Wie ich den Unsterblichen traf

In ein paar Tagen werden es fünfundzwanzig Jahre, seit ich zum ersten Mal Perry Rhodan begegnete. Die Geschichte ist so ungewöhnlich, dass ich sie unbedingt erzählen möchte.

Sie beginnt an einem kalten Tag im Februar 1990 an einem Bahnhof. Es muss sehr früh am morgen gewesen sein, vielleicht auch mitten in der Nacht, so genau weiß ich das nicht mehr. Mein Vater und ich wollten zum ersten Mal nach der Grenzöffnung zu meiner Tante in den Schwarzwald fahren. Der Interzonenzug fuhr zwar durch Saalfeld, hielt dort aber nicht an, sondern erst einige Kilometer weiter an der noch bestehenden innerdeutschen Grenze. Dort wurden Pässe kontrolliert und der Zoll nahm den halben Zug auseinander. Noch wenige Wochen zuvor durfte dort niemand zusteigen, nun bot sich für uns diese einzigartige Möglichkeit.
Doch einfach war es dennoch nicht, da der Zug (ein alter IC mit Abteilen) heillos überfüllt war. Die Menschen standen, saßen und lagen in den Gängen und sogar in den Durchgängen zwischen den Wagons. Irgendwie quetschten wir uns mit ein paar weiteren Reisenden noch hinein. Ich fand einen Platz vor der Toilette, den ich jedoch jedes Mal räumen musste, wenn einer aufs Klo wollte. So standen wir (ich saß zeitweise auf meinem Koffer) bis Stuttgart. In Nürnberg leerte sich der Zug zwar etwas, aber einen Sitzplatz bekamen wir nicht. Doch wir erlangten zumindest etwas mehr Bewegungsfreiheit.
Von Stuttgart ging die Reise in einem InterRegio weiter nach Karlsruhe. Ich weiß noch, wie beeindruckt ich von dem modernen Zug war, als er durch die vielen Tunnel rauschte. Und das beste war, wir hatten sogar einen Sitzplatz. In Karlsruhe stiegen wir in einen D-Zug nach Basel (Schweiz). Basel hat mehrere Bahnhöfe, in einem davon hielten und halten die Züge aus Deutschland. Dort stiegen wir in eine Regionalbahn, die uns endlich ans Ziel brachte. Ich habe keine Ahnung, wie viele Stunden wir unterwegs waren, aber es müssen acht bis zehn gewesen sein.
Meine Tante wohnte in Zell im Wiesental, einem kleinen Ort am Fuße des Hochschwarzwald. Sie hatte ein großes Haus, in dem sie, seit dem Tod ihres Mannes (dem Bruder meines Vaters) und ihrer Tochter, allein lebte. Ich durfte im Zimmer meiner verstorbenen Cousine schlafen, das so aussah, als hätte es die achtundzwanzigjährige gerade erst verlassen. Von hier aus, gelangte man über eine kleine Terrasse ins Dachgeschoss einer Doppelgarage, das als Speicher genutzt wurde.
Neugierig wie Fünfzehnjährige eben sind, sah ich mich dort um und machte eine Entdeckung nach der anderen. Denn dort lagerten Hunderte von Rätselheften, Comics, Büchern und Heftromanen. Letztere waren meist Arzt- oder Heimatromane, hin und wieder fanden sich auch Western und Kriegshefte darunter. Ich stöberte so lange, bis ich auf ein paar Hefte stieß, auf denen Raumschiffe und außerirdische Welten abgebildet waren. Irgendwie faszinierten mich die Abbildungen, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch kein großer Science Fiction-Fan war. Ich schnappte mir die Hefte und las sie abends im Bett. Sie hatten leider keine zusammenhängende Nummerierung; es waren teilweise schon etwas zerfledderte Erstausgaben aus den frühen Sechzigern. Dennoch nahmen mich die Geschichten gefangen. Es ging um eine Gruppe Raumfahrer, die auf dem Mond das Raumschiff gestrandeter Außerirdischer entdeckt hatten und um Mutanten. In einem Heft gab es einen Außerirdischen, der wie eine große Maus aussah und immer Mohrrüben futterte, das gefiel mir gut.
Am nächsten Tag durchsuchte ich den Speicher fieberhaft nach weiteren solcher Heften, fand aber keine mehr.
Bevor wir wieder nach Hause fuhren, fragte ich meine Tante, ob ich die drei Hefte mitnehmen dürfte. Sie hatte nichts dagegen und so kam ich in den Besitz meiner ersten PERRY RHODAN-Hefte.

Ein Vierteljahr später kam die Währungsunion und bescherte uns Ostdeutschen ungeahnte Möglichkeiten. Erst dann konnte ich meine Liebe zu PERRY RHODAN vertiefen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Übrigens, diese drei PERRY RHODAN-Hefte von damals, besitze ich heute noch. Es sind die Hefte mit der Nummer 10, 56 und 164.

Odyssee frei nach Homer

brotherWer einen Blick in unser DVD-Regal riskiert, dem wird wird früher oder später eine Häufung von Filmen ins Auge fallen, die entweder von oder mit George Clooney sind. Ich gebe offen zu, ich bin ein Fan seiner Arbeit, weil sie sich von denen anderer Hollywoodgrößen unterscheidet. Seine Filme sind kritisch, politisch, manchmal ein wenig skurril und regen stets zum Nachdenken an. Okay, mit einer Ausnahme: „Batman and Robin“. Clooney sagte einmal selbst, dass er sich für diesen Film schäme.

Eine seiner besten Komödien sahen wir uns gestern Abend an. Die Geschichte von „O Brother, Where Art Thou?“ basiert auf Homers Odyssee. Frei interpretiert spielt sie im US-Bundesstaat Mississippi am Beginn der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts. Drei ausgebrochene Sträflinge sind auf der Suche nach dem großen Schatz, dabei widerfährt ihnen das eine oder andere Abenteuer.
Die Coen-Brüder, unter dessen Regie dieser Film entstand, sind ein Garant für obskures Figurenkino. So auch hier. Die Charaktere sind aus dem Leben gegriffen: meist nicht besonders helle und weit weg von den Schönheitsidealen Hollywoods. Sie verlangen den Schauspielern einiges ab. Die Dialoge zwischen Everett (Clooney) und seinen Mitgefangenen sind köstlich. Er, der sich für gebildet hält, und stets um den Sitz seiner pomadisierten Haare besorgt ist, hat seine Not mit der einfachen und naiven Denkweise der anderen beiden. Das führt oft zu witzigen Situationen, bei denen man sich vor Lachen ausschütten möchte.
Das ganze wurde in eine Südstaaten-Kulisse eingebettet, die sich in einem eng begrenzten Farbraum bewegt. Gelbe, orange und braune Töne sind vorherrschend und übertragen auf diese Art die Hitze über der Landschaft und auch ein Gefühl für die damalige Zeit auf den Zuschauer. Unterlegt wurde das ganze mit einem sensationellen Soundtrack, der ausschließlich aus Songs der zwanziger und dreissiger Jahre besteht und das Südstaaten-Gefühl unterstreicht.

Das Ende der Odyssee überrascht genauso, wie die vielen kleinen Parallelen zu Homer Epos. Da gibt es Sirenen und Zyklopen, da wird Bezug genommen auf christlichen Fanatismus und den Ku-Klux-Klan, korrupte Politiker entlarvt und die moderne Welt vorhergesagt.
Der Film kam bereits im Jahr 2000 in die Kinos, ich habe ihn seit dem schon oft gesehen und bin immer wieder gefangen von der Geschichte, der Musik und den wunderbaren Bildern.

Autorenschule

Seit einiger Zeit besuche ich wieder die Schule. Das ist jetzt nicht wörtlich zu verstehen, aber ich lerne gerade, was es heißt, professionell zu schreiben. Da gibt es viele Dinge, über die ich mir bisher keinen Kopf gemacht habe. Dinge, wie zum Beispiel die Als-Seuche.
Letztere habe ich noch nicht ganz verinnerlicht. Es geht wohl um die korrekte Verwendung des Wörtchens als bei „Gleichzeitigkeit ohne Kausalzusammenhang“. Also das Beispiel, „Elf Menschen starben, als ein Bus in den Chiemsee fuhr.“, ist falsch, weil da ein kausaler Bezug besteht. Gemeint ist wahrscheinlich, dass die Menschen starben, weil der Bus in den See fuhr. Durch die Verwendung des Wörtchens als könnten sie aber auch am Bahnhof in Rosenheim gestorben sein, weil als nur in Sätzen verwendet wird, die in keinem kausalen Bezug zueinander stehen. Wie zum Beispiel: „In München regnete es, als Peter drei Jahre alt wurde.“ Denn es besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen Peters Geburtstag und dem Münchner Wetter. Kompliziert wie ich finde, und auch völlig neu für mich.
Solche Dinge erfährt man übrigens aus „Deutsch für Profis“ von Wolf Schneider (ISBN: 978-3442161751) oder aus der Reihe „Tipps für angehende Autoren“ von Klaus N. Frick aus alten Ausgaben der SOL, dem Magazin der PRFZ (SOL 14 – SOL 27).
Eher allgemeine Informationen und Tipps zum Schreiben habe ich auf der Homepage von Andreas Eschbach gefunden, der das Thema sehr ausführlich und wie ich finde, auch in einer netten Art und Weise präsentiert, ohne angehende Schriftsteller zu unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
Ich kann nur jedem, der schreiben möchte nahelegen, sich damit zu beschäftigen. Auch wenn derjenige „nur“ Fanfiction schreiben möchte. Man bekommt ganz einfach einen anderen Blick auf die eigene Arbeit.
Und letztendlich ist man doch nie zu alt, um etwas Neues zu lernen.

Traummann

Habe ich schon mal erwähnt, das ich mit dem besten Mann des bekannten Universums verheiratet bin?

Nein, das ist nicht übertrieben, es stimmt und wird mir immer klarer, je länger wir zusammen sind. Das werden in diesem Jahr immerhin acht Jahre, von denen wir fünf verheiratet sind.
Dabei sind es stets die Kleinigkeiten, an denen sich das messen lässt. Zum Beispiel, als er vor zwei Tagen „Eisblümchen“ zu mir sagte, als ich mal wieder meine kalten Füße unter seine Bettdecke geschoben habe. :) Oder gestern, als er mich mit einem personalisierten Glas Nutella überrascht hat. (Dabei hatte ich mir ja geschworen meine Finger von dem Zeug zu lassen, weil es definitiv nicht figurfördernd ist. Aber zum Glück ist es nur ein kleines Glas.) Dabei ist er stets zur Stelle, wenn ich ihn brauche, putzt, bäckt, kocht und hält mir den Rücken frei, wenn ich mal wieder nicht von der Tastatur wegkomme. Er erträgt stillschweigend meine Launen, wenn ich überarbeitet und hungrig bin. Dann versucht er mich auf seine liebenswert Art aufzuheitern.
Natürlich läuft auch bei uns nicht immer alles glatt, meistens dann wenn sein Ordnungssinn mit meinem systematischen Chaos kollidiert. Dennoch bewundere ich meinen Mann für seine Disziplin in all den Dingen, die er tut.

Unsere Beziehung funktioniert auf vielfältige Weise. Da sind zu allererst Vertrauen und Kommunikation, ohne die geht gar nichts. Wichtig ist auch, sich gegenseitig genug Freiraum zu lassen. Das wir viele gemeinsame Interessen haben, ist vorteilhaft. Aber mir ist genauso wichtig unsere Unterschiede zu tolerieren und zu pflegen. Kompromisse sind notwendig, dürfen aber nicht die Regel darstellen. Auch treffen wir unsere Entscheidungen immer gemeinsam, sei es wenn es um eine neue Anschaffung geht, bei den Urlaubsplänen oder auch nur um das abendlichen Fernsehprogramm festzulegen, denn Entscheidungen müssen von beiden Partnern getragen werden, sonst fühlt sich einer zurückgestellt.

Ab und zu grenzt unsere Beziehung fast schon ans Telepathische. Dann, wenn wir wiedermal das Gleiche denken (und aussprechen) oder nach demselben Film im DVD-Regal greifen. Das ist dann fast schon ein wenig unheimlich.

nutella

Ein zweiter Gucky

IMG_0070.JPGLetzten Freitag haben wir uns endlich auch „Guardians of the Galaxy“ angesehen. Im Kino haben wir den Film verpasst, aber die BluRay kam schon am 8. Januar in die Läden. Und nach den Vorschusslorbeeren, die der Film bekommen hat, wollte ich ihn unbedingt gleich ansehen… Es stimmt, sieht man von ein paar Kleinigkeiten ab, ist es einer der witzigsten Science Fiction Filme der letzten Jahre. Mir gefiel besonders der bunte Look: Die Welten, die Figuren, alles präsentierte sich auffallend farbig. Besonders die Weltraumszenen boten ein prächtiges Augenfutter.
Nun ja, die Geschichte war gewöhnlich, aber gut durchdacht.
Doch am meisten lebt der Film von seinen Figuren. Diese ungewöhnliche Truppe an Helden, die sich zwangsweise verbünden müssen, um das Artefakt zu finden und gegen den Feind zu verteidigen, ist das Ungewöhnlichste, was man im SF-Genre seit langem gesehen hat. Dabei hat es mir als Perry Rhodan Fan besonders der Charakter des Rocket angetan. Schon beim ersten Blick auf das Filmplakat kam mir der Gedanke: Das ist GUCKY, der Mausbiber.
Manche Dialoge waren schwach und überzogen, aber das tat der Unterhaltung keinen Abbruch. Wenn man sich klar macht, dass dies eine Comicverfilmung ist, kann man auch über die abstruse Szene (Rettung im All ohne Raumanzug) hinwegsehen.

Der Film bietet spannende Unterhaltung, tolle Effekte und eine diesmal grüne Zoe Saldana. Die Schauspielerin ist hauptsächlich durch ihre Rollen in Avatar (damals ganz in blau) und als Uhura in Star Trek XI & XII bekannt.

Mein Fazit: Schöner Film, ich habe mich jedenfalls keine Sekunde gelangweilt.

Falsche Welt

Da predigt der Papst von Verhütung, da protestieren meist Konfessionslose für das christliche Abendland, da gehen orthodoxe Juden in Israel nicht arbeiten, weil der Staat sie unterstützt, da werden im bayrischen Rundfunk von einem katholischen Pfarrer Witze über Jesus erzählt, während in Paris wegen Mohammed Karikaturen zwölf Menschen ermordet werden – was kommt als nächstes? Jehovas Zeugen die Weihnachten feiern? …

Was ist das nur für ein verrückter Planet auf dem wir leben?

Da fragt man sich doch, ob unsere Welt ohne Religionen eine Bessere wäre? Atheismusforscher behaupten: Nein! Doch ist dem wirklich so?
Ich habe keine Antwort darauf.
Ich weiß nur eines, nämlich das ich mir kaum noch getraue, aktuelle Nachrichten zu lesen oder anzuschauen, denn so schlimm hatte ich mir die Zukunft im Jahr 2015, nicht vorgestellt.

Amerikanische Heuschrecken

Sie fallen unerwartet zu Tausenden ein, fressen alles kahl, und wenn sie weiterziehen, hinterlassen nur blanke Erde…

Heute hielt ich eine Software-Schulung ab. Nun, ich habe das schon öfter gemacht, es ist also nichts Neues für mich. Eigentlich sollte mich das ja stolz machen, das jemand von meinen Erfahrungen profitieren möchte, die ich immer gern und bereitwillig teile. Doch in diesem Fall plagt mich echt das schlechte Gewissen, denn ich werde Wissen weitergeben, das in der Endkonsequenz meine Kollegen arbeitslos machen wird, mich vielleicht auch. Ein bisschen fühlt es sich so an, als würde man an dem Ast sägen, auf dem man sitzt. Entsprechend motiviert fühle ich mich gerade.
Da denken sich ein paar „schlaue“ Manager etwas aus, um Bilanzen zu bereinigen, ohne auch nur einen Blick auf die Menschen hinter den Zahlen zu werfen. Da werden Pläne geschmiedet, ohne die Beteiligten nach ihrer Meinung zu fragen, und die, die am Ende dieser Kette sitzen, wie der kleine Angestellte, der jahrzehntelang brav seinen Job für die Firma getan hat, wird vor vollendete Tatsachen gestellt und darf schließlich die Suppe auslöffeln. Ich finde das nicht nur unfair, sondern auch abscheulich.
Aber weder ich noch die Kollegen werden daran etwas ändern können. Was bleibt ihnen anderes als die Verbreitung von Zweckoptimismus. Ich dagegen sehe die Lage düsterer. Es erinnert mich doch zu sehr an das, was sich nach der Wende in vielen ostdeutschen Betrieben abgespielt hat. Jetzt trifft es eben die Firmen in den alten Bundesländern, nur sitzen die Urheber dieses Mal im fernen Amerika.

…Mal sehen was übrig bleibt, wenn der Heuschreckenschwarm vorübergezogen ist.

Ein Drache zum diktieren

apps_DragonIch habe ein neues Spielzeug für mein iPad entdeckt. Aber was heißt hier Spielzeug… Es ist eine App mit einer, für mich, sehr nützlichen Funktion. Ich bin nicht besonders schnell, wenn es darum geht Texte zu tippen. So dauert es bei mir immer viel zu lange um Blogeinträge oder E-Mails zu schreiben. Doch damit ist jetzt Schluss! Seit ein paar Tagen benutze ich Dragon Dictation (von Nuance). Diese wunderbare App erkennt meine Stimme und wandelt sie augenblicklich in Text um. Dabei ist sie so einfach und auf das Wesentliche reduziert, dass ich anfangs meine Zweifel hatte, ob das überhaupt funktionieren wird.
Schon vor ein paar Jahren nutzte ich auf dem PC eine Spracherkennungssoftware und zwar Dragon NaturallySpeaking (auch von Nuance). Die damals genauso perfekt funktionierte wie die heutige App, mir aber bei der Erkennung auf Dauer zu langsam war. Da ist die App, der Software von früher, weit voraus, denn sie erkennt die gesprochenen Sätze schnell und fehlerfrei.
Was sehr hilfreich beim Übertragen meiner handschriftlichen Aufzeichnungen zu meinen Romanen ist. Die schreibe ich nämlich vorwiegend mit Stift und Kladde und tippe sie anschließend ein. Da dauert es natürlich ewig, bis man ein paar Seiten geschrieben hat. Heute gelang es mir, innerhalb einer Stunde ganze fünf DinA4-Seiten zu diktieren. Und außer ein paar Eigennamen hat die Software alles fehlerfrei erkannt. Ich war total happy.

Um dann anschließend den Text weiterzuverwenden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann den Text kopieren, um ihn in eine andere Anwendung einzufügen oder per E-Mail, Twitter oder Facebook teilen.
Ganz nebenbei ist es eine wunderbare Übung zur Kommasetzung. Denn beim Diktieren, fällt einem sofort auf, wo ein Komma gesetzt werden muss. Für jemanden wie mich, mit notorischer Rechtschreibschwäche, ist dies das ideale Training.

Natürlich gibt es auch Verbesserungswürdiges. Zum Beispiel kann man während der laufenden Aufnahme nicht sehen, was die Software erkannt hat. Das geht erst, wenn die Aufnahme beendet ist. So diktiere ich meist nur wenige Sätze, um anschließend zu überprüfen, ob die Software alles richtig erkannt hat. Doch das ist meist der Fall. Außerdem muss man zwangsweise Online sein. Gut finde ich aber, dass man den Zugriff, den die App auf Kontakte und Standort haben will, unterbinden kann.

Also, ich kann diese App nur jedem weiterempfehlen, der, so wie ich, nicht so schnell tippen kann.
Und das allerbeste daran ist, diese App hat mich keinen Cent gekostet. Da frage ich mich eigentlich: Warum? Denn für so eine hilfreiche Anwendung wäre ich durchaus bereit zu zahlen. Leider gibt es diese App nur für iPad und iPhone (für Android übrigens auch), um etwas ähnliches an meinem Mac zu nutzen, müsste ich die Premium Software „Dragon Dictate für Mac“ kaufen, aber das wäre viel mehr, als das, was ich eigentlich benötige. Die im App-Store angebotenen Variante, läuft leider nicht auf dem aktuellen MacOS Betriebssystem. Schade!

Starker Samstagabend-Krimi

DavidRott_starkes teamEin starkes Team – Tödliche Verführung (Foto: ZDF)

Normalerweise sehe ich keine deutschen Krimiserien. Denn mich stört, dass es außer Liebesschnulzen und Krimis, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, nichts anderes zu geben scheint. Gestern machte ich aber eine Ausnahme und das hatte einen bestimmten Grund. Der Grund hieß David Rott.

Die Handlung hörte sich interessant an: Da wird eine Frau ermordet, die nebenher als Prostituierte tätig war, ohne das ihr Ehemann davon wusste. Das Ermittlerteam versucht Licht hinter die Angelegenheit zu bringen, doch ihnen gehen alsbald die Verdächtigen aus. Zum Schluss steht der Nachbar im Zentrum der Ermittlung und das kann der Ehemann nicht verkraften.

Die Geschichte wird durchaus spannend und einfach erzählt. Der Zuschauer kann mitverfolgen, wie die Kommissare die Puzzleteile nach und nach zusammenfügen, und wird bis zum Ende im Unklaren gelassen, wer denn nun der Mörder ist. Außerdem kommt der Film nicht steif daher, sondern bietet auch komische Momente. Besonders gut fand ich die kleinen Seitenhiebe auf die Datensammelwut der deutschen Behörden, die ihre eigenen Beamten überwachen. Das war alles in allem gute Fernsehunterhaltung – nichts besonderes, aber unterhaltsam.

Die Darstellerleistungen waren solide, wirkten nicht gekünstelt, aber auch nicht sonderlich brillant. Einzig David Rott in der Rolle des labilen unter Narkolepsie leidenden Ehemanns, ragt aus der Riege der Schauspieler heraus. Seine Figur bleibt bis zum Schluss undurchschaubar.
Wer schon Krimis mit David Rott gesehen hat, weiß, dass er meist den Täter spielt. Was für seine Fans den Genuss aber nicht schmälert, denn man wird stets mit unkonventionellem tiefgründigen Schauspiel belohnt. Und so ist es auch bei „Tödliche Verführung“, mit dem überraschenden Ende, dass er dieses Mal doch nicht der Mörder ist. :)

Mir scheint, dass der Mann es inzwischen soweit gebracht hat, dass er sich seine Rollen aussuchen kann. Er spielt stets die interessanten Charaktere. Das sind zwar meist keine Hauptrollen, aber das scheint ihm nicht wichtig zu sein. Dazu kann man eigentlich nur gratulieren.

Wer mehr über den Fernsehfilm wissen möchte, kann das auf Tittelbach.tv tun.

Der Fuhrmann im Himmel

AurigaWenn man morgens kurz vor Sechs einen Blick in den südwestlichen Himmel wirft, so prangt dort das Sternbild des Fuhrmanns über dem Horizont.

Aufgebaut wie ein großes langgezogenes Sechseck ist es deutlich zu erkennen. Der Fuhrmann wird vom sternreichen Band der Milchstraße durchzogen.

Hauptkomponente ist Capella ein Mehrfachsystem aus zwei gelben Riesen- und zwei roten Zwergsternen. (Im Bild der oberste linke Stern.) Die beiden Gelben Riesen umkreisen sich auf einer so engen Bahn (0,7 Astronomische Einheiten), dass sie optisch nicht zu trennen sind, und nur in spektroskopischen Verfahren nachgewiesen werden konnte, dass es sich tatsächlich um zwei Sterne handelt. Einst waren Capella Aa und Capella Ab Blaue Riesen, sie sind jedoch in ihrem Alterungsprozess bereits soweit fortgeschritten, das sie sich ihrem Lebensende nähern und sich im Laufe der nächsten Millionen Jahre in rote Überriesen verwandeln werden, die schließlich in einer Supernova-Explosion vergehen. Was für uns Menschen nicht ganz so ohne wäre, denn Capella ist nur 42 Lichtjahre von der Erde entfernt. Capella gehört wie Rigel im Orion zum Wintersechseck.

Direkt neben Capella befindet sich Epsilon Aurigae oder auch Almaaz genannt. Bereits im neunzehnten Jahrhundert entdeckten Astronomen, dass sich die Helligkeit des Sterns periodisch veränderte. Heute weiß man das Almaaz ein Bedeckungsveränderlicher ist. Das heißt, dass sich dort zwei Sterne unterschiedlicher Helligkeiten umkreisen und hin und wieder einer den anderen verdeckt.

Insgesamt sechs veränderliche Sterne findet man im Sternbild Fuhrmann, darunter auch einen echten Cepheiden. Außerdem gibt es zwei Emissionsnebel und jede Menge offener Sternhaufen, von denen manche schon mit einem Fernglas gut zu beobachten sind.