Da stand ich nun … mit meinen bunten Ostereiern vor dem Kirschbaum und überlegte, ob ich sie wirklich aufhängen sollte. Die Zweige zeigten schon dicke Knospen, die in den nächsten Tagen aufplatzen würden. Doch Ostern würde erst in vier Wochen sein. Bis dahin hatte der Baum sein grünes Blätterkleid und ich würde die Fäden durchschneiden müssen, um die Ostereier wieder abnehmen zu können. Kurzerhand packte ich die Eier wieder zurück in die Schachtel. Dieses Jahr würde es keinen Ostereierbaum im Garten geben.
Doch warum ist in diesem Jahr Ostern so spät? Das liegt am sogenannten Osterparadoxon. Kein Scherz, das heißt wirklich so. Wer möchte, kann sich den dazugehörigen Wikipedia-Artikel durchlesen. Ich habe es getan, aber nur Bahnhof verstanden. Es liegt wohl daran, dass der diesjährige Frühjahrsvollmond nicht an dem Tag stattfindet, der normalerweise für die Berechnung des Osterfests hergenommen wird. Irgendwie spielt da auch der Gregorianische Kalender eine Rolle. Nun, so richtig verstanden habe ich es nicht, ich finde aber das Wort »Positive Äquinoktial-Paradoxie (A+)« spannend. Das klingt wie der Titel eines Science-Fiction-Romans und nicht nach etwas, dass man mit dem Osterfest in Verbindung setzen würde.
Jedenfalls ist das ein ziemlich seltenes Phänomen. Das letzte Mal liegt unglaubliche 57 Jahre zurück. Da war ich noch gar nicht geboren. Das nächste Osterparadoxon findet im Jahr 2038 statt, dann wird der Ostersonntag auf den 25. April fallen.
Also heuer keine Ostereier am Baum, dafür lege ich welche in eine Schale auf dem Tisch. Positiv an dem Datum ist, dass es in diesem Jahr höchstwahrscheinlich mal nicht schneien wird, so wie in den vergangenen Jahren.
Ich betreibe heute mal Metablogging. Das heißt, ich berichte über einen Blogeintrag eines Perryfans aus Russland, mit dem ich für die SOL ein Interview geführt habe. Das Interview hat der Fan nun auf Russisch auf seinem Blog veröffentlicht. Wer Lust hat mal meinen Namen auf Russisch zu lesen, darf gern dort vorbei schauen. Mit dem Google-Übersetzer kann man dem Text sogar ziemlich gut folgen.
Fast dreißig Jahre nach meiner letzten Russischstunde habe ich die Interviewfragen in Russisch verfasst und anschließend die Antworten zurück ins Deutsche übersetzt. Es ist erstaunlich, wie viel von den acht Jahren Russischunterricht hängen geblieben ist. Zum Lesen, bzw. zum Erfassen der Zusammenhänge reicht es allemal. Übersetzen konnte ich damals schon ziemlich gut. Die Sprache gehörte auch zu meinen Lieblingsfächern, gerade wegen ihrer grammatikalischen Komplexität – mit sechs Fällen, drei Geschlechtern und dem kyrillischen Alphabet.
Aber seien wir ehrlich, ich könnte in einem Moskauer Restaurant zwar die Speisekarte lesen, aber weder Essen noch Trinken bestellen. Im Sprechen bin ich eine absolute Null. Da bekomme ich höchstens ein paar Begriffe und wenige Verben zusammen, geschweige denn richtige Sätze. Verbale Kommunikation haben wir leider nicht wirklich im Unterricht gelernt. Wie auch, wir haben ja nie einen Russen getroffen, obwohl es bei uns in der Stadt eine ganze Kaserne voll gab. Doch die armen Soldaten durften da nicht raus – die sind höchstens in der Nacht über den Zaun geklettert und haben im Garten meiner Oma Obst und Gemüse geklaut, weil sie so wenig zu essen bekommen haben. Und die Offiziere mit ihren Frauen und Kindern haben sich mit den DDR-Bürgern nicht abgegeben. So kommt es, dass ich zwar Russisch lesen, und zumindest ein paar Worte sowie meinen Namen schreiben, aber nicht wirklich kommunizieren kann.
Was ich besonders lustig finde, sind die Namen der PERRY RHODAN-Mitarbeiter Philine-Marie Rühmann und Klaus N. Frick in kyrillischen Buchstaben. Da auch Eigennamen im Russischen gebeugt werden, bekommen sie je nach Fall unterschiedliche Endungen angehängt, was mitunter echt witzig klingt.
Beispiel?
Филене-Мари Рюманн (Philine-Marie Rühmann)
Клаусу Н. Фрику bzw. Клауса Н. Фрика (Klausu N. Fricku bzw. Klausa N. Fricka)
Einer der schönen Nebeneffekte der Schreibseminare an der Bundesakademie Wolfenbüttel ist: man fährt am Ende des Wochenendes meist mit einer langen Liste an Lesetipps nach Hause. Sowohl Dozenten, als auch Seminarteilnehmer befruchten sich gegenseitig mit Tipps zu lesenswerten Romanen, Anthologien und Sachbüchern zum Thema Phantastik oder zum Schreiben.
Ein Titel wurde in den vergangenen Jahren immer wieder genannt. Kathrin Lange hat beim letzten Seminar derart euphorisch den Anfang des Buches gespoilert, dass ich mir den Roman des ehemaligen BA-Seminarteilnehmers gekauft habe. Dieses Mal als E-Book für lange Zugfahrten, falls mir der Lesestoff in Papierform ausgehen sollte.
»Fledermausland« wurde geschrieben von Oliver Dierssen einem Arzt aus Hannover. Sein Roman erzählt die ungewöhnliche Geschichte von Sebastian Schätz, der eines Tages feststellen muss, dass sich in seiner stinknormalen Realität mythische Geschöpfe (Anthropomorphe) tummeln. Bei den Begegnungen mit Ogern, Vampiren, Zwergen und Untoten erfährt er, dass es eine lichte und eine dunkle Seite gibt, denen die Kreaturen angehören, die allesamt zwanglos und unerkannt unter den Bewohnern Hannovers leben. Als er nach einem schief gegangenen Koppulationsakt mit seiner Freundin Kim überall herumerzählt, dass sie Sex hatten, fängt der Ärger erst richtig an. Denn was Sebastian nicht weiß, Kim ist eine Nymphe und der Kontakt zwischen Menschen und Anthropomorphen ist streng verboten und wird von der GEZ geahndet. Für Sebastian beginnt eine irrwitzige Jagd quer durch die mythische Parallelgesellschaft Hannovers.
Ich kann Kathrin Lange nur zustimmen, der Roman ist so schräg und abgefahren, dass man ihn unbedingt gelesen haben muss. Allein der Auftakt mit der Fledermaus im Schlafzimmer ist der absolute Brüller. Da hängt ein Mann mit der Hand im Jalousiekasten seines Schlafzimmerfensters fest, nur mit einem Handtuch bekleidet. Und das ist nur eines der vielen skurrilen Bilder, die der Autor innerhalb der Geschichte liefert. Von Kapitel zu Kapitel wird die Gegenwart des Protagonisten immer schräger, bis sich am Ende alles im Showroom eines Bordells mit einem großen Knall auflöst.
Ich hatte sehr viel Spaß mit diesem ungewöhnlichen Roman. Mir gefiel vor allem, wie langsam sich alles entwickelt. Aus den Augen des Ich-Erzählers heraus durfte ich miterleben, wie sich sein normales Leben als Studienanwärter wandelt. Wie er die verborgene Gesellschaft entdeckt, die sein Leben umkrempelt und er sich plötzlich von Vampiren und Untoten sowie anderen Figuren umgeben sieht.
Die lockere Sprache und die irrwitzigen Einfälle von Oliver Dierssen heben die Geschichte erfrischend aus dem Genre der Phantastik heraus. Nebenbei erfährt man einiges über die Stadt Hannover, ein wahrlich ungewöhnlicher Ort für einen solchen Roman. Absolut lesenswert für Fans von ungewöhnlichen und vor allem humorigen Geschichten.
Der Roman erschien 2009 bei Heyne. 2015 folgte ein E-Book-Release bei Fischer-Digital. »Fledermausland« ist überall dort erhältlich, wo es Bücher und E-Books gibt.
In Halle 5 kaufte ich unter anderem das neueste Werk von Dirk Bernemann. Leider war der Autor dieses Mal nicht vor Ort, aber ich hielt ein Schwätzchen mit seinem Verleger. Bei einem anderen Verlag ergatterte ich die Visitenkarte eines Lektors. (Mal sehen, ob sich da was ergibt.) und beim Stand von Papyrus-Autor erfreute ich mich an der Bücherwand. Die Software-Schmiede hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, Bücher, die mit Papyrus-Autor geschrieben wurden, am Stand auszustellen. Eine nette Idee, wie ich finde.
In Halle 3 wollte ich mir dann wenigstens den Roman von Bela B kaufen, doch ich fand ihn am Stand von Heyne nicht. Auf meine Nachfrage war der Mitarbeiter selbst verdutzt, dass keine Exemplare mehr im Regal lagen. Ein anderer wusste aber noch eines aus den Tiefen eines Schrankes hervorzuzaubern, so dass ich tatsächlich das letzte Exemplar erwischte.
Mit vollem Beutel eilte ich zurück in Halle 2, wo Andreas Eschbach am Perry-Stand seine Perry Rhodan-Biografie signieren sollte. Ich kam sogar erstaunlich gut durch, weil sich viele der Messebesucher bei der Wärme nach draußen geflüchtet hatten und dort in der Sonne saßen. Im letzten Jahr, sah das anders aus, da lag Schnee auf dem Hallendach.
Am Perry-Stand traf ich auf die umtriebigen Mitglieder des Mannheimer Stammtischs, die bereits in den Startlöchern warteten. Nach und nach kamen andere Besucher hinzu, die bereits den dicken Wälzer von Eschbach bereithielten. Überpünktlich traf dann auch der Autor ein, der gut gelaunt und mit souveräner Ruhe alles unterschrieb, was man ihm entgegenhielt. (Ob Körperteile auch dabei waren, kann ich aber nicht sagen.) Auch ich hatte den Roman durch die halbe Republik nach Leipzig geschleppt. Mein Mann hatte es sich nicht nehmen lassen, ihn schon im Voraus zu kaufen und auch zu lesen. Obwohl ich das Buch eigentlich erst auf der Messe kaufen wollte. Aber gut das ich es dabei hatte, denn laut einigen Besuchern, war es an diesem Tag bereits ebenfalls ausverkauft.
Ich schwatzte lange mit ein paar Fans über Dies und Das, sah Andreas Eschbach beim Signieren zu und kaufte an den umliegenden Ständen noch ein paar Bücher, meist solche, dessen Autoren ich persönlich kannte.
Weil ich irgendwann nicht mehr stehen konnte, lauschte in der Leseinsel zunächst einer Lesung aus »Warrior-Cats« und später der von STELLARIS-Autor und Wolfenbüttel-Seminarteilnehmer Ulf Fildebrandt. Bei der Gelegenheit muss ich anmerken, dass die Sitzgelegenheiten der Leseinseln, für ein deutlich jüngeres Publikum ausgerichtet sind. Nicht nur ich hatte Mühe, mich wieder vom Boden zu erheben.
17 Uhr! Der letzte Termin an diesem Freitag war ein Treffen mit PR-Chefredakteur Klaus N. Frick. Wir sprachen über die FanSzene und die PRFZ. PR-Mitarbeiterin Madeleine Grobe machte noch ein schönes Foto von uns und dann musste ich auch schon wieder weg.
Denn die Bahnverbindung zwischen Saalfeld und Leipzig, die noch im vergangenen Jahr so passend funktioniert hatte, gibt es nicht mehr. Inzwischen muss ich mehrfach umsteigen und brauche im Durchschnitt zweieinhalb bis drei Stunden. Also entschied ich mich für einen ICE über Erfurt, mit dem ich in knapp zwei Stunden zu Hause sein würde.
Weil ich spät dran war, nahm ich wieder den Bus. Der gleiche Busfahrer vom Mittag war immer noch gut drauf und machte seine Späße mit den Fahrgästen und den Besuchern, die vor dem Bus mitten auf der Straße spazierten, ohne nach rechts, links oder nach hinten zu schauen. Mit viel Humor kam ich am Messebahnhof an, wo auch schon mein ICE wartete. Hier tat ich zum ersten Mal etwas, was ich noch nie gemacht habe. Ich stieg ohne Fahrkarte in den Zug. Die kaufte ich erst an Bord über meine Smartphone-App. Das Internet macht es möglich.
Völlig erschlagen aber hoch zufrieden fiel ich an diesem Tag spät abends ins Bett. Und ich wünschte mir tatsächlich mehr Zeit für den nächsten Messebesuch. Es war heuer wirklich ein bisschen zu hektisch gewesen.
Vielen Dank an Madeleine Grobe aus der PERRY RHODAN-Redaktion für das nette Foto.
Damit es nicht zu viel Text wird, veröffentliche ich meinen Buchmessebericht in zwei Teilen.
Obwohl mein Besuch auf der Buchmesse im vergangenen Jahr ähnlich abgelaufen war, fühlte ich mich dieses Jahr etwas gehetzt.
Ich fuhr um 7 Uhr in Traunstein los und kam ohne große Komplikationen um 12:30 Uhr an der Messe an. Ich wäre sogar schon eher dagewesen, wenn der ICE auch am Messebahnhof gehalten hätte, aber man kann nicht alles haben. Dafür zeigte sich das Wetter von seiner besonders schönen Seite. Die Sonne schien vom blauen Himmel und es herrschten milde Frühlingstemperaturen. Leider war es am Morgen in Traunstein noch ziemlich kalt gewesen, so dass ich die dicke Jacke anziehen musste. Die war dann in den Messehallen und vor allem in der großen Glashalle mehr als hinderlich. Ich wäre wie immer am liebsten vom Messebahnhof zum Eingang gelaufen, aber da einer der Programmpunkte, die ich sehen wollte anstand, entschied ich mich zum ersten Mal für den Bus. Viel schneller war ich dadurch zwar nicht, aber es war unterhaltsam, was vor allem am gut aufgelegten Busfahrer lag.
Als ich durch den Ticket-Check-In durch war, lief der erste Programmpunkt, den ich sehen wollte bereits. Rund um die blaue Couch im Foyer hinter dem Eingang, hatte sich eine Traube von Menschen versammelt. Auf der Couch saßen ein Moderator des ZDF und Bela B Felsenheimer von den» Ärzten«. Ich hatte unlängst erfahren, dass er einen Roman geschrieben hatte und diesen auf der Buchmesse präsentieren wollte. Mit einem solchen Andrang hatte ich allerdings nicht gerechnet. Die Verantwortlichen wahrscheinlich auch nicht, denn der Stand, an dem im Anschluss signierte Ausgaben des Romans verkauft wurden, war so umlagert, dass die meisten Kaufwilligen wahrscheinlich leer ausgegangen sind.
Ich zog weiter und hoffte auf die Lesung von Bela B um 14 Uhr in Halle 5. Vor allem hatte ich erst einmal Hunger. Doch auf dem Weg zu den Imbissständen in Halle 2 traf ich so viele bekannte Gesichter, das daraus erst einmal nichts wurde. Ein »Hallo« hier und ein »Hallo« da, gefolgt von der Frage »Wie geht‘s und was macht du gerade?«, das kannte ich in dieser Form noch nicht. Zeigt mir aber, wie tief ich in die Phantastik-Literatur-Szene in den letzten Jahren eingetaucht bin. Einige kannte ich aus Wolfenbüttel, andere aus dem PERRY RHODAN-Fandom.
Irgendwie habe ich es dann doch geschafft, schnell etwas zu essen, frische Luft zu schnappen und am Perry-Stand noch ein paar Worte mit Christian Montillon zu wechseln, dessen Heftroman 3004 ich auf der Fahrt zu Ende gelesen hatte. Dann war es auch schon zwei Uhr und ich hastete in Halle 5. Wurde von den freundlichen Sicherheitsleuten erstmal nach draußen umgeleitet, weil in den Durchgängen vor Menschenmassen mal wieder nichts mehr ging. Als ich ankam, war die Lesebühne bereits komplett umstellt, es gab kein Durchkommen. Man hatte außen zwar Bildschirme angebracht, aber ohne Lautsprecher. Ich hatte die Wahl entweder was zu sehen, oder zu hören. Aber nur, wenn ich mich irgendwie an einen der seitlichen Eingänge heran drängelte. Dort sah ich aber nichts. Ich blieb eine Weile stehen, gab es dann aber auf, weil der Ton so schlecht und die umstehenden Zuhörer zu laut quasselten – und klapperte die anderen Punkte auf meiner ausgedruckten Liste ab, die ich in Halle 5 erledigen wollte …
Die Buchmesse in Leipzig rückte in den vergangenen Tagen immer näher. Seit 2015 fahre ich regelmäßig im März nach Leipzig, um die Buchmesse zu besuchen. Auch wenn ich kein Fan von großen Menschenansammlungen bin. Aber was tut man nicht alles, für sein Hobby.
Auf meiner Liste habe ich mir Termine und die Stand-Koordinaten einiger Verlage vermerkt, die ich besuchen möchte. Ansonsten bummle ich immer gern durch die Hallen, sofern man durchkommt. Auf alle Fälle werde ich dem Stand der PERRY RHODAN-Redaktion einen Besuch abstatten. Dort wird Andreas Eschbach sein neuestes Werk signieren, die Perry Rhodan-Biografie. Und vielleicht bekomme ich dort diesmal auch einen Kaffee.
Da mein Mann die Zeit nicht abwarten konnte, hat er Eschbachs Roman bereits vor Wochen bestellt und auch schon gelesen. Ich wollte ihn erst in Leipzig kaufen, damit ich das dicke Buch nicht durch halb Deutschland schleppen muss. Nun, ja, jetzt muss ich morgen früh doch mit dem Wälzer im Gepäck die Fahrt nach Leipzig antreten. Ich hoffe, dass die Deutsche Bahn mir nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Und vor allem könnte ich auf solche Wetterkapriolen wie im vergangenen Jahr gern verzichten. Schau’n wir mal, wie der Bayer sagt.
Mein Freund Ben, stellt in seinem neuesten Video Andreas Eschbachs Roman vor. Vielleicht hat ja der eine oder andere Nicht-Perry-Leser hier Lust, sich auf die Geschichte des jungen Perry Rhodan einzulassen. Sie spielt in den 1960er Jahren und verknüpft sehr geschickt geschichtliche Fakten mit den fiktionalen Ereignissen des Perryversums.
Am Wochenende fand in Bad Reichenhall der jährliche Ostereier-Markt statt. Dafür hatten sich viele Künstler im »königlichen Kurhaus« versammelt und zeigten ihre Schätze, die man auch käuflich erwerben konnte. Wobei ich nicht glaube, dass dort viel Umsatz gemacht wurde, außer bei Kaffee und Kuchen im angeschlossenen Bistro.
Es gab tolle Sachen zu sehen und zu kaufen, doch Kunst, und es war mitunter hohe Kunst, hat auch seinen Preis. Bis in den hohen dreistelligen Eurobereich reichten die Preise. Ein durchschnittliches Ei, bemalt oder anderweitig verziert, kostete rund 50 Euro. Das war es auch wert, angesichts der Mühe, die sich die Künstler gegeben haben. Es gibt Menschen die Ostereier sammeln und gern so viel Geld für ein Ei ausgeben. Ich hätte da immer Angst, weil es so leicht kaputt gehen kann. Denn die meisten Kunstobjekte waren tatsächlich aus Hühner- oder Gänseeiern gemacht. Besonders angetan hatten es mir Eier mit Swarovski-Kristallen oder Perlen belegt oder mit winzigen Kunstwerken aus Papier gekrönt. Leider durfte man nicht fotografieren. Die meisten Händler hatten extra Schilder aufgestellt. Verständlich, damit sollen Nachahmer abgeschreckt werden.
Leider herrschte in den Räumen des Kurhauses ein ziemliches Gedränge und die Heizung schien auf Maximum zu laufen. Jedenfalls waren wir froh, als wir wieder draußen waren und noch eine Runde durch den Kurpark spazieren konnten. Es war warm und die Sonne schien ein wenig. Die Berggipfel lagen noch unter einer dicken Schneedecke, aber die Frühlingsblüher färbten bereits die Wiese bunt.
Im Kurpark steht übrigens ein riesiges Gradierwerk. Es war noch nicht in Betrieb, aber seine Dimension ist auch so ziemlich beeindruckend. Bad Reichenhall ist zu jeder Jahreszeit einen Abstecher wert. Es ist eine quirlige Kurstadt mit einer sehr schönen Fußgängerzone, in der es viele kleine Geschäfte und Cafés gibt. Neben dem Kurpark ist auch die alte Saline sehr interessant. Wir besuchen öfter die Therme, die einige spezielle Anwendungen bereithält. Ach ja, beim Café Reber sollte man auch vorbeischauen und Mozartkugeln und Co kaufen.
Hier einige Impressionen:
Gradierwerk mit BergblickGradierwerk Bad ReichenhallFrühlingswieseDie ersten Büsche blühen
Seit Band 3000 lese ich auch wieder die PERRY RHODAN-Erstauflage, mal schauen wie lange ich das durchhalte. Ich meine, NEO und EA lesen, ist ein bisschen viel, wenn man noch was anderes außer PERRY konsumieren möchte. Nun, der Doppelband von Michael Marcus Thurner hat mir jedenfalls richtig gut gefallen, und das obwohl ich mit dem Stil des Autors sonst meine Probleme habe.
In Band 3002 »Die Kriegsschule« erzählt er die Abenteuer des Siganesen Tenga auf einem Raumschiff der Ladhonischen Piraten. Das auf einem Piratenschiff eine militaristische Hierarchie herrscht, und auf dem die Rekruten (Maate) bis zum Umfallen gedrillt werden, erwartet man nicht. MMT beschreibt den schonungslosen Drill sehr bildhaft, inklusive Tengas ausufernden Pralinenkonsum während des Einsatzes. Ich glaube fast, dass ich allein durchs Lesen ein Kilo zugenommen habe.
Ein Wiedersehen gab es auch mit den Olubfanern aus PR 3001. Sowohl sie, als auch die Ladhonen sind fremdartige Individuen, die vom Autor mit Leben erfüllt werden, ohne sie zu entmenschlichen. Das finde ich eine großartige Leistung.
Quelle: Perrypedia
In Band 3003 »Das Triumvirat der Ewigen« setzt der Autor noch einen drauf. Ich habe selten einen Heftroman in einem Rutsch durchgelesen, diesen konnte ich nicht aus der Hand legen. Die Geschichte über 3000 Terraner, die in der Kaverne innerhalb eines Gesteinsplaneten leben, abgeschottet vom Rest der Galaxis, hat mich richtiggehend gepackt. Das war super spannend, nicht nur weil man mehr über Zemina Paath und ihren Paau erfahren hat. (Witzig war die ultimative Antwort des Koffers auf fast jede Frage: »Ich bin der Paau«. Das war wie bei dem Baum aus Guardians of the Galaxy »Ich bin Groot«.) Interessant fand ich vor allem die Gesellschaft, die sich aus den geflüchteten Terranern entwickelt hat, von denen drei einen Zellaktivator besaßen.
Das die Unsterblichkeit nicht nur Positives in Personen hervorbringt, kennen wir ja bereits seit den Meistern der Insel. MMT hat die Veränderungen im Charakter nochmal sehr klar dargestellt und wie schnell daraus eine Diktatur und ein Überwachungsstaat entstehen kann. Exzellent!
Wenn die kommenden Romane alle so gut sind, wie die seit Band 3000, dann muss ich wohl doch weiterhin beide Serie lesen. Seufz! Ich wünsche mir einen 35 Stunden Tag.
Bereits im Januar veröffentlichte die Band Pascow ihr neues Album »Jade«. Vor lauter Perrykram hatte ich das doch glatt vergessen. Vergangene Woche habe ich mir endlich das Album zugelegt und bin ganz hingerissen. Tolle, superkritische Texte und starke Musik, die Band ist mit jedem ihrer Alben besser geworden, finde ich.
In den zwölf Titeln geht es neben politischen Themen um Drogen, Liebe und das Leben an sich. Die fast schon poetischen Texte passen hervorragend zum Sound. Der bei einigen Lieder erstaunlich ruhig ist, zum Beispiel bei »Wunderkind«. Andere Titel dagegen hauen richtig rein, das ist Hardcore in Vollendung.
Wie ambivalent die Stücke sind, erkennt man bereits am Intro, in dem ausschließlich ein Klavier zu hören ist. Das ist ruhig, das ist gefällig, man wundert sich fast schon, wo da der Punk ist. Den bekommt man aber spätestens beim nächsten starken Titel »Silberblick und Scherenhände« an den Kopf geknallt. Großartig!
Das Album läuft bei mir jetzt schon die ganze Woche. Ich kann nicht sagen, welches der Lieder mir am besten gefällt, die sind alle so gut. Ebenfalls gelungen finde ich das Cover.
»Jade« erschien beim Label RookieRecords. Das Album kann bei allen großen Onlinehändlern gekauft werden (bitte nicht streamen). Im bandeigenen Shop oder bei RookieRecords gibt’s das Album auch auf Vinyl in einer Special Edition.
Zum Reinhören hier noch eines der excellenten Videos:
Lange ist es her, seit ich hier das letzte Mal etwas über David Rott geschrieben habe. Der Schauspieler scheint sich auf sein Familienleben zu konzentrieren, denn er taucht nur noch selten in neuen Produktionen auf. Vielleicht liegt es auch an der Qualität der Produktionen, denn der Streifen »Der Mädchenmörder von Krac« aus der Reihe Kroatien-Krimi zählt eher zum unteren Mittelmaß.
Für David Rott schien die Rolle eines fremdenfeindlichen Kommissars eine Abwechslung im trögen Einerlei der Charaktere gewesen zu sein, die derzeit in den aktuellen Produktionen über die Bildschirme flimmern. Bei den ganzen Krimiserien im deutschen Fernsehen hat man als Schauspieler eh nur die Wahl zwischen Ermittler oder Täter. Ich wünschte die DEGETO oder das ZDF würden mal etwas anderes produzieren als nur Krimis oder Liebesfilme.
Der aktuelle Kroatien-Krimi bestach durch einen ziemlich durchschaubaren Plot, bei dem der aufmerksame Zuschauer schon nach den ersten zehn Minuten wusste, wer der Mörder ist. Nur die Ermittler brauchten länger, um zu kapieren, wie alles zusammenhängt. Dazwischen wurden jede Menge Klischees gewälzt, vom Eltern-Kinder-Konflikt, über das Gerangel um Zuständigkeiten, bis hin zu Fremdenfeindlichkeit. Das war so unglaublich langweilig, dass ich schon abschalten wollte. Einzig das Liebesleben der Ermittlerin (zwei Männer) entpuppte sich als spannend.
Alles spielte in der Landschaft, die man aus den Karl-May-Filmen kennt. Was ich anfangs ein wenig befremdlich fand, das aber im Laufe der Handlung reizvoll anzusehen war. Letztendlich war es für mich aber kein befriedigender Fernsehabend, auch nicht als Fan von David Rott. Da wäre es sinnvoller gewesen eine DVD mit einem seiner früheren Filme anzusehen. Schade!