Von der Kolumne zum Buch

Quelle: Amazon

Mir wurde die Erfüllung eines langgehegten Wunsches zuteil. Seit mehr als zwei Jahren falte ich jeden Mittwochnachmittag das Wochenblatt zusammen und sage zu meinem Mann: »Die Texte der Kolumne sollte man zu einem Buch zusammenfassen.« Nun endlich im Frühjahr diesen Jahres war es soweit. Dass ich erst jetzt dazu gekommen bin, es zu lesen, ist eigentlich eine Schande, aber die Arbeit am eigenen Buch hat mich viele Reserven gekostet.

Wovon ich spreche, ist die Kolumne »Verrückte Welt« vom Redaktionsleiter des Chiemgau Wochenblattes – Mike Schmitzer. Jede Woche erfreut er die Leser mit kleinen Anekdoten aus seinem Alltag. Meist vergnüglich, mal nachdenklich, aber immer authentisch berichtet er von Erlebnisse mit der Familie oder macht sich Gedanken zu »wichtigen« Fragen des Lebens. Bereits im vergangenen Jahr thematisierte ich eine seiner Kolumnen in einem meiner Blogeinträge.

Jetzt gibt es ein ganzes Buch mit den besten Kolumnentexten. Die einundsiebzig meist nur eineinhalb Seiten langen Texte über verlorene Socken, Erlebnisse mit den Puh-Bären (seinen pubertierenden Kindern) oder dem nicht kooperativen Kaffeeautomaten haben mir sehr viel Spaß bereitet. Auch wenn ich die eine oder andere Geschichte schon aus der Zeitung kannte. Das Lesen seiner Geschichten ist ein bisschen wie eine Sucht. Erst nimmt man sich vor nur ein paar Seiten zu lesen, einfach um es länger genießen zu können. Doch dann, denkt man: Ach komm, nur noch die eine … Ach, die nächste auch noch … und eigentlich könnte ich die nächste jetzt auch noch lesen. Und ohne das man es bemerkt, hat man das Buch schneller durch, als man wollte.

Mike Schmitzer verwendet beim Erzählen ausschließlich das Präsens. Etwas das von Autoren der Gegenwartsliteratur unverständlicherweise geschmäht und verachtet wird. Ich persönlich mag die Zeitform sehr gern, weil sie einen direkten Bezug zum Leser herstellt, man quasi in den Text hineingezogen wird. Vom Inhalt sind seine Geschichten vergleichbar mit Jan Weilers Pubertier-Geschichten. Vom Stil her erinnert der Autor mich in seiner schlichten aber pointiert präzisen Ausdrucksweise an PR-Chefredakteur Klaus N. Frick. Kein Wunder, machte doch Letzterer seine ersten journalistischen Schritte ebenfalls in einer Lokalredaktion.

Ich kann nur jedem die Kürzestgeschichten von Mike Schmitzer ans Herz legen. So viel Freude wie »Meine total verrückte Welt« hat mir in letzter Zeit kein Buch bereitet. Wer einfach mal abtauchen will, in die heiteren Abgründe des Alltags, der ist mit dem Buch gut aufgehoben. Und vielleicht überlegt es sich der Autor und bringt ein weiteres Buch (gern mit längeren Geschichten) oder gar einen Roman heraus. Eine potentielle Leserin hätte er schon.

Der Roman erschien im SüdOst Verlag und kann hier bzw. bei allen gängigen Onlinehändlern bestellt werden. Dort gibt’s auch eine Leseprobe zum download.

Innenpolitischer Thriller

Quelle: Perrypedia

Perry Rhodan NEO Band 126 – »Schlaglichter der Sonne« von Michael H. Buchholz

Ein kleines Schlaglicht – was sag ich – ein Glanzlicht ist Michael H. Buchholz mit dem sechsten Band der Staffel »Arkons Ende« gelungen. (Obwohl in diesem Roman eher das Ende von Terra dokumentiert wird und nicht das von Arkon.)

Die Geschichte erinnerte an einen Politthriller. Wie ich bereits oft genug erwähnt habe, gefallen mir diese innenpolitischen Ränkespiele. Dem Autor gelingt es ausgezeichnet das Thema spannend umzusetzen. Reginald Bull als Schachfigur zwischen einem machtbesessen Administrator und einem betrügerischen Assistenten. Obwohl! Letzterer hat nachvollziehbare Gründe warum er dem arkonidischen Attentäter Debur ter Calon immer wieder hilft. Seine Freundin Aenea ist sicher die gesuchte Emptral.

Die Handlung ist stringent, treibend und mit ausreichend Wendepunkten versetzt. Selbst die bis zu vier Handlungsebenen, haben mich nicht gestört. Gut gefiel mir, dass man bei NEO aus Julian Tifflor keinen Offizier gemacht hat, sondern einen Mediziner, der seinen eigenen Weg geht. Für die Entführung eines Raumkreuzers und seinen Vorstoß in die Sonne mit dem Liduuri-Schiff zeigte er neben einer großen Portion Mut auch eine gewisse Abgebrühtheit. Auch wenn er mit dem Manöver, außer einer Verfolgung durch die Terranischen Behörden, bisher wenig erreichen konnte, so werden die Erkenntnisse in Zukunft sicher noch eine Rolle spielen.

Das Team um Kater Hermes kann nun auch die Letzte der fünf gestellten Aufgaben lösen und darf durch den Flecktransmitter zur Erde weiterreisen. Sie erleben eine ziemliche Überraschung, als sie ins Sonnensystem zurückkehren. Damit endet auch dieser Roman wieder in einem packenden Cliffhanger. So mitreißend, die Abenteuer um Leyden in den vergangenen Bänden waren, bin ich doch froh, dass man den Handlungsstrang auf Janus endlich abgeschlossen hat. Es war am Ende doch etwas ermüdend, Leuten beim Raten zuschauen zu müssen.

Ich für meinen Teil hätte mir bei »Schlaglichter der Sonne« mehr Handlung auf der Erde gewünscht. Denn Michael H. Buchholz gelingt es sehr gut wissenschaftliche Ideen in den Roman zu integrieren. Sei es Nanotechnologie, die Ultraloops oder der Weltraumaufzug, das sind alles interpolierte Visionen aus bereits bestehender Grundlagenforschung. Ebenso die Reise in die Sonne entlang der Magnetfeldlinien halte ich für eine ausgesprochen faszinierende Idee. Wobei nicht immer alles bis ins Detail einer wissenschaftlicher Überprüfung standhält. Aber ein NEO-Roman ist ja auch Fiction und kein physikalisches Handbuch. Einzig die Zeitspanne von 13 Jahren in der das alles geschaffen wurde, erscheint mir ein wenig sehr kurz. Da müssen die Besatzer (sprich Arkoniden) schon sehr viel Entwicklungsarbeit beigesteuert haben.

Michael H. Buchholz hat ein Händchen für Charaktere. Sein Bully ist überzeugend und sehr menschlich gezeichnet, aber auch Figuren wie Lionel Dahl oder der Administrator gelingen ihm gut. Dabei beschreibt der Autor Nebenfiguren wie Autuum Legacy (Wie kommt man nur auf so einen Namen?) durch die Augen der Hauptcharaktere und erzeugt beim Leser somit ein unterschiedliches Bild von ein und derselben Person.

Das die Handlung auf Terra so viel Ähnlichkeit zur aktuellen politischen Lage zeigt, ist fast schon ein bisschen beklemmend. Als Leser wie auch als Mensch muss man mitansehen, wie ein Machtbesessener die Bevölkerung an den Rand ihrer Existenz bringt, nur um seine Vormachtstellung zu erhalten. Perry Rhodan wird nicht erfreut sein, wenn er wüßte, was auf Terra vor sich geht. Was mich wieder zu Bully zurückbringt. Eines kann ich nicht verstehen: warum läßt er sich von der Obrigkeit so unterbuttern? Warum geht er nicht selbst den Dingen auf den Grund und ergibt sich so lange in absoluter Hörigkeit? Ein Perry Rhodan hätte sich das vermutlich nicht so lange mit angesehen.

Zwei Stellen im Roman veranlassten mich zu einem breiten Grinsen. Zum einen der Dialog mit der wirren Halatonintelligenz von Vulkan und andererseits die versteckte Hommage an den verstorbenen Robert Feldhoff. Danke an den Autor für die Freude, die er mir damit bereitet hat.

Mein Fazit fällt auch für Band 126 überaus positiv aus. Michael H. Buchholz wirft mit viel Ideenreichtum einen Blick auf eine Zukunft, die nur einen Steinwurf von unserer Realität entfernt ist. Faszinierend!

Rasantes Finale

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 12 – »Kampf um Arkon« von Marc A. Herren

Perry Rhodan, Sahira und Gucky können sich mit Hilfe von Sahiras 5D-Gabe befreien und die Gijahthrakos bitten, in den Kampf um das Arkon-System einzugreifen. Durch die Fähigkeiten der Kristallwesen zur Semi-Transition gelangen sie nach Mirkandol auf Arkon 1. Gucky macht dort nach und nach alle stationierten Kralasenen unschädlich, damit Rhodan, Sahira und er in den Kristallpalast zu Kerlon und Atlan vordringen können. Es gelingt Rhodan Kerlon zu paralysieren und die schwarze Maschine zu übernehmen. Mit ihrer Hilfe kann er den Einfluss auf die Extrasinn-Träger unterbrechen. Doch er hat nicht mit Atlan und dessen überlegenen Extrasinn gerechnet. Der Arkonide trickst sie aus und kann mit Kerlon und der Maschine fliehen, in dem er eine Explosion herbeiführt. Sie teilen sich auf ihrer Flucht auf. Rhodan und Sahira folgen einem Gleiter, während sich Gucky um eine fliehende Leka-Disk kümmert. Zu spät bemerken sie, dass dies zum perfiden Plan von Atlans Extrasinn gehört, sie zu trennen. Während Kerlon Gucky mit einem Paratronschirm in der Leka-Disk festhält, nimmt der beeinflusste Atlan Sahira als Geißel um Rhodan seines SERUN und seiner Waffen zu entledigen. Doch der Arkonide hat nicht mit den Fähigkeiten des Mädchens gerechnet. Sie kann in den Geist Atlans eindringen und sein wahres Ich zurückholen, leider zu spät, denn der Extrasinn hat mit Atlans Körper Sahira bereits erdrosselt. Ohne funktionierenden SERUN versuchen Rhodan und Atlan, der wieder der alte ist, Sahira wiederzubeleben.

An Bord der PRAETORIA versucht derweil die Kommandantin Cara Kayn ein Blutvergießen zu verhindern. Zusammen mit Lordadmiral Monkey durchschaut sie rechtzeitig die Pläne der Robotflotte, den Palast des Imperators zu zerstören. Doch die Chancen für einen siegreichen Kampf gegen die Schiffe der Arkoniden stehen schlecht. Kurz vor dem finalen Showdown drehen die Schiffe jedoch ab und die sichtlich mitgenommene Mascantin der arkonidischen Heimatflotte erklärt, dass die Robotschiffe wieder unter ihrer Kontrolle stehen und der Konflikt damit beendet sei.

Mit Guckys Hilfe kann Sahira zum Leben erweckt werden, während der Bösewicht Kerlon in Flammen aufgeht. Alle ARK-SUMMIA Absolventen sind wieder Herr ihrer eigenen Sinne und müssen sich für ihr Handeln verantworten. Die schwarze Maschine sorgt so lange sie in Betrieb ist und so lange sich Sahira in ihrer Nähe aufhält dafür, dass sich ihre Rückwärtsalterung umkehrt. Was in etwa einem Zellaktivator gleichkommt. Wenn sie zu alt wird, schaltet sie die Maschine einfach aus und altert rückwärts. Sie bittet Rhodan um ein Schiff, das sie und die Maschine nach Fornax bringen soll. Bostich nimmt seinen Platz als Imperator wieder ein, während sich die Flotten der USO und der LFT wieder aus Thantur-Lok zurückziehen. Perry muss Mondra beichten, dass ihre Privatyacht vernichtet wurde.

Ich bin ein wenig ratlos, weil ich nicht genau weiß, was ich über den Roman schreiben soll. Einerseits besticht er durch viel Action, coolen Sprüchen und ist durchaus spannend zu lesen. Andererseits jedoch gibt es Passagen, die mich unbefriedigt zurücklassen. Kerlon als Bösewicht, ist gut angedacht. Eine Figur, die mal kein kosmisches Überwesen ist, sondern eine normale Person, die aus niederen Beweggründen handelt. Die Glaubwürdigkeit der Figur scheitert aber, weil der Bruch nicht deutlich genug beschrieben ist. Was passierte mit seinem Charakter? Warum wurde er so? Und vor allen Dingen, warum löst er sich am Ende in Feuer auf? Diese Szene hat sich mir nicht erschlossen. Auch die Frage, was jetzt mit den Arkoniden passiert, die durch ihren Extrasinn gesteuert, getötet und Chaos angerichtet haben, wird nicht tiefgründig genug beleuchtet. Letztendlich können die Personen nichts dafür. Sie waren nur Opfer einer höheren Macht – des archaischen Impuls.

Die Versuche von Marc A. Herren in die Fußstampfen von Michael Marcus Thurner zu treten, um das Innere von Atlans Verstand zu zeigen, waren von vornherein zum Scheitern verurteilt. Er hätte hier einen anderen Weg gehen müssen, einen eigenen Weg. Denn so hinterlassen die Passagen den faden Nachgeschmack einer minderen Kopie. Die Charakterisierung von Sahira, hat er viel besser und vor allem glaubhafter gelöst. Auch Gucky gefällt mir besser als im Vorgängerroman. Er ist immer noch das witzige Kerlchen, mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und zeigt dennoch die Reife, eines Unsterblichen.

So richtig anfreunden konnte ich mich mit der Lösung des Konfliktes dennoch nicht. Da wurde zu viel in die Trickkiste gegriffen, zu sehr auf die Fähigkeiten von Sahira, Gucky und den Gijahthrakos vertraut. Rhodan hatte am Ende eigentlich nur die Aufgabe die schwarze Maschine zu steuern und die Herrschaft der Extrasinne zu beenden. Selbst in der Konfrontation mit Atlan bekommt er keine Chance, aus eigenem Antrieb eine Veränderung herbeizuführen. Wozu ist er der Held? Was unterscheidet ihn von den Sterblichen, wenn er doch nur mit Hilfe von Zufällen oder anderen Personen einen Unterschied bewirkt? Das ist es, was ich im allgemeinen in vielen Romanen der PERRY RHODAN Serie vermisse.

Zum Stil muss ich auch noch etwas loswerden. Ein Satz, der mir in letzter Zeit häufiger in PERRY RHODAN Romane aufgefallen ist: »… zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen.« Das mag vielleicht weniger Klischee sein als, »… hatte einen Fluch auf den Lippen.«, aber so richtig toll finde ich ihn nicht und wäre froh darum, sowas in nächster Zeit auch nicht mehr lesen zu müssen. Stutzig geworden, bin ich auch bei folgenden Worten: »Der Extrasinn verzichtete auf eine Replik.« Das mag korrekt sein, ist aber eher ungebräuchlich. Denn mit dem Begriff »Replik« assoziiere ich etwas anderes.

Mein Fazit zum finalen Roman fällt gemischt aus. Die Handlung ist durchaus spannend und gut zu lesen. Allein die Auflösung der Geschichte scheint nicht bis ins Letzte durchdacht.

Zusammenfassend kann ich über die ARKON-Miniserie sagen, dass sie mir weitaus besser gefiel als seinerzeit »STARDUST«. Sie orientierte sich mehr an der Wirklichkeit und weniger am kosmischen Überbau, was ich sehr begrüße. Es gab gute und schwache Romane, wobei die schwachen eher im Mittelteil zu finden waren. Herausragend waren Band 4 von Michael Marcus Thurner, Band 9 von Kai Hirdt und Band 10 von Verena Themsen, die zeigen, wie man mit wenigen Figuren und ohne große Raumschiffschlachten eine außergewöhnliche Geschichte lebendig erzählen kann. Weniger gut fand ich die stereotype Charakteristik der Arkoniden, Mehandor und Aras, die sich im Laufe von 3ooo Jahren zu Beginn der Erstauflage nicht wirklich weiterentwickelt zu haben scheinen. Aber wenn ich mir die Menschheit momentan so ansehe, sehe ich auch bei ihr keine großen Perspektiven für Veränderungen. Da mag das schon in Ordnung gehen.

Enttäuschende Wandlung

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 11 – »Auf dem Wandelstern« von Susan Schwartz

Perry Rhodan, Gucky und Sahira erwachen auf einem Planeten, dessen Kruste aus Kristallen besteht. Schnell stellt sich heraus, dass es sich dabei um die Gijahthrakos handelt. Die Wesen fühlen sich von den Drei aber gestört und versuchen die Eindringlinge mit paramentalen Mitteln zum Gehen zu bewegen. Erst als die Kristallwesen Sahira erkennen, lenken sie ein und zeigen Rhodan, Gucky und dem Mädchen den Weg zu Sidhars schwarzer Maschine. Wo sie endlich auf den Urheber des Chaos treffen.

Die Parallelhandlung beschäftigt sich mit den Kristallzwillingen Kassian und Kerlon aus Band 3, von ihrer Geburt bis zu ihrer ARK SUMMIA Prüfung.

Nachdem ich die ersten Kapitel über die Zwillinge gelesen hatte, stellte ich mir ernsthaft die Frage, was ich mit den Informationen an dieser Stelle sollte. Nicht nur, dass die Einschübe die Handlung auf dem Wandelstern einbremsen, sondern vor allem weil doch einer der Zwillinge bereits gestorben war. Wozu muss ich die Geschichte eines Protagonisten kennen, der schon vor acht Bänden aus der Handlung verschwunden ist? Ich hätte es besser gefunden, wenn man das in Band 3 thematisiert hätte. Was an der Stelle viel stimmiger platziert gewesen wäre. Denn so bekam ich mit jedem weiteren Kapitel die dunkle Ahnung, dass das Leben der Zwillinge mir nicht ganz ohne Grund in diesem Roman erzählt wird. Was sich letztlich auch bestätigt hat. Das der scheinbar tote Kerlon der Übeltäter hinter den Geschehnissen ist, war danach keine Überraschung mehr.

Stilistisch liegen zwischen dem Roman von Susan Schwartz und dem von Verena Themsen Welten. Während man bei Band 10 die Sorgfalt und das Herzblut der Autorin in jedem Satz spürt, wirkt »Auf dem Wandelstern« geradezu lieblos. Die beinahe schon Reportagenhafte Form erinnert stark an die Romane der frühen EA. Das fehlende Setting und die auktoriale Perspektive, besonders in der Handlungsebene der Zwillinge, hinterlassen bei mir ein Gefühl von Oberflächlichkeit. Dabei war der Stoff durchaus interessant, wurde jedoch durch zu viele Klischees verwässert.

Aber auch die Handlung auf dem Wandelstern selbst, ist nicht ohne Patzer. Guckys loses Mundwerk passt nicht zur Darstellung des Mausbibers aus der heutigen Zeit. Da vermisse ich stellenweise die Ernsthaftigkeit, die er in der EA und den vergangenen Bänden immer wieder gezeigt hat. Und auch Rhodan verhält sich zuweilen so schroff und abweisend, wie man ihn selten zuvor erlebt hat. Und das ohne zwingenden Grund. Die Diskussion zwischen ihm und Gucky wegen der Fernsteuerung von Sahiras SERUN wirkt zwanghaft lächerlich und hört sich für mich nicht nach Perry Rhodan an.

Das ES mal wieder seine Finger im Spiel hatte, was die Gijahthrakos betrifft, verwundert mich wenig. Aber der Grund, den Kerlon für sein Handeln vorbringt, ist für mich überhaupt nicht schlüssig. Auch nicht das Verhalten der Arkoniden an sich. Sein Extrasinn ließ sich nicht aktivieren, weil er schon aktiv ist und deshalb gilt er nicht als vollwertiger Extrasinnträger. Was ist denn das für eine Logik? Und das er sich an allen ARK SUMMIA Absolventen rächen will und nicht nur an Bostich ist genauso fragwürdig. Um diese Argumentation eindeutig zu begründen, bedarf es einer viel tieferen Charakterisierung.

Der Cliffhanger mit Atlan am Ende verheißt zwar Spannung, aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob mich das Finale der ARKON Miniserie wirklich vom Hocker reißen wird.

Fazit: »Auf dem Wandelstern« ist ein mit viel Routine geschriebener Roman, der eine überraschende Erkenntnis bringen soll, dies aber anhand eines falsch platzierten Plots vergeigt.

Aus Arkons dunkler Vergangenheit

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 10 – »Hüter der Gedanken« von Verena Themsen

Auf seiner Reise durch das Portal durchlebt Rhodan das Leben des Kolonialarkoniden Sidhar.
Als Hirtenjunge auf Iprasa vor zehntausenden von Jahren geboren, stößt er während eines Sturms auf eine verlassene Forschungsstation. Mit Hilfe des ehemaligen Forschers Sarro, der den Jungen als Hologramm erscheint, lernt Sidhar längst in Vergessenheit geratenes Wissen. Irgendwann sagt er sich von seinem matriarchalischen Nomaden-Clan los und setzt die Forschungen von Sarro fort. Viele Jahre lebt er als Einzelgänger in der Station, bis er glaubt, dass Rätsel um die Erweiterung des arkonidischen Geistes gelöst zu haben. Doch erst als er sich mit den gestrandeten Gijahthrako verbündet, kommt er wirklich voran. Sein Eifer wächst und er überschreitet moralische Grenzen, benutzt Sterbende als Versuchskaninchen, um seine Ergebnisse zu testen. Doch die Nomaden kommen irgendwann dahinter und fordern von Sidhar die Forschungen aufzugeben, oder sie werden ihn töten. Da unterzieht er sich selbst der schmerzhaften Behandlung. Leider werden bei ihm mehr Sinne aktiviert, die ihn fortan beinahe in den Wahnsinn treiben. Nur mit Hilfe des Gijahthrako Kulekatiim behält er die Oberhand über seinen Verstand. Doch der Selbstversuch bewirkt, dass das Matriarchat der Nomaden Vertrauen gewinnt und ihm Hilfe anbietet. Die junge Laniri sticht durch ihren Ehrgeiz und ihre Hingabe für Sidhar aus der Gruppe seiner Assistenten hervor. Gemeinsam können sie Sidhars Maschine so verbessern, das die Aktivierung des Extrasinns erfolgreich ist, sofern der Proband die Eignungstests bestanden hat. Nach dem Zusammenbruch der Hyperstürme, die das Leben auf Iprasa um Jahrtausende zurückgeworfen hatten, landet ein Schiff von Arkon 1. Laniri, durch ihren aktiviertem Extrasinn arrogant und gefühlskalt geworden, verrät Sidhar und nimmt seine Maschine und seine Forschungen mit nach Arkon 1. Doch Sidhar arbeitet schon längst an einem neuen Projekt. Zusammen mit den paarbegabten Nomadenfrauen und den Gijahthrako bauen sie vier Geoden, die als Pforten zum Wandelstern dienen sollen, der Heimat der Gijahthrako. Dort angekommen aktiviert Sidhar seine Maschine. Sie sorgt dafür, das alle Arkoniden mit aktiviertem Logiksektor von ihren Extrasinnen übernommen werden.

Ich mag die Geschichten von Verena Themsen, weil sie stets sorgfältig ausgearbeitet sind und durch viele fantastische Elemente bestechen. Bei dem vorliegenden Band 10 der ARKON-Reihe ist das nicht anders. Die Arkon-Expertin liefert eine faszinierende Geschichte aus der Vergangenheit Iprasas ab, die nicht nur die Miniserie bereichert, sondern auch eine Erklärung liefert, wie die Arkoniden zu ihren Extrasinnen gekommen sind. Die Geschichte um den unschuldigen Hirtenjungen, der zum fanatischen Wissenschaftler wird, ist mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt. Die Bilder, die die Autorin im Kopf des Lesers entstehen lässt, sind eindringlich und wirken noch lange nach.

Auch wenn ich nicht so gut in der Historie der Arkoniden bewandert bin, hatte ich sehr viel Freude beim Lesen. Die Autorin zeigte mal etwas anderes als Raumschlachten und prügelnde Agenten im Einsatz. Eine gelungene Abwechslung und ein Roman der zu Spekulationen einlädt.
Wer ist noch durch eine der drei Geoden zum Wandelstern gelangt? Und wer hat die Maschine von Sidhar erneut in Betrieb genommen?

Fazit: »Hüter der Gedanken« ist ein lesenswerter Roman, der auch unabhängig von der Miniserie funktioniert und in dem Verena Themsen zeigt, wieviel Hingabe man als Autor in einen Roman stecken kann. Perfekter Plot, perfekt umgesetzt, da könnte man als Hobbyautorin ein bisschen neidisch werden.

Ursprung der Macht

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 125 – »Zentrum des Zorns« von Rüdiger Schäfer

Nun ist sie also bei PERRY RHODAN NEO angekommen, die Macht, die die Galaxis durchdringt … korrigiere: »die das Universum am Beginn aller Zeiten ausgeatmet hat.« An der Stelle konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Manche Ideen sind einfach zu gut, um sie nicht mehrfach zu verwenden. Doch zurück zum Roman.

Die MAYA dringt, mit Perry Rhodan an Bord, in die Dunkelwolke im galaktischen Zentrum vor. Er landet zusammen mit Tuire, Atlan, Marshall, Matsu, Hanafe sowie Rainbow und Schablonski auf der Heimatwelt der Maahks. Als ich las, dass sie schon wieder einen Einsatz in den MAKOTOS planten, fragte ich mich unwillkürlich, was wohl dieses Mal schief laufen würde. Bisher war ja keiner der Einsätze von Erfolg gekrönt. Die Maahks lassen sich eben nicht für dumm verkaufen. Die Truppe entdeckt auf Maahkaura eine ungewöhnliche Zivilisation. Sie lernen die Maahks von einer Seite kennen, die sie nicht erwartet haben. Rau aber herzlich und vor allem zweckorientiert. Sie dringen zum Nest der Neunväter vor, wo sie nach Tuires Angaben die Informationen bekommen, die ihnen im Kampf gegen die Maahks weiterhelfen sollen. Vor Ort geraten Atlan und Rhodan aneinander, weil der Arkonide die Zeitbombe mit Hilfe dreier Springer von der CREST zur MAYA geschmuggelt hat und bereit ist, sie auf der Maahkwelt zu zünden, um den Krieg ein für alle Mal zu beenden. Doch da hat Tuire plötzlich einen starken Erinnerungsschub und fordert die Freunde auf, schnellstens von dem Planeten zu fliehen. Die anschließende Flucht gelingt den Menschen nur, weil es einen Maahk gibt, der an seiner Existenz und der seines Volkes zweifelt.

Jener Maahk heißt Jaahkarim und man erfährt in einem parallelen Handlungsstrang, wie er geboren wird, sich entwickelt und zu einem ausgewachsenen Maahk heranwächst. Hautnah lässt der Autor den Leser teilhaben an den Erlebnissen eines Individuums dessen einziger Zweck der Kampf ist. Er schickt die Figur durch Drill und Demütigungen und konfrontiert sie mit wachsenden Zweifeln, zeigt aber sehr plastisch die Auswirkungen des Permazorns, dessen Einfluss Jaahkarim mit einer tragischen Entscheidung entkommt. Diese Kapitel sind fast spannender als die Rhodanhandlung. Und sie dienen als Gegengewicht. Sie wecken so viel Sympathie bei mir als Leser, dass ich Rhodans Zögern verstehen und Atlans Wut nicht mehr nachvollziehen kann.

Kurz vor Schluß kommt die Zeitbombe doch noch zum Einsatz, als Rhodan sie von Tuire im Bündler zünden lässt. Diese Szene gehörte zu den wenigen Schwachpunkten der Geschichte. Nicht nur das es Atlan gelingen konnte, die Zeitbombe, die sicher gut bewacht wurde, unbemerkt von der CREST auf die MAYA zu schaffen. Nein, Rhodan geht mit der Zündung eines Blindgängers auch noch ein unkalkulierbares Risiko ein. Zudem gefährdet er die Mission, in dem er Gucky zwingt, mit vier Personen zu teleportieren. Anstatt ihn nur mit Tuire und der Bombe ins Innere des Bündlers zu schicken, geht Rhodan selbst mit und überredet auch noch Atlan, sie zu begleiten. Dafür gab es keinen zwingenden Grund, weil Gucky einen eventuellen Angriff ebenso hätte abwehren können. Die Mission gelingt, wenn auch nicht so reibungslos, wie geplant. Die Bombe funktioniert nicht, aber sie blockiert den Bündler und verhindert vorerst, dass die Maahks Nachschub nach M13 schicken können.

Mit der MAYA zurück in M13 berichtet Tuire Sitareh von den Erkenntnissen, die ihm der Erinnerungsschub gebracht hat und enthüllt dabei einige erstaunliche Zusammenhänge. Er war schon einmal auf Maahkaura. Es gibt dort keine Neunväter, sondern nur einen Goldenen mit dem Namen Trivet Donkar. Denn die Goldenen haben die Maahks vor mehr als fünfzigtausend Jahren geschaffen. Donkar war einst Tuires Freund.

Die Kapitel um den Maahk Jaahkarim sind stark geschrieben. Die Charakterstudie die Rüdiger Schäfer mit dem Maahk in Band 125 betreibt, ist spannend und so intensiv, das mir Jaahkarim stellenweise näher war als Perry Rhodan. Letzterer hat trotz seines Geredes von überlegener Moral eine ziemlich unschöne Szene, in der er Tani Hanafe anschnauzt. Er kann von Glück reden, dass die Mutantin darauf so reagiert, wie erhofft. Bei mir hätte er damit genau das Gegenteil bewirkt. Aber es zeigt, wie sehr es in ihm arbeitet. Thora und Crest sind verschwunden, Arkon liegt in Trümmern, die Bedrohung für die Menschen durch die Allianz wächst und dann stellt sich auch noch Atlan gegen ihn. Das Streitgespräch zwischen Rhodan und dem Arkoniden, war beispielhaft für vieles was wir in unserer täglichen Realität erleben. Rüdiger Schäfer stellt die richtigen Fragen und zeigt, dass es viele Antworten aber keine unumstößliche Wahrheit gibt.

Auch die Beschreibungen der Methanwelten ist ihm gelungen. Man fühlt den Sense of Wonder, wenn sich der Maahk durch eine sturmgepeitschte Landschaft zäher Methannebel schleppt oder Rhodans Gruppe durch die Hauptstadt von Maahkaura schlendert. Manchmal konnte man die herrschende Enge, den Trubel und die Kälte fast körperlich spüren. Die Analogien die Rüdiger Schäfer in seinen Beschreibungen verwendet, sind fremd und vertraut zu gleich. Titelbildzeichner Dirk Schulz bringt die Eindrücke von der Atmosphäre ziemlich gut zur Geltung.

Der Konflikt zwischen der Allianz und den Humanoiden ist größer als geglaubt, auch das ist eine Erkenntnis, die Perry Rhodan am Ende erfahren muss. Tuire Sitareh kommt seiner Vergangenheit einen Schritt näher und durch ihn erfahren nicht nur Rhodan und seine Mitstreiter ein paar wichtige Zusammenhänge. Die Goldenen haben also die Maahk erschaffen. Eine Antwort die neue Fragen aufwirft. Warum taten sie das? Worin besteht der Zweck ihres Vorhabens, die Humanoiden aus der Galaxis zu tilgen? Man darf gespannt sein, welche Antworten die Expokraten für uns bereithalten.

Fazit: »Zentrum des Zorns« ist definitiv einer der Schlüsselromane des Zyklus, weil er viele Fragen beantwortet. Außerdem gewährt er einen tiefen Blick auf eine fremde Lebensform, die einem am Ende vertrauter ist, als man anfangs glaubt. Großartig!

Kreuzfahrt auf Aralon

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN ARKON Band 8 – »Die Stunde des Smilers« von Michael Marcus Thurner

Perry Rhodan, Gucky, Ronald Tekener und Korrt Moody gelingt die Flucht mit einer Leka-Disk aus der Zusammenballung der Arkon-Flotte. Dabei retten sie mit Guckys Hilfe noch Sahira aus dem Schiff des Ara-Medikers, die auf dem Weg zur ATLANTIS war. Tekener setzt Rhodan, Gucky und Sahira auf Glynth ab und begibt sich mit Moody nach Aralon, um Bostich zu entführen, der dort auf einer schwimmenden Inselklinik behandelt wird.
Unabhängig davon macht sich Shallowain auf den Weg zum selben Ziel. Der Kralasene will seinen Imperator unbedingt schützen und aus dem schädlichen Einflussbereich fortbringen. Sowohl Tekener als auch Shallowain nehmen die Hilfe verbündeter Aras in Anspruch, um auf Aralon zu landen und um auf das Habitat Vits zu gelangen. Während Tekener und sein USO-Kollege fast draufgehen, gerät Shallowain zwischen die Fronten planetenweit agierender Sicherheitsdienste, von denen jeder nach der Macht strebt. Gegen seinen Willen bekommt er eine Aufpasserin an die Seite, die er jedoch ziemlich schnell für sich gewinnen kann.
Zeitversetzt und auf unterschiedliche Weise kommen die Agenten nach Vits. Wo der Wettlauf beginnt, wer zuerst an den Imperator herankommt.
Am Ende müssen Tekener und Shallowain zusammenarbeiten und ihre Kollegen opfern, damit sie Bostich entführen und mit einem Schiff fliehen können. Zusammen, mit dem noch nicht genesenen Imperator verlassen sie den Kugelsternhaufen. Nach einem Tag im Linearraum verkündet der Medoroboter, das Bostich ohne bleibenden Schaden überleben wird.

Der Autor ist dafür bekannt, dass er seine Protagonisten nicht schont. Das stellt er in dem Roman wieder eindrucksvoll unter Beweis. Sowohl Tekener als auch Shallowain sind knallhart, wenn es darum geht, ihren Einsatz erfolgreich durchzuziehen. Da gehört das bewusste Opfern von Kollegen genauso dazu wie die Kollateralschäden, die durch den Einsatz entstehen. Mittendrin sah es fast so aus, als würde das ganze Habitat mit den 5000 Personen an Bord dem Untergang geweiht sein. Er stellt sehr glaubhaft dar, mit welcher Rücksichtslosigkeit die USO vorgeht und wirft damit einen Blick auf ein durchaus dunkles Kapitel der »galaktischen Feuerwehr«.

Das Michael Marcus Thurner zu den PR-Autoren mit der größten Fantasie zählt, wird anhand der vielen kleinen Einfälle deutlich, wie dem »Schling-mich« – einer zopfflechtenden Haarspange – oder den Freizeitaktivitäten an Bord des Habitats, das eigentlich eine Persiflage auf Kreuzfahrtschiffe ist. Großartig auch seine Ideen zu den medizinischen Behandlungen, die im Roman einen großen Raum einnehmen und fast schon als visionär zu bezeichnen sind.

Doch so gut wie Band 4 hat mir »Die Stunde des Smilers« nicht gefallen. Obwohl sehr spannend geschrieben, fehlte mir stellenweise das Setting. Es heißt, die Kunst beim Schreiben besteht im Weglassen. Der Autor beherrschte das in Band 4 sehr gut, doch dieses Mal hat er meiner Meinung nach, zu oft zu viel weggelassen. Es blieben Lücken in meiner Vorstellung. Was noch gravierender an dem Roman ist, er bleibt dem Leser einige wichtige Antworten schuldig. Wie kam Tekener auf die ATLANTIS? Warum müssen alle USO-Agenten auf Aralon ihre Identität aufgeben, um Tekener zu retten? Vieles was die Serienhandlung betraf, blieb offen. Persönlich hätte ich lieber gewusst, wie es mit Rhodan, Gucky und Sahira weitergeht, anstatt ein erneutes, zweifellos spannendes, Abenteuer mit Tekener zu erleben. Ich glaube ja, dass sich Exposé-Autor Marc A. Herren zu sehr auf die Wünsche jener Leser konzentriert hat, die Tekeners Tod in der Erstauflage noch nicht verdaut haben. Damit läuft er aber Gefahr die Serienhandlung in eine falsche Richtung zu lenken. Nun, wir werden sehen, ob und wie er die Kurve kriegt.

Die wichtigste Frage stellte sich mir am Ende: Warum ist Bostich von den Auswirkungen des Impuls geheilt, nur weil er von M13 weggebracht wurde? Die programmierte Schutzschaltung des Extrasinns, bewirkte war eine Gehirnblutung, aber nicht seinen Tod. Da der Impuls anscheinend ein einmaliger Vorgang war und kein andauernder Effekt, wie Strahlung oder ähnliches. Wie kann das Verlassen von M13 dazu führen, Bostich zu »heilen«? Das wäre dann doch ein bisschen zu einfach.

Fazit: Wer spannende Agentengeschichten mit vielen phantastischen Ideen mag, sollte »Die Stunde des Smilers« unbedingt lesen. Michael Marcus Thurner bringt die Serienhandlung wieder einen Schritt voran, wobei der Weg, wohin sich die Geschichte entwickelt, noch nicht festzustehen scheint. Es sind ja auch noch vier Bände. Lassen wir uns überraschen.

NEOversum in Vorbereitung

Ein neues Projekt wirft seine Schatten voraus. Es ist ein Fanprojekt, um nur soviel zu verraten. Und ja, ich konnte mal wieder nicht »Nein« sagen. Aber in diesem Fall beteilige ich mich wirklich gerne und bin sogar ein wenig stolz, gefragt bzw. empfohlen worden zu sein.

Aber als ich heute das Paket vom Verlag aufmachte, wurde mir erst bewusst, wie viel Arbeit vor mir liegt. Und ich wünschte mir auf der Stelle, der Tag hätte ein paar Stunden mehr, damit ich das alles auch bewältigen kann. Das Gute ist, noch gibt es keinen Termindruck. Ich muss also nicht hetzen und kann mich gut vorbereiten. Außerdem, was tut man nicht alles für die Lieblingsserie und ihre Fans.

Zu allererst mal lesen!

NEO_Reihe

Perry’s Geburtstag

DSC08902Mein Lieblingsterraner hat Geburtstag. Rein rechnerisch wird Perry Rhodan heute 80 Jahre alt und ist somit gerade mal zwei Monate älter als mein Vater. Da möchte ich natürlich nicht zurückstehen und ihm von ganzen Herzen gratulieren.

Als ich 1990 zum ersten Mal einen Heftroman mit dem PERRY RHODAN Schriftzug in die Hände bekam, konnte ich nicht ahnen, dass diese Figur mehr als zwanzig Jahre später mein Leben ganz schön auf den Kopf stellen würde. Ich verdanke ihm viele inspirierende Momente beim Schreiben, unzählige unterhaltsame Stunden beim Lesen und einen erfolgreichen Blog, der ohne ihn nicht das wäre, was er ist.

Dankeschön, Perry! Auf viele weitere Jahrzehnte voller Abenteuer!

Verheddert im Technogewirr

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 119 – »Die Wut der Roboter« von Rainer Schorm

Wie jetzt? Gucky war die ganze Zeit an Bord der CREST und Rhodan nimmt stattdessen psychisch labile oder anderweitig eingeschränkte Mutanten auf gefährliche Missionen mit? Das glaub ich jetzt nicht! Den ganzen Roman über hoffte ich, eine sinnvolle Antwort darauf zu bekommen, leider vergebens. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Expokraten den Mausbiber nach dem Tod von Fancan Teik einfach nur vergaßen. Ich weiß, Gucky stellt Autoren vor große Herausforderungen, weil er sowas wie der »Überallzugleichproblemlöser« ist. Mit einer Figur, welche die Protagonisten aus allen Lebenslagen retten kann, einen spannenden Plot zu entwickeln, ist schwierig. Deshalb wäre es mir lieber gewesen, die Exposéautoren hätten den Mausbiber daheim gelassen. Vielleicht mit der Erklärung, dass ihn der Tod des Haluters überforderte; er seine Mausbiberfreunde besuchen muss oder im Koma liegt, weil er versuchte durch einen Repulsorwall zu teleportieren … Halt, falsche Serie. Egal! Nur ein Satz der Guckys plötzliches Auftauchen erklärt hätte und ich wäre zufrieden gewesen. Aber so, kam ich mir verschaukelt vor.

Der Rest der Geschichte ist … Nun ja, schwer zu beschreiben. Sie liest sich wie ein rasanter Actionfilm. Es passiert viel, womöglich zu viel. Über die Anzahl der Handlungsstränge habe ich irgendwann den Überblick verloren. Was mich aber nur bedingt störte. Womit ich richtig zu kämpfen hatte, waren die Szenenbeschreibungen. Die waren oftmals zu kompliziert. Bei dem Versuch mir vorzustellen, wie es auf Uwawah aussieht, scheiterte ich kläglich. Und auch die Handlung verlief oft zu hastig. Ich fand keinen Leserhythmus und somit auch keinen Zugang zur Geschichte. Bei so viel Technobabble waren höchstens drei oder vier Kapitel drin, dann legte ich den Roman zu Seite. Kein NEO-Roman aus der Posbi-Staffel hat sich so anstrengend lesen lassen wie »Die Wut der Roboter«. Die andauernde Zerstörung und die Flucht der Protagonisten wiederholten sich irgendwann.

Vor allem der Versuch in die Bujun einzudringen und sie zu manipulieren, hat sich mir in seiner Umsetzung nicht erschlossen. Ich fand das nicht nur ziemlich weit hergeholt, sondern fragte mich die ganze Zeit über: Das Ding steht in einem Hangar, warum sprengen die nicht die Hangartore? Die explosive Dekompression hätte die Bombe ins All geblasen und damit runter vom Schiff. Überhaupt, warum an etwas manipulieren, was a extrem gefährlich ist und man b nicht mal annähernd versteht? Mutantenfähigkeiten hin oder her. Die Technologie der Bujun beruht auf einer völlig fremdartigen Konstruktion und folgt keinen den Menschen bekannten Mustern. Woher weiß Josue Moncadas was er tun muss? Wenn es einer der beiden Posbi versucht hätte, wäre es glaubwürdig gewesen. Und überhaupt: Trigital? – Nein! Das war mir zu abwegig.

Figurenzeichnung. Zwischenzeitlich hatte ich echt Mitleid mit Kai Hirdt. Da baut er mit viel Mühe eine glaubhafte Beziehung zwischen Tim Schablonski und Tani Hanafe auf, die vom Folgeautor in eine Farce verwandelt wird. Auch wenn Tani ärgerlich auf Tim ist, weil er sie in den Rücken geschossen hat, so passen ihre zickigen Reaktionen so gar nicht zu der Figur, die ich im vorherigen Roman kennengelernt habe. Überhaupt wirkten die albernen Streitereien aufgesetzt und nicht nur die zwischen den beiden. Ich finde dem Autor fehlt ein bisschen das Gespür dafür, Emotionen über die Figuren auf den Leser zu übertragen. Das Rainer Schorm Gefühle zur Nebensache deklariert, um dafür mehr Technik und Action in die Handlung zu bringen, mag nicht jedem gefallen. Hauptsache es knallt schön und es geht etwas zu Bruch. Nein, sowas mag ich nicht lesen, schon gar nicht in dieser Fülle.

Die Idee, die Gedankengänge der Posbi als Pseudoquellcode zu schreiben, war gut gemeint. Letztendlich ist sie aber nur ein Trick, die Handlungsflut zu bändigen, ohne auktorial zu werden. Ich fand dieses Stilmittel etwas unglücklich, weil es zwei völlig verschiedene Dinge miteinander zu vereinbaren versucht. Zum einen der in »Englisch« verfasste Code und andererseits die Erläuterungen der Posbi, die mehr an den Logbucheintrag einer Person erinnern. Für mich passte das nicht zusammen. Schon klar, dass das Plasma organische Züge trägt und vielleicht auch organisch denkt, dann hätte man aber die Computerbegriffe weglassen sollen. Oder man hätte alles in Quellcode schreiben müssen, wovon dann aber der Leser nichts verstanden hätte.

Zuletzt dann doch etwas Positives. Es gab einen Lichtblick in diesem Roman und das war die Szene, in der sich Eric Leyden Vorwürfe macht, den Posbi Char erschossen zu haben. Das war glaubhaft und gefiel mir außerordentlich gut. Von solchen Szenen hätte ich gern mehr im Roman gehabt.

Fazit: »Die Wut der Roboter« ist ein Beispiel dafür, dass zu viel Handlung einem Roman schaden kann. Mehr ruhige Phasen und ein bisschen mehr Realitätsnähe, was den Umgang der Menschen mit der Technologie der Liduuri betrifft und es wäre ein perfekter Roman geworden. Na ja fast. Die Sache mit Gucky nehme ich Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz immer noch übel.