Der »Abgrund« im Briefkasten

Mein neues Baby ist da … heute frisch aus dem Briefkasten geschlüpft. Endlich konnte ich die Arbeit von fünf anstrengenden Monaten in Händen halten. Zeit wurde es, denn der Austria Con ist schon in einer Woche. Dort wird »Am Abgrund der Unsterblichkeit« erstmalig verkauft und ab dem 4.10. ist der Roman auch im Space Shop der PRFZ erhältlich.

Gut schaut er aus, mit dem beeindruckenden Cover von Hans-Jochen Badura. Und ich hoffe, dass die Leser genauso viel Spaß an dem Krimi um den Unsterblichen Perry Rhodan haben werden wie ich, nachdem ich es jetzt mit ein paar Wochen Abstand wieder gelesen habe.

Und dann kam gestern endlich auch die heiß ersehnte Einladung zum Empfang beim Wiener Bürgermeister. Darauf freue ich mich schon sehr und auf den Con natürlich auch.

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Glanzlicht in der Kampfzone

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO 90 – »Flucht ins Verderben« von Rainer Schorm

Was für ein furioses Meisterwerk. Ich bin kein Fan von Rainer Schorm, weil ich mit seiner auf Technik und Action ausgerichteten Schreibweise nicht klarkomme. Aber »Flucht ins Verderben« hat alles was ein Roman haben muss. Die auf zwei Erzählebenen reduzierte Handlung schreitet stetig voran. Es gibt keine Längen und er unterhält mit einer in vielen Schichten durchdachten Geschichte. Da steckt am Ende mehr drin, als man von einem NEO-Roman gewohnt ist.

Sowohl die Handlung um John Marshall und die Flüchtigen vom Mars, als auch Guckys Erlebnisse aus grauer Vorzeit sind unglaublich stark und in einer Komplexität erzählt, der ich staunend folgte. Ich bangte mit den Ilts genauso wie mit den Mutanten auf dem Mars bzw. an Bord der MEHIS.

Schon mit den ersten zwei Seiten hatte mich der Autor gepackt. Die Szene in der Tunnelbohrmaschine ist nicht nur spannend, sondern fesselte auch mit durchdachten technischen Details.

Das Rainer Schorm seine Protagonisten mehr als andere Autoren leiden lässt, ist eine Tatsache, die mir nicht immer gefällt, die zu diesem Roman aber sehr gut passt. Selbst Gucky bleibt weder in der Handlungsgegenwart, noch in seiner Vergangenheit vor emotionalen und körperlichen Leiden verschont. Gerade die Kapitel über den Mausbiber, waren interessant und ergreifend zu lesen. Ich hatte bisher noch nichts über die Ilts bei NEO gelesen und fand die Zusammenfassung, die der Autor liefert, ausgesprochen informativ.

Mit dem Fantan Set-Yandar führt er beide Handlungsstränge zu einem harmonischen Ende.

Negatives kann ich an dem Roman eigentlich nicht aussetzen, außer vielleicht die fast mühelose Übernahme des Arkonidischen Frachtschiffs durch Marshall und die Mutanten. Doch dadurch dass sie nicht so endet, wie geplant und durch die Unzulänglichkeiten der Beteiligten, reißt der Autor den anfangs zu glatt verlaufenden Plot wieder herum. Der in der Atmosphäre singende Mond ist zwar astronomisch gesehen Unsinn (der würde sich nie so lange im Orbit halten und wäre für den Planeten ein tektonisches Disaster), aber die Idee war originell.

Mein Fazit ist eindeutig: »Flucht ins Verderben« ist der bislang beste Roman der Staffel »Kampfzone Erde«. Die Beschränkung auf zwei Handlungstränge und der gut durchdachte spannende Plot machen den Roman absolut lesenswert. Großes Lob an den Autor. Das war spitze.

Suche nach Besun

Quelle: Perrypedia
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PERRY RHODAN NEO Band 87 – »Rückkehr der Fantan« von Michelle Stern

Mit einem soliden und spannenden Roman setzt Michelle Stern endlich die Ereignisse aus Band 85 fort, zumindest, was die Handlung um Thora betrifft. In Band 86 waren wir mit Rüdiger Schäfer an den Rand des Sonnensystems gereist. Ich muss zugeben, das mir dieses Durcheinander verschiedenster Handlungsstränge über mehrere Romane verteilt, so gar nicht gefällt. Für meinen Geschmack geht da Spannung verloren. Denn wenn auf einen Cliffhanger im nächsten Roman keine Auflösung erfolgt, sondern erst ein paar Romane später, kann das schon ziemlich frustrierend sein. Ich weiß nicht, was sich Exposéautor Frank Borsch dabei gedacht hat und vielleicht funktioniert das für andere Leser auch, für mich leider nicht.

Doch zurück zum Roman. Thora wurde also von den Mutanten Olf Stagge und Wuriu Sengu gerettet und arbeitet jetzt zusammen mit Free Earth an einem Plan, um Reekha Chetzkel zu entführen. Allein der Plan ist eine Ungeheuerlichkeit von der ich als Leser sofort weiß, dass er nicht gelingen kann und werde auch darin bestätigt, als der Einsatz von Thora und den Mutanten scheitert. Dann stellt sich jedoch heraus, das alles nur ein Übung war. Diese Finte macht die Angelegenheit nun wieder spannend. Dennoch habe ich wenig Hoffnung, als das Einsatzteam um Thora überstürzt zur Mission an den Kilimandscharo aufbricht.

Ganz ehrlich, ein Liebesnest des Reekha für sich und seine terranische Geliebte, das finde ich ziemlich abwegig. Chetzkel ist ein knallharter Kerl. Als Oberbefehlshaber der Truppen, wird er sicher nicht den Fehler begehen und persönlich gegen das Fraternisierungsverbot verstoßen. Da will man dem Arkoniden mit dem Schlangengesicht nachträglich noch eine menschliche Komponente verleihen, was aus meiner Sicht so gar nicht funktioniert. Interessant ist allerdings die Information, dass seine Augmentation in eine Schlange nicht freiwillig geschah. Wobei ich schon wieder zweifele, wie das Volk einer Marginalwelt über medizinische Kenntnisse verfügen kann, um tiefgreifende Veränderungen an Arkoniden durchzuführen, ohne das das Imperium davon weiß. Aber gut, die Information ist wichtig genug, damit sie in den nächsten Bänden noch eine Rolle spielen kann.

In dem Zusammenhang kommen wir zu Mia. Die zu einer Katze umgewandelte Berlinerin hat den schlangenhaften Arkoniden anscheinend um den Finger gewickelt, um ihre Augmentation zu vervollkommnen. Obwohl sie Angst vor ihm hat und ihm nicht traut, hält sie zu ihm. Da helfen auch nicht die Informationen, die sie von der Free Earth Aktivistin bekommt, dass Chetzkel ihren Ex-Freund Paul auf dem Gewissen hat. Nur kurz denkt sie daran, den Arkoniden an die Bewegung zu verraten, entschließt sich aber im entscheidenen Moment dagegen. Das war sehr glaubhaft umgesetzt, denn eine Person, die so weit geht, sich selbst zu verändern, wird nicht kurz vorm Ziel aufgeben.

Während die Autorin in dieser Hinsicht Wert auf Glaubwürdigkeit legt, funktioniert das am Beispiel der Free Earth Bewegung nicht so ganz. Das sich Free Earth nach so kurzer Zeit der Besatzung durch die Arkoniden schon an so vielen Orten der Welt organisiert und Widerständler rekrutiert hat, halte ich für umstritten. Auch der Aufbau einer Widerstandsorganisation braucht Zeit, denn nicht jeder Terraner scheint mit der Besatzung durch die Arkoniden ein Problem zu haben. Viele arbeiten ja freiwillig mit ihnen zusammen. Da braucht es schon ausgefeilte Methoden, um die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn man nicht die falschen Leute rekrutieren will.

Im namengebenden Handlungsstrang des Romans geht es um den Fantan Set-Yandar, der auf der Jagd nach dem Besun seines Lebens ist. Es ist ihm so wichtig, dass er trotz arkonidischer Besatzung eine Rückkehr zur Erde wagt. Unter dem Vorwand die, beim letzten Besuch gestohlene, Golden Gate Bridge zurückzubringen, verschafft er seinem menschlichen Besun – dem Koreaner Bak Kien – Zeit, um das Besun aufzuspüren. An dieser Stelle kann ich Administrator Homer G. Adams nicht verstehen, wie er dem Fantan blind vertrauen kann. Er muss doch wissen, dass Set-Yandar etwas im Schilde führt, denn ein Fantan, der ein Besun zurückgibt, ist mehr als verdächtig. Hier ein großes Lob an die Autorin, der es gelingt die Fremdartigkeit der Fantan überzeugend mit allen Sinnen zu schildern. Auch der Charakter von Bak Kien ist ihr mehr als gelungen. Schön erzählt finde ich die Nebengeschichte um seinem Großvater und der Blick auf seine Freunde und das Leben, das er bis vor seiner Entführung durch die Fantan geführt hat.

Im dritten Handlungsstrang, der sich mit dem Zweiten am Ende überschneidet, geht es um Crest, Julian Tifflor und Mildred Orson. Set-Yandar ist hinter Crest’s Zellaktivator her. Und als Set-Yandar erkennen muss, das Crest nicht unsterblich ist, bricht für ihn eine Welt zusammen. Die Konfrontation ist sehr spannend und emotional geschildert und hat mir gut gefallen. Während ich mir jedoch nicht sicher bin, ob der Fantan wirklich so naiv ist, zu glauben, dass Crest ihm die richtigen Koordinaten jener Welt gibt, auf der er den Zellaktivator erhalten hat.

»Rückkehr der Fantan« ist ein spannender Roman, der wieder mal an der Zerrissenheit der NEO-Handlung leidet. Für mich beinhaltete diese NEO-Staffel zu viele parallele Handlungen, zu viele Geschichten, deren lose Fäden erst Bände später wieder aufgenommen werden. Das ist eine echte Herausforderung an den Leser. Was mir persönlich nicht gefallen hat, waren die Ortsdarstellungen, die meist wie Beschreibungen aus einem Reiseführer klangen. Sei es Südkorea, der Schauplatz am Kilimandscharo oder zum Schluss auf den Azoren. Da hatte ich oftmals das Gefühl, dass die Autorin ihre eigenen Reiseerlebnisse unterbringen wollte. Das ist gut gemeint, kommt mir an den Stellen (besonders bei den Azoren) durch zu viele Details zu aufgesetzt vor.

Nicht »abgefahren«

Quelle: Amazon
Quelle: Amazon

Als langjährige Zugreisende habe ich schon die haarsträubendsten Geschichte mit der Deutschen Bahn erlebt, deshalb machte mich der Untertitel des Buchs neugierig. Ich hatte es in einer Bahnhofsbuchhandlung entdeckt, als ich mal wieder eine längere Wartezeit am Bahnhof überbrücken musste. Ich blätterte darin herum, las zwei Seiten und dachte mir, dass es ein witziges Lesevergnügen würde.

Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Statt witziger Geschichten über Bahnpersonal und -reisende bekam ich die rührselige Lebensgeschichte einer jungen Frau vorgesetzt. Das mag Menschen, insbesondere Frauen, die gern Cora-Romane lesen durchaus gefallen, den Lesern, die mit dem Buch angesprochen werden sollen aber eher nicht. Von dem was mir auf dem Buchdeckel versprochen worden war, bekam ich nur einen Bruchteil. Endlose zwei Kapitel schleppt ich mich durch die klischeebeladene Erzählung einer Lebens(Liebes)Geschichte, bevor im dritten Kapitel die erste halbwegs interessante Episode in der Bahn auftauchte. Kapitel vier, jenes was ich im Buchladen gelesen hatte, enthielt die beste Geschichte des ganzen Romans. (Ja, es ist eigentlich ein Roman, obwohl man das dem Klappentext nicht entnehmen kann.) Die weiteren Kapitel versumpfen immer wieder zwischen Beschreibungen familiärer Probleme und den Lehrbuchhaften Erklärungen zu den Vorgängen bei der Deutschen Bahn. Das ist ärgerlich und entzieht den wenigen gut erzählten Anekdoten die Grundlage.

Ich finde, die Autorin hätte sich im Vorfeld auf eines festlegen müssen; entweder auf einen autobiografischen Liebesroman oder eine Sammlung witziger Geschichten. Wobei ihr simpler Schreibstil Letzteren mehr entgegengekommen wäre. Für einen Roman, der eine Lebensgeschichte erzählt, ist die verwendete Sprache zu platt und nicht gut genug.

Schade! Die »abgefahrenen Erlebnisse einer Zugbegleiterin« hätten das Zeug zu einem richtig unterhaltsamen Buch gehabt. Leider geht der Gedanke zwischen Sentimentalitäten und Klischees verloren. Von mir gibt es deshalb keine Kaufempfehlung.

Praxisbuch für Laien und Profis

Quelle: www.mandl-schwarz.com

Mit der Affinity Designer App existiert auf dem Mac seit ein paar Jahren eine echte Alternative zu Adobe Illustrator und CorelDRAW. Jeder der schon mal mit Illustrator gearbeitet hat, findet sich relativ schnell zurecht. Dennoch gibt es hin und wieder Fragen zu bestimmten Techniken oder man stößt auf unbekannte Funktionen. Spätestens dann ist es von Vorteil, wenn man ein Buch hat, in dem man nachschlagen kann. Ich weiß, es gibt im Internet jede Menge Tipps und Tutorials, aber so ein gut konzipiertes Buch ist aus meiner Sicht unersetzlich. Da hat man oftmals schneller nachgeschlagen, als im Internet gesucht.

Mit dem »Praxisbuch zu Affinity Designer« stellt der  Mandl & Schwarz Verlag ein solides Werk vor. Ich hatte mehrere Monate Zeit, um die beschriebenen Möglichkeiten und Beschreibungen ausführlich zu testen und bin sehr angetan. Der Aufbau ist selbst für Laien logisch und in sich schlüssig. Es werden Grundlagen zur Arbeit mit Vektorgrafiken und Text erläutert. Anhand von Tipps und Beispielen bekommt man einen Einblick in die umfangreichen Möglichkeiten, die das Programm bietet. Außerdem warnt es vor Fehlern, die unbedarfte Einsteiger gerne machen.

In den ersten vier Kapiteln geht es hauptsächlich um die Einführung in das Programm und die Welt der Grafik. Das Wissen wird in den darauffolgenden Kapiteln vertieft, um im letzten Abschnitt an konkreten Beispielen zu zeigen, wie man professionell aussehende Logos, Cliparts, oder Infografiken erstellt. Bevor es am Ende in freien Illustrationen aus der Kombination von Pixel und Grafik gipfelt.

Durch viele Bilder, Grafiken und erklärende Zusatztexte am Rand sind die Beschreibungen der Funktionen und Anleitungen lesbar aufbereitet. Die Erklärungen sind ergebnisorientiert und durch den lockeren Schreibstil des Autors kann man ihnen leicht folgen.

Auch wenn mir durch meine grafische Ausbildung vieles bereits vertraut war, habe ich dennoch neues entdecken können. Besonders fasziniert war ich von den Gestaltungsoptionen des Pixel Persona. Quasi einem Bestandteil von Affinity Designer, mit dem man pixelorientiert malen und zeichnen kann. Die Fülle von Funktionen ist im ersten Moment etwas überwältigend, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran. Es war mir eine große Freude die Beispiele anhand eigener Grafiken und Bilder durchzuprobieren.

Mit dem »Praxisbuch zu Affinity Designer« bekommt man ein wertvolles Nachschlagewerk, das ich jedem Nutzer von Affinity Designer ans Herz lege. Vom gleichen Autor gibt es auch »Das Praxisbuch zu Affinity Photo«, dass ich mir ebenfalls zulegen möchte, nachdem ich diese Woche verzweifelt versucht habe, ein Foto mit dem Programm freizustellen.

»Das Praxisbuch zu Affinity Designer« von Günter Schüler hat 320 Seiten und kostet 29,95 EUR. Es kann auf der Verlagsseite oder im Buchhandel bestellt werden und ist ebenfalls als E-Book erhältlich. Eine Leseprobe gibt es hier.

Mit Antonio in NYC

Vor etlichen Jahren las ich in der »Bahn Mobil« die Leseprobe zum Roman »Antonio im Wunderland« von Jan Weiler. Seitdem bin ich großer Fan des Autors und habe eine Vielzahl seiner Werke gelesen. Dabei ist mir »Antonio im Wunderland« am tiefsten im Gedächtnis geblieben. Ich erinnere mich noch gut an die Passage, in der der Held Jan mit seinem Schwiegervater im Emigration Office am JFK festsitzt. Damals habe ich Tränen gelacht. Jan Weiler trifft die Atmosphäre und haucht seinen Protagonisten auf unverwechselbare Art Leben ein.
»Antonio im Wunderland« ist die Fortsetzung des Romans »Maria ihm schmeckt’s nicht«, in dem der Autor zum ersten Mal von seiner Frau und ihrem italienisch-stämmigen Vater berichtet. Der Roman wurde 2009 mit Christian Ulmen verfilmt. Mir hat der Film damals nicht so recht gefallen, weil die Handlung des Romans ziemlich stark verändert wurde und ich die besten Szenen aus dem Buch vermisste. Seit dem 18. August läuft nun die Verfilmung von »Antonio im Wunderland« in den Kinos. Unter dem reichlich blöden Titel »Antonio ihm schmeckt’s nicht« haben wir uns den Film gestern angesehen.

Auch hier wurde wieder die Handlung verändert und dabei vielleicht ein bisschen zu tief in die Klischeekiste gegriffen. Denn davon, dass der Schwiegervater mit in die Flitterwochen fährt, war im Roman nicht die Rede. Der Hintergrund der Reise war im Buch ein zutiefst ernster, ging es doch um den Verfall des Heimatdorfes von Antonio, der sich von seinem Freund dem Architekten Hilfe versprach. Auch das unmögliche Verhalten der schwangeren Sara, die Hormongesteuert nur noch an Geburtstvorbereitungskurse und die Einrichtung des Kinderzimmers inkl. Kinderwagen denkt, machte dem Zuschauer den Charakter zutiefst unsympathisch. Zwar haben die Macher dieses Mal die besten Szenen eins zu eins umgesetzt, was bei den Kinobesuchern großes Gelächter hervorbrachte. Aber die homophobe Anspielung über das unfreiwillige Hochzeitspärchen Jan und Antonio, war überzogen und irgendwann nur noch nervig. Ich habe mich zwar neunzig Minuten lang gut unterhalten, was aber wahrscheinlich daran lag, dass ich das Buch kannte und die Aufnahmen von NYC bei mir ein bisschen Heimweh verursachten.

Wer »Antonio im Wunderland« richtig genießen möchte, dem empfehle ich die Hörbuchfassung, gelesen vom Autor. Jan Weiler versteht es prima, dem kauzigen Schwiegervater auch akustisch zum Leben zu erwecken.

Fazit: Auch dieser Film vergibt die Chance einen tollen Roman richtig umzusetzen. Und vielleicht fällt auch deshalb nirgendwo, weder im Abspann noch auf dem Kinoplakat, der Name des Autors. Das fand ich schon sehr auffällig.

Von Bäumen und Lichtern

Quelle: Perrypedia
Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 85 – »Das Licht von Terrania« von Oliver Plaschka

Bei hochsommerlicher Hitze einen Roman zu lesen, der am 22. Dezember 2037 spielt und in großen Teilen von einer Weihnachtsfeier handelt, ist merkwürdig.

In »Das Licht von Terrania« erzählt Oliver Plaschka von Fürsorger Satrak, der den arkonidischen Besatzern vorsteht. Eigentlich sehnt sich der Waldbewohner nach dem Wald seiner Heimat Istrahir. Doch stattdessen kämpft er gegen ausständige Terraner und Widersacher in den eigenen Reihen. Ihm ist gelungen Perry Rhodan sowie Reginald (Bully) Bull und Thora gefangen zu nehmen und er versucht nun das Geheimnis des populären Terraners zu ergründen. Dazu nutzt er Bäume aus seiner Heimat, die Rhodans Erinnerungen und sein Wissen für den Fürsorger bergen sollen. Doch dabei rechnet Satrak weder mit Rhodans Enteron, noch mit dem terranischen Administrator Adams. Der möchte Rhodan sowie Bully und Thora befreien und inszeniert für die Besatzer eine üppige Weihnachtsfeier zur Ablenkung.

Oliver Plaschkas Roman liest sich leicht. Man erfährt weitere Hintergründe der Figur Satrak und lernt allerlei Weihnachtstraditionen kennen. Der Autor lässt den Leser anhand einer Ara-Medikerin erleben, wie die Menschen unter der arkonidischen Besatzung leiden. Das alles ist nett verpackt, reißt mich aber nicht mit.

Faszinierend umgesetzt, finde ich die Idee mit den Schlafbäumen, in die Satrak Rhodan und seine Freunde steckt. Das war originell, wurde aber in dem Moment zerstört, als das Enteron zusammen mit dem Stock die Steuerung übernahm und die Bäume anfingen zu wandern. Eine unglaubwürdige Lösung, die viel zu schnell und hektisch geschieht und an deren Ende eine Schlacht um die Befreiten beginnt. Rhodan und Bully können sich am Ufer des Goshunsees in ein fremdes »Raumschiff« flüchten, während Thora von zwei Unbekannten verschleppt wird.

Der emotional starke Beginn mit Satrak und seinem Wald, sowie dem sterbenden Mongolen und der Ara Leyle, deren Charakter erfreuliches Entwicklungspotential nach oben bietet, schwächt sich mit der voranschreitenden Handlung ab. Das Geschehen um die Weihnachtsfeier trägt indes schon Züge einer Karikatur und gipfelt schließlich in dem zweifelhaften Ende am See.

Band 85 ist Start einer neuer Staffel. Ein Aufdruck auf dem Cover fordert Leser auf einzusteigen. Doch ich bezweifle stark, dass Neuleser mit der Handlung mitkommen werden, denn der Roman ist nichts anderes als die Fortsetzung der vergangenen Bände.

Für eine nette Zwischenlektüre ist »Das Licht von Terrania« durchaus tauglich. Die Geschichte ist routiniert und sauber geschrieben mit einigen sehr guten Passagen aber einem konstruiert wirkendem Ende, das nicht befriedigt.

Ein schmerzvoller Abschied

Quelle: Amazon
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Fan-Edition-, PERRY RHODAN-Arkon- und ganz aktuell MADDRAX-Autor Ben Calvin Hary wagt ein Experiment. Vor wenigen Wochen startete er im Kindle-Store eine Fortsetzungsgeschichte mit dem Titel »Ein Zimmer auf dem Mars«.

In Teil eins »Abschied von Terra« geht es um Conell Biggs der mit seiner Familie zum Mars fliehen will. Der Grund ist einfach. Die Erde liegt nach weltweiten Kriegen in Trümmern, die Umwelt ist nachhaltig zerstört und die chinesischen Besatzer halten die verbliebenen Menschen in Europa unterdrückt. Jeder der Geld hat, wandert auf den Mars aus, um sich in der dort gegründeten Kolonie ein neues Leben aufzubauen.

Die Flucht zum Raumhafen und ins rettenden Raumschiff bringt Biggs, dessen Frau Gill und ihren zweijährigen Sohn Marco an ihre Grenzen. Ben Calvin Hary erzählt das sehr atmosphärisch und unheimlich spannend. Man fiebert mit der Familie und fühlt sich in dem beschriebenen Todesstreifen rund um den Raumhafen ein wenig an die vergangene DDR erinnert. Die Schilderung des Regenwetters und der tristen in Trümmern und Matsch liegenden Umwelt ist so real beschrieben, dass ich mich tatsächlich in die Geschichte hineinversetzt fühlte. Die Hoffnungen und Nöte der Familie sind toll gezeichnet, die Figuren lebendig und ihr Schicksal aufwühlend.

Am Ende des ersten Teils hielt ich tatsächlich den Atem an und giere seit dem auf eine Fortsetzung, die hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt. Toller Lesestoff!

»Abschied von Terra« ist für 0,99 EUR im Kindle-Store von Amazon erhältlich.

Wer mehr über den Autor wissen will, dem lege ich Bens Blog ans Herz. Dort postet er Neuigkeiten über seine aktuellen Projekte. Und wer ihn zusammen mit meinem Schreibcoach auf einem Panel über Autorenwege erleben will, dem empfehle ich folgendes Video.

Maus auf dem Mond – Ein Bilderbuch

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Ich freue mich wie ein kleines Kind über das Bilderbuch, das ich heute geschenkt bekommen habe. Tatsächlich ist es ein Kinderbuch und es geht um eine Maus, die zum Mond fliegt. Die schön gezeichneten Illustrationen sind einfach überwältigend.

Autor und Illustrator Torben Kuhlmann hat nach »Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus« mit »Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond« ein weiteres Kunstwerk geschaffen, an dem man sich nicht sattsehen kann. Die detailreichen großformatigen Zeichnungen sind so lebensecht, dass man glauben könnte, die kleine Maus käme jeden Augenblick aus dem Buch gesprungen. Originell ist das Cover im Vintage-Look, das mit den abgestoßenen Kanten aussieht, als habe es schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Auch die vielen Skizzen auf den Umschlaginnenseiten in weiß auf schwarz sind spannend.

Die Geschichte selbst beschränkt sich auf wenige Seiten und ist in verständlichen kurzen Sätzen gehalten. Sie ist sowohl zum Vorlesen als auch zum Lesen geeignet. Im Vordergrund stehen jedoch die Bilder. Eigentlich sind sie es, die die Geschichte erzählen. Die Abbildungen sind aussagekräftig, lassen aber dennoch Spielraum für Phantasie. Nebenbei können Kinder noch englische Begriffe lernen, die in den Zeichnungen auf kleinen Zetteln oder auf Zeitungsausschnitten zu sehen sind. Die Reise der Maus beginnt nämlich in New York City und zwar bereits 1955 fast 14 Jahre vor der ersten Mondlandung. Wer wissen will, wie die kleine Maus mitgeholfen hat, dass Menschen zum Mond flogen, der sollte sich das Buch kaufen.

Am Ende gibt Torben Kuhlmann noch einen kleinen Einblick in die Geschichte der Raumfahrt. Wobei er zwar Konstantin Ziolkowski und auch Robert Goddard erwähnt, aber den eigentlichen Vater der modernen Raumfahrt Hermann Oberth vergisst. Ein Zeichen dafür, wie wenig Wertschätzung der Deutsche aus Siebenbürgen in Deutschland erfahren hat, dass die Wenigsten sein bedeutendes Werk kennen.

Dennoch ist das Buch ein gelungener Bildband, von dessen Illustrationen sich nicht nur Kinder immer wieder gerne verzaubern lassen. Jetzt möchte ich auch noch »Lindbergh« lesen.

Einsatz an mehreren Fronten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 127 – »Jagd im Sternenmeer« von Rainer Schorm

Ich erspare mir an dieser Stelle den Inhalt des Romans wiederzugeben, weil die Handlungsebenen zu zahlreich und äußerst komplex sind.

Die Geschichte liest sich spannend, wenn auch aus einer gewissen Distanziertheit heraus, die ich schon häufiger in Rainer Schorms NEO-Romanen wahrgenommen habe. Die Figuren agieren wie gewohnt, aber es stellt sich bei mir nicht der emotionale Bezug zu ihnen ein. Stattdessen kämpfe ich stellenweise mit den allzu häufigen Passagen über technische oder wissenschaftliche Vorgänge, die der Autor ohne Zweifel beherrscht, mich aber stets fordern. Nicht, dass ich sie nicht verstünde, nur bremsen sie meinen Lesefluss.

Damit habe ich auch schon alles Negative zusammengefasst und kann nun auf die positiven Aspekte des Romans eingehen. Jeder Handlungsstrang hat seine Stärken, ob es Perry Rhodans verzweifelte Suche nach seiner Frau, Eric Leydens Kampf mit der terranischen Bürokratie oder Bullys Ermittlungen im Fall der Mehandorfrauen ist. Die Geschichten sind allesamt bodenständig und glaubhaft. Vieles hat einen allzu aktuellen Bezug, der mich manchmal frösteln lässt. Im Falle des Interimsadministrators beschleicht mich immer mehr das Gefühl, dass sich da etwas sehr Böses zusammenbraut. Aber auch bei der Suche nach Thora und Crest oder der Jagd nach den Plänen der Transformkanone müssen Perry Rhodan und seine Mitstreiter einen Fehlschlag nach dem anderen verbuchen. Wie in der Realität wenden sich die Dinge immer mehr zum Schlechten. Und gerade das macht es dem Leser leicht, sich hineinzufühlen, zu verstehen und zu folgen. Überaus positiv bewerte ich die Darstellung der Koreanischen Behörden. Zeigt es doch, dass auch die Einheit der Terranischen Union noch auf jungen und wackeligen Füßen steht. Ich bin höchst dankbar für so viel Glaubhaftigkeit.

Anmerken sollte ich noch, dass ich ein wenig vom Handlungsstrang mit Sue Miraflores und Thi Tuong Nhi enttäuscht war. Da scheint den Exprokraten die Luft ausgegangen zu sein oder sie wollten es als zusätzliches Konfliktpotential einbauen, was meiner Meinung nach, aber gehörig in die Hose ging. So wie sich der Konflikt aufgelöst hat, wirkte es zu konstruiert. Da hätte ich mir eine längere und vor allem eine ausgefeilter Handlung erwartet, als einen Besuch im Puff (der durch den Mooff im übrigens sehr amüsant war).

Ein bisschen zu pathetisch fand ich auch die Konferenz auf der CREST ziemlich zu Beginn des Romans, als es um die Maahks und ihre Erschaffer ging. Da sollte wohl Verständnis geschürt werden für Atlans Wut auf die Methans und Perry Rhodans friedvollere Neigung. Das gefiel mir nicht so gut, weil es auf mich ein wenig aufgesetzt wirkte.

Mein Fazit: »Jagd im Sternenmeer« ist trotz vieler Handlungsstränge ein sehr spannender Roman, der in mir böse Vorahnungen weckt. Meine Hoffnung auf eine positive NEO-Zukunft schwindet. Ich glaube, da stehen uns Lesern schwere Zeiten bevor.