Der Zufall ist schon erstaunlich. Beide Serien, denen ich seit Jahrzehnten eng verbunden bin, sind zum gleichen Datum gestartet. Zwar nicht im gleichen Jahr, aber immerhin nur fünf Jahre versetzt.
STAR TREK begleitet mich seit nun mehr dreißig Jahren. In all der Zeit habe ich viele STAR TREK-Serien kommen und gehen sehen, viele Conventions besucht und noch mehr Gleichgesinnte getroffen. Ich habe die Höhen und Tiefen der Serie erlebt, sie gefeiert und über sie geschimpft. STAR TREK war immer ein Teil meines Lebens und wird auch immer ein Teil bleiben. Selbst wenn ich in den letzten Jahren mehr Energie in PERRY RHODAN gesteckt habe.
Ich wünsche mir, dass die Vision Gene Roddenberrys auch die nächsten Jahrzehnte überdauern möge und die Menschen weiterhin positiv beeinflusst. Damit wir irgendwann einmal dort hinkommen, wo Kirk, Picard, Sisko, Janeway und Archer uns vorleben, was es bedeutet, tolerant zu sein und humanistisch zu handeln.
Übrigens, eines ging im vergangenen Monat bei mir unter. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur 55 Jahre STAR TREK. Der Serienerfinder Gene Roddenberry wäre am 19. August 100 Jahre geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.
60Jahre ist für manch einen sein ganzes Leben. Für eine Heftromanserie ist es eine Ewigkeit, vor allem in Zeiten wie den unsrigen, wo Geschichten und Nachrichten im digitalen Äther oft nur Halbwertszeiten von Stunden oder Tagen besitzen.
Nicht nur Perry Rhodan lebt ewig, auch der gleichnamigen Serie scheint eine gewisse Unsterblichkeit anzuhaften. Die Autoren und Autorinnen und die Redaktion können über die vielen Jahrzehnte hinweg also nicht viel falsch gemacht haben, sonst würden wir das 60-jährige Bestehen der größten Science-Fiction-Serie der Welt nicht feiern.
Ich frage mich in solchen Momenten: Wie viele Leben sind von den Romanen beeinflusst worden? Für wie viele Karrieren wurde mit einer einzigen Geschichte oder einem einzigen Titelbild der Grundstein gelegt? Wie viele Freundschaften basieren auf dem gemeinsamen Hobby? Wie viele Menschen verdanken den Abenteuern von Perry Rhodan und seinen Freunden heute ihren Job oder vielleicht sogar ihre große Liebe?
Jeder von uns findet etwas anderes in den Geschichten, für jeden hat die Serie eine eigene ganz besondere Bedeutung. Ich finde, das sollten wir feiern, auch wenn es in diesem Jahr keinen Con und keine große Veranstaltung geben wird. Der Verdienst, 60 Jahre für ununterbrochene Spannung und Unterhaltung gesorgt zu haben, sollte gewürdigt werden, weil unser Leben als Fans sonst farbloser und weniger bedeutend wäre.
Blicken wir heute zurück auf sechs Jahrzehnte voller phantastischer Romane und noch phantastischerer Charaktere, die uns ans Herz gewachsen sind.
Die Staffel hat so gut begonnen und bis zu Band 256 hielt ich sie für beste NEO-Staffel überhaupt. Doch dann begann das hochaufgetürmte Kartenhaus nach und nach zusammenzufallen. An den Autoren der Einzelbände liegt es nicht. An der stilistischen Qualität der Romane gibt es nichts auszusetzen. Es liegt mehr an der Tatsache, dass ich einen »Hammer« erwartet habe. Die Erwartungen wurde die ganze Zeit hochgehalten, man rätselte mit und hoffte, dass sich der Antagonist endlich zeigte. Doch nichts dergleichen passiert. Stattdessen wird man mit Erklärungen zu Quanteneffekten geradezu erstickt. Die Bodenständigkeit, die ich bei NEO bisher so gut fand, geht darin vollständig unter.
Anstatt sich in den letzten Romanen der Staffel mit den Quanteneffekten herumzuschlagen, hätte ich mir lieber einen Blick ins Akonsystem gewünscht. Ich hätte gern mehr erfahren über die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Akonen, oder wie sich die Situation auf die Bewohner beider Planeten auswirkt. Wie die Natur der Erde auf das veränderte Sonnenlicht reagiert, welche großen und kleinen Katastrophen die Menschen über sich ergehen lassen müssen.
Nicht zu vergessen der Konflikt mit den Überschweren im Solsystem. Der ging meiner Meinung nach komplett unter.
Hätte man die Reise der SOL nicht um eine Staffel nach hinten schieben können, um die umwälzenden Veränderungen auf Erde und Mond intensiver zu zeigen? Denn da liegt ein riesiges Potenzial an Geschichten begraben. Im gleichen Zug hätte man die Problematik im Solsystem zeigen können. Die »wasweißichwievielte« Invasion ist vom Thema her zwar nicht so spannend, aber das, was Rüdiger Schäfer in Band 254 zeigt, klingt vielversprechend. Gerade auch die Problematik mit dem Akonen, der sich plötzlich im Solsystem wiederfindet, hätte man weitererzählen können. Und zwar jetzt und nicht erst drei Staffeln später, wo sich kaum noch einer an die Figur erinnert.
Nun sind wir also wieder im Arkonsystem, auch das hätte man besser vorbereiten können, in dem man einen oder zwei Romane der Staffel auf Arkon hätte spielen lassen. So sieht es am Ende so aus, als wäre das immer der Plan gewesen. Wahrscheinlich ist es das auch, sowohl von den Autoren als auch von dem unbekannten Strippenzieher. Aber als Leser möchte ich überrascht werden und nicht merken, wie konstruiert der Plot ist. Das gefiel mir überhaupt nicht.
Ich denke mit Wehmut an Charaktere wie Auris von Las-Toór, an Gabrielle Montoya oder an Reginald Bull. Was für Geschichten hätte man da erzählen können, wenn man sich einfach die Zeit genommen hätte, anstatt eine quantenmechanische Bedrohung an die Nächste zu reihen.
Es ist grundsätzlich immer ein Problem, zu viele Erwartungen zu wecken und sie am Ende nicht einhalten zu können, weil das Gebilde, was man geschaffen hat, zu komplex geworden ist und einem über den Kopf wächst. Andererseits haben die Exprokraten von NEO weniger Planungssicherheit wie die der Erstauflage. Die Serie wird ja immer nur Staffel für Staffel verlängert. Sprich, es könnte jederzeit vorbei sein. Ich kann nachvollziehen, dass man da natürlich so viele Ideen wie möglich unterbringen möchte. Dann kann es schon mal vorkommen, dass es einen regelrechten Ideenstau gibt. Dennoch hätte ich nicht so viel in die Staffelhandlung gepackt. Wir wissen ja, weniger ist oft mehr. Oder wie sagte Robert Feldhoff: »Kompliziert wird es von allein.«
Rüdiger Schäfer erklärt in einem Kommentar warum die Staffel »Die Tiefe« heißt. Damit ist die Quantenebene als »tiefste« Existenzebenen gemeint. Gut gedacht, aber ich finde das dies nicht für jeden Leser naheliegend ist.
Am Freitag riefen mich meine Eltern ganz aufgeregt an. Sie waren in unserem Wochenendhaus auf dem Berg und der Strom war mal wieder ausgefallen. Und dass, obwohl wir im vergangenen Jahr die fünfzig Jahre alte Zuleitung haben tauschen lassen. In die hatte ein Blitz eingeschlagen und sie endgültig erledigt. 100 Meter aufgraben und neues Kabel verlegen lassen, hatte viel Geld und Nerven gekostet. Nun war der Strom schon wieder weg.
Der Elektriker stand am Freitagabend schon unter der Dusche, versprach aber am Samstagvormittag vorbeizukommen und nachzusehen. Ich dachte mir gleich, dass es eigentlich nur am Stromanschlusskasten liegen kann. Ich meine, der steht mitten in der Natur. Vielleicht war Wasser eingedrungen und hatte einen Kurzschluss ausgelöst. Oder eine Maus wollte sich den Stromanschlusskasten als neues Zuhause einrichten und war zwischen die Phasen geraten. Das hab ich alles schon erlebt.
Nur soviel: Eine Maus war es nicht, sondern eine Schnecke. Die war dann auch gut durchgegrillt bei 230 V. Jedenfalls haben wir in unserem Bungalow wieder Strom, der Kühlschrank und die Wasserpumpe laufen wieder bis zur nächsten Aufregung.
Ich kann nicht kurz. Wenn ich schreibe, werden die Texte immer länger. Das war schon in der Schule so. Da habe ich meine Lehrer immer mit Seitenlangen Aufsätzen gefoltert. Die hatten jedes Mal Angst, dass ich in der Unterrichtsstunde nicht fertig werde. Ich habe es aber immer geschafft.
Jedenfalls beiße ich mir beim Schreiben von Kurzgeschichten immer die Zähne aus. Ich möchte meine Figuren gern ausführlich charakterisieren und das geht bei Kurzgeschichten schlecht. Da geht es mehr darum, eine Idee zu verkaufen, als um die Personen. Deshalb schreibe ich lieber Romane.
Langer Rede kurzer Sinn, anlässlich des 60. Geburtstags der PERRY RHODAN-Serie wollte ich mich natürlich nicht lumpen lassen und beim Tribut-Projekt von Alexander Kaiser auch eine Kurzgeschichte beisteuern. Auf meiner Festplatte schlummerte noch ein Textfragment meiner zweiten FanEdition. Es waren die drei Normseiten, mit denen ich mich beim Exposé-Wettbewerb beworben hatte. Der Anfang des geplanten Romanes quasi. Weil ich damals aber letztendlich das ganze Konzept komplett umgearbeitet habe, war der Text obsolet geworden und ruhte nun seit 2015 auf meinem Computer. Ich fand ihn aber so gut, dass ich ihn nicht wegwerfen wollte.
Für das Tribut-Projekt holte ich ihn also wieder hervor und überlegte mir, wie ich daraus eine abgeschlossene Geschichte machen konnte. Schnell war mir klar, dass ich unbedingt etwas zu NEO schreiben wollte, weil das bei den bereits vorhandenen Geschichten noch nicht thematisiert wurde. Zwei Stunden Grübeln in der Nacht und ich hatte letztendlich die zündende Idee.
Vergangene Woche setzte ich mich also hin und schrieb die Geschichte fertig. Aus drei Normseiten wurden vierzehn. Wie schon gesagt, ich kann nicht kurz. Diese Woche habe ich sie ruhen lassen und am Freitag nochmal gründlich überarbeitet und endlich auch einen passenden Titel gefunden. Auch das ist ein Novum. Normalerweise lege ich den Titel einer Geschichte schon fest, bevor ich den ersten Satz schreibe. Das ist so eine Macke von mir.
Am Freitag habe ich den Text dann eingereicht. Jetzt kann man die Geschichte im gemeinsamen Blog von PROC und PRFZ lesen.
PERRY RHODAN NEO Band 259 – »Quantentanz« von Rüdiger Schäfer
Atlan und Mirona Thetin werden bei der Untersuchung eines inaktiven Situationstransmitters in Andromeda mit der GARTAVOUR in den Transmitter gezogen. Sie kommen mitten im Arkonsystem in der Vergangenheit heraus. Auf der Suche nach Erklärungen landen sie auf Arkon I und werden von Atlans Mutter und einem bösen Doppelgänger Atlans bedroht. Sie können die beiden überwältigen und aus dem Kristallpalast fliehen. Da erreicht sie ein Notruf von Perry Rhodan. Bei ihrem Flug in die Quantenquelle stößt die SOL im Kern auf ein Objekt, dessen Impulse für die Versetzung der Erde ins Akonsystem verantwortlich scheinen. Die neutralen Quanten werden vom Zeitträger Perry Rhodan angezogen und drohen das Schiff zu beschädigen. Um die SOL zu schützen, wechselt Rhodan auf die FAIRY. Dort taucht eine Projektion von Erik Leyden auf und erklärt, dass der Beschuss des Objektes im Kern notwenig ist. Perry Rhodan folgt diesem Vorschlag nur widerstrebend. Letztendlich führt der Beschuss dazu, dass die FAIRY in eine weitere Scheinrealität wechselt. Sie finden sich mitten in einem Flottenverband im Arkonsystem von vor 10.000 Jahren wieder. Da Rhodan auf Gegenwehr verzichtet, werden sie von der Arkonidischen Flotte nach ARKON III gebracht und dort in einem Hangar festgesetzt. Die Führungscrew um Rhodan wird von den Arkoniden verhaftet und vom Schiff gebracht. Mit Hilfe von Gucky gelangt Rhodan wieder auf die FAIRY, kann das Schiff zurückerobern und setzt einen Notruf ab, da er ahnt das Atlan in der Nähe sein muss. Da greifen plötzlich Schiffe der Thetiser die Welten des Arkonsystems an. Gerade noch rechtzeitig können Thora und die anderen Mitglieder der Zentralebesatzung zurück auf die FAIRY flüchten und das Schiff starten. Atlan und Mirona eilen der FAIRY zu Hilfe, als sie von arkonidischen Schiffen aufgehalten wird. Gemeinsam flüchten sie aus dem System zurück in die Wolken aus neutralen Quanten, die das System umgeben und landen wieder in der Quantenquelle. Inzwischen haben die Wissenschaftler auf der SOL herausgefunden, was zu tun ist. Das unbekannte Objekt im Kern muss mit mehr Energie beschossen werden, um es zu einer Reaktion zu zwingen. Die SOL, die Fairy, die GARTAVOUR und die DOLAN beschießen das Objekt gemeinsam. Die Schiffe werden in der Folge beschleunigt und kehren schließlich in den freien Weltraum zurück, wo sie von einer Flotte von Maahkschiffen empfangen werden. Sie können den unterlegenen Schiffen entkommen. Weder innerhalb noch außerhalb der SOL gibt es Hinweise auf neutrale Quanten oder andere Effekte, wie sie für die Dunkelwolke in M3 typisch sind. Offensichtlich haben sie die Wolke verlassen und befinden sich jetzt in 30.000 Lichtjahren Entfernung zu M3. Aber nicht nur das, laut den Berechnungen von Leyden und Waringer wurden sie 10.000 Jahre in die Vergangenheit versetzt.
Es hatte mich schon gewundert, dass wir so lange nichts von Atlan gehört haben. Rüdiger Schäfer gilt als Experte von Arkon und des unsterblichen Arkoniden Atlan. Er verantwortete die Atlan-Fanzine-Serie von 1988-2001 und ist seit vielen Jahren Kontakter des Atlan Club Deutschland. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er wieder über sein Lieblingsthema schreiben würde.
Nun sind wir wieder zurück im Tiga-Ranton der Arkoniden, zusammen mit Atlans Partnerin Mirona Thetin, die in Band 224 – »Besuch aus Andromeda« ebenfalls von Rüdiger Schäfer – behauptet hatte, schwanger zu sein. Seit dem sind zwölf Jahre vergangen und von einem Kind ist zwischen beiden keine Rede. Das irritiert mich etwas. Schauen wir mal, ob da noch etwas kommt.
Ansonsten erleben wir ein spannendes Abenteuer in einem wenn auch etwas veränderten Arkonsystem. Ein bisschen erinnerte mich vor allem der Auftritt von Atlan II an eine der Spiegeluniversumsfolgen bei Star Trek. Da gab es auch einen bösen Captain Kirk. Die Beschreibungen des Kristallpalastes und des arkonidischen Adels, aber auch Perry Rhodans unfreiwillige Exkursion mit der FAIRY nach Arkon III sind interessant und spannend geschrieben. Dennoch kommt mir das ganze Konstrukt mit den Neutern, dem Situationstransmitter und dem Kern der Quantenquelle etwas plotdriven vor. Da wollte jemand seine Figuren für die nächste Staffel in Position bringen. Das ist nicht unlauter, aber man wird das Gefühl nicht los, dass die Expokraten am Ende einer großartigen Staffel schnell zu einem neuen Schauplatz überleiten möchten.
Dabei hat der Roman einige sehr gute Szenen zu bieten. Zum Beispiel am Beginn, als Atlans Zellaktivator versagt und er glaubt sterben zu müssen oder die Konfrontation mit der arkonidischen Flotte. Ich wusste gar nicht, das Rüdiger Schäfer so humorvoll sein kann. Das Erik Leyden nun offenbar als holographische Projektion zurückgekehrt ist – wie auch immer das passiert ist – nehme ich mal so hin. Ob das zu diesem Zeitpunkt unbedingt notwendig gewesen wäre … weiß ich nicht. Der Loower Pankha-Skrin bekommt ebenfalls noch etwas zu tun, in dem er Perry Rhodans Aura als Zeitträger unterdrückt. Auch das wirkt mir zu konstruiert, so als müsse man ihm unbedingt noch etwas zu tun geben. Gucky spielt das Taxi und beschwert sich auch reichlich darüber. Die Figur hatte zwischenzeitlich mal mehr Tiefe.
Apropos Tiefe. Den Titel der Staffel halte ich für äußerst unglücklich gewählt, weil die Tiefe, so wie wir sie kennengelernt haben, nicht als solche gezeigt oder erwähnt wird. Ich vermute mal, dass die Dunkelwolke bzw. die Quantenblase in der die SOL operiert, die Tiefe sein soll. Die Phänomene ähneln denen, die Kai Hirdt in Band 247 »Welt jenseits der Zeit« beschreibt. Auch hier werden Gedanken Wirklichkeit.
Mein Fazit lautet: Es gab schon bessere Staffelabschlüsse, dennoch finde ich die Geschichte spannend erzählt und für Atlan-Fans ein absolutes Muss. Meine Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt. Warum das so ist, erzähle ich im Staffelrückblick.
Die geschätzten Autorenkollegen Robert Corvus und Ben Calvin Hary haben sich vergangene Woche bei Twitch.tv über zwei Stunden lang über das Schreiben und das Produzieren von YouTube-Videos ausgetauscht. Robert hat das Gespräch aufgezeichnet und dankenswerter Weise auf seinem YouTube-Kanal zur Verfügung gestellt. Ich hätte es mir auch live auf Twitch ansehen können, aber das war mir dann zu spät. Unsereiner muss früh raus und ich bin froh, wenn ich am Abend nicht noch ewig vor dem Computer verbringen muss, sondern einfach mal was lesen kann.
Zurück zum Video. Es geht unteranderem ums Schreiben. Robert befragt Ben nach einzelnen seiner Romane. Es wird über das Wie und das Warum gesprochen. Das meiste war mir bekannt, schließlich kennen ich fast alles, was Ben geschrieben hat. Als Testleserin ist man da ein bisschen in den Entstehungsprozess involviert.
Dann wechselt die Diskussion zu YouTube. Da war mir tatsächlich vieles neu. Allein die Informationen zu den Analyse-Algorithmen bei YouTube hat bei mir für Unwohlsein geführt. Die Vorstellungen, dass die Algorithmen autark die Inhalte der Videos untersuchen und die Google-Entwickler selbst nicht mehr so richtig wissen, wie ihr Algorithmus arbeitet, erfüllt mich mit Besorgnis. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie man das missbrauchen könnte. So gesehen haben wir »1984« schon längst hinter uns gelassen. Wir sind, glaube ich, schon viel weiter. Und das Schlimmste daran ist, wir lassen das alles freiwillig über uns ergehen, um Geld und Anerkennung zu ernten. Mir war auch nicht klar, was bei dem Drumherum alles so beachtet werden muss. Mit einfach mal ein Video hochladen, ist es nicht getan. Ich habe mich mit YouTube bisher nicht beschäftigt. Ich schaue ab und zu mal Katzenvideos an (ja, da kommt man echt nicht drumherum, selbst wenn man es gar nicht will) oder wenn ich eine Bastelanleitung suche.
Beeindruckend ist ebenfalls, was alles notwendig ist, um so ein aufwändiges Video herzustellen, wie Ben sie produziert. Ich kenne die Vorgehensweise im Grunde, weil ich Medientechnik studiert habe und in einem Postproduktionhaus gearbeitet habe. Wir haben an der Uni auch Videos produziert und Radiosendungen gemacht. In den Neunzigern war das in dieser Form aber meist nur den Profis vorbehalten (allein wegen der teuren Software). Ich kann mich daran erinnern, dass wir für fünf Minuten Video viele Stunden im Studio gesessen haben. Ich finde toll, dass jetzt jeder Videos in solch professioneller Art und Weise produzieren kann. Ben erklärt das auch sehr gut.
Also, wer wissen will, wie YouTube tickt und was man für ein richtig tolles Video braucht, der sollte sich das unbedingt ansehen bzw. anhören. Aufgefallen ist mir, dass am Ende Bens Tonspur ziemlich asynchron zum Bild läuft. Kann aber gut sein, dass es an der Aufzeichnung liegt.
Selbstverständlich lasse ich es mir als PERRY RHODAN-Fan nicht nehmen, beim Tribut Projekt von Alexander Kaiser zum 60. Geburtstags der Serie, teilzunehmen. Heute habe ich schon mal eine Grafik abgeliefert.
Da das Cover der SOL 103 so gut ankam, habe ich ein weiteres Fotomosaik speziell für den Wettbewerb (der eigentlich keiner ist) erstellt. So ein Fotomosaik macht aber nur Spaß, wenn man wirklich die einzelnen Bilder ansehen kann. Das heißt aber auch, dass die Datei eine hohe Auflösung haben muss, was mit viel Speicherplatz einhergeht. Leider kann ich die hochauflösende Version nicht im Blog posten, dafür ist die Datei (30 MB) zu groß. Ich habe keinen Onlinespeicher, auf dem ich das Bild hinterlegen könnte. Ich hoffe da auf die Mithilfe meiner Vereinskollegen von der PRFZ, die finden sicher eine Lösung. Bis dahin kann man sich das Bild erst einmal so ansehen.
Das Bild von Jonny Bruck wird jeder Fan wieder erkennen. Es ist das Titelmotiv von Band 278 »Die Halle der Unbesiegbaren« und von Silberband 31.
Seit einer Woche regnet es jetzt bei uns schon. Am vergangenen Sonntag ging es los und es hat tatsächlich diese Woche so gut wie jeden Tag mindestens einmal geregnet, meistens sogar mehrmals am Tag. Man kommt sich vor wie auf Ferenginar, der Heimatwelt der Ferengi, da soll es ja auch ständig regnen. Angeblich gibt es 178 Ferengiausdrücke für atmosphärische Niederschläge, also mehr Begriffe als die Inuit für Schnee haben.
Für einen August ist das Wetter schon ungewöhnlich. Vor allem ist es teilweise recht kühl für die Jahreszeit, bei Tags manchmal nicht mehr als zwölf Grad. Ich musste schon meine dicken Socken aus dem Schrank holen, damit ich in der Wohnung keine kalten Füße bekomme. Meine Eltern haben schon die Heizung eingeschaltet. Bei uns geht es noch, die Wände haben genug Wärme gespeichert. Besonders unangenehm finde ich aber die hohe Luftfeuchtigkeit. Das merke ich sofort an den Schleimhäuten, meine Nase ist dann zu und ich habe dauern einen Kloß im Hals.
Unternehmungen im Freien sind deshalb ebenfalls eingeschränkt möglich. Wir wären gern nochmal in den Bergen wandern gegangen, aber bei der Gefahr, dass jeder kleine Gebirgsbach zu einem reißenden Strom werden kann, ist das zu riskant. So gehen wir immer nur kurz um den Block, sobald sich mal die Sonne für ein paar Minuten blicken lässt.
Der Regen und die feuchte Luft führen noch zu einem ganz anderen Problem. Ich bekomme unsere Wäsche nicht trocken. Normalerweise hänge ich sie im Sommer auf den Westbalkon, da wird sie in der Sonne innerhalb eines Tages trocken. Im Winter hänge ich sie im Trockenraum im Keller auf. Das geht aber gerade nicht, weil der Lüfter im Keller kaputt gegangen ist. Da braucht die Wäsche erstens ewig bis sie trocken ist und zweitens riecht sie dann immer etwas modrig. Jetzt hab ich es mit dem Wäscheständer auf dem Südbalkon ausprobiert, da regnet es nicht hin. Zumindest die Geschirrtücher sind nach zwei Tagen trocken geworden. Aber die Handtücher musste ich dann doch in den Keller hängen.
Wenn man sich das Regenradar anschaut, sieht man sehr schön, wie lange das Tiefdruckgebiet an einer Stelle verharrt und nicht weiterzieht. Das ist eindeutig, dem verlangsamten Jetstream über Europa geschuldet. Ich fürchte wir werden in den nächsten Jahren immer mehr solcher ungewohnter Wetterlagen erleben. Ein Gutes hat das Wetter allerdings: Der Regenreservoirs werden nach zwei Trockenjahren endlich wieder aufgefüllt.
Wahrscheinlich habe ich es hier schon mal erwähnt, in dem Fall wiederhole ich mich gern. Star Trek: Enterprise wird für immer einen besonderen Stellenwert unter den Star Trek-Serien haben. Ohne das Prequel wäre ich wahrscheinlich nicht mit meinem Mann zusammengekommen, oder es hätte länger gedauert. Das weiß man nie. Deshalb bin ich der Serie heute noch sehr verbunden, obwohl viele Fans damit so gar nichts anfangen können.
Zu langweilig, zu rückständig, zu wenig Star Trek – die Liste der Kritiken ist lang und manches mag durchaus berechtigt sein. Denn tatsächlich dauerte es lange, bis sich die Serie endlich gefunden hat. Zu lange, leider. Mit der vierten Staffel wurde sie schließlich eingestellt.
Wer Enterprise damals nicht bis zum Ende angesehen hat, oder wer sie gar nicht kennt, sollte vielleicht doch mal ein Auge auf die TV-Serie riskieren. Es gibt sehr gute Einzelepisoden. Damit derjenige ungefähr weiß, was auf ihn zukommt, empfehle ich hier folgendes Sachbuch. »Star Trek: Enterprise – Ein kritischer Rückblick auf die fünfte Star Trek-Serie« von Julian Wangler. Der Autor von »Maximum Warp« offenbart darin kenntnisreich seine persönlichen Gedanken zu Archer, T’Pol und Trip, über die vier Staffeln, den Weg zur Gründung der Föderation und warum in Star Trek: Enterprise doch mehr Star Trek steckt, als man zunächst denkt.
Das Beste, der Autor langweilt seine Leser nicht mit Seitenlangen Handlungszusammenfassungen. Die meisten Folgen werden inhaltlich nur umrissen, wenn überhaupt. Er konzentriert sich auf das große Ganze, visualisiert das Grundgerüst der einzelnen Staffeln und wie es den Produzenten gelungen ist, dies umzusetzen oder eben nicht. Die Hintergründe sind treffend recherchiert und zeugen von Kenntnis der Materie. Die Kapitel sind informativ und flüssig geschrieben. In vielen Punkten stimme ich mit dem Autor überein. Manchmal gehen unsere Meinungen auseinander, aber das ist selten. Als Kenner der Serie bekommt man noch einmal alles schön aufbereitet. Man erinnert sich wieder an dies und an jenes. Und es macht auf jeden Fall Lust, die DVDs mal wieder einzulegen und sich die Folgen noch einmal anzuschauen.
Ein winzig kleines Problem hatte ich mit den Titeln der genannten Episoden. Die sind durchgehend auf Deutsch. Da ich die Folgen vorwiegend auf Englisch gesehen habe, habe ich leider nur die englischen Titel im Kopf. Da musste ich tatsächlich hin und wieder mal nachschlagen, um zu wissen von welcher Folge die Rede ist. Da wäre es schön gewesen, beide Titel abzudrucken, das englische Original und die deutsche Übersetzung. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Am Ende versucht sich der Autor an einem versöhnlichen Ende. Denn bekanntlich wurde die Serie von ihren Schöpfern mit einer höchst umstrittenen Folge beendet. Archers Rede vor der Föderation und die Episoden 30 und 200 Jahre nach der Gründung der Föderation haben mir gut gefallen und sind der Serie würdig.
Fazit: Den subjektiven Rückblick auf Star Trek: Enterprise halte ich durchaus für gelungen. Er spricht sowohl Fans als auch Neulinge an, stellt Querverbindungen her, auf die man selbst nicht gekommen wäre und bringt auch die eine oder andere neue Information zu Tage. Das ganze in einem leicht lesbaren Stil, der gut zu unterhalten weiß. Was bei einem Sachbuch nicht selbstverständlich ist. Das Buch ist bei BoD als gedrucktes Taschenbuch oder als E-Book erhältlich.
Am Ende muss ich noch gestehen, dass ich vielleicht nicht ganz unbefangen bin. Julian Wangler und ich kennen uns schon seit den Zweitausendern aus der Fan-Fiction-Szene. Er fragte mich, ob er eine meiner Zeichnungen als Illustration im Buch abdrucken darf. Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt.