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Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 160 – »Im Kreis der Macht« von Rüdiger Schäfer

Zehn Bände ist der letzte NEO-Roman von Rüdiger Schäfer her. In früheren Staffeln hat er meist zwei Bände zur Handlung beigesteuert. Die gewonnene Zeit hat der Expokrat genutzt, um die Geschichte um Perry und seine Freunde im NEO-Universum weiterzuspinnen. Dementsprechend ausgehungert war ich, wieder etwas von ihm zu lesen.

17 Bände dagegen ist es her, seit Kai Hirdt erzählte, wie Atlan von ANDROS auf ein Schiff der Thetiser entführt wurde. Seit dem warten die Fans darauf zu erfahren, was aus dem Arkoniden geworden ist. Jetzt endlich wurde ihr Flehen erhört. Der Atlan-Handlungsstrang von Band 160 knüpft nahtlos an die Handlung von Band 143 an.

So gesehen schließt »Im Kreis der Macht« zwei Staffeln ab. Wie ich schon bei der Rezension zur METEORA-Staffel bemängelte, fehlte hier ein Roman, der auf das Schicksal Atlans einging. Diese Fragen werden erst jetzt – 17 Bände später – beantwortet und das ist meiner Meinung nach zu spät. Zumal die Leser, die mit Band 150 eingestiegen sind, kaum etwas mit der Geschichte um Atlan werden anfangen können.

In der Haupthandlung trifft Perry Rhodan im Zentrum Andromedas auf Faktor I, hinter dem sich niemand anderes als Mirona Thetin verbirgt, die abtrünnige Liduuri Anathema di Cardelah. Sie hat Rhodan erwartet, um ihm einen Vorschlag zu unterbreiten. Was die Leichtigkeit erklärt, mit der die MAGELLAN ins Herz der Meister der Insel vordringen konnte. Obwohl sie ihn für den Tod ihres Sohnes Agaior Thoton verantwortlich macht, scheint sie den Terranern wohlgesonnen. Als Rhodan ablehnt, kommt Atlan ins Spiel, der bereits seit drei Jahren mit Mirona kooperiert. Auch er fordert den Terraner auf, sich mit den MdI zu verbünden, um die Bedrohung durch die geheimnisvollen Crea abzuwenden. Doch Rhodan wäre nicht Rhodan, wenn er sich von jemandem beeinflussen ließe, dem das Leben eines Individuums nichts zu bedeuten scheint.

Rüdiger Schäfer geht das Thema sehr philosophisch an. Wo ist die Grenze zwischen Gut und Böse? Was bedeutet Moral? Und heiligt der Zweck wirklich alle Mittel? Er bringt die verschiedenen Ansichten glaubhaft vor und regt zum Nachdenken an. Macht aber auch deutlich, dass Rhodan den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird und die Menschen lieber dem Untergang opfert, als seinem Gewissen abzuschwören. Deshalb endet die Zusammenkunft mit Faktor I auch in einer Katastrophe. Es ist allein Atlan zu verdanken, dass die MAGELLAN von Multidon wieder unbehelligt starten kann.

Ein weiteres Rätsel wird zumindest zu einem Teil gelöst. Tuire Sitareh ist nach seinem Memeter-Anzug süchtig und steht scheinbar auf der Seite der Feinde. Aber ganz so klar wird auch dies nicht geklärt. Er wird von Rhodan mit einer Aufgabe betraut, kehrt aber nicht auf die MAGELLAN zurück. Der Autor verrät uns leider nicht, ob der Aulore die ihm gestellte Aufgabe wirklich erfüllt hat.

»Im Kreis der Macht« gehört sicher nicht zu den besten Arbeiten des Autors, dazu fehlt dem Roman die Präzision zwischen den Handlungsebenen. Die Romanhandlung erscheint auf den zweiten Blick etwas flach und unzureichend durchdacht. Rüdiger Schäfer reißt es dadurch heraus, dass er viel in die gedanklichen Auseinandersetzungen zu Moral und Gewissen steckt. Etwas gestört hat mich an mehreren Stellen auch die offensichtliche Exposition. Aber damit muss man als PERRY RHODAN-Leser leben, schließlich wollen auch Neueinsteiger verstehen, um was es geht.

Fazit: Die Leser bekommen am Ende der Staffel viele Informationen geliefert. Wobei auch hier neue Fragen aufgeworfen werden. Der Autor verpackt sie in einen Roman, der seine Spannung weniger aus der Handlung, sondern mehr aus dem philosophischen Hintergrund bezieht. Das ist völlig in Ordnung, befriedigt mich aber nicht vollends.

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