
Band 6 – Whistlers Weg und Band 7 – Die Pahl-Hegemonie
Es ist mir eine ganz besondere Freude hier den Stardust-Doppelband von Rüdiger Schäfer zu rezensieren, denn Band 6 und 7 entpuppen sich tatsächlich als echter Lichtblick. Nicht nur das sie stark geschrieben sind, nein man bekommt endlich auch die langersehnten Informationen zum wie und warum. Es ist eine wahre Informationsflut die da über einen hereinbricht. Das Exposé schwächelt zwar immer noch, aber wenigstens gelingt es Rüdiger Schäfer es mit Leben zu füllen.
„Whistlers Weg“ fand ich sogar so gut, das ich ihn zweimal gelesen habe. Die Art wie der Autor auf die Beziehung zwischen Perry und Eritrea eingeht, ist so gefühlvoll inszeniert, dass es eine wahre Freude ist. Als Eritrea in der Traumsequenz angeschossen wird, habe ich den Atem angehalten und gehofft, dass ihr das Schicksal von so vielen ehemaligen Partnerinnen Perry Rhodans erspart bleiben möge. Auch Whistler Bericht, wie er zum Boten der Superintelligenz TALIN wurde, ist nicht nur informativ, sondern auch nachvollziehbar. Das Tempo ist hoch, die Handlungen in der Basisstation sind dicht erzählt und man wünscht sich, dies wäre auch bereits bei den vorherigen Bänden der Fall gewesen.
Was ich aber nicht ganz verstanden habe: Wie hängt der Splitter von Vatrox-Vamu mit den Geschehnissen um den Generex und der Pahl-Hegemonie zusammen? Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.
Völlig unsinnig erscheint mir jedoch die Reise in die Vergangenheit in Band 7. Was sollte das? Die Informationen hätten die drei (Rhodan, Kush und Tinga) auch von Whistler bekommen können. Warum sie in die Vergangenheit schicken, wenn sie dort eh nichts ausrichten dürfen (Stichwort Zeitparadoxon)? Zumal, welche Paradoxien für die Menschheit sollen bitte bei einer Reise von 180 000 Jahren in die Vergangenheit auftreten? Ich finde, die Zeitreise wäre nur dann sinnvoll gewesen, wenn man dadurch die Geschehnisse für die Zukunft tatsächlich hätten ändern können. Aber so riskieren unsere Helden die Reise einzig, um an Informationen und eine Blume zu gelangen, die ihnen aber anscheinend nicht weiterhelfen wird. Das klingt nicht gerade logisch. Das beste daran ist, dass sich die Protagonisten der Geschichte exakt die gleichen Fragen stellen. Für mich hörte sich das ein kleinwenig nach Kritik des Autors am „Expokraten“ an. :)
Alles in allem zählt der Doppelband bisher zum Besten der Serie. Was er zum großen Teil dem Schreibstil des Autors verdankt. Ich hatte ja schon hier erwähnt, dass ich die Arbeit von Rüdiger Schäfer sehr schätze. Ich wünschte, er würde nicht nur für NEO schreiben, sondern auch für die PR-Erstausgabe. Denn das ist genau das, was ich als Fan lesen möchte – Spannung die mehr aus der inneren Zerrissenheit und dem Zusammenwirken der Charaktere entsteht und nicht durch technologische Beschreibungen und gigantische Raumschlachten mit Tausenden von Opfern.
Morgen folgt dann die Rezension zu Band 8 und 9.


Überrascht hat mich an Band 2 – „Das Amöbenschiff“, dass hier die Handlung nur minimal vorangetrieben wird und ich mich am Ende fragte: Was wollte mir der Autor jetzt eigentlich erzählen? Nicht das die Geschichte schlecht geschrieben wäre. Nein, der Autor leistet solide Arbeit und die Idee, Rhodan aus der Perspektive eines Normalsterblichen (dem jungen Techniker – Yarron Odac, der Rhodan und der Besatzung eines ganzen Schiffes das Leben rettet) zu beschreiben, ist durchaus gelungen. Für die Gesamthandlung der Serie war diese Handlung aber nur zu einem Bruchteil relevant. Ich hatte irgendwie das nagende Gefühl nicht voranzukommen. So erfahre ich als Leser nichts Neues über die aufkeimende Bedrohung. Für eine so kurze Serie wie Stardust erscheint mir die Vorgehensweise, gleich beim zweiten Band einen Füllroman einzufügen, fraglich.
Die Beschreibungen der Malvenstadt in Band 3 – „Marhannu die Mächtige“ trösten darüber hinweg, dass im Exposé grobe logische Schnitzer stecken. Anthur Zugang zur Felsnadel zu gewähren, war ein ebenso großer Fehler, wie das Auftauchen von Whistler. Wie konnte Whistler wissen, dass sich Rhodan in der Felsnadel aufhalten würde und wenn er das schon wusste, warum hat er ihn nicht gleich vor dem angeblichen Boten Talins – Anthur – gewarnt? Er musste ja schließlich wissen, dass es eine Lüge ist. Das Verhalten von Eritrea, die Rhodan den Zutritt verweigern will, ist zwar nachvollziehbar, für meinen Geschmack aber wurde sie ein wenig zickig dargestellt. Das passte irgendwie nicht zur Beschreibung ihres Charakters aus den Vorgängerromanen.
Willkommen zur Perry Rhodan – Stardustwoche. Nach zwölf Ausgaben der Stardust Miniserie, wird es Zeit ein Resümee zu ziehen. Und da dies natürlich nicht alles in einen Beitrag passt, gibts ab heute jeden Tag eine Rezension zu ein oder zwei Heftromanen.




Perry Rhodan 2771 – Pilger der Gerechtigkeit