Leck mich am Leben

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Hrgb. Frank Willmann, Leck mich am Leben – Punk im Osten, erschienen im Verlag Neues Leben

„Geschichten zum Punk zwischen Suhl und Sassnitz, zwischen Warschau und Budapest“ – betitelt sich das Buch, das ich mir in den letzten Tagen „reingezogen“ habe, oder besser, das mich eingesaugt hat. Denn es eröffnete mir ein völlig unbekanntes Kapitel einer Vergangenheit, die eigentlich meine sein müsste, aber nicht ist. Schon der Umschlagtext liest sich spannend: … 32 Autoren erzählen von einer „ganzheitlich distanzieren Generation“ und einem „politischen Phänomen vor popkulturellem Hintergrund“. Und von Spaß, Rebellion und Lebenshunger. Von Wut und Provokation. Von Musik, Partys und den anderen Bands. Von Typen und Exoten und davon, was den braven Bürger auf die Palme brachte. Und die Sicherheitsorgane auf den Plan rief. …

Die unterhaltsame Sammlung von Beiträgen zur Punk-Szene in der DDR und den Ostblockstaaten, war für mich ein Quell an Informationen, erschütterte aber auch meine beschränkte Sichtweise auf einen Staat, der fünfzehn Jahre lang auch meine Heimat war und über den ich weit weniger weiß, als ich bisher dachte.

Die Beiträge reichen von Berichten und sozialwissenschaftlichen Abhandlungen über Gedichte bis hin zu kleinen Geschichten, bei denen der Wahrheitsgehalt nur schwer zu fassen ist. Doch wenn mir, wie bei „Uhrwerk Mensch“ von Anne Hahn kurz vorm Finale die Tränen in den Augen stehen, sodass ich das Buch in der S-Bahn verschämt zur Seite legen muss, spielt das für mich keine Rolle mehr. Auch Veit Pätzugs „Moses und The Fickschnitzels“ und Michael Kröcherts „Nachrichten von neuen Sternen“ haben mich ähnlich emotional kompromittiert. Bei Jörg Dietrichs „Das ist Punk, Alter!“ – eine Geschichte über einen Querschnittsgelähmten Punker, dessen Freunde alles tun, damit er weiterhin am Leben teilnehmen kann – musste ich oft schmunzeln, obwohl das angesichts des ernsten Themas eigentlich nicht zum lachen sein sollte. Erfrischend fand ich die Erzählung von Jan Off – „Zonenrand- Schlaraffenland: 0:6“- in dem er die Sichtweise eines westdeutschen Punks auf die ihm unbekannte Ostdeutsche Punkszene beschreibt, die seine Vorurteile sehr schnell ab Absurdum führt. Erwähnenswert sind auch die Auszüge aus dem unveröffentlichten Roman: „Am Ende warn wir schon“ von Ole Giec. Den würde ich gern mal lesen, sollte er irgendwann veröffentlicht werden.

Man erfährt auch von Persönlichkeiten der ostdeutschen Punkszene, die sich nicht nur über Musik, sondern auch sehr oft über Kunst definiert hat. Namen wie „Matthias“ BAADER Holst und Katarina Gajdukowa waren mir bis zu diesem Zeitpunkt fremd.

Die vielen Schicksale über die in „Leck mich am Leben“ gesprochen wird, zusammen mit den Informationen rund um die Szene und ihrem beständigen Kampf gegen ein totalitäres Regime, das keine Abweichung von der Norm akzeptierte, hat mir eine andere DDR gezeigt, als die, die ich kennengelernt habe. So gelange ich zu der Ansicht, das Punksein im Osten weit mehr bedeutete und viel mehr Mut erforderte, als es sich die „No future“- Generation aus dem Westen überhaupt vorstellen kann.

Das 270 Seiten umfassende Buch ist mit vielen aussagekräftigen S/W-Fotos illustriert, zu denen es leider keine Bildunterschriften gibt. Schade, da hätte ich dann doch gern erfahren, wo und wann die Aufnahmen entstanden.

Fantasy in sprachlicher Perfektion

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Martina Bernsdorf, Finsternis über Asharan, erschienen im NOEL-Verlag

Vielleicht ist diese Rezension etwas voreingenommen. Ich kenne Martina schon gut zwanzig Jahre und dass sie schreiben kann, hat sie als Fanfiction Autorin nicht nur in ihrer aktiven Zeit im Star Trek Forum oft bewiesen. Als ich hörte, dass sie endlich ihren eigenen Roman veröffentlichen konnte, hat mich das sehr gefreut und natürlich musste ich ihn unbedingt lesen.

Wie ich schon einige Male erwähnte, bin ich nicht unbedingt ein Fantasy-Fan, aber es ist ihr wunderbarer Schreibstil, der mich von Anfang an zu fesseln vermochte. FINSTERNIS ÜBER ASHARAN ist das gelungene Werk einer überaus talentierten Autorin. Ihre Auseinandersetzung mit den Charakteren der Geschichte ist beispielhaft. In diesem Roman geht es nicht nur um epische Schlachten – auch wenn diese einem empfindlichen Gemüt wie mir manchmal etwas zu blutrünstig waren – es geht hauptsächlich um die Charaktere. Jede handelnde Figur wird bis in ihre tiefsten Winkel ausgeleuchtet. Es gibt keine strikte Trennung von Gut oder Böse – in jeder Person finden sich Charakterzüge, die diese, um es bildlich auszudrücken, nicht nur als Schwarz und Weiß definieren, sondern in allen Nuancen von Grau. Martina gibt dem Leser Einblick in die Vergangenheit der Charaktere und man lernt, warum sie so geworden sind. Es ist so wie im richtigen Leben, wo die Guten nicht immer perfekt und die Bösen nicht nur schlecht sind.
Wer sprachlich perfekte Unterhaltung sucht, wer lesbische Liebe zu akzeptieren weiß oder ein Fan von Fantasy-Geschichten im Stil von „Herr der Ringe“ ist, sollte FINSTERNIS ÜBER ASHARAN unbedingt lesen.

Inzwischen hat Martina weiteren Romane über den Kindle-Store von Amazon veröffentlicht. Eine Bibliographie und Leseproben findet man auf der Homepage der Autorin.

Schweinkram aus dem All

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Ralf König, Barry Hoden – Im Weltall hört dich keiner Grunzen; erschienen im Männerschwarm Verlag

Ich habe lange überlegt, ob ich diesen SF-Roman wirklich in meinem Blog besprechen soll. Er ist … nun ja … sagen wir mal etwas unkonventionell … versaut trifft es eher. Der Autor Ralf König ist hauptsächlich bekannt, durch sein Buchvorlage zu dem erfolgreichen deutschen Film „Der bewegte Mann“.

Aufmerksam wurde ich auf sein neues Buch durch den vielsagenden Titel „Barry Hoden“. So landete es auf meinem Amazon Wunschzettel und in diesem Monat hat mich mein Mann schließlich damit beglückt. Das ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe dieses Buchs gehöre, habe ich erst beim Lesen bemerkt. Und dennoch: Es hat auch für heterosexuelle Leser(innen) seinen Reiz.

Die Geschichte im Comicstil, ist quasi eine Geschichte in einer Geschichte:
Paul Niemöser ist Autor und schreibt an einem SF-Roman, entgegen seiner vorherigen Veröffentlichungen soll dieser Roman Anspruch haben, zumindest hat Paul sich das so vorgenommen. Das es nicht dabei bleibt, kann sich jeder Leser spätestens auf Seite fünf (mitten im Prolog) denken. So beginnt die Geschichte des Raumfahrers Barry Hoden, mit einem Rückblick auf den Vorgängerroman „Raumstation Sehnsucht“.

Im weiteren erfährt man vom Schicksal Barry Hodens. Der durch ein Schlurchloch gestürzte Raumheld ist in der Zukunft gelandet und arbeitet an der Kasse eines Alien-Porno-Kinos. Hier hat er inzwischen mehr gesehen, als ein Mensch sehen sollte. Keine Körperöffnung, keine noch so ungewöhnlichen Genitalien sind ihm mehr fremd. Nur eines gibt es in der Zukunft nicht – echte behaarte Kerle mit Nippeln.
Doch dann braucht man einen Piloten für eine besondere Mission und wendet sich an Barry. Der ist froh da rauszukommen und bricht zu einer abenteuerlichen Reise „unter die Gürtellinie“ auf, bei der es ihn und seine Crew aus der Zukunft auf einen erst kürzlich entdeckten Planeten verschlägt. Dort gibt es etwas, das Barry Hoden so in Verzückung versetzt, dass er nicht mehr fort möchte – große behaarte Kerle mit drei … Mehr möchte ich eigentlich nicht dazu erzählen.

Alle Figuren die Paul Niemöser in seinem fiktiven Roman verarbeitet, ähneln Personen aus seinem Leben. Sein Freund Konrad wird genauso wenig verschont wie seine Schwester oder seine Lektorin und sie tauchen plötzlich und unvermittelt mitten in der Geschichte auf und geben als Testleser ihre Meinung zu Pauls Werk ab. Am Ende fragt auch noch Ridley Scott bei Paul an, ob er seinen SF-Roman verfilmen dürfte.

Die schräge Geschichte um einen schreibenden Autor und seinen Romanhelden ist genial gemacht und hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Was sich am Anfang noch etwas zäh liest, verwandelt sich aber recht bald in eine spannende Geschichte mit vielen außergewöhnlichen Idee. Allein die Dialoge mit dem, an Penisneid erkrankten, Schiffscomputer PIN mit Reißverschlussfetisch – großartig.

Die 223 bunt bebilderten Seiten haben mir sehr viel Vergnügen bereitet. Wobei ich eine Schwäche für schlüpfrige Geschichten habe. Zartbesaitet sollte man als Leser dieses Buches nicht sein. Deshalb meine Warnung: Diese Lektüre ist nicht empfehlenswert für prüde Leser mit Homophobie. :)

Hörspiele aus den Plejaden

Quelle: Perrypedia

Seit Anfang März ist sie auf dem Markt, die neue Perry Rhodan Hörspielreihe. Jetzt kam ich auch dazu, sie mir anzuhören.

In den ersten beiden Folgen geht es richtig zur Sache, viel Action, atemlose Spannung und schnelle Dialoge. Die Sprecher sind allesamt sehr gut ausgewählt, sogar Gucky. Bei ihm war ich mir ja nicht so sicher, ob die deutsche Stimme von Steve Urkel so richtig passt, aber ich musste mich eines Besseren belehren lassen.
Schön finde ich, dass Perry mit Taisha Konta mal wieder eine Frau an die Seite gestellt bekommt, die ihm selbstbewusst ihre Meinung sagt. Da bin ich schon sehr gespannt darauf, ob und was sich daraus entwickelt. Auch das Einbeziehen von zivilen Forschern ist eine wunderbare Abwechslung, im sonst eher militärisch geprägten Perryversum.

Einziger Wermutstropfen: Die Hörspiele sind einfach viel zu kurz, von so spannend gemachtem Kopfkino, möchte man viel mehr hören.

Die Hörspiele erscheinen bei Zaubermond und können dort oder bei Amazon bzw. iTunes gekauft werden. Wobei sie bei iTunes mehr kosten, als bei Zaubermond selbst.

Für den einen oder anderen Nichtfan mag so ein Hörspiel vielleicht ein Einstieg in die Serie sein. Wer weiß!

Weltenbau bei Perry Rhodan

Quelle: Perrypedia

PR 2793: Die Weltenbaumeister von Oliver Fröhlich

Heute habe ich den Perry Rhodan-Heftroman 2793 von Oliver Fröhlich beendet und muss zugeben, dass ich sehr gut unterhalten wurde. Der Roman liest sich wie ein Agenten-Thriller. Der Autor versteht es sehr gut seine Leser auf die falsche Fährte zu locken. Mittendrin wird man von den Geschehnissen ganz schön überrumpelt; gerade als man denkt, man wüsste, was kommt. Toll, sowas gefällt mir. Da macht es mir auch nichts aus, dass der Roman für den laufenden Zyklus völlig unwichtig ist und die Haupthandlung nicht voranbringt. Aber warum auch, wenn der nächste Zyklus sowieso nahtlos in den Jetzigen übergeht.

Mir gefiel besonders die lebensnahe Charakterisierung der Figuren und die spannend erzählte Agentengeschichte, ohne exotischen Firlefanz. Außerdem waren die Schilderungen rund um die Weltenbauer und ihre Arbeit sehr gelungen, die Kapiteleinleitungen, Zitate aus einem fiktiven Buch über Holosionen, inklusive. Das ganze erinnerte mich ein wenig an die Programmierung von Holodecksimulationen bei Star Trek. Sehr nett.

Das Einzige was ich bemängele, ist die vorherrschende Brutalität. Für meinen Geschmack gab es in diesem PR-Heft zu viele Tote bzw. unschuldige Opfer. Aber so ist das, wenn man mit knallharten Terroristen zu tun hat. Wobei ich ja gern mehr über die Beweggründe der Tefrodischen Attentäter erfahren hätte.

Perry Rhodan selbst, bleibt in diesem Roman eher im Hintergrund, wobei mir irgendwie nicht eingehen will, wozu man im Jahr 5000 noch so eine altmodische Maskerade, wie Schminke, einen Fatsuite und aufgeklebte Biomolhaut im Gesicht braucht, um sich zu tarnen, wenn es SERUNs mit Mimikryfunktion gibt. Bei Gucky hat es ja auch funktioniert, warum benutzt Rhodan sie nicht auch? Nur weil der LFT-Agent, den er täuschen möchte, das durchschauen könnte? Perry Rhodan musste sich in letzter Zeit sehr oft verkleiden, für einen verurteilten und dazu noch so legendären Mann, gehört das inzwischen zur Normalität. Nur hätte man sich dafür eine originellere Technik ausdenken können.

Ach ja, mir ist noch etwas aufgefallen. Im Roman ist die Rede vom jungen Haluter Avan Tachrol, der als Pilot für das Richterschiff in Frage kommt. Aber irgendwie ist mir aus PR 2786 in Erinnerung, das Avan Tachrol zusammen mit Icho Tolot in der Galaxie Lahartoon zurückgeblieben ist. Wie passt das zusammen? Da hat sich doch nicht etwa ein logischer Fehler in die Serie eingeschlichen, oder hab ich da schlicht was überlesen?

Perry ist also zurück auf der Erde, was er dort noch so erlebt, darauf freue ich mich schon in den nächsten Romanen.

Ostpunk! – too much future

OstpunkAm Wochenende guckte ich mir eine sehr interessante Dokumentation auf DVD an. Darin ging es um die Punk-Szene in der DDR. Da ich damals noch etwas zu jung und zu artig war, ist das Phänomen leider an mir vorbeigegangen. Schade, wie ich heute finde. Deshalb war es für mich sehr faszinierend zu hören, was die sechs Zeitzeugen so zu sagen hatten.

Die Hauptpersonen der Dokumentation waren ausnahmslos Mitglieder in populären Punkbands der DDR. Sie gehörten quasi zu den Machern des ostdeutschen Punk. Einige waren damals noch nicht mal volljährig. Sie erzählten von illegalen Konzerten und improvisierten Probenräumen, vom Aufwand, den sie für ihr Outfit betrieben, von echten und falschen Punks und von der Cliquenbildung. Immer wieder schimmerte dabei ihr Wunsch nach Freiheit und Auflehnung heraus, aber auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und ihr Hunger nach Beachtung.

In einer Mischung aus Fotos, Interviews und originalen Filmaufnahmen (Super8) zeichnet der Streifen ein sehr authentisches Bild der sechs Einzelschicksale. Der Zuschauer erfährt wie junge Menschen von damals von der Bewegung erfasst und verändert wurden, aber auch was später aus ihnen geworden ist. Nicht alle haben die Verfolgung durch die Schergen des DDR-Regimes unbeschadet überstanden. Da ist so manche Narbe in den Seelen zurückgeblieben.

Der Film vermittelt viele Informationen. Was mir beispielsweise nicht klar war, ist die Tatsache, dass die Punk-Szene nach 1983 in der DDR radikal bekämpft, unterwandert und so eigentlich zerschlagen wurde. Das ihre „Anführer“ bzw. die, die als Vorbilder für andere dienten, bespitzelt, inhaftiert und bereits Mitte der achtziger Jahre in den Westen abgeschoben wurden. So gesehen hat es sich der Staat schon extrem leicht gemacht. Leider endet der Film an dieser Stelle.

Was mich aber noch interessiert hätte: Wie ging es für die weiter, die geblieben sind? Wie „überlebten“ sie und wie verkrafteten sie die Wende und den Wegfall ihres eigentlichen Feindbildes „DDR“?  Dazu liefert der Film leider keine Antworten.

Was ich ja sehr bemerkenswert finde, ist, was aus den meisten Punks von damals wurde. Und das bezieht sich jetzt nicht nur auf die Zeitzeugen aus dem Film, sondern auch auf deren Macher und dem was ich bisher so gelesen habe. Viele „ehemalige“ Punks sind heute Künstler; egal ob Autor, Maler oder Musiker, keiner ist so richtig spießig geworden, und jeder hat einen Weg gefunden, das Lebensgefühl von damals in sein Leben zu integrieren. Bewundernswert!

Die Dokumentation aus dem Jahre 2008 ist durch die Musik und das vermittelte Gefühl schlichtweg zeitlos. Ein sehr schön gemachtes, sehr gefühlvolles Zeitdokument.

Wer gern mal reinschauen möchte, Ausschnitte davon gibt es bei YouTube.

Wertvolles Sachbuch

Seit ein paar Wochen lese ich immer mal wieder in einem für mich sehr hilfreichen Sachbuch.

Das kleine Buch mit dem Titel „So lektorieren Sie Ihre Texte“ von Sylvia Englert enthält auf zirka 150 Seiten viele praktische Tipps zum Überarbeiten eigener Manuskripte. Kurz, bündig und mit einigen Fallbeispielen erläutert die erfolgreiche Autorin, wie man gezielt Fehler und Unstimmigkeiten im eigenen Text aufstöbert oder wie man sie von vornherein umschiffen kann. Die Zielgruppe ist weit gefasst, ob man nun an einem Roman oder einem Sachbuch schreibt, ob man journalistische Artikel, Kommentare oder eine Rezension für den eigenen Blog verfasst. Jeder Interessierte findet in diesem Buch die richtigen Antworten.

Das Sachbuch gliedert sich in drei Abschnitte: Struktur, Erster Schliff und Überarbeitung nach Feedback. Zunächst geht die Autorin auf Figurenentwicklung, Plot und Szenenaufbau ein. Dann folgen Hinweise zu Logik, Stil, Sprache und dem äußeren Erscheinungsbild eines Textes. Zuletzt gibt sie Tipps, wie man Testleser findet und wie man gute Lektoren von schlechten unterscheidet. Unentbehrlich finde ich die Seiten auf der sie die Korrekturzeichen nach DIN 16511 auflistet und an konkreten Beispielen erklärt. Danach suche ich schon ewig.
Sehr gut gefallen mir auch die Checklisten am Ende eines jeden Kapitels. Dort kann man, sofern man möchte, seine Projekte eintragen und auf die wichtigsten Punkte hin untersuchen.

Dieser kleine Ratgeber ist eine sehr gute Hilfestellung für ernsthafte Schreiblinge, die ihre Texte einer tiefergehenden Prüfung unterziehen möchten. Oder für Autoren, die sich einen professionellen Lektor nicht leisten können und für den Besuch von Schreibseminaren keine Zeit haben. Natürlich ist dieses Buch keine Wunderwaffe und wird ein richtiges Lektorat nie ersetzen können. Aber man bekommt als Autor zumindest die Gelegenheit damit ein ausgereiftes Manuskript zu verfassen, welches dann vielleicht nicht gleich im Papierkorb eines Verlages endet.

Die Überarbeitung des eigenen Manuskriptes wird einem das Buch allerdings nicht abnehmen, diese anstrengende Arbeit muss man als Autor schon selbst machen.

Das Buch erschien 2013 im Autorenhaus-Verlag und ist beim Verlag, sowie bei allen Onlinehändlern oder im Buchhandel für 12,95 EUR zu erwerben. Eine Investition, die sich auf jeden Fall lohnt.

Flucht ins 23. Jahrhundert …

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… warum der Film „Logan’s run“ in Deutschland diesen Titel bekam, weiss ich bis heute nicht. Schließlich geht es hier nicht um Zeitreisen, die Handlung spielt ja bereits im 23. Jahrhundert. Eines weiß ich aber ganz sicher. Das dieser Film der erste Science Fiction Film war, den ich bewusst gesehen habe. Das muss irgendwann an einem Samstag Anfang der Achtziger gewesen sein. Ich war etwa sieben oder acht Jahre alt und durfte aufbleiben, um mir den Film mit meinen Eltern anzusehen, die normalerweise kein Interesse an dem Genre hatten.

Ich muss gestehen, das mich der Film damals nachhaltig beeindruckt hat und ich mich auch später immer wieder an einzelne Szenen erinnerte, ohne den Titel des Films zu kennen. Zum Beispiel an den alten Mann mit den Katzen, im Übrigen toll gespielt von Peter Ustinov, oder an das Zeichen (den Schlüssel) den die Läufer mit sich trugen. Schon komisch, was sich so ein kindliches Gehirn alles einprägt.

Gestern haben ich den Film wieder gesehen, zum ersten Mal auf Blu-Ray und ich war wieder genauso fasziniert wie vor 30 Jahren. Die Geschichte von der modernen abgeschirmten Zivilisation, die sich um nichts sorgen muss, in der jeder seinen eigenen Bedürfnissen nachgehen kann, bis er im Alter von 30 Jahren ins Karussell geht, um dort erneuert zu werden, in Wirklichkeit aber ermordet wird, ist sehr gut ausgearbeitet. Selbst die Effekte sind für seine Zeit (1976) bemerkenswert, besonders das von Pflanzen überwucherte Washington DC.

Wenn man sich Filme aus den Siebzigern ansieht und sie mit heutigen Blockbustern vergleicht, stellt man vor allem eines fest. Sie wirken unheimlich ruhig; da gibt es keine hektischen Kamerafahrten, kein Gewackel und keine Lens-Flairs. Dennoch vermitteln diese Filme Spannung und können den Zuschauer fesseln. Die bunte Kleidung und die Szene in der „Liebeshöhle“, waren so typisch 7oer Jahre, dass ich schmunzeln musste.

Interessant ist ja die Tatsache, das man, wenn man einen Film immer wieder in unterschiedlichem Alter anschaut, neue Eindrücke gewinnt. Dieses Mal fielen mir die Sets ins Auge, an denen der Film gedreht wurde. Gleich zu Anfang dachte ich mir, das sieht aus wie in einem Einkaufszentrum, wo laut Abspann auch tatsächlich gedreht wurde. Dazwischen waren industrielle Anlagen zu sehen und die Schlussszene entstand im Water Garden von Fort Worth (Texas). Falls ich dort mal hinkommen sollte, werde ich diesem Park sicher einen Besuch abstatten.

Die Extras auf der Blu-Ray sind leider sehr dürftig, außer einem „Making of…“ in miserabler Bildqualität gibt es nichts zu sehen. Dabei hätte ich gern mehr über den Film erfahren, aber selbst bei Wikipedia gibt es wenig Informationen dazu. Dennoch, es ist und bleibt ein Film den ich mir immer wieder gern ansehen werde.

Das Mädchen mit den neun Perücken

heuteblondNormalerweise meide ich Filme, von denen ich weiß, dass sie mich emotional so aufwühlen, das ich anschließend die halbe Nacht wach liege. Vor allem wenn es um Geschichten geht, die von Ärzten, Krankenhäusern und schweren Krankheiten handeln. Das ist nämlich Wasser auf die Mühlen meines hypochondrisch veranlagten Verstandes. Ich glaube ja ernsthaft, das ich nur deswegen zum Hypochonder geworden bin, weil ich zu viele Folgen „Emergency Room“ und „Dr. House“ gesehen habe. Aber das nur nebenbei.

Den Film „Heute bin ich Blond“ hätte ich mir sicher nicht angesehen, wenn nicht … Ja, richtig: David Rott!

Basierend auf dem autobiografischen Buch „Das Mädchen mit den neun Perücken“ von Sophie van der Stap, erzählt der Film die Geschichte von Sophie, die als 22jährige an einer seltenen Krebsform erkrankt. Er zeigt ein Jahr aus dem Leben einer jungen Frau, deren Zukunft von heute auf morgen endet, ein Jahr in dem sie mit den Folgen von Chemotherapie und vor allem gegen den Krebs kämpft. Kein einfaches Thema, dass im Film aber nicht so bierernst und bedrückend daherkommt, wie man annehmen möchte. Dagegen sind die Bilder von realitätsnaher Klarheit und voll lebensbejahendem Witz. Sophies Kampf ist hart, ihre Chancen gering und doch geht sie es mit fast stoischer Gelassenheit an. Hilfe bekommt sie von Familie und Freunden, die ihre Krankheit fester zusammengeschweißt. Helfen tun ihr aber auch ihre neun Perücken, weil jede von ihnen ihre Trägerin zu einer anderen Persönlichkeit macht und das nicht nur optisch.
In ihrem Blog schreibt sie darüber; wird so nicht nur zur Stütze von anderen Betroffenen, sondern erlangt die Aufmerksamkeit der Medien und findet so am Ende zu ihrer Bestimmung.
Die richtige Sophie hat wie ihr Alter Ego im Film den Krebs besiegt und lebt heute als erfolgreiche Autorin in Paris.

Den Darstellern, allen voran Lisa Tomaschewsky, gebührt mein voller Respekt. Diese Rolle war sicher nicht einfach, und sie mit solcher Überzeugung rüberzubringen gehört eine große Portion Mut. David Rott in einer Nebenrolle, als Sophies bester Freund, spielt zurückhaltend und ist genau deshalb so überzeugend.

Fazit: „Heute bin ich blond“ ist ein anrührender Film, der weder auf die Tränendrüse drückt noch verklärt und den ich mir gerne wieder anschauen werde.

Auf zur Jagd mit dem Hund

113323„Jagd und Hund“ heißt das neue Album von LOVE A.

Die Jungs aus Trier haben ein paar wirklich tolle Stücke eingespielt, an denen ich mich nicht satt hören kann. Die Texte sind kritisch und treffsicher, die Musik mal ruppig und mal melodisch.
Mein unumstrittener Favorit unter den Songs ist „100.000 Stühle leer“, aber auch die Songs: „Trümmer“, „Stagnation“, „Der beste Club der Welt“, „Ein Gebet“ (das ist ein tolles Lied über Wien) sowie „Brennt alles nieder“ finde ich großartig.

Seit „Moon Landing“ von James Blunt im letzten Jahr, hat mich kein Album in letzter Zeit so stark bewegt.
LOVE A bietet rundum perfektes Hörerlebnis, das jeden Euro wert ist.

Ich gebe zu, dass ich nicht viel von Musik verstehe, daher stelle ich mir fasziniert die Frage: Ist das wirklich Punk!

Wer sich für die Band interessiert, auf ihrer Homepage findet man Videos und Hörproben zu ihren Liedern und einen kleinen Shop. Man kann die Musik aber auch auf allen gängigen Internet-Plattformen wie iTunes etc. kaufen.