Frei(e)fahrt mit der DB

Als ich gestern den DB-Newsletter las, in dem mir eine Freifahrt nach Paris in Aussicht gestellt wurde, wenn ich meine BahnCard in eine Kreditkarte umwandele, entkam mir ein nur mühsam unterdrückter Fluch. Ich hatte nämlich eine halbe Stunde vorher am Fahrkartenautomaten festgestellt, dass ich am nächsten morgen nicht würde zur Arbeit fahren können. Streckensperrung wegen Bauarbeiten und das noch bis einschließlich Mittwoch!
Das hieß dann entweder Schienenersatzverkehr oder ein Tag Zwangsurlaub, an dem ich als Selbstständige natürlich kein Geld verdiene. Nun sind dreieinhalb Stunden Fahrt hin und dreieinhalb Stunden zurück kein Pappenstiel. Das wären sieben Stunden Fahrt für sieben Stunden Arbeit und das wollte ich mir dann doch nicht antun. So habe ich heute unfreiwillig einen Tag frei, die Firma motzt, ich verdiene kein Geld und das nur weil die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren gespart hat, wo sie nur konnte. Prima!
Es ist mir unverständlich wie man eine derart stark befahrenen Bahnstrecke, wie die zwischen Salzburg und München, einfach mal für eine ganze Woche sperren kann. Da fahren jeden morgen hunderte von Pendlern zur Arbeit und gerade in den Ferien sind viele Touristen in der Gegend unterwegs. Ich verstehe es einfach nicht, da hätte es doch sicher eine andere Lösung gegeben.

So nutze ich nun den freien Tag dazu, um an meinem Roman zu arbeiten. Richtig darüber freuen, kann ich mich aber nicht. Denn ich will keine Freifahrt nach Paris sondern nur freie Fahrt bis München.

Grüße aus den Achtzigern

Unser gestriger Filmabend fand mal wieder auf Arte statt. Die senden neben aktuellen Serienhinguckern wie „Real Humans“ ab und an auch Highlights der Filmgeschichte.

So zum Beispiel „Fame – Der Weg zum Ruhm“, ein Werk aus den frühen Achtzigern, den ich selbst noch aus dem Kino kenne. (Ja, dieser Film hat es sogar in die Kinos der DDR geschafft. Jahre später zwar, aber immerhin.) In der ARD lief zu jener Zeit auch die gleichnamige Serie. Ist schon komisch, das ich mich auch nach drei Jahrzehnten noch an die Namen der Hauptfiguren erinnern konnte. Überhaupt spülte der Film einer Menge positiver Erinnerungen an diese Zeit hervor. Zum Beispiel das unbesorgte Gefühl, auf eine hoffnungsvolle Zukunft, obwohl die damals wohl genauso unvorhersehbar war wie heute. Es muss wohl am Alter gelegen haben, das man sich weniger Gedanken gemacht hat.

Ende der Woche läuft wieder so ein Streifen, der mich in meine Jugendzeit zurückführt, dann jedoch auf Tele 5. „La Boum – Die Fete“ – Filme wie dieser haben eine ganze Generation von Teenies geprägt, mich eingeschlossen. In Ermangelung eines Videorekorders, habe ich damals, wie wahrscheinlich viele andere auch, den Film mit Mikrofon und Kassettenrekorder mitgeschnitten. (Sehr zum Leidwesen meiner genervten Eltern, die dann nämlich weder Zeitung lesen, noch sprechen durften.) Die Kassetten liefen dann in Endlosschleife während der Hausaufgaben. Und so kommt es, das ich die Dialoge heute noch fehlerfrei mitsprechen kann.

Trotz aller positiver Euphorie machen einen die Erinnerungen doch etwas wehmütig, nämlich dann, wenn man erkennen muss, wie lange das alles schon her ist. Seufz!

Herbstmorgen am See

Es ist ein früher Vormittag im Oktober. Die Seeufer schälen sich langsam aus dem aufsteigenden Nebel. Boote mit Anglern treiben gemächlich durch die trübe Suppe, die noch keinen Unterschied zwischen Wasser und Himmel erkennen lässt.
Kies knirscht leise unter meinen Sohlen, gefallene Blätter rascheln. Über allem liegt kalte schwere Luft, mit dem typisch erdigen Aroma der Jahreszeit.
Die Färbung des Laubs ist noch nicht weit fortgeschritten, noch immer winken grüne Blätter von den Buchen am Ufer. Schon in wenigen Tagen werden sie als rotbrauner Teppich den Boden bedecken.
Es ist ruhig, die Sommertouristen sind fort, nur vereinzelt schlendern Spaziergänger über die kleine Strandpromenade. Der See gehört nun wieder den Blesshühnern und Enten. Ein einzelnes Pärchen Haubentaucher zieht seine Spur über die silbern glitzernde Wasseroberfläche, bis sie mit einem leisen Plob abtauchen und nur konzentrische Kreise zurücklassen.
Langsam erobert sich die bleiche Sonne einen Weg durch den Nebel. In der Ferne werden die Gipfel des Totengebirges sichtbar. Die markante Spitze des Schafbergs sticht in den blassblauen von Kondensstreifen genarbten Himmel.
Über dem linken Ufer steigen zwei Heißluftballons in die Luft, wie winzige Tropfen hängen sie schwerelos in der morgendlichen Weite, wirken fremd und unwirklich.
Rechts, hinter den Moränenhügeln recken sich die Chiemgauer Alpen aus dem Dunst.

Es verspricht ein sonniger Tag zu werden.

Und hier das Bild zum Text. Aufgenommen heute morgen gegen 10 Uhr am Waginger See.:

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Lieblingsbücher

Im Blog-Profil eines Freundes entdeckte ich letztens, die Auflistung seiner Lieblingsbücher. Nun denke ich seit ein paar Tagen darüber nach, welches eigentlich meine Lieblingsbücher sind. Ich kann mich irgendwie nicht genau festlegen, weil mir jedes Buch, das ich gerade lese, am Herzen liegt. Ich kann nur sagen, welche Autoren mich bis heute begleitet haben.

Angefangen hat alles mit Wilhelm Busch. Ich war und bin noch heute von seinen Zeichnungen fasziniert. Meine Oma hat mir damals immer die Geschichten vorgelesen, so oft, dass ich sie bald auswendig konnte und meine Umgebung mit meinen „Lesekünsten“ verblüffte. :) Da war ich 5.

Später in der Schule mit 9 bis 12 Jahren las ich Karl May. Anfangs war ich irritiert, dass der Inhalt der Romane nichts mit den bekannten Filmen gemein hatte. Dennoch packten die Romane mich so sehr, dass ich alles las, was die Bibliothek über Karl May hergab. Meist musste man mir die Bücher wegnehmen, damit ich mich an den Tisch gesetzt habe, um etwas zu essen. Heute kann ich dem Stil von Karl May nur noch sehr wenig abgewinnen.

Durch den Film „Die Römerin“ mit Gina Lollobrigida kam ich mit 13 schließlich zu Alberto Moravia, von dem ich beinahe alles gelesen habe, was es zu jener Zeit gab. Durch ihn entdeckte ich auch mein Faible für erotische Literatur. Starke Frauenfiguren waren sein Markenzeichen und er verstand es sehr gut sie zu charakterisieren.

Nebenher las ich vor allem Perry Rhodan und Star Trek, bis ich mit Anfang 20 Ken Follett für mich entdeckte. Ich mag seine gut recherchierten Romane, egal ob sie in der Gegenwart oder der Vergangenheit spielen. Einer meiner Lieblingsromane von ihm ist: „Die Kinder von Eden“ über eine Hippie-Kommune in Kalifornien.

Irgendwann schenkte mir eine Freundin zum Geburtstag einen Katzenkrimi von Rita Mae Brown und seitdem habe ich keines ihrer Bücher verpasst. Ich gebe zu, nicht alle ihre Romane sind gut, aber die meisten haben mich hervorragend unterhalten.

Natürlich habe ich dazwischen auch immer wieder Romane anderer Autoren gelesen, meist inspiriert durch die Leseproben in der Bahnmobil. Andreas Eschbach („Solarstation“), Marc Elsberg („Blackout“) und Jan Weiler („Maria ihm schmeckts nicht“, „Antonio im Wunderland“) gehören ebenso dazu, wie die Sachbücher von Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“), den ich auf Grund seines Fachwissens über die deutsche Sprache sehr verehre.

Überhaupt lese ich sehr viel Fachliteratur vor allem im Bereich Astronomie und Physik. Ich verdanke es meinem naturwissenschaftlichen Studium, das mir die Tür dazu geöffnet hat. Auch hier habe ich einen Lieblingsautor: James B. Kaler, dessen Buch „Sterne und ihre Spektren“ zu meinen absoluten Favoriten zählt.

Durch das Schreibseminar in Wolfenbüttel habe ich nun von George Simenon erfahren, der vor allem durch seine Maigret Romane bekannt wurde. Ich habe ein paar seiner Nicht-Maigrets bestellt, die ich in der nächsten Zeit lesen werde. Ich werde an dieser Stelle darüber berichten, wie sie mir gefallen haben.

Verspätungsalarm

Nichts ist so verlässlich wie die Verspätung bei der Deutschen Bahn.
Heute war ich wieder unterwegs: Drei Züge, zweimal umsteigen und jedes Mal habe ich den Anschluss nur bekommen, weil der jeweils andere Zug ebenfalls Verspätung hatte. Dabei war unerwarteter Weise sogar noch Zeit für einen Kaffee am Münchner Hbf. Am Ende war ich 25 Minuten eher da, als mir meine Verbindung vorhergesagt hat und das obwohl ich 15 Minuten später losgefahren bin. Da sieht man doch mal, was in den Fahrplänen für Potential steckt. Und da soll noch mal einer über die Deutsche Bahn meckern. Wenn sie mit jeder Verspätung so konsequent wären, hätten sie einen prima Fahrplan und zufriedene Fahrgäste.
Nur leider klappt das mit der Konsequenz nicht immer.

Stop TTIP

„Stop TTIP“ ist eine Sache, die uns allen am Herzen liegen sollte. Es geht im großen Ganzen um die vielen Nachteile, die uns durch das Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada drohen.

Investorenschutz: Kanadische und US-amerikanische Firmen sollen das Recht erhalten, Staaten auf Schadensersatz zu verklagen, wenn ihnen Profite durch Entscheidungen des Staates entgehen. Dabei kann es sich auch um Gesetze handeln, die dem Gesundheits-, Verbraucher- oder Umweltschutz dienen.
Es würde schwerer werden unsere Standards für Lebensmittel, Arbeitnehmerrechte, Umwelt- und Verbraucherschutz aufrecht zu erhalten oder diese gar zu erhöhen.
Liberalisierungen and Privatisierungen (unteranderem von wichtigen Ressourcen wie Trinkwasser) sollen zur Einbahnstraße werden.
Die EU und ihre Mitgliedsstaaten werden unter Druck gesetzt, „Risikotechnologien“ wie Fracking oder gentechnisch veränderte Organismen zu erlauben.

Jeder von uns kann etwas dagegen tun, um das Freihandelsabkommen noch zu stoppen.
Einfach HIER unterzeichnen.

VW-Werbung

Eigentlich stehe ich Werbung kritisch gegenüber, weil ich selbst sehr anfällig dafür bin. Aber ich mag unterhaltende Werbung. Und was da VW gerade herausgebracht hat, finde ich schlichtweg: Faszinierend.

Obwohl, der Audi-Spot vom letzten Jahr war auch nicht schlecht.
Zum Video: Einfach auf die Bilder klicken.

VW-werbung

 

Audi-werbung

 

Hinzugefügt am 8.10.2014:
Auf der Internet Seite von TrekZone gibt es viele Making of-Videos zum VW-Spot.

Wolfenbüttel und die Folgen

IDSC06074_1024ch bin ja selbst Schuld. Ich habe das so gewollt und muss nun die Konsequenzen tragen.

Im Frühjahr diesen Jahres erfuhr ich von der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Unter den vielen Bildungsmöglichkeiten die es dort gibt, finden sich auch Schreibseminare für phantastische Literatur. Da ich seit etwa eineinhalb Jahren wieder verstärkt schreibe, dachte ich mir, das es eine gute Idee wäre, mal so ein Seminar zu besuchen. Meine ebenfalls als Hobbyautoren tätigen Freundinnen, rieten mir ab. So nach dem Motto: Das braucht man doch nicht oder Schreiben ist reines Talent, entweder man kann es oder nicht.
Ich ließ mich aber nicht von der Idee abbringen. In mancher Hinsicht neige ich zu Perfektion und da erschien mir ein professionelles Schreibseminar der richtige Ansatz zu sein. Zumal ich gerade in der Rekordzeit von einem Jahr den 6. Band meiner T’Cai Reihe fertiggestellt hatte und ihn für durchaus gelungen hielt.
Also rief ich in Wolfenbüttel erst einmal an, um mich bei einem sehr freundlichen Herrn (Olaf Kutzmutz) zu erkundigen, ob ich denn für ein solches Seminar eigentlich geeignet bin. Wenig später reichte ich online meine Bewerbung ein. (Ja, man muss sich für diese Seminare bewerben.) Als dann die Teilnahme-Bestätigung einging, war ich so richtig glücklich.

Am vorletzten September Wochenende war es dann soweit. Schon Tage vorher war ich aufgeregt und das kumulierte in einer ungebremsten Unruhe. Das legte sich jedoch schnell, als ich erkannte, das meine Mitstreiter (eine bunt gemischte Truppe aller Altersklassen mit verschiedensten beruflichen Hintergründen) durchweg sehr nett waren und wir allesamt das gleiche Ziel verfolgten, nämlich unsere Schreibkenntnisse zu verbessern. Die Dozenten, unter ihnen auch Olaf Kutzmutz, zeigten sich offen und kritisch, aber ohne erhobene Zeigefinger und ohne persönlich zu werden. Was, soweit ich gehört habe, bei anderen Schreibseminaren nicht selbstverständlich ist.
So erfuhr ich über Erzählperspektiven und „Weißräume“ und das ich genau damit ein Problem habe. Der Ausschnitt meines Romans krankt an fehlender Szenenbeschreibung und oftmaligen Perspektivenwechsel. Emotionale Kopplung bekomme ich zwar hin, die ist aber widersprüchlich und leidet an fehlender Tiefe. Kurzum, nach dem Rundumschlag von Seminarteilnehmern und Profiautoren, blieb von meiner Geschichte nicht viel übrig. Da half es auch nicht mehr, dass ich am letzten Tag einen kleinen Abschnitt in einer Schreibaufgabe neu formulieren durfte und zumindest diese Aufgabe einigermaßen erfüllte. Ich war einfach nur schlecht.
Jetzt trage ich mich mit dem Gedanken den ganzen Plot in Frage zu stellen und komplett zu überarbeiten. Was nichts anderes heißt, als die Arbeit eines ganzen Jahres im Papierkorb zu versenken.

Dennoch, die Teilnahme an diesem Seminar hat mir die Augen geöffnet und ich bin allen voran den Dozenten für ihre konstruktive Kritik dankbar. Es wird ganz sicher nicht mein letztes Seminar gewesen sein. Ich freue mich darauf, wieder teilnehmen zu dürfen.

Einen ausführlichen Bericht zum Schreibseminar an der Bundesakademie gibt es hier.

Und übrigens, Wolfenbüttel ist eine sehr schöne Stadt, wie man anhand der Fotos unschwer erkennen kann.
(Beschreibung der Bilder in ihrer Reihenfolge: Das Gästehaus der Bundesakademie,  „Klein Venedig“, Wolfenbüttels berühmte Bibliothek, Fachwerk reiht sich hier an Fachwerk)

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