Krieg der Maschinen

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PERRY RHODAN NEO Band 115 »Angriff der Posbis« von Rüdiger Schäfer

Endlich wieder ein Roman von Rüdiger Schäfer. Darauf hatte ich mich echt gefreut, liegt sein letzter NEO-Roman doch schon sieben Bände zurück. Und es geht auch gleich in die vollen, mit der CREST die einen Angriff der Posbis abwehren muss. Eine Raumschlacht, die trotz einiger physikalischer Ungereimtheiten, spannend erzählt ist. Doch nach dem packenden Einstieg verpufft die Handlung während der Reise von Rhodan, Thora und Crest zur Stützpunktwelt der Maácheru Posbis. Dafür folgt über mehrere Kapitel die Erzählung des Posbi Atju zur Entstehungsgeschichte der Bakmaátu.
An dieser Stelle macht Rüdiger Schäfer den Erklärbär, wie gewisse Leute sagen würden. Mir wurde in Wolfenbüttel eingetrichtert, dass man sowas auf keinem Fall in einem Roman machen sollte. Auch wenn die Kapitel im Präsens geschrieben sind, was mich persönlich sehr anspricht, so ist es doch schlicht Infodump. Schön geschriebener Infodump zwar, aber eben zu viele Informationen ohne Handlung an dieser Stelle. Ich hätte es schöner gefunden, wenn ich schon in den vorangegangenen Romanen immer mal ein Häppchen davon mitbekommen hätte, als alles in dieser überwältigenden Fülle. Es ist ja nicht so, dass das, was der Posbi erzählt, uninteressant wäre, nur lähmt es den Handlungsfluss. Denn eigentlich passieren ja wichtige Dinge. Rhodan und Co finden in Atju einen Verbündeten, der sie, wenn auch widerwillig zu ihrer Stützpunktwelt bringt. Wobei ich mich an dieser Stelle gefragt habe, warum Crest dorthin gebracht werden muss, wenn er anscheinend von Atju und Kaveri behandelt werden kann. Es geht aus dem Text nämlich nicht so genau hervor, was genau die Posbis brauchen, um Crests Implantate zu justieren. Ich hätte erwartet, dass man spezielle Posbis dazu benötigt, und war überrascht, als Atju und Kaveri diese Aufgabe selbst übernahmen. Der plötzliche Angriff der Bakmaátu wiederum war gut gemacht. Und ich hatte eher Crests Implantate in Verdacht, die den Standort verraten haben und nicht Kaveri. Die finale Raumschlacht zwischen den Bakmaátu und den Maácheru war routiniert geschrieben und für Fans, die so etwas mögen, sicher erfreulich.

Der zweite Handlungsstrang um Eric Leydens Team und Tuire Sitareh gefiel mir eindeutig besser. Die Identität des geheimnisvollen Arkoniden an Bord des Mehandorschiffs, wurde immer noch nicht enthüllt, aber es kamen ein paar neue Puzzlestücke hinzu. Ich habe schon lange den Verdacht, dass es sich um Atlan handelt. Deshalb fiebere ich mit, ob, wann und wie der Arkonide in den Besitz seines Zellaktivators kommt. Es gibt Hoffnung, schließlich hat er jetzt den Wunderknaben Tuire Sitareh an seiner Seite.
Die Wissenschaftler um Eric Leyden begreifen schnell, warum die Menschen von den Posbis zum »Wahres Leben« gezählt werden, vielleicht etwas zu schnell. Gut geschrieben war allerdings die Interaktion der Menschen mit der Mehandor-Chefin Empona.

Mein Fazit fällt weniger positiv aus, als sonst bei einem Roman von Rüdiger Schäfer. Ich vermisste das Emotionale, das seine Texte sonst ausmacht. Dafür bekam ich Raumschlachten und Rückblenden; beides in einer übertriebenen Fülle und für meinen Geschmack zu technisch erzählt. Ich wünsche mir, dass er sich bei seinem nächsten Roman wieder auf das besinnt, was er am besten kann: mehr Augenmerk auf die Figuren legen.

NEO als Jugendliteratur

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PERRY RHODAN NEO Nr. 114 »Die Geister der CREST« von Kai Hirdt

Man gibt sich Mühe bei NEO auch jüngere Leser abzuholen, ob man dafür unbedingt aus der Perspektive eines Achtjährigen schreiben muss, weiß ich nicht. Aber das war eines der Dinge, die mich an dem Roman gestört haben. Sicher, die Geschichte war so konstruiert, dass man sie nur aus der Sicht von Thomas erzählen konnte. Zumindest ist es Kai Hirdt gelungen, den Jungen auch wie einen Jungen denken und handeln zu lassen, im Gegensatz zu Susan Schwartz in Band Nr. 112. Dennoch wäre ich froh, in den nächsten Romanen erst einmal nichts mehr von Thomas und Bastet zu hören.

Und überhaupt: Bastet! Ich war ziemlich gespannt, was sich hinter der holographischen Katze verbergen würde und bin im Nachhinein etwas enttäuscht, dass es sich »nur« um ein Unterprogramm der Positronik handelte. Da hätte ich etwas Originelleres erwartet. Ansonsten war die Geschichte an Bord der CREST spannend, die unerwartete Wendung eingeschlossen. Das sich die Besatzung der BRONCO als trojanisches Pferd entpuppte, damit hatte ich ehrlich gesagt nicht mehr gerechnet, aber gerade das machte die Geschichte überraschend. Es sind die Kleinigkeiten, die mich störten. Ein Junge und ein Hologramm sind die einzigen, denen einfällt, die ausgefallenen Systeme ohne die Hauptpositronik zu überprüfen? Na gut, wenn ich mir die Technikhörigkeit einiger Mitmenschen so ansehe, dann kann ich mir das vorstellen. Eine Krankenschwester die Patienteninformationen ausplaudert und auf ihre Schweigepflicht hingewiesen werden muss? Apropos! Die medizinischen Behandlungsmethoden stehen in keinem Verhältnis zur Hochtechnologie der Schiffe. Die fliegen mit Hyperlichtantrieben und verwenden Infusionsnadeln? Hier hätte ich mir vom Autor ein bisschen mehr Kreativität gewünscht, bei den Waffen und Positroniken klappt es doch auch.

Die Erzählebene um Leyden, diesmal aus der Sicht von Luan Perparim, war wie immer der unterhaltsamere Teil des Romans. Luan als Unterhändlerin, die sich gegen die Sippenchefin der Mehandor durchsetzen muss, war überzeugend gezeichnet. Das der Grund ihrer Visionen nicht gleich aufgedeckt wird, ist gut, denn so bleibt genug rätselhaftes bis zum nächsten Roman. Leyden als Jammerlappen gefiel mir auch, zeigte es doch mal eine neue Facette des ansonsten unerschütterlichen Gemüts des Physikers. Ich kann ihn verstehen, Hermes zu verlieren war auch ein schwerer Schlag. Einzig auf einen erneuten Kampf gegen die Kalongs, hätte ich gut verzichten können. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Chronobrüche ein bisschen anders interpretierte als die Autoren zu vor. Zumindest spielten sie dieses Mal eine größere Rolle.

Neugierig bin ich darauf, wer sich hinter dem Arkoniden an Bord des Springerschiffes verbirgt. Ist da eventuell ein gewisser Zellaktivatorträger im Spiel? Wir werden es sehen.

Mein Fazit: Spannend geschrieben, wenn auch nicht handlungsrelevant, ist »Die Geister der Crest« nach meiner Meinung der bisher schwächste Roman von Kai Hirdt. Dafür gefiel mir das Cover umso mehr. Eines der Besten der letzten beiden Staffeln.

Schau an die Borg!

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PERRY RHODAN-NEO »Fischer des Leerraums« von Rainer Schorm

Das Rainer Schorm einen Hang zum Dramatischen hat, stellt er in diesem Roman mal wieder unter Beweis. Niemand im NEO-Autorenteam lässt seine Protagonisten so leiden wie er. Dem Leser bleibt kein schauerliches Detail erspart.

Als Rhodan auf der Dunkelwelt auf die Besatzung der BRONCO stößt, die von den Posbis zu medizinischen Experimenten missbraucht werden, sind schon mehrere Besatzungsmitglieder gestorben. Die Zustände, unter denen die Menschen dahinvegetieren, sind erschütternd und das nicht nur für den Protektor, sondern auch für den Leser. Zartbesaitete Menschen könnten Albträume davon bekommen. Als Star Trek-Fan fiel mir natürlich sofort eine Parallele auf. Das, was die Posbis mit den Menschen machen, erinnert sehr stark an die Borg. Auch sie implantieren ihnen Technik, um sie zu verbessern. Mit dem Unterschied, dass die Posbis kein Gruppenbewusstsein haben und den Menschen zumindest die Individualität lassen. Das sie aber keinerlei Vorstellung von moralischer Integrität und dem Konzept von Schmerz haben, macht sie nicht weniger grausam. Schorm schildert dieses, durch die Fremdartigkeit resultierende Verhalten, sehr eindringlich. Manchmal zu eindringlich. Eines muss man ihm aber lassen, die aussichtslosen Situationen, vor die der Autor seine handelnden Figuren immer wieder stellt, machen den Roman unheimlich spannend. Man fiebert nicht nur bei Rhodans Flucht von der Dunkelwelt mit, sondern auch im zweiten Handlungsstrang um Leyden und sein Team, die von einer Truppe Mehandor gefangen genommen werden.

Der Cliffhanger des Leyden-Strangs ist besonders fies, weil er vor allem Kater Hermes schutzlos zurücklässt. Und ob die Idee, Crest durch die Posbi-Implantate am Leben zu erhalten, so gut ist, wage ich noch zu bezweifeln. Nicht, dass aus ihm das Posbi-Äquivalent eines »Locutus« entsteht. Obwohl »Locutus da Zoltral«? Dass hätte schon was.

Wenn ich an dem Roman etwas kritisieren kann, dann eigentlich nur die Strukturierung. Mir gefielen die häufig wechselnden Perspektiven nicht so ganz. Während im ersten Teil des Romans die Geschichte hauptsächlich aus der Perspektive von Perry Rhodan und Eric Leyden erzählt wird, nur unterbrochen von den inneren Dialogen des BRONCO Kommandanten Clarence Threep. So zerfällt die Struktur im zweiten Teil des Romans. Während Threep vollends verstummt, wechselt die Perspektive von Leyden plötzlich zu Luan Perparim. Zwei Kapitel des Buches werden außerdem aus der Sicht der Mehandor Submatriarchin erzählt. Da hätte ich mir mehr Systematik gewünscht. Aber das ist Geschmacksache und macht den Roman nicht weniger spannend.

»Action« im Dunkeln

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PERRY RHODAN NEO Band 112 »Ozean der Dunkelheit« von Susan Schwartz

Eines kann man Susan Schwartz nicht absprechen, Aktionszenen sind ihr Ding. Das womit vor allem Hobbyautoren ihre Probleme haben, gelingt ihr scheinbar mühelos. Der Weg von Rhodan und seinen Gefährten durch die Dunkelwelt erinnert an ein klassisches »Jump and Run«-Abenteuer mit kämpfenden Robotern in einer bizarren Umgebung. Und auch der Kampf des Leyden-Teams gegen überdimensionale Flughunde war erstklassig choreografiert.
Es passiert viel in dem Roman und dennoch lässt er mich unbefriedigt zurück. Denn er bringt die Zyklushandlung nicht einen Schritt voran. Ob das am Exposé lag, kann ich nicht beurteilen, aber man hatte als Leser das Gefühl auf der Stelle zu treten. Am Ende des Romans ist die Gruppe um Leyden immer noch auf Taui, ohne nennenswerte Informationen erlangt zu haben. Rhodan hat sich vom Posbi namens Kaveri überreden lassen, Hals über Kopf die Dunkelwelt anzusteuern und sitzt nun ebenfalls fest. Neue Informationen konnte er von dem kleinen Roboter wenig gewinnen. Und so bleibt einzig und allein die seltsame Entität, die auf der CREST herumgeistert, als interessante Neuerungen in einem ansonsten eher durchschnittlichen NEO-Roman.
Seltsam kamen mir auch die Briefe vor, die der junge Thomas Rhodan an seine Freundin nach Hause schreibt. Erzählt so ein Achtjähriger? Nun mag Rhodans Sohn mit arkonidischem Erbe ausgestattet sein und weiter entwickelt als ein normaler terranischer Junge. Doch davon war bisher nie die Rede. Ich bin sowieso der Meinung, dass man dem Jungen zu viel Bedeutung beimisst, als gut für die Handlung ist. Mich jedenfalls haben die Stellen im Roman eher gelangweilt. Und auch sonst, erschienen mir manche Erklärungen wenig durchdacht. Da werden Aussagen aus dem Hut gezaubert, um Widersprüche zu begründen, die mir zu konstruiert erscheinen.
»Ozean der Dunkelheit« war zwar besser als der Roman der Autorin aus dem letzten Zyklus. Aber ich stehe zu meiner Aussage, dass ich Susan Schwartz als Autorin für die Erstauflage für geeigneter halte als für NEO.

Starker Staffelauftakt

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PERRY RHODAN NEO 111 »Seid ihr wahres Leben?«

Seit ich den PR-Heftroman »Die Weltenbaumeister« gelesen habe, freue ich mich regelmäßig auf die Romane von Oliver Fröhlich. Das er den Eröffnungsband der Posbis-Staffel abliefert, macht den Roman für mich zu etwas Besonderem.

Bereits die Eröffnungsszene ist spektakulär. Mit viel Action bindet Oliver Fröhlich den Leser an die Handlung und lässt geschickt das Ende der Szene offen. Nicht weniger spannend das zweite Kapitel, das sich um Eric Leyden und sein Team dreht und wenige Stunden zuvor spielt. In Kapitel drei erfährt der Leser, was sich vor Kapitel eins zugetragen hat. Dieses Rückwärts-Erzählen macht den Beginn des Romans unheimlich spannend. Es mag sicher Leute geben, denen das nicht gefällt, aber ich finde die Struktur, die sich Oliver Fröhlich ausgedacht hat, großartig.

Nach dem furiosen Beginn wird es etwas ruhiger, aber nicht langweilig. Die Kampeleien in Leydens Team sind so lebensecht geschrieben, dass es eine wahre Freude ist. Interessant, auch die astronomischen Informationen, die man als Leser, quasi im »Vorbeilesen«, mitbekommt. Dieses Mal ging es um die Zwerggalaxie Canis Major. Toll beschrieben waren die Abenteuer von Leydens Team auf dem Planeten Dochuul und die Entdeckung des Physiotrons. Die Idee mit den Chronofrakturen könnte einer Folge von STAR TREK oder STARGATE entstammen. Ich bin sehr gespannt, was sich daraus entwickelt.

Einzig die Entscheidung Perry Rhodans ohne Leyden durch den Transmitter zu fliegen, halte ich für fragwürdig, schließlich lässt Rhodan damit bewusst Leute zurück und das ist militärisch gesehen, nicht üblich. Zwar war das Team nicht auffindbar und die CREST stand kurz vor einem Angriff, aber vielleicht hätte man mit einer besseren Erklärung mehr Glaubwürdigkeit erzeugt. Mir kam der Abschnitt etwas zu unüberlegt vor. Und leider wurde auch am Ende dieses Romans wieder ein Charakter geopfert. Die Finnin Amanda Heikinnen wurde sehr feinfühlig charakterisiert. Schade das man ihr nur diesen kurzen Auftritt gestattete.

Alles in allem hat Oliver Fröhlich einen sehr guten Roman zum Start der neuen NEO-Staffel abgeliefert, der Lust auf mehr macht.

Tödliches Finale

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Während heute bereits der erste Band der neuen NEO-Staffel erscheint, möchte ich über den letzten Roman aus der Methans-Staffel schreiben. »Der Kopf der Schlange« wurde von Kai Hirdt verfasst, der damit drei Bände zur Staffel beigetragen hat. Eine beachtliche Leistung für den PERRY RHODAN-Neueinsteiger, der sich zu einem der beliebtesten NEO-Autoren zu mausern scheint. Manche Stimmen rufen schon nach seinem Einsatz in der Hauptserie. Aus rein egoistischen Gründen hoffe ich jedoch, dass das nicht so schnell passiert. Denn ich möchte Kai Hirdts Beiträge für NEO nicht mehr missen.

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber wenn ich die Romane des Autors lese, scheint in meinem Kopf ein Spielfilm abzulaufen. Bei keinem anderen PERRY RHODAN-Autor habe ich ein ähnlich starkes Gefühl. Besonders ging es mir so bei der Szene, als Agaior Thoton die Rodans zum Essen geladen hatte und den zynischen Gastgeber spielte, während er Crest und Rhodans Sohn Tom mit seiner Traummaschine quälte. Meiner Meinung nach war es gut und wichtig Agaior Thoton am Leben zu lassen. Ein solch fieser Bösewicht garantiert auch für die nächsten Staffeln Spannung.

Den Tod der Old Men musste ich als Leser hinnehmen, obwohl er mir nicht wirklich logisch erschien. Aber anscheinend war es für die Exposéautoren wichtig, sich von diversen Altlasten zu trennen. Das man das so abrupt machen musste … ist Geschmacksache. Ein paar weniger Tote wären auch mal wieder schön.

Traurig war ich auch darüber, dass der Roman nur zwei Kapitel mit Eric Leydens Team und dem Autoren Turin Sitareh enthielt. Aber angesichts des wichtigen Finales rund um die Entführung von Thomas Rhodan konnte ich das aber verschmerzen. Ich bin sicher, das man dem Hyperphysiker auch in der kommenden Staffel begegnen wird.

Alles in allem war »Der Kopf der Schlange« ein versöhnlicher Abschluss einer großartigen und fesselnden NEO-Staffel. Auch wenn die Namensgeber der Staffel, die Maahk, nur in der ersten Hälfte thematisiert wurden, hat mich die eingeschlagene Richtung vollends überzeugt. Danke an Expokraten und Autoren für viele spannende und lustige Stunden. Zum ersten Mal habe ich zehn NEO-Romane in Folge gelesen und ich werde weiterlesen. Band Nummer 111 wartet bereits auf meinem iPad.

Jeder der PERRY RHODAN-NEO nicht kennt, kann in den kommenden Tagen einen Blick auf die Serie riskieren. Denn den aktuellen Roman Nr. 111 gibt es derzeit kostenlos auf allen E-Book Plattformen.

NEO – Grausam konsequent

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Was Rainer Schorm im neunten Roman der Methans-Staffel von PERRY RHODAN abliefert, ist harter Tobak. Ich kann mich nicht erinnern, je einen PR-Roman gelesen zu haben, der so schonungslos und konsequent war wie »Der Weg nach Achantur«.

Die drastische Darstellung der Flucht der Mutanten Sue und Sid aus der zerstörten LEPARD, sowie die Beschreibung des Internierungslager, in dem die Mannschaft der CREST dahinvegetiert, ließ mich an manchen Stellen schlucken. Da konnte mir selbst der Auftritt eines Eric Leyden kein Lächeln ins Gesicht zaubern. Vielleicht liegt es daran, das Rainer Schorm den Physiker nicht so treffend zu charakterisieren versteht wie beispielsweise Kai Hirdt. Aber Humor hätte ohnehin an dieser Stelle nicht gepasst. Der Roman unterstreicht einmal mehr die Ernsthaftigkeit der Serie, die in manch einem der vergangenen Romane durch die unbeschwerte Erzählweise fast verloren zu gehen drohte. Mit PR-NEO Nummer 109 wird der Leser wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt und der Roman damit zu einem Eckpfeiler der Staffel.

Der Tod eines Mutanten kommt am Ende überraschend, ist aber in seiner Konsequenz für die Spannung genauso positiv zu bewerten, wie seinerzeit der Tod des Haluters Fancan Teik. Rainer Schorm lässt seine Figuren leiden und zwar alle. Egal ob Thora, Sue oder Perry Rhodan, keiner der Charaktere wird verschont und in vielen kleinen Sätzen wird auf eine Zukunft hingewiesen, die noch mehr Leid erwarten lässt. Homer G. Adams Gedanken am Schluss des Buches lassen erahnen, was unsere Helden in Zukunft erwartet. Große Sorgen mache ich mir auch um Thomas. Der Junge ist jetzt seit fast acht Wochen in den Händen der Entführer. Ein Umstand der nicht spurlos an seiner Kinderseele vorbeigehen wird und sicher einer der Punkte, wie die Exposéautoren die Figur an die des Thomas Cardiff aus der EA annähern möchten.

Der ohne Zweifel spannende Roman, zeigt die andere Seite des Aufbruchs der Menschheit ins All. Nämlich die, dass es keinen Gewinn ohne Verlust gibt. Ich gebe zu, Rainer Schorms NEO-Roman hat mich nachhaltig beeindruckt, auch wenn ich lieber die humorigen Geschichten von Kai Hirdt mag.

Zum Schluss noch ein kleiner Gedanke zum Planet Geesen. Die Beschreibung des kapitalistischen Systems erinnerte mich sehr stark an Ferenginar aus Star Trek. Allein die Unterhaltung zwischen den beiden Lagerarbeitern, dass ihnen jetzt fünf Promille ihres Lohns für die Ausleuchtung ihres Arbeitsplatz abgezogen werden, könnte den Ideen eines gewissen Barbesitzers (Quark) entnommen sein. Eine sehr schöne Parallele und sicher nicht ohne Systemkritik.

Viel Science in der Fiction

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Inzwischen bin ich zu einem glühenden Anhänger von PERRY RHODAN NEO geworden. Das, was die beiden Expokraten derzeit machen, ist für mich ganz großes Kino. So auch der achte Roman der »Methans«-Staffel von Michael H. Buchholz »Die Freihandelswelt«.

Endlich macht sich mal jemand Gedanken darüber, wie groß die Entfernungen innerhalb der Milchstraße wirklich sind. In den alten EA-Zeiten ist man mal schnell nach Arkon aufgebrochen und war in gefühlt einem Tag dort. Da der Kugelsternhaufen M13 aber 34.000 Lichtjahre vom Sol-System entfernt ist und die Sprungreichweite der Transitionstriebwerke nur maximal 500 Lichtjahre, mit je 18 Stunden Zwangspausen, beträgt, kann man sich ja ausrechnen, wie lange man bis dahin braucht. Danke dafür, ein bisschen wissenschaftliche Korrektheit in die Serie zu bringen.

Noch besser geschildert war die Situation auf der Erde. Ich mag solche innenpolitischen Scharmützel, das hat mir in der EA schon im Plophos-Zyklus gut gefallen. Reginald Bulls Bemühungen den Vizeadministrator und dessen Nachfolger von der Notwendigkeit der Transitionsdämpfer im Erdorbit zu überzeugend, war nicht nur witzig erzählt, sondern man litt förmlich mit Bully mit. Der Anschlag auf sein Leben und seine Verfolgung des Attentäters waren Hollywoodreif und bildeten einen schönen Kontrast zur Nebenhandlung mit Thora oder der Mission der CREST unter Federführung von Perry Rhodan. Besonders gefreut hat mich das Wiederauftauchen von Eric Leyden als neuen Chefwissenschaftler des Flaggschiffs der Solaren Flotte. Die Figur ist mit so viel Liebe charakterisiert, dass ich hoffe, ihn noch oft im Einsatz erleben zu dürfen. Besonders gern lese ich auch von Leydens Assistentin Belle McGraw, einem Charakter mit dem ich mich hundertprozentig identifizieren kann.

Auch Thoras Auftreten war in jedem Satz glaubwürdig. Den Spagat zwischen besorgter Mutter und ehemaliger Raumschiffkommandantin hat der Autor gut hinbekommen. Sie wirkte nie wehleidig oder übertrieben tough. Ihr die »Old Men« an die Seite zu geben, ist eine gute Idee. Nur fand ich es etwas unglaubwürdig, dass man den Administrator der Erde auf eine solche Mission gehen lässt. Wenn er zuvor seinen Posten endgültig geräumt hätte, um den Staffelstab an seinen Nachfolger weiterzureichen, bzw. wenn er sich bei Neuwahlen nicht mehr zur Wahl gestellt hätte, wäre es für mich glaubwürdiger gewesen.

Im dritten Handlungsstrang erfährt man nur wenig. Perry Rhodan kommt nach Hause und bricht sofort mit dem Flaggschiff wieder auf, um nach dem verschollenen Crest zu suchen. An dieser Stelle fragte ich mich etwas verwirrt, wann ist die CREST zurückgekommen. Vielleicht habe ich die Stelle auch überlesen, aber ich war doch etwas irritiert, als sie plötzlich auf dem Raumhafen stand.

Alles in allem ist der PR-NEO mit der Nummer 8 wieder ein lesenswerter Roman bei dem ich viel Spaß hatte. Es gibt jetzt drei Handlungsebenen: das Sol-System, Thora und die »Old Men« an Bord der LEPARD in M13 und Perry Rhodan sowie Eric Leyden an Bord der CREST auf der Suche nach Achantur. Das ist gerade noch zu verkraften, mehr Handlungsstränge sollten es aber nicht werden.

Thora in Not

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PERRY RHODAN NEO Nr. 107 »Botschaft von den Sternen« von Rüdiger Schäfer

Wenn mir bereits auf Seite zehn eines Romanheftes die Tränen in den Augen stehen, dann ist ein positives Zeichen für den Roman. Eingefleischte PERRY RHODAN Fans würden das vielleicht nicht so sehen, aber ich stehe dazu. Die Szene, in der Perry den trauernden Gucky auf den Arm nimmt und zum Schiff zurück trägt, wühlt auf und berührt.

Mit Band 7 der Methans-Staffel beginnt ein neuer Handlungszweig, der mich zwar den lieb gewonnenen Eric Leyden vermissen lässt, dafür aber Thora in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Als in der Öffentlichkeit stehende Mutter, die sich um ihren entführten Sohn sorgt, muss sie so einiges durchmachen. Und gerade jetzt, wo Perry Rhodan weit weg ist. Thoras Charakterisierung ist Rüdiger Schäfer dabei genauso gut gelungen, wie die der anderen vertrauten Personen. Allen voran Bully und Lesly K. Pounder. Besonders die Kapitel über die Mutanten im Lakeside Institut sind erkenntnisreich. Da die Mutanten bei NEO inzwischen ausgefallenere Fähigkeiten aufweisen, als zum Beispiel in der Erstausgabe, ist der Blick, den der Autor hier auf die wissenschaftlichen Hintergründe wirft, durchaus ernst zu nehmen. Schön auch, dass er das Kompetenzgerangel und die Bürokratie in der Terranischen Union anspricht. Früher hat in der EA keiner gefragt, ob die Terranische Flotte einfach so einen Kidnapper jagen darf. Man hat es einfach getan, auch wenn man dabei einen Krieg riskierte.

Im zweiten Handlungsstrang, der wieder sofort an die Ereignisse aus dem Vorgängerroman anknüpft, geht es um Perry Rhodans Odyssee zwischen dem Violett- und dem Revek-System und später zur Relaiskette der Mehandor. Auch hier gibt es verschiedene Meinungen innerhalb der Crew. Es wird beraten, was zu tun ist. Das sind ja ganz neue Ansätze, dass finde ich gut. Die Maahk-Flotte ist bereits nach Arkon aufgebrochen, ohne das jemand die Arkoniden warnen konnte. Natürlich schafft Rhodan es in alter Manier, sich das Bestienschiff unter den Nagel zu reisen, auch wenn der Aulore Sitareh zunächst sichtlich mit der Steuerung des Schiffes überfordert ist. Das es überhaupt funktioniert, dafür wurde der Grundstein bereits im Vorgängerroman gelegt und so wirkt es einigermaßen glaubhaft.

Die Rettung der drei Mehandor aus dem völlig zerstörten Frachter und ihre Erzählungen, lassen viel Interpretationsspielraum für die kommenden Romane. Da man als Leser aber bereits weiß, dass sich die nächste Staffel mit den Posbi beschäftigen wird, kann man sich doch das eine oder andere zusammenreimen. Auch der plötzliche Notruf des todgeglaubten Crest und der Hinweis auf den Hort des Ewigen Lebens machen neugierig darauf, wie es weitergeht.

Wie immer gefällt mir an Rüdiger Schäfers Romanen, dass er zusätzliche Informationen einbaut. Kleine Zitate, kurze Erläuterungen zu wissenschaftlichen Themen, da merkt man sofort, mit was sich der Autor persönlich beschäftigt und welche Interessen er hat.

Mein Fazit: Wieder ein guter Roman aus der Feder meines PERRY RHODAN Lieblingsautoren, wenn auch nicht ganz so brillant wie der »Oxydkrieg«.

Kampf der Titanen

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PERRY RHODAN NEO – Band 106 »Der Zorn der Bestie« von Kai Hirdt

Erneut ist es Kai Hirdt, der einen NEO-Roman für mich zum Erlebnis werden lässt. Im Gegensatz zum schwächelnden Vorgängerroman, trumpft der Autor hier mit so viel Witz und Lockerheit auf, das man seine Freude am Schreiben in jedem Satz herauslesen kann. Von allen bisherigen Autoren glückt ihm die Darstellung des kauzigen Dr. Dr. Eric Leyden am besten. Er kehrt die Macken des Wissenschaftlers so glaubhaft heraus, dass man die Figur fast greifbar vor Augen hat. Aber er weiß auch die anderen Figuren gezielt zu charakterisieren, allen voran Perry Rhodan und Reginald »Bully« Bull. Und auch mit ihm gelingt Kai Hirdt der große Wurf. So lebensnah wie der Flottenchef im Roman auftritt, habe ich Bully selbst aus den alten Heftromanen nicht in Erinnerung. Perfekt!

Aber auch die Geschichte wurde von den beiden Expokraten, Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz, wieder perfekt inszeniert. Kai Hirdt macht daraus einen spannenden und furiosen Roman. Wobei Furios das Stichwort ist. Der Furior der die »Bestie« treibt, ist der Schlüssel zur Handlung. Der Kampf der beiden Haluter ist aktiongeladen und unglaublich gut in Szene gesetzt. Man glaub fast zu hören, wie die Steine aufeinanderprasseln, wenn die Giganten gegen den Fels krachen. Man riecht den Staub, der entsteht und ist mittendrin. Wenn Haluter Fancan Teik Perry Rhodan warnt, nicht ins Violett-System zu fliegen, so beißt er bei dem unerschrockenen Protektor auf Granit. Rhodan erinnert da sehr stark an den frühen Rhodan der Erstauflage und genau das unterscheidet ihn vom Rhodan der Borsch-Ära. Er ist weniger zögerlich, sondern geht auch mal ein Risiko ein.

Noch beim letzten Roman bemängelte ich, das die Terraner fremde Technik viel zu schnell erlernen und für sich nutzen konnten. Szenen wie diese gibt es auch in diesem Roman, auch hier wird die Mannschaft um Perry und die Mutanten mit fremder Technik konfrontiert. Doch im Gegensatz zu Susan Schwarz, erklärt Hirdt dem Leser, wie die Menschen an das Problem herangehen. Er erklärt ihre Vorgehensweise so genau, dass selbst das Unglaubwürdige plötzlich glaubwürdig wird. Er zeigt aber auch, dass die Terraner eigentlich völlig überfordert sind und nur rudimentär in die fremden Systeme eingreifen können, ohne sie zu verstehen. Das ist der Punkt, in dem sich die beiden Romane im wesentlichen unterscheiden.

Mit dem Tod des Haluters nehmen die Exposéautoren zwar einen wichtigen und vielleicht auch beliebten Charakter aus der Serie, schaffen dadurch aber viel mehr Spannung, weil sie den überlegenen Faktor in Perry Rhodans Team beseitigen. Ich finde das sehr mutig und konsequent. Wobei ich dann doch lieber gesehen hätte, wenn die Mutanten im Körper der Bestie eine Granate hinterlassen und sich nicht nicht nur auf die Kampftechnik von Tuire Sitareh verlassen hätten.

Der fiese Cliffhanger am Ende des Romans, macht so viel Lust auf mehr, dass ich es kaum noch erwarten kann. So muss ein spannender Heftroman aussehen. Von mir gibt es dafür eine »Eins mit Sternchen« fürs gesamte Team.