«. Da sprudeln plötzlich so viele Informationen auf Rhodan und den Leser ein, dass ich mich wieder einmal fragte, wieso man dass nicht auf die vorangegangenen Romane verteilen konnte. Die Memeter sind jene Erdbewohner aus denen die Liduuri hervorgegangen sind. Auch sie bedienten sich an dem Halatium, das aus dem Sonnenspalt entwich und bauten damit unter anderem Physiotrone und Zellaktivatoren. Avandrinas Vater ist einer der Memeter, der erkannte, welche gefährliche Auswirkung die gesteigerte Ausbeutung auf den Sonnenspalt hat. Der erweitert sich, je mehr Halatium abgezogen wird und könnte nicht nur das Sonnensystem zerstören, sondern auch das ganze Universum.
Die Memeter gerieten bald in eine Art Abhängigkeit, was zur Folge hatte, das viele von ihnen in Passivität verfielen und in großen Gruppen, später in Massen, sammelten. Letztendlich lösten sich die »kranken« Memeter in Licht auf und bildeten die Wesensheit ES. Die wenigen nicht Betroffenen blieben als Liduuri zurück.
Die Menschen sind also direkte Nachkommen von ES, was erklärt, warum die Superintelligenz ihnen so viel Aufmerksamkeit schenkt und ihnen auch das Schiff mit den beiden Memetern als Schutz zur Verfügung gestellt hat. Ravi und Surya sind Teile, die sich unter großen Anstrengungen und Verlusten von ES getrennt haben. Rhodan bekommt noch ein paar rätselhafte Andeutungen mit auf den Weg und wird dann ohne Zeitverlust auf die SHOSHIDA CARDELI zurückgeschickt.
Das waren viele Informationen, die den Exposé-Autoren noch genug Spielraum für weitere Idee lassen.

Auf der Erde laufen derweil die Rettungsmissionen auf Hochtouren, durch den vierzehntägigen Schlafmangel stehen viele Menschen an der Schwelle des Todes und müssen schnellstens versorgt werden. Doch es gibt nicht genügend Helfer, um die fast 11 Milliarden Menschen zu versorgen. Da kommt Hilfe von der ehemaligen Imperatrice Theta. In einer Ansprache fordert sie die arkonidische Flotte dazu auf, den Menschen zu Hilfe zu kommen. Die Arkoniden folgen ihren Aufruf und melden sich bei der, Hals über Kopf eingerichteten, Koordinationsstelle im Stardust-Tower unter dem Befehl der Vizeadministratorin.
Zum Wandel in der Einstellung der arkonidischen Flotte hatte ich ja bereits gesprochen. Das hätte man glaubwürdiger vorbereiten können.

Rhodan berichtet auf der LESLIE POUNDER, was er erfahren hat. Avandrina di Cardelah verabschiedet sich und fliegt davon, während die Landung des Protektors auf dem zivilen Raumhafen Terranias vorbereitet wird. Da fängt Tuire Sitareh plötzlich an zu Glühen. Das Glühen greift auch auf Atlan und Rhodan über. Ihre Körper scheinen sich Schicht für Schicht aufzulösen. Und plötzlich sind die drei verschwunden. Eine systemweite Suche bleibt erfolglos. Auch ein Kontakt mit der Liduuri und den im System verbliebenden Memetern kann nicht hergestellt werden. Die drei Unsterblichen bleiben verschwunden.
Somit endet der Roman in einem fiesen Cliffhanger, der es mir schwer macht, meine Entscheidung aus der Serie auszusteigen, einzuhalten. Die beiden Exposéautoren, allen voran Rüdiger Schäfer, haben es also wieder geschafft, mein Interesse zu wecken.

Dem Autor gelingt es mit diesem Roman meinen Unmut über die Staffel »Meister der Sonne« zu besänftigen. Überhaupt, sie hat mir in dieser Staffel sehr gefehlt, die Art und Weise, mit der der Autor Geschichten erzählt. Normalerweise hatte ich schon bei Band 135 erwartet, einen Roman aus seiner Feder vorgesetzt zu bekommen. Das dem nicht so war, trug viel dazu bei, dass mir die Handlung der Staffel missfiel. In den vergangenen Staffeln bekam man tiefergehende Erklärungen zur Staffelhandlung, meist nur in den Romanen der Exprokraten geliefert. Dieses Mal wurde ich als Leser mit der Invasion und den Katastrophenszenarios buchstäblich allein gelassen, was dazu führte, dass mir vieles unlogisch erschien und ich kurz davor war, auszusteigen. Vielleicht war es der Mangel an Informationen und näheren Erläuterungen während des Handlungsfortschritts, dass zu Unverständnis und Kritik führte. Denn die philosophischen Betrachtungen, die Rüdiger Schäfer in »Der längste Tag der Erde« anbringt, sind klug und nachvollziehbar. Auch wenn mir die Form, in der er sie mir präsentiert – en bloc –, nur bedingt gefallen hat, so lassen sie mich doch viele Vorkommnisse aus den vergangenen Romanen in einem neuen Licht sehen.

Was ich mir für die Zukunft von NEO wünsche, sind weniger Invasionsszenarios und mehr kosmische Verwicklungen, mehr Innenpolitische Querelen und mehr wissenschaftlich fundierte Science. Wenn die Geschichten dann auch noch so gefühlvoll und mit Herzblut geschrieben werden, wie von Rüdiger Schäfer, bleibe ich gern ein Teil des NEO-Fandoms.

Verspätungsstatistik vom Januar

Ich hatte mir ja vorgenommen eine Verspätungsstatistik zu führen. Das habe ich auch gemacht und möchte nun das Ergebnis von Januar präsentieren. Wenn nichts dahinter steht, war der Zug pünktlich.

Datum, Strecke, Verspätung, Gründe und Bemerkungen

2.1. Paris-Traunstein, 60 Minuten, eingeschlagene Zugscheiben durch Eis auf der Oberleitung

6.1. Traunstein-München
6.1. München-Traunstein

10.1. Traunstein-München, 15 min, Streckenstörung
10.1. München-Traunstein, 25 Min, Zug ausgefallen, alternative Verbindung genutzt

12.1. Traunstein-München, 5 Minuten
12.1. München-Saalfeld, -10 Minuten, das soll’s auch geben

16.1. Saalfeld-Traunstein

17.1. Traunstein- München, 5 Minuten, Zug bestand nur aus drei Wagen, anstatt sechs
17.1. München-Traunstein, 60 Minuten, Zug ausgefallen, alternative Verbindung genutzt, früher losgefahren und dann wegen Weichenstörung und Zugüberholungen gestanden

19.1. Traunstein-München, 10 Minuten
19.1. München-Traunstein

21.1. Traunstein-München
21.1. München-Traunstein

24.1. Traunstein-München, 20 Minuten, Bereitstellung nicht geklappt, vom EC überholt worden, der zehn Minuten später in Traunstein losfährt
24.1. München-Traunstein

26.1. Traunstein-München, 5 Minuten
26.1. München-Traunstein

31.1. Traunstein-München, 25 Minuten, Zug ausgefallen, EC hatte Verspätung, Wagenreihung falsch, ein Wagen defekt, anschließend wegen Gleisbruch auf der Strecke gestanden
31.1. München-Traunstein

Das Ende einer Ära

Der Titel meines heutigen Eintrags klingt vielleicht etwas pathetisch, aber so bezeichnete es vor Tagen eine Kollegin. Sie bezog sich damit auf mich, denn ich schließe mit dem heutigen Tag ein vierzehn Jahre dauerndes Kapitel in meiner beruflichen Laufbahn. Ich hänge, schweren Herzens nach vierzehn Jahren, meine Selbstständigkeit an den Haken und damit auch meine bisherige Arbeit in München.

Das heißt, dass ich heute meinen letzten Arbeitstag in der Firma in München bestritt, für die ich über viele Jahre lang immer wieder größere und kleinere Aufträge erledigte. Zum Schluss war ich schon so ins Team integriert, dass man mich regelrecht vermisste, wenn ich nicht da war. Und vermissen werde auch ich die Kollegen, denn in vierzehn Jahren wächst so manche Freundschaft.

So bekam ich heute nochmal einen großen Bahnhof, alle waren gekommen, um mich zu verabschieden und mir alles Gute zu wünschen und es gab auch noch ein richtig schönes Geschenk, über das ich mich wirklich gefreut habe. Ich gebe zu, ich war ein wenig sprachlos. Am Ende durfte ich auch noch meine heißgeliebte, aber von allen anderen gehasste, Touchmouse mitnehmen.

Was ich definitiv nicht vermissen werde, ist der lange Weg zur Arbeit. Ich war heute morgen wieder ganze drei Stunden unterwegs, weil ein Zug ausgefallen war, der nächste Verspätung hatte, und der dann auch noch wegen eines Gleisbruchs stehenblieb. Ab morgen kann ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und bin maximal eine halbe Stunde unterwegs. Ich werde davon berichten.

Gefährliche Unvernunft

Fahrlässig oder dumm?
Beobachtung am Waginger See

Ja, es war sehr kalt in den letzten Wochen und ja, das ließ eine Eisschicht auf den Seen in Oberbayern wachsen. Selbst der Waginger See ist mehr oder weniger zugefroren. Ich berichtete bereits davon.

Keiner dieser Seen ist offiziell für eine Begehung freigegeben, nur scheint das niemanden zu stören. Am Sonntag war es auf dem Waginger See so voll, wie auf der Eisfläche vor dem Rockefeller Center in NYC. Anderenorts muss es trotz Warnschilder ebenso zugegangen sein und so kam es unweigerlich zu zwei Eisunfällen. Zwei Männer brachen auf dem Chiemsee bzw. auf dem Königssee durch die dünne Eisdecke und mussten gerettet werden. Die Wasserwacht forderte auf beiden Seen die Leute auf, dass Eis zu verlassen, doch statt der Aufforderung Folge zu leisten, wurden die Retter ignoriert und auch noch beschimpft. Erst die Polizei konnte mit einem Hubschrauber die Menschen von der Eisfläche vertreiben.

Wie dumm und ignorant muss man sein, um sich und andere in Lebensgefahr zu bringen? So viel Hirn muss man doch im Kopf haben, um zu wissen, dass das Eis auf einem See nicht überall gleich dick ist, und das es schon etwas länger braucht, bis sich eine tragfähige Eisschicht aufbaut. Dann noch die Frechheit zu besitzen, Menschen zu beschimpfen, die einem im Notfall retten, finde ich absolut widerwärtig.

Ich wäre dafür, dass jeder, der durch eigene Unvernunft in Gefahr gerät und gerettet werden muss, nicht nur den Einsatz der Rettungskräfte zu bezahlen hat, sondern auch eine saftige Geldstrafe obendrauf.

Über die Vergangenheit der Zukunft

Quelle: Amazon

Mit »Invasion der Zukunft« legt der Historiker Hans-Peter von Peschke ein ambitioniertes Sachbuch vor, das sich nicht nur mit der literarischen Seite der Science Fiction beschäftigt, sondern auch mit der Entwicklung, die sie durch Film, Fernsehen, Comics und Computerspiele erfahren hat. In zehn Kapiteln beleuchtet der Autor jede Ausprägung und jedes Thema, was irgendwann einmal in der Science Fiction angesprochen wurde. Das geht von Technologie, über utopische und dystopische Gesellschaften, Kriege, Invasionen, Roboter, Mutanten, Parallelwelten, Außerirdische bis hin zu Nazis im All. Großen SF-Phänomenen wie PERRY RHODAN oder STAR TREK widmet er ganze Kapitel. Seine Aufzählung an Büchern, Geschichten, Filmen und Serien ist umfassend und beeindruckend. Im Anhang sind alle erwähnten Werke nochmals Alphabetisch aufgelistet. An dieser Stelle hätte ich mir noch eine Indizierung gewünscht, so dass man gezielt nach dem Werk im Buch hätte suchen können.

In den einzelnen Kapiteln fasst Hans-Peter Peschke die Inhalte der Bücher, Filmen und Serien zusammen und verdeutlicht wie unterschiedlich Autoren und Filmemacher an das jeweilige Thema herangegangen sind. Das alles geschieht in großer Ausführlichkeit, und ist aufgrund von Überschneidungen zwischen den Kapiteln oftmals redundant. Da hätte man durchaus kürzend eingreifen und den Text straffen können.

Der Autor und Historiker spart nicht an Kritik, wenn es um die zunehmende Vermischung fremder Genres mit der Science Fiction geht, auch die Military-SF und die rechtslastige Literatur der Szene, wird von ihm kritisch unter die Lupe genommen. Für die Zerrissenheit des Fandom findet er ebenfalls deutliche Worte.

Mir gefielen die Absätze im Buch am besten, in denen er eigenständige Gedanken und Thesen anbringt. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Vielleicht sogar in der Form, die der Autor bei seinem Vortrag beim Geburtstagsstammtisch in München präsentiert hat. Weniger spannend fand ich die endlosen Handlungszusammenfassungen von Büchern, Filmen oder Serien, von denen ich vieles schon kannte. Aus diesen Kapiteln nimmt man als eingefleischter SF-Fan wenig Neues mit. So gesehen richtet sich »Invasion der Zukunft« vor allem an Neulinge und Gelegenheitsleser von phantastischer Literatur. Kundige SF-Fans könnten schnell gelangweilt sein.

An den Stellen an denen er mit Zitaten arbeitet, scheinen diese meist aus der Erinnerung geschrieben, nur so erkläre ich mir die Ungenauigkeiten, die sich eingeschlichen haben. Bei einer Betrachtung über Roboter, zitiert er den Dialog zwischen C-3PO zu R2-D2, während sie in der Wüste von Tatooine auf der Suche nach Obi Wan Kenobi sind. So sagt C-3PO zu R2-D2: »Anakin Skywalker hatte dir einige Extras spendiert …« Leider ist dass nicht richtig, denn in Episode III wurde der Speicher des Protokolldroiden gelöscht. Er kann sich also gar nicht mehr an Anakin Skywalker erinnern.

Ich habe auch einige peinliche Fehler gefunden, die dem Lektorat unbedingt hätten auffallen müssen. So heißt der Begründer von STAR TREK Gene Roddenberry und nicht Roddenburry (Da es zwei Mal hintereinander falsch geschrieben wurde, kann es sich nicht um einen Tippfehler handeln.), und der Steuermann der Enterprise trägt den Namen Hikaru Sulu und nicht Solo. Das sind nur ein paar Beispiele, die mir negativ aufgestoßen sind.

Das man nicht alles, was irgendwann unter dem Label Science Fiction veröffentlicht wurde, auflisten kann, ist verständlich. Dennoch habe ich einige meiner persönlichen Favoriten in der Fülle der aufgezählten Werke vermisst. So wurde Arthur C. Clarks Meisterwerk »Die Stadt und die Sterne« genauso wenig erwähnt, wie die Spin-Trilogie von Robert Charles Wilson, die meines Erachtens eine der originellsten Ideen in der Science Fiction in den letzten Jahrzehnten darstellt. In der Sparte Film fehlte neben Carl Sagans »Contact« als Beispiel gelungener Hard-SF auch die Mutter aller modernen SF-Serien, nämlich »Forbidden Planet« (dt. »Alarm im Weltall«) von 1956, der einige grundlegende Rahmenbedingungen für zukünftige Produktionen festlegte. Auch ein Klassiker wie »Logans Run« (dt. »Flucht ins 23. Jahrhundert«) fehlte. Von den utopischen Autoren des Ostblocks wird nur Stanislaw Lem näher erwähnt und dann auch nur mit »Solaris« und nicht mit seinem bekanntesten Werk »Der futurologische Kongreß«, in dem es sich um die Beeinflussung der Gesellschaft durch Drogen und Medikamente dreht.

Dennoch hält das Sachbuch genügend Informationen bereit und kann durch historische Zusammenhänge überzeugen. Für jeden SF-Neuling, der einen fast vollständigen Überblick über die Science Fiction bekommen möchte, ist »Invasion der Zukunft« ein unbedingtes Muss. Nirgendwo sonst bekommt man eine so medienübergreifende Aufzählung, die sowohl Literatur & Comic, als auch Film, Fernsehen und Computerspiele abdeckt und unterhaltsam und pointiert geschrieben ist. Eingefleischte Science Fiction Experten finden dagegen nur wenig Neues. Für sie wäre das Buch wertvoller, wenn es ein Register hätte, anhand dem man Gesuchtes nachschlagen könnte.

»Invasion der Zukunft« erschien im Theiss Verlag, umfasst 320 Seiten und ist im Buchhandel und bei allen Onlinehändlern erhältlich.

Punkrock-Entdeckung

Dank Nachwuchs-Autorin und -Punkette Julia vom Trekdinner München habe ich dieser Tage eine neue Punkband entdeckt. Julia schickte mir einen Link zu einem YouTube-Video von »MY CHEMICAL ROMANCE« Die Band hat sich zwar bereits 2013 aufgelöst, hat aber in den zwölf Jahren ihrer Existenz vier Alben herausgebracht, die ich ziemlich klasse finde. Besonders die frühen Songs auf dem Album I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love gefallen mir ausnehmend gut. Das ist Post-Hardcore vom Feinsten und hört sich richtig gut an, wenn es durch die Wohnung wummert. (Das kann ich aber nur machen, wenn meine bessere Hälfte nicht zu Hause ist.) Die Band war zu ihren Zeiten ziemlich erfolgreich. Ihr erfolgreichsten Album The Black Parade behandelt das Thema Tod und brachte der Band diverse Chart-Platzierungen, was jetzt nicht so richtig Punk ist, aber verdient. Das letzte Album reißt mich indes nicht so vom Hocker, weil es doch sehr von der ursprünglichen Musikrichtung entfernt ist.

Wie sich MY CHEMICAL ROMANCE anhören?

Bankenwahnsinn

Quelle: Amazon

In The Big Short geht es um Geld, um sehr viel Geld genauer gesagt.

Der Film erzählt die Geschichte von vier Hedgefonds Managern, die mit der Immobilienkrise ein Vermögen verdienen, in dem sie eine Versicherung (Wetten) auf Immobilienfonds abschließen. Sollten die Fonds abstürzen, bekämen sie eine fantastische Rendite von vierhundert Prozent, dafür müssen sie aber extrem hohe monatliche Beiträge bezahlen. Ausgesponnen hat das alles Finanzgenie Michael Burry (brilliant gespielt von Christian Bale). Der verschrobene Fondsmanager mit Vorliebe für Punkrock hat sich die Zahlen hinter den Fonds angesehen, als einer der Einzigen in der Branche. Er weiß, dass die Immobilien in den Fonds völlig überbewertet sind und sagt den Zusammenbruch des Immobilienmarktes vorher. Also geht er zu den großen Banken, wie »Lehman Brothers« und macht ihnen den Vorschlag mit der Versicherung. Die lachen sich ins Fäustchen, in dem irrigen Glauben, dass der Immobilienmarkt ein sicheres Geschäft sei und gehen auf die Wette ein.

Bald springen weitere findige Fondsmanager auf den Zug auf. Nur die wenigsten versuchen herauszufinden, was hinter der Idee steckt. Doch diejenigen, die sich dafür interessieren, wissen bald, dass Burry recht hat. Als am Ende tatsächlich die Blase platzt, machen Burry und jene, die gegen die Immobilienfonds gewettet haben, den großen Reibach, während Millionen von Amerikanern ihr Zuhause verlieren und auf der Straße landen. Dazwischen erfährt man als Zuschauer viel über die Geschäfte mit dem großen Geld, über ignorante Behörden, geldgierige Makler, ahnungslose Kunden und die größten Casinos der Welt – die Börsen.

Neben Christian Bale spielen in dem hochkarätig besetzten Streifen Steve Carell, Ryan Gosling und Brad Pitt. Die sarkastische Geschichte bindet den Zuschauer in die Handlung ein, in dem sie komplizierte Fakten von leicht bekleideten Damen oder von Fernsehköchen erklären lässt. Augenzwinkernd zwar, aber so, dass man es tatsächlich versteht.

Das eigentlich Schlimme an der Handlung des Filmes ist aber, dass sie auf wahren Begebenheiten beruht und die meisten Figuren real oder an reale Personen angelegt sind. Die Geschichte basiert auf dem Buch The Big Short. Wie eine Handvoll Trader die Welt verzockte von Michael Lewis, das 2010 erschienen ist. Mir blieb beim Zuschauen nicht nur einmal der Mund offen. Das ist ein Wirtschaftskrimi, der, hätte ihn sich ein Autor ausgedacht, als unglaubwürdig gelten würde.

Ach ja, und wer denkt, dass nur die amerikanischen Banken ihre Finger im Spiel haben, der irrt. Eine der Banken, die im Film eine tragende Rolle spielt, ist die Deutsche Bank.

Preisschwankungen bei der Bahn

Mann, Mann, Mann, wenn die Deutsche Bahn nur sonst so flexibel wäre, wie bei ihren Preisen.

Ich erzählte ja bereits im Dezember, dass nach dem Fahrplanwechsel mein Zugticket nach München um einen Euro teurer geworden war. Ich zahlte also seit Dezember 27 Euro mit BahnCard. Gestern stehe ich am Automaten und kaufe mir mein Ticket, als ich plötzlich was von 28 Euro lese. Moment, dachte ich, am Dienstag kostete das Ticket doch noch 27 Euro, warum diese Erhöhung. Normalerweise gibt es Preisanpassungen nur zum Fahrplanwechsel. Also fragte ich heute Nachmittag den Zugbegleiter im EC. Der erklärte mir das läge an dem neuen Flexpreis und der würde sich an der Auslastung der Züge orientieren und die könne schwanken, so wie der Preis.

Ich sah ihn einigermaßen verdutzt an. »Soll das heißen, ich bezahle heute 28 Euro und morgen 27 Euro und am Sonntag vielleicht sogar 29 Euro weil der Zug dann voll ist.«
Er zuckte mit den Schultern und meinte: »So ähnlich. Wir verstehen es selbst nicht so genau.«
»Aha, na dann ist ja gut. Wenn Sie es schon nicht verstehen, muss ich mir keine Gedanken machen, ich wäre zu dumm dafür«, murmelte ich kopfschüttelnd.

Wenn ich das richtig interpretiere, kaufe ich also am Automaten ein Flex-Ticket, mit dem ich im Grunde zu jedem Zeitpunkt und mit jedem Zug fahren kann, muss aber einen erhöhten Preis zahlen, wenn ich bei der zwangsläufig notwendigen Angabe der Verbindung, zufälligerweise eine erwische, die stark ausgelastet ist.

Übrigens, ich habe gerade nachgesehen, morgen kostet die Fahrt noch 28 Euro, am nächsten Dienstag bezahle ich wieder nur 27 Euro.

Das ist doch irrsinnig, wer denkt sich denn so was aus?

Die Wahrheit hinter unserem Wertesystem

Quelle: Amazon

»Heute kennt man von allem den Preis und von nichts den Wert.« Mit diesem Zitat von Oscar Wilde beginnt ein Sachbuch, dass ich dieser Tage gelesen habe. »The Value of Nothing – Was kostet die Welt« wurde geschrieben von einem indischen Wirtschaftswissenschaftler und erklärt, warum es in unserer marktwirtschaftlichen Welt heute so ungerecht zugeht. Raj Patel spricht über Werte, wie sie definiert werden und warum sie so wichtig sind. Wieso ein Hamburger eigentlich 200$ kosten müsste und wieso lebenswichtigen Dingen wie Trinkwasser oder der Atmosphäre wenig bis gar kein Wert beigemessen wird. Er erklärt, wie es 2008 zur Bankenkrise kommen konnte und warum wir durch unser Konsumverhalten (Geiz ist geil) alle mitschuldig an der Misere sind, die uns der Raubtierkapitalismus eingebrockt hat. Er wirft dabei nicht nur einen Blick in die Vergangenheit oder die Gegenwart, sondern zeigt im zweiten Teil seines Buches Wege aus der Krise.

Für jemanden wie mich, der sich mit Wirtschaft und Ökonomie noch nie intensiv auseinandergesetzt hat, ist das Sachbuch ein Augenöffner. Dabei ist es weder kompliziert noch trocken geschrieben, wie man es von einem solchen Buch erwarten würde. Der Autor stellt viele unterschiedliche Wirtschaftstheorien gegenüber, zeigt ihre Stärken und Schwächen auf, macht aber auch anhand von Beispielen deutlich, dass die größte Schwachstelle im System der Mensch selbst ist. Der »Homo oeconomicus« stellt eine Gefahr für die Welt dar, wie sie noch nie zuvor bestanden hat. Wenn man Konzernen und Regierungen die Beurteilungen von Werten und die Regulierung von Märkten überlässt, werden unweigerlich Entscheidungen getroffen, die zwar in sich logisch, aber nicht im Sinne des Menschen sind. Die Zerstörung von Umwelt und Lebensgrundlagen der letzten Jahrzehnte verdanken wir ausschließlich dem »freien Markt«, der Regulierungen genauso ablehnt wie Nachhaltigkeit. Die Finanzmärkte sind ein großes Casino, in dem ein paar selbsternannte Experten auf dem Rücken der Gesellschaft humanitäre Werte und viel Geld verzocken.

Alan Greenspan, ehem. Chef der Weltbank, gab 2008 selbst zu, dass sein Weltbild, nach dem er sich Jahrzehnte lang orientiert hat, ein Fehler war. Greenspan war Anhänger von Atlas wirf die Welt ab einem Buch von Ayn Rand, in dem sie erklärte, das Egoismus die beste aller Welten hervorbringt und jegliche Regulierung in einer Katstrophe enden wird. Raj Patel findet einen guten Vergleich für die Brisanz dieses Buches. »Es gibt zwei Bücher, die das Leben eines 14-Jährigen Bücherwurms (Alan Greenspan, Anm. der Blogautorin) verändern können: Der Herr der Ringe und Atlas wirf die Welt ab. Das eine Buch ist ein kindischer Tagtraum, der den Leser zu einem emotional und sozial verkümmerten Erwachsenen heranwachsen lässt, der einen erheblichen Teil seiner Tage damit verbringt, zu überlegen, wie man die Wirklichkeit einem Fantasy-Roman angleichen könnte. Das andere Buch handelt von Orks.« Mehr muss man nicht sagen, um zu erklären, auf welchen Pfeilern das derzeitige Gesellschaftssystem steht.

Durch die Lektüre dieses Buches habe ich einen aufschlussreichen Blick über die Geschichte und das Funktionieren von Wirtschaft, Ökonomie und Gesellschaft bekommen und wurde darin bestätigt, dass wir selbst etwas dagegen tun müssen, damit sich etwas ändert. Nur herumzusitzen, zu jammern und die Schuld bei anderen zu suchen, wird uns nicht helfen. Wir selbst haben es in der Hand und sei es nur durch unser Einkaufsverhalten oder durch ehrenamtliches Engagement. Der Autor formuliert es in seinem Schlusssatz wie folgt: »Wahrhaft glücklich werden wir nicht, indem wir unserem persönlichen Glück nachjagen, sondern indem wir uns gemeinsam für Freiheit und Demokratie engagieren.« Ein bisschen klingen in seinem Nachwort auch Gedanken zu Rebellion und Anarchie an, dass kann man fast schon als Punk bezeichnen.

»The Value of Nothing – Was kostet die Welt« erschien bei Riemann. Ich entdeckte es beim Stöbern im Jokers Katalog. Das Buch kam bereits 2010 heraus und ist heute aktueller denn je.  Zusammen mit »Die Welt ohne uns« von Alan Weisman gehört es zu den Büchern, die man gelesen haben muss, um die Funktionalität unserer Gegenwart zu verstehen.

Umfassendes Nachschlagewerk zum Perryversum

Quelle: SFCU

Ui, da habe ich mich aber mal richtig gefreut. Als ich heute nach Hause kam, lag ein dicker weißer Umschlag vom SFCU im Briefkasten …

… das »Perry Rhodan Jahrbuch 2015« war eingetroffen. Auf 550 Seiten ist alles dokumentiert, was im Jahr 2015 zu PERRY RHODAN erschien oder geschrieben wurde. Der Inhalt jedes Romanheftes und jedes Fanzines, jede noch so kleine Nachricht wurde in das Buch gesteckt. Respekt! Da steckt unsagbar viel Arbeit drin.

Ein bisschen was habe ich auch dazu beigetragen, in Form meiner NEO Rezensionen. Obwohl ich die zur Methan-Staffel vermisse. Egal, tolles Buch, sehr ausführlich und umfangreich. Da schlägt man gern einmal nach.

Bestellen kann man das gute Stück beim SFC Universum.