Seit 1000 Bänden im Perryversum

Uwe Anton auf dem AustriaCon 2016 in Wien

Uwe Anton – der Autor feiert dieser Tage ein besonderes Jubiläum. Vor genau 1000 Bänden stieg er in die PERRY RHODAN-Serie ein. Mit Band 1922 »Die Solmothen« erschien am 23. Juni 1998 sein erster Heftroman. Davor hatte er bereits mehrere Taschenbücher für PERRY RHODAN verfasst. Jahre später war er lange Zeit sogar als alleiniger Exposéautor für die Serie tätig.

Bereits auf dem AustriaCon kündigte er an, dass er unbedingt den Heftroman mit der Nummer 2922 schreiben möchte. Sein Wunsch fiel bei der PR-Redaktion auf fruchtbaren Boden und so erscheint in dieser Woche »Die Nacht der 1000« (Band 2922). Sogar im Titel taucht die 1000 auf und deutet auf die Besonderheit des Romanes hin.

Uwe Anton gehört zu den langjährigen Stammautoren im Team. Der Autor, der schon seit frühester Jugend vorwiegend Science Fiction und Horror schreibt, arbeitet neben seinem Job bei PERRY RHODAN vor allem als Übersetzer. Sehr viele Disney-Comics aus Entenhausen tragen seine Handschrift, außerdem gehen viele Star Trek-Romane aus dem Heyne-Verlag auf sein Konto. Er verriet einmal, dass er viele der Romane so massiv bearbeiten musste, dass die Übersetzung am Ende besser war, als das Original.

Durch sein umfangreiches literarisches Fachwissen verfasste er viele Sachbücher, unteranderem zu Stephen King und Philip K. Dick aber auch eine Star Trek-Enzyklopädie vom Heyne-Verlag (welche bei mir im Regal steht).

Uwe Anton ist nicht nur ein vielbeschäftigter Autor, sondern auch einer der Dozenten an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Weil ihm der Autoren-Nachwuchs am Herzen liegt, ist er dort mit großer Begeisterung und viel Herzblut dabei.

Ich möchte Uwe an dieser Stelle für sein Durchhaltevermögen gratulieren und Danke sagen, für die vielen Romane und Ideen, die er in den 1000 Bänden zum Perryversum beigesteuert hat.

Resonanzlos unglücklich

Jeder der etwas für andere schafft, kennt sicher dieses Gefühl. Man stellt etwas hin, in das viel Herzblut geflossen ist, das vielen Menschen dienen oder ihnen Freude bereiten soll, doch man bekommt nichts zurück, kein Danke, kein Lob, noch nicht mal Kritik. Dabei wäre mir Letzteres sogar lieber als diese frustrierende Leere. Für uns Schaffende aus dem Fandom ist es inzwischen Alltag geworden, man müht sich mit einem Fanzine ab, einem Fan-Roman oder einem Magazin. Doch die Reaktion der Leser bleibt aus. Dabei wäre es so einfach. Eine E-Mail ist schnell geschrieben, ein Eintrag in einem Forum oder bei Facebook noch viel schneller. Doch stattdessen … Schweigen.

Auch Heftroman-Serien wie PERRY RHODAN leben unteranderem von der Reaktion der Leser. Vielleicht sind sie nicht ganz so abhängig, solange die Hefte noch gekauft werden. Schließlich geht es auch in einem Verlag am Ende nur um schwarze und rote Zahlen. Aber wenn es keine Leser mehr gibt, die an die Redaktion schreiben, die ihre Meinung und Kritik zu den Romanen äußern, kann es auf kurz oder lang keine LKS (Leserkontaktseite) mehr geben. Manchmal hilft da oft nur ein Skandal, um die Massen zu einem Feedback zu bewegen. Zum Beispiel indem man die LKS einfach mal weglässt. Zuletzt geschehen in drei Heftromanen der vergangenen Wochen (eigentlicher Grund war die Überlänge der Romane). Plötzlich kamen sie aus den Löchern gekrochen. Ein Aufschrei ging durchs Fandom: »Wieso gibt es keine LKS mehr und überhaupt, das geht doch nicht … der böse Verlag will doch nur sparen.« Tja, hat vielleicht einer Derjenigen, die dort besonders laut gerufen haben, einmal darüber nachgedacht, dass es auch an der mangelnden Resonanz liegen könnte. Das vielleicht immer weniger Briefe oder E-Mails die PERRY RHODAN-Redaktion erreichen, dass man schlicht keine Leserbriefe mehr abdrucken kann, weil es keine mehr gibt.

Über die Jahrzehnte hinweg scheinen die Fans träge geworden. Das war schon im STAR TREK-Fandom vor fünfzehn Jahren so, damals starben die gedruckten Fanzines, um eine kurze Blüte im Internet zu erleben, bevor auch diese Internetseiten im Sumpf der Sozialen Netzwerke versackten. Wir sind zu einem Volk von Medienkonsumenten verkommen. Wir verschlingen alles, ohne etwas zurückzugeben.

Aus diesem Grund sind solche Institutionen wie die LKS oder die Clubnachrichten in den PERRY RHODAN-Heftromanen so wichtig für uns Macher. Vor allem bezüglich der Clubnachrichten meinen viele Fans, dass man darauf verzichten sollte. Ich sage: Nein, dass sollte man nicht! In Zeiten in denen Aktive keinerlei Rückmeldung zur eigenen Arbeit bekommen, sind die Clubnachrichten die letzte Bastion. Hermann Ritter widmet sich dort der Arbeit der Fans, indem er ihre Magazine, Fanzines und Newsletter bespricht. Für manchen von uns ist es inzwischen die einzige Bestätigung, die wir für unsere Arbeit bekommen. Aber jemand der nur konsumiert, kann das natürlich nicht nachvollziehen.

Angesichts dieser Situation wundere ich mich, dass es doch noch so viele von uns gibt, die für das Fandom arbeiten. Die ihre Kreativität nutzen, um anderen Freude zu bereiten, ohne selbst dafür entlohnt und gewürdigt zu werden.

Es scheint ein grundsätzliches Problem unserer Gesellschaft zu sein: Wenn etwas nichts kostet, dann ist es nichts wert.

Verkehrsinfarkt

Seit Freitagabend frage ich mich, ob es eigentlich noch sinnvoll ist, längere Strecken mit dem Auto zu fahren und wie lange es noch dauert  bis auf unseren Straßen nichts mehr voran geht.

Normalerweise nehmen wir immer den Zug, wenn wir meine Eltern in Thüringen besuchen. Am Freitag fuhren wir mit dem Auto, weil mein Mann sich mit dem neuen Wagen vertraut machen und eine längere Strecke fahren wollte.

Wir haben die Entscheidung bitter bereut. Es war die schlimmste Autofahrt seit Jahren, weil wir kaum vorankamen. Das erste Mal standen wir bereits zwanzig Minuten nach dem wir losgefahren sind, auf der Bundesstraße innerhalb einer Ortschaft. 50 Kilometer weiter in Ebersberg das gleiche Spiel. Stau und Schrittgeschwindigkeit durch den Ort wegen einer Baustelle auf der B304. Weil auf der A99 mehrere Kilometer Stau durchgesagt wurden, gondelten wir zwischen Markt Schwaben bis Garching durch die Pampa und brauchten von zuhause bis zur A9 hinter München volle drei Stunden, statt eineinhalb. Auf der Autobahn ging es dann einigermaßen vorwärts, obwohl es proppenvoll war. Ständig gab es Geschwindigkeitsbeschränkungen wegen Staugefahr. Ab Greding standen wir dann zuerst in einem selbstproduzierten Stau, durch diejenigen, die wegen der Stauwarnung abfahren wollten und dann in der Ausfahrt standen. Später dann der Stau wegen einer Baustelle, bei der nicht ein einziges Baufahrzeug zu sehen war. Hier verloren wir mehr als eine Stunde. In Feucht hielten wir kurz an einer völlig überfüllten Raststätte um zur Toilette zu gehen, dann ging es weiter zum nächsten Stau an der Überleitung von der A3 zur A9. Und wieder eine Viertelstunde weg. Der Verkehr nahm kein Ende, obwohl es immer später wurde. In Plech machten wir eine kurze Rast und glaubten das Schlimmste überstanden zu haben. Denkste, denn vor Bayreuth wartete die nächste Baustelle und der nächste Stau. Dazwischen immer wieder dichter Regen, null Sicht und weitere Baustellen.

Als wir dann eineinhalb Kilometer vor der Ausfahrt in Lobenstein in einen Stau gerieten, in dem sich dann kaum noch etwas bewegte, verlor ich kurzzeitig die Nerven. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich am liebsten ausgestiegen und auf dem Standstreifen bis zur Ausfahrt gelaufen. Noch lieber aber hätte ich jene Autofahrer aus dem Auto gezerrt und verprügelt, die über die Raststätte abkürzten und dadurch die rechte Spur fast zum Erliegen brachten, weil sie sich vorn wieder rein drängelten. Mein Mann musste beruhigend auf mich einwirken, obwohl er es war, der seit acht Stunden am Steuer saß.

Zumindest die letzten 50 Kilometer Landstraße verliefen ohne größere Vorkommnisse, von den Rasern mal abgesehen, die uns im Dunkeln an den unmöglichsten Stellen überholten.

Nach elf Uhr abends kamen wir nach neun Stunden Fahrt endlich an. Normalerweise brauchen wir fünf maximal sechs Stunden für die 450 Kilometer. Zum Glück waren wir mit einem Hybrid unterwegs, der seine Vorteile im Stau voll ausspielen konnte. So kamen wir nur auf einen Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern. Mit unserem Corsa hätten wir sicher mehr verbraucht.

Aber mal ehrlich, so macht Autofahren keinen Spaß mehr. Die Straßen waren selbst spät in der Nacht noch brechend voll, die LKWs in den Raststätten standen so dicht, dass man mit dem Auto kaum durch kam und parkten mitunter auf dem Beschleunigungsstreifen. Nervig waren vor allem die vielen Endlosbaustellen, an denen man nicht auf ein einziges Baufahrzeug traf. Muss man während der Ferienzeit, wo ohnehin schon viel Verkehr ist, auch noch eine Baustelle nach der anderen eröffnen? Gibt es da nicht andere Zeiten, an denen weniger los ist? Noch nerviger aber waren jene Autofahrer, die rücksichtslos abkürzten sich reindrängelten, mehrfach die Spur wechselten, in der Hoffnug schneller voranzukommen und damit den Stau eigentlich nur schlimmer machten bzw. an manchen Stellen sogar weitere Staus verursachten.

Uns droht in den nächsten Jahren der Kollaps, wenn das so weitergeht. Unsere Straßen können so viele Autos einfach nicht mehr verkraften. Unsere rollenden Lager in Form von LKWs haben inzwischen eine Dimension angenommen, die untragbar geworden ist. Irgendwann kommt der Punkt, an dem alles steht und keiner mehr vorankommt. Ich glaube, sehr weit sind wir nicht mehr davon entfernt.

EVAU mit Perry

Quelle: evau-mag.de

Diese Woche trudelte es bei mir ein, das neue EVAU-Magazin, das sich mit der Vereinswelt in Deutschland beschäftigt.

Wahrscheinlich hätte ich die Publikation gar nicht wahrgenommen, wenn es im Magazin nicht einen tollen Artikel zu PERRY RHODAN gäbe. Nils Hirseland, mein Stellvertreter in der SOL-Redaktion, erzählte mir schon vor Monaten von einem Interview, das er den Machern des EVAU gegeben habe. Vergangene Woche berichtete dann auch die PERRY RHODAN-Redaktion davon und zeigte die tolle Infografik, die sich die Autoren und Grafiker des Beitrags ausgedacht haben. Auf einem Altarfalz versuchen sie das ganze Perryversum abzubilden. Und ich finde es großartig visualisiert. Natürlich könnte man einwenden, das hier und da etwas fehlt, aber ehrlich, wo soll man bei PERRY RHODAN anfangen und wo aufhören, das Universum ist einfach zu komplex. Der PERRY RHODAN Online Club e.V und die PERRY RHODAN FanZentrale e.V werden erwähnt und auch die SOL findet als Magazin Eingang in die Grafik. Das freut mich als Mitglied der PRFZ und als Chefredakteurin der SOL natürlich. Einige Fans könnte ein Diagramm der Infografik interessieren, da werden die Verkaufszahlen der EA denen von NEO und den Taschenbüchern gegenübergestellt. Auch die E-Book-Verkäufe finden sich dort wieder. Spannend!

Andere Beiträge im Heft beschäftigen sich mit Vereinen für Blasmusik, Rollenspielen, Sport, Natur- und Tierschutz, dem Sammeln von Streichholzschachteln und vielem anderen mehr. Politisch wird es im Beitrag »Rote Socken im Grünen«. Der Autor berichtet aus der Geschichte der NaturFreunde – von Sozialismus bis TTIP. Und es gibt einen interessanten Artikel über eine Sterbebegleiterin.

Alles ist bunt und ansprechend gestaltet und bietet einen guten Querschnitt durch die deutsche Vereinslandschaft. Was mir besonders auffiel: trotz der 90 Seiten und des dicken Papiers ist das Heft unglaublich leicht.

Das EVAU-Magazin kostet 11 Euro und ist im Zeitschriftenhandel erhältlich. Man kann es aber auch auf der Internetseite des Magazins direkt bestellen. Bis zum 13. August bekommt man dort 10% Rabatt, wenn man den Code: »Mausbiber« eingibt.

Das Video der PERRY RHODAN-Redaktion verlinke ich auch gleich, damit man einen Eindruck von der Infografik bekommt.

Mädchensorgen

Quelle: Amazon

Eigentlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe des Films »Freche Mädchen«. Zum einen, weil ich gut dreißig Jahre zu alt bin und zum anderen, weil ich in der Schule nie frech war. Aber der Streifen von 2008 hat mir dennoch viel Spaß bereitet.

Es geht um drei beste Freundinnen, die zusammen in eine Klasse gehen. Die drei fünfzehnjährigen haben allerlei Probleme mit der Schule, dem Elternhaus und natürlich mit Jungs. Mila, die Hauptfigur lebt bei ihrer chaotischen Mutter (genial besetzt mit Anke Engelke) und muss mit ansehen, wie sich ihre Freundinnen nacheinander verlieben, während sie mit den pickeligen Jungs von der Schule nichts anfangen kann. Bis plötzlich Pit Winter (David Rott) vor ihr steht, und sie sich unsterblich in diesen Traummann verliebt. Dumm nur, dass er der neue Referendar der Klasse ist und auf einer Elternversammlung mit ihrer Mutter anbändelt …

Der Familienfilm hält neben lustigen Dialogen und einem ins Ohr gehenden Soundtrack viele schöne Szenen bereit. Mit viel Witz und Gefühl schildert er die Sorgen und Nöte von Teenagern in den Zweitausendern. Das ist auch für Menschen jenseits der Dreißig durchaus unterhaltsam, weil man sich an die eigene Jugend zurückerinnert. Eine Augenweide ist David Rott als smarter Referendar, der sich als totaler Langweiler entpuppt und am Ende von Mila bloßgestellt wird. Toll gespielt ist seine Verwandlung in einen kauzigen Greis, der aus den Lehrbüchern diktiert.

Die restliche Besetzung liest sich wie das WhoisWho der deutschen Comedyszene, denn mit von der Partie sind neben Anke Engelke, Piet Klocke, Michael Kessler, Armin Rohde und Christian Tramitz. Überzeugend spielen auch die jungen Darstellerinnen, allen voran Emilia Schüle als Mila.

»Freche Mädchen« basiert auf Romanen von Bianka Minte-König aus der Bücherreihe »Freche Mädchen – freche Bücher« und ist ein schöner Film für einen ruhigen Fernsehabend. Immer möchte ich solche Filme nicht sehen, dafür sind sie mir zu seicht, aber hin und wieder darf man sich das leisten.

Was ich besonders bemerkenswert finde ist, dass die Autorin erst mit 49 Jahren anfing Kinder- und Jugendbücher zu schreiben und erst dann richtig erfolgreich wurde.

Ein Angebot von einem Hacker an einen Hacker

Jeder, der einen eigenen Blog betreibt, wird sie kennen, die Spam-Kommentare, die täglich hereinkommen und den Kommentarbereich vermüllen. Da hilft eigentlich nur ein gutes Plug-In, das die Spam-Flut gleich in den Spam-Ordner leitet. Manchmal aber mischen sich dennoch seltsame Anschreiben unter die Kommentare. Meist sind das irgendwelche Links, die zu fragwürdigen Webseiten führen, von denen ich gar nicht wissen will, was sie beinhalten.

Dieser Tage erreichte mich aber ein Kommentar, der scheinbar oder anscheinend (da bin ich mir nicht so sicher) tatsächlich direkt an mich geschrieben wurde. Darin preist jemand einen befreundeten Hacker und dessen Dienste an. Das Repertoire des Computerspezialisten umfasst das Hacken von E-Mail-Konten und Social-Media-Accounts, das Manipulieren von Schul- bzw. Notendatenbanken (als ob das was bringen würde), Zugriffe auf Unternehmenssysteme, Bankkonten, Kreditdaten und fremde Kreditkarten sowie die Überwachung von Telefon- und E-Mail-Konten.

Nicht, dass ich das in irgendeiner Form gebrauchen könnte. Ich fand es vor allem deshalb spannend, weil sich der Betreffende einen Beitrag in meinem Blog ausgesucht hat, der inhaltlich zu diesem Angebot zu passen scheint. Selbst die E-Mail-Adresse, die man im Fall der Fälle kontaktieren soll, besteht nicht aus irgendwelchem Kauderwelsch, sondern macht richtig was her. Und auch, dass das Spam-Plug-In den Beitrag nicht als Spam markiert hat, deutet darauf hin, dass sich hier jemand richtig Mühe gemacht hat. Na ja, bis auf die deutsche Rechtschreibung – das und der kriminelle Inhalt überführt wiederum den Autor des Kommentars als fadenscheinig.

Witzig fand ich, dass hier einem Hacker (mir) die Dienste eines Hackers unterbreitet wurden – ein sehr schönes Wortspiel. Dennoch, solche fragwürdigen Kommentare landen letztendlich dann doch im Spam-Ordner und die E-Mail-Adresse wird für alle Zeiten gesperrt.

Was ich mich bei alldem ja immer wieder frage: gibt es tatsächlich Leute, die auf solche Angebote eingehen und tatsächlich E-Mails an diese Adressen schicken? Und was passiert dann? Meldet sich jemand oder wird am Ende nur die E-Mail-Adresse gekapert, verkauft und keine drei Tage später hat man den Spam auch noch im E-Mail-Postfach?

Neu bestromt

Es gab einen guten Grund, warum ich gestern nicht gebloggt habe. Wir haben endlich unser neues Auto in Empfang nehmen können.

Es leuchtete schon von Weitem. Das einzige blaue Auto auf dem Hof des Autohändlers. Nach dem wir jetzt sechs Jahre ein weißes Auto gefahren haben, muss ich mich erstmal dran gewöhnen. Es bekommt aber noch ein weißes Dach, weil das Schwarze im Sommer unpraktisch ist, da wird es zu heiß im Auto.

Schon im Januar klagte mein Mann, er würde gern ein neues Auto kaufen. Ich war von der Idee nicht so begeistert. »Wieso denn, es fährt doch und es ist noch nicht so alt«, waren meine Argumente. Noch im März versuchte mich mein Mann davon zu überzeugen, in dem er mir vorrechnete, was wir für unser Auto bekommen würden. Ich verstand trotzdem nicht, warum wir ein neues Auto brauchen. Doch da begann der Diesel-Abgas-Skandal und unser Auto verlor innerhalb eines Monats 1000 Euro an Wert. Da wachte ich endlich auf und wir gingen zum Autohaus und bestellten den Wagen, den sich mein Mann in Stundenlanger Recherche am Computer konfiguriert hat.

Jetzt ist er da und von der Motorisierung sind wir jetzt richtig umweltfreundlich. Das neue hat nämlich einen Hybridantrieb. Kein Diesel mehr, weniger Verbrauch (auch wenn bisher unser Corsa mit 4 Litern nicht wirklich viel geschluckt hat) und keine Befürchtung, dass man aus den Städten ausgesperrt werden könnte.

Am Freitag starten wir unsere erste größere Tour. Ich werde davon berichten und mit einem Foto dokumentieren.

Es soll Männer geben, die sich extra Geruchsspray mit Neuwagen-Duft kaufen. Also ich finde den Geruch von neuen Autos widerlich. Jedes Mal hat man die Nase voller Kunststoff, wenn man ins Auto steigt. Wie man sowas mögen kann, ist mir unbegreiflich.

Der Sportsgeist der Jugend von 2017

Ich warte im Fahrradladen. Hinter mir ein Mann um die Sechzig im Fahrradtrikot, der irgendein Ersatzteil in der Hand hält. Vor mir bedient der Ladenbesitzer eine junge Frau.

Sie ist höchstens fünfundzwanzig, schlank, braungebrannt und hübsch. Vor einer Reihe sportlich aussehender Mountainbikes erklärt ihr der Verkäufer die unterschiedlich Typen und Reifenbreiten. Sie entscheidet sich für ein Rad und fragt, ob sie eine Runde damit fahren dürfte.

»Klar doch«, meint der Verkäufer und fügt hinzu: »aber ich geb dir lieber einen frischen Akku mit, damit du unterwegs nicht stehenbleibst.«

Hinter mir stöhnt der Sechzigjährige auf. »Ja, Kruzitürken, jetzt will sich die Jugend nicht mal mehr beim Radlfahren anstrengen. Da können sie sich doch gleich ein Mofa kaufen.«

Ich grinse vor mich hin. So unrecht hat der Mann nämlich nicht. Ein Mountainbike ist für mich in erster Linie ein Sportgerät. Ein Mountainbike mit Elektromotor ist … nun ja … eigentlich kein richtiges Fahrrad mehr. Ich kann verstehen, wenn sich ältere Leute ein Pedelec zulegen. Bei City- oder Hollandrädern ergeben Hilfsmotoren einen Sinn. Aber nicht bei einem Mountainbike. Also bitte … das ist doch so, als wolle man Gewichte stemmen und stelle sich rechts und links zwei Bodybuilder hin, die die Hantelteller halten, während man den Stab auf und ab bewegt.

Der Verkäufer überhört die Bemerkung geflissentlich, die junge Frau ist eh schon mit dem Fahrrad vor die Tür gegangen. Aber die Zustimmung der drei anderen Kunden, die noch im Laden stehen, hat der Mann im Raddress sicher. Meine eingeschlossen.

Als ich dann mitbekomme, was das Rad kosten soll, wird mir kurzzeitig schwindlig. 3000 Euro kostet so ein E-Bike. Und ich wette, dass die junge Frau nochmal so viel Geld im Jahr für den Besuch im Fitnessstudio ausgibt. Irgendwo muss sie ja trainieren, wenn sie es schon nicht auf dem Fahrrad tut.

Eine Serie, ein Film und fragwürdige Vorwürfe

Am 4. August jährte sich die Premiere des ersten und einzigen PERRY RHODAN-Films zum fünfzigsten Mal. Heise-Online widmete dem Jubiläum einen Artikel, der die Entstehung des Films und dessen Scheitern an den deutschen Kinokassen dokumentiert.

Die Premiere fand in Italien statt, wo der Film auch produziert worden war. Als Produzent agierte der Münchner Ernst von Theumer, ein Spezialist für preiswerte Actionsfilme und als Drehbuchautor verpflichtete man Karl-Heinz Vogelmann. Der nahm die Geschichte aus den ersten Heftromanen fügte noch ein bisschen Herzschmerz und einen fadenscheinigen Bösewicht hinzu und machte aus einem ernsthaften Science Fiction-Stoff ein billiges Gaunerstück. Das schlechte Drehbuch war dann auch der Ausgang allen Übels und dass der italienische Regisseur Primo Zeglio das Genre überhaupt nicht kannte, verbesserte die Situation nicht. Billig waren auch die Tricks, die selbst für die damalige Zeit unterirdisch waren. Wenn man vergleicht, mit welch großartigen Effekten der zehn Jahre zuvor in den USA produzierte Film »Forbidden Planet« ausgestattet worden war, so kann man heute noch den Kopf darüber schütteln. Da fehlten wohl nicht nur das Geld, sondern auch große Ideen.

Es kam wie es kommen musste: der Film floppte, vor allem bei den PERRY RHODAN-Fans der damaligen Zeit. Kaum einer konnte sich mit den gezeigten Helden und ihrer Geschichte identifizieren, während Normalbürger dem Film nicht so negativ gegenüberstanden. Noch heute blicken Fans beschämt zu Boden, wenn man auf den Film zu sprechen kommt. Vor ein paar Jahren lief er im Rahmen der SchleFaz-Reihe (»Die schlechtesten Filme aller Zeiten«) bei Tele 5 und wurde von Oliver Kalkofe in ganzer Linie verspottet. Das Beste am Film ist für mich immer noch Thora, gespielt von Essy Persson. Diese Figur ist als einzige überzeugend umgesetzt und trifft den Ton der Heftromane.

Seit Jahrzehnten harrt die Fangemeinschaft nun einer neue Verfilmung des Perryversums. Bernd Eichinger besaß die Rechte und hat bis zu seinem Tod nichts daraus gemacht. Nun liegen sie bei der Firma Casascania von Regisseur und Produzent Marcus O. Rosenmüller. Doch auch da bewegt sich wenig. Wahrscheinlich mangelt es auch hier eher am Geld als an Ideen. Vielleicht sollte man als Fan die Tatsache, dass es vielleicht keinen neuen PERRY RHODAN-Film geben wird, positiv betrachten. Jeder hat seine eigene Vorstellungen von Perry Rhodan, wenn die Perspektiven anderer erst einmal als Film im Raum stehen, so wird unweigerlich die eigene Imagination mit den Filmbildern überlagert. Spätestens dann geht es uns allen so wie den Tolkien-Fans bei Herr der Ringe. Plötzlich hat man beim Lesen von Tolkiens Werk nur noch die Filmbilder im Kopf. Kein so erstrebenswerter Gedanke, wie ich finde.

Zurück zum Beitrag bei Heise. Der Artikel bietet für einen eingefleischten Perryfan eigentlich nichts Neues. Spannend wird es nur zum Schluß, in Form eines eingebetteten Videos. Es handelt sich dabei um einen Ausschnitt aus einer Monitor-Sendung von 1969, in dem es um die PERRY RHODAN-Serie geht. Dort wird über die Macher Schimpf und Schande ausgeschüttet. Faschistoid, menschenverachtend, verdummend und jede Menge weitere Vorwürfe hageln auf die Autoren und den Verlag nieder. K.H. Scheer begegnet den Vorurteilen mit kühlem Verstand. Auch Walter Ernsting und ein sehr junger William Voltz sind in dem Filmdokument zu sehen. Außerdem zwei Fans, die man wohl extra wegen ihres offensichtlichen Haschischkonsums ausgewählt hat, um am lebenden Beispiel zu zeigen, wie sehr die Serie der Jugend schadet. Heute über 2000 Heftromane später entkommt dem Fan angesichts solcher Bild- und Ton-Dokumente nur noch ein überlegenes Grinsen. Die Verfasser des Beitrags haben damals sicher keinen PERRY RHODAN-Heftroman zuvor gelesen, sondern sich nur an den militärisch ausgerichteten Titelbilder aufgezogen, sonst hätten sie nicht solchen Mist erzählt.

Wer sich selbst davon überzeugen will, kann das hiermit gern tun.

Auf Shoppingtour

Eigentlich bin ich eine völlig untypische Frau. Zum Beispiel bin ich überhaupt nicht shoppinggeil, wenn es um Klamotten, Schuhe und Handtaschen geht. Bei Bastelsachen und Perlen sieht es dagegen ein bisschen anders aus. Aber auch das hat schwer nachgelassen, seit ich dem Schreiben mehr Spielraum in meinem Leben eingeräumt habe. Normalerweise kaufe ich nur ein, wenn ich etwas wirklich brauche. Spontankäufe mache ich höchst selten. Und in dem Dorf, in dem ich lebe, hat man ohnehin nicht so viele Möglichkeiten.

Bei meinem Mann ist der Drang zum Einkaufen schon stärker ausgeprägt, aber auch das hält sich in Grenzen. Heute haben wir jedoch eine Ausnahme gemacht. Kurzentschlossen sind wir am Nachmittag zum Shoppen gefahren, wie es so schön heißt. Ganz einfach weil … mein Mann seit Wochen ungeduldig auf die Lieferung unseres neuen Autos wartet. Wir haben das Auto im Mai bestellt und der Händler in Norddeutschland hatte es auch schon Anfang Juli erhalten. Das der Transport von dort bis zu uns so lange dauert, konnte ja keiner ahnen. Es sollte bis zum 27. Juli geliefert werden, aber die Spedition bekommt es irgendwie nicht auf die Reihe und so kommt es wahrscheinlich erst in der nächsten Woche. Ich kann verstehen, dass dies frustrierend ist, vor allem für meinen autoaffinen Mann. Jedenfalls meinte er heute nach dem Mittagessen: »Komm, lass uns zum Mediamarkt fahren und eine Kamera und ein iPad kaufen. Ich brauche unbedingt ein neues Spielzeug, wenn ich schon so lange auf das Auto warten muss.«

Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Wir nutzten gleich die Gelegenheit, um vorher noch kurz ins Kaufland zu schauen, wo wir dann mehr für meine Eltern einkauften, als für uns selbst. Anschließend fuhren wir zum Mediamarkt und fanden auch gleich, was wir suchten … nur keinen Verkäufer. Auf der Suche nach jemanden, den man fragen konnte, gingen wir am Regal mit den Handys und Smartphones vorbei. Und da lächelte es mich an … ein iPhone SE – klein, rosa und zu einem vernünftigen Preis (günstiger als bei Amazon).

Nachdem mein zehn Jahre altes Nokia in der letzten Zeit häufig Aussetzer hatte und ich den Akku inzwischen fast alle vier Tage laden muss, ohne das ich telefoniere, bin ich gezwungen, mir so langsam mal ein neues Mobiltelefon zuzulegen. Und nein, keines der normalen Handys, die dort im Regal lagen, übte auch nur den Hauch eines Reizes auf mich aus. Nur das kleine rosa Ding von Apple strahlte mich an. Machen wir es kurz – ich wurde schwach. Leider hatte diese Filiale es nicht mehr in rosa vorrätig, aber man hat es für mich bestellt. In zehn Tagen kann ich es dort abholen und bin dann Smartphone-Besitzerin.

Hm! Ich habe mich ja lange gewehrt, aber letztendlich komme ich um den Kauf eines Smartphones nicht herum. Seien wir ehrlich, heutzutage ist man ohne so ein Teil aufgeschmissen, vor allem, wenn man wie ich, öfter mit der Bahn fährt. Und wenn es dann auch noch so schick aussieht … nun ja, da kann man als Frau einfach nicht nein sagen, oder?