Die Katze lässt das Espern nicht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 284 – »Der Fluch der Kartanin« von Rüdiger Schäfer

Das Schiff von Perry Rhodan und seinen Freunden stürzt auf der Flucht vor der Cernachjägerin Torytrae auf einem unbewohnten Planeten ab. Torytrae ist so fixiert darauf Rhodans Gehirn habhaft zu werden, dass sie alle Vorsicht, es nicht zu verletzten, vergisst. Da taucht Dao-Lin-H’ay auf, um ihr Einhalt zu gebieten. Es kommt zum Kampf bei dem Torytrae die Kartanin schwer verletzt und anschließend flieht. Rhodan und Danton, deren Gehirne immer noch in den Körpern von Yaanztronern stecken, versuchen Dao-Lin-H’ay zu helfen. Doch ohne funktionsfähiges Raumschiff, das sie von dem Planeten wegbringt, ist das so gut wie unmöglich. Doch da taucht mit der LOVELY BOSCYK ein Schiff auf, dessen Crew aus den Nachfahren der SLITHRUGTANNI besteht. Der Langstreckenkreuzer der SOL verschwand nach Rhodans Zeitverständnis vor zwei Monaten im blauen System zwischen Mond und Erde in einer Art Zeitstrudel und wurde offensichtlich 50 Jahre in die Vergangenheit nach M87 versetzt. Die Besatzung hat in Naupaum eine Kolonie gegründet und sich als zuverlässige Händler etabliert.
Dao-Lin-H’ay wird auf die Krankenstation gebracht und behandelt, während das Schiff nach New Olymp fliegt. Die Verletzung setzt in ihrem Kopf einen Prozess in Gang, bei dem sie im Heilkoma spricht. Sie erzählt, wie sie nach einem Vorfall bei der Abschlusszeremonie ihrer Ausbildung in ein Sanatorium gebracht wird und von da aus zusammen mit einer anderen Kartanin flieht und auf einem Raumfrachter landet, der in M87 unterwegs ist. Die beiden schlagen sich viele Jahre allein durch. Dao-Lin-H’ay entdeckt dabei den »Ruf« des Schwarzen Lochs im Zentrum von M87 und will unbedingt in seine Nähe kommen.  Sie starten eine Expedition, bei der sie auf einem einsamen Planeten stranden. Ihre Gefährtin stirbt. Dao wird kurz vor ihrem Ableben von den Schwestern der Tiefe unter der Führung von Nathalie Rhodan da Zoltral gerettet.
Während sich die Kartanin auf New Olymp erholt, fliegen Rhodan und seine Begleiter weiter zur ersten Station des Peregosch.

Der Roman startet mit einer Raumschlacht, in dessen Folge das Schiff von Gayt-Coor auf einem Planeten zerschellt. Sowohl der Kampf gegen die überlegende Cernachjägerin als auch der Weltenbau des Planeten wirken überzeugend. Ich wundere mich nur, das Perry Rhodan im Kampf und auf der Flucht vor Torytrae Zeit hat, sich Gedanken zu Vegetation oder ähnlichem zu machen. Das hat die Actionszenen ein bisschen ausgebremst.

Charakterromane liegen Rüdiger Schäfer am Herzen und so stattet er dieses Mal Dao-Lin-H’ay mit einer passenden Hintergrundgeschichte aus. Das liest sich gut, befriedigt aber nicht alle meine Erwartungen. Denn die Geschichte endet, als die Kartanin von den Schwestern der Tiefe gerettet wird. Dazwischen liegt eine lange Odyssee, die die Beweggründe der Figur vermitteln soll, in vielen Teilen aber den Charakterromanen gleicht, die der Autor bereits für andere Figuren der NEO-Handlung verfasst hat. Rüdiger Schäfer verleiht der geheimnisvollen Kartanin ein wenig mehr Tiefe, offenbart aber keinerlei Hintergründe zu den Geschehnissen der Staffel. Wir erfahren aber, dass Torytrae von den Schwestern der Tiefe beauftragt wurde, Rhodans Gehirn sicherzustellen.

Gut gefallen hat mir die Gedankenwelt von Dao-Lin-H’ay. Mir war bisher nicht bewusst, das Kartanin über mentale Fähigkeiten wie Espern verfügen, sprich die Gedanken anderer lesen bzw. manipulieren können. Das ist sehr eindrucksvoll geschildert. Ich denke aber, das ich eine der wenigen bin, die diesen Aspekt des Romans faszinierend findet.

Dass die SLITHRUGTANNI wieder auftaucht, hat mich tatsächlich überrascht. Obwohl ich damit gerechnet habe, ist die Platzierung an dieser Stelle der Handlung nicht zu erwarten gewesen. Ich frage mich aber, wie groß die Besatzung des Langstreckenkreuzers wirklich war. Mir war es so, als bestünde sie nur aus einer Hand voll Personen, die nie eine so große Kolonie hätten bilden können. Andererseits ist es schön zu sehen, wie die Exposéautoren ein Puzzleteil nach dem anderen zusammenfügen.

In »Der Fluch der Kartanin« pausiert die Handlung zum ersten Mal in dieser Staffel. Am Ende weiß man ein wenig mehr über die Galaxie M87, die offensichtlich von einer trennenden Barriere umgeben ist. Und es wird die Jugend von Dao-Lin H’ay näher beleuchtet.

Sehr gelungen finde ich übrigens das Cover von Dirk Schultz und Horst Gotta. Da schlägt das Herz einer Katzennärrin höher.

Perry am Sonntag

Kassenwart der PRFZ – René Spreer – und ich bei der Verkaufsberatung

Tag 3 der 4. PERRY RHODAN-Tage der PRFZ startete früh. Ab 5:30 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Also standen wir halb sieben auf, duschten, bezahlten an der Rezeption unser Zimmer und beluden schon mal das Auto. Anschließend fuhren wir zu einer Ladesäule, die nur wenige hundert Meter entfernt lag. Danach gingen wir wieder ins Hotel und frühstückten zusammen mit Robert Corvus und Klaus Bollhöfener. Nach dem Frühstück spazierte ich zusammen mit den anderen zum Jugendzentrum Mühle, während mein Mann das Auto holte.

Ich brachte mich wieder hinter dem Stand der PRFZ in Position. Der Andrang am Sonntagmorgen war jedoch überschaubar. Aber ein bisschen was ging doch. Eigentlich hatten wir einen Plan gemacht, dass wir uns abwechseln, damit jeder mal Standdienst hat und alle sich auch mal die Panels ansehen konnte. Am Sonntag klappte das irgendwie nicht. Ich saß die ganze Zeit da und quatschte mit den Leuten. Schließlich räumten wir gegen Mittag zusammen, sortierten alles wieder in die Kisten, zählten sowohl den Bestand als auch die Einnahmen. Dann ergatterten wir die letzten Wienerwürstchen im »Old Rocketman«, bevor wir hoch in den Hauptsaal zum Panel mit den Autoren der Erstauflage gingen.

Die Kunst mit möglichst vielen Worten wenig zu verraten, beherrschen PERRY RHODAN-Autoren und besonders die Exposéautoren in Perfektion. Selbst Roman Schleifer gelang es nicht, den Anwesenden mehr als ein paar Andeutungen zu entlocken. Es war dennoch unterhaltsam Arndt Ellmer, Wim Vandemaan, Kai Hirdt und Robert Corvus zuzuhören, was sie zum Kurs 3200 zu sagen hatten.

Pünktlich um 15 Uhr sprachen Nils Hirseland und Claudia Hagedorn die Abschiedsworte und brachten eine großartige Veranstaltung zu einem gelungenen Ende. Die Zeit des Abschieds war gekommen. Ich sagte jedem, den ich kannte und der noch da war »Auf Wiedersehen«, dann traten wir die Heimreise an.

Auch wenn ich vom Programm so gut wie nichts mitbekommen habe, waren die 4. PERRY RHODAN-Tage in Braunschweig ein toller Con. So viele Freunde nach mehr als drei Jahren endlich wiederzusehen, war ein unvergessliches Erlebnis. Die Organisation, die schon lange im Voraus geplant worden war, hat gut geklappt. Ein paar Sachen können wir beim nächsten Mal besser machen, aber man muss ja immer Patz für eine Steigerung lassen.

Mein besonderer Dank geht an Claudia Hagedorn und die Mitglieder des Fördervereins Phantastik Raum & Zeit e.V. für ihre aufopfernde Tätigkeit im Hintergrund bei Technik und Bewirtung der Gäste. Für über 200 Leute Essen und Trinken bereitzustellen, muss man erst einmal hinbekommen. Danke auch an den Vorstand der PRFZ und die vielen fleißigen Helfer aus der PRFZ, ohne die der Event nicht annähernd so gut geklappt hätte. Ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Keine Zeit in Braunschweig

Das PRFZ-Panel

Tag zwei des PRFZ-Con startete mit einem guten Frühstück im Hotel. Der Frühstücksraum war wohl der einzig klimatisierte Raum im ganzen Hotel. Auf den Fluren und in den Zimmer war es kuschelig warm. Im Gegensatz zu draußen.

Wir machten uns schon nach 8 Uhr auf den Weg in die Mühle. Dort war schon einiges los. Ich und mein Mann packten die Publikationen aus dem SpaceShop aus und präsentierten sie ansprechend auf dem Tisch. Wir waren noch nicht fertig, da standen schon die ersten Käufer parat. Der Ansturm war so groß, dass ich anfangs ein bisschen überfordert war. Am besten verkauften sich die Glasmodelle. Wir konnten sie gar nicht so schnell wieder hinstellen, wie sie weggingen. Mein Mann holte sie dann gleich aus dem Karton und ich kassierte. Zum Abstreichen von der Liste kam ich allerdings nicht. So weiß ich nicht ganz genau, wie viele an dem Wochenende wirklich verkauft wurden.

Wegen des Standdienstes verpasste ich die Eröffnung, war aber dann um 11 Uhr beim Panel der PRFZ im Hauptsaal mit Nils Hirseland und Herbert Keßel auf der Bühne. Das verzögerte sich ein bisschen wegen der Beleuchtung, die nicht funktionierte und bei der dann ein wenig improvisiert werden musste. Das hat dann aber im Laufe des Cons offensichtlich gut hingehauen. Beim Programmpunkt verliehen wir unter anderem Herbert Keßel die Ehrenmitgliedschaft der PRFZ für seine langjährige Tätigkeit als Mitgliederbetreuer, Kassenwart, SpaceShop-Betreuer und Con-Organisator.  Das war von langer Hand heimlich geplant. Ich hatte die Urkunde gemacht und ein kleines Geschenk gekauft. Die Überraschung ist geglückt. Herbert hat sich sehr gefreut.

Die gestenreichen Erzählungen der Chefredakteurin

Mitten im Panel rief Madeleine Puljic auf Nils Hirselands Handy an und sagte, dass sie und Kai Hirdt im Stau stehen und später kommen und es daher nicht rechtzeitig zu ihrem Panel um 12 Uhr schaffen würde. Ich bot dann kurzerhand an mit Madeleine zu tauschen. So konnte ich leider vom Programmpunkt mit Ex-PERRY RHODAN-Marketingchef Klaus Bollhöfener und seiner Nachfolgerin Janina Zimmer nur die ersten Minuten anschauen, um pünktlich zu meinem Panel im Gruppenraum zu erscheinen. Dort musste ich den wartenden Gästen mitteilen, dass sie mit mir Vorlieb nehmen mussten, anstatt Madeleine. Es sind tatsächlich viele sitzengeblieben, obwohl ich keine wirklich spannenden Geschichten aus der SOL-Redaktion zu berichten hatte. Aber es entspann sich eine schöne Diskussion über alle möglichen Themen. Das fand ich sehr fruchtbar. Später beschwerten sich zwar einige, dass sie mich verpasst haben, was mir natürlich sehr leid tat. Es blieb übrigens der einzige Programmpunkt in den beiden Tagen, der verschoben worden ist.

Anschließend haben wir schnell war gegessen, denn um 13 Uhr fand die Mitgliederversammlung der PRFZ statt. Hermann Ritter führte wieder strikt und unterhaltsam durch die Versammlung, so dass wir zwar schnell fertig waren, aber die arme Schriftführerin (ich) kaum mit dem Protokoll nachkam. Wir waren übrigens 42 Teilnehmer. Es fanden nicht alle einen Sitzplatz und einige wenige mussten stehen. Es war die Versammlung mit den meisten Mitgliedern, an der ich teilgenommen habe. Das fand ich gut, da merkt man, dass den Leuten der Verein nicht egal ist.

Danach besuchte ich das NEO-Panel mit Rüdiger Schäfer, Ben Calvin Hary und Marlene von Hagen. Die Moderation hatte wie auf dem gesamten Con der »Schleifer von Wien« – Roman Schleifer – inne. Roman ist eine echte Rampensau und quetschte aus den Autoren allerhand neues heraus. Auf meine Frage (die übrigens im Forum diskutiert wurde) an Rüdiger, ob denn Dao-Lin-H’ay die Auftraggeberin von Torytrae ist, antwortete er mit einem Nein. Als ich ihm sagte, dass er das aber so in Band 284 geschrieben hätte, konnte er sich nicht mehr erinnern. Zum Glück sprang mir Lektor Dieter Schmidt (der vor mir saß) zur Seite. Er hatte das ebenso gelesen. Es ist doch schön zu hören, dass auch Expokraten hin und wieder Fehler machen.

Ben und ich hecken gerade etwas aus. Foto: Norbert Fiks

Anschließend hatte ich wieder Dienst am PRFZ-Stand. Der Andrang war jetzt aber nicht mehr so groß, so dass genügend Zeit für Gespräche mit Freunden und Fans war. Außerdem hatte ich den besten Platz, um all die Cosplayer zu bewundern, die zum Con gekommen waren. Ich hatte zwar auch meine Star Trek: Enterprise Uniform dabei, aber mir war es zu warm, so dass ich nicht in den Overall geschlüpft bin.

Gegen 19 Uhr gingen wir dann mit Klaus Bollhöfener und Uwe (der den Einlass organisiert hatte) zum Abendessen in ein nahegelegenes Brauhaus. Mir knurrte schon seit Stunden der Magen, weil ich mittags nur eine Nudelsuppe gegessen hatte. Im Biergarten vor dem Restaurant gab es eine lustige Szene mit zwei Damen, die Uwe für den Kellner hielten, weil er die Speisekarten bei uns am Tisch verteilte. Die beiden wollten zahlen und Uwe meinte sinngemäß: er würde das Geld schon nehmen, könne aber keine Quittung ausstellen. Wir haben alle gelacht. Nach ausreichender Stärkung gings zurück zur Mühle, wo die Late Night Show mit Hermann Ritter und Robert Vogel lief. Unterwegs kamen uns aber viele entgegen, die völlig ausgehungert waren und lieber essen gehen wollten.

Ich ging dann auch nicht mehr nach oben in den Hauptsaal, sondern quatschte noch bis knapp 22 Uhr vor dem Congebäude mit Fans. Totmüde fiel ich irgendwann danach ins Hotelbett.

Fotos folgen.

Erster Tag Braunschweig

Vorbereitungen abgeschlossen mit Nils Hirseland, Leonhard Beyerle. Foto : Norbert Fiks

Die PERRY RHODAN FanZentrale veranstaltet an diesem Wochenende ihren Con in Braunschweig. Eigentlich sollte der schon vergangenes Jahr stattfinden, aber wegen der Pandemie haben wir ihn nach 2022 verschoben.

Ich war ein bisschen in die Organisation eingebunden, habe Dinge besorgt, die man für den Con braucht und bin auch vor Ort zum Beispiel für den Stand der PRFZ verantwortlich. Außerdem werde ich auch wieder auf der Bühne stehen. Am Samstagnachmittag habe ich ein eigenes Panel. Ich weiß zwar noch nicht, was ich erzählen soll, aber schauen wir mal.

Wir sind nicht wie geplant mit der Bahn angereist, weil die Verbindung mit vier mal umsteigen nie im Leben geklappt hätte. So sind wir mit unserem Auto gefahren, mit einer Zwischenübernachtung in Saalfeld. Das war weniger stressig.

Heute Nachmittag haben wir erst im Hotel eingecheckt und geduscht. Dann haben wir das Congebäude aufgesucht und ein bisschen beim Aufbau geholfen. Schließlich waren wir Essen in einem Lokal, das »Lord Helmchen« heißt und haben gut gegessen.

Das einzige nervige ist das Wetter. Es waren heute wieder über dreißig Grad und sehr schwül. Selbst ohne Bewegung war ich dauernd am Schwitzen. Den anderen ging es ähnlich, ihre T-Shirts und Hemden hatten auffällige Flecken.

Ich freue mich schon auf morgen. Es wird zwar anstrengend aber sicher sehr schön.

Blitzflug

Kaum angekündigt, schon ist sie da. Die »SOL« flatterte heute ins Haus, viel schneller als erwartet. Da hat sich die Druckerei richtig beeilt. Die Mitglieder der PRFZ bekommen ihre Ausgabe in den nächsten Tagen zugeschickt. Die Dialogpost ist eben ein bisschen langsamer.

Zusammen kam die »SOL« mit den Belegexemplaren der PERRY RHODAN-Erstauflage von dieser Woche. Darin die Ausgabe 46 meiner Kolumne »FanSzene«. Ja, es geht auf die Nummer 50 zu.

Da liegen nun also meine zwei »Babys«. Ich freue mich jedes Mal darüber, auch wenn es inzwischen meine 23. Ausgabe der »SOL« und die 46. »FanSzene« ist. Es steckt viel Herzblut in Beidem. Mehr als sich manch einer vielleicht vorstellen mag. Vor allem aber steckt ein großer Teil meiner Freizeit darin. Aber es ist mir Lohn genug, wenn ich die Publikationen in Händen halten kann. Das befriedigt und motiviert gleichermaßen. Denn nicht immer ist alles perfekt. Da entdeckt man dann doch den einen oder andern kleinen Fehler. Das ärgert mich immer ein wenig, spornt mich aber auch an, beim nächsten Mal noch besser, noch fehlerfreier zu werden.

Ich hoffe, dass sowohl die »SOL« als auch die »FanSzene« den Lesern und Leserinnen viel Freude bereiten wird. Ich finde sie dieses Mal besonders gelungen.

Die SOL im Comicfieber

Comics spielten in der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie immer mal wieder eine Rolle. »PERRY RHODAN im Bild« war die erste Publikation, in der Geschichten um den Raumfahrer Perry Rhodan als Comics erzählt wurden. In den darauffolgenden Jahrzehnten sollten weitere Comic-Reihen folgen. Obwohl sie den großen Erfolg der Hauptserie und dessen Ableger nie erreichen konnten, sind sie ein wichtiger Teil von PERRY RHODAN. Nicht wenige Leser und Leserinnen sind durch die Zeichnungen aus den Comics zur Serie gekommen und manch einer bis heute dabeigeblieben.

Die SOL 107 widmet sich deshalb in einem Schwerpunkt den Comics der PERRY RHODAN-Serie. In Interviews und Rückblicken sowie mit einem Making-of erklären u. a. Autoren und Zeichner der Alligator Farm wie die Comics für die größte Science-Fiction-Serie der Welt entstanden bzw. entstehen und was den Reiz dieses Mediums ausmacht. Reinhard Habeck berichtet vom Ursprung seiner Rüsselmops-Comics, und als besonderen Bonus gibt es statt einer Kurzgeschichte einen Comic von Alexander Huiskes.

Die Beiträge abseits des Schwerpunkts beschäftigen sich mit PERRY RHODAN NEO und der aktuellen Miniserie »Atlantis«. Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm gestatten einen Einblick in ihre Arbeit als Exposé-Autoren. Daniela Hesse bespricht die Miniserie. Ich nehme gewohnt kritisch die NEO-Staffel »Leticron« unter die Lupe.

Von den Aktivitäten der Fan-Szene berichten Gerhard Huber, Jürgen Müller und Markus Regler. Dabei gibt es seit zwei Jahren erstmals wieder Conberichte zu lesen. Alexandra Trinley führt die beliebte Reihe zu den 60 Geburtstagen von PERRY RHODAN fort. Thomas Harbach stellt einen außergewöhnlichen Crossover-Fanroman vor.

Ein ganz besonderer Hingucker ist aber das Titelbild von Henrik Fetz. Die Zeichnung zierte 2008 das Titelbild vom PERRY-Comic 135. Maikel Das schlug mir das Motiv vor, weil es sehr schön die Essenz der PERRY-Comics zeigt. Außerdem wollte ich schon immer mal nackte Frauen auf einem Titelbild der SOL haben.

Das Heft ist seit dieser Woche in der Druckerei. Drücken wir die Daumen, dass der Papiermangel uns keinen Strich durch die Rechnung macht und das Heft rechtzeitig Mitte August an die Mitglieder der PERRY RHODAN-FanZentrale ausgeliefert werden kann.

Vive la révolution

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 282 – »Der Mann aus der Vergangenheit« von Olaf Brill

Auf der Straße nennt man ihn Roi Danton, weil er sich wie ein Adliger gibt, obwohl er ein Bürgersohn ist. Georges Jacques Danton ist ein Mann der Revolution. Jener ersten Revolution, die in Frankreich den König stürzte und dem Volk die Macht gab. Welche dann einige Revolutionäre missbrauchten, um sich selbst an die Spitze zu setzen. Am Ende fraß die Revolution ihre Kinder. Einer davon war Georges Danton.
Doch nachdem sein Kopf von der Guillotine abgetrennt worden war, passierte das Erstaunliche. Sein Gehirn wurde auf mysteriöse Weise durch Raum und Zeit versetzt und landetet in einer Gehirnbank in Naupaum. Wo es wegen eines Notfalls in den Körper eines Yaanztroners versetzt wurde. Nun muss dieser Mensch aus dem 18. Jahrhundert der Erde, sich auf einem fremden Planeten in einer fernen Zukunft und einer noch ferneren Galaxie zurechtfinden. Doch er kann nicht aus seiner Haut, als er die Ungerechtigkeit und die Not der Bewohner sieht. Sehr schnell melden sich seine revolutionären Gedanken und bringen sein Gehirn und den Körper, in dem es steckt, in Bedrängnis. Dumm ist nur, dass der Körper dem Kriminellen Seskatsch gehört, der Dantons Ceynach lieber früher als später loswerden würde.
Durch sein rebellisches Verhalten fällt Danton im Körper Seskatchs auf. Gayt-Coor, ein Raumfahrer aus Naupaum, wird auf ihn aufmerksam und darauf, dass Danton offenbar eine Person mit dem Namen Perry Rhodan sucht. Er hilft bei der Suche und stellt den Kontakt zur Caddron-Vaga her, weil er sich damit eine Möglichkeit verspricht, von dem Planeten zu verschwinden.
Perry Rhodan ist skeptisch, als er schließlich dem Yaanzdroner mit dem eigenartigen Ceynach und der noch seltsameren Geschichte begegnet. Doch er stellt bald fest, dass das Ceynach tatsächlich Georges Jacques Danton gehört, jenem Helden der französischen Revolution. 

Immer wenn man denkt, man hat alles gelesen und kann bei NEO nicht mehr überrascht werden, dann kommt sowas. Die Geschichte ist über weite Strecken ein historischer Roman, der die Zeit der französischen Revolution wieder aufleben lässt. Der Hauptcharakter Georges Danton und alle anderen Beteiligten werden präzise in die Handlung eingewoben. Zugleich charakterisiert Olaf Brill den Franzosen sehr lebhaft und stimmig. Man ist sofort gefesselt vom Schicksal des Anhängers der Aufklärung, dessen Zukunftsglaube und Optimismus regelrecht ansteckend sind. Da bekommt man historische Fakten in einer spannenden Geschichte präsentiert. Die französische Revolution gehörte zu meinen Lieblingsthemen im Geschichtsunterricht. Das ist zwar fast 35 Jahre her, aber der Funke ist wieder übergesprungen.

Nicht nur im Historischen kennt sich der Autor aus. Mit der gleichen Präzision beschreibt er die technologisch fortschrittliche Zivilisation auf einem fremden Planeten. Der Weltenbau in Naupaum kommt nicht zu kurz. Ähnlich wie die Vorgängerautoren erzählt Olaf Brill in aussagekräftigen Bildern von der überbevölkerten Welt, in der die Bewohner unter der Herrschaft eines Tyrannen leben. Einer Welt, in der es trotz Fortschritt zu viel Armut und Tod gibt. Das ist teilweise lebhafter und glaubwürdiger beschrieben, als im Vorgängerband von Ben Calvin Hary.

Mein Lob geht an dieser Stelle auch an die Exposéautoren, die mit der Einführung des echten Georges Danton, eine völlige andere Figur als den Roi Danton aus der Erstauflage erschaffen, die dennoch gewisse Ähnlichkeiten besitzt. Der Roi Danton von NEO ist nicht der Sohn Perry Rhodans. Er ist das Vorbild, dem sich Michael Rhodan einst verschrieben hat. Mit diesem Roman wird wiederholt klar, dass NEO nicht nur die Nacherzählung der Erstauflage ist, sondern eine Neuinterpretation. Das macht die Serie überraschend für NEO-Fans und Leser der Erstauflage gleichermaßen.

Ein Franzose in Naupaum. Das hätte ich nun nicht erwartet. »Der Mann aus der Vergangenheit« ist ein großartiger historischer Roman mit ganz viel Sense of Wonder. Er führt die Staffelhandlung konsequent fort und hebt die NEO-Serie auf ein neues erzählerisches Niveau. Das überaus gelungene NEO-Debüt von Olaf Brill muss man gelesen haben.

Auf der Flucht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 271 – »Die Ceynach-Jägerin« von Ben Calvin Hary

Perry Rhodans Gehirn im Körper eines Yaanztroner wurde von den Caddron-Vaga, einer Gruppe Rebellen, vor der Jägerin Torytrae gerettet. Die Insektoide ist hinter Rhodans Gehirn her, doch sie ist nicht die Einzige. Ihr Konkurrent Noc möchte ihr Rhodan vor der Nase wegschnappen. Dazu erpresst er den Missionsplaner der Rebellen, Laikytsch, der prompt seine Kameraden zusammen mit Rhodan in eine Falle lockt.
Während alle denken, dass sie dabei sind, einen Anschlag auf das Pasch-Okan, die Transmitterbehörde von Yaanztron, zu verüben, lauert ihnen Noc im Gebäude auf. Doch gerade als er Rhodan und seinen Wirtskörper gefangen nimmt, schreitet Torytrae ein und verhilft damit Rhodan und den anderen Rebellen zur Flucht. Es gelingt ihr zwar, sie später wieder zu stellen, doch dann opfert sich Laikytsch und lässt eine Bombe explodieren.
Rhodan und dem Rest der Truppe gelingt die Flucht. Unerkannt können sie auf Yaanztron untertauchen.

Der Autor treibt Perry Rhodan und seine Gefährden anfangs noch zögerlich dann aber unerbittlich voran. Dabei zeichnet er ein extremes Bild der Enge, die auf dem überbevölkerten Planeten herrscht. Bekam man schon im Vorgängerroman mit, wie dicht Yaanztron besiedelt ist und wie schwierig die Lebensverhältnisse sind, so legt Ben Calvin Hary noch mal eine Schippe drauf. Das war mir persönlich schon ein wenig zu viel. Ab einem gewissen Punkt ist ein Leben, so wie er es beschreibt, dort praktisch nicht mehr möglich.

Der Handlungsfokus liegt auf Perry Rhodan, dem Verräter Laikytsch und der Jägerin Torytrae. Doynschto, Rhodans yaanztronischer Verbündeter und das Yaanztroner Mädchen Ceddy, dass man im Vorgängerband kennengelernt hat. werden nur mitgeschleppt, oder nur kurz erwähnt. Dafür versucht der Autor den Sohn von Laikytsch, Yammot, zu etablieren. Der Jugendliche will die Rolle seines Bruders Keldon als Beschützer der Familie einnehmen, nachdem dieser verhaftet wurde. Doch die Familie redet ihm ein, er sei zu schwach und solle Mädchenkleider tragen. Der hier aufgezeigte Geschlechter- und Identitäts-Konflikt ist zwar gut herausgearbeitet, hätte aber mit Ceddy genauso gut, wenn nicht sogar noch besser funktioniert. Als Leser muss man Yammot erst kennenlernen, dafür ist aber nicht genug Spielraum in dem Roman und so fühlt man auch nicht richtig mit ihm mit. Mit Ceddy hatte Lucy Guth bereits eine ähnliche Figur etabliert, die sicher schon das eine oder andere Herz der Leser erobert hatte, mit ihr wäre die Geschichte für mich überzeugender gewesen.

Torytrae, die Namensgeberin des Roman bleibt blass. Man erfährt zwar wie sie lebt und wie sie agiert (vorwiegend durch Analysen der Überwachungsdaten) dennoch bleiben ihr Hintergrund und ihre Motive im Dunkeln. Warum und für wen Arbeit sie? Warum sind noch weitere Jäger wie sie auf Rhodan angesetzt? Es wird im Roman oft betont, wie respektvoll bzw. furchtsam ihr die Bewohner Yaanztrons begegnen. Man hat regelrecht Angst vor ihr und den Angehörigen ihrer Rasse. Und dennoch schläft man mit ihr in einem Zimmer? Liegt ihr sogar im Weg. Das war einer der Punkte, die ich nicht so recht nachvollziehen konnte. Ich hätte es gut gefunden, wenn sie sich (als achtbeiniges Wesen) zum Schlafen an die Decke gehängt hätte und alle anderen hätten einen Sicherheitsabstand zu ihr gehalten.

Wie schon im ersten Band der Staffel dient auch dieser Roman dem Weltenbau. Der Planet Yaanztron und die Gesellschaft in Naupaum wird detailliert geschildert. Anhand von Laikytschs, dem Schicksal seines Sohnes Keldon, und der Arglist der Regierungsbeamten erfährt man von der lückenlosen Überwachung, den Akten und der rigorosen Verfolgung von Regierungskritikern. Zusammen mit der Überbevölkerung und den kollektiven drakonischen Strafen, dem Ausreiseverbot erinnert das Ganze an das Leben im aktuellen China. Im Grunde werden alle Bewohner von der Transmitterbehörde lückenlos überwacht, Fehltritte werden gnadenlos bestraft, jeder hat eine Akte, in der Vergehen und politische Haltung aufgezeichnet werden. Denunziantentum ist an der Tagesordnung, nur höhere Beamten haben Privilegien, die Reisefreiheit ist massiv eingeschränkt und jeder misstraut dem anderen. Es ist eine düstere Welt, in die es Perry Rhodan da verschlagen hat.

Noch nichts erfahren wir über das Wie und Warum der Gehirnwechsel überhaupt stattgefunden hat. Nur eine Andeutung: Die Architektur des Pasch-Okan orientiert sich an der Neun. Die Loower lassen grüßen.

Bis auf ein paar kleinere Widersprüche ist »Die Ceynach-Jägerin« ein lebendig geschriebener Roman, der die fremde Welt, in die es Perry Rhodan verschlagen hat, treffend beschreibt.

Gehirnakrobatik in Naupaum

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 280 – »Fremder als fremd« von Lucy Guth

Perry Rhodan erwacht in völliger Finsternis jeglicher sensorischer Reize beraubt. Er weiß nicht, was passiert ist und wo er sich befindet. Er glaubt schon in dem Nichts seinen Verstand zu verlieren, da spürt er eine Veränderung …
Der Yanztrooner Doynschto arbeitet als Zerebralpfleger auf dem Planeten Nopaloor in einer Gehirnbank. Er versorgt frisch entnommene Ceynachs (Gehirne) und bereitete sie auf die Einlagerung oder die Transplantation in andere Wirtskörper vor. Da bekommt er ein Ceynach auf den Tisch, dass völlig anders ist und sich seinen Behandlungsmethoden entzieht. Um es am Leben zu erhalten, muss er es in einen Wirtskörper transplantieren …
So kommt es, dass Perry Rhodan im Körper eines jungen Yanztrooners aufwacht und von nun an zusammen mit dem Zerebralpfleger von einer insektoiden Verfolgerin durch eine fremde Welt gehetzt wird, die 43 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie schlagen sich auf und unter der Oberfläche eines völlig überfüllten Planeten durch Katakomben, Schmutz und billige Unterkünfte, durchstöbern Schwarzmärkte, Casinos und zwielichtige Etablissements um an eine Raumschiffpassage zu kommen.
Perry Rhodan will weg von dieser Welt und herausfinden, was mit ihm und seinem Körper passiert ist. Doch die Ceynach-Jägerin Torytrae bleibt ihnen ständig auf den Fersen und verhindert seine Flucht von Nopaloor.

Wow! Ich habe selten einen unterhaltsameren NEO-Roman gelesen. Da war alles dabei, was eine gute Geschichte ausmacht. Gut ausgearbeitete Charaktere, gelungene Dialoge, ungezwungene Action, perfektes Timing und ganz viel Sense of Wonder. Man lernt die Welt der Yanztrooner mit alles Sinnen kennen, man fühlt die Enge durch die Überbevölkerung förmlich. Ich hatte fast das Gefühl, die Bewohner Nopaloors würden jeden Moment aus den Buchseiten herausquellen.

Die Autorin beweist sehr viel Fantasie. Da bringt einen jede Kleinigkeit zum Staunen oder zum Lachen, vom Bordellbesuch bis zum Jahrmarkt, von der Bank bis zum Casino. Am Ende erlebt man noch einen genialen Twist, der überrascht.

Dabei wirkt die Geschichte nie albern, selbst wenn der Grundtenor so klingt. Ich meine, Perry Rhodans Gehirn geht auf Reisen, das hätte genauso gut schief gehen können. Siehe die Star Trek-Folge »Spocks Brain«, die nicht wirklich zum Besten gehört, was Star Trek hervorgebracht hat. Im Gegenteil vieles was in der Gesellschaft der Yanztrooner passiert, wird kritisch betrachtet und weißt einige Parallelen zur aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung unsere Realität auf.

Vom Schwarm gleich nach Naupaum, dies ist in der Tat eine unerwartete Entwicklung innerhalb der NEO-Serie. Da ich den Naupaum-Zyklus aus der Erstauflage nicht kenne, bin ich ziemlich gespannt, was mich hier im Kugelsternhaufen um die Galaxie M84 alles erwartet.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter spoilern, denn diesen Roman muss man selbst gelesen haben. Und weil man dafür so gut wie keine Vorkenntnisse benötigt, ist er auch für Neueinsteiger geeignet.

»Fremder als fremd« ist ein kleines Meisterwerk. Ich glaube, ich habe noch nie eine so unbedingte Leseempfehlung ausgesprochen wie zu diesem Roman. Danke an die Autorin, für die unterhaltsamsten Stunden mit einem NEO seit langem.