Gut besucht

Samstags auf der Leipziger Buchmesse … das ist nichts für Leute mit Agoraphobie. Man muss diese Menschenmassen schon abkönnen. Normalerweise bin nicht so empfindlich, aber das war selbst für mich »to much«. Ich fühlte mich wie ein Zombie, als ich nach fünf Stunden durch die Gänge zum Ausgang geschoben wurde und die Messe fluchtartig durch die dröhnende Haupthalle verließ.

Doch von vorn. Normalerweise ist ja Freitag mein Messetag. Aus persönlichen Gründen konnte ich am Freitag nicht und so wagte ich das Experiment, die Leipziger Buchmesse am Samstag zu besuchen. Neu waren die Taschenkontrollen schon weit vor dem eigentlichen Eingang. Die Frage nach Pfefferspray und Messern fand ich etwas seltsam und auch inkonsequent, denn nach Schusswaffen wurde nicht gefragt und wenn man verneinte, wurde man ohne weitere Kontrolle durchgewunken. Da hätte ich sonst etwas in meinem Rucksack haben können. Wie sinnvoll eine solche Aktion in dem Fall ist, muss jeder selbst entscheiden.

Meine Liste der zu besuchenden Verlagsstände war heuer recht klein, und so war ich zum Glück schnell rum. Da die Sonne schien, konnte man sich draußen zwischen den Messehallen aufhalten, wo Tische und Bänke aufgestellt waren und an diversen Ständen Essen verkauft wurde. Ich saß eine halbe Stunde in der Sonne und genoss den großzügigen Platz und die frische Luft, denn in den Hallen selbst, kam man stellenweise kaum durch. Eigentlich wollte ich mir die Manga und Comic Con in Halle 1 geben, aber nach zehn Minuten Gedrängel und Geschubse brach ich das Unternehmen ab und kehrte lieber an den PERRY RHODAN-Stand zurück, die Basis für mich an diesem Buchmessetag.

Auch hier war richtig was los, denn die Zahl der anwesenden PERRY RHODAN-Autoren war größer als in den Jahren zuvor. (Vielleicht kam mir das auch nur so vor, weil ich sonst immer nur Freitags dagewesen bin.) Neben den signierenden Autoren Madeleine Puljic, Kai Hirdt, Verena Themsen und Oliver Fröhlich, gaben sich auch Michael Marcus Thurner, Robert Corvus und Wim Vandemaan ein kurzes Stelldichein. Der Signiertisch war stets dicht umlagert. Ich wurde Zeuge, wie Dirk Schulz einen Drachen zeichnete, plauschte mit Fans und Autoren und versuchte Bernd Robker alias Robert Corvus auszuweichen, der mit dem iPad einen Kurzfilm für die PR-Facebookseite drehte. Das ist mir wahrscheinlich nicht ganz gelungen.

Ich finde die Kontakte zwischen Fans und Autoren wichtig und wenn es nur dazu dient, die Serie zu präsentieren oder Feedback zu bekommen. Ganz viele junge Leute kamen vorbei und ließen sich Hefte für die Väter oder Großväter signieren, denen drückte Oliver Fröhlich meist noch einen Flyer der E-Book Miniserie TRIVID in die Hand, die sich an junge Leute richtet. Viele Frauen holten sich am Stand ein Mitbringsel für ihre Männer, in Form eines signierten Heftromans oder einer Zeichnung. Einer kam mit dem Blauband »Die dritte Macht« für einen Freund vorbei und bat um eine Signatur der Autoren. Was Verena und Oliver gern taten, aber gleichzeitig darauf hinwiesen, dass die eigentlichen Autoren dieses Bandes schon längst nicht mehr leben.

Als angenehm empfand ich, dass in diesem Jahr die Leseinsel nicht direkt vor dem Stand positioniert war, sondern weiter vorn, so das man sich beim Unterhalten nicht anschreien musste. Ebenfalls aufgefallen ist mir die Zusammenstellung der Messestände. In den vergangenen Jahren waren die Klein- und Kleinstverlage dicht an dicht in einer Messehalle zusammengedrängt, während die Branchenriesen mit ihren großen Ständen andere Messehallen dominierten. In diesem Jahr kam mir die Anordnung ziemlich ausgewogen vor. Da waren die Kleinen zwischen den Großen. Und man hatte weniger das Gefühl der Dominanz einzelner großer Verlage. Vielleicht bescherte das den kleinen Verlagen mehr Laufkundschaft, aber vielleicht täusche ich mich da auch. Und immer wieder dachte ich darüber nach, wie groß nach wie vor die Faszination für das Medium Buch ist. Denn es müssen Hunderttausende gewesen sein, die heute in Leipzig waren.

Zu sehen gab es wieder viele junge Leute in originellen Kostümen. Wer so etwas noch nie erlebt hat, sollte sich das zumindest mal ansehen. Leider kamen viele der Cosplayer auf Grund der schieren Anzahl nicht so richtig zur Geltung. Was ich ein bisschen schade finde. Denn in den Kostümen stecken meist viele Stunden Arbeit.

Trotz der vielen Menschen und des Gedränges habe ich meinen diesjährigen Besuch auf der Leipziger Buchmesse keine Minute lang bereut, obwohl ich nicht so »beschäftigt« war, wie in den beiden Jahren zuvor. Es ergaben sich dennoch genug nette und interessante Gespräche und ich nehme auch wieder ein paar Anregungen zum Lesen und Schreiben mit. Dafür hat es sich gelohnt.

Je nachdem wie das Programm im nächsten Jahr aussieht, möchte ich dann aber doch lieber wieder am Freitag kommen.

Unnötiger Verpackungsmüll

Unnötiger Müll wegen einer Nummer

Weil ich jedes Mal mit der Verlängerung von Kaspersky Probleme hatte (bezahltechnischer Natur), habe ich mir in diesem Jahr das 2017 Upgrade bei einem Onlinehändler bestellt. Auf dem Computer habe ich noch die Version von 2016. Dann, so dachte ich, bekommst du auch noch eine schöne CD, weil die abgebildete Packung ganz danach aussah. Als ich die schicke Schachtel heute geöffnet habe … Schock und Ernüchterung. Da lag nur eine Postkarte mit der Aktivierungsnummer drin, dafür viel Karton außen rum.

Aaah! Was für eine Verschwendung. Zum Glück hatte ich noch was anderes bestellt, sonst hätten die das womöglich auch noch einzeln in einem riesigen Karton geschickt. Ich kann mich erinnern, mal ein MS-Office Upgrade im Scheckkartenformat bekommen zu haben. Das kam wenigstens in einem Brief. Sicher wäre das in dem Fall auch möglich gewesen.

Das bedeutet, dass ich die Software im nächsten Jahr wieder online verlängern werde, und den ganzen HickHack mit nicht funktionierender PayPal-Funktion und alternativer Kreditkartenbezahlung über mich ergehen lassen werde. Einfach der Umwelt zu liebe.

Latent unterfordert

Vielleicht kennt das jemand: man hat eine Entscheidung getroffen und ist sich im Nachhinein unsicher, ob es auch wirklich die richtige Entscheidung war. Diese bohrende Unsicherheit, das Abwägen der Vor- und Nachteile beschäftigt mich momentan jeden Tag.

Ich hatte ja meinen Job hingeschmissen und nach 15 Jahren Selbstständigkeit als Ingenieur wieder eine feste Stelle angenommen. Nach beinahe zwei Monaten bin ich immer noch nicht dort angekommen, wo ich mich gesehen habe. Einerseits ist es toll, nicht mehr fünf Uhr morgens aufstehen zu müssen, damit man um 8 Uhr am Arbeitsplatz ist. Es ist auch schön nicht mehr mit Zug, S-Bahn, U-Bahn, Bus durch die Gegend zu fahren, sich über Verspätungen und unfreundliche Fahrer zu ärgern oder im S-Bahnlotto am Münchner Ostbahnhof zu verlieren. Stattdessen genieße ich es mit dem Fahrrad morgens an der frischen Luft durch die Natur zu fahren, den Vögeln zuzuhören oder zu beobachten wie der Blumenteppich im Wald jeden Tag ein wenig wächst. Inzwischen stellt sich auch der Trainingseffekt ein und brauche ich auch keine 25 Minuten mehr zur Arbeit sondern nur noch 13.

Das ist alles schön und gut, wenn es da nicht ein paar Schattenseiten gäbe, Kleinigkeiten die ich vermisse und Dinge die nicht ganz so befriedigend sind. Dazu zählt der Blick aus dem Fenster. Bisher saß ich an einem großen Fenster im 4. Stock und hatte einen coolen Blick über Martinsried. Da war immer irgendwas Interessantes zu sehen. Jetzt kann ich ohne Hilfe nicht mal das Fenster öffnen, weil ich schlicht nicht hinkomme. Und wenn ich dann doch mal aus dem Büro im Erdgeschoß nach draußen schauen kann, blicke ich auf die Fassade einer Werkhalle.

Nach wie vor nerven tut mich auch der neun Stunden Tag. Ich würde gern früher anfangen, das geht aber nicht. So bin ich gerade mal eine Dreiviertelstunde früher daheim, als vorher.

An sich gefällt mir die Arbeit ja, wenn ich denn mal einen richtigen Auftrag bekomme und so ein Haus komplett durchplanen kann. Aber das ist selten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mal über zu einfache Tätigkeiten beschweren würde, aber irgendwie fühle ich mich einfach nicht gefordert. Ich habe bisher weitaus kompliziertere Sachen gemacht und diese Komplexität fehlt mir einfach. Ich kann mein Hirn nicht so anstrengen, wie ich möchte und das ist unbefriedigend. Außerdem vermisse ich meine Kollegen, mit denen ich 15 Jahre zusammengearbeitet habe.

Über ein paar andere Dinge, die mich noch stören, kann und möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Das gehört nicht hierher. Ich bin unsicher, was ich machen soll. Zurück ist auch keine Lösung, also muss ich da jetzt durch. Vielleicht gibt sich auch vieles mit der Zeit. Wir werden sehen. Zufrieden bin ich mit der Situation bisher nicht.

Mit Ben ins MADDRAXiversum

Quelle: Amazon

An dieser Stelle möchte ich auf den neuen MADDRAX-Roman meines lieben Autorenkollegen Ben Calvin Hary hinweisen. Der Roman ist aktuell überall erhältlich, wo es Zeitschriften und Heftromane gibt, sogar an (manchen) Tankstellen.

MADDRAX ist ebenfalls eine Science Fiction-Heftromanserie. Sie erscheint bei Bastei und läuft, verglichen mit PERRY RHODAN, noch nicht so lange. Die Serie ist düsterer und spielt in einer postapokalyptischen Welt. Die Handlung lässt sich in etwa so zusammenfassen: den Piloten Matthew Drax (Maddrax genannt) verschlägt es aus dem Jahr 2012 ins Jahr 2516, hier erlebt er zusammen mit seiner Gefährtin Aruula spannende Abenteuer. Im Gegensatz zu PERRY RHODAN darf Maddrax hin und wieder erotische Abenteuer erleben und es gibt auch kein so strenges Exposé an das sich die Autoren halten müssen.

Es ist der zweite MADDRAX den Ben geschrieben hat und ich kann nur sagen, dass ich ihn unheimlich spannend finde. Besonders das Ende ist überraschend. Auch ich selbst bin ein wenig stolz auf den Roman, mit dem ich mich übrigens schon während des Jahreswechsel in Paris beschäftigt habe. Als »Endgegnerin unter den Testleser« habe ich es Ben nicht leicht gemacht. Obwohl … wenn ich mehr Zeit gehabt hätte …

Den MADDRAX-Roman »Die Offerte« gibt es übrigens auch als E-Book auf allen Download-Plattformen. Wer Lust hat kann für 1,49 EUR einfach mal reinschnuppern.

Aktivitäten für die PRFZ

Dieser Tage bin ich neben meinem Job hauptsächlich mit allerlei Aktivitäten rund um die PRFZ beschäftigt. Der Verein in dem ich schon seit fast drei Jahren Mitglied bin, bestimmt seit einiger Zeit mein Leben. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, denn ich tue es sehr gern.

Momentan bastle ich am Newsletter mit der Nummer 18. Die Artikel sind bereits beisammen, zum Teil sind sie sogar schon redigiert worden. Es fehlt nur noch das Layout, um das ich mich am Wochenende kümmern werde. Vielleicht schreibe ich auch noch einen kleinen Artikel zur Buchmesse. Mal sehen.

Die SOL 86 ist dagegen fast schon »in trockenen Tüchern«, wie man so schön sagt. Soll heißen, alle Beiträge waren im Lektorat, das Layout steht, es fehlt nur noch der aktuelle Artikel eines PERRY RHODAN-Autors. Von wem, verrate ich aber nicht. Sobald der da ist, muss ich mich noch um das Editorial kümmern und dann steht die Schlussredaktion ins Haus. Und wenn nichts dazwischen kommt, geht die SOL 86 noch Mitte April in den Druck, damit sie pünktlich zum Start der Miniserie TERMINUS bei den Lesern ist. Wir drucken nämlich zum ersten Mal brandaktuelle Informationen zu einer laufenden Serie ab. Und das finde ich unheimlich spannend.

Nebenher koordiniere ich den Stand der PRFZ für die 2. Perry Rhodan Tage in Osnabrück. Das heißt, sobald ich alle Infos habe, muss ich die Shopliste aktualisieren und an den Verantwortlichen für den Stand schicken. Der Con in Osnabrück findet übrigens am 27. und 28. Mai 2017 statt. Fahrkarte und Hotel habe ich schon gebucht und ich freue mich bereits, viele Fans und Aktive aus dem Fandom wiederzusehen.

Warum ich heute über die PRFZ schreibe? Erstens möchte ich ein wenig Werbung machen, denn wir freuen uns immer über neue Mitglieder und zweitens feiert die PRFZ ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Darüber schrieb heute auch PRFZ-Mitbegründer Klaus N. Frick im Blog der PERRY RHODAN Redaktion.

Wer mehr über die 2. Perry Rhodan Tage in Osnabrück wissen will, oder wer sich für die PRFZ interessiert, dem lege ich ein Besuch der Internetseite der PRFZ ans Herz. Wir sind aber auch auf Twitter und bei Facebook.

 

SF-Klassiker wiederentdeckt

Quelle: Amazon

Cocoon!

Ich weiß nicht mehr, wie lange es her ist, seit ich den Film das letzte Mal gesehen habe, aber sicher schon eine ganze Weile. Und dennoch konnte ich mich an unglaublich viele Einzelheiten genau erinnern. Cocoon gehört zu den SF-Filmen, die ich als junger Mensch sehr mochte. Die langsame Erzählweise des Films ist nach wie vor großartig. Zunächst glaubt man nicht, einen SF-Streifen zu sehen, weil es überwiegend um die Sorgen alter Leute in einer Rentnersiedlung in Florida geht. Erst nach und nach häufen sich die Hinweise darauf, das irgendetwas Seltsames vor sich geht. Der Film schwenkt um, erst zu einem Abenteuerstreifen (Tauchgang zu einer versunkenen Stadt), um dann tatsächlich mit dem »Stripteese« einer Außerirdischen (sie zieht sich die Menschenhülle aus) den Zuschauer zu verblüffen. Dramaturgisch ist das perfekt gemacht.

Das die Aliens nicht böse sind, sondern auf einer Rettungsmission und sich am Ende sogar für die Alten einsetzen, obwohl durch sie zwei Aliens in den Kokons gestorben sind, finde ich nach wie vor spannend. Diese intelligente Art von Science Fiction Geschichten sieht man heute kaum noch. In den heutigen Werken geht es vorwiegend dystopisch zu, je dunkler und schmutziger, desto besser. Dabei würde so eine Geschichte wie in Cocoon auch heute noch funktionieren. Doch bitte kein Remake, das wäre dann doch zu viel des Guten.

Der Film erschien 1985 und die DVD, die ich mir kürzlich gebraucht gekauft habe, ist auch schon wieder aus dem Jahr 2003. Leider scheint es die deutsche Version nicht auf Blu-ray zu geben. Was echt eine Schande ist. So einen großartigen Klassiker sollte man in HD-Qualität sehen.

Ich glaube, ich könnte mir den Film immer wieder ansehen und ich wäre immer wieder, von der Handlung gefesselt. Jetzt steht er im DVD-Regal, bis ich mal wieder Lust darauf habe, was bestimmt nicht wieder so lange dauert.

»STAR TREK ist Hoffnung«

Terry Farrell in Deggendorf

»STAR TREK is hope« – dieser Satz, gesprochen von Terry Farrell, der Darstellerin der Jadzia Dax aus STAR TREK-Deep Space Nine, bezeichnete das Motto des Abends.

Über einhundert STAR TREK-Fans aus ganz Deutschland waren in Deggendorf zu einem kleinen aber feinen Event zusammengekommen, um die Schauspielerin live zu erleben. Darunter waren Fans jeder Altersklasse, Frauen wie Männer gleichermaßen, mit verschiedensten Berufen und aus unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten. An diesem Abend waren sie eine Gemeinschaft mit einer Gesinnung – gelebte Toleranz und Miteinander sozusagen. Terry Farrell beantwortete die Fragen der Fans mit Geduld und Offenheit. Sie sprach über ihre Arbeit am Set der Serie genauso aufrichtig, wie über ihr anschließendes Leben als Hausfrau und Mutter oder die politische Situation in den Vereinigten Staaten. Auch darüber, dass sie jetzt, nachdem ihr Sohn Max fast erwachsen ist, wieder mehr für ihre Karriere tun möchte. Max begleitete seine Mutter nach Deutschland. Zum ersten Mal übrigens in seinem Leben, obwohl sein Vater deutsche Eltern hat. Terry bestätigte auf Nachfrage hin auch, dass sie seid Ende 2016 mit Adam Nimoy liiert ist, dem Sohn von Spockdarsteller Leonard Nimoy. Geduldig ließ sie sich im Anschluß an die »Frage und Antwort«-Runde noch mit jedem Fan fotografieren und erfüllte Autogrammwünsche.

Der Abend mit Terry begann für mich und meinem Mann schon am Nachmittag. Wir hatten den »Afternoon Tee mit Terry« gebucht. Eine exklusive Zusammenkunft von zwölf Fans mit der Schauspielerin, zu der sie ebenfalls ihren Sohn mitbrachte. Der Dreizehnjährige traute sich sogar in der kleinen Runde der Fans ein paar Sätze zu sagen. Um die Reserviertheit zu Beginn zu überbrücken und etwas Schwung in die Runde zu bringen, schlüpfte Terry in die Rolle der Gastgeberin und verteilte Sandwiches an die Fans. Bald war die peinliche Stille der ersten Minuten überwunden und es entwickelten sich lockere Gespräche. Im Anschluss an die Stunde bei Kaffee, Tee und Gebäck durften wir noch teilhaben, wie Terry ein Interview für die DVD der Veranstaltung gab. Dabei konnte man ihre Professionalität bewundern. Während eine junge Frau auf der Seite (außerhalb der Kamera) ihr Fragen stellte, galt die Aufmerksamkeit der Schauspielerin ausschließlich der auf sie gerichteten Kamera. Fragen beantworten, ohne den Interviewpartner anzusehen, hätte ich wahrscheinlich nicht hinbekommen.

An diesem Abend traf ich sehr viele Menschen wieder, die ich im Laufe meiner langen Zeit im STAR TREK-Fandom kennengelernt und schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Manche der Anwesenden kenne ich bald 23 Jahre. Zwischen den Programmpunkten gab es viel Zeit zum Reden und um in Erinnerungen zu schwelgen. Während viele noch zum Dinner-Büffet blieben, fuhren wir nach dem Ende des offiziellen Programms nach Hause.

Diese kleinen Veranstaltungen mit einem Schauspieler finde ich inzwischen viel schöner als die großen unpersönlichen Cons, bei denen man die Stars nur von weiten sehen kann. Daher kann ich die FKM-Events nur empfehlen. Nach dem großen Erfolg vom vergangenen Abend holt Veranstalter Filip Krejcik bestimmt bald wieder einen STAR TREK-Schauspieler nach Deggendorf.

Countdown in Folge

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 143 – »Herr der YATANA« von Kai Hirdt

Der Roman ist einer der spannendsten NEO-Romane, die ich von Kai Hirdt gelesen habe. Wenn es meine Zeit erlaubt hätte, hätte ich ihn sicher in einem Rutsch ausgelesen, doch so musste ich ihn zwangsweise immer wieder weglegen.

Wenn eine Geschichte über Atlan im bekannten Ich-Präteritum erzählt wird, vermittelt mir das ein gutes Gefühl. Da fühle ich mich gleich zu Hause. In diesem Fall erwacht unser Held auf der Krankenstation eines fremden Raumschiffes im Leerraum und muss sich erst einmal zurechtfinden. Wie er dorthin gekommen ist und wer all die Dinge für ihn bereitgelegt hat, erfahren wir leider nicht. Denn als Atlan im Nachhinein auf die Besatzung trifft, kennen sie ihn nicht. Die Thetiser – wie sich die Fremden nennen – kämpfen gegen eine Invasion von Posbis auf ihrem Schiff und leiden unter einem übertriebenen Ehrenkodex, der sie zwingt, sich lieber selbst zu vernichten, als die YATANA in fremde Hände fallen zu lassen. Weshalb sie immer, wenn es brenzlich wird, die Selbstzerstörung aktivieren. Atlan muss sich einige Male bemühen, damit der Countdown gestoppt wird. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern ist in seiner Folge auch ziemlich witzig. Dem Autor gelingt es durch schöne Beschreibungen, dass man sich gut in den Arkoniden hineinversetzen kann. So rollt man selbst mit den Augen, wenn der Kommandant der YATANA sich immer wieder dazu entschließt, das Raumschiff zerstören zu wollen. Atlan hinterfragt oft genug, ob dieses Vorgehen wirklich so ehrenhaft ist, was ich sehr gelungen finde.

Überrascht war ich, als herauskommt, dass eine dritte Partei an der Auseinandersetzung zwischen den Posbi und den Thetisern nicht nur beteiligt ist, sondern sie auch forciert. Die Hinweise sind geschickt platziert, ohne das ich sie gleich durchschauen konnte. Die unsichtbaren Gegner werden von Atlan als »Skorgonen« bezeichneten und erinnern stark an die Laurin aus der EA.

Atlan wäre nicht Atlan, wenn er nicht mit einer Frau anbändeln würde. Die Metak Taraka ist so etwas wie die Bordingenieurin, von ihr erfährt Atlan, dass die YATANA nicht den Thetisern gehört, sondern sie von ANDROS als Besatzung rekrutiert wurden. Über die Mission des Schiffes besteht Unklarheit, denn sie warten auf die Ankunft des Auserwählten, der die Mission führen wird. Taraka sieht in Atlan diesen Auserwählten und führt ihn gegen den Widerstand ihres Befehlshabenden zur Prüfung. Atlan besteht die Prüfung und wird vom Kommandanten zähneknirschend zum Missionsleiter ernannt. Die Figur der Taraka agiert mir stellenweise zu ambivalent, weil sich immer wieder gegen Atlan wendet. Das er mit ihr am Ende im Bett landet, hatte ich eigentlich schon viel früher erwartet.

Atlan scheint also tatsächlich von ANDROS geschickt zu sein, auch wenn der Arkonide keine Ahnung hat, wer ANDROS ist. Da fragte ich mich kurzzeitig, wieso er nichts von dem weiß, was Perry von den Memetern über ES und ANDROS erfahren hat?  Keine Überraschung war, dass auch Atlan von der Superintelligenz den Auftrag erhält, in die Sagittarius-Galaxie zu reisen. Doch im Gegensatz zu Perry Rhodan und Tuire Sitareh soll er verhindern, dass seine Freunde METEORA für sich gewinnen. Das legt nahe, das Atlan seinen Zellaaktivator vielleicht nicht von ES sondern von ANDROS hat. Das wäre wirklich mal eine alternative Entwicklung in NEO, die Spannung verspricht.

Die Handlung ist über weite Teile glaubwürdig und bildhaft erzählt. Einzig Atlans Aktion, als er ohne Schutzanzug durch das »sonnendurchflutete« Schiff wandelt, um die Skorgonen in eine Falle zu locken, war ein bisschen übertrieben. Nachdem die Skorgonen verschwunden sind und die Posbis mit dem Versprechen besänftigt wurden, Schiffstechnologie der YATANA zu erhalten, bricht das Schiff nach Sagittarius auf. Das ging mir wieder etwas zu schnell und zu leicht. Ich glaube nicht, dass sich die Posbis so einfach mit Versprechen abspeisen lassen. Auch was die Ziele der Skorgonen betrifft, bin ich nicht so richtig schlau aus ihnen geworden.

Die letzten Kapitel, in denen die YATANA vorzeitig aus dem Hyperraum geholt wird und in einem Fesselfeld um einen vagabundierenden Meteoriden festgehalten wird, scheint irgendwie aufgesetzt. Die seltsamen Löwenwesen mit der gestelzten Sprache und ihrem Gefasel um Pilgerreisen, störten die Harmonie, die der Handlung bis hierher innegewohnt hatte. Vielleicht hätte man in dem Fall auf den Cliffhanger verzichten sollen und dafür die Auflösung des Konfliktes zwischen den Posbi, den Skorgonen und den Thetisern ein weniger detaillierter zu beschreiben.

Ich kenne mich nicht so gut mit der britischen Serie »Dr. Who« aus. Ich habe nur eine Staffel gesehen, aber ich erkenne eine Dr. Who Folge, wenn ich eine lese. Und der Roman von Kai Hirdt enthielt nicht nur einen Hinweis (Schallschraubenzieher) darauf. Nette Idee!

Mit »Herr der YATANA« hat Kai Hirdt wieder einmal bewiesen, wie lebhaft man eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn ich bei »seinem« Atlan die Gelassenheit eines Zehntausendjährigen vermisst habe.

Der Spurhalteassistent fürs Fahrrad

Was es nicht alles gibt!

Als wir am vergangenen Wochenende durch die oberschwäbische Provinz fuhren, vorbei an Apfelbaum-Plantagen und schmucken kleinen Dörfern, fielen mir die Radwege rechts und links der Straße auf. Diese waren an beiden Seiten mit weißen Asphaltstreifen markiert, genauso wie die Bundesstraße, auf der wir entlangfuhren.

»Cool …«, sagte ich zu meinem Mann, »… hier haben sogar die Radwege Sicherheitsstreifen.«

Er wunderte sich darüber ebenso sehr wie ich.

Wahrscheinlich, so dachte ich, haben die einfach zu viel Geld, denn der Radweg zwischen den kleinen Ortschaften war sogar noch mit einer Beleuchtung versehen. Dann kam mir eine Idee, wozu die Streifen nützlich wären. »Vielleicht gibt es hier Spurhalteassistenten für Fahrräder«, platzte ich mit meinen Gedanken heraus. »Na ja, stell dir mal vor, wenn die nach dem Konsum von zu viel Apfelwein nach Hause radeln, können die so einen Spurhalteassistent doch gut gebrauchen.

Mein Mann lachte und ich stellte mir lächelnd einen angesäuselten Menschen vor, der mit Mühe und Not den Lenker seines Fahrrades gerade halten kann. Dem würde so eine Erfindung helfen, sicher nach Hause zu kommen, und den restlichen Verkehrsteilnehmern natürlich auch.

Star Trek am Bodensee

Am Steuer der Enterprise

Vergangenen Samstag waren wir in Sachen STAR TREK unterwegs. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir los, um bis zum Mittag in Friedrichshafen am Bodensee zu sein. Dort trafen wir uns mit Teilen des Münchner Trekdinners. Gemeinsam wollten wir die STAR TREK-Ausstellung im Dornier Museum besuchen. Auf Grund diverser Staus kamen wir erst kurz vor eins an. Die anderen warteten bereits auf uns.

Bevor wir ins Museum reingingen, machten wir ein Gruppenfoto vor dem Senkrechtstarter, der auf dem Platz vor dem Eingang steht. Drinnen wurde noch ein Foto vor den Pappaufstellern gemacht, die Karten gekauft und dann ging es schon los.

Die Ausstellung war wie ein Holodeck gestaltet, zumindest sollten die gelben Gitterlinien an Wänden und am Boden das simulieren. Die Ausstellungsstücke stammten meist von Martin Netter, dem Sammler aus der Nähe von Hannover. Es gab aber auch Leihgaben aus dem Hermann Oberth Museum in Feucht und der ESA. Es gab auch einen Nachbau einer Brücke aus der Classic Serie. Hier konnte man auf dem Captain-Sessel mit einer Virtual Reality-Brille ein Abenteuer erleben. Darauf habe ich aber auf Anraten der Museumsangestellten verzichtet. Bei meinem Hang zur Motion Sickness ist so ein Trip nicht zu empfehlen. Mir wird ja sogar im Planetarium schlecht, wenn sich der Himmel über mir dreht.

Die Ausstellung war nicht sehr groß und ich wäre wahrscheinlich enttäuscht gewesen, wenn wir nur den Eintritt für die Ausstellung genommen hätten. Doch so hatten wir den Eintritt für das ganze Museum bezahlt und konnten uns auch die vielen Flugzeuge im Hangar und im Außenbereich ansehen. Besonders gefiel mir, dass man alles anfassen und Flugzeuge auch betreten konnte. Nicht so überragend war die kulinarische Betreuung. Am Eingang wurde groß Werbung für die STAR TREK-Gerichte gemacht, die es im Museumsrestaurant geben sollte, und dann machen die um 14 Uhr Küchenschluss, obwohl das Museum erst um 17 Uhr schließt. Als wir dann zwanzig vor Drei wenigstens ein Stück Kuchen bestellen wollten, gab es nur noch ein Stück. Das überließ ich meinem Mann und aß dafür ein Dessert im Glas, das vom Mittag noch übrig war.

Das eigentliche Highlight des Museums ist aber der Flugplatz vor dem Gebäude. Hier starteten und landeten hin und wieder größere und kleinere Maschinen. Auch der Zeppelin kam alle Stunde vorbei, um Passagiere auszuspucken und neue aufzunehmen. Wie ein Zeppelin startet und landet, sieht man auch nicht alle Tage. Ein Großeinkauf im Museumsladen rundete den schönen Nachmittag ab. Während die Münchner noch in ein nahegelegenes Restaurant zum Essen gingen, fuhren wir weiter nach Ulm. Dort besuchten wir Verwandtschaft und feierten am nächsten Tag noch den Geburtstag der Nichte meines Mannes, bevor wir uns wieder auf den Weg gen Heimat machten.

Sandra hat in ihrem Blog vom Trekdinner Event in Friedrichshafen berichtet, mit vielen Fotos.