Biografie des Bösen

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 244 – »Iratio« von Rüdiger Schäfer

Die Lebensgeschichte von Iratio Hondro beginnt in Quito Ecuador. Der Sohn eines Trinkers flüchtet mit acht Jahren auf die Straße und gerät an ein Drogenkartell, dem er lange Zeit dient und wo er es bis fast an die Spitze schafft. Doch dann wird er von seinem besten Freund und Adjutanten verraten, an dem er sich bitter rächt.
Er übernimmt für die »Firma« einen Job in Brasilien, dort lernt er Froser Chaselle und dessen Schwester Fee kennen. Iratio verliebt sich in sie schöne junge Frau. Nachdem seine Geschäfte in Brasilien auffliegen und er im Gefängnis landet, folgt er Fees Rat sich für das »Variable Genome Project« der Terranischen Union zu bewerben. Er wird begnadigt und auf Mimas einer genetische Umwandlung unterzogen. Als das zunächst nicht reibungslos funktioniert und dies aufzufliegen droht, tötet er die Ärztin, Frosers Ehefrau, um im Programm bleiben zu dürfen. Iratio will unbedingt Fee heiraten und mit ihr nach Plophos gehen, was ihm auch gelingt.
Auf Plophos steigt er in der Hierarchie schnell auf, bis er herausfindet, dass der Obmann von Plophos ein Verhältnis mit Fee hat. Er inszeniert einen Gleiterunfall bei dem beide sterben. Anschließend gibt er sich als trauernder Witwer aus, damit die Leute ihn zum neuen Obmann wählen. Doch die Kolonie schwächelt wirtschaftlich und gesellschaftlich. Um das drohende Scheitern der Kolonie zu verhindern, geht Hondro eine Verbindung mit dem Geminga-Kartell ein. Nachdem seine Regierungsmitarbeiter das herausbekommen, wird er des Amtes enthoben und verurteilt.
Er flüchtet nach Olymp und schließt sich dem Kartell an. Doch dessen Mitglieder halten Hondro für ein zu heißes Eisen und versuchen ihn auf einem unbewohnten Planeten auszusetzen. Dort wird er mit Dunkelleben infiziert und erlangt die Fähigkeit Menschen mittels seines Willes zu kontrollieren. Er übernimmt die Besatzung eines Raumschiffes und lässt sich auf Olymp nieder.
Doch nach und nach laugen ihn seine Fähigkeiten immer mehr aus. Da erreicht ihn ein innerer Ruf, er möge sich zur chinesischen Kolonie begeben. Auf dem Planeten im Denebsystem trifft er in einer Grotte auf einen Ableger der Wesenheit Tihit, die ihn stärkt und zu ihrem Anker im Einsteinraum macht.

Warum die PERRY RHODAN-Redaktion den Roman mit einem Trigger-Hinweis versehen wollte und hervorhebt, dass der Roman mehr Brutalität und Gewalt enthält als üblich, kann ich nicht nachvollziehen. Es hätte mich aber beinahe dazu gebracht, den Roman nicht zu lesen. Allein als ich zum ersten Mal den Titel las, war ich eigentlich schon bedient. Schon wieder Iratio Hondro! Ich war so froh gewesen, dass er im vorherigen Roman keine Rolle gespielt hatte und jetzt gleich ein ganzer Roman über ihn. Dann noch die Sache mit der Gewalt … Ich hatte ehrlich gesagt keine große Lust auf das Buch, obwohl ich die Romane von Rüdiger Schäfer sehr schätze. Also habe ich den Autor angeschrieben und ihm meine Befürchtungen mitgeteilt. Er schickte mir kurzerhand den Ausschnitt eines Leserbriefs, den er erhalten hatte. Die euphorische Aussage des Fans, stachelte mich an. Sollte der Roman wirklich so gut sein, dass ich eventuell gar etwas verpasse?

Machen wir es kurz. Ja, er ist gut, sehr gut sogar. Die Biografie eines Bösewichts ist spannend und vor allem nachvollziehbar geschrieben. Ich ertappte mich dabei, mit dem Charakter mitzufühlen. Der Autor bemüht sich zu zeigen das auch Mitte des einundzwanzigsten Jahrhundert die Erde noch nicht das Paradis ist, für das wir sie gern halten möchten, da wir sie meist nur durch die Augen von Perry Rhodan und seinen Freunden sehen. Hier eröffnet uns der Autor einen Blick auf die Schattenseiten der jungen vereinten Erde, auf Drogenhandel und Korruption, auf Armut und Diskriminierung. Das ist realitätsnah und bedrückend geschildert. In der ersten Hälfte des Romans glaubt man einen Mafia-Roman zu lesen. Iratios Leben als Kind innerhalb eines Drogenkartells wird sehr plastisch erzählt. Hier und da auch mit Gewaltdarstellungen, aber nie im übertriebenen splatterhaftem Maße. Da gab es schon weitaus schlimmere Romane.

Die zweite Hälfte des Romans dient dazu, verschiedene Fäden aus den vorangegangenen Staffeln zusammenzuführen. Das ist eher der schwächere Teil. Denn es wird vieles wiederholt, was man als NEO-Leser schon weiß. Es wird allerdings in den richtigen Zusammenhang gebracht und man versteht Hondros Handeln besser. Der Part, wie er mit dem Dunkelleben infiziert und zum Anker von Tihit wird, wirkt zugegeben etwas konstruiert. Die letzten Kapitel bestehen weniger aus Handlung und mehr aus Erklärungen, dies war sicher der Länge des Romans geschuldet. Ich hätte mir hier weniger Wiederholungen gewünscht und mehr echte Dialoge.

Alles in allem ist der Roman nicht so schlimm, wie ich anhand der Aussagen befürchtet habe. Insofern bin ich froh, dass mich der Autor überzeugen konnte, doch mal einen Blick zu riskieren. Rüdiger Schäfer ist inzwischen bekannt für starke Charakterromane. Mit »Iratio« hat er zum ersten Mal die Biografie eines Bösewichts geliefert. Das ist lesenswert und berührend. Ich bin aber trotzdem froh, wenn das Thema Dunkelleben und Iratio Hondro am Ende der Staffel endlich auserwählt ist.

Psychologie für den Weltfrieden

Quelle: Claudius.de

In der Reihe »Christina bildet sich« möchte ich heute ein Buch vorstellen, dass ich vergangenes Jahr als Lesetipp in einer Tageszeitung entdeckte, aber erst dieser Tage gelesen habe.

»Das Unbehagen im Frieden« ist der Versuch einer Erklärung, warum Menschen Freude daran haben, Unfallopfer auf Autobahnen zu filmen oder Kriegsszenarien am Computer nachzuspielen. Es beschreibt aber auch wieso sich Menschen radikalisieren und warum so viele auf Verschwörungstehoretiker hereinfallen und sich Gruppen wie den Querdenkern anschließen. Das alles hat mit Psychologie zu tun, mit den Mechanismen mit denen unser Gehirn arbeitet.

Ich habe viel Neues gelernt auch und vor allem über mich selbst. Wie das eigene Selbst einen immer wieder zu manipulieren versucht, oder wie man von anderen manipuliert wird. Die Autoren haben kleine Aufgaben eingefügt, bei deren Lösungen man sich ertappt, dass man nicht anders funktioniert als die meisten Menschen und nicht vor Manipulationen sicher ist. Das fand ich stellenweise erschreckend.

Es werden aber auch Lösungsvorschläge gezeigt, wie man diesen inneren psychologischen Schweinehund austricksen kann. Das wichtigste ist, sich der Mechanismen bewusst zu werden. Zu wissen, wie die Psyche tickt, hat entscheidenen Einfluss auf das objektive Denken und Handeln. Ich habe auch gelernt, das meine Strategie immer vom Schlimmsten auszugehen, zu effizienteren Problemlösungen führt. Das nennt sich Pre-Mortem-Methode und dient der optimalen Entscheidungsfindung, weil es die Qualität der Realitätswahrnehmung erhöht.

Fazit der Autoren ist, dass wir als Menschen durchaus in der Lage wären, friedlich miteinander auszukommen, sofern wir uns unserer psychologischen Unzulänglichkeiten bewusst sind. Sie plädieren dafür Psychologie als Unterrichtsfach in den Schulen einzuführen. So lernen Kinder schon von früh auf, wie sie sich in kritischen Situationen verhalten müssen.

Das Buch erschien 2019 also vor der Corona-Krise. Da ich es mit dem Hintergrund der derzeitigen Situation gelesen habe, verstehe ich nun viel besser, warum was passiert ist und warum sich viele Menschen den Querdenkern anschließen. Vielleicht hätte die Bundesregierung auch mal auf Psychologen und nicht nur auf Virologen hören sollen. Das hätte wahrscheinlich vielen Menschen das Leben gerettet, weil die Bevölkerung viel mehr mitgezogen hätte.

»Das Unbehagen im Frieden« ist ein äußerst lesenswertes Buch über die Psychologie unserer modernen Gesellschaft. Den Autoren gelingt es komplexes Wissen unterhaltsam zu vermitteln. Mit zirka 150 Seiten ist es dabei erfreulich kurz gehalten. Knapp aber präzise und verständlich, so sollte Wissensvermittlung sein.

Die Classic-Katzen

Quelle: Amazon

Weil mir die Star Trek-Katzen aus TNG so gut gefielen, bestellte ich mir gleich noch die Buchausgabe mit den Star Trek Classic Charakteren. Auch hier sind die Figuren gut getroffen. Spock als Siamkatze zum Beispiel oder Scotty mit den geknickten Ohren.

Das Buch ist ähnlich gestaltet wie die TNG-Ausgabe und stellt bekannte Szenen aus der Serie dar. Das kätzische Star Trek Logo finde ich fast noch besser, als das aus dem TNG-Buch.

Wenn man sich ein bisschen bei einschlägigen Onlinehändlern umschaut, gibt es zu den Star Trek Cats jede Menge Merchandise, wie Figuren, Kalender, Tassen und natürlich T-Shirts …

Nein, ich habe es nicht lassen können und mir ein Wesley-Cat T-Shirt gekauft. Da konnte ich einfach nicht widerstehen.

Die Star Trek Katzen

Quelle: Amazon

Man nehme Katzen, stecke sie in Star Trek-Uniformen und stelle damit Szenen aus der Serie nach. Das Ganze verpacke man in ein kleines Büchlein und fertig ist das ideale Geschenk für den nerdigen Katzenfreund.

Als mir mein Mann das Buch gestern überreichte, traf er damit genau ins Schwarze. Ich mag Star Trek und ich liebe Katzen. Ich konnte mich an den Zeichnungen gar nicht sattsehen. Wesley als kleine Tigerkatze ist noch süßer als im Original.

Das Buch erzählt keine Geschichte, man kann nur anhand der Szenen erraten, welche Charaktere als Katzen umgesetzt wurden und aus welcher Episode die Szene stammt. Das ist nicht viel …

aber hey, was soll’s. Ich liebe es!

Die Avengers jagen Fantomas

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 242 – »Sturm über Olymp« von Lucy Guth

Die Familie Rhodan trifft sich auf Olymp. Kaiser Anson Argyris, hinter dem Rhodans Tochter Nathalie steckt, ist besorgt. Irgendetwas geht auf Olymp vor, hinter dem wahrscheinlich Iratio Hondro steckt. Doch die von Rhodan und seinen Söhnen initiierte Suche nach dem allmächtigen Plophoser ist nicht erfolgreich. Als sie ihn endlich entdecken, hat er bereits einen Teil der Stadt in Schutt und Asche gelegt.
Hondro sucht zwingend eine Reisemöglichkeit ins Sol-System, weil er NATHAN übernehmen möchte. Doch die Transmitterstraße und der Flugverkehr werden von der Terranischen Union lückenlos überwacht. Da erfährt er, dass es in Trade City auf Olymp eine geheime Basis der MdI gibt. In Aussicht auf ein Schaltschiff oder ein anderes Transportmittel mit Tarnschirm, engagiert er eine Handvoll Banditen, die mit ihm die Basis überfallen und dem Erdboden gleich machen. Er versucht sogar Faktor II – Proht Meyhet – unter seine Kontrolle zu bringen, doch ein in der Basis stationierter Baphomet macht Hondro einen Strich durch die Rechnung.
Es kommt zum Showdown in den Straßen von Trade City bei dem Rhodan und sein Team aus Mutanten und GHOST-Mitarbeitern den Plophoser zu stellen versuchen und gleichzeitig den Baphometen ausschalten müssen. Doch Iratio Hondro wäre nicht er, wenn er nicht erneut entkommen könnte und ein weiteres Ass aus dem Ärmel schüttelt – Jessica Tekener.

Ich finde das nicht mehr lustig. Schon wieder entkommt Hondro und lässt Rhodan, dessen Söhne, die Mutanten und sogar den Kaiser Anson Argyris wie Deppen zurück. Als Kind mochte ich die »Fantomas«-Filme, weil der Superschurke immer wieder den dummen Polizisten entkam, heute fühle ich mich bei den NEO-Romanen eher negativ daran erinnert. Manchmal möchte man Perry Rhodan und seinen Mannen helfen. Zum Beispiel wenn sie daneben stehen und zusehen, wie Hondro versucht den MdI zu übernehmen, ohne einzugreifen. Dabei würde es reichen, Faktor II zu paralysieren. Andererseits hält man das einzige Wesen, das Hondro Paroli bieten kann, den Baphometen, davon ab, dass es Kleinholz aus dem Plophoser macht. Sehr schlau stellen sich die Terraner auch bei der Fahndung nach Hondro nicht an. Da schüttelt nicht nur Ronald Tekener mit dem Kopf, sondern auch ich als Leser.

Dieses ganze Szenario auf Olymp erinnert mich sehr stark an die »Avengers« Filme, die ich über die Feiertage gesehen habe. Da wird zerstört, gekämpft und brutalst getötet. Ist das noch Perry Rhodan oder schon der Abklatsch einer Marvel-Verfilmungen? Allein mit der Figur des Howard Snipes konnte mich die Autorin überzeugen. Doch auch hier ist eigentlich schon im Vorfeld klar, dass er ein typisches »Redshirt« ist, das den Roman nicht überleben wird.

Ebenfalls positiv überrascht mich die Anwesenheit der MdI. Das ist eigentlich nur logisch. Und das Faktor II – Proht Meyhet – nun als Botschafter Andromedas verzweifelt versucht, in Zusammenarbeit mit Abteilung III des TU-Geheimdienstes die Halatiumforschung voranzutreiben, ist irgendwie ebenfalls schlüssig. Warum sollten die MdI nicht gleichsam Probleme mit ihren Zellaktivatoren haben. Dass er dabei den Terranern und dem Kaiser von Olymp die eine oder andere Kleinigkeit verschweigt, macht ihn sogar sympathisch.

Jessica Tekener finde ich in diesem Roman weniger glaubhaft. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber die Figur löst bei mir ambivalente Gefühle auf. Die enge Beziehung zu ihrem Bruder kann man gut verstehen, aber was Thomas Rhodan da Zoltral an ihr findet, kann ich echt nicht nachvollziehen. Apropos Rhodans Sohn. Kann mir irgendeiner erklären, warum man seinen Namen immer ausschreiben muss? Ich meine, man weiß ja wie er vollständig heißt. Es würde meiner Meinung nach völlig reichen, wenn man den Namen einmal vollständig im Roman erwähnt. Ich will ihn aber nicht in gefühlt jedem dritten Satz lesen.

Eines muss ich an dieser Stelle würdigen. Nämlich, dass Lucy Guth mit Band 241 und 242 zwei NEO-Romane hintereinander geschrieben hat. Das hat bisher nur ein einziger Autor bei NEO vollbracht und zwar Überallzugleichschreiber Kai Hirdt. Das ist eine großartige Leistung, zumal die Autorin das qualitativ sehr gut umgesetzt hat. Für den Inhalt der Exposé kann sie ja nichts.

Allgemein möchte ich zu der aktuellen Entwicklung bei NEO sagen, dass die Romane zwar stellenweise spannend geschrieben sind. Dadurch aber, dass alles, was Rhodan versucht, um Hondro aufzuhalten, misslingt, bleibt ein fader Beigeschmack, der bei mir irgendwo zwischen Resignation und Unglauben rangiert. Hatten die frühen Romane der Erstauflage das Problem, dass den Terranern im Grunde alles gelang, dass jeder ihrer Pläne ohne Probleme funktionierte. So passiert bei NEO genau das Gegenteil. Klar, Helden müssen auch mal scheitern, aber wenn sie das zu oft tun, macht es den Lesern irgendwann keinen Spaß mehr. Und wenn dann auch noch so effekthaschend auf Action gesetzt wird, anstatt auf Glaubwürdigkeit, fällt es mir schwer, Gefallen an der Geschichte zu finden. Ich glaube, dass es mir nicht allein so geht. Hoffen wir, dass es nicht die ganze Staffel so weitergeht. Wahrscheinlich wird aber genau das passieren. Denn mit Jessica Tekener hat Hondro nun eine Marionette direkt unter den Terranern.

Wer Action wie in den »Avenger«-Filmen mag und wer kein Problem damit hat, dass Perry Rhodans Gegner nicht nur sadistisch, sondern auch all- und übermächtig ist, der wird an »Sturm über Olymp« Gefallen finden. Wer eher die leisen, intellektuellen Töne bevorzugt, wird sich mit dem Roman schwer tun.

Eine Maus und die Zeit

Quelle: Nord-sued.com

Ich habe zu Weihnachten das aktuelle Buch von Torben Kuhlmann geschenkt bekommen.

Nach den erfolgreichen Ausgaben Lindbergh, Armstrong und Edison stellt der Künstler nun Albert Einstein in den Mittelpunkt seiner illustrierten Geschichte.

Eigentlicher Protagonist ist eine kleine Maus, die einen Tag zu spät zum »Käsfescht« nach Zürich kommt. Sie ärgert sich sehr, bis jemand ihr scherzhaft vorschlägt, sie könne ja in die Vergangenheit reisen. Dieser Gedanke lässt sie nicht mehr los und so begibt sie sich auf die Suche nach den Geheimnissen der Zeit. Im Züricher Patentamt macht sie eine Entdeckung, die sie nicht nur zurück in die Vergangenheit bringt, sondern auch einen Mitarbeiter des Patentamts zu seinem größten Werk inspiriert – Albert Einstein.

Wie schon in den Bilderbüchern zuvor, erzählt Kuhlmann eine Geschichte, die Fiktion und Wirklichkeit vereint und sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Wissenschaften näherbringen soll.

Die großformatigen Illustrationen sind wie immer beeindruckend. Der Künstler versteckt in seinen realistischen Zeichnungen so viele Details, dass man sich stundenlang damit beschäftigen kann. Ich kann mich jedenfalls nicht sattsehen.

Inhaltlich ist das Buch nicht so einfach wie seine Vorgänger. Begriffe wie Relativität und Zeitdilatation mit einfachen Worten und Bildern zu erklären, ist schwierig. Torben Kuhlmann gelingt es jedoch mit Hilfe seines Mäuseprotagonisten und den ausdrucksstarken Bildern.

Mit »Einstein« ist Torben Kuhlmann endgültig im Genre der Science Fiction angekommen. Und vielleicht weckt sein Werk in kleinen und großen Lesern die Neugier für dieses in Deutschland eher stiefmütterlich behandeltes Genre.

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Den Mäusekalender für 2021 gibt es leider nicht mehr. Sehr schade! Da muss der Platz im Wohnzimmer nächstes Jahr leider leer bleiben.

Fleischfressende Pilze und andere Unannehmlichkeiten

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 341 – »Sporensturm« von Lucy Guth

Die CREST II erreicht Epsal und wird sofort von Iratio Hondro erpresst. Er hat die Bevölkerung der Kolonie unter seiner Kontrolle und versucht nun auch Besatzungsmitglieder der CREST II zu kontrollieren. Zum Teil gelingt ihm das. Die Betroffenen sabotieren wichtige technische Anlagen, darunter auch die Fusionsreaktoren. In letzter Minute können Gucky und John Marshall eine Katastrophe verhindern.
Getarnt dringen Rhodan, seine Söhne sowie Omar Hawk und Gucky nach Epsal vor. Dort versucht Hondro die Planetenmaschine in Gang zu setzen. Ronald Tekener folgt ihnen heimlich, weil er seine Schwester aus den Fängen des irren Plophoser befreien will. Unterstützung erhält er unteranderem durch die Schiffsintelligenz SENECA.
Jessica Tekener leidet unter Hondros mentaler Kontrolle. Sie kann aber einen epsalischen Jungen aus seinem Griff befreien. Er wird zum Schlüssel, den die Ärzte der CREST II benötigen, um auch die anderen Kolonisten Hondros Zugriff zu entziehen.
Rhodan und sein Team stellen Hondro in der Steuerzentrale der Planetenmaschine, doch der Plophoser ist so übermächtig, dass ihm niemand Paroli bieten kann. Nur Tekener in seiner schieren Wut gelingt es, Hondro zur Aufgabe zu bewegen. Doch Hondro hat ein Ass im Ärmel, er zwingt Jessica auf ihren Bruder zu schießen, kurz bevor er mit ihr vom Planeten fliehen kann.
Zwar sind Epsal und eine Bewohner gerettet, aber Hondro kann weiterhin seine dunklen Pläne verfolgen.

Ein großartiger Roman von Lucy Guth. Da steckt alles drin, was eine gute Geschichte braucht. Gut ausgearbeitete Charaktere, eine atmosphärisch dichte Handlung, eine exotische Welt und einen fiesen Bösewicht. Die Story hat mich mitgerissen.

Die Autorin schafft es sogar, mir Jessica Tekener nahezubringen, obwohl ich die Figur nicht wirklich mag. Aber hier leide ich tatsächlich etwas mit ihr mit. Vor allem als sie am Ende ihrem Bruder und ihrem Geliebten Thomas Rhodan gegenübersteht und Hondro sie zwingt, auf einen von beiden zu schießen. Das ist ein echter Showdown. Ronald Tekener ist auch in diesem Roman eine extrem starker Charakter, der sich von nichts und niemandem etwas sagen lässt, aber mit allem durchkommt, weil er mit seiner unkonventionellen Art Erfolg hat.

Schön ist, dass die Autorin Figuren aus ihren früheren Romanen wieder aufnimmt und weiterentwickelt. Mir gefiel die Autistin Donna Stetson schon bei ihrem ersten Auftritt in Band 236. In dieser Geschichte erhält sie weiteres Entwicklungspotenzial und einen guten Freund. Sie ist es auch, mit der SENECA direkt kommuniziert. Die Dialoge zwischen den beiden sind echte Highlights.

Erstaunlich finde ich nach wie vor, wie eigenmächtig die Schiffsintelligenz agieren darf. Dass Thora sich das gefallen lässt …? Da bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt. Ebenfalls gespannt bin ich auf Iratio Hondro und was die Exposéautoren mit ihm geplant haben. Ich bin nach wie vor skeptisch, weil der Charakter einfach viel zu übermächtig ist.

»Sporensturm« ist ein spannender Roman, den man gelesen haben muss. Dass die Autorin gleich noch den Anschlussband verfasst hat, freut mich daher umso mehr.

Mit Humor gegen Corona

Quelle: Amazon

Michael Mittermeier sah ich das erste Mal Mitte der Neunziger bei einem Auftritt im Quatsch Comedy Club auf Pro7. Mit seinem damaligen Programm »Zapped« traf er genau meinen Nerv als Fernsehjunkie und Nerd. Als Star Trek-Fan, war er mir sofort sympathisch. Meine Eltern konnten mit seinem Humor allerdings nie etwas anfangen, was vielleicht auch am bayrischen Dialekt liegt.

Im Spätsommer 2020 sahen wir einen Auftritt des Künstlers auf einem der dritten Programme. Mittermeier stellte dort Auszüge aus »Die Corona-Chroniken« vor. Weil wir Künstler in der Pandemie unterstützen wollten, haben wir uns das gleichnamige Buch und das dazugehörige Hörbuch gekauft. Mein Mann las das Buch und kringelte sich dabei vor Lachen auf der Couch.

Momentan fehlt mir leider die Zeit zum Lesen. Aber da wir bei den Mahlzeiten kein Radio mehr hören, schob ich letzte Woche die CD in den Player. Was soll ich sagen … es war ein Fest.

Durch seine brutale Ehrlichkeit gewinnt der Künstler Sympathien. Das ist noch lustiger, wenn er von seinen Erlebnissen während des Lockdowns erzählt, oder mit seiner zwölfjährigen Tochter diskutiert. Mitunter ist er richtig systemkritisch, zum Beispiel, wenn er über den Umgang mit der Unterhaltungsbranche in der Corona-Krise spricht. Was ist systemrelevant und was nicht? Schwierige Fragen. Er macht das aber mit so viel Leichtigkeit und Humor, dass ich mehrfach laut lachen musste.

Wenn es ein geeignetes Mittel gibt, diese schwierige Situation durchzustehen, dann damit. Ich empfehle übrigens das Hörbuch. Das wird von Michael Mittermeier persönlich gelesen und ist allein deshalb schon ein Erlebnis. Wer lieber liest, kann aber auch das Buch zur Hand nehmen. Beides gibt es überall im stationären oder Online-Buchhandel zu kaufen. Am besten man bestellt es direkt beim Verlag.

Aufstand auf Plophos

Quelle: Perrypedia

PERRY RHODAN NEO Band 240 – »Das neue Plophos« von Oliver Plaschka

Merkwürdige Dinge geschehen in der Kolonie im Capella-System. Iratio Hondro scheint von Plophos verschwunden, doch die Bewohner werden nach wie vor psychisch beeinflusst. Auf allgemeine Apathie, die das Leben beinahe zum Stillstand bringt, folgen Wut und Aggression. Bei Aufständen geraten verschiedene Widerstands-Gruppen und die verbliebenen Reste der Polizei aufeinander. Jeder zankt sich mit jedem und die Lage droht in einem Bürgerkrieg zu eskalieren.
Da taucht Perry Rhodan mit seinen Söhnen auf. Sie wurden vom Geheimdienst der Terranischen Union ausgesandt, um die Lage zu sondieren. Schnell stellt sich heraus, dass die Planetenmaschine im Inneren von Plophos für das Chaos unter der Bevölkerung verantwortlich ist. Zusammen mit Ronald Tekener, einem MINSTREL und seinem Interpreter dringt Rhodan in die Tiefe von Plophos vor.
Es gelingt ihnen, die Maschine zu stoppen, die wahrscheinlich durch Perrys Aktion im Gadenhimmel ausgelöst wurde. Doch da taucht plötzlich die Terranische Flotte im Orbit von Plophos auf. Die Kolonisten sind darüber alles andere als begeistert, wollen sie doch nicht weiter von der Erde abhängig sein. Rhodan kann eine Eskalation verhindern und Protektor Reginald Bull überzeugen, wieder abzuziehen. Kurze Zeit später erklärt Plophos seine Unabhängigkeit.

Mit viel Geschick verknüpft Oliver Plaschka die Handlung dieses Romans mit Inhalten aus dem ebenfalls von ihm verfassten Band 203. Es lohnt sich vor der Lektüre von »Das neue Plophos« nochmal in »Tekener« hineinzulesen. Dort erwähnte Figuren tauchen wieder auf und werden vertieft. Die Untergangsstimmung wird greifbarer und auch Tekeners Gedanken sind verständlicher, wenn man weiß, was ihm damals widerfahren ist.

Das ist es, was eine gute Serie ausmacht. Wenn Handlungsfäden wieder aufgegriffen werden, obwohl sie schon länger zurückliegen. In dem Fall beinahe schon zu lange, denn ich musste einige Passagen aus Band 203 nachlesen, um die Geschichte richtig genießen zu können.

Sehr gut fand ich, dass der Großteil des Romans auf Plophos spielt. Anfangs hatte ich befürchtet, dass sich die Handlung zu lange mit Rhodan auf der Erde beschäftigen würde. Es kam zum Glück nicht so. Stattdessen zeigt uns der Autor das Quinto-Center sowie die Familie Rhodan aus den Augen von Tekener.

Oliver Plaschka hat ein Gespür für den Spieler, das hat er bereits eindrucksvoll gezeigt. In diesem Roman setzt er nahtlos daran an. Tekeners Zerrissenheit, seine schlimmen Erinnerungen, das permanente Minderwertigkeitsgefühl, das er mit Coolness zu überspielen versucht. All dies zeugt von einer intensiven Beschäftigung mit dem Charakter.

Aber auch die Widerstands-Gruppe auf Plophos, um die Spionin Mory Kosic und den Strigoiden Sam Abro ist glaubhaft geschildert. (Erkennt jemand die Hinweise auf die Erstauflage?) Rebellion ist oft eine schmutzige Angelegenheit und selten heroisch. Auch auf Plophos sterben Menschen, wird zerstört und geplündert für eine hehre Sache. Dass man als Leser die Charaktere dennoch als positiv empfindet, ist dem Können des Autors geschuldet, der mit viel Empathie das Bewusstsein für den Augenblick und die Nöte seiner Figuren erzeugt.

Die Planetenmaschine wurde entweder durch Hondro oder durch Rhodans Handlungen im Gadenhimmel in Gang gesetzt, was Perrys Schuldgefühl noch vergrößert. Im nächsten Band geht es nach Epsal, da sich auch dort die Lage zuzuspitzen scheint. Ich bin gespannt, ob die Staffel wieder zu einer Art Kolonienhopping verkommt. Nach dem furiosen Start wäre das echt schade.

»Das neue Plophos« ist spannende und bodenständige Unterhaltung, eine angenehme Abwechslung zu den doch recht komplizierten kosmischen Romanen aus der vergangenen Staffel.

Bilder im Advent 5 – Spock

Auch wenn ich mit TNG ins Star Trek-Universum eingestiegen bin, ist es doch eine Figur aus der Classic-Serie, die mich auf Dauer faszinierte und noch immer fasziniert. Faszinierend, würde Spock sagen, denn es handelt sich um keinen geringeren als den Vulkanier.

Meine Faszination für Spock entwickelte sich aber nicht, wie vielleicht gedacht, über die Episoden im Fernsehen, sondern einzig über die Romane. Es erschienen in den achtziger und neunziger Jahren eine Reihe ausgezeichneter Romane zur Star Trek-Serie, in den USA bei Pocket Books und hierzulande im Heyne-Verlag. Die meisten erzählten Geschichten aus der Handlungszeit von Kirk und Spock, oder auch davor. Sie gaben sozusagen den Helden aus der Serie einen Hintergrund.

Obwohl die Romane nie zum sogenannten Kanon gehörten, waren und sind sie für viele Fans relevant. Denn oftmals erzählten sie bessere und tiefergehendere Geschichten, als es eine Fernsehepisode konnte. So erinnere ich mich noch sehr gut an Romane wie »Spocks Welt«, »Ishmael«, »Fremde vom Himmel«, »Schwarzes Feuer« oder »Sohn der Vergangenheit«. Hätte ich mit dem Schreiben von Star Trek-Geschichten angefangen, wenn es diese Bücher nicht gegeben hätte, wenn ich nur die Fernsehfolgen gekannt hätte? Vermutlich nicht.

Für meine Geschichten fertigte ich immer auch Illustrationen an. Eine der ersten Illustrationen zeigte Spock. Als Vorlage diente eine Abbildung des Vulkaniers aus dem dritten Star Trek-Film »The search for Spock«.