Arbeitsintensiver Seminarsamstag

Olaf Kutzmutz und Kathrin Lange

Normalerweise besteht ein Romanseminar in Wolfenbüttel aus dem Besprechen der Texte aus dem Reader und ein bis zwei Übungen. In diesem Jahr war das anders. Es war das erste Mal, das sich an der Bundesakademie ein Phantastika-Seminar nur ums Plotten drehte. So gesehen war das Seminar eine echte Premiere. Nachdem am Freitagabend und Samstagvormittag nur vier Texte besprochen wurden, war klar, dass wir es auf diese Weise nicht schaffen würden, alle Texte ausführlich zu besprechen und an unseren Plots zu arbeiten. So wurden die verbliebenen Texte im Schnelldurchlauf nur auf den Plot, nicht aber auf den Stil durchleuchtet. Stets fachkundig kommentiert von Kathrin Lange und Klaus N. Frick, die jedem Teilnehmer Ideen lieferten und auf Probleme hinwiesen.

Nach dem Mittagessen beim Italiener (wie immer sehr lecker), hielt Kathrin einen kurzen Vortrag zu ihrer Plotmethode »Plotten für Chaoten«. Hier stellte sie die grundlegende Vorgehensweise beim Skizzieren einer Handlung vor, deren Kernelement die sogenannte »Herzblutszene« ist. Von dieser aus, lässt sich die Handlung nach vorn und nach hinten Schritt um Schritt erweitern.

An dem Vortrag fand ich besonders spannend, die Kategorisierung in Drauflosschreiber und in Planer. Anhand weniger Stichpunkte konnte jeder für sich herausfinden, in welche der beiden Kategorien er fällt. Hatte ich mich bisher eigentlich für einen Drauflosschreiber gehalten – weil ich bisher nie ein richtiges Exposé gemacht hatte – musste ich nun feststellen, dass ich eher zum Planer tendiere. Und tatsächlich, als Kathrin uns eine ihrer MindMaps mit dem Plot eines ihrer Romane zeigte, entdeckte ich Parallelen zur MindMap meines letzten Romans, den ich ähnlich strukturiert hatte.

Danach waren wir gefragt. Jeder schnappt sich ein paar Karteikarten und schrieb alle Ideen zu seiner Geschichte auf, die ihm gerade einfielen. Manche tippten es in den Computer. Ich entschied mich trotz der MindMap-App auf meinem iPad für die Karteikartenvariante. Und dann ging es los. Die Zeit verging wie im Flug und noch vor dem Abendessen, gab es jede Menge vollgepinnter Wände im Schloßsaal.

Nach dem Abendessen wurde anhand zweier Teilnehmergeschichten gezeigt, wie die Methode im einzelnen funktioniert, wie jede Szene auf die andere aufbaut und die nächste bedingt. Als wir dann um halb zehn Schluss machten, war ich so Feuer und Flamme, dass ich am liebsten noch weiter gemacht hätte.

Zurück in der Mühle merkte ich dann allerdings doch, wie anstrengend der Tag gewesen war. Trotzdem ging ich halb Elf runter ins Mühlenfoyer, wo wir noch lange bei Wein, Bier und faszinierenden Geschichten zusammensaßen.

Elbenstifte und hard boiled Helden

Wolfenbüttel! Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat es mich an die Stadt an der Oker gezogen. Nach der Eschbachtagung im September ist es dieses Mal ein Seminar über das Plotten von Romanen.

Dass ich mich damit einigermaßen schwer tue, habe ich bei der Arbeit an meiner zweiten FanEdition gemerkt. Es hat 13 Exposéversionen gebraucht, bis die Geschichte stand. Grund genug, mich mal genauer damit zu befassen, wie man eine Handlung baut und strukturiert.

Die Gruppe ist wie immer gemischt, vielleicht ein bisschen Journalisten und Dozenten-lastig, aber okay. Dafür haben mich viele der Geschichten aus dem Reader überzeugt. Überraschenderweise wenig Fantasy. Das hatte ich angesichts der hohen Frauenquote befürchtet. Und obwohl ich keine Fantasy mag, hat mich ausgerechnet eine Geschichte aus diesem Genre überzeugt. Nun möchte ich zu gern wissen, wie es mit Farim und den Elbenstiften weitergeht.

Und da man bei einem Seminar immer wieder etwas Neues lernt, stelle ich hier mal den Begriff hard boiled Krimi vor. Den musste ich mir zunächst vom Autor erklären lassen. Im Grunde ist es nichts anderes als ein Krimi, in dem der Ermittler ein abgebrühter Kerl ist. Man sieht, ich kenne mich in dem Genre nicht wirklich gut aus.

Heute geht es weiter mit praktischen Übungen und zwei verschiedenen Plot-Verfahren, an denen wir unsere Geschichten ausprobieren können. Ich bin schon sehr gespannt.

Von Baustellen und schlingernden Zügen

Mein Karma war an den letzten beiden Tagen wohl nicht das Beste. Ich war mal wieder mit der Bahn unterwegs und es lief alles andere als glatt.

Das begann schon damit, dass ich in Traunstein meinen Zug um zwei Minuten verpasste. Warum muss der auch ausgerechnet an diesem Tag pünktlich abfahren? Weil auf der Strecke gebaut wird, ging an diesem Tag auch nur alle zwei Stunden ein Zug. Somit verbrachte ich die Wartezeit in einem Café und laß den NEO 160.

Als der nächste Zug dann kam, hatte er selbstverständlich Verspätung. Unterwegs standen wir dann auch noch an der Baustelle und ich hatte in München ganze vier Minuten zum Umsteigen. Das hieß: einmal sportlich durch die Haupthalle des Münchner Bahnhofs gerannt. Das ist dann immer so wie bei einem Jump’n Run Spiel: Rennen, links Ausweichen, Springen, weiterlaufen, Springen, rechts ausweichen, sich zwischen zwei Reisenden hindurchquetschen und dann atemlos in den Zug hüpfen. Ich hasse es! Vor allem wenn der Zug dann wegen einer Störung nicht losfahren kann, und man sich völlig umsonst verausgabt hat.

Am Fahrtziel hatte der Zug gestern Abend dann glatt zwanzig Minuten Verspätung. Immerhin musste ich zwischendrin nicht umsteigen und konnte mit meiner komplizierten Fahrkarte noch die Zugbegleiterin verblüffen. Die machte nämlich große Augen, als sie meinen Fahrschein sah und fragte mich ernsthaft, wie so was geht. Also wenn die das nicht wissen, woher soll es dann der Bahnkunde wissen …?

Heute Morgen fuhr der Zug fast schon überpünklich ab. Und ich wunderte mich schon. Kurze Zeit später, dann die Durchsage: »Wegen einer Triebfahrzeugstörung müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Die Verspätung beim nächsten Halt wird voraussichtlich zehn Minuten betragen.« Wahnsinn! Das hatte ich auch noch nie.

Ich mach’s kurz, wir fuhren in einen Bahnhof auf einer Nebenstrecke, bekamen eine neue Lok und setzten die Fahrt in entgegengesetzter Fahrtrichtung fort. Das Ganze hat tatsächlich nicht mehr als zehn Minuten gedauert. Ich war nachhaltig beeindruckt. Das habe ich schon anders erlebt.

In Halle hatte ich dann das Vergnügen zum ersten Mal in einen dieser Doppelstock IC’s zu steigen. Aus weißer Voraussicht setzte ich mich lieber unten rein. Das war auch gut so. Das Ding schwankt schlimmer als ein Fischkutter auf Hoher See. Echt! Wenn man geht oder steht, wird man nach rechts und links geschubst. Da wird ein Toilettenbesuch zum Balanceakt. Ich möchte nicht wissen, wie das oben schlingert. Zumindest war der Zug pünktlich in Braunschweig. Ich bekam meinen Anschlusszug und bin heil in Wolfenbüttel angekommen.

Jetzt freue ich mich auf ein aufregendes Wochenende.

Gewissensfragen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 160 – »Im Kreis der Macht« von Rüdiger Schäfer

Zehn Bände ist der letzte NEO-Roman von Rüdiger Schäfer her. In früheren Staffeln hat er meist zwei Bände zur Handlung beigesteuert. Die gewonnene Zeit hat der Expokrat genutzt, um die Geschichte um Perry und seine Freunde im NEO-Universum weiterzuspinnen. Dementsprechend ausgehungert war ich, wieder etwas von ihm zu lesen.

17 Bände dagegen ist es her, seit Kai Hirdt erzählte, wie Atlan von ANDROS auf ein Schiff der Thetiser entführt wurde. Seit dem warten die Fans darauf zu erfahren, was aus dem Arkoniden geworden ist. Jetzt endlich wurde ihr Flehen erhört. Der Atlan-Handlungsstrang von Band 160 knüpft nahtlos an die Handlung von Band 143 an.

So gesehen schließt »Im Kreis der Macht« zwei Staffeln ab. Wie ich schon bei der Rezension zur METEORA-Staffel bemängelte, fehlte hier ein Roman, der auf das Schicksal Atlans einging. Diese Fragen werden erst jetzt – 17 Bände später – beantwortet und das ist meiner Meinung nach zu spät. Zumal die Leser, die mit Band 150 eingestiegen sind, kaum etwas mit der Geschichte um Atlan werden anfangen können.

In der Haupthandlung trifft Perry Rhodan im Zentrum Andromedas auf Faktor I, hinter dem sich niemand anderes als Mirona Thetin verbirgt, die abtrünnige Liduuri Anathema di Cardelah. Sie hat Rhodan erwartet, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten. Was die Leichtigkeit erklärt, mit der die MAGELLAN ins Herz der Meister der Insel vordringen konnte. Obwohl sie ihn für den Tod ihres Sohnes Agaior Thoton verantwortlich macht, scheint sie den Terranern wohlgesonnen. Als Rhodan ablehnt, kommt Atlan ins Spiel, der bereits seit drei Jahren mit Mirona kooperiert. Auch er fordert den Terraner auf, sich mit den MdI zu verbünden, um die Bedrohung durch die geheimnisvollen Crea abzuwenden. Doch Rhodan wäre nicht Rhodan, wenn er sich von jemandem beeinflussen ließe, dem das Leben eines Individuums nichts zu bedeuten scheint.

Rüdiger Schäfer geht das Thema sehr philosophisch an. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Was bedeutet Moral? Und heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Er bringt die verschiedenen Ansichten glaubhaft vor und regt zum Nachdenken an. Macht aber auch deutlich, dass Rhodan den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird und die Menschen lieber dem Untergang opfert, als seinem Gewissen abzuschwören. Deshalb endet die Zusammenkunft mit Faktor I auch in einer Katastrophe. Es ist allein Atlan zu verdanken, dass die MAGELLAN von Multidon wieder unbehelligt starten kann.

Ein weiteres Rätsel wird zumindest zu einem Teil gelöst. Tuire Sitareh ist nach seinem Memeter-Anzug süchtig und steht scheinbar auf der Seite der Feinde. Aber ganz so klar wird auch dies nicht geklärt. Er wird von Rhodan mit einer Aufgabe betraut, kehrt aber nicht auf die MAGELLAN zurück. Der Autor verrät uns leider nicht, ob der Aulore die ihm gestellte Aufgabe wirklich erfüllt hat.

»Im Kreis der Macht« gehört sicher nicht zu den besten Arbeiten des Autors, dazu fehlt dem Roman die Präzision zwischen den Handlungsebenen. Die Romanhandlung erscheint auf den zweiten Blick etwas flach und unzureichend durchdacht. Rüdiger Schäfer reißt es dadurch heraus, dass er viel in die gedanklichen Auseinandersetzungen zu Moral und Gewissen steckt. Etwas gestört hat mich an mehreren Stellen auch die offensichtliche Exposition. Aber damit muss man als PERRY RHODAN-Leser leben, schließlich wollen auch Neueinsteiger verstehen, um was es geht.

Fazit: Die Leser bekommen am Ende der Staffel viele Informationen geliefert. Wobei auch hier neue Fragen aufgeworfen werden. Der Autor verpackt sie in einen Roman, der seine Spannung weniger aus der Handlung, sondern mehr aus dem philosophischen Hintergrund bezieht. Das ist völlig in Ordnung, befriedigt mich aber nicht vollends.

Fahrkartenakrobatik online

Puh! Ich habe jetzt hintereinander drei Fahrkarten gekauft. Online, über das Internetportal der deutschen Bahn und dabei habe ich das System ganz schön beansprucht.

Ich habe nämlich meine Tickets fürs kommende Wochenende gekauft. Eine der Fahrkarten soll über zwei Tage gültig sein. Früher, als es das Flexticket noch nicht gab, war das kein Problem. Da war der normale Fahrschein bei der Hinfahrt an zwei Tagen gültig und auf der Rückfahrt vier Wochen. Heute muss man schon tricksen, damit man das hinbekommt. Mittels »Aufenthalt» an »Zwischenhalten« kann man das erzwingen. Es bedarf ein bisschen Rechnerei, damit man die gewünschte Verbindung auch angezeigt bekommt, aber prinzipiell ist es möglich.

Warum so kompliziert? Nun ja, ich habe von der Verwandtschaft Toffifee-Schachteln mit Bahn-eCoupons bekommen. Mit einem Wert von immerhin 15 Euro. Der gilt aber erst ab einem Fahrkartenpreis von 49 Euro. Das heißt Hin- und Rückfahrt getrennt buchen und weil ich die Hinfahrt nicht ohne Stress an einem Tag schaffen würde (und auch weil die Fahrkarte nur 47 Euro kostet), mache ich einen kleinen Zwischenhalt daheim in Thüringen.

Wo wir bei der dritten Fahrkarte wären, die ich für mich und meinen Mann für Silvester gebucht habe. Da kam ich zum ersten Mal in den Genuss der Preise auf der neuen ICE-Trasse München-Berlin. Obwohl wir da gar nicht lang fahren. (Ich fahre doch nicht 100 km extra durch die Gegend und steige 5 mal um.) Die Preise sind für beide Strecken gleich, damit ja niemand auf die Idee kommt, nicht über die Neubaustrecke zu fahren. Wir zahlen 40 Euro mehr als im vergangenen Jahr und sind noch mal eine Stunde länger unterwegs. Wahnsinn! Wenn es nicht wegen der unsicheren Wetterlage wäre oder wegen des Staus an den Feiertagen, hätten wir das Auto genommen.

Wie ich schon seit Jahren prophezeie. Wir werden in Zukunft in unserer Mobilität eingeschränkter sein. Alles wird nicht nur teuerer – Flüge, Bahnfahrten, bald werden auch die Busunternehmen nachziehen – die Reisen werden auch immer länger dauern. Und komm mir ja nicht wieder jemand damit, dass man mit dem Auto schneller ist. Wenn ich mir den Verkehr der letzten beiden Jahre so ansehe, steuern wir auf ein Verkehrschaos zu. Und zwar schneller als uns lieb ist. Eben weil noch mehr Leute aufs Auto umsteigen, sei es wegen der überhöhten Preise oder des unattraktiven Angebotes. Zwar werden wir nicht ins Zeitalter von Pferd und Kutsche zurückfallen, aber die Zeiten grenzenloser Mobilität sind vorbei.

TERMINUS im Fokus

Coverentwurf von Raimund Peter

Meine geschätzte Kollegin aus der SOL-Redaktion, Alexandra Trinley, hat sich in den vergangenen Monaten einem ehrgeizigen Projekt gewidmet. Die Dokumentation einer PERRY RHODAN-Miniserie gab es in dieser Form noch nie. Eine so umfangreiche Sammlung an Interviews, Werkstattberichten und Artikeln muss man erst einmal zusammentragen. Sie dann auch noch in eine ansprechende Form zu bringen, ist eine weitere Mamutaufgabe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Alexandra in letzter Zeit die eine oder andere schlaflose Nacht hinter sich gebracht hat. Aber es hat sich gelohnt. Die schöne Publikation ist vollgestopft mit wissenswertem Begleitmaterial zu TERMINUS. Der Leser erfährt sehr viel über die Entstehungsprozesse einer Miniserie, aber auch über die Arbeit von Autoren, Lektor und Redaktion. Das ergibt einen sehr spannenden Überblick.

Auszüge aus den Interviews, die im Geisterspiegel oder im Corona-Magazin erschienen, durfte ich für den Newsletter der PRFZ verwenden. Dafür nachträglich noch vielen Dank an Alexandra. Warum aber mein Name bei den Mitarbeitern im Impressum auftaucht, weiß ich nicht, weil ich eigentlich nichts dazu beigetragen habe. Das haben meine Mitstreiter aus der SOL-Redaktion und Layouter René Spreer allein gemacht. Ein großes Lob an alle.

Ich persönlich habe TERMINUS noch nicht gelesen, werde das aber bei Gelegenheit nachholen. Spätestens dann steht mir ein umfangreiches Sekundärwerk zur Seite, dass mir die Lektüre versüßen wird.

Die Publikation »Gespräche zu TERMINUS« gibt es auf den Seiten der PRFZ des PROC zum Gratis-Download im PDF- und ePub-Format.

Grüne Sonnen gibt es nur bei PERRY RHODAN

Quelle: SolarMonitor.org

Da war es wieder. »Vor der MAGELLAN hing eine grünliche Sonne und tauchte die Umgebung in schimmliges Licht.«
Eigentlich hatte ich gehofft bei der Lektüre eines NEO-Romans niemals etwas über grüne Sonnen zu lesen. Jemand wie ich, der sich lange und ausführlich mit Sternen und ihren Spektren auseinandergesetzt hat, sträuben sich dabei jedes Mal die Haare. Das war schon bei der PERRY RHODAN-Erstauflage der Fall.

Warum kann es keine grünen Sonnen geben?

Ganz einfach. Sterne verhalten sich wie schwarze Körper. Einen schwarzen Körper kann man mit einem Stück Eisen vergleichen. Wenn man es erwärmt, so glüht es zuerst rot dann gelb bis es weiß leuchtet. Könnte man Eisen noch weiter erwärmen, würde es irgendwann blau, dann violett und schließlich Ultraviolett leuchten. Das heißt, die Farbe eines Sterns hängt von seiner Oberflächentemperatur ab. Die wird in Kelvin angegeben. (Um das auf Grad Celsius umzurechnen, braucht man nur 273 Grad abzuziehen, was aber bei den hohen Temperaturen keine große Rolle mehr spielt.) Rote Sterne sind mit 3000 Kelvin kühler als gelbe Sterne mit 5500 bis 6000 Kelvin. Blaue Sterne erreichen Temperaturen von bis zu 23000 Kelvin.

Das Licht eines Sterns deckt mehr oder weniger das komplette elektromagnetische Spektrum ab. Von Radio bis hin zu Röntgen und Gammastrahlung. Von diesem riesigen Strahlungsspektrum können wir Menschen aber nur einen winzigen Teil wahrnehmen, nämlich das sichtbare Licht. Das wir dennoch rote, orange, gelbe, weiße und blaue Sterne sehen, liegt nicht nur an ihren unterschiedlichen Oberflächentemperaturen, sondern auch an unserer Farbwahrnehmung und dem Strahlungsmaximum. Das Strahlungsmaximum unserer Sonne liegt in der Mitte des sichtbaren Spektralbereich zwischen blau und rot (350-700 nm). Eigentlich bei ca. 500 nm das entspricht der Farbe gelbgrün. Theoretisch müsste unsere Sonne also grün leuchten, das tut sie aber nicht, weil sie, wie gesagt, auch genügend rotes und blaues Licht aussendet und dieses sich in unseren Augen zu gelb mischt. Sollte ein Stern wirklich grün leuchten, dürfte er keinerlei rotes und keinerlei blaues Licht aussenden, was aber wiederum den Gesetzmäßigkeiten der Strahlung eines schwarzen Körpers widersprechen würde.

Eine weitere spannende Tatsache ist, dass die Wahrnehmungskurve des menschlichen Auges, fast exakt dem Verlauf des Strahlungsmaximum unserer Sonne entspricht. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Mensch perfekt an die Sonne angepasst ist. Das heißt aber auch, wenn die Autoren Perry Rhodan auf einen Planeten schicken, der von einer blauen Sonne beschienen wird, dann sollte er eigentlich Probleme haben, etwas zu erkennen. Für ihn müsste es dort ziemlich dämmrig sein, weil das Strahlungsmaximum des Sterns nicht mit Perrys Wahrnehmungskurve übereinstimmt. Einfach weil viel zu wenig gelbes und rotes Licht vorhanden ist. Das wird von den Autoren aber meist ignoriert.

Das ein Sternenspektrum außer der Farbe aber noch viel mehr Informationen transportiert, hilft den Astronomen bei ihren Forschungen. Denn alles, was wir über ferne Sterne wissen, wurde aus ihren Spektren ausgelesen. Vor ein paar Jahren hielt ich einen Vortrag über Sternenspektren. Dazu gibt es eine kleine Zusammenfassung im PDF-Format.
Wer noch mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich das Buch »Sterne und ihre Spektren« von James B. Kaler erschienen im Spektrum Wissenschaftsverlag. Es ist eines der besten Bücher zu diesem Thema in meiner Sammlung, aber leider nur noch in Antiquariaten erhältlich.

Die SOL 88 ist unterwegs

Covergestaltung: Hans-Jochen Badura

Die nächste SOL ist im Anmarsch. Ende nächster Woche sollte jedes Mitglied der PRFZ sein Exemplar im Briefkasten haben.

Seit Sommer arbeiten die Redaktionsmitglieder und ich an dem Heft. Jetzt ist es endlich soweit.

Den Schwerpunkt stellt die STELLARIS-Serie mit Interviews und Beiträgen der Macher. Unteranderem blickt Wim Vandemaan (alias Hartmut Kasper) auf seine Zeit mit der Serie zurück, aber auch der Neue auf der STELLARIS – Olaf Brill – stellt sich den Fragen der Redaktion. Höhepunkt ist eine STELLARIS-Kurzgeschichte von Roman Schleifer.

Außerdem finden sich im Heft noch die Besprechungen zur EA und zu NEO und noch viele weitere Artikel aus und über das PERRY RHODAN-Fandom.

Ganz besonders gespannt bin ich, wie das Kreuzworträtsel bei den Lesern ankommt. Es ist ein Versuch und wenn er klappt, möchten wir öfter ein Rätsel anbieten. Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Wer also noch kein Mitglied der PRFZ ist und teilnehmen möchte, kann entweder schnell einen Mitgliedsantrag ausfüllen oder das Heft im Space-Shop der PRFZ einzeln bestellen.

Ich bin schon gespannt auf die Rückmeldungen.

Im Licht der grünen Sonne

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 159 – »Der falsche Meister« von Rainer Schorm

Ich tat mich vor allem mit der ersten Hälfte des Romans schwer. Erst im letzten Drittel wurde die Handlung so spannend, dass ich das Buch nicht nach drei Kapiteln wieder weglegen musste.

In den ersten beiden Dritteln erwartet den Leser viel astronomisches Wissen. Gammablitze, Dunkelwolken, Gravitationswellen, Vakuolen … das liest sich stellenweise fast wie ein Sachbuch aus meiner Astronomie-Bibliothek. Nicht uninteressant, geht aber zu Lasten einer spannenden Handlung. Es passiert wenig Spektakuläres. Man erfährt etwas über Sud, der im Situativ gefangen ist und von der Positronik des Situativs umsorgt wird. Der Doppelmutant Sid/Sue ist nicht sicher, wer er ist und leidet unter dem Transmitterdurchgang. Die Passagen haben mir vor allem dadurch gefallen, dass sie einen Blick in die Gedankenwelt von Sud geliefert haben. Solide geschrieben sind auch jene Szenen, in denen das Schiff schließlich von der MAGELLAN geborgen und Sud befreit wird.

In einer Dunkelwolke entdeckt die MAGELLAN neben dem Situativ auch einen Sonnentransmitter, der von Baar Lun als Ruine bezeichnet wird, sich bei einem Versuch mit einem Meteoriden aber als funktionstüchtig erweist. Wohin der Transmitter jedoch führt und was es mit den Gravitationswellen und Quantenfluktuationen auf sich hat, kann auch Genie Eric Leyden nicht erklären. (Ich tippe mal auf die Vergangenheit.)

Perry Rhodan hält sich an Baar Luns Plan durch die Dunkelwolke ins Donit-System weiterzufliegen, wo sich Faktor 1 aufhalten soll. Nach dem Tod des MdI im letzten Roman, soll sich Rhodan als Faktor X ausgeben, um ungestört ins Herz Andromedas vorzudringen. Ich gebe zu, dass der Plan des Moduls clever ist, aber ich frage mich auch, woher Baar Lun all das Wissen über die Meister hat, wo er doch seine Station nie verlassen konnte.

Der Plan funktioniert zunächst wie gewünscht. Doch dann taucht eine Rebellengruppe auf, die just bei der Ankunft der MAGELLAN von dem Strafplaneten zu fliehen versucht. Wieder werden wir Zeuge, wie sehr das Regime der Meister die Thetiser unterdrückt. Doch wir erleben auch, wie anfällig dieser Machtapparat in seiner Starrheit ist. Obwohl Faktor XII anwesend ist und es den Rebellen gelingt in die MAGELLAN einzudringen und sich dort zu verschanzen, kommt Rhodan mit seiner Maskerade durch. Er spielt den Überlegenen, weißt die Kommandantin der Station in ihre Schranken und scheint auch Faktor XII zu beeindrucken. Hier nimmt der Roman endlich Fahrt auf. Leider ist er dann auch ziemlich schnell wieder zu Ende, weil Gucky die Rebellen auf der MAGELLAN mit einer Paralysegranate außer Gefecht setzt. Danach ist der Weg nach Multidon – der Welt von Faktor I – frei und die MAGELLAN mit allen Befugnissen ausgestattet.

Für einen NEO lief das überraschend glatt. Angesichts dessen, dass es in dem System eine gigantische Armada von Raumschiffen gibt und auch, dass Rhodan bei einer Übertragung Atlan im Hintergrund zu sehen glaubt, hatte ich mit mehr Schwierigkeiten gerechnet.

Vor dem großen Finale bringt Rainer Schorm alle Figuren in die richtige Position und liefert ein paar nette astronomische Details, mehr aber auch nicht. Man merkt, dass der Autor sich mit Astronomie beschäftigt hat. Das war gut recherchiert, zumindest so lange bis (mal wieder) eine grüne Sonne aus den Tiefen des Universums hervorgezaubert wurde. – Zum hundertstens Mal: Es gibt keine grünen Sterne! Punkt! – Das ist spektral einfach nicht möglich. Ich denke, sowohl Rüdiger Schäfer als auch Rainer Schorm wissen das. Die grüne Sonne soll wahrscheinlich eine Hommage an die frühe EA sein, wo es ständig grüne Sonnen gab. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Zwischen den Figuren spielen sich die typischen verbalen Auseinandersetzungen ab, die Rainer Schorm in seinen Geschichten gern verwendet. Dabei ist Leyden wieder in seinem Element, aber auch zwischen Bully und Rhodan gibt es das eine oder andere Wortgefecht. Da der Autor es zurückhaltend einsetzt, wirkt es an den Stellen sogar erfrischend.

Fazit: Wer sich für Sterne und astronomische Phänomene begeistern kann, wird den Roman interessant finden. Ansonsten hält die Handlung wenig Spektakuläres für den Leser bereit. Kann man gelesen haben, muss man aber nicht.