Vertrackter Staffelauftakt

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO 131 – »Der Kontrakt« von Rainer Schorm

Mit nicht weniger als zwölf Handlungssträngen startet der Autor in die neue Staffel. Allein diese Zahl sagt aus, wie komplex der Roman ist und wie viel Rainer Schorm versucht auf die begrenzte Seitenzahl zu quetschen. Es macht die Handlung spannend, aber nicht immer überzeugend. Die Szenen um Rhodan, Bull und Ngata sowie um Oxley und die Vizeadministratorin Cheng Chen Lu, zählen noch zu den Unterhaltsamsten des ganzen Romans. Wohingegen man die um Thomas Rhodan und den marsianischen Jungen getrost hätte weglassen können. Ich bin mir nicht sicher, was sich die Expokraten vom Einsatz des Rhodan-Sprößlings versprechen. Jugendliche Leser anlocken?

Die vielen Baustellen, die der Autor in dem Roman aufreisst, reichen locker bis zu Band 150 wenn nicht noch darüber hinaus. Ob sich das mit dem Konzept der zehner-Staffel verträgt, werden wir sehen. Doch ich befürchte, auch in der Staffel um die »Meister der Sonne« werden nicht alle Handlungsrelevanten Elemente zu Ende geführt. Plötzlich wirkt der gesamte Serienaufbau überdimensioniert. Mir schwant, dass die Exposéautoren in die Fußstapfen von Frank Borsch treten wollen und sich am Ende ebenfalls in den vielen Handlungsfäden verheddern.

Und überhaupt … mit dem Plot um die Sitarakh, bekommen wir wiederholt eine Annexion der Erde durch Außerirdische aufgetischt. Die auch noch die Auslieferung von Perry Rhodan fordern. Obwohl die Invasoren ungewöhnlich sind und handeln, ist das alles andere als originell. Das Schema ist bereits zu oft in der EA und auch bereits in NEO aufgegriffen worden. Dabei gäbe es so viele ungelöste Probleme und offene Ereignisse aus den vergangenen Staffeln, an die man hätte anknüpfen können. Zum Teil wird das auch versucht, z. B. bei den Liduuri, die zurückkommen und Perry Rhodan um Hilfe bitten, oder bei dem Sonnenchasma, das Eric Leyden und ein Team von Forschern zu enträtseln versucht. Auch die politische Lage auf der Erde ist nach wie vor instabil. An dieser Stelle habe ich mich gefreut, dass zumindest Administrator Ngata wieder als fieser Gegenspieler auftritt. Das die Staaten, die nicht Teil der Terranischen Union sind, sich nichts sagen lassen, ist ebenfalls sehr glaubhaft beschrieben. In diesen innenpolitischen Verhältnissen steckt viel erzählerisches Potential. Und natürlich ist da immer noch Crest, der als Arkonidischer Imperator nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt. Allein das hätte ausgereicht, um die nächsten zehn Bände zu füllen.

Da wirkt der Überfall durch die Sitarakh fast schon überflüssig. Hierbei ist zu bemängeln, dass die Verantwortlichen einfach abwarten und vor den Fremden zu kapitulieren scheinen. Selbst als die Invasoren Bodentruppen ausschleusen und Menschen entführen, scheint sich ihnen keiner entgegenzustellen. Das glaube ich nicht. So brav, dass sie keine verzweifelte Aktion starten, sind die Menschen sicher nicht.

Das Rainer Schorm ein brillanter Autor ist, zeigt er mit »Der Kontrakt« wieder mehr als deutlich. So einen komplexen Plot kann nicht jeder überzeugend zu Papier bringen. Allein die Beschreibung der vielen technischen Einzelheiten ist durchdacht und treffend formuliert. Das war einer der wenigen Punkte, an denen mich der Roman überzeugt hat. Singularitäten als Energiequelle zu nutzen, ist zwar kein neues Konzept in der SF (siehe die Romulaner in STAR TREK-TNG), aber zumindest für NEO eine wunderbare Ergänzung. An der Stelle hat mich auch eine bessere Beschreibung der Transformkanone gefreut.

Im Roman führt Rainer Schorm zudem einige neue Figuren ein. Leider waren es so viele, dass ich irgendwann die Übersicht verlor. Besonders lebhaft erinnere ich mich nur noch an Dr. Brömmers und seine holographische KI in Form eines Frosches. Schade, denn auch die anderen Charaktere waren außergewöhnlich und hätten einen größeren Auftritt verdient.

Mein Fazit zum Schluß: »Der Kontrakt« ist ein komplexer und spannender Roman, der aber unter dem überambitionierten Plot leidet. Es werden so viele Dinge angerissen, so viele Figuren ins Spiel geworfen, dass es am Ende unübersichtlich wird. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor versucht hat, alles mögliche in den Auftaktroman zu packen. In diesem Fall wäre aber weniger mehr gewesen. Der Überfall der Sitarakh, die für die Reparatur des Sonnenchasmas eine zehntausendjährige Sklaverei fordern, fühlt sich ausgehöhlt an, angesichts der interessanteren Handlung um die Liduuri. Persönlich hat mich der Staffelauftakt daher ziemlich enttäuscht.

Das Finale von »Arkons Ende«

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 130 – »Welt ohne Himmel« von Rüdiger Schäfer

Wie in der Posbi-Staffel beschließt Exposéautor Rüdiger Schäfer die Handlung von »Arkons Ende«, nachdem er schon mit Band 125 den mittleren Roman der Staffel geliefert hat. Alle fünf Bände ein Roman von Rüdiger Schäfer, das gefällt mir und so könnte es gern weitergehen. Denn auch in »Welt ohne Himmel« zeigt der Autor wie man eine phantastische Handlung mit viel Gefühl an den Leser vermittelt.

Phantastisch ist vor allem die Welt, in die Perry Rhodan von Huang Wei zusammen mit Agaior Thoton versetzt wird. Ein verlassenes Terrania in einer fernen Zukunft an einem Ort an dem es keinen Himmel mehr gibt, sondern nur ein farbloses Kaleidoskop bizarrer Formen. Der überraschende Auftritt von Ernst Ellert, der Huang Wei in seine Schranken weißt, lässt Thoton und Rhodan allein in der Trümmerstadt zurück. Und weil Thoton alles andere als an einem Dialog interessiert ist, entspinnt sich zwischen beiden ein spannender Kampf um Leben und Tod, den Perry Rhodan am Ende für sich entscheidet. Die Verfolgungsjagd durch das von der Natur zurückeroberte Terrania erinnert mich ein wenig an die Auseinandersetzung zwischen Atlan und Rhodan zu Beginn der EA. Vor allem, was Rhodans Wasserproblem angeht. Da erwartete ich fast den spöttischen Spruch »das Wasser ist nass«.

Thotons Tod ist ein Unglück, was Perry Rhodan die moralische Entscheidung abnimmt. Das ist zwar geschickt eingefädelt, mir aber wäre lieber gewesen, der Protektor hätte klar Stellung bezogen und den Massenmörder Thoton höchstpersönlich getötet. Vielleicht wäre das die Chance gewesen, den Charakter von Perry Rhodan ein wenig zu verändern, sodass er sich von dem der Erstauflage unterscheidet. Das ist aber wahrscheinlich von den Verantwortlichen nicht gewünscht.

Im zweiten Handlungsstrang auf der Erde, muss sich Reginald Bull nicht nur dem Arkonidischen Attentäter Debur ter Calon stellen, sondern auch Administrator Ngata. Die vorgetäuschte Geiselnahme von Calon, war an dieser Stelle ziemlich vorhersehbar und Bullys selbstloser Einsatz mehr als unüberlegt. Nur die Standpauke von Autum Legacy versöhnte mich an dieser Stelle. Auch die Auflösung um Ngatas Charakter versetzte mich in einen Zwiespalt. Einerseits ist seine Argumentation richtig und für den Leser nachvollziehbar erklärt, andererseits ließ mich der Konflikt zwischen ihm und Bully etwas unbefriedigt zurück. Hier wurde möglicherweise Potential verschenkt, denn so ein richtig fieser Administrator, wäre auch ein prima Gegenpart zu Perry Rhodan gewesen. Aus dieser Konstellation hätte noch sicher einiges an Handlung herausgeholt werden können. Nun, vielleicht heben sich das die Expokraten für die nächste Staffel auf. Unzufrieden bin ich nach wie vor über das offene Ende der Empana-Schwestern. Es wurde nur so weit erwähnt, dass man keine Überreste des Datenwürfels gefunden hat und dass Bully selbst daran zweifelt, dass die beiden tatsächlich von einem Dinosaurier gefressen wurden.

Überraschend war dagegen das Ende um Crest und das Arkonidische Imperium. Das hatte ich so nicht erwartet, finde die Lösung aber überzeugend und gelungen. Es fragt sich nur, wie lange Crest eigentlich noch weiterleben kann, angesichts seiner schlechten gesundheitlichen Verfassung, könnte sich das Thema irgendwann von allein lösen.

Auch der Abschluss der Maahk-Handlung ist durchaus befriedigend, auch wenn ich nicht ganz verstanden habe, warum die Maahks jetzt richtig zornig sind. Mir schien dieses Ende mit Hilfe des Hamesa-Krodha ein wenig überstürzt und zu konstruiert. Den wichtigen Handlungsträgern der vergangenen beiden Staffeln hätte man, finde ich, mehr Spielraum einräumen müssen. Aber das hätte auch die Grenzen des Romans gesprengt.

Trotz der Kleinigkeiten fällt mein Fazit positiv aus. Rüdiger Schäfer gelingt es, alle Handlungsfäden der Staffel gelungen zu Ende zu bringen. Sein besonders emotionaler Stil versöhnt mich für die eine oder andere Unstimmigkeit und spannend zu lesen, war der Roman sowieso. Ich hatte ihn mal wieder schneller durchgelesen, als gewünscht. Besonders gut gefallen hat mir auch das Titelbild von Dirk Schulz, der mit den Fraktalen einen echten Eindruck der »Welt ohne Himmel« geschaffen hat.

Glanzlicht in der Kampfzone

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO 90 – »Flucht ins Verderben« von Rainer Schorm

Was für ein furioses Meisterwerk. Ich bin kein Fan von Rainer Schorm, weil ich mit seiner auf Technik und Action ausgerichteten Schreibweise nicht klarkomme. Aber »Flucht ins Verderben« hat alles was ein Roman haben muss. Die auf zwei Erzählebenen reduzierte Handlung schreitet stetig voran. Es gibt keine Längen und er unterhält mit einer in vielen Schichten durchdachten Geschichte. Da steckt am Ende mehr drin, als man von einem NEO-Roman gewohnt ist.

Sowohl die Handlung um John Marshall und die Flüchtigen vom Mars, als auch Guckys Erlebnisse aus grauer Vorzeit sind unglaublich stark und in einer Komplexität erzählt, der ich staunend folgte. Ich bangte mit den Ilts genauso wie mit den Mutanten auf dem Mars bzw. an Bord der MEHIS.

Schon mit den ersten zwei Seiten hatte mich der Autor gepackt. Die Szene in der Tunnelbohrmaschine ist nicht nur spannend, sondern fesselte auch mit durchdachten technischen Details.

Das Rainer Schorm seine Protagonisten mehr als andere Autoren leiden lässt, ist eine Tatsache, die mir nicht immer gefällt, die zu diesem Roman aber sehr gut passt. Selbst Gucky bleibt weder in der Handlungsgegenwart, noch in seiner Vergangenheit vor emotionalen und körperlichen Leiden verschont. Gerade die Kapitel über den Mausbiber, waren interessant und ergreifend zu lesen. Ich hatte bisher noch nichts über die Ilts bei NEO gelesen und fand die Zusammenfassung, die der Autor liefert, ausgesprochen informativ.

Mit dem Fantan Set-Yandar führt er beide Handlungsstränge zu einem harmonischen Ende.

Negatives kann ich an dem Roman eigentlich nicht aussetzen, außer vielleicht die fast mühelose Übernahme des Arkonidischen Frachtschiffs durch Marshall und die Mutanten. Doch dadurch dass sie nicht so endet, wie geplant und durch die Unzulänglichkeiten der Beteiligten, reißt der Autor den anfangs zu glatt verlaufenden Plot wieder herum. Der in der Atmosphäre singende Mond ist zwar astronomisch gesehen Unsinn (der würde sich nie so lange im Orbit halten und wäre für den Planeten ein tektonisches Disaster), aber die Idee war originell.

Mein Fazit ist eindeutig: »Flucht ins Verderben« ist der bislang beste Roman der Staffel »Kampfzone Erde«. Die Beschränkung auf zwei Handlungstränge und der gut durchdachte spannende Plot machen den Roman absolut lesenswert. Großes Lob an den Autor. Das war spitze.

Krieg der Sternenkinder

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 88 – »Schläfer der Ewigkeit« von Oliver Fröhlich

Nachdem mir »Sternenkinder« von Rüdiger Schäfer so gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte um die Orristan weitergeht. Ich freute mich richtig auf den Roman von Oliver Fröhlich, doch meine Freude erhielt schon auf den ersten Seiten einen Dämpfer. Die Handlungsstränge mit Perry Rhodan in der INNESSAY und dem Errkarem Kittur verliefen einigermaßen zäh. Zwischen dem Abenteuer mit den Sternenkindern und dem »Schläfer der Ewigkeit« lag wieder ein Roman mit anderem Schauplatz. Und so dauerte es eine Weile, bis ich mich in die Handlung eingelesen hatte, die ab dem zweiten Drittel zwar deutlich an Fahrt gewinnt und auch einige spannende Szenen bereithält, aber nicht an die »Sternenkinder« heranreicht.

Den ganzen Roman über fragte ich mich, wie ein Volk wie die Orristan und die Errkarem so fortschrittliche Technologie besitzen können und dennoch ein so fragwürdiges Gesellschaftssystem und so engstirnige Denkweisen haben. Doch dann zog ich Parallelen zu unserer Realität und erkannte, dass wir als Gesellschaft nicht viel besser sind. So ist es bezeichnend, dass es am Ende der Eigennutz einer einzigen Person – Amakka – ist, derentwegen beinahe ein Krieg zwischen den beiden Völkern ausbricht.

An dieser Stelle kommt Perry Rhodan ins Spiel, der zusammen mit Bully, der Ara Leyle und der Puppe Sannasu von den Errkarem gefangen genommen worden wird, sich aber befreien kann. Am Ende tritt er sehr pathetisch als Friedensstifter auf, der im Sinne der Völkerverständigung das eigene Leben aufs Spiel setzt. Er hätte fliehen und die Errkarem ihrem Schicksal überlassen können, tut es aber nicht, obwohl sie ihn exekutieren wollten. Das er zuvor dem Enteron die Meinung gesagt hat und gegenüber der Entität seinen Willen durchsetzen konnte, war wohl die wichtigste Szene der Handlung und auch des weiteren Staffelverlaufs. Hatte ich doch bisher den Eindruck, dass er sich von dem Geschenk, das Rhodanos ihm gemacht hat, zu sehr gängeln ließ und das Enteron jede Notlage ausnutzte, um Perry an sich zu binden. Überhaupt bin ich über einen Helfer wie das Enteron nicht sehr glücklich. Es ist eine Allzweckwaffe, die für jedes Problem eine Lösung parat hält, was es auf Dauer zum echten Spannungskiller macht. Oliver Fröhlichs Weg, sich auf den Konflikt zwischen Rhodan und dem renitent werdenden Enteron zu konzentrieren, fühlte sich an dieser Stelle erfrischend richtig an.

Spannend aber wenig glaubwürdig ist die Handlung um Ras Tschubai und die Orristan auf dem Mars. Das sie unbemerkt in ein Materiallager der Arkoniden vordringen können, ohne entdeckt zu werden … nun ja. Sie tragen zwar Halaton-Anzüge, aber rein visuell sollten sie dennoch sichtbar sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Arkoniden an einem so wichtigen Ort wie dem Materiallager, keine Sicherheitskräfte stationiert haben, oder die Positronik die Landung des Schiffes der Orristan zumindest visuell nicht wahrnimmt. Außerdem bewegen sich die Figuren mal wieder in einem Lagerhaus. Das hatten wir bereits in der vergangenen Staffel und so langsam verliert das Setting seinen Reiz.

An dieser Stelle fragte ich mich ja: die Orristan verfügen anscheinend über hochentwickelte Technologie, aber sie benötigen die beiden Menschen um ihnen Ausrüstung der Arkoniden zu beschaffen. Bei den Anzügen sehe ich es vielleicht noch ein, aber bei den Energiewaffen …

Trotz dieser Unwägbarkeiten war der Roman stellenweise recht spannend. Das lag vor allem an der Darstellung der beiden Völker, dessen Fremdartigkeit der Autor so gut gezeichnet hat, ohne das sie ihre Menschlichkeit einbüßten. Das Rhodan bei seinem Auftritt als Vermittler jedoch nur in Unterhose im All schwebte (mit dem Enteron als Schutzhülle) fand ich aber dann doch reichlich übertrieben, wenn nicht gar ein wenig lächerlich. Und woher er weiß, das er den Schläfer wecken kann, wird auch nicht so richtig erklärt.

Am Ende steht mal wieder die Prophezeiung über eine (weitere) neue Bedrohung für die Erde. Um was es sich dabei handelt bleibt wie immer unklar. Sowohl die Arkoniden als auch die Methanatmer scheinen nicht damit gemeint zu sein. Der Hinweis auf einen weiteren nicht fassbaren Feind und damit auf einen neuen Handlungsstrang lässt mich als Leser erneut in Frustration zurück. Inzwischen frage ich mich ernsthaft, wie Frank Borsch als Exposéautor all die offenen Handlungsfäden in den verbliebenen elf Romanen zusammenknüpfen will.

Suche nach Besun

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 87 – »Rückkehr der Fantan« von Michelle Stern

Mit einem soliden und spannenden Roman setzt Michelle Stern endlich die Ereignisse aus Band 85 fort, zumindest, was die Handlung um Thora betrifft. In Band 86 waren wir mit Rüdiger Schäfer an den Rand des Sonnensystems gereist. Ich muss zugeben, das mir dieses Durcheinander verschiedenster Handlungsstränge über mehrere Romane verteilt, so gar nicht gefällt. Für meinen Geschmack geht da Spannung verloren. Denn wenn auf einen Cliffhanger im nächsten Roman keine Auflösung erfolgt, sondern erst ein paar Romane später, kann das schon ziemlich frustrierend sein. Ich weiß nicht, was sich Exposéautor Frank Borsch dabei gedacht hat und vielleicht funktioniert das für andere Leser auch, für mich leider nicht.

Doch zurück zum Roman. Thora wurde also von den Mutanten Olf Stagge und Wuriu Sengu gerettet und arbeitet jetzt zusammen mit Free Earth an einem Plan, um Reekha Chetzkel zu entführen. Allein der Plan ist eine Ungeheuerlichkeit von der ich als Leser sofort weiß, dass er nicht gelingen kann und werde auch darin bestätigt, als der Einsatz von Thora und den Mutanten scheitert. Dann stellt sich jedoch heraus, das alles nur ein Übung war. Diese Finte macht die Angelegenheit nun wieder spannend. Dennoch habe ich wenig Hoffnung, als das Einsatzteam um Thora überstürzt zur Mission an den Kilimandscharo aufbricht.

Ganz ehrlich, ein Liebesnest des Reekha für sich und seine terranische Geliebte, das finde ich ziemlich abwegig. Chetzkel ist ein knallharter Kerl. Als Oberbefehlshaber der Truppen, wird er sicher nicht den Fehler begehen und persönlich gegen das Fraternisierungsverbot verstoßen. Da will man dem Arkoniden mit dem Schlangengesicht nachträglich noch eine menschliche Komponente verleihen, was aus meiner Sicht so gar nicht funktioniert. Interessant ist allerdings die Information, dass seine Augmentation in eine Schlange nicht freiwillig geschah. Wobei ich schon wieder zweifele, wie das Volk einer Marginalwelt über medizinische Kenntnisse verfügen kann, um tiefgreifende Veränderungen an Arkoniden durchzuführen, ohne das das Imperium davon weiß. Aber gut, die Information ist wichtig genug, damit sie in den nächsten Bänden noch eine Rolle spielen kann.

In dem Zusammenhang kommen wir zu Mia. Die zu einer Katze umgewandelte Berlinerin hat den schlangenhaften Arkoniden anscheinend um den Finger gewickelt, um ihre Augmentation zu vervollkommnen. Obwohl sie Angst vor ihm hat und ihm nicht traut, hält sie zu ihm. Da helfen auch nicht die Informationen, die sie von der Free Earth Aktivistin bekommt, dass Chetzkel ihren Ex-Freund Paul auf dem Gewissen hat. Nur kurz denkt sie daran, den Arkoniden an die Bewegung zu verraten, entschließt sich aber im entscheidenen Moment dagegen. Das war sehr glaubhaft umgesetzt, denn eine Person, die so weit geht, sich selbst zu verändern, wird nicht kurz vorm Ziel aufgeben.

Während die Autorin in dieser Hinsicht Wert auf Glaubwürdigkeit legt, funktioniert das am Beispiel der Free Earth Bewegung nicht so ganz. Das sich Free Earth nach so kurzer Zeit der Besatzung durch die Arkoniden schon an so vielen Orten der Welt organisiert und Widerständler rekrutiert hat, halte ich für umstritten. Auch der Aufbau einer Widerstandsorganisation braucht Zeit, denn nicht jeder Terraner scheint mit der Besatzung durch die Arkoniden ein Problem zu haben. Viele arbeiten ja freiwillig mit ihnen zusammen. Da braucht es schon ausgefeilte Methoden, um die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man nicht die falschen Leute rekrutieren will.

Im namengebenden Handlungsstrang des Romans geht es um den Fantan Set-Yandar, der auf der Jagd nach dem Besun seines Lebens ist. Es ist ihm so wichtig, dass er trotz arkonidischer Besatzung eine Rückkehr zur Erde wagt. Unter dem Vorwand die, beim letzten Besuch gestohlene, Golden Gate Bridge zurückzubringen, verschafft er seinem menschlichen Besun – dem Koreaner Bak Kien – Zeit, um das Besun aufzuspüren. An dieser Stelle kann ich Administrator Homer G. Adams nicht verstehen, wie er dem Fantan blind vertrauen kann. Er muss doch wissen, dass Set-Yandar etwas im Schilde führt, denn ein Fantan, der ein Besun zurückgibt, ist mehr als verdächtig. Hier ein großes Lob an die Autorin, der es gelingt die Fremdartigkeit der Fantan überzeugend mit allen Sinnen zu schildern. Auch der Charakter von Bak Kien ist ihr mehr als gelungen. Schön erzählt finde ich die Nebengeschichte um seinem Großvater und der Blick auf seine Freunde und das Leben, das er bis vor seiner Entführung durch die Fantan geführt hat.

Im dritten Handlungsstrang, der sich mit dem Zweiten am Ende überschneidet, geht es um Crest, Julian Tifflor und Mildred Orson. Set-Yandar ist hinter Crest’s Zellaktivator her. Und als Set-Yandar erkennen muss, das Crest nicht unsterblich ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Die Konfrontation ist sehr spannend und emotional geschildert und hat mir gut gefallen. Während ich mir jedoch nicht sicher bin, ob der Fantan wirklich so naiv ist, zu glauben, dass Crest ihm die richtigen Koordinaten jener Welt gibt, auf der er den Zellaktivator erhalten hat.

»Rückkehr der Fantan« ist ein spannender Roman, der wieder mal an der Zerrissenheit der NEO-Handlung leidet. Für mich beinhaltete diese NEO-Staffel zu viele parallele Handlungen, zu viele Geschichten, deren lose Fäden erst Bände später wieder aufgenommen werden. Das ist eine echte Herausforderung an den Leser. Was mir persönlich nicht gefallen hat, waren die Ortsdarstellungen, die meist wie Beschreibungen aus einem Reiseführer klangen. Sei es Südkorea, der Schauplatz am Kilimandscharo oder zum Schluss auf den Azoren. Da hatte ich oftmals das Gefühl, dass die Autorin ihre eigenen Reiseerlebnisse unterbringen wollte. Das ist gut gemeint, kommt mir an den Stellen (besonders bei den Azoren) durch zu viele Details zu aufgesetzt vor.

Zeitlos schön

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 129 – »Im Tal der Zeit« von Oliver Plaschka

Das ist der zweite NEO-Roman von Oliver Plaschka den ich innerhalb kurzer Zeit gelesen habe. Das passierte rein zufällig, denn ich hatte von dem Autor zuvor noch nichts gelesen. Vielleicht deswegen ist mir etwas Bemerkenswertes an seinem Stil aufgefallen. Oliver Plaschkas Geschichten zeichnet eine besondere Harmonie aus. Sie wirken mit jedem Satz stimmig, und er vermag mittels phantastischer Beschreibungen lebhafte Bilder im Kopf des Lesers zu erzeugen. Aufgefallen war mir das bereits bei den Schlafbäumen in »Das Licht von Terrania«. In Band 129 sind es die Zeitfelder auf dem Planeten Parok, die mich faszinieren. Die Idee ist großartig visualisiert, auch wenn ich als Naturwissenschaftlerin lieber nicht so genau darüber nachdenken wollte. Wie soll man ein physikalisches Phänomen beschreiben, das gegen die uns bekannten Naturgesetze verstößt? Ich finde dennoch, es ist dem Autor ziemlich gut gelungen.

Vier Frauen, die auf Rachefeldzug gehen, machen den Handlungsstrang zu einem Novum. So viel geballte Frauenpower ist bei PERRY RHODAN selten und wenn sie dann noch so glaubhaft umgesetzt wird, kann man sich nur freuen. Auch bin ich froh, dass Thora, Thi Tuong Chi und Sue Mirafiore von der Imperatrice Theta nach der Explosion der MAYA gerettet wurden. Man hätte mit einem so frühen Tod von Thora einiges an Potential für die Serie verschenkt. Gerade in »Im Tal der Zeit« wird das besonders deutlich. Sie bietet Theta die Stirn und verteidigt die Loyalität ihrer Mitstreiterinnen. Das ihr Erzfeind Agaior Thoton am Ende durch einen Unbekannten vor der sicheren Hinrichtung gerettet wird, fand ich nicht nur für die Spannung in der Serie wichtig, sondern auch vom moralischen Standpunkt her einen gelungenen Schachzug.

Im zweiten Handlungsstrang steht Pete Roofpitter – der Tom Selleck von NEO – im Mittelpunkt. Er ist mit dem Leyden-Team und den Mutanten nach wie vor auf der Suche nach den beiden Mehandor-Frauen und den gestohlenen Plänen der Transformkanone. Auf dem Zirkusschiff eines Mehandor geraten er und seine Mitstreiter in kuriose und gefährliches Situationen. Auch hier zeigt der Autor sein Können. Die von ihm erdachte Zirkuswelt ist gleichermaßen vertraut aber auch fremd. Wer käme schon auf die Idee Dinosaurier in der Manege auftreten zu lassen oder Swoons als Clowns darzustellen? Ich bin mir sicher, dass der Tod der Empona-Schwestern nur gestellt ist, und sie uns in den kommenden Romanen wieder über den Weg laufen werden. Denn so einen platten sinnlosen Tod traue ich den Expokraten nicht zu.

Perry Rhodan selbst hat im Roman nur wenige kurze Auftritte, die dafür mit reichlich Gefühl geschildert werden. Vor allem die Szene am Ende, als er noch überlegt, wie er seinem Sohn den Tod der Mutter erklären soll und dann doch Thora in die Arme schließen kann, ist genau das, was ich lesen möchte. Ich bin mir aber durchaus bewusst, dass ich da unter den Perryfans eher zur Minderheit zähle.

Stilistisch war der Roman trotz einiger auktorialer Passagen gut bis sehr gut. Der Autor hat geschickt Informationen aus seinen Vorgängerromanen eingestreut und damit den Kreis geschlossen, was wiederum zu der von mir empfundenen Harmonie führt.

Fazit: »Im Tal der Zeit« ist eine schöne und vor allem lesenswerte Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Der Roman zählt für mich mit zu den besten der Staffel um »Arkons Ende«.

Von Bäumen und Lichtern

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 85 – »Das Licht von Terrania« von Oliver Plaschka

Bei hochsommerlicher Hitze einen Roman zu lesen, der am 22. Dezember 2037 spielt und in großen Teilen von einer Weihnachtsfeier handelt, ist merkwürdig.

In »Das Licht von Terrania« erzählt Oliver Plaschka von Fürsorger Satrak, der den arkonidischen Besatzern vorsteht. Eigentlich sehnt sich der Waldbewohner nach dem Wald seiner Heimat Istrahir. Doch stattdessen kämpft er gegen ausständige Terraner und Widersacher in den eigenen Reihen. Ihm ist gelungen Perry Rhodan sowie Reginald (Bully) Bull und Thora gefangen zu nehmen und er versucht nun das Geheimnis des populären Terraners zu ergründen. Dazu nutzt er Bäume aus seiner Heimat, die Rhodans Erinnerungen und sein Wissen für den Fürsorger bergen sollen. Doch dabei rechnet Satrak weder mit Rhodans Enteron, noch mit dem terranischen Administrator Adams. Der möchte Rhodan sowie Bully und Thora befreien und inszeniert für die Besatzer eine üppige Weihnachtsfeier zur Ablenkung.

Oliver Plaschkas Roman liest sich leicht. Man erfährt weitere Hintergründe der Figur Satrak und lernt allerlei Weihnachtstraditionen kennen. Der Autor lässt den Leser anhand einer Ara-Medikerin erleben, wie die Menschen unter der arkonidischen Besatzung leiden. Das alles ist nett verpackt, reißt mich aber nicht mit.

Faszinierend umgesetzt, finde ich die Idee mit den Schlafbäumen, in die Satrak Rhodan und seine Freunde steckt. Das war originell, wurde aber in dem Moment zerstört, als das Enteron zusammen mit dem Stock die Steuerung übernahm und die Bäume anfingen zu wandern. Eine unglaubwürdige Lösung, die viel zu schnell und hektisch geschieht und an deren Ende eine Schlacht um die Befreiten beginnt. Rhodan und Bully können sich am Ufer des Goshunsees in ein fremdes »Raumschiff« flüchten, während Thora von zwei Unbekannten verschleppt wird.

Der emotional starke Beginn mit Satrak und seinem Wald, sowie dem sterbenden Mongolen und der Ara Leyle, deren Charakter erfreuliches Entwicklungspotential nach oben bietet, schwächt sich mit der voranschreitenden Handlung ab. Das Geschehen um die Weihnachtsfeier trägt indes schon Züge einer Karikatur und gipfelt schließlich in dem zweifelhaften Ende am See.

Band 85 ist Start einer neuer Staffel. Ein Aufdruck auf dem Cover fordert Leser auf einzusteigen. Doch ich bezweifle stark, dass Neuleser mit der Handlung mitkommen werden, denn der Roman ist nichts anderes als die Fortsetzung der vergangenen Bände.

Für eine nette Zwischenlektüre ist »Das Licht von Terrania« durchaus tauglich. Die Geschichte ist routiniert und sauber geschrieben mit einigen sehr guten Passagen aber einem konstruiert wirkendem Ende, das nicht befriedigt.

Ende mit Schrecken

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 128 – »Der Verräter« von Kai Hirdt

Ich gebe ja zu: der Roman war spannend. Aber … Da wurde der Spannung mal wieder die Logik geopfert. Kai Hirdt kann sehr gut Charaktere entwickeln und die Figuren miteinander interagieren lassen. Nur seine Actionszenarios sind … ich wage es gar nicht auszusprechen, reichlich an den Haaren herbeigezogen. Ich erinnere mich noch an den Ritt auf den Posbis bei fünf Prozent Lichtgeschwindigkeit. Etwas ähnliches macht er auch in »Der Verräter«. Hier steigen Perry Rhodan und sieben Begleiter aus der auf halbe Lichtgeschwindigkeit beschleunigenden VENTURE in eine Leka-Disk um, während sie sowohl von der Disk als auch von der arkonidischen Flotte beschossen werden. Bei der Umstiegsszene konnte ich nur tief einatmen und stumm mit dem Kopf schütteln. Da hat a das Timing nicht gestimmt, und b ist es unmöglich, weil beide Schiffe beschleunigen und sogar Ausweichmanöver fliegen. Vom Beschuss durch die Arkoniden mal ganz abgesehen. Sorry, das ist völliger Blödsinn. Es würde funktionieren, wenn beide Schiffe in exakt der gleichen Geschwindigkeit unterwegs wären. Denn die Aussteigenden behalten ja die relative Geschwindigkeit des Schiffs. (Siehe STAR TREK – Into Darkness) Aber sobald eines der Schiffe beschleunigt (und wir reden hier von massiver Beschleunigung) verlieren sie sich im All. Da helfen auch keine Anzüge mit Schubdüsen. Nein! Das war definitiv nix.

Die darauf folgende Szene macht es nicht besser. In der Leka-Disk angekommen, werden sie von Atlan in Empfang genommen, der ihnen Perücken aufsetzt, um sie zu Arkoniden zu machen. Während die Disk die VENTURE beschießt und draußen das Gefecht weitergeht. Zu guter Letzt lassen sie sich in der Disk auch noch abschießen, in der Hoffnung die arkonidische Flotte würde sie bergen. Was viel länger dauert, als sich das unsere Helden ausgemalt haben. Eine Flotte mit 45 000 Schiffen! Diese Gigantomanie aus der EA ist mir schon mehrmals sauer aufgestoßen. Geht’s nicht eine Spur kleiner? (By the way, was ist eigentlich aus der VENTURE geworden?)

Und als sei das nicht schon fragwürdig genug, erfährt der Leser, dass nicht Agaior Thoton die arkonidische Flotte in Snarf-System reaktiviert und zur Zufluchtsstätte der Arkoniden gebracht hat, sondern Crest. Dabei hat er die verbliebene Flotte der Imperatrice vernichtet, sie vom Thron gestoßen und herrscht jetzt mit brutaler Gewalt als neuer Imperator Zoltral XIII. Ob es an seinen Posbi-Implantaten liegt, oder an seiner Behandlung durch Agaior Thoton, wird verschwiegen. Aber auch so, erscheint die Information nicht nur Perry Rhodan etwas unglaubwürdig. Auch die Stimmung, die nach dem Umsturz unter den Arkoniden herrscht, finde ich reichlich umstritten. Da gibt es kaum einen der sich dagegen wehrt? Obwohl, die beschriebenen Zustände erinnern an die aktuelle Lage in der Türkei. Mhm, ein Bezug, der … mich ein wenig überfordert. Ich stufe es als überraschenden Plotpoint ein, um die Spannung im Zyklus aufrecht zu erhalten, ganz zufrieden bin ich mit der Lösung aber nicht.

Da wende ich mich lieber der Handlung auf der Erde zu. Die ist weitaus stimmiger. Im Fokus stehen Polizist Pete Roofpitter, der die beiden Mehandorfrauen und die Daten der Transformkanone jagt; Julian Tifflor der feststellen muss, das Genies wie Eric Leyden die eine oder andere Macke haben und Sonderermittler Ovald Figgs, der für den Administrator nach Tifflor fandet. Das alles kombiniert mit Interimsprotektor Bull, jeder Menge Mutanten und natürlich Leydens Team erzählt die Geschichte abwechslungsreich und unterhaltsam. Der Showdown in der Hotelsuite macht den verkorksten Anfang des Romans so gut wie wett. Das war spannend, witzig und dennoch glaubhaft und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Das war Kai Hirdt wie ich ihn gern lese. Davon wünschte ich mir mehr.

Der eigentliche Schocker des Romans kommt ganz zum Schluß. Wiedererwarten können sich Atlan und die Gruppe um Perry Rhodan nach Aarakh Ranton durchschlagen, sich von ihren Wächtern befreien und dank Tani Hanafe auch entkommen. Sie dringen in den Regierungsbezirk ein und befreien Thora, die von Crest gefangenen gehalten wird. Sie erreichen die CREST und die MAYA in dem unterirdischen Hangar, wo sie entdeckt werden und es zu einem Scharmützel kommt. Thora ergreift die Initiative und droht Crest den Regierungspalast mit einer Bombe zu sprengen, die Atlan in Thoras Gemächern zurückgelassen hat. Der alte Arkonide scheint ihr zu glauben, lässt die beiden Schiffe starten und schickt ihnen erst reichlich spät die arkonidische Flotte auf den Hals. Perry Rhodan ist wütend auf den Alleingang seiner Frau, die sich mit Sue Mirafiore, Thi Tuong Chi auf der MAYA befindet. Vier Sekunden vor der rettenden Transition wird die MAYA von der Flotte vernichtet.

Ich bin mir nicht sicher, ob das nur ein genialer Cliffhanger ist, oder ob die Expokraten die schwangere Thora tatsächlich haben sterben lassen. Erster Kommentar meines Mannes: »Wenn die Thora wirklich umgebracht haben, lese ich nie wieder einen NEO-Roman.«

Mein Fazit fällt gemischt aus. Die großartig inszenierte Handlung auf Terra versöhnt mich gegenüber der reichlich fragwürdigen Geschichte um die Arkoniden. Dann noch Thoras »Tod« mit dem ich mich genauso wenig anfreunden kann, wie mit der Tatsache das Crest jetzt der Böse sein soll. Das kam meiner Meinung nach zu plötzlich, als das es glaubhaft gewesen wäre. Es gab nicht mal den Versuch einer Erklärung. Selbst Thora schien sich nicht all zu viel Gedanken, über das brutale Vorgehen ihres Ziehvaters gemacht zu haben. Was die Szene im Hangar, als sie an ihn appelliert, um so seltsamer erscheinen lässt. Das Highlight war jedoch Thoras Angriff auf Atlan. Das Bild, wie sie auf dem am Boden liegenden Arkoniden kniet, allein deswegen, wäre es schade, wenn man sie ernsthaft aus der Handlung herausgeschrieben hätte.

Das die Person auf dem Titelbild Bully sein soll, habe ich erst nach dem Lesen des Romans begriffen.

Einsatz an mehreren Fronten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 127 – »Jagd im Sternenmeer« von Rainer Schorm

Ich erspare mir an dieser Stelle den Inhalt des Romans wiederzugeben, weil die Handlungsebenen zu zahlreich und äußerst komplex sind.

Die Geschichte liest sich spannend, wenn auch aus einer gewissen Distanziertheit heraus, die ich schon häufiger in Rainer Schorms NEO-Romanen wahrgenommen habe. Die Figuren agieren wie gewohnt, aber es stellt sich bei mir nicht der emotionale Bezug zu ihnen ein. Stattdessen kämpfe ich stellenweise mit den allzu häufigen Passagen über technische oder wissenschaftliche Vorgänge, die der Autor ohne Zweifel beherrscht, mich aber stets fordern. Nicht, dass ich sie nicht verstünde, nur bremsen sie meinen Lesefluss.

Damit habe ich auch schon alles Negative zusammengefasst und kann nun auf die positiven Aspekte des Romans eingehen. Jeder Handlungsstrang hat seine Stärken, ob es Perry Rhodans verzweifelte Suche nach seiner Frau, Eric Leydens Kampf mit der terranischen Bürokratie oder Bullys Ermittlungen im Fall der Mehandorfrauen ist. Die Geschichten sind allesamt bodenständig und glaubhaft. Vieles hat einen allzu aktuellen Bezug, der mich manchmal frösteln lässt. Im Falle des Interimsadministrators beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass sich da etwas sehr Böses zusammenbraut. Aber auch bei der Suche nach Thora und Crest oder der Jagd nach den Plänen der Transformkanone müssen Perry Rhodan und seine Mitstreiter einen Fehlschlag nach dem anderen verbuchen. Wie in der Realität wenden sich die Dinge immer mehr zum Schlechten. Und gerade das macht es dem Leser leicht, sich hineinzufühlen, zu verstehen und zu folgen. Überaus positiv bewerte ich die Darstellung der Koreanischen Behörden. Zeigt es doch, dass auch die Einheit der Terranischen Union noch auf jungen und wackeligen Füßen steht. Ich bin höchst dankbar für so viel Glaubhaftigkeit.

Anmerken sollte ich noch, dass ich ein wenig vom Handlungsstrang mit Sue Miraflores und Thi Tuong Nhi enttäuscht war. Da scheint den Exprokraten die Luft ausgegangen zu sein oder sie wollten es als zusätzliches Konfliktpotential einbauen, was meiner Meinung nach, aber gehörig in die Hose ging. So wie sich der Konflikt aufgelöst hat, wirkte es zu konstruiert. Da hätte ich mir eine längere und vor allem eine ausgefeilter Handlung erwartet, als einen Besuch im Puff (der durch den Mooff im übrigens sehr amüsant war).

Ein bisschen zu pathetisch fand ich auch die Konferenz auf der CREST ziemlich zu Beginn des Romans, als es um die Maahks und ihre Erschaffer ging. Da sollte wohl Verständnis geschürt werden für Atlans Wut auf die Methans und Perry Rhodans friedvollere Neigung. Das gefiel mir nicht so gut, weil es auf mich ein wenig aufgesetzt wirkte.

Mein Fazit: »Jagd im Sternenmeer« ist trotz vieler Handlungsstränge ein sehr spannender Roman, der in mir böse Vorahnungen weckt. Meine Hoffnung auf eine positive NEO-Zukunft schwindet. Ich glaube, da stehen uns Lesern schwere Zeiten bevor.

Innenpolitischer Thriller

Quelle: Perrypedia

Perry Rhodan NEO Band 126 – »Schlaglichter der Sonne« von Michael H. Buchholz

Ein kleines Schlaglicht – was sag ich – ein Glanzlicht ist Michael H. Buchholz mit dem sechsten Band der Staffel »Arkons Ende« gelungen. (Obwohl in diesem Roman eher das Ende von Terra dokumentiert wird und nicht das von Arkon.)

Die Geschichte erinnerte an einen Politthriller. Wie ich bereits oft genug erwähnt habe, gefallen mir diese innenpolitischen Ränkespiele. Dem Autor gelingt es ausgezeichnet das Thema spannend umzusetzen. Reginald Bull als Schachfigur zwischen einem machtbesessen Administrator und einem betrügerischen Assistenten. Obwohl! Letzterer hat nachvollziehbare Gründe warum er dem arkonidischen Attentäter Debur ter Calon immer wieder hilft. Seine Freundin Aenea ist sicher die gesuchte Emptral.

Die Handlung ist stringent, treibend und mit ausreichend Wendepunkten versetzt. Selbst die bis zu vier Handlungsebenen, haben mich nicht gestört. Gut gefiel mir, dass man bei NEO aus Julian Tifflor keinen Offizier gemacht hat, sondern einen Mediziner, der seinen eigenen Weg geht. Für die Entführung eines Raumkreuzers und seinen Vorstoß in die Sonne mit dem Liduuri-Schiff zeigte er neben einer großen Portion Mut auch eine gewisse Abgebrühtheit. Auch wenn er mit dem Manöver, außer einer Verfolgung durch die Terranischen Behörden, bisher wenig erreichen konnte, so werden die Erkenntnisse in Zukunft sicher noch eine Rolle spielen.

Das Team um Kater Hermes kann nun auch die Letzte der fünf gestellten Aufgaben lösen und darf durch den Flecktransmitter zur Erde weiterreisen. Sie erleben eine ziemliche Überraschung, als sie ins Sonnensystem zurückkehren. Damit endet auch dieser Roman wieder in einem packenden Cliffhanger. So mitreißend, die Abenteuer um Leyden in den vergangenen Bänden waren, bin ich doch froh, dass man den Handlungsstrang auf Janus endlich abgeschlossen hat. Es war am Ende doch etwas ermüdend, Leuten beim Raten zuschauen zu müssen.

Ich für meinen Teil hätte mir bei »Schlaglichter der Sonne« mehr Handlung auf der Erde gewünscht. Denn Michael H. Buchholz gelingt es sehr gut wissenschaftliche Ideen in den Roman zu integrieren. Sei es Nanotechnologie, die Ultraloops oder der Weltraumaufzug, das sind alles interpolierte Visionen aus bereits bestehender Grundlagenforschung. Ebenso die Reise in die Sonne entlang der Magnetfeldlinien halte ich für eine ausgesprochen faszinierende Idee. Wobei nicht immer alles bis ins Detail einer wissenschaftlicher Überprüfung standhält. Aber ein NEO-Roman ist ja auch Fiction und kein physikalisches Handbuch. Einzig die Zeitspanne von 13 Jahren in der das alles geschaffen wurde, erscheint mir ein wenig sehr kurz. Da müssen die Besatzer (sprich Arkoniden) schon sehr viel Entwicklungsarbeit beigesteuert haben.

Michael H. Buchholz hat ein Händchen für Charaktere. Sein Bully ist überzeugend und sehr menschlich gezeichnet, aber auch Figuren wie Lionel Dahl oder der Administrator gelingen ihm gut. Dabei beschreibt der Autor Nebenfiguren wie Autuum Legacy (Wie kommt man nur auf so einen Namen?) durch die Augen der Hauptcharaktere und erzeugt beim Leser somit ein unterschiedliches Bild von ein und derselben Person.

Das die Handlung auf Terra so viel Ähnlichkeit zur aktuellen politischen Lage zeigt, ist fast schon ein bisschen beklemmend. Als Leser wie auch als Mensch muss man mitansehen, wie ein Machtbesessener die Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz bringt, nur um seine Vormachtstellung zu erhalten. Perry Rhodan wird nicht erfreut sein, wenn er wüßte, was auf Terra vor sich geht. Was mich wieder zu Bully zurückbringt. Eines kann ich nicht verstehen: warum läßt er sich von der Obrigkeit so unterbuttern? Warum geht er nicht selbst den Dingen auf den Grund und ergibt sich so lange in absoluter Hörigkeit? Ein Perry Rhodan hätte sich das vermutlich nicht so lange mit angesehen.

Zwei Stellen im Roman veranlassten mich zu einem breiten Grinsen. Zum einen der Dialog mit der wirren Halatonintelligenz von Vulkan und andererseits die versteckte Hommage an den verstorbenen Robert Feldhoff. Danke an den Autor für die Freude, die er mir damit bereitet hat.

Mein Fazit fällt auch für Band 126 überaus positiv aus. Michael H. Buchholz wirft mit viel Ideenreichtum einen Blick auf eine Zukunft, die nur einen Steinwurf von unserer Realität entfernt ist. Faszinierend!