Bildlicher Nachtrag zu Wolfenbüttel

Nachdem ich in den letzten Blogbeiträgen ausschließlich vom Seminar geschwärmt habe, möchte ich an dieser Stelle auch noch etwas zum Veranstaltungsort sagen.

Ich wiederhole mich gern. Wolfenbüttel ist eine tolle Stadt. Das hatte ich bereits bei meinem ersten Besuch festgestellt. Für solch schöne historische Architektur fahre ich gern durch die ganze Republik. Die alten Fachwerkhäuser und die Prachtbauten bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen zu erleben, war noch einmal etwas anderes. Auch wenn die Baumaßnahmen in der Fußgängerzone, der Schönheit einen kleinen Flecken verlieh, aber das ist ja nur temporär. Zum ersten Mal war ich in den Räumen im Schloss und war wie jeder Teilnehmer dankbar dafür. Denn hier war es nicht so drückend heiß wie draußen oder im Mühlenfoyer.

Das Gästehaus der Bundesakademie die »Schünemannsche Mühle« hinterlässt bei mir jedes Mal einen guten Eindruck. Der Kontrast zwischen der schlichten und modernen Einrichtung und dem alten Gemäuer fasziniert. Das Personal ist stets freundlich, die Verpflegung ausgezeichnet und ich hatte nach dem dritten Besuch tatsächlich das Gefühl nach Hause zu kommen. Fürs nächste Mal wünsche ich mir ein Zimmer zum Fluß hin.

Nur die berühmte Bibliothek in Wolfenbüttel konnte ich leider immer noch nicht besuchen, dafür muss ich wohl mal einen Tag dranhängen.

Hier noch ein paar Fotoimpressionen.

Das Schloß am Abend
Das Schloß am Abend
Das Schloss bei Tag
Das Schloss bei Tag
Im Schlosshof
Im Schlosshof
Fachwerk in der Fußgängerzone
Fachwerk in der Fußgängerzone

Was bleibt

Der letzte Tag des Schreibseminars hat immer etwas Wehmütiges.

Der Vormittag vergeht viel zu schnell. Durch die Schreibaufgabe heute Morgen verging er noch schneller als sonst. Der Abschiedsrunde haftet eine Mischung aus Traurigkeit und Vorfreude an. Ich bin aufgewühlt, dass es schon vorbei ist, freue mich aber bereits aufs nächste Mal. Insgeheim wünsche ich mir dann, ich könnte noch zwei Tage dranhängen. Ob das für meinen Schlafhaushalt so gut wäre, sei dahingestellt. Und ist es nicht so, dass die raren Dinge besonders wertvoll sind.
Traurig macht mich vor allem, dass nach dem Mittagessen die Gruppe von Menschen so schnell auseinander bricht, die scheinbar in den vergangenen 48 Stunden zusammengewachsen war. Das liegt in der Natur der Dinge. Vielleicht bin ich einfach zu sensibel und die einzige, die dies wahr- und mitnimmt.

Was bleiben wird, sind Erinnerungen, neues Wissen und die eine oder andere Freundschaft – bis zum nächsten Besuch.

Es gibt kein Bier an der BA

Heiß und schwül bedeutet erhöhten Flüssigkeitskonsum. Die Seminarteilnehmer an der BA machen da keine Ausnahme. Dumm nur, wenn die Biervorräte im Kühlschrank begrenzt sind. So saßen gestern und vorgestern Abend einige auf dem Trockenen oder mussten auf andere Getränke wie warmen Rotwein umsteigen. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Die Runde war ausgelassen, die Gesprächsthemen interessant und vielseitig und es wurde am Freitag und Samstag sehr spät oder sagen wir besser früh.

Mein Motto in Wolfenbüttel lautet: »Schlafen kann man im Rest des Jahres noch genug.« Ich brauche normalerweise auch nicht mehr als fünf bis sechs Stunden und so genoss ich die unverwechselbare Nach-Seminar-Phase in allen Zügen bis zur letzten Minute.

Ich empfinde die Gespräche, die man nach dem Seminar führt als unverzichtbaren Bestandteil. Damit meine ich nicht nur das so wichtige »Networking«, sondern vor allem an den Erfahrungen von Teilnehmern und Seminarleitern teilzuhaben. Die kleinen Geschichten erweitern den Horizont auf eine wunderbare Weise und verleihen mir stets das Gefühl dazuzugehören. Das war an den vergangenen beiden Abenden nicht anders und ich werde auch dieses Mal versuchen, mir die Bilder und Gefühle für lange Zeit zu bewahren.

Alarmierend heiße Sachen

Seminare an der BA in Wolfenbüttel sind immer eine coole Sache, auch wenn dieses klimatisch aus dem Rahmen fällt. Es ist schlichtweg irrsinnig heiß. Ich schwitzte den ganzen Tag vor mich hin und habe gestern und heute so oft geduscht wie in der gesamten letzten Woche nicht.

Doch eigentlich waren die Stunden im Seminar viel zu spannend, um über das Wetter zu reden. Die Gruppe arbeitet fantastisch zusammen. Jeder trägt seine Meinung zu den Texten der anderen bei. Etwas, das ich in den letzten beiden Seminaren an der BA, vermisst habe. Da beteiligten sich nur einzelne. Diese Gruppendynamik ist unheimlich gut und wichtig. Es wird konstruktiv miteinander diskutiert, jeder findet die richtigen Worte, um seine Sicht der Geschichten darzulegen.

Richtig gut gefielen mir auch die beiden Schreibaufgaben, die wir heute absolvieren mussten – dies kam bei den Romanseminaren in der Vergangenheit leider zu kurz. Wir sollten den Beginn einer Kurzgeschichte zu schreiben, in der die Hauptfigur auf einer Raumstation zum ersten Mal einen Außerirdischen trifft, und der ist tot. Im Anschluss war ein Dialog zwischen zwei Figuren in einem Verhör gefragt. Das war spannend und fordernd, obwohl ich heute keinen guten Tag hatte. Mein Output war mir persönlich zu unmotiviert, weil ich die Hintergrundidee der Geschichte für mich selbst noch nicht festmachen konnte. Da waren die anderen deutlich besser. Vielleicht fällt mir heute Nacht etwas ein, wenn ich wieder schlaflos im Bett liege. Aber ich finde Schreibaufgaben für ein Seminar essentiell.

Richtig überrascht haben mich dabei die anderen. Eigentlich alle haben in der Schreibaufgabe bessere Texte verfasst, als mit ihren Geschichten im Reader. Das war stark und hat mich schwer beeindruckt. Auch habe ich aus ihren Texten mehr gelernt als aus meinem eigenen. An meiner Geschichte wurde für meinen Geschmack zu wenig kritisiert. Drum merke: Niemals eine gute Geschichte einreichen, sondern lieber eine, mit der man selbst nicht zufrieden ist.

Für alle, die sich fragen, was das »alarmierend« im Titel soll. Heute Vormittag ging mitten im Seminar der Feueralarm los. Der gellende Lärm vertrieb uns aus dem Seminarraum hinaus auf die Terrasse. Wo wir bei schwüler Hitze darauf warteten, dass jemand den Alarm abstellte, denn es waren weder Rauch noch sonstige Gefahren zu erkennen.

Schade finde ich, dass das Seminar schon wieder fast um ist. Die Zeit schien mir heute durch die Finger zu gleiten. Ich wünschte, ich könnte diese besonderen Momente festhalten. Nun, zumindest Bildlich wurde heute einiges von Olaf Kutzmutz in seinem Twitter Account festgehalten.

Hitzeschlacht von Wolfenbüttel

Wolfenbüttel – die Sonne brennt. Der Weg vom Bahnhof zur Schünemannschen Mühle ist heute besonders steinig, weil die Fußgängerzone aufgerissen ist und überall Sperrzäune stehen. Mein Koffer holpert über das lose Pflaster und ich beeile mich, weil ich aus der Sonne will. Im IC von Leipzig nach Braunschweig war die Klimaanlage ausgefallen. Nein, das ist nichts Neues bei der Deutschen Bahn, aber wenigstens haben sie Wasser verteilt, meines war schon alle.

Völlig durchgeschwitzt komme ich an und erfahre, dass das Seminar nicht in der Mühle stattfinden wird, sondern im Schloss. Da war ich zwar noch nicht, aber ich fände es angenehmer die Zimmer in Reichweite zu haben, lasse mich aber überraschen. Im Zug habe ich nochmal alle Kurzgeschichten durchgeackert und Zeilennummern verteilt, weil die meisten es vergessen haben. Auch die Forderung den Text als Normseiten einzureichen, scheinen manche Teilnehmer nur als Empfehlung zu sehen. Ich ärgere mich jedes Mal darüber. Weil es unfair gegenüber jenen Seminarteilnehmern ist, die sich an die Konventionen halten.

Jetzt noch eine Dusche und einen Kaffee, dann kann es losgehen. Ich bin gespannt.

Nachtrag: Die Räumlichkeiten im Schloss sind zwar ein paar Gehminuten entfernt. Aber wenn man sich durch die Hitze gekämpft hat, erwarten einen angenehm kühle Zimmer in historischem Gewölbe. Auch die Gruppe der Teilnehmer ist interessant. Ich glaube, dass sich über das Wochenende hinweg spannende Diskussionen entfachen werden.

Und wenn ich dann noch das WLAN im Zimmer zum Laufen bekomme, damit ich bloggen kann, ist eh alles gut.

Das self-made Board

Ein Freund von mir lernt gerade Skateboard-Fahren, als Recherche für einen Roman. Da fiel mir ein, dass ich auch mal so ein Ding besaß. Meine Skateboard-Phase ist allerdings schon lange vorbei. Ich weiß nicht mehr wann, aber es war wohl Mitte-Ende der Achtziger, als das auch in der DDR aufkam. Natürlich war für uns so ein Board unerreichbar, zumindest für diejenigen, die nicht über großzügige Westverwandtschaft verfügten.

Fest stand, ich wollte auch so ein Board. Doch woher bekommen? Die Westverwandtschaft fiel aus und so war eben Improvisation gefragt. Eine Fähigkeit, über die fast jeder DDR-Bürger verfügte, bzw. verfügen musste. Ich kramte meine alten Rollschuhe hervor, die man sich an die Schuhe schnallen konnte und bat meinen Vater mir ein Stück Sperrholz zurecht zuschneiden. Welches ich dann hingebungsvoll abschliff und mit roter Farbe anmalte, die ich bei meinem Vater in der Werkstatt fand. Ich glaube, es war Lack von seinem alten Trabant.

Dann zerlegte ich einen Rollschuh in alle Einzelteile und versuchte die Rollen ans Brett zu schrauben. Das funktionierte leider nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber mein Vater hatte eine Idee und nahm die Rollen und das Brett mit zur Arbeit. Ein Kollege war Schweißer und der schweißte die Halterung mit den Rollen auf zwei Metallplatten und schraubte sie an.

Mit den Worten: »Damit wird deine Tochter öfter mal auf die Nase fallen.«, händigte er es meinem Vater aus. Mir war das egal. Ich war jung und hinfallen gehörte dazu. Hauptsache ich hatte ein Skateboard und rollte damit in unseren Hof herum. Es war zwar etwas wackelig, das förderte aber den Gleichgewichtssinn. Es gab nur ein winziges Problemchen: Das Ding fuhr nicht geradeaus, weil die Rollen nicht präzise genug ausgerichtet, bzw. angeschraubt waren. Wenn ich damit herumrollte, beschrieb es immer einen Bogen.

Gestern habe ich das alte Ding herausgekramt und war überrascht, wie winzig es ist. Zu einem richtigen Skateboard fehlte mir damals offensichtlich der Vergleich. Aber rollen tut es noch. Ich habe mich nur nicht getraut, mich ganz daraufzustellen, weil ich heute doch ein paar Kilo mehr wiege als damals, und ich so meine Bedenken habe, ob das rostige Metall das aushält.

Auf alle Fälle ist es eine schöne Erinnerung, die ich zusammen mit dem Board noch ein bisschen länger bewahren werde.

Board_3 Board_1 Board_2

Von Bäumen und Lichtern

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 85 – »Das Licht von Terrania« von Oliver Plaschka

Bei hochsommerlicher Hitze einen Roman zu lesen, der am 22. Dezember 2037 spielt und in großen Teilen von einer Weihnachtsfeier handelt, ist merkwürdig.

In »Das Licht von Terrania« erzählt Oliver Plaschka von Fürsorger Satrak, der den arkonidischen Besatzern vorsteht. Eigentlich sehnt sich der Waldbewohner nach dem Wald seiner Heimat Istrahir. Doch stattdessen kämpft er gegen ausständige Terraner und Widersacher in den eigenen Reihen. Ihm ist gelungen Perry Rhodan sowie Reginald (Bully) Bull und Thora gefangen zu nehmen und er versucht nun das Geheimnis des populären Terraners zu ergründen. Dazu nutzt er Bäume aus seiner Heimat, die Rhodans Erinnerungen und sein Wissen für den Fürsorger bergen sollen. Doch dabei rechnet Satrak weder mit Rhodans Enteron, noch mit dem terranischen Administrator Adams. Der möchte Rhodan sowie Bully und Thora befreien und inszeniert für die Besatzer eine üppige Weihnachtsfeier zur Ablenkung.

Oliver Plaschkas Roman liest sich leicht. Man erfährt weitere Hintergründe der Figur Satrak und lernt allerlei Weihnachtstraditionen kennen. Der Autor lässt den Leser anhand einer Ara-Medikerin erleben, wie die Menschen unter der arkonidischen Besatzung leiden. Das alles ist nett verpackt, reißt mich aber nicht mit.

Faszinierend umgesetzt, finde ich die Idee mit den Schlafbäumen, in die Satrak Rhodan und seine Freunde steckt. Das war originell, wurde aber in dem Moment zerstört, als das Enteron zusammen mit dem Stock die Steuerung übernahm und die Bäume anfingen zu wandern. Eine unglaubwürdige Lösung, die viel zu schnell und hektisch geschieht und an deren Ende eine Schlacht um die Befreiten beginnt. Rhodan und Bully können sich am Ufer des Goshunsees in ein fremdes »Raumschiff« flüchten, während Thora von zwei Unbekannten verschleppt wird.

Der emotional starke Beginn mit Satrak und seinem Wald, sowie dem sterbenden Mongolen und der Ara Leyle, deren Charakter erfreuliches Entwicklungspotential nach oben bietet, schwächt sich mit der voranschreitenden Handlung ab. Das Geschehen um die Weihnachtsfeier trägt indes schon Züge einer Karikatur und gipfelt schließlich in dem zweifelhaften Ende am See.

Band 85 ist Start einer neuer Staffel. Ein Aufdruck auf dem Cover fordert Leser auf einzusteigen. Doch ich bezweifle stark, dass Neuleser mit der Handlung mitkommen werden, denn der Roman ist nichts anderes als die Fortsetzung der vergangenen Bände.

Für eine nette Zwischenlektüre ist »Das Licht von Terrania« durchaus tauglich. Die Geschichte ist routiniert und sauber geschrieben mit einigen sehr guten Passagen aber einem konstruiert wirkendem Ende, das nicht befriedigt.

Ein schmerzvoller Abschied

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Fan-Edition-, PERRY RHODAN-Arkon- und ganz aktuell MADDRAX-Autor Ben Calvin Hary wagt ein Experiment. Vor wenigen Wochen startete er im Kindle-Store eine Fortsetzungsgeschichte mit dem Titel »Ein Zimmer auf dem Mars«.

In Teil eins »Abschied von Terra« geht es um Conell Biggs der mit seiner Familie zum Mars fliehen will. Der Grund ist einfach. Die Erde liegt nach weltweiten Kriegen in Trümmern, die Umwelt ist nachhaltig zerstört und die chinesischen Besatzer halten die verbliebenen Menschen in Europa unterdrückt. Jeder der Geld hat, wandert auf den Mars aus, um sich in der dort gegründeten Kolonie ein neues Leben aufzubauen.

Die Flucht zum Raumhafen und ins rettenden Raumschiff bringt Biggs, dessen Frau Gill und ihren zweijährigen Sohn Marco an ihre Grenzen. Ben Calvin Hary erzählt das sehr atmosphärisch und unheimlich spannend. Man fiebert mit der Familie und fühlt sich in dem beschriebenen Todesstreifen rund um den Raumhafen ein wenig an die vergangene DDR erinnert. Die Schilderung des Regenwetters und der tristen in Trümmern und Matsch liegenden Umwelt ist so real beschrieben, dass ich mich tatsächlich in die Geschichte hineinversetzt fühlte. Die Hoffnungen und Nöte der Familie sind toll gezeichnet, die Figuren lebendig und ihr Schicksal aufwühlend.

Am Ende des ersten Teils hielt ich tatsächlich den Atem an und giere seit dem auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt. Toller Lesestoff!

»Abschied von Terra« ist für 0,99 EUR im Kindle-Store von Amazon erhältlich.

Wer mehr über den Autor wissen will, dem lege ich Bens Blog ans Herz. Dort postet er Neuigkeiten über seine aktuellen Projekte. Und wer ihn zusammen mit meinem Schreibcoach auf einem Panel über Autorenwege erleben will, dem empfehle ich folgendes Video.

Goodies zum Austria Con

»Das ist ja sowas von kruun!«

Das wären die Worte einer Nebenfigur meiner Fan-Edition, wenn sie sehen könnte, dass »Am Abgrund der Unsterblichkeit« in derselben Liste auftaucht wie die Romane von Andreas Eschbach, Andreas Brandhorst und Robert Corvus. Ich finde das ja ein bisschen unheimlich, auch wenn es meinem Ego schmeichelt. Auf der Seite des AustriaCon 2016 gibt es seit gestern Informationen zu den Con-Goodies und eine Liste von Publikationen der teilnehmenden Ehrengäste. Da steht mein Name zusammen mit richtigen Autoren und ihren Werken, das ist schon irgendwie cool bzw. kruun, wie man im Jahr 5101 sagen würde.

Nochmal zur Info: der AustriaCon 2016 findet vom 30.9. bis zum 2.10. in Wien statt. Der Eintritt ist frei. Und die ersten 250 Besucher bekommen ein prallgefülltes Con-Package.

http://www.frostrubin.com/cons/ac16/ac16_de.htm

Ich werde die meiste Zeit über am Stand der PRFZ zu finden sein.

Austriacon