„ES“ ist da!

DSC06356_1024Nach fast genau 9 Monaten ist es endlich da! Nein, nicht das was jetzt wohl einige denken. Ich rede von meiner ersten richtigen Romanveröffentlichung.

„Die Telepathin“ erscheint im Rahmen der Fan-Edition der Perry-Rhodan-Fanzentrale und kann ganz offiziell dort bestellt werden, natürlich gibt es da auch eine kleine Zusammenfassung der Handlung.
Es ist mein erster Beitrag zum Perry Rhodan Universum, bisher war ich ja ausschließlich mit Star Trek unterwegs. Es hat mir unheimlichen Spaß gemacht, die Geschichte zu erzählen und es steckt eine Menge Herzblut darin. Ich hoffe bloß, dass die Leser genauso viel Spaß damit haben werden.

Zur Geschichte will ich nur so viel verraten, dass sie für Perry Rhodan vielleicht ein wenig ungewöhnlich ist. Zu Beginn der Romanserie in den 60ern spielten Frauen eher keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Es hat mich beim Lesen der Silberbände immer wieder gestört, dass solch tolle Figuren wie Thora oder Anne Sloane erst richtig gut aufgebaut wurden, um dann schließlich sang und klanglos in der Versenkung zu verschwinden, um am Ende in einem Nebensatz getötet zu werden. Die Serie war halt damals auf männliche Leser ausgerichtet. In der heutigen Erstauflage hat sich da zwar schon einiges getan, dennoch schafft es die Serie bis heute nicht, mehr weibliche Leser anzulocken. Das mag an vielen Dingen liegen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen werde.
In meiner Geschichte spiele ich einwenig mit den damaligen Zuständen in der Solaren Flotte und ich hoffe es gelingt mir, dies auf eine augenzwinkernde Art und Weise zu tun. Natürlich kann der Roman meinen Star Trek Background nicht ganz verhehlen. Ich kam nicht umhin, einige der moralischen Ansichten aus Star Trek einzuflechten, aber ich versuchte dabei sehr einfühlsam vorzugehen. Und habe mich auch bei den „romantischen“ Szenen sehr zurückgehalten, denn ich weiß ja: „Sex sells, nur nicht bei Perry Rhodan!“ (O-ton: Robert Vogel auf der FedCon 23). ;)

Ach ja, das hätte ich ja beinahe vergessen, dass Cover wurde von mir gestaltet. Ich denke, es ist mir gelungen den Inhalt des Romans in die Abbildung zu transportieren. Es vermag vielleicht die eine oder andere weibliche Leserin anzusprechen und den Hardcore-PR-Fans vorab zu signalisieren, auf was sie sich einlassen. :)

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich beim Team der PRFZ bedanken, dafür das sie an mich geglaubt und mir so viel Vertrauen entgegengebracht haben. Mein ganz besonderer Dank gilt dabei Michael Haitel für das Lektorat und die gute Zusammenarbeit.

Der Roman kann ab sofort im Shop der PRFZ bestellen werden.

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Zwei Whisky und mehr

51WGEZ5X5TLKlaus N. Frick „Zwei Whisky mit Neumann“

Da hab ich mich da doch tatsächlich von der lockeren Erzählweise des Autors anstecken lassen und mir nach den beiden „Peter Pank“-Bänden auch noch diese Ausgabe zu Gemüte geführt.
Im Grunde genommen ist es eine Sammlung autobiografischer Kurzgeschichten aus seinen Enpunkt-Egozines, von witzig über spannend bis hin zu nachdenklich. Wie immer von gnadenloser Wirklichkeitstreue und so lebensnah wie das eigene Dasein. Kritiker werden bemängeln, dass dies keine große Literatur sei. Doch diesen Anspruch beabsichtigt der Autor wahrscheinlich auch nicht. Ich denke, es geht ihm einfach darum Geschichten zu erzählen. Und welchen Spaß er daran hat, spürt man als Leser ganz deutlich. Da ist es auch gar nicht so schlimm, dass man bei der einen oder anderen Geschichte vergeblich auf eine Pointe wartet. Man wird extrem gut unterhalten und vielleicht hat man selbst schon mal ähnliches erlebt und entdeckt sich wieder. Vergnüglich ist es allemal.

Für mich war das eigentliche Highlight des Buches aber etwas anderes, nämlich die in Scrapbooking-Form illustrierten ersten Seiten mit Fotos aus alten Tagen und Rezensionen zu den Enpunkt-Fanzines. Einfach nur genial! Davon hätte ich gern mehr gewollt.

Ich muss ja zugeben, dass ich KNF’s lockeren Schreibstil nur in geringen Dosen konsumieren kann, weil ich sonst dazu neige, ihn zu adaptieren und das macht sich für meine Geschichten nicht wirklich gut.

Khaaaaan!

Ich hatte wenig erwartet und war am Ende positiv überrascht. Die Rede ist vom letzten Star Trek Film mit dem düster klingenden Untertitel „Into Darkness“. Nein wirklich, es fühlte sich dieses Mal tatsächlich einwenig wie Star Trek an und die logischen Löcher in der Handlung waren nicht ganz so offensichtlich. Sogar der Maschinenraum (im ersten Teil noch ein absolutes „No Go“) konnte sich sehen lassen. Aber am meisten beeindruckte mich der Charakter des Khan. Benedict Cumberbatch mochte ich schon als „Sherlock“. Er spielt brillant und ist momentan nicht für umsonst Hollywoods Allzweckwaffe. Seine geniale Darstellung des Khan war derart überzeugend, dass ich die Handlungen des Charakters durchaus nachvollziehen konnte und stellenweise Mitleid mit ihm hatte. Das war endlich mal ganz großes Kino.

Beim Stöbern durch die Händlerräume auf der diesjährigen FedCon stieß ich am Stand vom CrossCult-Verlag auf einen Comicband, der sich ausschließlich mit der Figur des Khan beschäftigt. Ich bin ja eigentlich kein großer Comicleser. Irgendwie hab ich Probleme mit dem wenigen Text und bin mir nie sicher, in welcher Reihenfolge ich die Dialoge nun lesen muss. Aber allein das Cover dieses Comics zog mich so sehr in seinen Bann, dass ich mir sogar die Hardcoverversion gönnte. Das auch noch David Messina, der Teile des Comics gezeichnet hat, vor Ort war, war natürlich ein noch größerer Anreiz für mich, mir diesen Comic zu kaufen und so bekam ich auch noch eine Originalzeichnung mit Signet obendrein.

Und ich muss gestehen, die Geschichte überzeugt. Sie beleuchtet sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart. Es ist die Lebensgeschichte eines mittellosen Jungen, der durch genetische Aufwertung zu einem Soldaten gemacht wird, der schließlich außer Kontrolle gerät und die Weltherrschaft an sich reißt. Es ist eine Geschichte von Krieg, Gewalt und Missbrauch. Hier erfährt man auch, warum Benedict Cumberbatch nicht aussieht wie Ricardo Montalban. :) Dies ist ja einer der Kritikpunkte der Fans, den die Autoren in diesem Comic intelligent gelöst haben. Die Storyideen sind zu jeder Zeit glaubhaft. Auch das Zeichnerteam hat großartige Arbeit geleistet. Die Figuren und ihre Bewegungen wirken lebendig, der Stil ist homogen. Das hat zur Folge, dass man sich an den Bildern nicht satt sehen kann.

Mein Fazit: Eine umfassend gelungene Anschaffung.

Khan Messina

Eher Wissensbuch als Thriller

Blackout
Quelle: Amazon

BLACKOUT – Morgen ist es zu spät: Roman von Marc Elsberg

Wow! Das war das erste, was ich dachte, als mir eine Probeausgabe von Blackout im ICE in die Hände fiel und ich sie regelrecht verschlungen habe. Gleich nach meiner Ankunft am Zielbahnhof kaufte ich das Taschenbuch in der nächsten Bahnhofsbuchhandlung. Eigentlich ein fieser Marketing Trick, aber ich habe es nicht bereut.
Das Buch ist spannend, wenn auch kein richtiger Thriller. Die technischen Vorgänge sind hochinteressant und bis auf wenige Ausnahmen gut recherchiert. Man sollte aber auf jeden Fall technisches Verständnis und Interesse an der Materie mitbringen. Wer einen charakterbezogenen Thriller im Stile von Ken Follett erwartet, für den ist das Buch nichts. Die Spannung entsteht hier nicht durch die handelnden Figuren, sondern vielmehr durch das Wie und Warum. Daher wirken die Charaktere meist blass, was auch durch die Fülle der Personen gar nicht anders möglich ist.

Interessant sind die vielen Handlungsstränge, die zwar konsequent zu Ende geführt werden, doch manches hätte ich gern ausführlicher gehabt. Zum Beispiel: Wie und mit welchen verzweifelten Mitteln die Kraftwerksbetreiber versuchen den Fehler zu finden, bzw. im Falle des Atomkraftwerks, den Gau abzuwenden.

Die geschilderten Auswirkungen auf die Bevölkerung sind sehr beunruhigend, aber nicht ohne Realitätsferne dargestellt. Einzig der Zeitraum erscheint mir ein wenig zu kurz. Ich selbst habe meist für ein bis zwei Wochen Lebensmittel im Haus und tanken muss ich auch nur einmal im Monat. Also das bereits nach 10 Tagen eine Hungersnot ausbricht, so dass Katzen gefangen und Elefanten verspeist werden, halte ich für etwas unglaubwürdig.

Eine Personengruppe auf die in diesem Roman leider nicht eingegangen wird, sind all die SMS- und Internetjunkies, für die kein Leben mehr ohne Facebook und Co möglich ist. Eine Schilderung wie sie öffentliche Gebäude mit W-Lan-Anschluss stürmen, hätte ich doch zu gern gesehen. Dabei sei zu bedenken, dass wahrscheinlich alle deutschen Internetseiten auch die auf deutschen Servern lagernden Adressen, bereits seit den ersten Stunden des Stromausfalls offline sein müssten.

Die negativen Bewertungen zu diesem Roman bei Amazon kann ich nicht nachvollziehen. Wer aber mal genau hinschaut, sieht das die meisten davon zur Hörbuch-Version gehören. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Erklärung technischer Vorgänge als Hörbuch nicht so viel Spannung aufbaut.

Von mir bekommt das Buch jedenfalls fünf Sterne. Schon allein deswegen, weil ich noch nie ein Buch mit 800 Seiten in drei Tagen durchgelesen habe.

Auf der Wikipediaseite von „Blackout – Morgen ist es zu spät“ findet man den Link zu einer parallel dazu entstandenen Studie zum selben Thema, die die Schilderungen des Romans bestätigen. Hoffen wir, dass es nie dazu kommt.

Dank für den Punk

DankPunkKlaus N. Frick „Vielen Dank, Peter Pank“

Ehrlich gesagt, hätte ich nie gedacht, dass ich mich mal mit dem Thema Punk auseinander setzen würde. Ganz ehrlich, jeder der mich kennt, wird jetzt mit dem Kopf schütteln: Was denn, du und Punk? Als die stets angepasste, brave Tochter, in der Schule als Streber verschrieen (obwohl ich dort nie einen Finger krumm machen musste), bin ich das genaue Gegenteil eines Punkers. Obgleich in den Achtzigerjahren aufgewachsen, tangierte mich diese Szene kaum. Wahrscheinlich hatte ich keinen Grund zu Protest oder war einfach nur zu feige dafür. So kommt es, das ich mich erst jetzt, 30 Jahre später, dem Phänomen oder besser dieser Weltanschauung widme. Und das kam so…
Immer wieder trifft man im Leben auf interessante Menschen, deren konträres Weltbild, das Eigene auf den Kopf stellt. So ähnlich ging es mir. Dabei wollte ich doch nur den E-Book Auszug eines gewissen Chefredakteurs lesen, einfach so aus Neugier. Völlig fasziniert, habe ich mir dann die beiden Bücher bestellt (allerdings als Printausgaben, ich lese halt gern auf Papier) und was soll ich sagen…

…da eröffnen sich neue unbekannte Welten, um es mal ganz pathetisch auszudrücken.
Dabei rede ich nicht einmal davon, wie man Zigaretten klaut oder einen explosiven Molotowcocktail bastelt. Wissen, das ich hoffentlich niemals brauchen werde. Vielmehr faszinierte mich die Ziellosigkeit des Protagonisten, die beinahe ansteckend ist. Da sind Gedanken und Handlungen beschrieben, die mir so fremd sind, als würden sie von einem Außerirdischen stammen. Allein die Menge an Alkohol die Peter Pank innerhalb des kurzen Zeitraums konsumiert… ich glaube so viel Hochprozentiges habe ich in meinem ganzen Leben nicht getrunken. Irgendwann beschleicht einen die dumpfe Befürchtung, dass der eigene Alkoholspiegel im Blut allein durchs Lesen ansteigen könnte.
Richtiggehend fertig war ich aber nach der Erzählung über die Pfingstschlacht von Wackersdorf. Ehrlich, ich habe das damals zwar irgendwie mitbekommen, aber erst heute wirklich begriffen, was da passiert ist. Es liest sich so echt, als stünde man direkt vor Ort. Das war schon ein bisschen gruselig.
Gegen Ende des Buchs läßt die Faszination dann ein klein wenig nach. Letztendlich verliert sich die Handlung zwischen ständigem Saufen und den vergeblichen Versuchen Frauen anzubaggern. Lichtblicke sind da nur die eingestreuten Erinnerungen von Peter Pank, die, wie ich finde, meist amüsanter und mitreisender formuliert sind als die Rahmenhandlung. Aber ich glaube, dass das vom Autor so beabsichtigt ist, um die zunehmende Sinnlosigkeit in Peters Leben zu demonstrieren.
Besonders mag ich an dem Roman die freche direkte Sprache, die nichts beschönigt und auch unangenehme Dinge beim Namen nennt, angenehme übrigens auch. (Die Sexszenen fühlen sich durchaus echt an.) Diese Unbekümmertheit passt so hervorragend zum Thema, dass ich mir nicht vorstellen kann, wie man die Geschichte anders hätte erzählen können. Dabei habe ich mich beim Lesen sehr oft gefragt, wie viel autobiographisches in den Geschichten steckt, aber das wird und sollte wohl besser Geheimnis des Autors bleiben.
Was am Ende zurückbleibt, ist die Erkenntnis, das die Lebenseinstellung Punk zwar mit der Musik verbunden ist, diese alleine aber aus einem Menschen noch keinen Punker macht.

Im Nachhinein bin ich KNF dankbar für seinen kleinen Einblick in die Welt von Peter Pank. Es war eine durchaus aufschlussreiche Erfahrung. Nur an eines werde ich mich ganz sicher nicht gewöhnen – die Krachmusik.

Ich freue mich schon darauf, bald mit Peter Pank nach Avignon zu reisen („Peter Pank: Chaos en France“), doch zuvor muss ich erst noch die „Schrecken der Hohlwelt“ (PR-Silberband 22) über mich ergehen lassen.

Maximum Warp – Unterhaltsam und vielschichtig

MaxWarpSeit dem der CrossCult Verlag die Herausgabe der Star Trek Romane in Deutschland übernommen hat, sind schon wieder einige Jahre ins Land gegangen. Inzwischen sind ca. 70 Romane bei CrossCult erschienen.
Maximum Warp ist jedoch nicht als Nachschlagewerk aller erschienenen Bücher gedacht, da einige zwar erwähnt, aber nicht alle auch ausführlich beschrieben werden. Vielmehr versucht der Herausgeber mit dem Sachbuch einen kurzen Überblick über die Romane in der Zeit nach dem letzten Kinoabenteuer von Picard und Co zu geben und dabei Licht ins Dunkel der Weiterentwicklung von Star Trek in Buchform zu bringen. Ohne dabei zu viel über deren Inhalt zu verraten. Was gar keine so leichte Aufgabe ist, denn wir sprechen immerhin von drei Serien die fortgeführt und drei Neue die gestartet wurden und die alle ein einheitliches Universum abbilden.
Doch das ist bei weitem nicht alles, was dieses Buch dem Leser bietet. Einfühlsam wird versucht Ereignisse und Besonderheiten der Charaktere in einer sozialphilosophischen Sicht zu schildern, die vielleicht nicht jedem liegen wird, mir aber durchaus gefallen hat. Gemischt mit Interviews, Erläuterungen zu einzelnen Aspekten der jeweiligen Serie und ihrer Entstehungsprozesse sowie kurzen Inhaltsangaben entsteht so ein kurzweiliges Mosaik an Informationen.
Auch wenn der eine oder andere Artikel bereits irgendwo erschienen ist, werden sowohl eingefleischte Kenner, als auch unbelesene Neulinge gut unterhalten. Hin und wieder hätte man ein paar Wiederholungen kürzen können, aber das tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Dabei gelingt es auch Leser, die die einzelnen Reihen noch nicht kennen, neugierig zu machen, ohne dabei zu viel zu verraten. So kann man sich schon im Voraus entscheiden, was gefällt und was nicht.
Die Timeline am Ende hätte ich mir ausführlicher und für alle angesprochenen Serien gewünscht. Aber das soll kein Grund zur Kritik sein.

Mich persönlich haben die Interviews mit den Star Trek Autoren am meisten angesprochen. Es ist schön zu erfahren, was für ein Mensch dahinter steckt und wie er zum Autor geworden ist.

Fazit: Empfehlenswert sowohl für Neueinsteiger als auch für Altleser. Einzige Einschränkung: Star Trek Fan sollte man schon sein.

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Autor Christian Humberg auf der diesjährigen FedCon „Maximum Warp“ gratis abgegeben hat, sofern man seine Bücher „Geek, Pray, Love“ und „Sorge dich nicht, Beame“ gekauft hat. Ob Herausgeber Julian Wangler das wusste? Nun ich kenne Julian ganz gut, aber ich habe es ihm dennoch nicht verraten. :)

Stories und mehr

Es ist an der Zeit an dieser Stelle etwas Werbung für die Perry-Rhodan-Fan-Zentrale e. V. (kurz PRFZ) zu machen.

Bisher war ich ja eher im Star Trek Universum aktiv, leider entwickelt sich das momentan in eine Richtung, die mir nicht so gefallen will. Und da ich schon als 16-18 jährige gern Perry Rhodan gelesen habe, bin ich jetzt quasi wieder nach Hause zurückgekehrt.
Den diversen Star Trek Fanclubs habe ich in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichsten Gründe den Rücken gekehrt. Der OSTFC wurde mir zu kommerziell und das Star-Trek-Forum hat sich leider wie so viele kleine Clubs Ende der Zweitausender aufgelöst.
Seit Mitte des Jahres bin ich nun Mitglied der PRFZ, wo ich sehr freundlich aufgenommen wurde. Weil die PRFZ auch Nachwuchsautoren eine Chance gibt, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren, war die PRFZ meine erste Wahl.
Neben der aktuellen Ausgabe der SOL, bekam ich als Begrüßungsgeschenk noch einen Storyband, über den ich mich wirklich gefreut habe. Dort sind neun sehr schöne Geschichten drin, von Autoren, die inzwischen zu den Perry Rhodan Stammautoren gehören. Auch die Illustrationen und das Farbcover gefallen mir sehr gut und erinnern mich etwas wehmütig an die Starbase Ausgaben des Star Trek Forums. Eine Geschichte hat mir besonders gut gefallen und zwar die von Rüdiger Schäfer. Weil es genau die Art von Geschichte ist, die ich wahrscheinlich selbst geschrieben hätte. Außerdem kommt mir sein Erzählstil sehr entgegen. Ich möchte fast sagen, das er, obwohl er erst sehr wenige PR-Romane verfasst hat, inzwischen zu meinen Lieblingsautoren zählt. Aber dazu mehr, wenn ich die Stardust-Reihe rezensiere.

Inzwischen habe ich noch weitere Romane aus dem Shop der PRFZ bestellt, einen davon habe ich HIER bereits besprochen. Weitere werden sicher folgen.

Kurzum ich finde es schön, dass es in unserer Konsumgesteuerten Welt noch solche von Fans organisierten Clubs gibt, dass es Menschen gibt, die ihre Freizeit für ihr Hobby und das anderer opfern. Leider werden es immer weniger.

Lieblingsbücher

Im Blog-Profil eines Freundes entdeckte ich letztens, die Auflistung seiner Lieblingsbücher. Nun denke ich seit ein paar Tagen darüber nach, welches eigentlich meine Lieblingsbücher sind. Ich kann mich irgendwie nicht genau festlegen, weil mir jedes Buch, das ich gerade lese, am Herzen liegt. Ich kann nur sagen, welche Autoren mich bis heute begleitet haben.

Angefangen hat alles mit Wilhelm Busch. Ich war und bin noch heute von seinen Zeichnungen fasziniert. Meine Oma hat mir damals immer die Geschichten vorgelesen, so oft, dass ich sie bald auswendig konnte und meine Umgebung mit meinen „Lesekünsten“ verblüffte. :) Da war ich 5.

Später in der Schule mit 9 bis 12 Jahren las ich Karl May. Anfangs war ich irritiert, dass der Inhalt der Romane nichts mit den bekannten Filmen gemein hatte. Dennoch packten die Romane mich so sehr, dass ich alles las, was die Bibliothek über Karl May hergab. Meist musste man mir die Bücher wegnehmen, damit ich mich an den Tisch gesetzt habe, um etwas zu essen. Heute kann ich dem Stil von Karl May nur noch sehr wenig abgewinnen.

Durch den Film „Die Römerin“ mit Gina Lollobrigida kam ich mit 13 schließlich zu Alberto Moravia, von dem ich beinahe alles gelesen habe, was es zu jener Zeit gab. Durch ihn entdeckte ich auch mein Faible für erotische Literatur. Starke Frauenfiguren waren sein Markenzeichen und er verstand es sehr gut sie zu charakterisieren.

Nebenher las ich vor allem Perry Rhodan und Star Trek, bis ich mit Anfang 20 Ken Follett für mich entdeckte. Ich mag seine gut recherchierten Romane, egal ob sie in der Gegenwart oder der Vergangenheit spielen. Einer meiner Lieblingsromane von ihm ist: „Die Kinder von Eden“ über eine Hippie-Kommune in Kalifornien.

Irgendwann schenkte mir eine Freundin zum Geburtstag einen Katzenkrimi von Rita Mae Brown und seitdem habe ich keines ihrer Bücher verpasst. Ich gebe zu, nicht alle ihre Romane sind gut, aber die meisten haben mich hervorragend unterhalten.

Natürlich habe ich dazwischen auch immer wieder Romane anderer Autoren gelesen, meist inspiriert durch die Leseproben in der Bahnmobil. Andreas Eschbach („Solarstation“), Marc Elsberg („Blackout“) und Jan Weiler („Maria ihm schmeckts nicht“, „Antonio im Wunderland“) gehören ebenso dazu, wie die Sachbücher von Bastian Sick („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“), den ich auf Grund seines Fachwissens über die deutsche Sprache sehr verehre.

Überhaupt lese ich sehr viel Fachliteratur vor allem im Bereich Astronomie und Physik. Ich verdanke es meinem naturwissenschaftlichen Studium, das mir die Tür dazu geöffnet hat. Auch hier habe ich einen Lieblingsautor: James B. Kaler, dessen Buch „Sterne und ihre Spektren“ zu meinen absoluten Favoriten zählt.

Durch das Schreibseminar in Wolfenbüttel habe ich nun von George Simenon erfahren, der vor allem durch seine Maigret Romane bekannt wurde. Ich habe ein paar seiner Nicht-Maigrets bestellt, die ich in der nächsten Zeit lesen werde. Ich werde an dieser Stelle darüber berichten, wie sie mir gefallen haben.

Die Welt ohne uns

welt_ohne_uns_bigEs gibt ein paar Bücher die mich nachhaltig beeinflusst haben. Ganz oben auf dieser Liste steht: „Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman. Es ist zwar schon ein paar Jahre her, das ich es gelesen habe, aber vieles davon ist tief in mir hängen geblieben.

Alan Weisman ist Wissenschaftsjournalist und beantwortet in diesem Sachbuch Fragen wie: Was würde passieren, wenn die Mensch plötzlich von der Erde verschwinden? Wie schnell erobert die Natur alles zurück und welche Spuren unserer Zivilisation werden bleiben?
Dabei widmet er sich in 19 Kapiteln vielen Themen, die jeden Zweig der Wissenschaft, von Biologie, Chemie, Physik über Geologie bis hin zu Geschichte und Sozialwissenschaften anreißen. Allein die Fülle an interdisziplinären Informationen macht das Buch zu etwas besonderem. Weisman hat sehr gut recherchiert und bringt die fundierten Kenntnisse mit einfachen Worten an den Leser. Er verbindet geschickt Geschichte und Gegenwart, um zu beschreiben, was wäre, wenn es die Menschen plötzlich nicht mehr gäbe. Manchmal holt er sehr weit aus und legt gnadenlos dar, was wir mit unserer Erde bereits angestellt haben und noch anstellen. Ob es unser Umgang mit radioaktivem Abfall ist, unsere Gier nach Öl oder auch nur die Verwendung von Polymeren in Peelings, die das Plankton im Meer bedrohen, umfassender habe ich nie zuvor über den zerstörerischen Einfluss des Menschen gelesen. Dabei bleibt Weisman stets objektiv. Er berichtet nur, er wertet nicht. Das überlässt er allein dem Leser. Am Ende des Buches kommt man beinahe zu dem Schluss, dass die Erde ohne uns Menschen weitaus besser dran wäre.

Ich bin ja der Meinung, das dieses Buch zur Standardliteratur in Schulen gehören sollte. Weil es darüber aufklärt, was wir falsch machen (und falsch gemacht haben) und wie wir Dinge positiv verändern können. So gesehen ist es nicht nur eine Dokumentation darüber, wie die Welt ohne uns aussehen würde, sondern vielmehr ein Leitfaden darüber, was wir dafür tun können, damit auch noch die nächsten Generationen auf unserer Welt leben können.

Gregory Benford – Cosm

CosmExperimentalphysikerin Prof. Alicia Butterworth erschafft bei einem Experiment in einem Teilchenbeschleuniger ein rätselhaftes Objekt. Aus Neugier und Angst, das man es ihr wegnehmen könnte, nimmt sie es heimlich an sich, um es zu untersuchen.
Erst ein Professor für Theoretische Physik, den sie hinzuzieht, als sie nicht mehr weiter weiß, kommt hinter die Natur des Bowlingkugel großen Objektes. Es ist ein neu geschaffenes Universum – ein Cosm – in dem die Zeit viel schneller vergeht als in unserem.
Lange kann Alicia die Existenz des Objektes nicht geheimhalten. Und so findet sie sich bald im Kreuzfeuer von Kollegen, Behörden, Presse, Regierung und religiösen Gruppen, die alle unterschiedliche Ziele verfolgen. Dabei will sie doch nur eines, den neuen Kosmos in Ruhe erforschen.

Das Buch beweist das man keine Raumschiffe oder Aliens benötigt, um einen guten SF-Roman zu schreiben. „Cosm“ ist, ähnlich wie „Contact“ von Carl Sagan, in die Rubrik Wissenschafts-SF einzuordnen und steht Sagans Roman in nichts nach. Nur ein Insider vermag das Umfeld der Wissenschaft und die physikalischen Hintergründe so detailliert zu beschreiben wie Benford, der selbst Astrophysiker ist.

Dabei geht es in diesem Roman nicht um den Cosm selbst, der ist nur Mittel zum Zweck, um vom Leben der Wissenschaftler außerhalb und innerhalb des Campus zu erzählen – all die kleinen Gemeinheiten, die Eifersüchteleien sowie die Grabenkämpfe um Anerkennung und finanzielle Mittel. Oder auch, wie sich das Leben von Wissenschaftlern zu dem normaler Menschen unterscheidet. Stellenweise erinnert die Geschichte mehr an eine soziologische Studie, als an einen SF-Roman. Aber gerade das fand ich besonders vergnüglich.

Ich glaube Benfort geht es in „Cosm“ viel mehr um die moralischen Fragen, die die Erschaffung eines neuen Universums unweigerlich aufwirft und denen sich seine farbige Heldin Alicia in all ihren Facetten stellen muss. Gerade sie, die sozial gescheiterte wird zur Göttin eines Kosmos, den sie nicht kontrollieren und dessen Ende sie nicht verhindern kann.

Benfords Figuren wirken authentisch, wenn auch nicht sehr tiefgründig. So konnte ich mich doch mit der Heldin identifizieren. Auch seine „blumige“ Erzählweise und die hervorragend formulierten Beschreibungen, die ihm eine gute Beobachtungsgabe bescheinigen, machen die Geschichte zu einer der Besten, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Ich sage es offen, ich habe einen Faible für Astronomie und Kosmologie und viele der im Buch zitierten Theorien waren mir bekannt, dennoch fand ich Benfords Idee erfrischend und nachvollziehbar erklärt. Man muss sich aber als Leser darauf einstellen. Ich glaube nicht, das jemand, der sich nicht mit dem theoretischen „Krimskrams“ beschäftigen mag, genauso viel Spaß an dem Buch hätte.