In dieser Woche waren im TV zwei Beiträge zu sehen, die dieselbe Thematik ansprachen. Es ging um die Spionage der DDR-Staatssicherheit in Westdeutschland, um das Anwerben von Agenten und ihr Leben zwischen den Systemen mitten im Kalten Krieg.
Während es im Fernsehfilm »Unsichtbare Jahre« um das Porträt einer junge Frau aus dem Westen geht, die Mitte der Siebzigerjahre von der Stasi angeworben wird, steht in der RTL-Serie »Deutschland 83« ein junger Mann aus der DDR im Mittelpunkt, der als Spion Widerwillen in Westdeutschland agieren muss.
Mich faszinierte die unterschiedliche Herangehensweise an das Thema. Im sehr ruhig erzählten TV-Film wird die Geschichte anhand einer psychisch auffälligen Person erzählt. Die junge Frau rebelliert gegen das konservative Elternhaus und findet in der Ideologie der radikalen Linken ihre Erfüllung. Doch entgegen ihrer Kommilitonen findet sie nicht das private Glück und stellt sich voll in den Fokus ihrer Überzeugung. Die Stasi-Offiziere haben leichtes Spiel, zumal der smarte Ulrich (David Rott in einer kleinen, aber überzeugenden Rolle), ihr gehörig den Kopf verdreht. Mit welchen unfairen Mitteln die Stasi in diesem Fall agiert, wird ihr erst klar, als man ihr sagt, dass sie Ulrich nie wiedersehen wird. Über all die Jahre bleibt sie eine Getriebene. Sie erfüllt ihre Spionageaufgaben, zahlt aber einen hohen Preis dafür. Einsam, von Abhängigkeit bedroht und nicht liebesfähig, bestreitet die ein Leben ohne Höhen und Tiefen. Unsichtbar eben. Es endet vorhersehbar und abrupt mit der Wiedervereinigung 1990.
Ganz anders dagegen die TV-Serie. Hier wird ganz im Sinne moderner Agentenserien agiert. Der junge Spion, der eigentlich nur nach Hause in die DDR zu Mutter und Freundin zurück möchte, wird in knifflige Aufträge verstrickt, aus denen er sich oft nur mit Improvisation und Köpfchen befreien kann. Die Darstellung eines DDR-Bürgers, den es unvermittelt in den Westen verschlägt, fand ich gut inszeniert. Besonders die Szene in der er zu fliehen versucht und zwischen den Regalen eines Supermarktes landet, wo er völlig überwältig stehen bleibt. Das erinnerte mich an meinen ersten Besuch in einem westdeutschen Supermarkt im Dezember 1989. Ich habe damals auch den Mund nicht zu bekommen. Das war gut gemacht. Ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte in »Deutschland 83« weiter erzählt wird.
Zwei Filme, eine Geschichte und doch auf völlig unterschiedliche Weise präsentiert. Das beides innerhalb derselben Woche ausgestrahlt wurde, war sicher kein Zufall.
Manchmal sind die privaten Fernsehsender echt für eine Überraschung gut. Da lief am vergangenen Donnerstag eine Filmproduktion auf RTL über den Starfighter, sowie eine Dokumention im Anschluss. Ich habe mir beides angesehen und muss gestehen, dass ich sehr positiv davon angetan bin. Der Film ist dramaturgisch spannend und durch die anschließende Doku bekommt man auch mit, wie viel reale Begebenheiten in die Produktion eingeflossen sind. Ich hatte bis jetzt keine Ahnung davon hatte, dass der Einsatz des Starfighters in der Bundeswehr bei 262 Abstürzen 116 Piloten das Leben gekostet hat. (Diverse Opfer am Boden nicht mitgerechnet.) Nicht für umsonst erhielt der Jäger den Beinamen »Witwenmacher«.
Absturzgründe gab es reichlich, die reichten von unausgereifter Technik, über falsche klimatische Bedingungen (der Starfighter entpuppte sich als Schönwetterflieger) bis hin zur mangelnden Ausbildung der Piloten. Allein mit den Mängel am Flugzeug selbst, könnte man ganze Aktenordner füllen: abbrechende Flügel, verklemmte Landeklappen, defekte Anzeigen, Strömungsabriss durch schlechte Aerodynamik, ein Schleudersitz, der den herausgeschleuderten Piloten erschlägt usw. Das alarmierendste aber ist, dass niemand etwas dagegen getan hat. Weder die Piloten, die damit fliegen mussten (eine Weigerung, wäre gleichbedeutend mit einer Meuterei und Kameradenverrat gewesen), noch die Angehörigen, die man von vorn bis hinten belog und ihnen erzählte, es hätte sich um Pilotenfehler gehandelt. Die Bevölkerung gewöhnte sich an die Abstürze, weil sie gehäuft auftraten und registrierte sie irgendwann nicht mehr. Außerdem wurden viele Details zu den Abstürzen unter den Teppich gekehrt und kamen erst spät an die Öffentlichkeit.
Stellt sich nun die Frage nach dem Warum? Anfang der sechziger Jahre mitten im Kalten Krieg wollte auch die kleine Bundesrepublik zeigen, dass sie mit den Großen mithalten kann. So kaufte die damalige Bundesregierung Adenauer 915 Starfighter zu je 6 Millionen DM. Man vergleiche, die Bundeswehr hat momentan 109 Eurofighter im Einsatz. Die Starfighter waren Jäger, sollten aber bei der Bundeswehr auch als Bomber und Aufklärer eingesetzt werden. Eine Aufgabe, für die sie nicht ausgerüstet waren. Durch die zusätzliche Technik, waren die Maschinen überladen und kaum zu steuern. Die Maschinen verziehen keine Fehler und waren für das raue feuchte Klima in Deutschland nicht ausgelegt. Hersteller Lockheed stand kurz vor der Bestellung durch den damaligen Verteidigungsminister vor der Pleite. Und wer sich ein bisschen in Geschichte auskennt, wird wissen, wer Ende der fünfziger Jahre Verteidigungsminister war – Richtig, Franz Joseph Strauß – ein Schelm, wer böses dabei denkt!
Sehenswert ist »Starfighter« allemal, auch wenn der Film in der Mitte einen unschönen Bruch hat. Hier wechselt plötzlich die Perspektive zwischen den Hauptfiguren. Wahrscheinlich sollte es ein Zweiteiler werden, wurde aber gekürzt und zu einem Film zusammengeschnitten. Die meist unbekannten Schauspieler wirken frisch und überzeugend. Auch die Dokumentation mit Peter Klöppel ist spannend gemacht, ohne reißerisch zu sein.
Erwähnenswert ist, dass die Ausstrahlung bereits für das Frühjahr 2015 geplant war, durch den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen allerdings verschoben wurde.
Wenn man als Zuschauer bei einem Film achtzig Prozent dessen, was gesprochen wird, nicht versteht, dann ist das normalerweise ein Grund zum Abschalten. Das so etwas aber funktionieren kann, zeigen die kleinen gelben Kerlchen, die aussehen wie das Innere eines Überraschungseies. Die Rede ist von den Minions, deren erfolgreichen Film wir uns gestern Abend auf Blu-Ray angesehen haben.
Keine Frage, die Geschichte der Minions ist jetzt nicht sonderlich originell, aber die vielen kleinen Details, sind es wert gesehen zu werden. Es fängt eigentlich schon mit dem Vorspann an, in dem die Evolution der gelben Taucherbrillenträger gezeigt wird. Hier erklärt sich auch, warum sie sich stets Schurken als ihren Herren aussuchen und warum die dann meist keine große Überlebenschancen haben.
Weiter geht es im Stile eines Roadmovie mit den Minions Kevin, Stuart und Bob. Viel versteht man nicht von ihrer merkwürdigen Sprache, die wie ein Kauderwelsch aus Spanisch, Französisch und Englisch klingt, aber das ist auch nicht wichtig. Die Mimik und Gesten der Charaktere sind eindeutig und auch ohne Worte zu verstehen. Ihre Reise vom Südpol über New York und Orlando führt sie schließlich nach London, wo sie einer sehr agilen König Elisabeth die Krone klauen sollen. Bis Bob es schließlich gelingt, König Arthurs Schwert aus dem Fels zu ziehen und dafür die Krone verliehen bekommt. Scarlet Overkill die eigentliche Drahtzieherin der Aktion und von Kevin ausgesuchte neue Herrin der Minions findet das aber nicht so prickelnd und wirft nach Übernahme der Krone die drei gelben Freunde in den Folterkeller. Doch die Minions wären nicht die Minions, wenn es ihnen nicht gelänge, sich aus der ausweglosen Situation zu befreien und ihre »fast«Herrin tollpatschigerweise um die Ecke zu bringen, um am Ende doch noch den richtigen Herren (Gru aus »Ich einfach unverbesserlich«) zu finden.
Fazit: Die »Minions« ist ein liebevoll animierter Filmspaß, der einem geraden an traurigen Tagen wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Und am Ende glaubt man ihre eigensinnige Sprach sogar zu verstehen. Und bitte das kleine Filmchen nach dem Abspann nicht verpassen; die drei Minifilme auf der Blu-Ray ebenfalls nicht.
Milliarden Jahre in der Zukunft. Diaspar ist die letzte Stadt der Welt und die letzte Zufluchtsstätte der Menschheit. Ihre Bewohner sind unsterblich, die Stadt ebenfalls. Beides entsteht aus den Gedächtnisanlagen immer wieder neu. Nur Alvin ist anders. Alvin ist eine Permutation, etwas, das es eigentlich nicht geben sollte, denn er ist der erste Mensch, der nach Millionen von Jahren geboren wird, Alvin hat noch nie gelebt. Anders als seine Freunde stellt er sich immer wieder Fragen: Wer hat Diaspar errichtet? Was war vorher? Und was befindet sich außerhalb der Stadt? Fragen, die ihm niemand beantworten kann, weil jedem Bewohner die Angst vor der Außenwelt eingepflanzt wurde. Nur Alvin nicht. Er ist der erste, der nach Millionen von Jahren die Stadt verlässt und auf der verwüsteten Erde eine weitere Oase findet – Lys. Deren Bewohner sind das ganze Gegenteil der Menschen, die Alvin kennt. Telepathisch begabte Individuen, die im Einklang mit sich und der Natur leben. Doch auch sie können nicht all seine Fragen beantworten. In einem Krater entdeckt Alvin einen Roboter, der einem längst verstorbenen MEISTER gehört hat. Er könnte Alvins Wissensdurst stillen, doch die Maschine spricht nicht mit ihm. Da nimmt Alvin sie mit nach Diaspar und stellt sie dem Zentralgehirn der Stadt vor. Das bringt das Artefakt aus der Vergangenheit tatsächlich zum Sprechen und was es zu erzählen weiß, verändert nicht nur das Leben Alvins sondern auch das der Menschen in Diaspar und Lys …
Im Rahmen der Vorbereitung zum Schreibseminar in Wolfenbüttel las ich in diesem Jahr einige Klassiker der Science Fiction. Da ich als Jugendliche wenig SF gelesen habe, sondern eher Abenteuerromane und Weltkriegsliteratur, habe ich die eine oder andere große Bildungslücke, was Science Fiction Literatur betrifft.
Ein schlauer Mensch sagte einmal: »… SF kann aber auch aufgefaßt werden als eine Spielwiese mit wirklich, modernen Märchen … Und wenn ich mir heutige amerikanische Serien anschaue, die sehr erfolgreich sind, dann ist das eigentlich keine echte Science Fiction … weil es da nie um Zukunftsvisionen geht, sondern eben um Wildwest im Weltraum …«
Wenn ich den Roman, den ich in den vergangenen Tagen gelesen habe, mit dem vergleiche, was ich bisher an SF kannte, kann ich dieser Aussage nur zustimmen. Das Buch, das ich meine, erschien bereits 1956 und steckt so voller Ideen, dass es mir die Sprache verschlug.
Die Rede ist vom Roman »Die Stadt und die Sterne« von Arthur C. Clarke. Der weltberühmte Autor des Klassikers »2001-Odysee im Weltraum« ist fürwahr ein großer Visionär. Seine Geschichte um die Stadt Diaspar ist so fantastisch, dass man kaum glaubt, dass all die Ideen von einem einzelnen Menschen stammen. Wie einige seiner Zeitgenossen schafft Clark mit dem Roman die Grundlage für viele Bücher, Filme und Serien. Alles was später kam, baut auf Teilen seiner Ideen auf. Ich habe beim Lesen mehrere Storyelemente und Bezüge gefunden, die in spätere Publikationen und Produktionen einflossen.
Dieser Roman ist großartige Literatur in Vollendung. Visionärer kann man nicht schreiben. Wer wissen will, was Science Fiction wirklich bedeutet, der sollte dieses Buch lesen. Selbst dem technikaffinen Menschen von heute bietet Clark eine fantastische Welt mit einem ganz eigenen »Sense of Wonder«. Am Ende wird jedem Leser klar, das Menschsein mehr bedeutet, als das Schaffen großer Dinge, sondern es die zwischenmenschliche Beziehungsfähigkeit ist, die uns zum Menschen macht.
Perry Rhodan Comic Nr. 1 »Die Kartographen der Unendlichkeit« von Kai Hirdt, Marco Castiello und Michael Atiyeh
Für jemanden wie mich, der nicht mit klassischen Comics aufgewachsen ist, ist der Kauf eines Comics immer eine Fallentscheidung. Zumeist kaufe ich sie, weil mir die Zeichnungen darin gefallen, weniger wegen der Geschichte, die erzählt wird. Das ist tatsächlich für mich erst in zweiter Linie wichtig. Wenn ich eine tolle Geschichte möchte, kann ich auch einen Roman kaufen, da habe ich dann auch länger etwas davon.
Den neuen PERRY RHODAN-Comic habe ich allerdings aus beiden Gründen gekauft, nämlich weil mich einerseits die Geschichte reizte und ich andererseits an den Zeichnungen interessiert war.
Und tatsächlich, auf den 32 Seiten bekommt man viele schöne Szenen präsentiert, die sehr aussagekräftig illustriert wurden. Ich hatte auch keine Mühe, wie so oft, die Reihenfolge der Sprechblasen zu ermitteln. Die Darstellung der SOL fand ich großartig und das innenliegende Poster ist natürlich ein nettes Extra.
Entgegen vielen anderen Fans störe ich mich auch nicht an der etwas freizügigen Darstellung der Damen. Dies gehört bzw. gehörte schon immer zu einem klassischen Comic dazu. Die Figur des Gucky finde ich allerdings nicht ganz so gelungen. Er sieht einem Nutria ähnlicher als einer Maus. Aber auch dass ist wahrscheinlich Geschmacksache. Jeder hat seine ganz eigene Vorstellung von dem Mausbiber. Spannend finde ich die Handlungszeit. Das Schöne am PERRY RHODAN-Universum ist, dass es genügend Lücken enthält, die viel Spielraum für neue Geschichten lassen. Für den Comic nutzt man geschickt die Lücke zwischen Band 700 und der weiteren Handlung des Aphilie-Zyklus. Als die SOL im Jahr 3540 auf Irrfahrt zwischen den Galaxien unterwegs ist, um den Weg zur Milchstrasse zu suchen, findet auch das, bei den Fans so beliebte oder auch umstrittene, Dimesextatriebwerk seine Verwendung. Und mit der Insektoidenspezies treffen Perry und die Crew der SOL innerhalb der Handlung auf eine interessante Herausforderung.
Es gab im Voraus unter den PERRY RHODAN-Fans heiße Diskussionen zum neuen Comic, besonders als die ersten Bilder dazu auftauchten. Einige Fans scheinen sich nicht mit der dortigen Darstellung des Perryversums identifizieren zu können. Manche sprachen sogar davon, dass es nicht ihr Perry ist … Richtig! Und ich finde, dass muss es auch nicht. Es gilt letztlich nicht, die Wünsche und Interessen der Altfans zu erfüllen, sondern es geht vielmehr darum, neue Fangruppen zu erschließen und vor allem ein jüngeres Publikum anzusprechen. Das funktioniert heute wie früher am besten über Comics. STAR WARS hat das mit »The Clone Wars« sehr eindrucksvoll bewiesen. In diesem Sinne haben die Macher um Kai Hirdt, der schon für die Perry-Comics von der Alligatorfarm verantwortlich zeichnete, sehr professionelle Arbeit geleistet. Der neue PERRY RHODAN-Comic braucht sich nicht vor den anderen Publikationen im Comicregal zu verstecken und das allein ist schon eine bemerkenswerte Leistung. Eines sollte klar sein, man wird es nie allen Recht machen können. Sicher ist, dass man das Perryversum vielfältiger gestalten und breiter auffächern muss, um auch in Zukunft bestehen zu bleiben. Der Comic ist ein guter Versuch in diese Richtung.
Wenn in ein paar Wochen der Band mit der Nummer zwei des PERRY RHODAN-Comic erscheint, werden die Verkaufszahlen zeigen, ob das Projekt erfolgreich war. Aber ob der Erfolg ein nachhaltiger sein wird, das heißt, ob man damit tatsächlich neue und jüngere Leser gewonnen hat, wird sich erst in Zukunft zeigen. Vielleicht ist bis dahin auch der intensive Geruch der Druckfarben verflogen.
Erschienen ist der Comic bei Cross Cult, die in Deutschland auch die Herausgeber der neuesten STAR TREK-Comics und Romane sind.
PERRY RHODAN NEO Nr. 107 »Botschaft von den Sternen« von Rüdiger Schäfer
Wenn mir bereits auf Seite zehn eines Romanheftes die Tränen in den Augen stehen, dann ist ein positives Zeichen für den Roman. Eingefleischte PERRY RHODAN Fans würden das vielleicht nicht so sehen, aber ich stehe dazu. Die Szene, in der Perry den trauernden Gucky auf den Arm nimmt und zum Schiff zurück trägt, wühlt auf und berührt.
Mit Band 7 der Methans-Staffel beginnt ein neuer Handlungszweig, der mich zwar den lieb gewonnenen Eric Leyden vermissen lässt, dafür aber Thora in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Als in der Öffentlichkeit stehende Mutter, die sich um ihren entführten Sohn sorgt, muss sie so einiges durchmachen. Und gerade jetzt, wo Perry Rhodan weit weg ist. Thoras Charakterisierung ist Rüdiger Schäfer dabei genauso gut gelungen, wie die der anderen vertrauten Personen. Allen voran Bully und Lesly K. Pounder. Besonders die Kapitel über die Mutanten im Lakeside Institut sind erkenntnisreich. Da die Mutanten bei NEO inzwischen ausgefallenere Fähigkeiten aufweisen, als zum Beispiel in der Erstausgabe, ist der Blick, den der Autor hier auf die wissenschaftlichen Hintergründe wirft, durchaus ernst zu nehmen. Schön auch, dass er das Kompetenzgerangel und die Bürokratie in der Terranischen Union anspricht. Früher hat in der EA keiner gefragt, ob die Terranische Flotte einfach so einen Kidnapper jagen darf. Man hat es einfach getan, auch wenn man dabei einen Krieg riskierte.
Im zweiten Handlungsstrang, der wieder sofort an die Ereignisse aus dem Vorgängerroman anknüpft, geht es um Perry Rhodans Odyssee zwischen dem Violett- und dem Revek-System und später zur Relaiskette der Mehandor. Auch hier gibt es verschiedene Meinungen innerhalb der Crew. Es wird beraten, was zu tun ist. Das sind ja ganz neue Ansätze, dass finde ich gut. Die Maahk-Flotte ist bereits nach Arkon aufgebrochen, ohne das jemand die Arkoniden warnen konnte. Natürlich schafft Rhodan es in alter Manier, sich das Bestienschiff unter den Nagel zu reisen, auch wenn der Aulore Sitareh zunächst sichtlich mit der Steuerung des Schiffes überfordert ist. Das es überhaupt funktioniert, dafür wurde der Grundstein bereits im Vorgängerroman gelegt und so wirkt es einigermaßen glaubhaft.
Die Rettung der drei Mehandor aus dem völlig zerstörten Frachter und ihre Erzählungen, lassen viel Interpretationsspielraum für die kommenden Romane. Da man als Leser aber bereits weiß, dass sich die nächste Staffel mit den Posbi beschäftigen wird, kann man sich doch das eine oder andere zusammenreimen. Auch der plötzliche Notruf des todgeglaubten Crest und der Hinweis auf den Hort des Ewigen Lebens machen neugierig darauf, wie es weitergeht.
Wie immer gefällt mir an Rüdiger Schäfers Romanen, dass er zusätzliche Informationen einbaut. Kleine Zitate, kurze Erläuterungen zu wissenschaftlichen Themen, da merkt man sofort, mit was sich der Autor persönlich beschäftigt und welche Interessen er hat.
Mein Fazit: Wieder ein guter Roman aus der Feder meines PERRY RHODAN Lieblingsautoren, wenn auch nicht ganz so brillant wie der »Oxydkrieg«.
Normalerweise verpasse ich keinen Film mit oder von George Clooney, weil ich weiß, dass der Schauspieler für intelligentes Kino mit Anspruch steht. Doch »A World Beyond« war so schnell wieder aus den Kinos in der Nähe verschwunden, dass ich nicht die Chance hatte, mir den Film in 3D anzusehen.
So blieb mir am Samstagabend nur die 2D-Fassung auf Blu-Ray. Was ich ein bisschen schade fand, denn die Effekte waren zuweilen großartig. Allein für die Stadt der Zukunft wurden so viele kreative Ideen umgesetzt, dass diese Szenen einen Kinobesuch gerechtfertigt hätten. Aber der Film hat weit mehr zu bieten.
Die Geschichte dreht sich um die wissenschaftlich interessierte Casey, die mit sehr viel Optimismus ausgestattet ist. Das Mädchen findet eines Tages bei ihren Sachen einen Button. Als sie ihn berührt steht sie plötzlich mitten in einer völlig fremden Stadt. Der Spuk dauert nicht lange, aber es reicht aus, um Casey nachhaltig zu beeindrucken. Sie begibt sich auf die Suche nach der Stadt der Zukunft und findet Unterstützung bei der elfjährigen Athena, die eigentlich ein Androide ist. Sie müssen Frank Walker finden, denn er ist der einzige, der Casey nach »Tomorrowland« bringen kann, wie sich die faszinierende fremde Welt nennt. Dort haben Wissenschaftler eine Maschine gebaut, die das Ende der Erde in 58 Tagen vorhersagt. Walker und Athena sind sich sicher, nur Casey kann den Weltuntergang aufhalten.
Was wie ein Disneymärchen klingt, ist auch eines und doch ist es auch ein unterhaltsamer SF-Film mit teils sehr kritischen Untertönen. Die Geschichte ist spannend aufgezogen und brilliert mit vielen überraschenden Ideen. Allein das abrupte und selbst für meinen Geschmack etwas zu melodramatisch gestaltete Ende verdirbt ein wenig den Spaß. Eigentlich wird nur die Zerstörung der Maschine gezeigt, nicht aber das, was Casey tut, um den eigentlichen Weltuntergang zu verhindern. So weit wollte Disney die Zuschauer dann doch nicht fordern. Es ist vor allem ein Film zum nachdenken, einer der mit wichtigen Botschaften daherkommt und aufrütteln soll. Wahrscheinlich ist es aber genau die Art Film, den sich das Mainstreampublikum nicht wünscht. Ein Grund dafür, dass er so schnell wieder aus den Kinos verschwand.
Die Darsteller allen voran die beiden Mädchen, leisten hervorragende Arbeit. Ein ziemlich gealterter George Clooney und Hugh Laurie (Dr. House) als ambivalenter Gegenspieler runden das kleine Ensemble ab.
Fazit: »A World beyond« ist ein gut gemachter, intelligenter SF-Film, der uns daran erinnert, dass wir einst die Zukunft viel positiver gesehen haben, als heute. Und das die Welt nicht unbedingt in einer Dystopie enden muss, wenn wir etwas dagegen tun.
Wenn es eine Steigerungsform für perfekt gäbe, hätte dieser Roman sie verdient. Wiederholt hat es ein NEO-Roman geschafft, dass ich ihn innerhalb weniger Stunden regelrecht verschlungen habe. Das mir der Schreibstil des Autors zusagt, brauche ich nicht zu wiederholen. Doch zusammen mit der intelligent ausgedachten Geschichte, wird daraus ein Glanzpunkt, der selbst die beiden Vorgängerromane überstrahlt. Dabei kann ich nicht mal sagen, was genau den Roman so besonders macht. Ist es die Geschichte über Eric Leyden auf dem Mars, bei der man fast so etwas wie Romantik heraushört oder die Abenteuer von Gucky und dem Haluter Fancan Teik auf der fremden Raumstation? Möglicherweise sind es auch die Erinnerungen des Maahk aus dem Qxydkrieg, die Perry Rhodan am eigenen Leib erfahren muss. Vielleicht liegt es aber auch an den vielen eingestreuten Informationshäppchen, die man als Leser mitbekommt, sei es nun über den Jupiter und seine geschichtliche Bedeutung bei Ägyptern und Babyloniern oder über die physikalischen Bedingungen auf dem Mars sowie den Wasserstoffwelten der Maahks. Hier gibt man sich richtig Mühe wissenschaftliche Details glaubwürdig in eine spannende Geschichte zu verweben. Einzig die Sache mit dem Sturm auf dem Mars ist nicht so richtig korrekt, aber das würde die ganze Dramaturgie der Geschichte über den Haufen werfen und wurde auch vom Autor von »Der Marsianer« ignoriert. Wer wissen will, wie es bei einem Sturm auf dem Mars wirklich wäre, kann es bei Astronews.com nachlesen.
Ich glaube was das Buch so besonders macht, ist die Mischung aus allem. Der sauber geschriebene und mit so viel Gefühl formulierte Roman entwickelt eine Homogenität, die ich bisher bei keinem Roman der NEO-Serie erlebt habe und macht es für mich zu einer wertvollen Lektüre, die ich ganz sicher noch ein zweites Mal lesen werde.
Das dynamische Titelbild von Dirk Schultz unterstreicht die Leidenschaft hinter den Geschichten aus der aktuellen Staffel.
Es ist wie mit der Henne und dem Ei: Was war zuerst da? Übertragen auf »Der Marsianer« lautet es: Ist es besser, zuerst das Buch zu lesen und dann den Film anzuschauen oder umgekehrt? In meinem Fall spielte das zwar keine Rolle, denn ich habe das Buch bereits vor einem halben Jahr gelesen und vorgestern dann die Verfilmung gesehen. Doch für andere Zuschauer bzw. Leser steht diese Frage durchaus im Raum.
Sagen wir mal so, der Film hilft dabei, einige Schwächen des Romans auszubügeln, nämlich dann wenn es ums visualisieren geht. Viele der Szenen im Buch leiden unter mangelnder Beschreibung. PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick würde es schlicht als »Weißraum« bezeichnen.
So war mir nicht klar, dass das Wohnmodul ein separater Teil der Kuppel ist. Ich habe mir vorgestellt, das Mark Watney zwischen seinen Kartoffelpflanzen in der Kuppel lebt. Im Film sieht man aber deutlich, wie der Wohntrakt als zylinderförmiger Zusatz an der Wohnkuppel angedockt ist. Auch von der »Hermes« hatte ich eine völlig andere Vorstellung. Und gerade von dem Rover, der eine große Rolle spielt, konnte man sich im Buch nur ein unklares Bild machen.
Auch die Szene, in der die junge Frau die Satellitenbilder sichtet, fand in meinem Kopf in einem winzigen Raum mit vielen Monitoren statt und nicht im riesigen Saal eines Kontrollzentrums. So gesehen werden all die Dinge durch den Film lebendiger und fassbarer.
Einige Kritiker des Romans gaben an, dass die Szenen auf der Erde weniger gut erzählt werden als Mark Watneys Überlebenskampf auf dem Mars. Das habe ich stellenweise auch so empfunden. Im Film sind diese Szenen tatsächlich gelungener. Sie wirken durch einfache Gesten und den Ausdruck in den Gesichtern der Schauspieler viel tiefer.
Auf der visuellen Ebene ist der Film eindeutig besser. Und das, wie gesagt, nicht nur wegen der grandiosen Aussichten auf dem Mars oder im All.
Schwächen hat der Film genau da, wo das Buch seine Stärken hat. Mark Watneys Versuche zu überleben, seine Basteleien, die technischen Probleme mit denen er kämpft, all die Widrigkeiten und vor allem seine Einsamkeit kommen im Film nicht so rüber wie im Buch. Dazu fehlen zu viele der guten und wichtigen Szenen. Klar, für den Film musste die Geschichte radikal gekürzt werden, doch damit gehen essentielle Aussagen verloren. So funktioniert die Wasserherstellung nämlich nicht so optimal, wie im Film gezeigt und Watney bekommt sehr bald ein Problem mit zu viel Wasserstoff. Später killt er aus Versehen die Pathfindersonde, weil er den Elektrobohrer dagegen lehnt und steht anschließend bis zum Erreichen der ARES 4 ohne Kommunikation zur NASA da. (Es gibt einen Kurzschluss, weil er zuvor die Verkleidung des Bohrers abnehmen musste, da dieser zu schnell überhitzte.) Ich fand dies einen wichtigen Aspekt, der im Film einfach wegfällt und somit einen Teil des Konfliktes aus der Handlung nimmt. Aus meiner Sicht wäre es auch notwendig gewesen, zu zeigen, dass die Fahrt über den Mars nicht so ungefährlich und unspektakulär ist, wie sie im Film aussieht. Im Roman kippt Watney mit dem Rover bei der Einfahrt in den Schiaparelli-Krater von einer Rampe, weil zwei Räder des Fahrzeugs im Treibsand versinken. Seine Angst und die Frustration so kurz vor dem Ende zu scheitern, hätte man unbedingt zeigen müssen. Im Film verlief die Reise viel zu glatt, während sie im Roman ein eigenes Abenteuer darstellt. So gehen viele Dinge verloren, die die Geschichte so brillant machen.
Was auch verloren geht, ist die Sprache. Watney nimmt kein Blatt vor den Mund. Das wird im Film zwar angedeutet, steht aber, wahrscheinlich aus Rücksicht vor dem amerikanischen Publikum, in keinem Vergleich zur Direktheit seiner Äußerungen im Roman, die ihn gerade deshalb so authentisch machen.
Ich will hier noch kurz auf ein paar Auffälligkeiten und technische Ungereimtheiten im Film eingehen. Natürlich ist der Deutsche wieder derjenige, der die Bombe baut. Witzig fand ich, dass er ein bisschen wie Alexander Gerst aussieht, für einen Deutschen aber eindeutig zu viele Kinder hat. :) In einer Szene wird einem Projekt ein Name aus »Herr der Ringe« gegeben, das faszinierende daran ist, dass einer der Schauspieler in der Szene bei »Herr der Ringe« mitgespielt hat. Netter Gag. Apropos Schauspieler: Matt Damon in der Rolle von Mark Watney ist optimal besetzt und zu jederzeit glaubwürdig.
Die Satellitenbilder vom Mars waren dagegen grottenschlecht. Wenn die NASA im Film zwölf Satelliten um den Mars kreisen lässt, dann sollten sie doch bitte eine bessere Auflösung haben. Da liefern ja die Fotos von Google Earth eine bessere Qualität. Außerdem ist die Missionsdauer zu kurz. In der Literatur geht man von drei Jahren aus, weil das Fenster für einen günstigen Rückflug relativ eng ist und man bis zu einem Jahr auf dem Mars bleiben müsste. Auch von den Szenen in der Schwerelosigkeit war ich etwas enttäuscht, die wirkten bei »Gravity« sehr viel natürlicher. Die Bewegungen der Astronauten auf dem Mars sahen dagegen extrem schwerfällig aus, schließlich wiegt man auf dem Mars nur ein Drittel wie auf der Erde, die Bewegungsmuster wären andere. Und davon, dass ein Sandsturm in der dünnen Atmosphäre des Roten Planeten niemals die Wucht entwickeln könnte, um die ARES umzuwerfen, will ich gar nicht reden.
Mein Fazit lautet: Der Film greift die Schwächen von Andy Weirs Roman auf und bügelt sie aus, kann aber die Faszination seiner Literaturvorlage nicht eins zu eins transportieren. Um die Geschichte in ihrer Vollendung zu erleben, sollte man sowohl das Buch gelesen, als auch den Film gesehen haben. Erst beides zusammen ergibt ein homogenes Ganzes. Wobei ich vorschlagen würde, erst den Film anzusehen und dann das Buch zu lesen. Das macht den Kinobesuch noch etwas spannender.
Puhh! Ich bin fix und fertig, die Tränen sind noch nicht getrocknet, die visuellen Eindrucke noch nicht verdaut. Ich komme gerade aus dem Kino, wo ich mir den Animationsfilm »Alles steht Kopf« angesehen habe.
Die Filme von Pixar waren schon immer etwas besonderes, auch wenn sie seit dem Zusammenschluss mit Disney nicht mehr ganz so emotional und treffend waren, wie zuvor. Doch »Alles steht Kopf« (Wer hat sich eigentlich diesen blöden deutschen Titel ausgedacht? Der ist fast so schlimm wie damals »Das große Krabbeln«) macht alles richtig. Er bietet eine spannende Geschichte, die sowohl Kinder anspricht, in die sich aber auch Erwachsenen einfühlen können. Die Animationen sind wie immer großartig, nicht zu real, um sich noch den Zauber eines Trickfilms zu bewahren, aber detailliert genug, um Staunen hervorzurufen. Am stärksten ist der Film aber dann, wenn es um die Visualisierung der Denkprozesse geht, die im Kopf des kleinen Mädchens vor sich gehen. Ob es nun die Schaltzentrale ist oder die Inseln der Kernerinnerungen, das Langzeitgedächtnis oder das Unterbewusstsein, die eigentlich komplizierten Vorgänge werden auf so zauberhafte Weise erklärt, das man auch als rational denkender Erwachsener an der Darstellung der Zusammenhänge seine wahre Freude hat.
Ohne hier die Geschichte zu erzählen, möchte ich sagen, dass ich von einem Film lange nicht mehr so »emotional kompromittiert« wurde. Ich glaube der letzte Film, der das schaffte, war auch ein Pixar-Film und hieß »Oben«. Ich kann nur jedem, der Freude an Animationsfilmen mit guten Geschichte hat, empfehlen: Seht ihn euch an! Das ist der beste Pixar-Streifen seit Jahren.
Der einzige Wermutstropfen ist der Vorfilm. Die Vorfilme von Pixar zeichneten sich immer durch innovative individuelle Geschichten aus, die einen sympathisch auf den Hauptfilm einstimmten. Der Vorfilm »Lava« trägt eindeutig die Züge von Disney und das so stark, dass es nicht zu übersehen, nein besser, nicht zu überhören war. Zwei von Liebe singende Vulkane? Echt! In so einer Art Musicalnummer. Ich fand es fürchterlich und fragte mich ernsthaft, ob ich im falschen Film bin. Wenn der Mist noch eine Minute länger gedauert hätte, ich schwör’s, ich hätte fluchtartig das Kino verlassen. Das war peinlich hoch drei. Schade um die schön animierten Landschaften. Zum Glück hat es der Hauptfilm wieder rausgerissen.
Zum neugierig machen, gibt es hier noch den aktuellen Trailer: