Christinas Multiversum

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Von Baustellen und schlingernden Zügen

Mein Karma war an den letzten beiden Tagen wohl nicht das Beste. Ich war mal wieder mit der Bahn unterwegs und es lief alles andere als glatt.

Das begann schon damit, dass ich in Traunstein meinen Zug um zwei Minuten verpasste. Warum muss der auch ausgerechnet an diesem Tag pünktlich abfahren? Weil auf der Strecke gebaut wird, ging an diesem Tag auch nur alle zwei Stunden ein Zug. Somit verbrachte ich die Wartezeit in einem Café und laß den NEO 160.

Als der nächste Zug dann kam, hatte er selbstverständlich Verspätung. Unterwegs standen wir dann auch noch an der Baustelle und ich hatte in München ganze vier Minuten zum Umsteigen. Das hieß: einmal sportlich durch die Haupthalle des Münchner Bahnhofs gerannt. Das ist dann immer so wie bei einem Jump’n Run Spiel: Rennen, links Ausweichen, Springen, weiterlaufen, Springen, rechts ausweichen, sich zwischen zwei Reisenden hindurchquetschen und dann atemlos in den Zug hüpfen. Ich hasse es! Vor allem wenn der Zug dann wegen einer Störung nicht losfahren kann, und man sich völlig umsonst verausgabt hat.

Am Fahrtziel hatte der Zug gestern Abend dann glatt zwanzig Minuten Verspätung. Immerhin musste ich zwischendrin nicht umsteigen und konnte mit meiner komplizierten Fahrkarte noch die Zugbegleiterin verblüffen. Die machte nämlich große Augen, als sie meinen Fahrschein sah und fragte mich ernsthaft, wie so was geht. Also wenn die das nicht wissen, woher soll es dann der Bahnkunde wissen …?

Heute Morgen fuhr der Zug fast schon überpünklich ab. Und ich wunderte mich schon. Kurze Zeit später, dann die Durchsage: »Wegen einer Triebfahrzeugstörung müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Die Verspätung beim nächsten Halt wird voraussichtlich zehn Minuten betragen.« Wahnsinn! Das hatte ich auch noch nie.

Ich mach’s kurz, wir fuhren in einen Bahnhof auf einer Nebenstrecke, bekamen eine neue Lok und setzten die Fahrt in entgegengesetzter Fahrtrichtung fort. Das Ganze hat tatsächlich nicht mehr als zehn Minuten gedauert. Ich war nachhaltig beeindruckt. Das habe ich schon anders erlebt.

In Halle hatte ich dann das Vergnügen zum ersten Mal in einen dieser Doppelstock IC’s zu steigen. Aus weißer Voraussicht setzte ich mich lieber unten rein. Das war auch gut so. Das Ding schwankt schlimmer als ein Fischkutter auf Hoher See. Echt! Wenn man geht oder steht, wird man nach rechts und links geschubst. Da wird ein Toilettenbesuch zum Balanceakt. Ich möchte nicht wissen, wie das oben schlingert. Zumindest war der Zug pünktlich in Braunschweig. Ich bekam meinen Anschlusszug und bin heil in Wolfenbüttel angekommen.

Jetzt freue ich mich auf ein aufregendes Wochenende.

Plotprobleme

Ui! Das hätte ich jetzt fast übersehen. Ich wollte gerade meine Schreibaufgabe für das Roman-Seminar in Wolfenbüttel abschicken. Da entdecke ich auf dem Aufgabenzettel, dass nicht nur die Romanzusammenfassung und eine 5-seitige Szene gefordert sind, sondern dass man zudem auf einer Normseite beschreiben soll, welche Probleme einen am Weiterschreiben hindern. Puh! Eigentlich ist ja heute Abgabetermin und ich bin für meine Verhältnisse eh schon spät dran. Normalerweise reiche ich mindestens vier Tage vorher ein, aber mein Urlaub hat dieses Mal alles durcheinander gebracht.

Nachdem ich also heute den Text von Zusammenfassung und Szene nochmal mit Papyrus-Autor gegengecheckt habe, dachte ich, dass war’s. Leider ist dem nicht so und ich musste auf die Schnelle noch eine Seite zu meinen Plotproblemen schreiben. Aber da ich sowieso noch meinen Blogeintrag schreiben wollte, lag es nahe, beides miteinander zu verbinden. Es sind ja keine Geheimnisse, die ich hier ausplaudere und vielleicht entspinnt sich hier ja auch eine Diskussion darüber, was andere Autoren daran hindert weiterzuschreiten. Wer weiß!

Meine übliche Herangehensweise dauert zu lange, um einen Roman in einer angemessenen Zeit fertigzustellen. Ich brauche mindesten 3-5 Jahre, von der Idee bis zum fertigen Manuskript. Sofern mir kein Schreibcoach oder Abgabetermin im Nacken sitzt.

Wenn ich eine Idee habe, dann trage ich diese zunächst lange mit mir herum und überlege, wie ich sie möglichst treffend umsetzen kann. Das ist ein gedanklicher Prozess, der Monate, manchmal auch Jahre dauern kann. Erst wenn ich die Geschichte komplett im Kopf zusammengefügt habe, schreibe ich eine kurze Zusammenfassung. Anschließend skizziere ich die einzelnen Szenen und notiere sie in einer Mind-Map. Zu jeder Szene schreibe ich Stichpunktartig, was zwischen wem passiert.

Irgendwann sehr viel später beginne ich mit dem ersten Satz. Ich schreibe chronologisch, so wie es die Szenenplanung vorgibt. Ein Versuch, zunächst nur die Lieblingsszenen zu schreiben, scheiterte, weil ich irgendwann keine Lust mehr hatte, auch die Kapitel dazwischen zu schreiben.

Da ich nicht jeden Tag schreiben kann, fallen mir oft nachträglich Situationen ein, die ich dann in den Szenenplan übernehme. Die Geschichte wird also immer umfangreicher, je länger ich daran schreibe. Und es damit natürlich auch immer schwerer, sie zu beenden.

Das ließe sich wahrscheinlich vermeiden, wenn ich die Geschichte hintereinander wegschreiben könnte. Aber dazu müsste man mich drei Wochen lang bei Wasser und Brot in einen Raum einzusperren. Oder eine Woche lang mit dem Zug durch Deutschland schicken, weil ich da nämlich am besten schreiben kann. Ach ja, im Flugzeug klappt es auch gut.

Per Auto durch die Republik

Normalerweise fahre ich lieber mit dem Zug. Das ist für mich stressfreier und ich kann dabei schreiben. Gerade auf lange Strecken versuche ich das Auto zu vermeiden, auch der Umwelt wegen.

Nach Wolfenbüttel war ich dieses Mal mit Sandra unterwegs und die liebt Autofahren. Also nahmen wir das Auto. Ich hatte ja zunächst Bedenken, eine so weite Strecke und dann noch auf der A9. Am Samstag war es dann vormittags bis Nürnberg auch ziemlich voll. Dann ließ der Verkehr langsam nach und wir rollten mit Sandras Hybrid dahin. Ich bin ja nach wie vor begeistert, wie gut sich die Hybrid-Autos auf Autobahnfahrten machen. Man fährt so sparsam, das hätte ich nie erwartet. Überlandfahrten auf denen es bergauf und bergab geht, mag so ein Hybrid im Gegenzug gar nicht, da verbraucht er deutlich mehr.

Fasziniert war ich auch von Sandras Navi, eigentlich nutzt sie nur die Navigation von Google Maps. Einfach iPhone an und los geht’s. Ich bin ja kein Freund von Navigationsgeräten, weil ich immer denke, dass man damit sein Gehirn nicht mehr genügend fordert, aber … wie uns das Navi auf der Rückfahrt um einen Stau herumgeleitet hat, der noch nicht mal im Radio angekündigt war … das hat mir imponiert.

Und dann konnte ich auf der Fahrt noch so ein paar Beobachtungen machen. Je weiter wir gen Norden kamen desto bunter wurden die Wälder. Der Herbst ist im Norden deutlich fortgeschrittener als bei uns im Süden, was vor allem an den häufigen Niederschlägen am Alpenrand liegen mag. Außerdem stellte ich hinter Leipzig fest, das die Frontscheibe voller Insektenleichen war. In dem Ausmaß kenne ich das nur von früher. In den letzten Jahren hatten wir auf unseren Fahrten durch Bayern kaum mal eine Mücke auf der Scheibe. Es scheint als sei der Osten ökologischer, was die Landwirtschaft angeht.

Wir sind jedenfalls gut mit dem Auto nach Wolfenbüttel und zurück gekommen. Mein Dank geht an Sandra für die schöne Fahrt. Und wer wissen will, wie ihr das Wochenende und die Eschbach-Tagung in Wolfenbüttel gefallen haben, dem empfehle ich ihren Blog. Dort gibt es auch jede Menge Fotos.

Ein König für Deutschland …

… Ich weiß nicht, ob die Veranstalter der ersten weltweiten Andreas Eschbach-Tagung dem letzten Vortrag mit Absicht dieses Thema gegeben haben, oder ob es Zufall war. Der Roman »Ein König für Deutschland« handelt von einer Gruppe von Menschen, die durch Manipulation der Bundestagswahl aus Deutschland eine Monarchie machen wollen. Nur um nach der Wahl zu zeigen, dass die Wahl gefälscht war. Ich glaube, es erging mir wie den meisten der Tagungsteilnehmer: ich wünschte mir, das Wahlergebnis des 24.9.2017 sei nur ein Gag, eine Manipulation und gar nicht wahr. Es machte betroffen und holte mich an diesem Montag gnadenlos in die Realität zurück, aus der ich mich seit Samstag ausgeklinkt hatte.

Eine Tagung in der das literarische Werk eines großartigen deutschen Schriftstellers analysiert und gewürdigt wurde und der dazu noch selbst anwesend ist, war ein Novum an der Bundesakademie für kulturelle Bildung. Olaf Kutzmutz der Initiator dieser Veranstaltung erfüllte sich nach eigenen Worten einen Traum. Das er damit nicht allein steht, bewiesen die 55 Teilnehmer, die nach Wolfenbüttel gereist waren, um dem Ereignis beizuwohnen.

Es wird noch lange dauern, bis ich die vielen Eindrücke und Informationen verarbeitet habe, aber ich kann schon jetzt sagen, dass sich jede Minute gelohnt hat. In sechs sehr unterschiedlichen Vorträgen nahmen sechs ebenso unterschiedliche Dozenten das Lebenswerk Andreas Eschbachs unter die Lupe. Von Zeitreisen, über Hörspiele und Ölkrise bis hin zu PERRY RHODAN gab es viel zu erfahren. Höhepunkt war jedoch eine Lesung des Autors selbst und das anschließende Gespräch zwischen Andreas Eschbach und dem Programmleiter Literatur der BA Olaf Kutzmutz. In seiner unnachahmlich ruhigen Art und der ihm eigenen Zurückhaltung plauderte der Autor über seine Jugend, seinem Weg zum professionellen Schriftsteller und über die Art, wie er schreibt. Das Eschbach nicht nur als Autor unberechenbar ist, sondern auch bei seinen Antworten, machte das Gespräch umso faszinierender. Ich hätte noch Stunden zuhören können.

Noch völlig entrückt prasselten wenig später die ersten Hochrechnungsdaten der Bundestagswahl auf mich ein. Die Teilnehmer, die sich bei Bier und Wein versammelt hatten und den Tag eigentlich in Harmonie ausklingen lassen wollten, reagierten mit Bestürzung und Fassungslosigkeit. Die Zahlen waren so erschreckend, so unwirtlich, dass die Hochstimmung, die den Nachmittag geprägt hatte, plötzlich dahin war. Ich versuchte es so gut wie möglich zu verdrängen, denn ich wollte mir nicht den Abend verderben lassen. Und ich glaube, dass ich nicht die einzige war, der es so erging. Wir redeten über privates und weniger privates, über Literatur und Genre, über Männer die Frauenromane schreiben und Frauen die Science Fiction schreiben. Eigentlich war es ein Abend wie immer im Mühlenfoyer und doch war es dieses Mal anders. Düsterer und irgendwie hoffnungsloser.

Der Montag begann mit zwei unterhaltsamen und informativen Vorträgen. Man vergaß fast das Unheil vom Sonntag. Doch der Vortrag von Regula Venske vom PEN-Verband über »Ein König von Deutschland« entriss die Teilnehmer der heilen Welt der Literatur, die an diesem Wochenende eigentlich im Vordergrund stehen sollte.

Wir schieden letztendlich nach dem Mittagessen mit einem Knoten im Bauch. Zusätzlich zum üblichen »Seminarblues« nach einer sehr gelungenen Veranstaltung schwang noch etwas anderes mit. Etwas, das diese Tage in Wolfenbüttel noch denkwürdiger erscheinen lässt. Es war eine großartige Tagung mit einzigartigen Menschen, für den wahrscheinlich genialsten Autor der deutschen Gegenwartsliteratur. Ich sage das, auch wenn Andreas Eschbach selbst diese »Heiligsprechung« lieber von sich weisen würde.

Trotz der beklagenswerten Hintergründe gehört das Wochenende zu denjenigen, die ich wohl nie vergessen werde. Danke an die Bundesakademie und Danke an Olaf Kutzmutz für die Idee und ihre perfekte Umsetzung.

Literatur in multiplen Sinneseindrücken

Zunächst nur eine kurze Notiz. Es waren zu viele Eindrücke, die gestern auf mich einstürmten.

Nach einem ausgedehnten Frühstück machten wir einen Spaziergang durch das verregnete Wolfenbüttel und besuchten jenen Ort, den ich hier schon so oft besuchen wollte: die Bibliothek. Ich gestehe, dass ich so etwas auch noch nicht gesehen habe. Meterhohe Räume voller Regale mit historischen Büchern. Gebunden in Leder oder Pergament waren die meisten so alt wie der Buchdruck selbst und manche sogar noch älter. Auch die riesigen Globen und die ausgestellten Illustrationen und Radierungen beeindruckten. Wer nach Wolfenbüttel kommt, sollte der Bibliothek unbedingt einen Besuch abstatten.

Nach dem Mittag setzten wir uns ins Mühlenfoyer und beobachteten die ankommenden Tagungsteilnehmer. Auf der Liste der 57 Besucher las ich mindestens zwölf bekannte Namen und da mein Namensgedächtnis so schlecht ist, entdeckte ich dann noch mindestens fünf Leute mehr, die ich kannte.

Über den Ablauf der Tagung blogge ich separat. Nur soviel, es wurde wie immer sehr spät oder früh, wie immer man es nennen möchte. Jedenfalls war ich diejenige, die gegen halb zwei das Licht löschte.

Gleich geht’s weiter mit Literatur im allgemeinen und den Romanen von Andreas Eschbach im besonderen und ich bin sehr gespannt. Ich hoffe nur, dass wir auf der Rückfahrt heute Nachmittag keinen Stau haben werden. Spät wird es dennoch werden.

In hoffnungsvoller Erwartung

Zum vierten Mal bin ich heute am frühen Abend in die Schünemansche Mühle in Wolfenbüttel eingezogen und je öfter ich hierherkomme, desto größer ist das Gefühl nach Hause zu kommen. Alles ist vertraut, vom Rauschen der Oker vor dem Haus, bis zum Geruch der dicken Holzbalken an der Zimmerdecke. Man kennt sich aus, weiß wo man hin muss und wie alles funktioniert.

Warum ich siebeneinhalb Stunden Autofahrt auf mich genommen habe, um hierherzukommen, verrate ich heute noch nicht. Nur so viel, dass ich dieses Mal nicht allein angereist bin.

Selbst das Abendessen nahm ich mit meiner Begleitung an vertrautem Ort ein. Der Thailänder in der Fußgängerzone ist einfach zu gut, um ihn auszulassen. Beim nächtlichen Spaziergang durch die Innenstadt wirkten die Fachwerkhäuser im Glanz der Straßenlaternen wie aus dem Bilderbuch. Auch die Fußgängerzone – vor einem Jahr noch eine Baustelle – erstrahlt inzwischen in neuem Glanz, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt nämlich jetzt mit LEDs beleuchtete Springbrunnen zwischen dem Plaster. Sieht sehr nett aus, wie ich finde. Das Café für das Frühstück wurde auch schon ausgemacht, damit der Sonntagmorgen auch angemessen beginnen kann.

Nun warte ich ungeduldig auf den morgigen Tag und die besondere Veranstaltung an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Vor allem aber auf die vielen alten und neuen Gesichter.

Seit 1000 Bänden im Perryversum

Uwe Anton auf dem AustriaCon 2016 in Wien

Uwe Anton – der Autor feiert dieser Tage ein besonderes Jubiläum. Vor genau 1000 Bänden stieg er in die PERRY RHODAN-Serie ein. Mit Band 1922 »Die Solmothen« erschien am 23. Juni 1998 sein erster Heftroman. Davor hatte er bereits mehrere Taschenbücher für PERRY RHODAN verfasst. Jahre später war er lange Zeit sogar als alleiniger Exposéautor für die Serie tätig.

Bereits auf dem AustriaCon kündigte er an, dass er unbedingt den Heftroman mit der Nummer 2922 schreiben möchte. Sein Wunsch fiel bei der PR-Redaktion auf fruchtbaren Boden und so erscheint in dieser Woche »Die Nacht der 1000« (Band 2922). Sogar im Titel taucht die 1000 auf und deutet auf die Besonderheit des Romanes hin.

Uwe Anton gehört zu den langjährigen Stammautoren im Team. Der Autor, der schon seit frühester Jugend vorwiegend Science Fiction und Horror schreibt, arbeitet neben seinem Job bei PERRY RHODAN vor allem als Übersetzer. Sehr viele Disney-Comics aus Entenhausen tragen seine Handschrift, außerdem gehen viele Star Trek-Romane aus dem Heyne-Verlag auf sein Konto. Er verriet einmal, dass er viele der Romane so massiv bearbeiten musste, dass die Übersetzung am Ende besser war, als das Original.

Durch sein umfangreiches literarisches Fachwissen verfasste er viele Sachbücher, unteranderem zu Stephen King und Philip K. Dick aber auch eine Star Trek-Enzyklopädie vom Heyne-Verlag (welche bei mir im Regal steht).

Uwe Anton ist nicht nur ein vielbeschäftigter Autor, sondern auch einer der Dozenten an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Weil ihm der Autoren-Nachwuchs am Herzen liegt, ist er dort mit großer Begeisterung und viel Herzblut dabei.

Ich möchte Uwe an dieser Stelle für sein Durchhaltevermögen gratulieren und Danke sagen, für die vielen Romane und Ideen, die er in den 1000 Bänden zum Perryversum beigesteuert hat.

Zwei Bilder, zwei Zeiten, ein Ort

So sah es gestern in Wolfenbüttel aus. Die Stadt schrammte wohl haarscharf an einer Katastrophe vorbei. Durch den Dauerregen führt die Oker Hochwasser. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie die Wassermassen gerauscht haben, neben der Schünemannschen Mühle, dem Gästehaus der Bundesakademie für Kulturelle Bildung.

Normalerweise ist es dort recht idyllisch. Der Fluss staut sich an einem Wehr zu einem kleinen Teich, bevor er direkt unter einem Teil des Hauses abfließt. Von einem metallenen Steg aus lässt sich das gut beobachten, sofern man keine Höhenangst hat. Am Ende fließt die Oker unter der Straße entlang und schlängelt sich durch die Häuser hindurch (siehe Bild).

Der Anblick ist schon bei normalen Wasserstand beeindruckend. Wie das wohl in den letzten Tagen bei Hochwasser ausgesehen haben muss … vielleicht ein bisschen bedrohlich für die Anwohner.

Da finde ich das Bild, das ich 2014 dort gemacht habe doch viel entspannter.

September 2014

Juli 2017 Quelle: regionalwolfenbuettel.de

Thriller zum Kirchentag

Quelle: Amazon

Das Buch fiel mir buchstäblich in die Hände. Es rutschte vom Stapel mit den Remittenden. Da ich Kathrin Lange von den Schreibseminaren an der Bundesakademie in Wolfenbüttel kenne, freute ich mich und nahm es gleich mit.

Die Autorin ist ein strenge aber sachverständige Dozentin. Vor allem ihre Tipps zum Plotten von Geschichten sind bei den Seminarteilnehmern sehr beliebt. Aber auch sonst kann Kathrin Lange durch hohe fachliche Kompetenz und große Begeisterungsfähigkeit punkten. Kein Wunder das ihr Roman »40 Stunden« das Spannendste war, was ich seit langem gelesen habe.

Wie schon oft gesagt, habe ich mit Krimis nicht viel am Hut. »40 Stunden« trägt zwar die Bezeichnung Thriller, ist aber vor allem ein richtiger Kriminalroman. Und zwar einer mit vielen Bezügen zu Religion und religiösem Fanatismus.

Zum Inhalt: Faris Iskander suspendierter Kriminalbeamter der Sondereinheit SERV (zur Aufklärung religiös motivierter Straftaten) wird von einem Bombenleger kontaktiert und in ein Attentat verwickelt. Der Attentäter gibt Faris und seinen Kollegen 40 Stunden, um einen Mann zu finden, der an ein Kreuz genagelt und an einen Herzmonitor angeschlossen wurde. Wenn der Mann am Kreuz stirbt, geht irgendwo in Berlin eine Bombe hoch. Das fatale, die Stadt ist voller Pilger, die zum Kirchentag und Papstbesuch angereist sind.

Die ersten drei Kapitel haben es in sich. Getreu dem Motto: »Beginne mit dem Weltuntergang und steigere dich allmählich« schreckt die Autorin nicht vor drastischen Bildern zurück. Ich gebe zu, dass ich eine Weile überlegt habe, dass Buch wieder ins Regal zu stellen. Denn für mein schwaches Gemüt war das zu hart. Doch die Geschichte war zu spannend, als dass ich einfach aufhören konnte und so hielt ich bis zum Ende durch.

Vom Spannungsaufbau über die recherchierten Informationen, bis hin zum Stil, in diesem Roman sitzt eigentlich alles. Kathrin Lange ist Profi und das merkt man an jeder Zeile, ja, an jedem Wort. Besonders gut gefiel mir die Charakterisierung von Faris, dem Helden mit Ecken und Kanten, dessen tiefsitzende Verzweiflung mich sehr gerührt hat. Angehende Krimi-Autoren sollten den Roman unbedingt gelesen haben, um zu verstehen, wie man eine spannende Handlung entwickelt, die den Charakteren genug Raum lässt, sich zu entfalten. Wie man gekonnt Gefühle auf den Leser transportiert und recherchierte Fakten glaubhaft in eine Geschichte einbindet.

Das Einzige was mich etwas enttäuschte, ist die Tatsache, dass ich relativ früh ahnte, wer der Attentäter ist. Weil ich Texte meist sehr aufmerksam lese und mir leicht Details einprägen kann, kam mir die Fähigkeit dieses Mal in die Quere. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich keine Krimis mag.

Fazit: Wer auf Krimis und Thriller steht, der sollte bei diesem Buch unbedingt zugreifen. Der Roman erschien 2014 bei blanvalet. Inzwischen sind drei weitere Geschichten mit dem charismatischen Faris Iskander erhältlich.

Und wer mehr über die Autorin erfahren will, den empfehle ich Kathrin Langes Homepage. Und wer sie mal als Dozentin erleben möchte, sollte sich für ein Seminar zum phantastischen Roman in Wolfenbüttel anmelden. Ich kann nur sagen, dass mich das als Hobbyautorin ein großes Stück voran gebracht hat.

»Danke Jesus!«

… ist der Titel einer Veranstaltung, den die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel anbietet. Es handelt sich dabei um eine Tagung mit und über den Autor Andreas Eschbach. In Vorträgen und Gesprächen wird über das literarische Werk Eschbachs reflektiert. Seit dieser Woche ist auch das Programm der Tagung online und kann auf der Internetseite der BA heruntergeladen werden. Anmelden kann man sich ebenfalls. Die Tagung findet vom 24. Sep (14:00 Uhr) – 25. Sep 2017 statt.

Als ich im Herbst letzten Jahres Andreas Eschbach auf dem AustriaCon persönlich kennenlernen durfte, war ich ziemlich beeindruckt von der ruhigen und tiefsinnigen Art des Autors. In dem Interview, dass ich mit ihm für die SOL führen durfte, war ich von seinen unkonventionellen und witzigen Antworten überrascht. Und als ich die Tagung im Programmheft der BA entdeckte, war klar, dass ich mir das unbedingt ansehen wollte. Da die Plätze für Übernachtungen in der Schünemannschen Mühle begrenzt sind, habe ich mich sicherheitshalber bereits im Januar angemeldet.

Nun muss ich bis zur Tagung auch noch den einen oder anderen Roman von Andreas Eschbach lesen, um auch mitreden zu können. Wobei ich wohl meistens nur aufmerksam zuhören werde. Schön ist, dass sowohl Kathrin Lange, als auch Klaus N. Frick über die Arbeit von Andreas Eschbach für PERRY RHODAN referieren werden.

Ich freue mich schon sehr auf zwei schöne Tage in Wolfenbüttel. Und sicher trifft man dort auch das eine oder andere bekannte Gesicht wieder.