Schuld war die Deutsche Bahn. Durch die Verspätung musste ich lange auf meinen Anschlusszug warten. Da bummelte ich ein bisschen durch den Nürnberger HBF. Im »Nanu Nana« entdeckte ich dann das aufblasbare Mini-Einhorn und es war um mich geschehen.
Es ist ein Getränkedosenhalter für den Pool. Während man also durchs Wasser treibt, schwimmt, dank dem Einhorn, das Getränk gleich nebenher. Total überflüssig, aber ich musste es trotzdem haben.
Mein Mann bezeichnete mich als ein bisschen gaga, nachdem ich das Ding gestern aufgepumpt hatte. Das weiß ich ja selbst, aber manchmal muss der vernünftigste Mensch gaga sein. Das gehört irgendwie dazu, sonst wäre das Leben ja langweilig.
Der Ort an dem ich einen Großteil meiner Kindheit verbrachte.
Dass ich großes Glück hatte in einer reizvollen Gegend aufzuwachsen, nah an der Natur und ihren Schätzen, begreife ich erst, wenn ich Menschen treffe, denen dieses Glück nicht vergönnt war. Menschen die in Großstädten aufwuchsen oder in Gegenden, deren Reiz sich nur auf den zweiten Blick erschließt. Menschen die eine Linde nicht von einem Ahorn unterscheiden können oder eine Meise von einem Spatz. Oder – besonders schlimm – Kinder, die Kühe nur aus der Milka-Werbung kennen.
Genau dann weiß ich zu schätzen, dass ich in einer intakten Umwelt aufwachsen durfte, dass meine Eltern mir beibrachten, wie die Bäume und Sträucher heißen, wie man Pilze in essbar und giftig unterscheidet und welche Tiere besonders selten sind. In meiner Jugend blätterte ich gern in den Naturführern, die überall zuhause herum lagen. Oftmals konnte ich direkt am lebenden Objekt nachschlagen, um was für einen Schmetterling oder Vogel es sich handelte, oder wie die Pflanzen am Wegesrand hießen.
Dort, wo ich aufwuchs, gibt es heute noch eine Artenvielfalt, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt. Ob es das Pärchen Neuntöter ist, das in der Hecke brütet, oder der Schwalbenschwanz, der sich am Schmetterlingsflieder niederlässt, oder das Zittergras auf dem Hang hinter der Hütte. Das alles gehört zu meinem Leben und ich könnte mir nicht vorstellen, ohne dieses Wissen zu sein.
Umso trauriger macht es mich, wenn ich sehe, wie die Natur sich langsam verändert, wie es immer weniger Insekten und Vögel gibt, wie Bäume sterben und die Wälder lichter werden. Regelrecht wütend macht es mich, wenn ich sehe, wie manche Menschen völlig sorglos mit der Umwelt umgehen, wenn Hecken in der Brutzeit abgesäbelt werden und Tonnenweiße Gülle auf die Wiesen versprüht wird.
Dann erinnere ich mich, dass diese Menschen in ihrer Kindheit sicher keine Eltern hatten, die ihnen gezeigt haben, wie die Natur funktioniert und wie fragil und wertvoll sie für uns ist. Wir werden in unseren Kindern kein Umweltbewusstsein wecken, wenn wir ihnen nicht beibringen, wie der Vogel heißt oder der Baum. Denn wenn man den Namen von etwas kennt, bekommt es eine Bedeutung. Man kann nur das schützen, was man kennt.
Nachdem es in den vergangenen Jahren eher wenig bis gar keine Walnüsse gab, gibt es heuer dafür umso mehr. Das milde Frühjahr hat daran einen großen Anteil. Während im vergangenen Jahr ein später Frost der Nussblüte den Gar ausgemacht hat, konnten in diesem Frühjahr die Bäume ungehindert erblühen. Dementsprechend voll sind sie jetzt. Unser Nussbaum hatte in den vielen Jahren noch nie und ich betone das, weil es stimmt, noch niemals so viele Nüsse. Ich habe heute ein paar Fotos gemacht. Unteranderem hängt an einem einzigen Ast eine Traube mit sechs Nüssen. Da bekommt die Bezeichnung Traube-Nuss, die sonst nur bei Schokolade verwendet wird, eine ganz neue Bedeutung.
Sicher, es werden nicht alle dranbleiben bis zum Herbst. Das geht gar nicht, aber ich hoffe und wünsche mir, dass wir wenigstens ein paar selbst ernten können. In den vergangenen Jahren waren meist die Eichhörnchen schneller. Zumindest sollten bei der Fülle ein paar übrigbleiben.
Wenn man es genau nimmt, sind die vielen Nüsse und auch die vielen Zapfen an den Douglastannen kein gutes Zeichen. Es ist zu trocken und die Bäume reagieren darauf, indem sie möglichst viele Samen produzieren, um sich zu vermehren.
Dennoch, ich freue mich auf’s Sammeln und darauf, dass mein Mann wieder sagt: Du und Deine Nussmacke!
Viele Erinnerungen kamen gestern Abend wieder hoch, als wir uns eine Dokumentation auf ZDFinfo angesehen haben. Es ging dabei um die Mobilität in der DDR, um Trabi, Wartburg und Co.
Schon weit vor meiner Geburt besaßen meine Eltern ein Auto. Das war in der DDR nicht selbstverständlich. Als ich geboren wurde, hatten sie sogar schon ihren zweiten Wagen. In den Fünfzigern fuhr mein Vater mit dem Motorrad durch die Gegend. Meine Mutter erzählt immer, dass er eigentlich kein Auto wollte und sie ihn heimlich in der Fahrschule angemeldet hat. Nachdem er schließlich die PKW-Fahrerlaubnis hatte – in der DDR durfte es nicht Führerschein heißen (man kann sich denken wieso) – musste dann unbedingt ein Auto her. Das war irgendwann Mitte der Sechziger. Es wurde ein gebrauchter Trabant 500, der eine Monsarote Lackierung bekam. Die Farbe sponserte mein Onkel aus dem Schwarzwald.
Ich habe erst das Nachfolgemodell kennengelernt. 1971 legten sich meine Eltern einen weißen Trabant 601 zu und ließen ihn mit einem dunkelgrünem Dach und Streifen versehen. Noch nach Jahren färbte die grüne Farbe ab.
In der DDR musste man sehr lange auf ein Auto warten. Man füllte eine Anmeldung aus und dann dauerte es 12-15 Jahre, bevor man ein Schreiben bekam, dass man sein Auto abholen kann. Den weißen Trabi hatten wir bis 1984, dann bekamen wir einen neuen. Ich weiß noch, er war Monsungelb mit Papyrusweißem Dach. Paprusweiß deshalb, weil es ein schmuddeliges Weiß war. In der Fabrik bekam man zu der Zeit einfach kein reines Weiß hin. Aber das machte nichts. Verglichen mit unserem alten Auto hatte es eine »moderne« Ausstattung. Dazu gehörten Rollgurte und Nackenstützen vorn, und ausstellbare Fensterscheiben hinten. Es war ein Trabant 601 de lux und mein Vater war ziemlich stolz auf das Auto. Bis 1997 ist er damit gefahren und erst vor zwei Jahren hat er es schweren Herzens verkauft.
Unsere Trabis waren immer treue Begleiter, wir fuhren damit zur Arbeit, ins Wochenendhaus und zurück, besuchten Verwandte und reisten damit sogar durch die ganze Republik bis an die Ostsee. Dabei ließ er uns nur wenige Male im Stich. Einmal war es ein gerissener Keilriemen, dann hakte mal die Zylinderkopfdichtung und ein anderes Mal auf der Autobahn vor Potsdam riss der Spannreifen vom Gebläse. Letztendlich aber haben uns die Autos immer ans Ziel gebracht.
Ich selbst habe allerdings nie versucht, mit einem Trabi zu fahren. Da ich ohnehin kein großartiger Autofahrer bin, scheute ich das Abenteuer. Meinen Führerschein machte ich 1994 unter Zwang und fuhr dann bis 2012 einen roten Golf II. Als ich ihn verkaufte, war er 23 Jahre alt und hatte nicht mal 80.000 Kilometer auf dem Tacho.
Jahrelange Einsparungen und der Börsengang haben dazu geführt, dass sie kaum noch zuverlässiges Personal hat und solches auch nicht mehr findet. Verständlich, denn wer möchte schon unter den derzeitigen Bedingungen arbeiten. Einige wenige Mitarbeiter müssen viel zu viel Post austragen und machen teilweise unbezahlte Überstunden, damit sie ihr Pensum schaffen und das zu einem Lohn, der kaum über dem des Versandriesen Amazon liegt. Glück haben jene Mitarbeiter, die verbeamtet sind, denen geht es nicht ganz so schlecht, aber auch hier herrscht Frustration über die widrigen Bedingungen.
Für Zulieferdienste zwischen den Zentren nutzt die Post vereinzelt sogar externe Firmen, und schreibt diese Aufträge jedes Jahr neu aus. Die meist unerfahrenen Mitarbeiter dieser Dienste verursachen schon mal, dass die Briefe und Pakete nicht rechtzeitig vom Verteilzentrum in den lokalen Verteildepots ankommen. So passiert es, dass bei uns Montags grundsätzlich keine Post ausgetragen wird, weil der Lieferwagen aus dem Verteilzentrum Rosenheim erst mittags ankommt, wenn die Postboten schon unterwegs sind. Auch Samstags verirrt sich selten ein Brief oder ein Paket in den Briefkasten.
Auffällig ist auch, das jede Woche ein neuer Zusteller bei uns klingelt. Früher kam immer ein und derselbe Postbote. Man kannte sich, was vieles erleichterte. Heute steht man ständige einem Fremden gegenüber.
Anscheinend will die Deutsche Post dem Personalmangel nun mit einer Job-Kampagne begegnen. In der hiesigen Postagentur entdeckte ich am Freitag einen Flyer auf dem Brief- bzw Paketzusteller gesucht wurden. Und nicht nur das. Auf der Rückseite ist eine Anzeige, die sich an Schüler und Studenten richtet. Beim Blick auf den Zettel fragte mich mein Mann, was ein »Semster« wäre. Ich guckte und da las ich es auch, da war ein Schreibfehler, ein ziemlich offensichtlicher sogar. Statt Semester stand da »Semster«. Im gleichen Moment fragte ich mich, in welcher Auflage die Flyer wohl gedruckt worden waren, es müssen zehntausende sein. Anscheinend hat niemand den Fehler bemerkt, weder der Designer, noch der Verantwortliche bei der Post, der das Ding abgesegnet hatte, noch diejenigen, die das Ding verteilt haben. Nicht einmal der Angestellten der Postagentur, die die Flyer ausgelegt hatte, war es aufgefallen. Erst als ich sie darauf aufmerksam machte, wusste sie, warum ihr der Text so seltsam vorgekommen war.
Es scheint, als wären die Probleme bei der Deutschen Post noch größer als angenommen.
Man kann mir vorwerfen, das ich einen ungewöhnlichen, wenn nicht gar unmöglichen Musikgeschmack hätte. Deutlich wird das daran, was ich in den vergangenen Monaten so gehört habe, während ich vor dem Computer hockte.
Da wäre zum einen »Grau« das neue Album von Illegale Farben, das ich nicht schlecht finde, was aber nicht an ihr letztes Album »Staub« herankommt. Die Songs von »Grau« klingen ähnlich, aber sie reißen mich nicht so vom Hocker. Dafür begeisterte mich das Album »Gut und Dir« von Keele, deutscher Post-Punk mit klasse Texten und schöner ruppiger Musik. In die gleiche Kerbe schlägt das Album »Sturm & Dreck« von Feine Sahne Fischfilet. Die Musiker aus Mecklenburg-Vorpommern haben wieder starke Titel aufgenommen. Diese Art Musik höre ich, wenn ich meinen Punkroman überarbeite, das verleiht mir die notwendige Aggressivität um die »Darlings zu killen«.
Und dann brauche ich manchmal irgendwie was anderes und höre das komplette Gegenteil. Da ist das Album »ID« von Patrick Kelly (ja, der von der Kelly-Familie), von dem mir ausnehmend jeder Titel gefällt. Ich gestehe, ich habe mir auch den einen oder anderen Titel von Ed Sheeran gekauft. Ich weiß, das ist Mainstream, gefällt mir aber. Auch Josh Groben hat seit langem mal wieder eine Single veröffentlicht, die seine klassische Tenorstimme gut zur Geltung bringt.
Und dann gibt es Songs, die hört man und die bleiben sofort im Kopf hängen. Da kann man gar nicht aus, sie sich zuzulegen. Da ist der Song »Wicked Game« von Ursine Vulpine aus einem Werbespot. Ein gefährlicher Ohrwurm ist auch »You and Me« von den Wannadies, den ein gewisser Chefredakteur unlängst bei Twitter verlinkte und den ich seit dem nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Der Überflieger in meiner Playlist ist momentan aber »L’envie d’aimer« von Daniel Lévi. Das Lied singt Kad Merad in dem Film »Plötzlich wieder jung – Zurück in die 80er« einem Musikproduzenten vor. Der Song stammt aus dem Musical »Les Dix Commandements«, das es bei YouTube in voller Länge gibt.
Apropos YouTube: Ich verlinke hier keinen der Songs, weil ich nicht weiß, welche Aufnahmen dort legal sind und welche nicht. Wer möchte, kann ja selbst danach suchen.
Seit einigen Jahren bin ich treue Leserin der Kolumne »Welche Zukunft?« von Sascha Mamczak. Der Mann ist Chef des Science-Fiction-Programms des Heyne Verlags und Nachfolger von Wolfgang Jeschke – der als Autor sowie als Herausgeber bei Heyne einen wichtigen Beitrag für die deutsche Science Fiction geleistet hat. So verdanken wir ihm die Veröffentlichung der STAR TREK-Romane von Pocket Books in Deutschland.
Ende der Neunziger war Mamczak übrigens Lektor der PERRY RHODAN-Reihe bei Heyne.
Bei »Der Zukunft« dem SF-Portal des Heyne Verlags legt Sascha Mamczak regelmäßig seine Gedanken zur Zukunft dar. Sehr tiefsinnig und berührend spricht er über aktuelle Probleme und extrapoliert sie in die Zukunft. Das ist oft großartig formuliert und ich ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich vielen seiner Aussagen nicht nur zustimmen kann, sondern für ihre Genialität auch schlicht bewundere.
In der aktuellen Kolumne spricht er über alte Menschen, die Zukunft und über Wolfgang Jeschke, der dieser Tage vor drei Jahren gestorben ist. Dabei widmet Mamczak seinem ehemaligen Chef einige an Herz gehende Gedanken. Das finde ich so gut, dass ich das hier unbedingt teilen möchte.
Für mich gehört »Welche Zukunft?« zu den gelungensten SF-Kolumnen überhaupt und ich empfehle sie jedem, dem an phantastischer Literatur und unserer Zukunft gelegen ist.
Wir haben heute unsere Bewertungen über Hotel und Reiseveranstalter abgegeben. Dabei mussten wir uns durch diverse Bewertungsbögen arbeiten. Interessant fand ich den zur Demographie. Da wird jetzt nicht mehr nur zwischen männlich und weiblich unterschieden. Es gibt einen dritten Punkt: divers.
Hm! Ob das die richtige Bezeichnung ist, weiß ich nicht. Es hört sich in diesem Zusammenhang irgendwie komisch an. Transsexuell oder transgender wäre, glaube ich, der richtige Ausdruck, aber bitte nicht divers. Divers klingt als sei es etwas Übriggebliebenes, ein Sammelsurium. Zumindest ein Begriff, den ich auf keinem Fall mit den Geschlecht verbinden würde.
Aber die Medienwissenschaftler/innen die den Fragebogen entworfen haben, werden schon wissen, was sie schreiben.
Wie sehr ich den Geschmack vermisst hatte, merkte ich erst, als ich einen der grünen Kaugummis in den Mund steckte. Es war Jahre her seit ich die letzte Packungen aufgemacht hatte. Damals im Hofer (dem österreichischen Aldi) hatte ich einen großen Vorrat eingekauft. Inzwischen gibt es aber auch dort meine favorisierte Marke nicht mehr.
Die Rede ist von Wrigley’s Airwaves Green Mint. Die gibt es bei uns leider schon lange nicht mehr. Erhältlich sind nur die blauen Eukalyptus-Menthol, Strong und diverse Fruchtsorten. Letztens entdeckte ich auch schwarze mit Lakritz. Da ich aber Eukalyptus so gar nicht mag, musste ich wohl oder übel auf eine andere Kaugummi-Marke ausweichen. Nachdem es jetzt auch diese Alternative nicht mehr zu kaufen gibt, musste ich mir was einfallen lassen. In einem Online-Shop für Süßwaren wurde ich fündig. Da gab es sie noch die grünen Airwaves, die ich so mag. Ich habe gleich eine Großpackung bestellt.
Wenn ich zurückblicke gibt es ganz viele Dinge, die ich früher gern gegessen habe und die nicht mehr im Handel sind. Vor allem aus den Neunzigern. Da fällt mir spontan Pizza Crossa ein, die Pizza, die man sogar in der Mikrowelle warm machen konnte, ohne das sie zäh und labbrig wurde. Oder später dann, Chocolat Pavot von Storck, die Pralinen mit Mohnfüllung, auch die sind schon seit Jahren aus den Läden verschwunden. Ebenfalls verschwunden ist die Alberto-Pizza mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum.
Aber auch Nichtlebensmittel sind dem Rostift zum Opfer gefallen. Ich denke da an die Shampoos Sunsilk und Dralle Ultra Beauty Kamille. Wobei ich letzteres jetzt in Portugal wieder entdeckt habe. Ich kaufte mir natürlich gleich eine Flasche. Es scheint die Produkte also doch noch zu geben, wie man an den Kaugummis sieht, sie werden aber nicht mehr für den deutschen Markt produziert. Zum Glück gibt es inzwischen das Internet, wo man »fast« alles kaufen kann.
Wer kennt sie nicht, die Feueralarmübungen aus der Schulzeit, wenn die Sirene heulte und alle das Schulgebäude verlassen und sich auf dem Schulhof aufstellen mussten. Mir wurde damals immer ganz heiß und kalt, obwohl ich wusste, dass es nur eine Übung war. Aber noch heute bekomme ich ein seltsames Gefühl wenn ich eine Sirene höre, obwohl ja die meisten Brandmeldeanlagen heute ganz anders klingen. In den vergangenen Wochen hatte ich mehrfach das »Vergnügen« einem Feueralarm beizuwohnen.
Im April war es der Rauchmelder im Treppenhaus, der uns Nachts um halb zwei aus dem Bett holte. Zum Glück war weder Feuer noch Rauch zu sehen oder zu riechen. Aber wir brauchten eine Leiter um den Rauchmelder auszuschalten. Nach so einer Aktion ist man auf jeden Fall hellwach.
Anfang Mai nahm ich an einem Webinar der Bayernwerke teil. Es ging um die Funktionen des neuen Online-Portals, dort kann man jetzt die Anträge für Strom und die Inbetriebnahme von Erzeugeranlagen online ausfüllen. Die Dozentin war gerade in Schwung gekommen, als ein merkwürdiges Piepsen durch die Lautsprecher dran. Etwas perplex erklärte sie, dass es gerade einen Feueralarm gäbe und sie das Webinar unterbrechen muss. Sie würde sich in ein paar Minuten wieder melden. Es dauerte ein halbe Stunde, bis die Übung vorbei war und das Webinar fortgesetzt werden konnte. Erstaunlicherweise hatte sich nur einer der 30 Teilnehmer in der Zwischenzeit ausgeklinkt.
Selbst im Urlaub blieben wir nicht verschont. An unserem vorletzten Abend kurz vorm Abendessen, ich zog mich gerade um, ging der Feueralarm im Hotel los. Wir schnappten unsere Wertsachen und wollten gerade losgehen, da stoppte der Alarm. Auf dem Flur waren die Brandschutztüren geschlossen, aber niemand war zu sehen. Unser Zimmernachbar kam aus der Tür, nur mit einem Handtuch begleitet und fragte was los sei. Da wir ohnehin zum Essen wollten, gingen wir gleich runter. Im Foyer gellte noch ein Rauchmelder, aber ansonsten war nichts los. Die meisten Hotelgäste saßen im Restaurant, ließen sich das Essen schmecken und hatten anscheinend nicht einmal bemerkt, dass es einen kurzen Alarm gegeben hatte.
Ich bin immer froh, wenn nichts Ernstes passiert ist und rege mich auch nicht auf. Besser ein Alarm zu viel, als einer zu wenig.